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Full text of "Bibliographia Paracelsica"

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Versuch 



einer 



Kritik der Echtheit 



der 



Paracelsischen Schriften 



von 



Karl Sndhoff 



IL Theü 

Paracelsische Handschriften 
I. Hälfte 




Berlin 
Druck und Verlag von Georg Reimer 



Paracelsus-Handschriften 



gesammelt und besprochen 



von 



Karl Sudhoff 



I. lUlfte 




licrli 



t'liti 



Druck uikI Vorlag von (ioorg Kciincr 



UNE MED)CKVVA%\likViN 



Lö(o%0 






Einleitung. 



AU ich mich vor fünfzehn Jahren auf die Suche nach Handschriften 
Hohen heim 'scher Werke begab, war mein Trachten durchaus nicht 
darauf gerichtet, unbekannte, im Druck noch nicht erschienene Schriften 
des ParacelsDS aufzustöbern. Im Gegentheil, des gedruckt unter seinem 
Namen Vorhandeneü schien mir mehr als zuviel: die Handschriftensuche 
wurde aus kritischen Rücksichten unternommen. Ich hoffte, echte 
Original ha ndachriften aufzufinden und an der Hand der mir bekannt 
gewordenen Schriftzügc und durch andere von selten der Handschriften 
gewonnene Anhaltspunkte das grosse vorhandene Material zu sichten 
und in engeren Grenzen als echt nachweisen zu können. 

Doch es erging mir ganz anders! Neue und immer neue Schriften 
unter Hohenheim*s Namen tauchten auf, sodass es mir manchmal bange 
wurde um den Erfolg, bange vor der Unmöglichkeit einer endlichen 
Sichtung des immer mehr anschwellenden Stod'es. 

Jeder neuen Schrift stand ich durchaus skeptisch gegenüber; nur 
mühsam rang sich bei einzelnen Schriften und ganzen Schriftengruppen 
nach und nach der Gedanke durch, dass man os bei denselben doch 
wohl mit echten Entwürfen Hohenheim'schon Geistes zu tbun habe. 

Doch davon später! Als ich daran ging, mich nach Handschriften 

umzusehen, gab mir die Richtung des Forschens zunächst eine Stelle in 
Husers Vorrede an den Leser im ersten Hando der Baseler Quartausgabe, 
wo er über die Quellen berichtet, aus welchen er seine „Autographa 
und andere Manuscripta" geschöpft hat. Die Stelle ist im I. Thcilo 
dieses Werkes S. 373 zum Abdruck gebracht. Ich bin auf den Spuren 
aller dieser Darleiher gewandelt, aber in allen rüllen waren meine 
Nachfr^en und Nachforschungen vergebene; nirgendii ein positives Br- 

XrllUt i. Beklkalt d. PvicdiltctiaD tlubriftcD II. l 



r.inlrituug. 



geltniss. Nur in wenigen Piillen sind mir hHiidxcIirirtlialie Spuren der 
von IIuAOr K^nannton llandHcliririen begegnet, »der auch in dJMtcn an- 
Tan)^ Hclioitibiir posilivoD FülIeD Tührto dsa Woitcrbmcb reiten dur gefun* 
denen l''ji)irlc iinintT in die Irre odcT die Puiws|iur war plütxliuh völlig 
ventcliwüiidf:n. Doch bielea wenigiiit«ns zwei di&>pr Irrfahrten »ach 
I'araceUu.^Rianiiücripten erheb! iclioä Interesse und theilwciHo Ergebni^iü», 
die nii'ht ataiz gering zu Hchütxen sind. 

B«iiprcchcn wir zunüclist die Regulluto unnoror Nachfontchungcn 
über 

dii' rarncelsusliandschrirten in NvuhurE; mi <)»r Doniiii. 
Sic waren zu Huäer» teilen im Besitxe des llajernliorzogi Chillpi' 
Ludwig PruligruTen bei Uheiii (•1547, f ICI-Jt regierte »eil 1569). 

DiiiM sich -tur der rrulugriilllcheo lÜbliothvk r.ii Neuburg nn der 
Donau Paracelsüsdie llimiUchriflen befanden, wnr in den Krei-sen der 
Verehrer Hohenheims Mchon in den .seuliz-iger Jahren des IG. Jahrhunderte 
bekannt. I>«r Hüter dieser I landschriHen war Johann Kiliao ^tfürsl- 
lieber ItenntHchreilior" und „('hcnili'Ufi'', der mir schon lüir> uIü Nen- 
burgor Druolcer begegnet ist. I'fulxgraf Otthcinrlch (' IfiOä, f '-^SÖ. 
r^ot'to Hoit ir>56) hatte ihm dieäo und andere [dulosophisch-alchemi- 
»tische llaiidschrift«n für „sein lobentang bey banden zu behalten und 
3111 .soinom nuln xu brauchen verordnet"'). Noch eu Ende di» 16. Juhr- 
hunderts borichtot der Augsbutger Arzt Dr. Karl Widomann, den wir 
ala (loissigen Sammler und Abschreiber l'nrucebischer Munusertpte noch 
koniion lorneu werden, von diesen Neuburger banilsrbril'tlicbon ■Schütxen 
und ihrem Hüter: »Der Itibliothccarius hai.tt Johann Kilian ain alter 
Mann" (vgl. unsere Handachrin No. 98 lllalt 40). Durch seine liezic- 
liuagen za Hans Kilian kam tieorg Fedro von Rodach wohl b»ion- 
ä«n in dvn Geruch den lilerarischon Diebstulds nn Muhi-iibmiu. Kr 
liottc dem Kilian seine „Ai[uilu co«lc«tis siue corrccta bydrurgyri prae- 
oipilatio" gouidniet und in der Vorrede berichtet, dass dieser ihm „libra- 
rios Othonrici KIcetoris thosauroa a|ierail" und Kilian halte zu l'edro'ff 
B<-'hirurgiH minor" ein deul/iclieit rici^lied auf diu TriiM Mudicin— nicmie 
— Magic in kunicu Roimiiaaion goliuforl „Neopyrgi iid Dunubtum 



*> Auf BI. 19* iIm gloich (u tiei|jrcelii>iiileii Ui'invli«acr .^ktal) Mnlirvibt P(ittt%tnf 
Pliilipp Luüvlg, iliuK diea« •Thr'uphtnhliiidlici Rüi'li«i* an Ihn salbirt scrlilicti 
geliDgl* und xoinciii t>icn«r. Jcm IIiuis Kilian .ulTitPiii le;l'i^labiiiilaug vorwllriDbcii* 
a*JDa. Vi«)lcklil nareii *iu lliuilnciic aii« ikni N'irlilns» ctuK PFnltgrtfon bei Itlioin 
und UertOK in Bayuru Km»!. iJor 1540—15.51 F.r/l>i"vlior In .Sahbiir£ »nr, in 
NiTulinriier S«iiU KElangl. JoilcnfalU i*t da* fnloroMn ilcr Itnftrnhcnö|;c iiiiü VUh- 
gnr«ii Krust. Ullhoiuricli, ['Iiilip|> Liiü«ig, Rrnxl uuil Jubann Wllheliu fiit tlolienheim 
iiad gclu« W«rko bviu'hU'iMwvrlb. 



Sinleltang. g 

IX. Sept. Anni M.D.LXII". (Vergl. meine Paracelsistenbibliograpliie, 
Centralbl. für Bibliothekswesen X. Jahrg. S. 320f. und Theil I dieses 
Werkes onter Pedro). 

Heute beGodet sich nichts Handschiiftliches mehr in Neuburg an 
der Donau, was Paracelaus beträfe. Doch wurde mir von dort der Weg 
zu einem wichtigen Neuburger Aktenstücke gewiesen, das auf dem 
Königlichen allgemeinen Reichsarchiv in München lagert. Schon vor 
langen Jahren wurden mir durch die gütige Vermittelung der könig- 
lichen Reichsarcbivverwaltung in München eingehende Mittheilungen 
darüber und theilweise Abschriften übei-sendet. Im letzten Jahre habe 
ich selbst durch ein gans einzig dastehendes Entgegenkommen des Herrn 
Archivdirectors Freiherrn von Oefole das betreffende Actenheft auf dem 
Reichsarchiv einsehen können zu einer Zeit als das Archiv für die Be- 
nutzung geschlossen war. Dem hochverehrten Herrn sei auch hier noch 
mein ganz besonderer Dank ausgesprochen. 

Der Aktenband trägt die Bezeichnung „Pfalz-NentiDrg: A. Till. 
No. 6" und enthält auf 94 Blättern in 46 Nummern „Acta, die in 
Neuburg verwahrten Manuscripte der philosophisch-modicini' 
sehen Werke dos Theophrastus Paracelsus, deren Verleihung 
an Erzbischof Ernst von Köln u. A. betreffend, 1585 — 1694". 

Auf Blatt II und 12 dieser Akten finden wir eine Ueber^icht über 

das ganze in Neuburg verwahrte handschriftliche Material an philoso- 

phisch-alchem istischen Werken, welche kurz vor 1590 angefertigt wurde. 

„Summa et signa aller Philosophischen Alchimeybücher, so 

weiland Pfal^raf Ottheinrich Churfiirst etc. ilanson Kilian sein 

lebenlang boy banden zubehalten und zubrauchen Verordnet 

und znegestelU hat mit der Condition, — dass Er Sy also ver- 

waren well, damit Sy seiner Churfürstlichen gnaden succossor 

des furstenthumbs Neuburg Mein gnädiger herr Herzog Philipps 

Ludwig Pfalzgraf etc. daselbs nach sein kilians todtulle bei einander 

finden und zu seiner fürstlichen gnaden banden nemen mög . . . ." 

Es werden verzeichnet: 

39 Bände in Folio, signirt A — Q, 

64 Bände iu Quarto, signirt AA — SS., 

33 Bände in Octavo, signirt AAA— fiGG, (PPP wird 4mal gesetzt) 

5 Bände in Sedecimo, signirt AAAA — EKEE 
also in Summa 141 Bände. Es wird gleichzeitig bemerkt, dass 104 
dieser Bücher in drei Truhen verpackt für Herzog Ern.st von Bayern, 
Kurfüret und Erzbischof von Köln, der sie abschreiben zu Ia.s.sen wünschte 
nnd nach Jahresfrist wieder zurück zuliefeni versprach, nach Augsbut^ 
„nun Lindenmair Burgern und Gastgebei" geschickt worden seien, wo sie 



Binleltung. 



itoT „Schraiber* dw Ktirlilraten In Rmpfang Dthm; f> Bämlc (KK. hU. 
gQ. PP,. FF,. PVP) habe er «Ibst (Kilian) dem Knl>i:u)iof Krost 3ta 
Kreising un«! xwci wcitöte (ill), unil (JQ,) in Ncabni^ selber äbergebon; 
mithin warca uu EntbiHcbor Einst im guxon 112 Bände vorlidion 
worden. Zwei woitorc Bünile bcfandeo rieh dimals in Hcidolberg (G 
und II,) und 28 waren nocti »i Neuburg „im sclineckben «tilblen" vor* 
bliebe», vna allofl im «inzclnon mit den .Signaturen belegt wird, die 
freilich bei dem Heüt im (^clmeclicnstfibloin nur 22 Nummern ergeben. 

Uobor die llM zuerst goDanntoii BÄnd<5, welclio Erzbiscbof Ernst 
von K5!n (I58ft) ontliojjen hatte, winl vom 13. Oktober 1595 — 12. .Sep- 
tvtnlter IG(>7 eine woitliiuHge (!orre!i|iondenK geführt zwinchcn Neuburg 
und dem ürzbist^hof. Meistens wird da von „ettliclien I'hilosopliischen 
AIvhimcy Büchern" |{csprochen: in xw«t Schreiben heiwit es „Thoo- 
phriislfcchii und andere rhiluRopliiMcIi» Uüoher"; im Conc«pl de« irrsten 
SobreibeDo dagegen »iud die Worte „uniidt nndere des 'rheopl)ra.tti l'ftnt- 
celsi" an^fEestrichen. Üb also und wieviele l'araceUuHhaudHchrirteu sich 
darunter bernudeD, lüiwt »ich nicht mehr sag«n. Der Kurfilr^t theilt 
getogontlich mit, dost er die Biiuher „binnen iinn:«cr .Statt l.iittidi under 
nn^rn dci^leiohen nocli niehrern stehen habe" nnd veitipricht zulelxt, 
nie nach Frankfurt am Main in die verabredete Herberge xur Gerste' /.u 
Hohickon, was niemaU geschoben zu »ein scheinU Der Bevoll niüchtigto 
de« [Takgrafcn hatte in [-'rankfurt vom 1 1 . September bia 20. October 
1607 vergeblidi auf den Gosundtcu de» Erzbischors gewartet. Ich habe 
auch in Lütliuli Nachforschungen angestellt, welche keinerlei Erfolg 
hatten; auch Prof, le I'aige hu der dortigen Universität, der »ioh ein- 
gehend mit EntbiKchof Krn.>it beschönigt hat, vermochte keine J^puv von 
diesen iland»chriften zu linden. Mit dem lä. September 1607, dem 
Datum dos letzten SchroibenB dos Kurfürsten an« ScJiIohs Arnsberg, ist 
jede Spur von diesen 104 llandschnficn erloschen; sie scheinen völlig 
untorgegaiigeii zu »ein. 

Fast hnndert Jahre weiter la-sst sich der (te<t der 141 Ncuburgfir 
lland.scUriflen verfolgen. Am i). .luni U)i^H wm-de die oben genaimte 
„.Summa et eigna aller riiilosophifohan Alchimeybneber" und das Vcr- 
seicbnt!» der au ErzbischoF Ernst geliehenen Diichor an n'bro Chur- 
rüntliche Durchlaucht nacher Heidelberg' gesendet und als um 6. Januar 
lGf.H Johann Wilhelm Kurfih-Ht und Pfalzgraf bei Khein, Heraog zu 
Jülich, Cleve und Ber« (' !Oi»S fVm, reg. seit Ifl'.W) von Dü-tseKlorf 
BUS nu den Kurfii rötlichen llofratb zu Neuburg den Befehl ergehen liees 
„Ihr sollet die von dem Tluiophrasto in nnsorem darobigeo Arcbir bt- 
Bndliobo Manusciipta alabald hiehero sicher idiKcliickon" (ßl. K5), wurden 
von dem Archivar Hader laut Bericht vom 21. Januar l&M \m Neu- 



4 




EinleiluDg. 5 

barger Archiv noch „solche inn .37. libelleu bestehende manu- 
scripta" vorgerunden und nach Düsseldorf geschickt, wo über den 
Verbleib deraetben nichts mehr zu erfahren war; auch die Akten Kur- 
fürst Johann Wilhelm's in Maonheim und München sollen nichts darüber 
ergeben. 

Ueber einen Theil dieser 37 Manuscripte enthält aber das Äkton- 
heft noch wichtige Mittheilungen aus früherer Zeit, zunächst über die 
6 Bände, welche Hans Eilian persönlich dem Kurfürsten Ernst in 
Freising übergeben hatt«. Dies geschah am 3. Mai 15S5. Der Kur- 
fürst bat dieselben „Doctor Johannj Huser zu grossen Glochaw in 
Slesien, Medice . . gerecht in den Druckh zu bringen alsbald zuegostellt". 
Das Verzeichniss dieser 6 Handschriften mit genauer Inhaltsangabe ist 
noch vorhanden; es lautet [Bl. 5 und 6]: 

Theophrastische bücher seiner Handschrift, 
den 2. May A°. 85 mit mir gein Freising genomen. 

In philosophia. 
[IX, 45] De Nymphis, Sylvanis, Pygmeis et 

Salamandris 12 bletter. 

IX, 27] De generatione stultorum .... 8 bletter. 

[IX,. 162] De inventioneartium 10 bletter. 

[Tb. I No. 86 S. 48] De sensu et instrumentis .... 7 bletter. 

[IX, 1] De lunaticis 10 bletter. 

[Th. II No. 83 u. 88] De geueratione et Corruptioue Rcgnorum 8 bletter. 
[IX, 111] De Mala et bona fortuna .... 8 bletter. 

[IX, 79] De arte presagia [!] 11 bletter. 

[IX, 263] De demoniacis et obsessis .... 10 bletter. 

[I, 67] Opus paramirum 46 bletter. 

[Th. I No. 86] De tempore laboris et requiei ... 8 bletter. 

[Th.IlNo.88B1.413f.] De virtuto humana 8 bletter. 

[IX, 280] De aanguinc ultra mortem .... 5 bletter. 

[IX, 311] De homunculis 4 bletter. 

[?] De iucantationibus 13 bletter. 

Originale fragmentorum, prognostica- 

tionum et aliorum librorum ... 34 bletter. 
[Th. II No. 95 Bl. 127] Serrao Ob der weltlich gewalt über das 

blut zurichten hab G bletter 

[IX, 321] De animalibus ex Sodomia .... 4 bletter 

In Mediciua. 
[tV, 118—207] De podagricis et aliia decem morbis 



^^^^^^^1 lUaloitunK. 

Nemlicli 
pV, 118] Ton der wasscvsucht 

(IV, ISrj] vom Seliwincii oder richwindmielit aridura und IiecttCft 
[IV, 132] von farbsucht«u i. a. gedsucht 
[IV, l-tl] vom Slag 

[IV, 155] von der Daubsucht odor uii«ynnjgkeit 
[IV, 165] voD WürmoD 
[IV, 173] vom SluIIauf i. e. liot Ruer 

[IV, IHl] vom Podagra, /ippoiicn und andern soinen .i[i«ctobus 
[IV, 190] vun clor falloudcii sucht 
[IV, 300] vom kalten wehe od«r fiober 
[IV, 138] von der Colir.a 

Alles 101 biotter 
Sambt allerley fragmentuu zur ArUuoy gehörig 102 »tuckli 

und stüuklin. 
[IV, 367] vou hiurallütidcD Sioehtsgün der Muotter, so 

allein d«n Tmucu iiuhnngt 38 lletlcr 

tCtiir.l''ol.',4Ü2] von Öffnung der baut und Irer natürlicher 

vorlotxuDß 17 blettQi' 

[V, IM] Do morbis ox iocautationibus, impi'i38ifioDibus 

iufvriüribuä foUa ID. 



Kx rraginoutis Thoophraati 
[V, 151] ). Zu den unflichtbareu kranckhoiten 
[V, 154] 2. Do doaporatifl inorbis 
[V, 157] 3. De morbis somnii 
[IX, 275 C?J] 4. Aliud frag, de somniis 

Alle» in 4"* 20 bleltor 
Diese btloher alle hab Ich am I<'rdilag imch Jiibilate A°. 85 
Meinem gnodigslen berrn dem Cburrümteii ku Cölen duch Doutor 
Johauu llusorum Modicum Glogaviosom von seiner Churf. 
gnudon wog«u L-mpfaugun xii t'roising goliorurt, dorgoHlalt, wann 
Sy von Neuem gerooht ludruckhei] gobraudit worden siud, das 
Sy atsdanu Meinem guedigen füntteD und hcin berxog philipps 
ludwigeu Pralzgrafen etc. au Abgang und an achadeii UDVer- 
xüglich wider goiu Neuburg gelifort word<;n sollen. 
(Wo mcb die nngcführteu Schriften iu dor Iluxer'scliGa Quartauitgabo 
fiudcn, habe ich mit Band- und Seitenzjkhl au den Rand gesotEt, ebenso 
den Verweis auf Tbeil I und II dieses Werkes bei den von llniwr nicht 
aargenommencn Abhandlungen.) 

Auf Anregung tlaas KiHan's mahnte Pfoligraf Pbilipf Ludwig 



EmleituDg. 7 

den Kölner Eurfiiraten Ernst von Bayern am 24. August 1588 um 
Rücksendang dieser Handschriften [BI. 18], welche denn auch laut einem 
im Original vorhandenen Begleitbriefe Huser's [Bl. 20] aus Frankfurt am 
Main vom 6. April 1589 bald stattfand. Gleichzeitig sendet Huser die 
3 ersten Bände seiner Baseler Quartausgabe an den Pfal^afeu mit 
,ettlichen Eüchiin unserer teütschen Terra sigillata so in Schlesien 
gefunden wirdt . . . wider gifft, pestitentzi&che fieber, rotten wehe etc."')- 
Aus einem weiteren Briefe Huser's ist zu ersehen, dass bis zum 25. April 
1590 fünf Bände der Baseler Quartau^abe erschienen waren. 

Doch Huser hatte ausser den in dem eben abgedruckten Ver- 
zeichnias genannten noch andere Paracelsusmanuscripte aus Neuburg 
benutzt. Er hat seinen Famulus Paulus Linckh „mit einem schreiben, 
deß datum Strigaw in Slesien, den 28. Augusti Anno 86" nach Neuburg 
gesendet, um, wie Hans Eilian berichtet [Bl. 1], „nach ettlichen Defecten, 
die Er, damit des theuren Manns Theophrasti Bücher, souü menschlich 
und müglich, Correct und gautz in publicum kommen möchten, undor 
andern, noch bey meinen Hannden habenden Büchern, Sy seyen Theo- 
logisch oder nit, sich umbsehen . . . unnd von Ime, was Er vormaint 
zum werckh dinstlich, aufgeclaubt, und doch damals nit mit sich ge- 
nomen, sonnder bis Er an seiner wider Haim Rais in Slesien, hieher 
komb, bcy mir gelassen . ." Eine Erklärung Paul Linck's über die 
von ihm ausgesuchten Manuscripto ist noch abschriftlich vorhanden, sie 
lautet [Bl. 15/16]: 

Nachdem ich Paulus Linckh von Zeitz Philosophiao ot Mcdl- 
cinae studiosus von dem Ernvesi^ten und hochgelarten hcren 
lohanne Husero Medico zu grossen Glogaw in Slesien, meinem 
geliebten herrou und Preceptore, gegen Neuburg an der Thonaw 
bin vorschickht und von Ime mir ist bevolhen worden. Mich in 
des trelfonlichstcn Philosoph! und Modici Theophrasti Paracclsi 
handschriften (welche der Ehronvcsstc und wolgcachte herr lohann 
Kilian etc. undor seinen hannden) zu ersehen. Ob ettwo noch 
cttlicho Tractaten zum Buch Philosophiae magnao ge- 
hörig unuder denselben Thoophrastischon Autographis 
zufinden, damit Sy sambt andern Theophrastiachcn büchcrn, 
welche obgedachtem meinem herrou etc. loh. Husero zu Freising 
seind überlifert worden, mochten in truckh verfertigt und 
publicirt werden. 

') Diese Striegauer Siegelcrdo war von lluaer's Lehrer Joh. Scultetus vom 
Berg goD. Montaaus (* 1531 zu Striegau, f 1G04) entdeckt und lieachriebeD wordeo; 
es werden eine Nürnberger Ausgabe seiner Schrift über diu Terra sigillata erwähnt 
von 1585 uDil eine Baseler von 1597, beide in i"; mir liameD sie noch nicht vor Augen, 



B Elnldluag. 

AUo Inu kh diesem bov«lch mit mllglichem VI«» iiiich- 
giygaiigoii, Mich ilariiioon creehon und unnder donaclhigcti dLt« 
vier Toißcnile Traclat zum Imch Pbilosophiae mn^ae ^ehärii; 
ligeiid bi^ruudei]: [Aus dum audcni biiiiU]') 

[IX, 187] 1. Do votiü fllionio 6 blottur 

[[X, '22h] "2. Dg superstilionibu.') cl oeremoniiit ß blettor 

[IX, 2(M] 3, Do Auctoritato etc. Hnnctorum blelter 

[IX, 293] 4. Do aiiimubuH tiomiiium po»t morloiit n|)jmi'ciitil>uK 4 blcttor 
D&<<g1ci<.'lii>ii 7 um) Ulli liulbs atitluri? bicttor'). ilio MudicJii uikI 
I'liibisojilioy belrciroiKl. [Au» Anm dritten bliail]') 

Solche vier Tractat samtil den T'/i blettorn «nd mir &\i{ 
mein bitllichs erituchän im namen moiüs Iicrm vou (jodachtom 
licirn lohnan Kitimi xulußcii gi-bcii wonloii und Sy aul' dio 
wider tnhor Reis abzuücliruiben boy Ime verlaaaeo. 

Gelangend aber dio 'I'lieophratittacheD Aulograplia 
(weltlie Doctori lobann Wintern von Andernach xii Suassburg 
seligen gelihcn worden) Sü ditiolbigcu zu meiuoK hcrron oder 
indnon huiiiidea kommen wurden, Froraittir ich hiomit, dun 
di»dbcii ni'bi'ti andern lu l'VeisiQg empfangenen btichern, dem 
borrcn loh. Kiliano gegen Neuburg zu »einen bandoo aollen xu- 
gostellt werden Kntwi>dpni durch uua Kolbs <^idor mit ci^non 
gewißen boten, Datum Neuburg au der Thonaw den <J. Ocl^bris 
im 1586'"'Jar. 

I'auluü Iiinck Ziconsis 

l'liiloHopbiae et Medicinaa 

stadioBUs. 

Wann Linck die genannten 4 Bücher tind TV, BlSttcr mit nach 
Schlesien nahm, oder ob er »e in Nouburg §pator abgcächriubcn hat, 
geht «US den Akten nicht hervor, wohl aber ist aus d«m „CatHlogu»" 
dea 9. Bandes der IIuKorVhon BiHelor Qu»rtaui<gabo ersichtlich, dans sie 
für die Textgestaltung bcnuUt mih\; denn Jluser bemerkt bei allen 4 
Abhandlungen aoadrücktich, da» er das Autogramm ilobenheim's [in 
Neuburg!] seinem Text au ßrunde golent hat, 

Beaclilung verdient auch der Hinweis Linck's auf die „Theophra- 
sti^chen Autograph»", welche Dr. Johann Winter von Andernach 
za Strasfburg bei seinen Lebieilen aus Neuburg a. D. enllitdion hatte. 

Günther von Andernach (1487 — li)74) nimmt in dem Kampre 
der (»alenifltou und l'aracelsistcu in der Mitto des 16. Jahrhundert» eine 



•) OrigiM^notii KilianN bei «iiicr Auf/Shlung donellni SchrlfUn auf Blatt 17. 
^ B«Ia Ituekh etoca bUU* «bcBfalU auf Ulatl 17, 



Eioleitung. 9 

veiniittelnde Stellung ein und wird in der Gescliichto der Medicin als 
„Conciliator" gefülirt. wenn auch in Kloiuwächter's Artikel im Itiogr. 
I/e<(ikoD der Aerzto II, GTST davon uichta zu merken ist*). DaBS sich 
Günther über die Lehrmeiuungen Hohenheim's auch noch über das 
gedruckt Erschienene hinaus zu unterrichten trachtete, geht aus der 
hier beurkundeten Entlehnnng von Handschrirten des Einsidler Geuius 
deutlich hervor. 

Wie eine von Pfalzgraf Philipp Ludwig für Huser und Linck 
ausgestellt« Vollmacht zur Erkundung und Rückforderung dieser in Ver- 
lust gerathenen Neubui^er Handschriften mittheitt (ausgestellt zu Neu- 
burg an der Donau am 7. October 1586), hatte Philipp Ludwig's Vater 
Pfalzgraf Wolfgang (* 1526, 1 1569) aus der Zweibrückcr Linie, 1559 
in Nenburg zur Herrschaft gelangt, von den Büchern, die von seinem 
Vorgänger Otto Heinrich dem Hans Kilian anvertraut waren, dem 
Doctor Günther von Andernach geliehen [Bl. 13 und 14]: 

Acht bücher sein Theophrasti hanndtschrifft: das erst De 
morbo Caduco vel de caducis, dasannderDe podagricis^ 
das dritt vonu der Bergsucht, das vierdt Sermo date Cae- 
sarj, das fünfFt de Pestc, das Sechst vonn den unsicht- 
baren Eranckheiten, das Sibendt de vera iufluentia unnd 
das Acht de morborum origine etc. 
Diese Handschriften auszukundschaften ist Paul Linck von Neuburg 
weiter gereist, scheint aber bei seinen Nachforschungen keinen Erfolg 
gehabt zu haben; wenigstens sind alle hier genannten Schriften in der 
Huser'schen Sammel ausgäbe nach Niederschriften anderer gedruckt, 
keine nach Theophrasti Handschrift, in welcher sie Günther entlehnt 
haben soll. 

Eine eigenhändige Notiz Kilian's auf Blatt 17 a besagt Folgendos: 
Thobiaa Creulin von Giengen der Arznei Doctor über- 
schickt sub dato den 6. Augusti Ao. etc. 78 aus Augsburg nach- 
volgende Tbeophrastischo bücher, so er seinem vermelden nach 
im legato von Doctor Andernach seeligen empfangen: 
1. De peste 

'} ÄuBschlaggebenii für Günther von Andernach's SlelluDg ;iur Paracol- 
■Uchen Uedicio sind seine Darlegungen in dem 3. Dialog des 2. Theiles (Commen- 
tariusj des gewaltigen Folianten ton mebr aU 1670 Seiten, der sich „De medicina 
veteri et nova tum cognosceoda tum taciunda" telilalt und 1571 bei Ucaricpeter 
in Buel erschienen ist. Qerissant übergebt dies vollkoiDmen in seiner eingeben- 
den Inhaltsangabe dieses Werkes in dem „Calaloguo raisonniS des ouvragea de 
J. Gonthier" p. G8— 70, welcher soinein , Eloge historiqua de J. Gonthier D' Ander- 
DMh", Pari» 17Cä. 8" (XS + 88 SS.) ftDgehiingt ist. 



10 



Binleiluug. 



2. De morbo caduco. 
a. Von dor Borgsuclit 

4. Du causis Ol origino morborum. 

5. D« HODMU et ia»trumontiM. 
t>. Kttlicbe fragmentn. 

Die vier Pisten der hier genaontea ^Bücher" (llandflchnfteii) »ind mit 
dou NummorD b, 1, 3 und 8 dea obigen Voioichnisses iwoirelloü idou- 
ÜMh; Mild sie thutsüclilich nach Neuburg xuruckgoliofort worden, 80 
«rweckt die Jahrzslil 1578 Krstaution. Man riihiL aidi rorsucht InHl 
oder IbSS zu setzen; doch folgt direct nachher auT ilomscibcu lllatto 
die Notiz, das» Paul Linck am 9. Ootober 1686 die 4 Tractato xuf 
Philoaopbia Magna aasgesucht habe. Vurwunderlitih Ist auch, da.t.4 Kilinn 
von iliesen an Günther von Audernai;h goUchciicn I[andm;hrifteri iti 
dem Hauptverxcichnin» der 141 Neuburgor lInndHutuiflen („Summa et 
aigna" s. oben), wo Hoch alles Entlehnte mit aufReführt ist, kein Wort 
sogt und da3s er sie in einer Eingabe vom Sommer 1588 an IMiilipp 
Ludwig [Dl. Ib] noch aU auästniidig nennt. Sollto or die Kückkchr 
dieser llandsuhriftcn Linok und Htiser verheimlicht liahen?? 

Als Johann Huser seine Sammelaus);abo mit Unterstützung Kur- 
rümts Ernst von Köln vorbereitete, wollte or eich auf die philoi(0|i]ii- 
sclien, mcdiciniachcu un<l chirurgischen Suhriflen besclirjinkcn; die Theo- 
logie scliloBi! er von dor VorölVeutlichung au». So spricht auch unser 
Akteuhoft DI. 13a von dem Kvorhabonden nutKlldien unud löblichen 
gutten worckh, alle deß theuren IMiilosophi nnnd Medicj Theoplirustj 
ParacelsJ tijichor in l'hilosopbia et mediclua gorecht in den iruckh 
zubringen". Dom »ich «her bei lluiier, der wie «uin Lohrmetster Job. 
Montanus gut kalholitich war, das Uftilrubcu Hohenhcim's Schrieen 
kennen xu lernen, auch auf die Theologie erstreckt«, haben wir oben 
schon iu seiner Instruction nn Linck konneu gelernt, in der es auiu 
driicklich hciest „«io »eicn theologisch oder Dicht." Dass diät 
Intoresso für die Theologie des ParacoUus «pätcr noch xunahtp, dafür 
bietet uiu dos Neuburger Aktcnhefl nodi eineu vriclitigen Beleg. 

AU seine .Sauimolauvgabo schon drei Jnhro lang erschienen war, 
bezw. der Druck der Ohirurgica schon 3 Jnhro slocklc, war ilu»er im 
Octobcr 1094 nochmals in Neuburg a. D. und entlehnte von dort eine 
gaiu« lieibo rein theologischer Abhandlaugen. Das Aklenstfick über 
diese HntlehnuDg üt noch at^chrifttich vorhanden und lautet (Itl. 30 u. 31}: 

Tbcophrasti paraccisi Tractalu» 
«ua manu scripti « 2^" fasciculo. 
PrologUB in vitam beatam 7'/t bletter 



Einleitung:. 11 

De summo et aeterno bono 7'/, Bletter . 

Do faelici liberalitate 7 '/, Bletter 

De bonestia utrisque divitiis 7'/, bletter 

De oföciis beueficüs et stipendiis 7'/, Bletter 

De ordine doni 7'/, bletter 

De votis alienis 8 bletter 

De Religione perpetua .... 7'/» bletter 4 halb drunder 
De Eccieaijs veteris et uovi Testameati .... 13 bletter 

De re Tempil eccleBiastica 77i bletter 

De Saperstitio albus et ceremonijs 6 Bletter 

De potentia Gratiae Dei 7'/, bletter 

De Thoro logittimo 20'/, bletter 

De Thoro, vidua et Virgine 7'/» bletter 

De ßupta et alienis rebus Don coucupiscendis . . 7'/, bletter 

Von der Eehordnung und Äigonachaft 9 blett«r 

De Martirio Christi et noatria delicijs 7'/, bletter 

De Remissione peccatorum 7'/, bletter 

De Sanctorum auctoritate 6 bletter 

De veneraadis eanctis 7'/, bletter 

De ßesurrectione et glorificationo corporum . . 8 bletter 
De Animabus homiaum post mortem apparentibus 4 halb blätter 

De Magnificis et superbis 8 bletter 

In Eaaiam prophetam 4 capita et suraum corda . 12'/, bletter 
Septem folia fragmentorum cum parva schedula. 
Drunder Viere nur halben beschrieben. 

E 3" fasciculo. 
Naturalium et harum rerum aimilium interpretalionis [!] 

super quatuor Evangclistas 76 bletter 

Diso oben Vorzeichnete Tractatus bekenne ich Johanu Huserus 
Churfl. Coluischer Von hauQ auß bestalter Leib medicus und 
Burger zu Glogaw etc. daß ich dieselben auf gnedigo bewilli- 
gung deQ Durchleu cbtigen IlochgeborDen forsten und herren 
hcrren Philips Ludwigen Pfalzgraven bey Rein herzogen in 
Baim etc. meines gnedigon füraten und herren von Ilanßen 
Ktlian etc. solche Tractatus so baldt ich diselben durchsehen 
oder abcopiert werde haben ganz und ohne schaden auf meinen 
ÜDcostcn wiederumb in Ir. F. G. Bibliothec gegen Neuburg zu 
liefern ganz treulich sonder gefährden. Actum Neubui^ den 
10. octobris atylo novo A". 1594. DaO zu mohrer Sicherung 
hab ich mein Sigl zu endo wissentlich aufgedruckt. 



IS 



Eiulvllunc. 



DidHo Üioologim'licu Abhiiiiilluiig«ii siDtl udh itllc nuch h(>iito linnd- 
sobriftlit^h orlmitoo, wir word«n «In tu dou untou xu t)csi-)ircil>L-tirlei> 
iIaii<)Ni'1irirtcn HÜmnUlii-ti nocli üntmlTcn. Von WcrÜi Ul, iIiiim »iu liier 
IUI einer Stelle als l'aracolsisdi aufutriilirt uuil fieieiigt werdi>n, nri wol- 
chor iri'thiimcr über dio VcrfnäüiTscIioft von vonihoroiD wenig walir- 
Mhcinliah «ind; nucU hei.iHt «s ja auMll'ücklich Trsctattu sun mnnii 
»cripti. 

Das 2. uud 'A. Itfindel, wolchom nio auf der Nouliurgci' Itil>)iotlii«li 
angoliörton, enthielt aucli die von Linck IßSIi aasgcstu'liti^ti Alduutd- 
liiiigcii ttir l'liilusopliiu mugoa und dio Fragmente xur Medicin uml 
riiiloMopliio. Kiithiolt das xwuito Itiiiidcl vielloiclit nur Scliriften sur 
riiili>NOiiliia Magna!* Wir wenlen in finer OürlilKor HatKUdiritl 
(h. unten uti.tero No. 83) dio Mehrzahl der eben angeriilirliMi llx'ologi- 
Hülicii Schrin«a als Philotfophiuo maKO^o partes (XXX — LI) xui>aiiimen- 
gestvili linden in dwaa anderer Rcibeiifolge. Vgl, aoch das llcidcl- 
bergw Mscr. No. 90. 

Dtirflber, diux Iluiter diese tbeologifchcii Alilimidltiiig^n «ioder nach 
Pieiiliiir^ xurÜL'kgelierert hui, tlndct xii'h zwar im weiteren Inhnll do« 
Aklenhertea keine Angabu; dech kuiin innn wohl iius dem l-ohlen eines 
Huhnbriercfi ituT pünktliche Rfiekiteiidiuig .-sclilio-saen. Auch diosc tlieolo- 
XiHrhi-ii Ilniidi^chrirton sind also wolil iriy4 mit nach Düüseldoif ver- 
sendet worden und dort verschollen. Hei den jesuitischen kalbgeberii 
Johann Wilholni'tt werden sie violleicht nicht dio beste Aufnabnio 
gefunden hüben. In welcho Knhrlidikoiton diese Nouburgcr lland- 
achrirten auf ihren Wanderungen geiiethcn, davon kiinu man sich eine 
VontolUmg maclien, wenn man nuf Ri. 36 lintl, dasn Cmbinclior Ernsl 
am U.September 1597 niitllieilon liisst, mtin wolle auD den ItQchern 
einen „Ektract" machen lassen, „was guctt oder nicht . . . die buecher 
80 nichts richtig« [enthnllenj sull man nubr vcrbronnen". Das 
scheint an dieser Stelle rreilich auf Alchcmyslittches und Medicinischos 
lU gvhon. Aber wo war das lüide abKnsehen, wenn einmal der firnnd- 
sati der Vernichtung des „unrichtigen" aurgv^tstellt war — und Johann 
Wilhelm war nicht Entleiher wie Ernst, «oadcrn BesiiKer! 

Wenn aber nach Lage der Uingo die lloirnung nur ^w. gering ist, 
dass sich von diesen 141 Neubtirgcr IlaiiilHchnrt«n noch irgendwo ein 
Rest orhall«n hal>«n sollte, so txiwcist der Münchoner Aktenband liber 
iliro Verleihung jedenfalls, wie grossen Werth ni.^n durch anderthalb 
Jahrhunderte auf diese I'aracolsUf^rellquien iu den llündcn der Bayern- 
herzSga gelegt hat. Es war »icher niclit der Chomicus Dans Kilian 
nllein, der sie »u scliützen wussIgl 



^ 



Eioleitnng. 13 

Sie Handschrift des den känttner Ständen gewidmeten Werkes 

in Klagenfart 

An zweiter Stelle nennt Huser als Darleiber „ein Ersame Landt- 
schafft deß Krtzhertzogthumbs Kärnten", welche ihm „die drey 
Bücher, so Theophrastus derselben selbst dedicirt hatt" gut- 
willig mi^etheilt habe. Vor Jahren habe ich mich um Aufschluss nach 
Klagenfurt gevendet. Trotz des sehr freundlichen Entgegenkommens 
des Archivars des kämtner Geschichtavereins in Klagenfurt Herrn August 
von Jaksch und des Herrn Landeskanzleidirectors Baron Jabornegg 
waren dort alle Bemiihungen vergeblich. Die stäcdische Aktensamm- 
luQg wird zwar dorten verwahrt, aber die Ausschussprotokolle begianen 
erst 1581 und Akten vor 1590 sind nicht vorhanden. Auch die Bam- 
bei^ -Wolfaberger Akten (worin sich die Abtheilung Villach befindet) in 
Klagenfurt, Wolfsberg und dem Wiener Staatsarchiv lieferten Herrn 
von Jaksch keinerlei Ausbeute über ParaceUus. Es wird also auch 
die werthvolle Schriftensammlung, welche Hohenheim den kärutuer 
Ständen widmete, enthaltend die Chronik von Kürnten, die Defen- 
flionen, den Labyrinthus und die Tartarusschrift, im Original 
verloren sein. Eine fast befremdliche Spur derselben bei einem Wiener 
Sammler aus der Mitte unseres Jahrhunderts werde ich weiter unten 
erwähnen. 

Dass die karntner Stände Werth auf diese Paracelsische Gabe gel^t 
haben, geht aus folgendem Schreiben hervor, welches auf dem Inns- 
bracker Statthalterei-Archiv verwahrt wird. Ich verdanke dasselbe, wie 
manchen andern wertbvollen Aufschluss, der Freundlichkeit des dortigen 
Archivars des Kaiserlichen Raths Dr. von Schönherr. Das Schreiben 
ist an den Erzherzog Ferdinand, späteren Land esfü 1*8 tcn von Tirol 
gerichtet, der sich damals in Wien befand. Er war zu jener Zeit Statt- 
halter in Prag; ab er die Regierung in Tirol antrat, ging seine Regi- 
stratur mit ihm, sodass sich das Schreiben jetzt in Innsbruck befindet. 
Das Schreiben lautet folgendermaasaon: 

Durchleücbtigister hochgeborncr fürst, cur fürstlich durch- 
leücht, sind unser gehorsame und wtlligisto Dienst underthe- 
nigist zuvor berait. Genedigistor horr, von eur fürstlich durch- 
leücht ist uns verschiner zeit ain gcnedigist schreiben und 
bovolch des dato Wienn den zwainzigi^^ten vorgangen monats 
augusti (lits dreiundsechzigiston jars an ein gcmaine landLschaft 
disos landL-< Kherndten lautcndt zuekumen, welches wir in 
irem abwcaen empfangen, erülVendt und volgcnds daraus gohor- 
samiat vernomen, wie cur fürstlich durchleiiclit gclaubwiordig 



14 



Eiiildliing:. 



beridit, iil^ solle aiii landUcLnll otliclic vjl »cliriftcn uod piiouher. 
ao weilland TlieoplirttatUH Paracelsa-N der «ruici doctor etc. be- 
scliribon boi vüiunder lialicn und aufbelialten laüsen mit gene- 
digisWm bog<ärn, das wir diesclbijjt'ii our IJirsÜicbea durchlcücht 
nw und«rtheiugem aDgenemen ({«fnllcn ullc xu orsohon und wa» 
fiir eur fürst lidivu durctdeiiclit, i-lwo ilnrinncri ^ji^fwllig stein 
inoutite, abscli reiben xu laüsen, aufit riirderlichiHt neben ainem 
invcntitrio xueHcliickon nollcn etc. Hieraur und zw undertlie- 
niger vokiehung zaigen i-ur fürslltcli durchloücht wir in •;iOior- 
Hämb an, daa bei einer landächuft huuileu des obern^tiiiitun 
doctorbs Th(;opbrHtiti l'aracolsi seligen pueuher oder ücliriHon nicht 
mehr iilit dr«y pOechor die or oiner landbchalTt golasaim und 
üitorantwurt ligend, welche wir utivorzogoodlicli i.*ur riii-Htliuh 
durclileilcht beten Eue.schi<^keu nicht uudcrlusMcn. So itciun ubor 
dieselben uiidor einer landLnchatl haniUiingen und H(^hril't(!ti ver- 
lc>|>t gewesen und cnt diäo tüg nach lungern, vlaU»igon nach- 
«ue<:rht-n gi^fiindoii worden. Die haben ffir oiigiualitor /usanion 
in uin ))uei-h einbinden lii^non und i'iber)i(!ii<l>'n die eur riimllicli 
durchloüplit hieinil bei aignem poten mit ^chonain ister bit«, 
enr füretlicU durchlcüelit wellen gencdigiAt Verordnung ihuea, 
auf Ja« diesi-tbigtin nach genügsamer cntehung oder bewhreibnng 
einer landtat-haft luit gelegeuhait wiJorumb iuc.gcHdiii:kl und 
überhimdigct werdoii. und tliuen hientit cur fitrstlicb ilurüKIciii-bl 
unseni genodigit>ten hi-rrn ein iTitnnio liindt-ir-hall nanibt unii 
uudertlii-iiig und gehorxainbiidien bevelt^hen. Ihitum Clagonfurt 
am KWünundKwainzigixtitn tag octobriü unuo etc. im droyuud- 
seuhxigi.tten. 

Kur lÜrstlichen durchloüchl. 
niiderHrnnig 
nnd gehitRtamb 

N. einer cmanieu landtxi'han in 
Kberndlen vorordonl aussohuss. 
Erxlioniog Ferdinand von Tirol (• 1529, f IMÖ). der Gemahl 
"fdor Hhiliiipine Weiser, dessen Beziehungen r.\i I.eonhard Thurn- 
aysser von llormana Kopp erwJihnl werden (Die Alchomie in 
iltenr und neuerer Zeil, Heidell*crg ISHfi 1, S. 101»), hatt« aLsn in Er- 
fahrung gebruirht, ibu«^ die kärnliier Stünde ParaceUische Sclirilton bo- 
sii.->tton, und am '20. AugUHt ir>r>:( von Wien aus diu« Verlangen uus- 
geiiprochen, diese Schriften nur Durchsiebt und evonluellen ALschrift- 
ntlime geliehen zu erhalten. Der Lundschafl«Hiim>diuwt lätvit auf dieKca 
Verlangen unterm 32. Octobcr liriiS obige Antwort ergehen. E» hatten 



EinleituDg. 15 

sich nur drei Bücher nach iangem Suchen vorgefunden, welche der 
Auaschuss in einen B&nd binden Hess und dem Erzherzog mit der Bitte 
um Rückgabe znsendete'). 

Da dies im Jahre 1563 geschah und Arnold Birckmaon's Erben 
1&64 diese Schriften Hobenbeim^s mit der Widmung an die kärntnor Stande 
zum Abdruck brachten (Tbeil I No. 64) und dieser Kölner Text direct 
&uf das Klagenfurter Original zurückgeht, so wird zweifellos in Wien 
oder Frag eine genaue Abschrift genommen worden sein, welche dem 
Kölner Drucke zu Grunde gelegt wurde. Die Auffindung dieser kost- 
baren Reliquie, welche dem Eingreifen des Erzherzogs Ferdinand zu 
danken ist, hat in den Kreisen der Paracelsosjünger grosses Aufsehen 
erregt. Die Paracebisten Bodenstein und Toxites hatten schon im 
März 1564 Kunde davon und von der I}Gabsichtigten Kölner Druck- 
legung, wie die Widmung der No. 61 des ersten Theiles beweist (vgl. 
auch Theil I S. 101). Wer den Erzherzog zu seinem Eingreifen an- 
regte (Thurneyaser oder die schlesischen Paracolsisten?) und wer dem 
Kölner Paracelsusfrounde Dr. Theodor Birckmann die Abschrift über- 
mittelte, bleibt vorläufig noch im Dunkeln. 

Das Original ist damals jedenfalls wieder nach Klagenfurt zurück- 
gelangt; denn Huser gibt ja selber an, dass er es (um 1585) von dort 
leihweise erhielt und benutzte. Der weitere Verbleib ist unbekannt. 
Eine unsichere Spur aus jüngster Zeit ist noch zu erwähnen. 

Moriz Bermann berichtet im „Alt- und Neu-Wien" 2. Aufl. 1881 
S. 688: „In einem Briefe, den der gelehrte Antiquar Franz Gräffer 
in seiner Autographen-Sammlung besass, spricht Paracelsus von seinem 
Aufenthalte in Wien folgender Art: „Sie (die Aerztc nämlich) haben 
aber befunden, besser sei, so ich zu St. Stefan bin, sie seien auf dem 
Hohen Markt, gang ich an den Lugock, dass sie gen St. Laurenzen gehen, 
welcher Gegenwärtigkeit von ihnen nicht zu gela.s.sen, sondern erfreuen 
sich, mich zu verletzen, so ich vierzig Meilen von ihnen bin. Haben 
also dermassen ein Knopf gemacht, dali ich an Tag zu kommen mit 
meinen Werken nicht befinden hab mögen." 

Aberle schreibt dazu (a. a. 0. S. 21 Anm. 17): „Dio Herren Dr. 
Ludw. A. R. V. Frankl und M. Bermann konnten mir keine Auf- 
tH;hlüsse geben, wohin der Brief des Paracelsus nach Oräffer's Tod 
kam, in dessen Autographensammlung er sich befunden halte. Auch 



'} Aberle berichte! in .Grabdenkmal, Schadet und Abbildungen des Tbeo- 
phrastuK Paracelsus *, Sahburg IS9I S, 532 Anm. 143 naob v. TeuTfenbach und 
V. Voltelini liurz von dieser Entlelinuiig, vernecbselt ober den Kr/lieriog Fer- 
dinand von Tirol mit Kaiser Ferdiuaod J. {15JG-15G4), 



16 



Einleitung. 



meine weifcroii Nachronchungtn wiron vcfgol>lich. Aus B(<rmaBB' 
Mitlbeilungen, insbeMinitera ein«r Stelle Am angehlic)i«n Krief«» gebt 
li«rvor, du« Varncolsus auch in Wien mit don Aerzten in Febtio lebte," 
Aborl« hat »ho ofTonbar nidit gowusst, woher die vdd Bcnnanu an- 
geführte Stelle Btainmt. Bcmu« Oriff«r <Ia« wirkliche Autogramm 
llohcnbeim's, wo» Hermann bcriolitet, so war iln» üin Hclir weilhvoUca 
Stihril'tstück, dessen Verluut man nur auf das AllcrlebbaTlebtc bedauern 
kann. Denn di«»or Brief ist vchteittos Geistciiwork [lohenhcioi'ü — nur 
iiicbtä rnbekannt«)i!! Bio Stelle stobt nümlich in der WidmungHepistol 
der viel beregteii drei Sclirifteo an die Itärntner Stünde, am 24. August 
I5S8 von St. Veit datirt. welche Iluser im 2. Ilsndo der 4* -Ed. | 
S. M4 — 149 lum Abdruck bringt und die zuont schon in Köln init- 
abgednickt war (Thoil I Nu. tJ4). Bei l[u«er lindot sich die von Iter- 
mann aiigenihrto Stolle würtlicii «botiito S. 14(> Zeile 2 v. d. bis 147 
Zeile 7 v. «. Hat Gräffer, dessen „Kleine Wiener MemoiiTn* (dio im 
2. Thoilo S. 2S7 — 294 von TaracoUtu iu \Vii;n handeln) 1S4& erschieuen 
Mud, — hat Gräffer diosen Brief wirklieh im Autogramm buaeiisen, ao 
itit wenigsten» ein Fragment, wenn nicht das Ganee, der drei an die 
kärotner Stände 1:)38 geneudeten Schriften bia in unser Jalirhuodert 
gorottot wordoD und war um die Mitto dosselboa noch iu bekannte» 
HBodou; wir dür^^n also dio ilulTnuDg hegen, dioid'' kostbare lüntcr- 
liiewiuchaft Hoheuhciois noch einmal irgendwo auftauchen y.u acheii! 



üor AugsburRer Bargor Lorenx Dehn, nekhen lluner au vor- 
lel4tor Stdio aulTiihrt, winl un» im Folgcuden aU Be/<itxvr l'aracolsiacliiT 
Handflchriften mehrracli begegne». Der schon itciiannte Hei-tnige Ab- 
sclireiber FarikceUischer und verwandter Manuscriptc Dr. Karl Wide* 
mann nennt ihn iu inobroren der xohn uuh orhalteiR-n llundscluirten- 
bände seiner Feder als Uurloihor der von ihm Goi>irtcn llaudschriftou. 
Von DehnV iland.'«chrifteii »elber scheint aber keine auf uns gokommeii 
XU sein. 

Auch im Hebrigen war weder in I'ettau. noch Hageoau, noch 
Ansbach, noch Solotburn. noch Bern eine Spur von doji llano 
Hchriften m liodeu, u-olclie Itusor noch zu Endo des 1(>. Jalirhumleriji 
benutxea konnte. Auch dio reichen hantlscfariftlichen Schätze, dio der 
Schwier Johannes Scultetus Montanus (Scbullhciss vom Berg, 
1531—1004), Arzt in Ilirschborg, xusammeiigetiagen halte, scheinen un- 
wiederbringlich vorloron. Nur 3 oder 4 Ilandscbriflen sind un« begegnet, 
welche nach seinem Bositxo und vielleicht unter seinen Augen im An- 
fang ihr liOer Juhte des Ifi. Jahrhunderts in Görlilx geschrieben »ind 



Kinleitanf. 



17 



(vgl. No. 15. 83, 84 und 85). In einer (lie««r llamUchririoii (No. 84) 
wird flogar auf di« Ansidit Aett MonlanuR in oJnor toxtkritiiwheu Fragß 
aawiTÜckIk'b hingewie^n. 

Danut isl aber auch völlig prschöpft, was sich heule nach der 
Arbeit «nes halben Mon^cheiiallerii ntif [tibliothcki'ii und Archiven »agon 
lÄMt flb«r die Quellen der ontten ^!aIDml>]atlsgabe der Werke Hohen- 
hcim'a. In Bayern, SchleAien, Franken, im Fl.sa.'ts, in der Schweiz, io 
Kärnten und Steiermark ist alles untergegangen was die Hand 
Hobenhoim'ii und seiner Schüler der Nachwelt blnterlassen 
wollte. Originalhandschrirten tictitxen wir kotno, von keiDoin 
tiinzigvn Werke des ParaceUuK. Insofern !«l also bis heute all 
»«in Sueben vergeblich gewesen. Wa.s sich zur Prülung der Echtheit 
der Mhon bekannten .Schriften Uohenheini's »im dem Studium' der 
rrbalt«nen Ilandachririeo ergeben wird, ist darum oinigermassoii mager 
aUDgefalleu. i>Qch wird da» Studium der Handschnften dazu beitragen, 
unser Itilil von dvm gebtigen SuhaiTen HolR-nheim's nach mancher Soito 
hin weAeollich xu orwoitoni. 



Anaser den iluaerVhen Angaben über die hand.4chr!ftliclion Orund- 
lageu seiner Sammetausgabe sind aber auch noch maacbe andere ge- 
druckte Notizen über i'araceUushand.tchHnen beachteoswertb, wenn sie 
auch nicht gerade OrigiualhatidscJinlten betrelTen. Ich stelle im Fol- 
genden einiges aus der Literatur zuaaniinen, waa mir aufgcstüssen ist, 
indetn ich hier als nchon gegeben voraussetze, was im entteu Thcile 
dioscH Werkes ülwr I'aracelj>ii4che llands«brift«n von den Herau-igehcrn 
mitgetbeilt worden ist, beiäpielsweise von Johannes Staricius S. 6()9 
und an vielen anderen Stellen. Ich werde gelegentlich im Laufe der 
Mand»cJiriftenb«fprechung auf viele Uinwecso derart noch zurück kommen. 
Einig« handschriflliche VerzeidinisNi von Paracelsusmanuscripten habe 
ich an's Ende dirser Einleitung gcsctut. Doch zunächst zu den ge- 
druckton Berichten! 

Daniel Oeorg Morhof kommt in seinem „''olyhistor" (Editiolll, 
ifbkau, 1732 4*. Vol. I p. 92) in dem Kapitel De libris myitiei.-« et 
Mcretta anter der christlichen Thoosophie nach Dionysius Areopa- 
gila auch anf nnsorcn Theophraislus zu sprechen und erwähnt dabei 
Fnlgendat: n^lurea etiam ab illo in Thoologicis libri sunt posthuini, ijuam 
io Hedicin et Phyaicis oditj sunt. Nam in Bibliotlieca Isaaci VossÜ 
pcoe in omne» Novi Foodori« libros oommontarios prolixos, 
ab M acriptd», iDveni." Er hat alM die Oommeotare tu Scbririon den 
neuen Tostamcnlii selbst geaeben. Weitere Andeutungen über raracebiu- 



Xmi» <L KikM.aii 4. etrir^Mnaa SctMhn. IL 



2 



18 



Etnlciluog. 



linnJMtirinen gibl mr he't deo libm phyiiici« ncorelioribu« (p. 100): 
„MulU, uL <iai<l*!iu lan^ii \>\ut*, «juiim cdila tmni, ü Psrac«lito «cripla 
Hu»t, •^uno hiiiL' illiiic ii curioaioriliu.i ajuervanlur. Mciiiiuit in Exerci- 
niiunibuH •itiis, Dujior ciliti«, Clari!». WageDKeilius .MauuMci-iptt alicujus 
ParacclMci, i{ao(l Uli iii UitiÜathocä Scorialonsi moiistnivit Biblio- 
ÜiocuriuH, und« illo urcnnuni illu<l Sltifpiuograpbicutn, <■ »uni^'iurir Immann 
paniMlum, de«cri|>«it: cuju^ opc umici, toto orbc scjimctp, (iimiiu animi 
atsütui pleiii- plaDtvque inviceni communicari: pos-iuiit. Sed ille über cnm 
ovIitiH r<irlc in cioorcs Duperu iDccndto rodaclus ent." Ob sich diu. 
mngi^clio MuniiKctipI oder aiKlcru PuracelHUMbaiidscIiril^on noch auf d«r 
Blbliotbck tIcH ExcorinI bortodttt. Iinbo ich noch nicht errithreii künncii, 
doch h&bc icli Wugf^nxojt'» 8chriri («ingettehcn; das Retiullat der Frürung 
gibt difi Aumerkung'). 

Dnler den Novalore» in philosopbia kommt Morhof bei PaTacoUus 
abermals auf il'io Ttioolo^ica lu sprcclicn (V»l. 11. pog. Ili)): „Ksstaiil 
non HuluDi iiitor Üpoin rjua cdiln, mulla Thcologica, »ed inter inedita 
etian. El adhuo atipcmunt in IV. Evangclistas Oommentaria, 
<|uuo liiigun (iermaiüca ncripta, in itibliotheca fsaaci VoimI lutilant, in 
ijua ipso e(;o vidi.'' Friedrich Nfouk it\ i>ciniT7.i-il uii dtcsi'it Augubcii 
mit oinfgen nialitiu!<vu Wt'iiifungOD voriilicr g«gongen und hat in Leiden, 
wo er di« raraceUuitdruckv bctarlK'itet hat, niclil einmal nach 1'aracelau.4- 
handwtiriflun gd'ragt. E» liut di-iin auch moiae» Wiiseiix noch iiiüinaml 



') Job. Cbristoplioti WageoHuilii Doft. in AcaJ. Alflorf. Prof. Ejorcl- 
Utioue« *ei tarii arEumenli. Allilorrt Nürlcuruui 1687. 4". C^ Bll. + 344 SS.). Er 
boriclltot In leincr Extrciiuio secandi (S. 69), das» er vor ii J&liren dio Hibliothok 
lies Egcorlal licuiiDtit habo, wo mko Ihm ,Cadiccm praegrandom, manu cxnrfttuu' 
(oielgl buliD, .cujiii ulegiiiH u T«tiui rubro corlo llgituro, cnulto oi'gvnio. riita. oru 
ut in moilia luiinifliiatur: ornntquo ftllqUB innculpta, o quibiu cuiiiilaliM, Pbilippo III. 
tlispuimmni Itcgi o|>ui> ilichtiun fuia»o [ng. 1508— IGL'!]. Prima pagIna nKincbat, 
coulincri co Voluuinc, Tlicopliratti Patacclst, Leoiiharili ThtirnheuEcri, 
('Oruelii Agrippae alioiumrjuc, qiiorum aumiiia uon recte tvaao, Iniiipiiiua Atclijr- 
iniataruu, xchodai arcBnoi, ()uai ueinini inorlaliuui couiinunicavcraiit, po&l obitus 
«oruadem rtpvrtoa, «t congetitaii. Uagaa libri iuiu» <tuu(]U(^ ipeuius, scripturu auro 
(al«rpolaUi cxiuilo, bicrogljpblcae TigurM, aci;urati»iiuH pitiac, paooci iimumnrau". 
Wm sieb in dlcMm uagbcbeu Oudi'x, ku dauea maikiicbmerisdi umproblfiier 
g«liaiin*r Weisheit ich kpiu bettüti<l«r» VerimuuD bsb«, aiig4blich l'aracelHiiichvii 
bcfundM baboD tnag, wird nicbl gernigt, icrmuihllcb ullcrbonJ rare .Eip«iiiu«iiU*. 
Di« ADwoünng lum mogUchen G«brauvba iI>m Ueuiicli« üb lutea zur Fvrusprocba unter 
Fronmitn, in [.ieb«striinh«u und lu Ueiltwenkcn , vokbo \Vig«nn«Ll S. C9 — 74 
damit miilboilt, viril holuesivcgi direct kl« Partie« Uiscb«u Ursprungs bt-xeichiiot: 
über ävu Ver^sn wird kein Wort gMugt. Diu« der in seinen Augou au uuauhäti- 
bare Codn vormuihlicb iu <leiii groweu Braude untergogangcn »ei, spricht WagMi- 
Mäl acbon nia. 



: 



EinloituDg;. 13 

diese vod Morhof gewtosoae Spar verfolgt, obgleich ein vollständiges 
labaltsverzeichDisa dieser Paracelsuäbandschriftea schoo vor mehr als 
180 Jahrea gedruckt erschienen ist. 

Im Jahre 1716 wurde in Leiden herausgegeben der „Catalogus 
ÜbrorDin t&m impressorum quam manuscriptorum bibliotheuae publicae 
universitatis Lugduno-Hatavae" in Folio. Darin werden von Seite 358 
bis 403 aufgeführt die „Manuscripti bibüothecae Vossianae, pretio emptae", 
von welchen die „Mss. Chymici, praecipue Germauice" einen 
grossen Theit ausmachen. Dieae ganze werthvolle Sammlung ist auch 
für die Geschichte der Chemie noch nicht verwerthet, was recht sehr 
EU wünschen wäre, tn ihr werden S. 360—36? auch zahlreiche Para- 
celsica genannt, die ich hier übersichtlich zusammenstelle, damit der 
Reichthum dieser einzig dastehenden Sammlung deutlich in die Erschei- 
nung tritt: 

Mas. Chymici, praecipue Germanice. In folio. 

No. 3 Secretum The. Paracels. p. 360. vers Bohemica lingua. 

6. Älcbymia. X. tractatus de Lap. Ph. super capitulum Archi- 
doxorum Paracelsi Magni. Demonstratio domus thesanri, et 
clavis ejus. 

14. . . . gradatio, et transmutatio metallorum Theoph. Paracelsi 

. . Paracelsi ars divinatrix, et amatrix, &c. Germanice. 
IG. Theophrastus Paracelsus de viribus membrorum et spirituum. 

Item praeparationes medicamentornm. 
17. ... Theophr. Paracebus de gradationibus, et metallorum trans- 
mutationibus, et aliis praeparationibus. 

21. Theophrastus Paracelsus de viribus membrorum. 

24. De prologo, et initio voluminis Limbi aeterni, liber primua 
Tbeophrasti Paracelsi magni; praecedit imago ipsius distincta 

coloribus. 
De coena Domini nostri I. C. declaratio. 
Liber de coena Domini ex capite VI. lohannis. Item ex ca- 

pite 1, 3, 4. 
De eadem ex caeteris auctoribus Euangelii. Item super varias 
epistolas Pauli, lohannis, Petri, Psalmum CXV, epistolam ludae. 
De VII punctis idololatriae Christianae. 
Libri septem de coena Domini. 
De jejunio, et castigando. 
De votis alienis. 

Commentarius in orationem Dom. 

Super Ave Maria, et hujus responso. Ad Simeonis verba. 
De confessiono, poenitentia, et remissione. 

2* 



Kialeilwit. 



00 S. TrinltAt« duo MmoneM. 
De partu Viridis. 

Paaaiotw Dom. 

Baptbmsl« Chriatiano. 

Sftcrmniento corporu Ch. 

Cocna Domini ex liimino nntiira«. 

Resurrectione morluorura. 

DcsperBtis morbb. 

SuguiD« oltn mortem. 

Martjrio ChrUü. 

Itemisüono peccatorum. 

Ke lempli Ecciesiaaliea. 

Onktis, beacficüs, et HtipCDdüa. 

ReaurrMtiono, et glorißcatloiio corponim. 

SenitUr et itiAtrumentia. 

äupenülionibus et oeremoDÜs. 

Nupta. et alienü robiu aoa concupiiicendis. 

llomlnibuH ohaem» ttpiritu malo. 

Baj>liitiiiatv. 

Vi In beata. 

GeDerationo, ot «Icstrnctioue rognorum. 

Morbu somnioruiQ. 

Characteribus. 

Humia. 

Thoro, viilua, ot virginc. 

Invooatione Mariae Virginia. 

Salulatione ejusilem. 

Nstirilalo Mnriuü, et Chrixti. 

EcoIu»iiM Vvt. et N. Tetitanieiiti. 

AgnoHceDdi), ad CletneDlem VIl. 
Üate ÜüO ({uod est Dei, et nlii vnrii KCnuones. 
Iiiber de jtutili». 

Poeuitenti». 

ImagiDibus idololalrme. 

Snisum corda. 

Voncraudis MUicti^t. 

Sauctortim auctoritute, et blasphemiU. 
Soruio de purgatori», 
decalogo. 
ExpUcotio iu I>anie]6in praphelam. (Jerinniiioe. 
No. 86. Philippi Tbi>optiraati Pumwlsi uagni opera ouiuia Tbeologica, 



EinleituDg. 21 

JD quibus sunt explicatlo in EuangeÜa Matthaei, et sermones 
in similitudinea Eusngeliorum. 
De niiraculis Christi snper obseasos, et super infirmos., 
Genealc^ia Christi libris uovem. 
De secretjs secretorum, is quo de vita ChristiaDa. 
Eaarrado cap. XXIII Matthaei. 
De Aatichristo. 

Religione perpetua. 
De ordinarii domioi. 
Thoro I^timo. Germanice. 
üo. 26. Alchimia Paracelsi, constans variis formulis, et experitnoatis, ut 
de mediciaa super venerem et mercurium. 
30. . . . Theophrastia, h. e. theatriun uuiversae doctrinae Theophrasti. 
Philosophia ejusdem. Idem de limbo aeterno, perpetuoquo 
homine novo secundae creationis, et Christo filio Dei. Ger- 
manice. 

Mas. Chymici, praecipue Germanice. In quarto. 
Mo. 4. Aur. TheophrastuH Paracelsus de natura rerum natoralium. 
German. 
8. ...Effigies ipsius Aureoli Theophrasti ab Hohenheim aetat. 
aono 47. satis perite picta coloribas anno 1561. ... in ^oe 
rursus est effigies eiusdem. 
14. Arcana Theophrasti Paracelsi. 
\b. Archidoxu) Theophrasti pars prima, quae continet divorsa, mixtim 

Latine et Germ. 
17. ... Thesaurus thesaurorum Alchlmiao Theophrasti, scriptus an. 
1588. . . . Golloquiom Wolfgangi Kappleri et Christophori 
SchafTneri cum Tiieophraato Paracelao .... Paracelsi medicina 
universalis. 
35. Onomasticum iuxta Alphabotum i. e. explicatio, et revelatio 

fundamentalia verborum Paracelsi absconditissimornm . . . 
38. . . . Speculum naturale Theophrasti Paracelsi. 

56. Chirurgiae vulnerum Theophr. Paracelsi capitat. XV Theo- 

phrastus Paracebos von hailung do zauberischen schaden. 
Wir werden diese 18 Handschriften alle im Laufe dieses Bandes einer 
eingehenden Besprechung unterziehen. 



Peter Fridr. Arpe schreibt in seinen „Feriae Aestivales. Sive 
scriptornm suorum historia. Liber singularis." Ilambui^ 172G S". 
S. 121—123. „Mnlti sub ipsius [Paracotsi] nomine circumferuntur MS8. 
Cvdicee, qnoram abnodans messis apud Js. Yoasium fide catalogi, 



83 



KinleitaD^K 



n D. G. Morbuftd oonfcicti. Quo in numoro, Mngiac Th(>ophi'ii!4ti 
pBrK4!0l8i llbri IX. Darioiii^n die (ieUeiinnisso ftller CIchoimniiiHo ulin 
Eraiiriiuiit; (lOttes, bey dem Iteicbtbum des Ewigcu und Zeitlichen zu 
orlangon. MS. 

Paruru aut nihil dilTort a Scripte, do Magis votorum, quod dicniil. 
Arbstol et latine in opcribuH H. C. Agi-ippHo: (icrinniiicß cum (-btviciiln 
Salomoni«. Veraliac ICiHG. 4. ap. Andr. Luppium eicui^ua osl. NiM 
quod In Codico M8. copioüior scrmo &it d: major ordinis ratio, ndjccti'iuo 
Charaolore« ot tiigilla Plano[t]arun] Invcniaotur. 

Prima haoc pars o»t majons ojKinK et conliaot prolugomoDa. Cujus 
relifjuas VIll. partois a Thoophro«lo promixsaK, non autem fuisso por- 
twtas, Paulus Nagclitis in Uno ilHus tratUdit. ('ompendium cjui« cxhiljot 
BoisarduH de divinat. c. 1. p. 27. 

Cireum fertur et aliua libelluB: Gebeimuifis allur Gebeimniasc: 
ipniuH PsracoUi nouiiue, ope campanulao, ex eleotro confectae, docon.-« 
ovocaro gonios. _ 

(Juis duliitot, quin omno eit hoo ratioiiU cgulas. I 

ilujnsmodi niulta aub oju.4 nomine occurrunt, et erat Codex MS. in 
bibliotlicca Scorialoiisi uitidiasimuH, bujus, nee non ARrippae et Turn- 
keiaeri mysteriis praogoans, ex quu arcaiiiim StCfjauograpbicura et do 
biolichnio, rotuUt Wagcnsoiliiia oxerc. II, misccll, 

Ejus nomine Usua practicus Piialmorum Dcgis Davidiü extiit 
MS. variis arcBuüt et iniro coutortia cbaracturibus lustructus, quem in 
imitationcm lleliracorum confecisAo credibile, qui in hin iiiirtibitiu vcnari 
AOloiit, exemplo H. Itiaaci F.uriao, cujuk usus Pxalmotum, cum nomi- 
nibiia sancti:«, quae iode estrahuntur, mihi ad manua est, ex versiouo. 
Pauli Friii. OpitÜ Tboologi nostri. 

Sic multa alia üu.tp[-cla .lub ojuH nomine voniunt, quem in MS. 
commenlario de OKtoplromantia, quo utor, Salomoni» Kogis iotor- 
pretem agere quidam anirmant. Sunt mibi et alia do oo, quao crcdi- 
derim inedita. 

De a«ptem stellis. 

Pbilosophia do oi'diuo doni. 

Über <<emmarum. 

SurtiuiD coi'da. 

Experimenta Theopbrastica. 

Onomattticoo. Do quibu« huo tempore quacram. Libür do Me- 
taUifodiui», qui adjicitur, non ipeins est, sßd Nicolauni Soloam 
Boemium, aulorem habet." 

Die Sthrirt .Mafciae libri novom" wird uns unter [lobenheiui's 
Namen noch mulirlacb handscbrifilich beg<^neD (Vgl. Absclinitt V dieses 



Ki«l«il>ifi{. 

ttandos No. 132 — 134), ebonm dus B^elioimniiia aller (■«hctimnUso" 
voo der Glocko aus Electron (No. 130 und 131). das auch »cbon go- 
druckt uns boIlBnnt gcwor<li>ii i«t (Tlioil 1 No. 419 u. s. w,). Do or- 
dio« doDi Ml vielfacli liuiidiüchririüch orliiilten (vgl. im IV. AtiAcliiiilt 
di«8M ßandea No. 83 S. 3G0, No. 9Q, No. 95 und lOH), ebenso daa 
Sursum cords, das uucli gedruckt erschien (Theil I No, 312). Wegen 
der Experimeula Thoophraüli kann icli wobl auf den III. Al>jc)initt 
dl«MS Bandes vorwciiton No. 70—73. Ein«D Psnlinoiicüinmoutar 
werd«D wir im IV. AbHclinill wohl kuiineii lernen, aber kcinoii kabba- 
Intischen usus practicuH Paalmoiiiin, der mir aU l'amcelaisch über- 
baapt nicht begegnet ist; ebeDsowonig ist mir ein Über gommarum 
bandscliriftlich oder gedruckt bekannt geworden. Zu der Solirin De 
fC|itein stein« v«r^0Jclie die No. 136 im V. AlivehniU dicMut ]l«»de». 
nVlcItM .Onomaatioon" gemeint iat, lässt sich nicht sagen; gedruckt 
uod bandMhriftlicb i.tt ja manches derart eihalten. Die Handschrift im 
Ricorial bt uns bei Morbof scboa bcgcgoeL 



rierre Ilorcl verdient nirgend viel Glauben; so seion denn die 
beäd«D Hohcnbeini betrefTenden llandschririon, welche er in der Ittblio- 
the«a cbiroicB cruihnl (Ileidelbergae l«äß. 12". S. 172 und 207) nur 
kurz genannt: „Tinctura solis, quam l'aracelsus propria manu suriptuoi 
Conitt de Uardeck dedit' uud „Thcoph: llclvctÜ testameotum, 
Ms. ex Barniudi a Crisla Commoat in Epitaitbiuin"; xu Uaniaudus 
vgl. Theil I. So. 346. Ebenso wenig Beachtung verdient wohl ein hund- 
«ebrirtlicheü „Destillir-Bnch" Paracelsi, wolchw in der Btbliottieca 
Lndeviciana. Lipsiae 1705. 4" p. 119 an^foftihTt wird. Derartige kleine 
Nachweis) wären in den xablreichen gedruckten Katalogen von privatea 
Bibliotb«ken «obl noch manche tu linden; doch bexwcifole ich, diiss 
mir ilatDtt viel nnlgnngc>n iat, dast ich nicht alle« durchstöbert habe. 

In llcrnian Fietuld'« ^Probicr-Steiw" habe ich (2. Au II. 17')3. 
S. 1S2) nur gefunden, daas er bei den Autoren erstei* Klaiwe von Hohen- 
beim sagt: ,AVir glaoben aber, da.'utieine mohresten SchrifTtcn von dio^^er 
Kunst [der Alchemie] noch im Verborgenen ligen. wie dann auch wir 
df*7 Mhr rare Msnuscripta hinter ricbloss und Iticgcl wissen, die als «in 
HdligtbuQ) aunwhalton werden." 

Etwas mehr Beachtung verdient die folgend« kleine typograpbüeh« 
Karitül. 

Im Jahre ITSO cnchien su Wien ein aCatalogua Manuscrip- 
torum Cbemico- A lehcmico -Magico-Cabal ist ico- Medice- Pby- 
■ieo-CurioHoruin" (ÖO + 13 «SS. ä"), welchen Hermann Kopp (Di« 



24 



Eiulei(n«c. 



Alchomio in iltonir und neuerer Zeit, llciaolbon; 18^6. Bil. II. S.223f.) 
li»<|)roclieii liat')< Alle darin «urgonihrteD llindtichrirtcii wsron zu einem 
TeHten ]'rei\m abschriftlich xd liezielieii. Es werden darin folgende 
ParacoUisdiu Handschriften genaiint: 

1. (8. 19 Ni>. 30) Arcana dtvina, sou digtincta ot succincta Descnptio 

noii Holum Lapidis philoso|>hici. sod ot omnium tolius 
oaturae Arcanonim, docerjita ex proprii« Manu- 
acriplia Theophrasti l'aracelsi datis iu Schaf- 
hnsen ad Rhenam die 9. Martis I&&1. Ab eodom 
traditio Imporatori Maxioiiliano nunquam im* 
prowi», neo cuipiam communicAndis, nisi I*oii»ossuri 
xuQimi Magiflt«rii aul viro probo emnibiu) virlulibus 
TacUiiniitatc<iuo ornato, mit Figuren, d«atsch. 
[Uatto uicl) dorn PrciHverceichuiHS !t Bogen Folio 
und war um b ll. in AbttohriTt zu habeu.] 

2. (S. 19 No. 35) Der goldno Scblüsael Philippi Thcophrauli 
aller seiner i^ebablen Arcancn, aus einem ur- 
alten ManUMript aiifs flei'4-'«igülc abcopiorl, und dem 
Kuu.ilbegierigen treuliersif; entdeckt. 158H. 70 Seiten. 

[Fol. 177, Bogen, 7ai 17 fl. 30 kr. su hab«n.] 

3. (8. S9 No. 162) Der Crophot Daniel durch Thouphrastum aus- 

gologl 60 BInt. Woigel'» liaudscbriTt. 

{4'. 13 Bogen für 12 0.] 
i. (S. 32 No. 174) Cooluni Philosophorum Sic. Liber vexaljonum 
l'bilippi Thcüpbi'a»ti l'aracelsi a Sendivogio 
Püalterium chemicum elc. Manuale vocatum. 
Kunst utid Nalur der Alcliomic, und wa» tltiraur »u 
baltea eoy. 10 Blat. 

[4° 27, Bogen fiir U II. 15 kr.J 
5. CS-32 No. 190) Beileratio Cmoin) TlieopliraBti Paracelsi etliclicr 
dicta halben, wovon des Lapidiis rhilo«uphoruni 
samint deutlichen Bericht seiner vollkommenea Prä- 
paratiou, nebst der WcIhod Rosengarten und bq- 
deron Schriften doMelben 60 Blat. 

[4*. 30 Bogen für 20 fl.] 



') Doch Ut der »1« Vermiiller »on Alitchriften «uf S, 10 genanni« (iritftr 
dor jöngor«, BuchhlnJltr iii Wltn. woUl nicht idenlinrh mit ,IIomi Ruilotf 
OrKfer. «uriicliiooii BachbBndlor ia Wi«a-, «ia Kopp S.^n uieini; dtau auf 
ilar Ittiua Seito d" Anhwip nennt *t tich ,A. Griff er der jängvrf. Ji*» Buch. 
loiQ Ut boim Voikauf d« BiWioihtk Kopp'« in noia«!! Bosll» gdangi. 



A 



Einhitnni;. 



s& 



» 



ß. (S. -11 No. ä()<i) Tliou[ihraati I'aracoUi Arcanuio AruBnorum 
A. Mugisteriuin Pliilosophorum d« Sacra Ctni' 
panula Angoloruin, deuUch. 7 Biet 
(4*. IV. Bogeu zu I fl. 45 kr.] 
7. (Im Anli«Dg S. 10 No. 70) Via Sexta Plii.lippi Theophrasti, i.e. 
Praepsratio Lapidis PbiloMophorum per Vitrifica- 
ÜODem Solu cum Sphacra Saturni tkc. 72 Blätter 4*. 
[Im Original Tür 2 fl. küuflich.] 
Von dieWD llajidMclirirtcii ist No. 4 cino viclfadi gciliuckt« Para- 
colsischD Sobrift (lluaor 4°-lid. BtL VI. S. 375-3y5; Fol".-Ed. 1. H. 926 
bb 933); Gräffor wird aldo mit seiueoi erhöhten FreiH nur ganz Ua- 
lundige haben verlocken können. Eine Ilohenheim sugoscbriebeDO 
AaslegDDg des Propheten Uaniel (No. 3) ist häußg handHchriftlich 
erttalUin (». Abüchuitt IV) and 1618 in der „Philosophia inj-atica" g«- 
drucVt erschienen (Ttii'il 1 No. 306). Da« Arcunuui Arcanorum do 
sftcra caBipanula Angeloruni (No. 6) dürfte idoiitisuh »oiri mit dem 
DOtan in AKichnilt V bc«prochenen „Geheimniitu de campana philoMO- 
pliica' No. 131. Diu Arcana divina (No. !) erwähnt auch Karl 
Kicaewcltur, wie wir gleich sehen werden; vgl. Abschuiil V No. 13(1. 
Zur .Reitoratio' und der Weissen Kosungarten (No. f>) tsl daa 
Wiener Mscr. 1I3G6 gegen Endo ku vergleichen (No. 130 in Alischoilt 
V). Der goldene ScIiHissol (No. 2), und die Via »oxta »im) mir 
nicraaU begegnet und tnoines Wbwena auch »onat nii-gcndn rrwühnl 
worden; ob un.'« dabei etwas Werthvollos eotgangoD int, scheint mir 
M>hr zwoirclbaTt (vgl. Theil I No. 418). Einigcnnaaiwen nach ParaccUus 
XU Mhmcckeo aciieint auch dto S. 27 No. 129 genannte .Oratio Ero- 
mitanea 2 Blat" aus der Baron l.iadenberg'seheu Sammlung. 

Wohin dieso Wiener ManuMiriptenNammluüg gekommen iat> habo 
ich nicht erfahren können. Da m noch vor 100 Jahren in Sohätxong 
ata&d, iKt »io vielleicht noch irgendwo vorhanden. Für llohenbeim wini 
nicht viel Wertbvolles tu Tage kommen, wenn nie noch einmal irgendwo 
aollauckuu sollte. 



Cngeßihr at» derselben Zeit wie dieoo Wiener Colloction »lammt 
■och die reiche Sammlung alchemititiHcher und verwandter Manuocript«, 
«eiche unser moderner Occultiat, der jung venftorbono Karl Riese- 
wotter aU „Olückgbninner liandaclirifteD" vioKuch in seinen Schriften 
trwJUiut und benutzt hal. V.t hatte sie von aeinom Urgrossvalcr dem Herg- 
Eoapootor au GlücUbrunu Johann Haun^en (1T2'.>— 1802) einem ciM* 
gm Sammler und Rosenkreuxer ab Familieneigcnüium flb«rl:0RimMi; 



96 



Eiuleiluiig. 



«iiMhciiDenil linndclt e* sieb ineut um Abxchrirton Johsiin lUiiR-ti-iis 
BelUat. KicMWOttcr ervi-ühal duritus in fi«ioem „Fututt iu der Gesdiichto 
UDd TixditiOQ" Leipzig 1^93, 6° xwoi ungotlrucblo dem l'araoelsus zu- 
(tOflcliriebenc Scliril't«n. /ucacbt S. 420 die „nngoblicli 1515 [!] von 
rKmoolMus zu Schaffhausen dorn Kai.t«r Maximilian I. Ober- 
gobono: Magia Divina sou Prasiü Tabulac Albae et Naturaü.-). 
welcho sich «dion im Tilcl »Im OcgcoHtiii.'k der wvisxiMi Ma^io ituin 
llätlonievraDg kund gibt." Ea werde darin die Beacbwöniog der Welt* 
rarsten gdchrt, doch geht Kiesewctlrr nicht, woit«r darauf ein. Jeden- 
fallü Htubl dioa Work in nahem Zu.iainnienhang mit den oben bei dem 
Wiener „Cfttulogus" von 17^6 unter No. ! anKpführten Arc&os divina, 
wie die Schenkung an Kaiser Maximilian in 8t:lmlYh«u8en am 9. März 
1551 [!J darthul. Ideuti;<ch i^t .'<ie tibrigi^ns nicht, miv wir %u.« No. 136 
d« V. AhachnitU sehen werden, deren KenntniiM ich derQOte der Frau 
Mutter dos Uerni Kieeewctter verdanke, 

MehrfuL'h kommt Kiesowcttcr auf ein Zauberbuch dos 16. oder 
11. Jahrhiindcrlä XU sprechen, das »ich betitelt: „Ein Büchlein Theo- 
[ilirasti l'araceUi von Olympischer (icister Citicrung, Schals- 
graben und andern probaten Künsten, mehrtoiU aua de» Königs Salo- 
moßiH und andern probaten Autorihus abgeschrieben und in der Wahrheit 
nt»ti bofuudeu wordoo" (S. 7G8), Es komme nur handschriftlk-b vor, 
sei aus dem Schcmhumphoras uud der LuppiusVheu Claviculn. 7.usam* 
»longiutoppell und dem l'arucelsus, welcher e« angeblich neiiicn Suhiilern 
itum neu«n Jahr tu schenken pflegte, uiiteig^tchoben. Dass darin die 
Citiruug der Geister mittelst einer auü Klcctrum magicum bereiteten 
Glocke gelehrt wird, berichtet Kicaewetter an anderer Stelle (S. 283; 
vgl. auch S. 93 und 329f.). Dost dies Büchlein inJt dem gedruckten 
«Goheimni!« aller Geheim nisHO", dem handiichnftlicboii „Gelioimni«» der 
C«mpaiw Philosoph tca*' (Abacliuitt V, No. 131) und dem Wiener magi- 
schen Codex No. 112GfJ (Abschnitt V. No. 130) in eugslom Connes steht, 
geht aus diesen dürftigen Angaben über das von mir tu dieser Gestalt 
nach nicht gesehene DücUleiu itwoirollos hervor. 

Auf die KGliickshrunner Handschrirtoii^, die :«!ch heute noch im 
BmiU der Familie Kicsewolter beßnden und zum Verkaufe stehen, iat 
auch das folgende xurückEuluhren: 

Frani Hartmann, Arzt und .Tboosoph" in llallcin, gibt in seinem 
^Tbo Life of Paracekus and ihc substuncc of his Toachings". . London 
1687 8° uuf S. 20Btr. einen Exours über the Elixir ef Life und führt 
darin Stollen an aus einem Mscr., welches noch nicht verülTentUcht soin 
«oll, und üagt in der Anmerkung 1 !^. 20t ,The extracts given below 
of hU wrilings on tbe Elixir of Life aro taken from an original MS. 



Bialeitune. 



2? 



Un privKte fionAaHion". Die ntii Hartman» g«nihrto ('■orrMiion<lcux 
trgab, daas auch iliw OrigiDal-Mitcr. sidi im BcsiU Karl Kiosowottor'» 
befand. Aufragen Im Kte»owottcr seiliüt haben kein endgiiltig«.-) It«- 
niltat ergebe», OS hat »ich aber doch so viel herausgeatclll, d&im von 
oiono Urigitialmscr. Uohenheim's keine Rode sein kann. 



Mftine Nadifro^en in Memmi»gon nach den beiden Briefen an 
df>n M«tDinioger Stadtmagiittrat, welche »och xti Kndc ih-a 18. 
Jahrhunderts der bokanuto Prediger, Stadthibliothekar und Scbrirtütoller 
JabanD Georg Schelhorn he»ass (f 22. Nov. 1802/) haben kein 
Resultat ergeben, ebensowenig wie mein Tlurcli«töboni der erroichbaren 
gedruckten (.lironiken otc. von MemmiDgcn eine Spur von llohoiihcinrs 
Aufenthalt in tite««ui «chwäbi«ub9n Orte aurxaßnden voimochte. Aucb 
Friedrich Dobel, der Verfa.'uiei' von „Mcmmiugen im UoformationH- 
icitaltcr nach handschriflUchen und );leicbzeitif;ou Quellen", Au|{.sburg 
1878, hatte von den Paracelsusbriorcii keine Kunde. An der Echtheit 
dentelben kann fibrigciis kein Zweifel sei». ChriDtofili Gottliob von 
Murr hat mc in »eiHem Neuen Journal xiir liittonttur und Kunnt- 
gtochit^hle 2. Tbeil liO'J iio Anbang .S. 267 — 261 abdrucken laivien und 
giU auf der Tab. 111 desselben Bandes ,E Ribliothoea Reu. Dom. Schel- 
horaii* eine facaimilirte Naclibildung der eralen drei Zöllen de^ cr.4teit 
I Briefes und dor Cnter^ichrifi: 
^K „Augspurg, den x.tag Oolobris Anno etc. xxxvj, 

^^^^^^^b EU, E, W, guliör»anier 

^^^^^^r Theoiitirastii» von liobeohaira, der heiligeo 

^^M gftclirift vnd bcder Artxuey dodor," 

^H (Vgl. die Nachbildung weiter unten im I, Abschnitt). 
^^L^ Auch daa mit rotbom Wachs unterlegte Siegel Ilohenheim'« hat 
^^^hrr nacb di«Mn Briefen auf S. 2^9 abgebildet; cü stimmt ToUkommen 
^^Tllür^in mit dem Siogelabdruck, welchou wir an den Banolcr Briefen an 
Boaifaciua Amorbaeh fanden (vgl. unten in AbKchnitt I No. 4 
1. &} und im 2. Hefte der ParacelHUxfor^hungen H. MS nachbilden 
|[«wo. 

Ea ist Hehr bedauerlich, dan diese xwei Memminger Briefe, welch« eich 
D»cb rnr nicht gane hundert Jahren in gelehrten Bänden befanden, völlig 
*<>rloren »ein rallen. Koaclitet hat ni« noch kein Bigj^ruph Hohenheim'H, 
gbglvicb aie immerhin ikrtickHichtigung venlieueu als Bei^incl der vielen 



■) Vgl. Beneillct Scbelliaru, Lab«aibaMlinlbuiig «inlgpr das AnibakBa« rir* 
illgu Sbuicr ton UtmmiDt^. ll«airDJng«ii ISII S.S&— 06. 



S8 



Kiiiluilunff. 



RciaocaUmitntoQ, wolcliu uDHCien Vielgowandcrtcn botrolfon haboD. Eia 
Glück, daiM sio uns v. Murr wcnigstcux im Druck orluilloD bat! (Vgl. 
Tbeil I, No. il&.) 



Hierinit mag es genug ttcin dor NucIiVNSVDgen übar Berichto von 
llkiidticliriftoD Hohonbeim'ii in der gedruckt«ii [jtcratur! Als Uobergaag 
ZOT Itcscliri'ibung und Oe§prachuiig der llaadHchrirton Dolbst wordo ich 
zwei Iiaiid.tchrirtliulio Vorxoichuisso Puracelaischor Scbrirton 
Diitllieilcu, w«lclic mir bcgt^Dot sind. 

1. 

Id dem unten im II. Abschnitte unter No. 52 xu botprochoDdo» 
Codex TosBiaouH ohymicus in 4" No. 56 Qiidol sich an «wcitor 
St«IIo «in 

Cfltnlocnis Lilii-orum et varianim renini «t artiHcioram, 
qoan oniniii bnbeniur apnd doctorfm Junam Atelwerti- 
nuni, Caniinictim mmj .Hona.tl«rij hcrbi|Hil«uHiB 
BUK dor xwoitoo IlJilftc de» IG. JalaiiundcrtK. 

Nach AnfühiuDg von SchriflcD dos Lull, Roger Bh<:i>, Arnold 

von Villanova, Oobcr, UnnU ii. .>«. vr. hi^i^'it ca: 

TheophraHti iMii-aveUj 

paraooUica qunodam scripta mm iiii|iretHta. 

Itogimen in peste, cui non oxtat sirotle nunquum cditum 

uel scriptum. 
Speculum eiusdem constollatum. 
llerbarij eiusdem frogmontum. 
prologus. vbcr die vier t^uangelinton. 
De mucilaginti fragmontum. 
Libri 14 paragraphorum. 
Explioatio in Mathacum. 
Eiusdem cpistola ad Witoliorgcnscs. 
Tabula ebirurgica. 
philomolu. 

D< ouranda Rpilepaia ad Caesarem Ferdinaiidum. 
Ex oleo lini mirabilis medicina. 
Singularia (juaodani oxperimonta. 
Do Imaginibu«. 
De discriioine tompornm. 

De g«ncratione et corruptioDO ijuatuor corpornm «■•• 
montatoruui. 



Einleitung. 29 

De camibns et Mamia. 

De somno et vigilia. 

Tres orationes pro inatructione nostri spiritns. 

ÄuBlegung der Propheceiung Theophrasti. 

Theophrasti paradoxa. 
Eine ganze Anzahl der hier genannten Schriften werden wir hand- 
schriftlich noch Icenoen lernen; Einiges ist später noch gedruckt worden. 
Manches freilich ist mir auch heute noch völlig unbekannt oder bei der 
kurzen Titelangabe nicht sicher wiederzuerkennen 

n. 

Im Mscr. No. 43. Fol. des Cisterzienser Stiftes Osseg in Böhmen 
(siehe Abschnitt II No. 45) findet sich BI. 6a— 7b folgender 

Catalogns Ubromm Theophras^ 
Diese nachvolgenden büecfaer sein alle Inn Truckh gebracht 

worden. 
{1564')] Opus Chirui^^ magnae, begreifet Ina sich 13. büecher. 
[1562} Spittal buech. 
[1564] Philosophia Atheniensis. 

[1564] Ain besonder buech von der hinfallenden sucht. 

[1562] Modus spermacandj [! statt pharmacandi]. 
[1562] Paramirum. 

[156Ö] Paragranum. 

[1564] Kerntische Cronikh. 
[1567?] De inuentionibus. 
[1^3] Laborinthus. 

[1563] Von den .3. principijs. 

[1567] Astronomia et Astrologia. 
[1536? 1567?] Prognosticatio. 

[1567] Außlegung vber die prognostication Johan Liechteu- 

bergers. 
[1569] Anßle^ng vber die gefundenen figuren, so zu Nürn- 

berg, Imm Carthauser Closter gefunden worden. 
[1529, 1564] Büechlein vom Frantzosenholtz. 
[1565, 1570] Vom Vitriol. 
[1670] Vom Schwebeil. 
[1567] Vexfttiones. 
[1563] Von der Pestilentz. 

[1571] Paragraphomm. 

*} Di« Jiiincftlilen dei erit«n Druckes siud tob mir beigesellt. 



^ 80 


^^^^^^^^H 


^B [1568] 


AuQlegUDg vbor dcu A[)UüriaJiiuiu lIy|»ocntti». ^H 


^B [1562] 


Do gradibuM. 


^m [1561] 


Anitthomia. 


■ 


Von der ller^krankhailt drey biioclier. 


^B 


Von dea vii>ichtbaron krunkh«iUi;n, Wfircklion viid dingen. 




.5. büuchcr. 


^B [l&GT] 


Voll ilcxcii. 


^M [I&TD] 


ArchidoxJH .10. büecher. 


^H [(•'i'^^Ö 


OcL-ulta philosopbia. 


^H [15ti81 


PraopurntioiitfH do Minmidijs. 


^H [i:>68] 


Phisionoinia. 


^1 


Von den kmiikhaitteu ho die vcriiunlTl horuiibeii. 


H [ir>c2| 


lUdei'hiiQch von solbal wartn<.<ii biid«rn. 


■ 


Vom langen leben .5. buui-lK-r l.fiUfiiiiüche Kneiiiplar. 


^H [^^^0] 


Von üfTnuDg der liuutt. 


■ 


Vuii heilutig der »ubäden. ' 


^H [ I6BI>] 


Von Impoütureii der IVauUusen. 


^1 [lä70| 


Tincturu phisicorum. 


■ 


Vom Terpentin. ' 


■ 


Vom .Salt£. 


■ 


Vom MagnctL 


■ [ 1 


Vom Arsonico. 


■ 


Vom E]ementwa:«er. | 


■ 


De gcneriitionibuR Mitioralium viid ilor Moljill«n. 


^m [1&6&] 


Üe origiue morboruru. 


^H n^'O] 


Vom hönig. 


^H [1563] 


Vom Tartnro Imm menachcn. 


^H [1505] 


AderlaU Buooh. 


■ in 


Vom Diet oder Regiment der Palieiileii. 


^m rn 


Von CeremoDieo. 


■ 


Von Coralleo. 


^H (1070] 


Von der Hcliwartzun vud weyaseu NiolJwurtz. 


^M [1568] 


VoD Sant Johiinnkrautt. 


■ 


Von der persicaria oder wasserpfülTerkniutt. 


^1 [1370] 


Von der Englischon Distell. 


^H [156$] 


Vom Hnrn den meusuhen. 


V [15T1] 


Aatronomia magna hiuc Philosophia sagan. 


1 JedeDfalls Utdie« Veraeichniaa deä Gedruckten Dicht vor 1571 abgefasat. 


■ Die meUum 


ler 57 Schriften la^en »ich leicht rcHtistellen. Was der 


1 Schreiber mi 


L „Vom Diet oder UogimcAt der l'tttieuten" moiot, irtt 


B nicht klar; ciu Abschnitt am d«r ,Öro»oti Wuudineiiei", deruii nidi 


^^^ 


• 



Einleitung. gj 

dort mehrere ähnlicher Ueberschrift und Inhalte findeo, kann doch kaum 
gemeint sein. „Von Ceremonien" ist meines Wissens nicht gedruckt. 
Es folgt von derselben Hand ein neues Verzeichnisa unge- 
druckter Schriften Bl. 7a— 13b. 

CftUlogns oder knrize Verzaichnoss aller Theophrastlschen 
Paracelsiseher Bfieeher, die Irh bey meinen Händen, vnd 
noch nitt Inim trnclih khominen, sonder oocli Inn gehaim 
vnd verborgen sein. 
^Drey büecher, dz Erst de spiritu vitg, dz ander De 
^,,1''^ Viribus membrorum interiorum, dz dritt De Confortatione mem- 
brorum vnd sein in medicina .3. oder .4. bogen papir. Darinnen 
beschreibt er erstlich vom spiritu vit^, wie er sich hellt Inn 
allen glidern, vnd die sterclit, darnach lernet er lu yeden glid 
sein besonder Arizney vnd arcauum zubereitteu, vnd wie mann 
den menschen mitt Artzney die Nieren, galleu, miltz etc. ver- 
treiben vnd nemmen khan, mit allen Iren krankhaitten. 

[erschien 1572] 
^ Lib: de Imaginibus, dz buech hellt [ausgestrichen und 
^^-""'^ „hatt" übergeschrieben] .13. Capittl, sein .7. bogen. 

Darinn schreibt es erstlich von den bildern vnd Abgöttern, die 

könig Mauasse ließ machen, vnd von seiner Zauberey. 

Von dem bildt könig Nebucadnezers. 

Was Theophrastus von bildern vnd kirchen gemäld halt. 

Von den bildern vnd gemälden, so Petrus de Abano In padua 

hinder Ime verlassen. 

Von der kirchfart ghen Regenspurg zu der schönen Maria, etc. 

Von den flguren so zu Nürnberg Imm Carthauser Closter sein 

gefunden worden. 

Von andern vilen gefundenen bildern. 

Wie der Abgott I^eel gemacht ist worden. 

Wie die menschen bey den heyden sein zu Abgöttern gemacht 

worden. 

Von allen heidnischen Abgöttern. 

Von deu similitudinibus, bildern, figuren vnd färben, so amm 

himel gesehen werden. 

Von den philosophischen bildern vnd liguren, wz sy dardurch 

Inn Alchimia vnd Inu andern künsten prefigurirn. 

Von den Necrocomicen, so vom himel fallen. 

Wie die Oamahey sein worden erfunden. 

Von vilorloi Chiromantia. 

Von bildern vnd figuren, so sich anu wurtzelnvnd kroütern erzeigen. 



S2 



Tȟ der nbeo Pliaelen Tsd .12. Unlt*dHr ZriciMO. biMero 

Tnd Cu»ct«no wt qr TcnBigeB. 

Aia Minm aaB den lifbea fnfcihf 

BSUcr nach daa IniaiatMa ««■rfciMi. nas Ttnderfaarlidien 



vt m dfßam. 

Ido WZ ge*talt nA voo «i MtXtrj ■]]« biM« gemacht nvessen 

werden. 

Wi« muin die tnfla«Btz«n Kll«r ^bea PUactes khan haben, ilk 

olTl miiiD will (larch aia d—CiBiirt CliiMtaU«i Twl SliUia oder 

(cwcnpiegell CansteLlicni n8, waA all» fltiaiHwy. 

{«racbwa 1572). 
^FSoff b&«cher oder Parllcall ta pbilosophia seia .6. 
^,f^^ bogen. 

Dl ent ist TOD vndenebaid der seiti, toq Zekbea. Moo, Mooat, 

tag nnd staodt dvinn«ii alle Kreft behalu-n wetdea. 

Di ander von geberung vnd ertialtttog der .4. QenMitücbea 

Corpora. 

Ds driti vom fleis^ viid der Mumia. 

Voa der schcltiieo Momia. 

Von der rechten Monia. 

Voo der ConsleUiert«D Momta. 

Wober die koiut Necromantia kotabt. 

Voa dem [! j Magnetiacbeo Momia, dardanJi man alle lieb erhellt. 

Von den aJIerbÜduten Mag:Detid«beB Cnren. die dnrcb Mamia 

geschebeo. 

Dz viertt vom VnderKbetd der Corpora toJ spiritas, wie tUI 

auch g^ster sein. 

Dx tSnin Ton dchlaffeo Tod wachen der laiber TSd |abter. 

Von dem Reden, anSsleben rnd vmb geh e n , ao der Memdi laun 

•chlaff thaet. 

Wie man TOB «inam aeUaffmdea meuKben die Haxangüater, 

ach« Are IrcAn, Tnd bSaa gancht trctl>L 

Weldt« geister warhkflt oder lu^ohafft wyea. 

Wie nuun tmm acUaff wahrhaftig« treäm haben khan. 

Voo dii^o die da scUaffen oucbaa. 

[Encfaicfl 1572]. 
Lib: de religione perpetaa. «ein .& hege«. 

Propheten. 

Apoetell. 

Jünger. 

dee Gafate. 



Van der BeligioD der 



Von der Religion der 



Einleitung. 33 

Artzney. 

Magic a. 

Caracteristen vnd Exorcisten. 

Cabalia vnd Wareager. 

Natur. 

Jaristen. 

Rhetoren. 

Musikhen. 

[Nie gedruckt.] 
Archidosis Magi^ .7. bücher. 

Lib: j. De signis Zodiaci et Misterija oorani, sein .16. bogen. 
Darinnen setzt er erstlich ettliclie Wörter, so sy vber aiu schlangen 
oder audern vergilTten warm gesprochen werdeu, niemandt khain 
schaden mehr tbuen. 

Ettlich Caracter vnd Wörter wider die fallend sucht. 
Ain Zaichen mitt ettlichen Caractern zumacben, vnd bey Im 
zutragen, für des hirns schwinden vnd alle andere kraokhaitten 
des haubts. 

Ain Zaichen mitt ettlichen Caracteren bey Im zutragen wider 
dz paralisim. 

wider den Krampff vnd hertz zittero. 

Lib. II. De 12. sigillis et Secretis itiorum. 
Darinnen schreibt er wie mann .12. Sigill soll macheu nach den 
.12. himmlischen Zaichen, mitt sondern Caractern vnd nach der- 
selbigen EraiTt vnd tugent, vnd wo für ain yeden zutragen sey. 

Lib: in. Von der Natar vermögen. 
,Ain bildt zumachen damitt mann alle Meüß vertreibt vnd todtet. 
Ain bildt, dz alle schaff behüett werden vor den schetmen, dz 
sy gesundt werden, auch autF andere thier mehr. 
Alle mukhen [nn ain kreya zusammen bringen. 

Lib, IIIL De transmutationibus metallorum et tempore eorum. 

^Darinnen lernet er die .1. Metall verwandlen, ye aius Inn dz 

.^""'^ ander nach himlischeu iauff der .12. Zaichen vnd ,7. Planeten 

vnd sein .7. Tafeln darinnen mit ainander verglichen worden 

die Metall, Zaichen vnd Planeten. 

Lib. V. De Speculi constellatione. 
Darinnen lernet er .3. Spiegl Zumachen von ottlichen zu.sammcn 
gesetzten Metallen nach Astronomischer kunst vnd himmlischen 
laulT der Zaichen vnd Planeten. 

Imm ersten soll man sehen alle menschen, vich, Kricg.-früstung 
vnd Schlachtordnung. 

Btililt d. Eikibdl d. PmiHlilicbiii Scbclfun. II. S 



34 



Kiiilcitnnit* 



ImiD «iidcrn alle vcrgegno vnd gMcholino R«d«n, worlt vnd^ 

aDHchtiig. 

Imm dritten all« »ohrifnon Inii briefen, bGecliera, vnd alloa «' 

Id» der ToJer »ein nmg, wie verliorgeu es Immer iat. 

TJb. VI. De CompoHilione MetAllorum. 
Darinnen besclireibt er lim ^ämain ßroütto tlatlnliklll^iU von MO' 
tsileo, vnd fürnemlich wie mann dii; Mutull nncli dun iiiinm* 
ÜHCheD Coniunctionon der .7. Pinneton soll ziL-tamon hoUoh. 
vnd scImiultKon, djE »y Magische vnd vbernalurlidie krelR vnd 
tugendten bolchommen. 

t.it). Vll. Ue aigillifl plsnetarum. 
Darinnen lernet er .7. rroonini; oder Sigüt maolien von den .7. 
Metalk-ii niich bimliKuheii InufT <U'r Plmieten, der gestulll dz »y 
der .7. Plunolon Kmffl vnd tugemitun liekhommen. 

[Ewübicu laoret 1571 Buch I— IV, 1572 Buch V— VIIJ. 

Do Vits longa ■&. büeoher, des ToGtsclicn UriginnllH 
itcin .16. bogen. 

IiD «raten beachreibt er wx dz leben vnd der Todt sey 

Im .4. vnd .5. bncb schreibt or wider derohand [?] von den 
HogLsoben Astronomischoo vnd vbernutürlidion ilingon, Alls von 
FantoMyoD, Imaginationen, Iinpru^ionoD, Influentz, vnd vgm 
obern vnd vudem gostirn. 

flst 11)74 in deutscher Uetier-ietxiing (rrnchioncii ; kannte tler 
Schreiber hier dus deutsche Uriginal??] 

Lib: De Votiü alieniH, dz ist ain schöne philosophia, nein 
.6. bogen ,8. tractat. 
Darinn Pliilosophicrl er gar hoch vnd trelTlich von gelüliden, 
Aydeii, VerhaiAteti vml Ziisi4>iin^cu, so wir menschen gott vnd 
Aiuander .•lelbs geloben, vnd wie alle golübd NoHcn vnd müsMen 
gehalten vrerden, Es aey Inn dieser othv Jener well oder wa 
vns sonst daraulT begegnet, vnd woheor die seelen viid nienHchcn- 
goitttor, die »ach dem todt vmbgolion, Fr vrsprung haben, vnd 
vy »y wider ain ende nemmcn, vnd vorlribou werden. 

[Vor Uuaer (1590) nicht gedruckt] 

l.ib: De gcneratioao hominis, Ist auch ain Hchüne philn- 
sophia, suiu I>. bogen. 
Darinnen schreibt «r crsllicli vz der H|)«rma sey wx In heritir 
bring. 
Von der raDla»y vnd woheer sy Irvu vrapruog uomm. 



WZ vrsach 



EinleitUDg. 35 

die frftwen voTruchtbar sein. 

offt die kioder weder vatter noch mutter gleich 

flehen. 
Knäbtein oder tnaidlein Imro muotter leib em- 
pfangen werden. 
ofrt .2. kinder mittainander geboren werden. 
oirt .2. kinder Imm muetter leib ana ainander 

wachsen vnd also geboren werden. 
wie isng auch dz ktnd Innrauetter leib zuwachsen 
hab. 

[Zuerst 1575 lateinisch gedruckt.] 
Lib; De ordine Donj sind .4. bogen. 
In diesem buch schreibt er von gaben gottes vnd weltlicher 
Ordnung, wie ain Ordnung soll gehalten werden Inn allen welt- 
lichen gtenden, vnd thailts aas su .4. Monarchias. '' 

[Nie gedruckt.] 
De natura rerum .7. bnocher, sein .16. bogen. 
Lib. I. de generationibus rerum naturalium. 

Darinnen schreibt er [eingehende Inhaltsangabc]. 

Lib: 2. de crescentibua rerum uaturalium. 



Lib: III. De consemationibua rerum naturalium. 

Lib: [III. De Vita rerum naturalium. 

Lib. V. de morte rerum naturalium. 

Lib. VI. de resuscitatiene rerum naturalium. 



Üb. VII. de transmutationibus rerum naturalium. 

Darinnen lernet er viclerlay Froceß die Metallen zu transmutiren. 

Die Mineralia, Edelgestaiu, vnd vill ander ding mehr. 

[Es fehlt also das 8. und 0. Ruch in diesem Mscr. wie in 
manchem andern; die ersten 7 Bücher erschienen 
zuerst 1572.] 
Lib: De Creaüone hominis sein .3. bogen. 
Darinnen Philosophirt er gar tretflich von der Schöpfung des 
menschen auB dem ersten CapitÜ Moysi. [1[>T5 gedruckt.] 

Lib: II. paracelsicj «ein .2. bogen. 
Darinneu lernet er vom lapide philosophoruni vnd ain tinctur 
zumachen. [Kaum zu idcntilicircn.] 

3» 



_ AmMtf«af «b«r 4«m Cma>f«lui«« ÜKifccai 



SMEUnCBt 



e««harUtia. 

Dz Mia WIM Utckr, m tr ««■ aacktaall 

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D« BkptUttftle ChrUtiaaa «t i* pfaitcati«, Dtt tpt, vooij 

Tmff fsrarä lar ftaniiiaf da» 

!>• r«g«a«rati(tae, lU i>l raa Tasf (Isiili ts abvaaebnDi; 

Am allMi Adatas Tad «Im- Se d ea tarn evifcn MwB. 

'Dt OtM danUej lib: flotltetai cz aaetoribs* Eeaafellj. 

*D« (Vna dotnloj oortri JIi««a Chrii^ DeelaratI». 

*D« V^a» iloealiij ei Capitalo sexte Jokanii. 

Da Saerataaal« corporU ('briatj .2. bS u fcer o4ar Uuill. 

'D« Cciu dotniaj lopcr pat«r Do»ter. 

'Den Propb*icD Daniel .12.0ipilU .13.boi;eD. 

I>Ü! Hpistell laeobj 3. bogen. 

'Dz Aue Maria '/, bocen. 

*l>z SJsgnificat ata bogeo. 

•Di Nunc i^imittis '/» bogen. 
[Daa mit * Bozeicbacte ut 1618 geilracLt]. 
D« intiocation« ßeatf Marif VirgtnU de »äa filnlT bo^n, 
«od int von der AitrfllTung Mariv der Mnetler Gölten, der Kitgvl 
fnd aller hailigeu. 

Aln Surnion do trlnitate Aio bogen. 
Ahi H«rrnoii d« paxsion«) douiinj &in bogen. 
Üb: do Sanota Trinilato .IC. Capittl. »ein .7. bogoo. 
De Septem piinotU Fdnlutriac [!] Chriafian^ 



AoOlegung «ber 



Der 



1. 




Vom kirclicn gehen. 


2. 




Vom betten. 


3. 




Vom fojTcn. 


4. 


]'tiii€tii(t 


Vom faxten. 


b. 




Vom Allmosen geben. 


6. 




Von KirJirnrtcn, AMaD, 
lauffcti. 



znn Imiligon 



EiitlutuDg. 



87 



Der 7. Pnnct ist Von («tnpotn, glocklionlfiütlcD, Altäro, Predig- 
MäeloD, Cixtulxgengen, Closter, bildorn. 

.12. bogen. 

[Alles oie gedruckt.] 
De Iiniigiiiikut« Idolatriv [!J mEd .3. bogen. 
Duinoea »cliivibt er wi: voo lircliuti Mldom zuhalten, wt <i)' 
bedeötteu, vnd wolclio mnQn aus deii kircliou tbucn, oder damneu 
leiden boU. 

[Nie gedruckt.] 
AufllogUDg ThocpbriutJ vbor .33. Psulmon üauidH, von 
4tm .7ö.<«> biil «iilT den .108."" I'^iftlmeD sein boy .100. bogen. 
Metir aiii iiiitllr^ting vber .42. l*italmoii Dauids, ncmlicli von 
dem .lOU."" bili auf den .läO.**" i^altaen, Ist boy .200. 
bDgon. 

[Nio gßdruükt.] 

WcDO »ir die« gimze Venciohiiiiw durchgehen uod mit dein des 
aGAdruokteD", das vurlierg«ht, vergloiuhen, »o iat e» ftobr boaolitoiiti- 
werlb. dasü von d«ni „Nicht gedruckten" nur oiaos noch im Jahr 
lfi7l godntckt uncliienon ist und vier gonaiiute SchriTtcu 1672 unter 
die Vm»ii kamen. Wir gewinnen aUo (vorau^gcuetxt dawt wir oa 
mit einem Konner der ParacoUiüchon Literatur zu thun haben, und ein 
«olrhcr hat zweifellos diese Vorzoichnüno 7.u.samnicngCHtollt] mit grossser 
U'alirscboiuiichkeit aU AbfasHungszoit das Jahr 1571. Das 
Vcneichni&s dt» Godruektvn ist ,ju sicher nicht vur IbTl vcrfoKtt, du 
des Nichtgadnickteu nicht tiach Ifiil, beiilo also ungeHihr glciclixoitig. 

All« btiihcr genannton theologinchcn llandttchriften »ind auch ander- 
wärtn oihalton, einige aber nur einmal biH heut« aurgofunden. 

I>orHolbe !j<:breibor hat nun noch ein drittes VorxoicUui»8 au- 
foßgt: 

Bl. I4a-ir>a 

Vi'rzulfhnu'i Hilichcr Tln>n|ilirn.stischer lifieflitfr. so bey 
mir Just vnd kliir Rvrnndvii worduu. 
(1) Vvn der Zenloraug der äynagvgou mitt .13. Capittl, vber den 

Liccliteo berge r. 
(3) In Eäsiam den fiirnembHtou Propheten .4. Capittl. 

(3) Vom bett d<r wittib vnd Junkhfrawen. 

(4) Ain buecli vom vuderscbid der Reich vnd goburdon [siebo 
No. 271. 

(ö) Von d«r uagnuJI Cliristj. 

(6) Von Vergebung der sündan. 

(7) Von kircheu Hachoo. 



38 



EinlDiluii|[. 



(8) Von Aomptern, Pfrilndfln vnti Stipendij». 

(9) Von nutToretchiiiig und glorißcieniog d«r Icibor Isiohe No. 28]. 

(10) Von Sinn vnd Inslrumenteii. 

(11) Vom Atierglauhen vud Curcmoiiieii. 

(12) Vom mann nemmon, vnd wie mann frombde eucb«D nitt bogeliron 
soll. 

(13) Von der bciobt, buÜ, vnd vorzeihung der Sonden. 

(14) Ex Ubro Sermonum der Erkantnuli ad Clomenlem Boptimum. 

(15) Von der ander erkanUiuB ad Cloniontom .1. 
(lö) Von don grolJmcfhtigon vnd stoUen. 

(17) Von d«r kiruhc« AlltoD vnd newen Testament. 

(18) Von gifickseligor froybailt. 

(19) Von bedorloy erlichen Raichtumb. 

(20) Sermon, AuÖ dem Spruch . gebt dem Ksyser, wx des Kayscra, vnd 
gott WZ gottoa int. 

(21) Ob der woltlicli gewalt atnni leib su strairen h&b, dz vbol so BO [!] 
wid«r gott vnd den nücbaten geschiebt. 

(22) Ob der glaub zutttrolTon scy. 
(33) Wio man diu licbon hitittguu Ehorcn »oll. 
(24) VoiTod Theopbrastj lun die Epieitel .3. .lolianni«, 
(26) Ain bue«)i aus dem thaill vber die KpiKtell I'etrj. 
(26) Von dem seligen loben. 
027) Von gebnrt vnd vnderschaidung der Reich .2. ('apitÜ. [vgl. 

No. 4], 

(28) Von der «u(T«r»tohung der loibor [siehe" No. 9]. 

(29) Ain buoch ftus dem thaill von nnrucITung vnd druktiung oder 
Peinigung der vndereten Inn der hall. 

(30) Vom Ehebett Matthej Am 19. Ob dem monHchcn, ho ein Eheweib 
batt gebür mit otnor andern zuhausaa. 

(31) Woitler »um S° Paula die leer, so vnit den Ehc^itand buMchroibt, vnd 
XU lernen gibt 7.u den Oorinthero amm .7. 

(32) Auslegung wz die Ehe betrifTt . begnlTcn 1mm alten Testamonl 
gcuco: amm j. Laßt vns menachen machen. 

(33) Von der Ehe Ordnung vnd aigcnscbaiTt neyen Sermonia [!) vnd 
Tnderachaid. 

(3-1) Ain ander Senno von der Ehe gesetzt, aulT äf. wort gottoe qui 
potost eapore oapiat, der nemmen khan der neramc. 

(36) Sormo .2. Von der Ehe der Priootor. gesetzt aulT dx Euangelium. 
So es dann ein äolche« ist mit den frewcn, so limbt es sich nitt 
zuwiben. 

(36) Sermon vber ds «ort, Äio Neweo befelch gib ich ouuh. 



^ 



EialeiluDg. 39 

(37) Sermo vber dz wort, Lieb deiocQ gott, vnd deineii uechsten alla 
dich Belbsten. 

(38) Voo menschlicher krafft. 

(39) Von gw&lt der haüigeD dryfachen zeichen, vnd Iren schmehungen. 
[Huser i'-Ed. IX, S. 208ff.] 

(40) Etliche teill von den Egiptischen tagen. 

(41) Vff Natorn vnd Basiliskhen wirdestu gehn, vnd trotten auff die 
Lewen vnd Drakhen. 

(42) Sermo von dem f^fefir. [Gedruckt 1618]. 

(43) Von denen die aus den Clöstern laufFen. 

(44) Was gottes ist, dz gehört gott. [siehe No. 20.] 

(45) Senno vber das wort gottes: Nöttige sy herein zugehoD. 

(46) Von der Junkhfraw Inn geburt. 

(47) Vom nachtmall des Herrn, der bueß, gerechtikhaitt, taulf, bildtnuß, 
gottesdienst, dryualtikhaitt. 

(48) Dz bnech so Theophraatus mit seiner aignen handt geschriben ann 
Martin Luther, pomeran, vnd philippum Melanthon. 5. 12. vnd 
39. Capittl Mstthej. 

(49) Sermo vber den 84. Pifalmea. 

Dieser letzte Titelkatalog (dessen Zahlen von mir beigesetzt sind) 
umrasst etwa die Hälfte des ganzen überlieferten theologischen Materials; 
das Kleiste ist auch sonst bekannt, Einiges ist mir aber noch nicht ge- 
langen zu identificireD , da der Schreiber dem Latein, das sonst iu den 
Ueberschriften fast immer gebraucht ist, ängstlich aus dem Wege geht; 
seine Uebersetzungen sind oft nicht zum besten gerathen. Es ist mir 
zweifelhaft, ob der Verfasser dieses dritten Verzeichnisses derselbe ist, 
der die beiden vorhergehenden zusammengestellt hat, trotzdem die im 
letzten Verzeichnisse genannten Schriften alle im ersten und zweiten 
noch nicht genannt sind. Da alle drei von derselben Haud geschrieben 
sind, so ist vielleicht das Ganze nur eine Abschrift, wenn auch die 
SchrinzDge recht wohl aus dem Jahre 1571 oder 1072 stammen 
könnten. 

Woher stammen denn nun alle diese Verzeichnisse eigenen band- 
schriftlichen Besitzes? Wer hatte denn eine so au^ebreitete Kenntniss 
und so reiche Sammlungen? Sollen wir trotz dos süddeutschen 
Schreibers wieder nach Schlesien auf Montanus blicken?? Ausser 
den Neu burger Bayernherzögen ist ans neben Montanus kein so 
reicher Handechriftenbesitzcr bekannt geworden. Oder dürfen wir den 
Herrn von Rosenberg daneben nennen?? (vgl. Abschnitt IV No. 88 
und 89). 



-10 



Etnlgitug. 



Id dem O«ogor &Ucr. folgt noch ein anderem Vorzciulinim von 
Titeln von dorsclbo» Hund uuf Blatt 16 geHchi-iebcii, docli aiiid es koiiio 
Fariicoli<Jcii mehr, ^miidf^tn lindere Werke meist ms^iechon labults. Der 
Redt der Handsclirift wiid weiter uiitßn No. 40 beHprocIicn. Er ist 
K. Tbeit von anderer Hand gOüubriobcD und von unMOrcm Sclireibur dor 
VorxoichDisBO übororboitoU 



l'nd nun tu den HandMchriftcn selbst! 

Die MnaSQ des Gel'undenen ist ja iiitlit gortug, dtir Worth dossulbon 
shr voTScIiiodun. OrigiaalhiludMibrirtcii von Werken llulicnlicim'x »tnd, 
wie oboQ schon gesagt, leider nicht danintei'. 

Uebor die VulUtSndigkeit der g^jiammetteit Uaudi«ctirirton gaba icll 
mioli keiner Selb.ittüu.s<;bung hin. Oewisa werden an mir nicht zu^äng- 
liiihon .Stellen noch Handscbrifton l'aratolsiscber Werke aufgefunden werden 
— wonigstciiH liufl'o ich im hitereitito der künftiijon Gcslaltung der 
Texte mit Be«timntthdt darauf. Auch kann ich noch immer nicht 
glauben, diuä alle Original handitch rillen unwiderbriuglich verluron 
sind. 

Daas aber noch viele ueuo Abhandlungen auftauchen werden, 
linito ich für wenig wahrscheinlich. Ich habe im Folgenden bei dun 
noch nicht gedruckten Schriften die Auszüge aus den Ilandachriftcn, 
auch bei den kteiooren I''ragmcDt«n , su vullr(t.indi<; gegeben, datm e» 
wohl jederzeit und allculhalben möglich nein wird, fe!itzii;<tulten, ob der 
Inhalt etwa neu auf;cufindandcr Ilandtichriften .schon nnderwüru vor- 
handen ixt oder nicht. Ga ist deswegen auch viel mehr gegeben ala 
das Incipit und Kxplicit der Handschriften, wie es für eine einfache 
Aufxählung der Manuscripte genügt hätte, Vielleicht habe ich nur zu 
oft de» Guten etwa» zu viel getliau, botmudcD) bei der Theologie, aber 
die Vci'ffiht'uiig, noch mehr xu geben, war hüiiHg recht :«tark: ich hnbc 
ihr nach Kr^flen widerstanden. Es war mir auch darum icu thuu, von 
dem Itcichthum der erhaltenen noch ungedruckten Abhandlungen unter 
llehenheim'a Namen wcuigsleuo eine ungefiibre Vorstellung xu geben, 
wu«i auf dem fa^t ganxlich n«uen Ovbieto der I'aracolKischen Theologie 
eine gewisse Weitschweifigkeit euUchuldtgen mag, xumal wenig Aus- 
»ebt vorbanden ist, djus gerade diese Abhandlungen jomah gedruckt 
worden. Möge man mir es su gute halten, daas die Schwierig. 
k«it«D für doD Medicinor gerad« auf diesem Gebiete nicht gering 
waren! 

Es war mein DestrelMn . die Handschriften ihrem Inhalt 
nach mögUclist zuMunmeu £u ordnen. Uoch habe ich nur aus- 



EiDleituDg. 41 

nafamaweise ganz heterogene Tbeile einer und derselben Hand- 
schrift an verschiedenen Stellen besprochen und für gewöhnlich den 
ganzen Inhalt auch umfangreicher Handschriften im Zusammenhang 
gelassen. Die ausfiifarliclie Inhaltsübersicht zu Anfang und eine voll- 
ständige Zusammenstellung aller handschriftlichen Fundstellen für 
jede einzelne Abhandlung am Ende wird allen billigen Ansprüchen 
für die Nutzbarmachung des gebotenen Materials zu entsprechen 
suchen. 

TTeber die Eintheilung des Buches ist Folgendes zu bemerken. 

Der erste Abschnitt gibt einige kleine Schriftstücke, die meist im 
Original auf ans gekommen sind, Briefe, Actenstücke, Consilion, Recepte. 
Zu meinem grossen Bedauern ist diese erste Abtheilung die dürftigste 
von allen. 

Im zweiten Abschnitt werden alle Handschriften zusammen- 
geordnet, welche diejenigen Schriften enthalten, die Huser in seine 
Sammelausgabe aufgenommen hat. Es ist dabei nach Möglichkeit 
die Reihenfolge der Huser'achen Ausgabe eingehalten; nur einige 
wenige kleine Abhandlungen und Fragmente sind dabei schon mit 
besprochen, die Huaer nicht gekannt oder wenigstens nicht veröffent- 
licht hat; sie worden am Ende dieses zweiten Abschnittes kurz ver- 
zeichnet. Ganz zerstreut und vereinzelt kommen auch im weitei-en Ver- 
laufe des Buches noch Abhandlungen vor, die Huser veröffentlicht 
hat, wie man dies aus der Zusammenstellung am Ende ersehen 
mag. 

Die Abschnitte III— VI bringen Schriften, welche in der Huser'schen 
Sammelau^abe nicht zu finden sind und zwar zunächst im dritten 
Abschnitt allerlei Chemisches und Alchemistiscbes, das nur zum aller- 
kleinsten Theile als Nachlese zu Huser gelten kann. 

Der umfangreichste Abschnitt ist der vierte. Er umfasst das Ge- 
biet der theologischen Schriften, die Huser von seiner Ausgabe aus- 
schlosa. Nur Weniges und gewiss nicht das Bedeutendste davon ist zu 
Beginn des dreissigjährigen Krieges veröffentlicht worden. 

Der fünfte Abschnitt enthält die Magie und Verwandtes. Trotz 
ihres abstrusen Inhaltes konnte ich auch an diesen Handschriften nicht 
vorübergehen, selbst wenn, wie höchst wahrscheinlich, keine Zeile davon 
echt sein sollte. 

Der sechste Abschnitt bringt einige Handschriften vermischten 
Inhalts, die sich ohne Zwang nicht in die übrigen Abtheilungeu ein- 
nigen Hessen. 



i2 Einleitung. 

Bei den Citaten habe ich die Orthographie der Ilaudschriften stets 
beibohalton; die Abkürzungea sind alloDthalben aufgolöst. Die viel- 
fachen chomischea, alchemistischen und verwandten Charactere und 
Zeichen nachschneiden zu lassen, schien mir unnöthig. Ich habe dafür 
die betrotTenden Wörter gesetzt , dieselben aber, um keuDtlich zu 
machen, dass das Original an deren Stelle ein Zeichen setzt, cunio 
drucken lassen. 



I. 

Briefe, Aktenstücke, Consilien 

und sonstige zumTheil autographische 

Schriftstücke. 



1, Breslau, Stadtbibliothek (Rbedigerana) No. 258. Fol. 
463 SS. „Epistolae virorum Illuatrium ad Erasmum 
Roterodamum." Es sind lauter Briefe an ErasmuH, 167 
Nummern. 
Auf „Fol°. 412" der Brief Hohenheira's an Desiderius Eras- 
mus vom Jahre 11)26 [?]. Es ist der 151. Brief der Sammlung; auf 
„Fol". 413" steht die Adresse „Theologorum Patrone Extmio domiuo 
Eraamo Rot«rodamo vndicunque doctissimo suo optimo". Adalbert 
iloravitz hat diese Driefsammlung in seinen „Erasmiana" Heft III und 
iV Wien 1883 und 1885 besprochen ohne den Brief des Theophrastus 
zu erwähnen. Er ist ja schoD lange in seinem Wortlaute bekannt und 
voD Schubert und mir nach der Rbedigerana neu herausgegeben und 
eingehend besprochen worden unter Beigabe einer Nachbildung in Licht- 
draclc. Ich kann also für alles Weitere auf diese Veröffentlichung ver- 
weisen: Paracelsus-Forschungon lieft II Frankfurt a. M. 1889 S. 99—122 
und Tafel III. (Vgl. Theil I No. 498.)') 

2,11.3. Basel, Staatsarchiv St. 73. D. 17 und 18. ZwoiEin- 
gaben Hohenheim's an den Magistrat von Basel aus dem 
Jahre 1527, welche nicht von seiner eigenen Hand geschrieben 
sind. Von Schubert und mir gleichfalls 1889 veröffentlicht 
im 2. Hefte der Paracclsusforschungen. S, 10 — 15 und S. 33 — 36. 

4.11. 5. Basel, Kirchen-Archiv C. I. 2. Tom. I fol. 316 u. 317. 
Zwei Briefe Hohenheim's aus Colmar an Bonifacius Amer- 
bach in Basel vom 28. Februar und 4. März 1528, von seiner 
eigenen Hand geschrieben. Sie finden sich in der grossen Rriof- 
sammlung der Araerbach, welche heute auf der Baseler Uni- 

'} hl Albrecht W. J. Wach 1c r's, Thoman Uelidiger unil seine liüclicrsainmlung 
in Bresiku, Breslau 1828, 8° keimte ich üieae liriefsamuluiig ajcht erwähot iiuilea. 



46 I> Briafo, AktmilJlcke, ConsJlioti etc. 

venii(,iitHfiiMioth«l[ verwahrt wird. Voröffciitliclit mit I.icliblruck- 
wiedergäbe im zweiten Ilefle der PajacoUuntroi'sdmngiM) 1889 
S. 61 und 72-78, Tafol I. u. II. 

ft. St, Gallen, Stiftaarcliiv, Tom. XXII der Pfäfereei- Ab- 
llieiliing. MiHCoUäribaiid de« PfiiferHcr AruliivN, wolchcr nur 
PfHfer^ur llandttcliriften aus dem H>. utui IT. .lahrluindort oat- 
hält; darin auf Dlatt 41Ü und 411 ein „('oDcilium, für min 
l^nodigen [lorrn". d.h. ein iirztliultcs Gutachten llohon- 
hoim'n für JotiAiiii Jacoli Kussingi^r Abt in l'lTifors (lölT 
bis 1549) au8 doin Jahre If>3.^; von tlohenheim Helintt auf cinvii 
Foliobogeii geutchriobeu, von welutiem es !) Seiten cinniminl, 
während sich auf der 4. Seile dio ijteichfalla von ihm herrüh- 
rende Aufüulirirt findet: 

,('oiii«iliuin für min, g, H, von doctor 
theofrastum 

thoofrastns." 
Aach dies Schriftsliiclc ist im 2. Ilofle der Parauelsusfor-ichun^n 
veröffentlicht 8. l7->— 175. Profujwoi- F. A. FlüekiKor hat ca 18Ü1 bc- 
Hltrocht^n und wiederabdrucken la»<en in der SchwoiioriMch«n Wochen- 
»chrill fnr Plmrmacie. (Vgl. Theil I. No. 500.) 

Ich TGge hier .to^leich ein bisher nicht ver5ITe»tliclite« dem 
ParacetHDs augoscIiriolioueH Conitilium an, welches freilich nur in 
einer Abschrift aus dem Anfiing der siwoiten Hiilfto des Hl. Jahr- 
hundorts überlicfort ist und rfesson Abutummuni; von llohenhoini 
vorerst noch bezweifelt werden kann. 



7. Wieii,k. k.llofhibliothek. Mb. 11200. (Ms. Ambras. 158.) 
Aus dem 16. Jalirhuudert, 267 IUI. 4". Auf dem Pergament- 
Umschlag steht vorn „Oeorgius llandschiiis Doctor me scripsil", 
m sind aber doch mohrero Schreiber an dieser lldsuhr. thnlig 
gewesen, dio in der Zeit wenig abweichen und wohl alle in dio 
Mitte de« Iß. Jahrhundert« ralk-n. (7.\i llundsch vgl. llaller, 
Bibl. med. praol. [[, p. 'Zilf. und unlon No. &9.) 
Auf dem ersten Hlatte, welches wie das zweite um) dritte keine 
■■'olieiibozeichnung trs^t, der Sammoltitel „Miscetlanea Theoricae et 
l'racticao .Medicinulis ex probat iioimorum Dostra tempestate modicorum 
üeoretis et promptuarijs congests per Goorgium lluDdachium Lippon- 
^eln Germnnubohi'iDuni. I'ragae 1550." Auf dem vierten mit 1 be- 
/.«•iduR'tcn Itlalte, wulchos die alte SeitODsigaatur „126" (rüg, beginnen 



1. Briaft, Akttiuiilcbc Consllim ol«. 



47 



«Formolae MedicamoDlorum aliquot Georgiun llandsobius [.ippensis 
Pn(^o 1. 5. 4. 9." Es folgen ,CoUect»DG<a du feliriba» humonlibuH 
Hitronytni Drctij in gymoisio PclaniDO", „Ex{i«riincn(a ot HC^orcla 
Doct. Gcrliardi Mndici ArcliiducU Fonliaandi*, nt'^P>"'>ii>6nt& D. V. 
Fabri*. „Cs|i«rimenta Ü. /oppelij", „Cura morbi Gallici M. Curtij 
praMeptoria I). Oalli", „Ki Secrelis Üoc. Oalli Arcliiiilri ftesis Ferdi- 
oaodi". Auf RIatt 209 beginnen nllcrlui Contilia xuvret von Monta> 
DU», dann von BeDtdiotua VEctorius Faveatiniis, von Doctor 
(iailiiit. An da^ loUto dos Gallu» ,pro iuvono Hod Ntorili uxor« 
MagUtri M. (.'(illini* Ut dircct angeltigt das folgende ConHilium <)«8 
Paracelsus. welch» den Schluss dor Kücksoit« de» lllatto» 240 ein* 
nimmt nnd das Fisnxe Blatt 241 mit Auxnalimo dor oraten Zeilen der 
RrtoLseile', welche schon frühor von dorjcnigcii Hand brachrioben waren, 
woleb« die anderan Con«ili«n geschrieben hatte. Dat l'arucoUischo Ton- 
nlium ist also vou anderor Hand elwat .ipüler an eine /uDillrg freio 
8t«1l« d«r Haudücbrin an den Scblutts der anderen ärztlidien (^n»ilia 
biogeacJiriebcn worden. Es folgen von der frülicren Hand beechrieben 
noch einige Blätter „Modicina oceultala ot (tuiMtrstitiosa" CoIIoctanoen 
ans Agrippa, Cardanui^, Alos. Bonodicltis, Ferneliuti, Midi. 
BlouduK, Arnold v. Villanova. Bl. 24äb — 2&4a ein Iiidux conlun- 
laniDi. 

Da« t^nulium des Paracelünü iül spütest^na 1570 — löSOgosclirieben, 
vabntoheinlich noch etwa-4 früher; <m Inutel folgondermaaücn : 

Couiliom .D. Thtophraiti Paraoelti pro Domino fienüiarto Eeoh- 
lingero. Angiutano qui Inborsuit vehemunli strangurta, 
ox ip>ia niTHiiH iMchtiria, ila quoil nihil illi profuit 
pracUr catotherim, it uulti modiei scrip8erunt con- 
ailia pri> illo, 

Ve.i(er .IiincLIicr mein Dienxt ayndt euch alUcil bcroil, dem- 
nach wir uechflt verlaiwiii bal)on, das ich «. v. solle mein rat- 
soklag »istellcu, Iiab icli denHelbigen also geordnet, wie ich 
abgoschidon l>in, eratlit-h die coluram zu oslingulron, al» dann 
2uni liornou, vnd hnuptwoli« wcytcr handlon, 

7.U extiiiguiren die Colcram *o\ »I»« geschehen, da» yr von 
den trocbeia Alhakcnge, aber do olibnno bei euch allmal habt, 
vnil von aelbigen ein wenig ala ein halb (a) hasolnu-H gros ge- 
brancbct ynn cynom trunck wein. Morgens von den trociscis 
de alkakengi, vnd tu nacht von den trociiu-ifi do olibano, morgens 
i atund daraulT fanden, vnd zunacbt 2 stund nach «sona, vod 
dft> ym Jar virmni thnn. acht lag nachoinnndor. Vau mal ym 
Ilurnung, üum ander im Mcrtzoo, zum driUou )iu aulgaug 



48 



I. Brtvfe, Aktenstiick«, Coiisillen nie. 



Anguflti, zum viri]«n yiii Nononibor. Di« ortxnei dionct, auf 
<)a«, wio ich von d«r eholcra mit üuoh gerädot hab. 
• Weiter «um harnon. vnd zuiuitelbigea allen, daruon yr 
mir gusftgt habt, L>t meiu radt also, das yr euch lafwet ein 
läutern mcIiouod Criatftllun. zu ileui ulli>r kldniitten stätw<»n, vnd 
(Iw .2. lol, \nä »w ynn ein glitten ««lisHcn wein Icgcnn, ij max, 
vnd also vom selbigon woin Irincken, d(^n «rst«ii vnd den leMen 
tniDck, «0 yr vber tincli g<-liet., da.'' treibt von «uuli «II ('lioleram. 
die euch die hranckbeit macht, vnd ist ein sondevlicfa heimlich 
stuolc, vnd lasH yn euch kein Bteyn vnd Krii>a wachKcn. vnd 
wann dio 2 mai' uussindt, arht ich auf 14 log, tto lialit yr 
ein halb (') -Inr genug ilnrnacb aber also ftiif 14 lag mil oyncni 
ncu«u rri)iUill«;im. 

Weiter so euch ein Not mit dem harnen zustünde, welchR 
docii nach den troci.icia vnd dem puluer nit glaublich ist zu- 
kamen, HO brauchet die nachuolgende stuck, lassen euch kein 
not xustebeti, 

AU oemet Saffrao, ynn eynoni »ecklein, dor nicht gcrtoßen 

fiey, «in lot, bindet es titwischon die gemocht nn dus ror, so 

treibt CK denselben Harn aw, vnd macht das er ^ch nicht kan 

vorteilen, Oder neinet hasenjdut vud fuchsblut zusammen 

gleichvil, vnd dcrret w tu einem puliier ynn eynem biiokofen, 

nb«i' itlicbs bei^omlcr, ist nouh besser, vnd darnaqli gemischel, 

vnd als dan j lot fruo eiagenonimea, d&s wendet euch all not, 

vnd treibt euch den barn on allen schmerty.en, vnd so es euch 

am aller bertosten »ukcme, vnd gur bJis were, »o neinet j 

tot bcnedictum laxaüuum vnd .J. (|uintiD species lithonlriiion 

wo) uorniUchl. vnd genissct es gniitz. hinein, di«so stuck syndt 

allein angntseigt so yr ynn nuten wcren. 

Es achoiDt mir rocht wohl mügüch. dtim dies Oonsilium wirklich 

'tod llohenheim herstammt. .Specifisch Paraoelsi^ich i»t der „lautoro 

MhÖne Criatall" als Mitte) gegen Uamgri&s und andere „tarlarisehe" 

Erkrankungen dor Ilaniwe^; wir werden ihn auch in dem folgenden 

Receptc contra lapidem wioderllnden. 

* [Hit atidcrar Tlnlo] In hbetlo o motbo galllco h*hol lilo uutor itn 
In d«r nouQii hulTi kmnckhcli ittand ob Ti>in mgimeDt, braucb äio h^jliiiig 
ttor allrn, ilic ilo prouoclru ttcn hnrn, nijtT liAltie xctt Uomnudi mit ilcni 
Alrati vristalliufl far Farl MU In «nil ikr hnyJiiiig. Donn die liulTtkrunck- 
heil frtiidi «icli in diMcm Alkali. 



I 



(>) DIo lalt A beteichnotoo beiden ,luilb* »iuil im Utwi. nbor[[eieliriabon. 



rodlioff. Flntcol*«! Bd. IL 



T«t I. 




RiB 7.Hi«l .oti Uohriiheioi'B Bind »us ellwf Wl«u»i DaiidsArift 
(Uk. 11144). 



I. Brief«, Aktenstücke, GoDsilisD etc. 49 

7a. Im Ms. 11144 der Wiener Hof bibliothek,> welches wir 
im zweiten Abschnitte unter No. 10 genauer besprecheD werden, 
finden sich zwischen Blatt 126 und 127 zwei Zettel eingeheftet, 
deren erster ein Autogramm Ilohenheim's zu sein scheint. 
Auf dem zweiten Zettel findet sich von einer Hand um 1600 
geschrieben die folgende Notiz: 

„Inueni Theophrasti manu hec Recepta scripta 

contra lapidem"; darauf wird eine Abschrift des 

vorhergehenden autograpbischen Zettels gegeben. 

Eine eingehende Vergleichung des ersten Zettels mit andern echten 

Schriftstücken lässt es für mich als zweifellos erscheinen, dass derselbe 

wirlilich von Hohenheim herrührt. 

Der autographische Zettel lautet: 

Rp. Radicis Aquilegij 

Exterioris 
Cristallj bis 
tritj 3iij 
pro stücV fiat pulub 

6 + subtilis 

Rp. Cantaridum 3j 
Castorej 3 ij 
5 + fiat puluis 

subtilis 



Rp. Lap. Lincis 

Judaicj 
Spongie ää 
3 j 
Oculorum Cancrorum 

3 ij 
Se. Saxi fragte 
12 S a 

Zuccarj J ij 

fiat puluis. 
Dass auch der Inhalt dieses Zettels, welcher drei Recepto für tar- 
tarische Erkrankungen der Harnorganc bietet, speciell für „usnea, graudo 
et lapis vcsicac", wohl für Paracelsiach gelten kann, wird ein Vergleich 
mit den Reccpten aus der Ba.seler Zeit lehren, welche sich auf Seite 
333 — 338 des 3. Bandes der Baseler Quartausgabo finden. Uobcr Krobs- 
augen, lapis iudaicus, lapi.i lyncis, lapis spongiao, die auch in der ara- 

KHilk d. Kchlhdl d. piiinKiKlKD SclicKttD. II. 4 



50 I' Briefe. Aktenstücke, Consilien etc. 

biacben Meilicin als Heilmittel bei Harnconcrementen zum Theil oine 
grosse Rolle spielen^), wäre noch beaondera daa Buch von den Tarta- 
riachen Krankheiten vom Jahre 1538 zu vergleichen im 18. Capitel 
(a. a. 0. Band II S. 3'27); freilich sollen sie dort nicht mehr einfach 
gepulvert und gemischt gegeben werden, sondern jedes für sich beson- 
ders praparirt. Crystalli oder Ciystalli Tartari (a. a. 0. Bd. III S. 231) 
sind gleichbedeutend mit unserm Cremor Tartari, Tartarus depuratus, 
Kali bitartaricum. 

8. Auf der Brüsseler königlichen Bibliothek findet sich in 
der'Autographensammlung ein Zettel, welcher für Hohenheim'a 
Handschrift dort gehalten wird. Er lautet: 
„Zu denn schwarzen bösen blättern 
Ciiriander saiTt mit brosam von weißen 
brot lege darüber 

Ein andere dar zu 
Rosen safft bonen mehcl mach 
ein pHaster darüber 

Ein anders 
mach ein pfalster [!] von bron 
kressarfft [!] geraten mehcl vnd 
h hon ick" 
Vielfache Vergleiche einer Photographie dieses Zettels mit allem was 
bisher von llohenheim's Hand gefunden wurde, lassen es als gänzlich 
ausgeschlossen erscheinen, dasa dieser Zettel von Paracelsus geschrieben 
ist. Auch der Inhalt dieses Zettels ist sicher nicht von Hohenbeim, 
was seine phy.sische Autorschaft zwar nicht au.sschlösse, aber den Zettel 
für uns völlig werthJos macht. Ich habe übrigens das Qoartblatt auch 
im Original auf der Handschriftenabtheüung der Brüsseler Bibliothek 
eingesehen. Der sonst sehr zuverlässige Sammler, von welchem die 
Bibliothek die ganze Autographencollection erwarb, hat sich also den- 
noch getäuscht oder ist getäuscht worden. 

') Vgl. z.B. P. cle Koning, Traite sur le cakul dans ha reiae et dans !& 
TQssie par Al>ü Hukr Muhaiaed Ibn Znkuriyä al-RäzI [lihaies] Lejde 189G. 8" 
p. 21, 73, Uy, l.il, 107, 197, IttQ, i07, 238, 241, 243, 247 u. a. w. 



Tftt. IL 



,^/5»"*y-/? 7- v^^ 



Brief BD Brasmas, 1526. 




1. Brief t.n Amerbach, 1528. 




3. Brief an Amerbach, 1538. 



/^i/^ 



Consilium für den Abt tod 
Pfeffers, 1635. 






Brief au den Hagiatrat 
TOn Uemmingeu, 1536. 



Eil^nhUtdige 7nterBchrüt«n Hohenheim'i. 



n. 

Schriften, welche sich in den 

Huser'schen Sammelausgaben gedruckt 

finden. 



d. Auf der Universitätsbibliothek zu Utrecht befindet sich 
in eiDem Sammelbande „Medici Octav No. 101", ein- 
gebunden zwischen Paracelsi libri V. de Vita longa, ßadleae 
s. a. [1562] (besprochen Theil I No. 46) und Adam von Boden- 
stein's Isagoge in Arnold! de Villa nova Rosarium Chymicum, 
Baaileae 1&59 (beschrieben in meiner Bibliographie der Para- 
celsisten, Centralblatt für Bibliothekswesen X. Jahrg. 1893 S. 318 
No. 2) eine Papierhandschrift in kl. 8" von 48 Bll. ohne Seiten- 
bezeichnung mit den Bogensignaturen A, — F,, zierlich geschrieben, 
aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, vielleicht noch vor 1&50 
angefertigt von einem ßerufsschreiber. 
Der Titel lautet: 

Labyrinthni, Hedicomm errantium, Doctoris. Theophrasti 
paracelsi ab hohenheim utriusque Medicinae Doctoris. 
ac omnium medicorum longo principis: 
Alterius non sit qui suus esse potest. 
Ingenij quisquis Theophrasti fila sequutus. 
Tutus ab insidijs est labyrinthe tuis. 
Anfang der Praefatio: Quia error in qualibct ro pcriculosus est et is qui 

errat .... 
Aofang des Caput primum: primus ac principalis error omnis Medicinae 
uocatur sapientia, siue quo libro nomo unquam quicquam fructuo- 
sum ac laude dignum ofliciet .... 

Der Schluss lautet: ac caliginoso Labyrinth! erroro, lumen natu- 

rae ducem sequitnr. finia. 
Der Text stimmt vollkommen mit der Niiriiberycr Ausgabe dos 
Candidaten der Medicin Achatius Morbach vom Jahre 1öü3 überein 
(Tfaeil 1 No. 30). Gegen die naheliegende Vermuthung, dass unsero 
Ilandschrift eiue Abschrift dieses Druckes wäre, i^pricht der Character 
der ScbrifUüge, die anscheinend in die Zeit vor Ibo'-i füllen. Wahr- 



56 U. Schrinen, «eletie ^sh in den HiutrVIiui SMiraeUusgnbaD findn. 

8clieitili<;h war das ßucli hcIiod früliKcitig idh I.at«in {lb«n«ot7.t worden und 
roachto nun liandschriflliirii in lateinischem (!i>wHhile seinen Weg, Kin 
liulcho« Mscr, kam d«in Auliatius Morbach zur Hand und wurde in Nürn- 
ticr^' gedruckt. Da» Original lagerte in Klagonfurt und wurde dort or^t 15t)3 
auf Antreiben Erzherzog ferdinands wieder Mufgcstöbivrt (vgl. die 
Einleitung S. 1311.) und Iöß4 von Dr. Theodor Birckinanti tarn Druck 
gebracht (Theil I "So. M), Moheiiheim halte den „Labyrinthu»" schon 
früher geüchrieben, al-s er ihn den Kärntner Stünden mit 2 (3) andern 
Schriften widmete, also vor 1538. Vermutblich hat er ihn schon 1537 
in Wien drucken I»»!ien wollen. Ob dio lateinische UuberseliunR schon 
2U Dohouhoim'ii Lebzeiten oder gar auf »eine Verunluesuog hin ent- 
staud, wor will da» hoiito entscheiden! Unwahrscheinlich i»t «i nicht. 
JedoDfalU hat es nicht» BcrrL-mdlicliuM, anziinuhmon, d»u) der „Liiby- 
rinthus" ebenso wie jede der beiden andern »püter den Kärntnern ge- 
widmeten Schriften in den Kreiden der Schüler und Anhiuiger cursirto; 
deun die Ü ächrift^n gehören keinet^wcga tioihwendig zuriammen. L'ebri- 
geus sind ja alle drei resp. vier Schriften nach alter lateinischer Ueber- 
selzung herausgegeben worden. Der Lubyrinthus. wie gesagt, 1553 
von Morhach, welcher nicht« über .seine Vorlage berichtet; die Defen- 
sionon und die Tarlarusschrift IbGG von Adam von Dodenstein 
(Theil I No. 74) und dieser stigt auMdrückli<ih. dam. er diee>e beiden 
Bücher handschriftlich so vorgefunden habe: „Ilo.s libro.-« .. quidam 
ante multos annos in linguain latinam traustulit", also wohl gleich- 
falls vor 1558. Aehnlich sagt Toxite» in seiner lateinischen Sonder- 
Husgabe des -1. .StiickeD, der Kärntner Chronik, 1575 (Thvil I No. 163), 
im Uüchlcin sei „Jn aermonem lalinum ab ftliquo olim Theophrasti 
atudioso conversum". Danach wäre alüo auch die Annahme zulH^sig, 
ilaas die gautc Kärntner Dedicaüon&schrift in allen ihren Thcilon auf 
einmal in's Lateinische ubersetxt worden sei und lateinisch handschrift- 
lich umging. Eine andere Iland^chritt des lateinischen Labytinthus und 
der Kärutuer Tartarus^chrin werden wir sofort kenneu lernen (No. 10). 
Alle die.«« erhaltenen Uebersetxungen sind keine wörtlicben, flondern 
mehr umschreibend ziemlich fioi gehalten. 

Der Titel unserer Uuudachriri weicht von dem Morbach's ab. Der 
Caud. med. bat die Lobesorbobungon, welche seine handschriftliche Vor- 
lage wohl «uch enthielt, getilgt udtI selbst dn.« ihm vielleicht niclit voll 
TOTstünd liehe „ab Hohenheiin" woggelarisen. Kr sagt einfach: „Laby- 
nntlius medicorum omuitium, I>. Tbeophrasti l'aracelsi'; lobende Epi- 
theta musbto er schon aus Rücksicht auf seine facultas modica ver- 
meideD. Den Paracelsusholcschnitt hat verinuthlich der Verleger vor- 
anla«8t; ««r weis» ob nicht der llirsctivogor«ch« Origioalstich von 



It. Scbriften, «eiche (kh ia den IIn*er'»cbeB SaauneUuigabtn fiodea. 57 

1&40 dem MKOiucript eiogoklebt war. dm MorUcli oil«r dem Verleger 
XU haoilei] guliomaion wkr? (Vgl. uns«» No. 147 nm Ende.) Dos DlMi- 
chon bildet die tullilli^to l'eburcinslitnmuiig swinuluia unsorin Mhct. 
und d«iii Nürnberger Druck«; vielleicht hat oa der junge Mann aber 
doch schon ia dciaer Vorlage angelroffon and aus Ui^thetiHclien Rück- 
aicbl«n [Musireu lassen: denn c» iiitfi>.t nur halb za (U>r rarUuäon, ncutraloQ 
U«]tiii]g dos KuD(lidat«u der Arxii(!iwis:icri''ciiiirt. 

UiM«rni IkWr. feJiIl wie dem Nilrnbergor Drucke da« Vorwort an 
die llippukralii'i.-licn Ductorei* und dA» Kndo der ]Ietichlui«:ir«dc Ilu^er ■[* 
Ed. n S. l',tl~l<l.$ und 'i43, beJd^.H Zui%iity.e Elohenheim's, welche er 
erst bei der letxlon I)urch.i)cht im Sommer 1038 in Käruteu machte, 
aU er diu S^brinen zu einem WidniuD|p)t;e.sclii-nk bd die St.iuda zu- 
ttmtaenfügle. Dims sie uicht «U Gnnzes iid lioc izosclinubcii wurden, 
beweift die Sonderwidmung der TarUiriiM-idirift an Johann von Ilraodt 
In BBerdiDg au» dem Jahre 1537. l'ebrigens werden wir in der fDlgenden 
Wiener U«nd>tchrift d» LabyiinthuH auch das Vorwurt an die llippo- 
kr*tiker und die ganxo Scbtufitrude lateinisch finden. Wenn anscr 
CUvchtor MscT. wirklich nicht von dem Drucke iibg^vich rieben ist, m 
b«8Ceht doch iwixchcu Ihm und dem Drucke ein sehr naher Za-ammeii- 
bang. Auf der viertletzlen Seite findet sich als einiige homerkens- 
worthe TesIabweichuDg aU Marginale ein „s'i vglomus" oingorii),'t, weldiea 
dea Sinn duichaus nicht beeinflu.'ist und gäntlicli uberllüi»ig i»t: keine 
AuHgabe hat dieses Einschiebsel, welche« mau dem Abscliroibor auTs 
Konto Nielsen muM. 

10. Wien, Hol'bihllotliek Mit. 1)144 [iMed. 31. :j 2ÜU Bll. Fol. 
in der Mitte (ien IG. Jahrhundert« (etwa tun 1560) von einer 
Humsniktcnhnnd schön geschriobeo. 

BI. Ia tAfiORDITEVS. 

Bl. 2a AureoluH Theo)ihriiiitus paraclenus [Ij Vtriusque mcdi- 
cinae Doctor. Ilypocratis DoetoribuH, S. 1*. D. 
Tempus iam mihi adease uidetur oommodum, ut indicom ot 
proforam libros ex (juihus medicinam ego didicerim. Igitur hoc 
in pHmis Mciloie uiri medici amicisitimi, mo libro«, (|uos ab 
•ntee«i«oribu# notitris hactonus scripto« ncccpjmuis arbilntri. non 
Mifficero nee digiH» ene, ex quibus medicina diAcotur. Sunt 
Miim non solum imperrecti, ut in quibos multum desideratur, 
uh) ila incertao saiplurae, ut magis ad errorea fallaciiuiquo, 
quim nd rpclam discendi uiam logentem duoere uidcautur. 
Quae etiam cauna maxima «<!, cur ao» dcserondos, abijcieudoa, et 
actjli)jendoti existioio . porro antem negari hoc non piiimt. 



58 "■ Stbrifteo, «ckhe sieb in d«u OuscrVbfea Sammelaiugsbeu l!nil«a. 

DUcipulus magistroin r^quirit: et doctore opus habet, qui ex- 
colloro in «rt« aliqiia iiclil. Quin igitur uiilobiin opus ea»o, ut 
n magitttro quofiiain di.'icipuluit di^iccrel, <)ß hoc Minpur cogitAui 
et solliciliui fui, vbi naoi, et quis ille Ma^ii^lec eexel, ä quo 
modicinae Btudiosus, coiomodo diocore poatet, cum ox praedictü 
librU porfocta doctrina iion dtscatur. Haoc dum oogito, iocidit 
forte, [2b] Quid si scriptus über iiullus in muudo nunquam 
fiii.><i<et, nee adhuc emct, item, quid ni medicus nullm uiuoret, 

ä quo tum discendum? [3 b] . . sapieiia eam oon a-sper- 

nabit, olc. quod do mediciua dictum mt, quam dcus praecipue 
umat, et in oa uhrii oporatur. Bcno ual«t«. Datum, 1. Augusti 
Anno ;W. 

f)l. 4a— ßb l'raeTatio In Laborin thum modicorum errantiuiD. 
Dootoris Aureoli Theoplirasti paracleifi [1]: | 
Quia error in qualibot lO poriculoi^uti est, et is qui ormt, iam 
huc iam illuc tomlit, nusquaia ciroris tormiiium »ut liiiom 
iouenit, oec quorsum denique pergat scite potent: requiritur et 
neceftfO est, ut ab alio educatur, ot uiam roctam exeundi coi;no- 

«cat is, qui in error« «st Ueuli deindc, sino tenebria, 

#iuc iloliH ambulant, uoo fraus in vordibtiit oonim inueuitur: | 
Bl. Gb— 8a Tlieophi-aittux paracle^us, Leotori «alutem, 

Quoniam Id ä quibuadam uitij mibi obijcitur, quod in ego sim, 
qui illotiü manibuH, ac ni quasi ad medivinam prosiliam, nee 
per ianuam ac rectnm uiam ad eam ingrediar. Excusatione 
mihi in hoc opus est, hnmanissimi loctoros, ot aduersum istos 

nugatorut sino quo olbi) pcrroctum es«o potettt. 

*BI. 8b CAput Prinnim. Ü« Primu ac principaliori Modiciuac libro, 
«X quo quilibct mediou.i artem auam haurire debet, qui über 
ex Bola diuinilato prollciücitur: { 

Primus ac principaltor über, omnis modicinso, uocatur sapionlia, 
sine quo libro, uemo unquam quioquam fructuoaum, aut laude 

dtgnum oHiciot 

YndeoimiiK (iibor Quomoilo morbi generalio tx uora pliilo- 
aophia cognencalur. 

Vnum adhuc supere^t obliuiooc baud preteieundum de origino 
iierapu et cnusi» morborum, quomodo iätaa iuxta p)iilo!^ophiam 
ueram ol iudicenlur. Arbitror autcm neminem «sfo, qui jgnoret, 
k ueleribu« quatuor bumoiTH poui, ex quibus lauquam Tontibus, 
omnes aegritodinos, ut ipsi dicunt, orianlur et cau.ientur. llao 
dum ita esse, falsü arbilrantur. et tarnen pro uoris dicunt, 
inteiim recli oriijinis, rcctaoque caasae morborum obliuiscuatur, 



II. Schriften, welche sich in den Huser'scben Sammelaus gaben fioden. 59 

semiuie scilicet, ex quo crescere morbi solent. porro autem 
Don nego, imä et scio et Tateor, hominem mycrocosmum esse, 
ex quo etiam illud sequitur, quatuor elementa ia ipso esse, 

quae illi, quatuor humores ' iniuste appellitant Äbtte 

DOS maledicti, ia gehennam ignis aeterni, aegrotus sui, et quando 
modiciuia uestris mihi Bubuenistis, scientiam ä me accepistis, 
et neiDinem ea subletiastis, Deum uestrum, uestrum magistrum, 
ac iDstructorem deseruistis, discere ab eo recusastis, theaauros ac 
aurum apud homiDes quesiuistis in terra, celum neglexistis, 
opera mea in natura sita, non dignati estis expiscari, ut medicis 
niris aequum fuerat, sed pigre ac incaute egistis, uoluntarie 
erra»tis etc. Haec et eiusmodi alia, uereor multis nostrorum, in 
extremo illo die occinet. Cauete igitur moneo, oculosque ape- 
rite, ut hanc maledictioneni et hoc horrendum iudicium efTu- 
giatis: I 

Schloss: [59a] . . nugis ac Caliginoso laborinthi errore, lumen 

naturae, ducem sequuntur, [Hier schliesst der Druck!] Sed 
finem huic epilogo imponam, postquam unum addidero, illud 
nempe, me hactenua efHcere non potuisse, ne apud doctos qiii- 
dem, ut hie de laborintho übellua in lucem prodiret .... 
[59b] . . . Quare uoa, medicinae discipuli, auditores ac lectores 
huius libelli, moneo, nisi iugrati, aic uelitis huic Moecenati, 
gratoa uoa ostendite, et pedibua manibusque eflicite ut sentiat, 
suam industriam uobia gratam et charam fuis»e. Datum 
.1. Septembr. aö. 38". 
Wir haben hier also eine zweite Handschrift des lateinischen 
„Labyriuthus", welche von dem Nürnberger Druck und der Utrechter 
Handschrift (No. 9) zunächst darin abweicht, dass äie die Zuschrift 
an die Hippokratiker und das Ende der Besohl ussiede enthält, welche 
dem Druck und der Handschrift fohlen. Im Uebrigen stimmt unsere 
Handschrift bis auf Kleinigkeiten ganz mit dem Druck von 1553 über- 
ein, nur das 11. Capitel ist sonderbarerweise in völlig neuer Uober- 
setznng gegeben; ich habe deshalb oben den Anfang und den Schluss 
dieses Capitela etwas ausführlicher mitgctheüt. Die ßeschluasrede 
stimmt dagegen wieder völlig mit dem Drucke, soweit dieser f<ie gibt. 
Eine Erklärung für diese andere Uebcrsctzung eines einzigen Capitols, 
während vorher und nachher alles übereinstimmt, vermag ich nicht zu 
geben. Jedenfalls steht unsere Handschrift dem Drucke und dem 
Utrechter Mscr. ganz selbständig gegenüber, auf handschriftlicher Sonder- 
überlieferung beruhend wie das Folgende. 
Bl. 60 unbeschrieben. 



QO "■ S«h'if<OD, wiftclie (icli in dea naxer'ictic& SanimelRuirgabeD ßndon. 



Bl. 61a der Titel TAKTARVS. 
Bl. äSa Liber Ue Tnrtaro uel ut nl ij uocant ilo cnlculo ot 
arena. Ab «xioiio uiru vXuroolo Thuophrnxto pnracio«! 
[\] Mctiiuinae V'triutique Docto re diligenter conscriptus. 
Bl. (j'2b IIoDorifico Ac nobili Viro OomtDO Joancii k Brand 
JurtH VlriuB(|ue Doclori c>t parutlio in Erordlngen, aniico suo 
äumiiio Aurculuo Tliitopliriulu^^ puradcwU [l] Modicinnc ulriufijuo 
Uodor. S. P. D. 

p^o -lemper in omni Vita mea singuUrlter atTcctutt fui, f.Tgn 
arleni illam nobilis!<imam, quam philosophiam adeptam Vulgo 

uocant ['^<^] • • Interim adcplao philoMopliiae croaior, te 

et ua» omu<M custodiut. Bcrio valo. Datum etc. 
Bl. 64b — i42b Libri Ho Tartaro ucl tartareo morbo, Caput prituum 

die '22 Capitel. 

Bl. 142b— 143 die Concinsio. 

Alles stimmt biü auf KleiDii;keiti>o mit dor lateiDischeo L'eber- 
settuiig der Känitnvr Tarlnrusscbrift. wHrho BodoiiHtoii) 1566 in 
Stra«8burg mit don Di-ronsioiien herausgab (Tlieil 1 No. 74 8- 100—328) 
nach einer handsohriftlicb umlautendeo latoiniwclien llnbersetziing, wie 
dies bei No. 9 üben S. bC* auitcioBnderßpHelitt ist. Eine AbHchiift dieses 
circulirendon lateiniHcIicn Texte« bietet unaer Mscr., dessen Werth eben 
in der Eilinrluug unserer im ersten Theilo 8. 116 aiiggespruehonon Vor- 
maltmng liogt. Denn da.-« unüore Hand^clirill nicht von dimem Üriiokc 
abgcdcbrieben iol, soodern auf älterer band!%cbriFtlicber Ueberlieferung 
l>eriibt, ist zweifellos. — 

Zwilchen Blatt 126 und 127 sind die beiden Receptxettel eingeklebt, 
welche wir oben S. 49f. unter No. 7a besprochoD babeo. 
B). 144 — 160 sind unbeschrieben. 

Auf Blatt 151 a der folgende Tit«l: 

TIIK0FHKA8TI ex bolieDlteim Ilereniitao insignis 
Vtriuaquo Medicioae Doctori^ Be gradibni et Competitioni- 
biu Beoeptorom ac naturalinm Ubri Septem. 
Bl. 152a — ]6Sb. Tbuopbrasrus ex boheobelm Ileremitn. utnunque 
Medicioa« Dector, pliysiieuti et Ordinarius Uasilienais, 
Clari»»: I). Christophero Clausero .1). Modicorum nc phisi- 
cOTuni Tigiirinorum eruditiasimo. yuo: D. 

EKCclIentissimum ulquo Optimum euiustjue veri Medici est, ut 
suam ipriiu« ac propriam Vcritut«m Medicam probe uognitam 

liabeat Vale . Basileae. 4". Idus Nouembr. 

Bl. 154»— 15&U Tbeopliruslus ex holienheim. Vt: Med: Doutor ot 



II. SchriftflD, welche sich in den Hueer'schen Sammekusgaben finden. Gl 

phistcus Basiliensis. Ornattiisimo etudiosorum Tigurinorum 

coetui. S 

. . . Basileae ex Muaeo noatro. III, Idus Nonembr. Anno 1527. 
Bl. 155a — 156b Rei Medicae Peritis^imo .D. Tbeophraato Eremitae 

&c. Erasnius Roterodamus S. 

Erasmus Roterodamus suapte manu. 

Bl. 156a — 16'2a Theophrasti Ex hoheaheim Vtriusque Mediciüae Docto* 

ris. De Gradtbus et Compositionibus Receptorum et naturalium 

über primus: Caput primum. 

ADtequam de gradibus tractare incipiam, obseruandae sunt com- 

plexiooes naturae. . . . 
Bl. lG2a— 169a Liber aecuDdus . . . . Bl. 1693— 176a Über ter- 

tius . . . . 
Bl. nea— 180b liber Quartus Bl. 181a— 185b liber qnin- 

tna 

Bl. J85b— 192b über aextus Bl. 192b— 200a Über Septi- 

mtis .... 

. . . quoQiam nauci suot , instar niuis, qui pridem fuit, pridem- 

que desijt, in nihilum abituros: | 

Theophraatt ex boheuheim De gradibus et Compositionibos 
Receptorum ac naturalium. FINIS. 
Daa wären also die 7 Biiclier „De gradibus" (Huser 4°-Ed. VII 
S. Oj' — 60; For.-Ed. I. 8.951—976), wie sie samt dem Briefe an 
Clauser, an die Züricher Studenten und dem Eraamusbriefe 
von Bodenstein 1562 in Mühlbausen zum ersten Male zum Druck 
befordert wurden, und zwar alles in der nämlichen Reihenfolge wie in 
diesem ersten Druck (Theil 1, No 43). 

Der Brief an Clausor weist im Vergleich mit diesem ersten Drucke, 
welcher also mit der Handschrift etwa gleichalterig ist, sehr bemerkens- 
wertbe Abweichungen auf. Es fmdet sich schon eine ganze Reihe von 
besseren Lesarten, welche gedruckt erst 1590 bei Huser begegnen; aber 
auch Huser gegenüber linden sich noch Abweichungen von Belang. 
Jedenfalls stammt unsere Handschrift aus guter Quelle, deshalb ist es 
sehr zn beachten, dass unser Mscr. am Ende keine Jahrzahl gibt, 
während' der erste Druck hier schon „Anno XXVl" hat und so alle 
kfinftigen. Das Ortginalmscr. hat Huser nicht gesehen; es wäre aber 
von grosser Wichtigkeit, wenn die Jahrzahl 1526 als unsichere Ucber- 
lieferung betrachtet werden könnte, denn sie ist mir lange verdächtig 
and ee sprechen mir dringende W'ahrscheinlichtskeitagrÜnde dafür, sie in 
1527 zu ändern. Dass unser Mscr. aus guter Ucberlieferung keine 
Jahrzahl bietet, bcgrüsse ich darum mit Freuden. Vielleicht hat Huser 



62 l(. ScbrifiBii, ««Uhe rioli in A*a IlnserVh«» SafDm«kns^b«ii fioden. 

in KciiKtr bi'wtorcn liaotlschri fluchen Qiivllo gloicIiTnllH keino Jahnahl 
vorgc runden uml daher dio der unMichcroii ItodciiMtvIn'üchiM) Ucborliororuni; 
berüber^noin men (?). 

Auch der Brief an die Züricher Studenten stobt der üuner'üchen 
bfi««cren Lesart sehr nahe und teigt keine der Abweichungen den ersten 
Drackes (Tli^il I Xo. 43): nn einigea Kndom Stellen weicht er aber 
doch etwa« von Buser ab, 

Der Ilrief de« GraHinu» xeigt einige kleine Besonderheiten de» 
Textes, welche keine anik-ie l'eberlieferunp; bietet, doch kann ich die- 
selben nicht bI» bfssore Lesarten betrachten. Bemerk onswicrlh ist es 
noch bosondara, dniu diftser Brief de« ßra!>mu« sich auch in unHerer 
Handschrift hier neben den Briefen nach /iirii:Ii llndet wie «onnt 
mciHleu«. Kr wird Ja aucli in d«m lirief au die Ziir'dier Studenten 
nlü Bcleii angexogen und int inHofern hier auch an seinem Platze. 
(Vielleicht halte ihn Molienheim den Froiiiidon in Zürich »clion früher 
oder bei dieser (ielcg<,^Dlietl mitgcthcill.) Inhultlich gehört er ja uicht 
nothwtindigcr Wei.te hierher iiud iiiun kann llu-ter niclit tadeln, dim» 
er ihn im S. B«nd hinter der Baseler Tartarusschrift eingefÜRt hat, da 
er ja eine tarlariseho Krankheit behandelt. Jodenfulla ist er sehr früh 
schon samt deui Brief nn die Znr'ehcr Studenten zu der Suhrift „De 
Gradibuü" (((vuinimelt wor<len, zu welcher cigenilirh nur der Brief an 
Cl&user sti-eitg goiienimen geliört. da or widmungsweise mit di<!vteio Buch« 
all (flauster gesendet wurdo. 

Die Abweichungen de-* Text«'* der 7 ßöclior „Do Gradibns" sind 
im Vergleich zu llu.ser und Uodenstein nicht »ehr zahlreich oder bo- 
deutunsHVoll. Imuierhin verdient uniiero ans guter rebtirlieforung 
stammetidc Handschrift bol der künftigen Tostrodaciion mit heran- 
gexoge» za werden. 

U. Wien. Hofl.ililiotliek 1 1 1 14 und H 1 15 |:Med. 30 u. 3l:|. 
Zwei Bande schön geschrieben aus der icweiteii HSino des 
16. Jahrhunderts. Auf den goldgepressteu I'ergamentdockelii die 
Bwcichnung E. A. B. C. V. | 17. G. L. B. V. S. B. öS. 
BI. 1— '^13 und SM— ü;-t4. 

Bl. 1— 73>. Daa Buch tob den TaitarUcben Krankhaiten, n^ch dem 
altuu namon vom Stain, Sannd, oder Grieß, durch den 
nochgclerlen Herrn Theophrtstln [!] von Hobenhsim, 
Beder Rrtzneien Dootorn, Vo. 1 

Widmung an Brandt von ETerrfing und 22 Cnpito] samt Boitchluasrodc. 

Huser 4'-Ed. Bd. II S. 244-3-10; FolVEd. I S. 282—316. 

Bl. 74 und 7f> unbescbricben. 



II. Schrirten, wetcha sich in den Kusor'schea Sa mmel ausgaben finden. 63 

Bl. 76a — 133a [ursprunglich hatte die Fotürung wieder mit „I" be- 
gonneu; am Fusse der Seite: Ho. 3.] 

VoB der WaMerancht Capit: primum de nomiDe et vooa- 
bulo 

Es folgen „Von Schwinden . Aridura", „Von farbsachten", 
„De Colica Von dem Grimenn" u. s. w., die 11 Tractate in derselben 
Reihenfolge, wie sie Husar 4''-Ed. IV 8. 118—207; For.-Ed. I 8. 515 bis 
548 gibt, also nicht in der Anordnung des ersten Druckes von 1564 
(Theil I No. 63). Doch haben wir es keineswegs mit einer Abschrift 
des Huser'schen Textes eu thun. In Einzelheiten weicht der Text Öftera 
von dem Huser'schen etwas ab und stimmt dann manchmal mit dem 
eisten Drucke. Er hat aber auch Lesarten, welche von den beiden ge- 
druckten Texten abweichen. Das Facsimile auf S. 137 Huser's ist auch von 
unserer Hdschr. nicht entziffert. Der Schreiber schreibt „Car . . ." und 
malt im Uebrigen dieselben Züge nach, welche Huser hat nachschneiden 
lassen. Solches ungefähre Nachmalen ungelesener Schriftzüge findet sich 
häufiger in unserm sauber geschriebenen Mscr., aber auch nicht selten 
Lücken, wo das Enträthseln gar nicht gelang. 
BL 133a — 135a ohne eigentliche üeberschrift: 

Ina haillong dei wanden leind drey we;, die aus rechtem grundt 

vnnd kunst gehennt vnnd der wunden domit feucht 

behalten bis Ion beschluB seiner Heilung. 
Es ist die Chirurgia parva, welcher Huser, Chir. B. u. Sehr. 
Fol».-Ed. S. 522—523 gibt. (Vgl. Theil L No. 68, 113 u. s. w,) 

Bl. 135a — 159b folgt ohne Titel die andere Redaction eines 
Theiles der 11 Tractate, welche sich bei Huser 4°- Ed. Bd. IV 
S. 208—243; For.-Ed. I S. 549—562 findet. Der Anfang lautet: 

Allen dingea lollen Ire namen geben werdenn, das der namen. 

die kurtze begreilTt dei-selbenn dingen, nun aber seindt der 

namen vill der Wassersucht, die doch nit denn grundt cr- 

greifTen der krannckheit 

Es folgen „Von schwinen oder schwindsucht", „Von farb- 
sachteu", „Von dem Bauchroissen". Auch hier finden ."ich kleine 
Abweichungen in den Lesarlen. Die Verweisungen auf die Stellen 
der vorigen Bearbeitung finden t!ich auch hier, wenn auch in den 
Zeichen nnd im Wortlaute abweichend von Huser und dem ersten 
Drucke; (in der ersten Bearbeitung flnden sich aber die Zeichen nicht, 
auf welche verwiesen wird; vielleicht hatte sie der Abschreibor dort 
nicht verstanden and darum weggelassen). Jedenfalls ist auch dies nicht 
nach Huser oder dem ersten Druck (Theil I No. 63 resp. 92) abgo- 



64 II- üchtidon, «ticho lieb in dan Dnmr't^sit Sinmalsiufibcn ündea. 

schrieben, noiiilrrn nncli einer nnderireitigen lianddchrirtlichoa Vorlago..^ 
Bl. 1G0& ein neuer Htcl: 

Opus Paniminiin A'| Theophr&iti ron Hobenhaim geboren xu dcrT 
lüii-tiik'ii. g'.-ntuclir Inii il-'n I^^ri'n. de* Krwirdigen ?od Uoch- 
gi'ti^rtfin llorm Joachim tod Watb Üoctor vnnd llurgermaiater 
zu Sant Gallpn. Ko. 4. 

Uuscr 4''-Ed. I S. 67—140; For.-Ed. I 8. 24—50. Audi bicr kleine 
Abwoichuuüen von Ilu«or, di« z. TU. mit A«a nodcn.'<t«in'itt;lißii Auit- 
gaboD vou 1562 und 15ti5 (Theil I No. 47 und C7) überein.tlimtnen. 

1^ Cod. Viennvnsis Ullö |;Mfd. 31:| Siehe die vorhor- 
gelieude Nummor. 
B1.2141 Titel: 

De HoTbonun Vtrinsqae profeiiionii origine et caosa A. Theo- 
pbranto Aucloro llbor PiimuH ni) Docti-süinium Dominum Joachi- 
muiu ViiilinnuEn eio^cin TrofcHsioniH Doctorom Celeborrimam. 
31 



S. Galli ,„ Martii. 



Ho. 8 



BI. 315« beginnt BTheoplira«liii« von UoheDlinim der Phy vnd buiiler 
Artznef Ooctor zum lener ..... am funlTlzchendcn Marlij . . ." 

Bl. 215b Libor Tortins [I] Theoptiraati Uohcuhaiiiiiensis [1] de 
Caitsi« i>t origino morborum. 

Bl. 248a Lider qusrtus Mslricis. 

Das rian2« ri'icht bi» It]. 281a and ist gleich lluscr 4''-E<l. 1 

S. 141—237; Fol'.-Kd. I .S. 50- ^4 also X und 4. Buch dos Opu« para- 

inirum. Abweichungen vom HuHerNchoii Tijxt« kommen auch hier vor; 

M rat schon der Titel abweichend um) mit dem 1. Drucke von 1665 

(Tbeil I No. 70} gleichlautend. Dan 4. Buch war 1566 in Cö)n erschienen 

(Theil I No. 73). Das Datum „S. Galli |i Slartii" heisst „S. GalÜ 1531 

18 MartJi" und m>II nicht etwa den Monatjttag nnch Julianisahem und 
Oregon aniHchem Kalender bedeuten, deren DilTeronz erst vom Jahre 
1000 ab 13 Totie beträgt. Der 18. März fiudot sich nirgeads gedruckt, 
soaJorn immer der 15. 

Bl. 2&i und 283 unbeschrieben, e« folgt auf BlaU 2H& ohne Titel 
bo^nnend: 

Torred Ion die Bnofaer der Tnuohtbarn Krannekhaiten durch 
den buchgulrrt^n lli<ri'D Thc»phra»lu? vou Uohenhaim 
doctor. 
Huser -l'-Ed. Bd. I S. 238-327; For.-Ed, l S. 85-117. Der Text 
stiiDint iui allgemeinen mit Iluwr und durchaus nicht mit dorn gokürxten 



* 



II. Schrifien, «eiche sieb in den Huäer'schen Sauimetausgaben firnJea. 65 

Kölner Drucke von 1565 und 1566 (Tiiei! I No. 70 und 82), womit 
aber durchaus nicht gesagt sein soll, dass er nicht im Ein7.elncn manch- 
mal mit Köln gegen Huser stimme; das kommt thatsächlich vor. Im 
ganzen aber ist es derselbe Text, der auch Huser vorlag, und nicht der, 
welcheo Ilirckmann zum Abdruck brachte. Dass diese beiden z. Thell 
eine ganz verschiedene Bearbeitung darstellen, ist in Tlieil I S. 112 und 
113 näher dargelegt. Nach Huser abgesciirieben ist unser Mscr. aber 
keinesfalls, sondern es beruht nur auf der gleichen handschriftlichen 
Ueberlieferung. — Das erste Buch schliesst auf Blatt 302a mit den 
Worten: 

das Ir denn glauben Inn seinen Werckhen dermaasen auch ver- 
stehenn sollen. 
also ganz wie Huser S. 269. Vom zweiten Buche wird dann kein 
^Vort gesagt (dass es fehle, geben Birckmann und Huser an), sondern 
Bl. 303a sofort begonnen: 

Das drit buch, voji den vusichtbarn werckhen des hoch- 
gelerten Herrnn Theophras. Doctorn. Prologus. 
Auf Bl. 304b unten bis BI. 30öb oben findet sich ein langer Absatz 
eingeschoben, den Huser an dieser Stelle nicht hat, dagegen fehlt auf 
Bl. 31 Ib alles was Huser 4°-Ed. S. 280 „Wie vormals angezeigt ist" 
bis S. 286 „die denn auch Hexen seindt" gibt. In diesem grossen 
Abschnitt stellt denn auch bei Huser S. 281 — 284 der oben vermissto 
Absatz des Mscr., es fehlen also unserer Handschrift thatsächlich fast 
3 Seiten Huser's gänzlich. — Bl. 312a beginnt: 

Das vicrdt Buch von den vnsichtbaren dingen durch 

den hochgelerten Herrun Thcophrastes [!J von Hohenhaim 

doctorn Ko. 9 

Zunächst „Vorred zum Lcserr", dann „EinRanng des vierdten Buchs". 

Da» Buch ist im Mscr. in 13 Abschniltc getheilt, überschrieben „Zum 

Aandern" „Zum dritteun . . . Zum Drcytzcliendeti", was sich in keinem 

der bekannten Drucke so findet. — Auf Bl. 325 hebt au: 

Das fünfft buch von den vusichtbarn worckheu, des 

Hochgelerten Herrn Tiieophrastes [!] von hohenhaim doctorn. 

Vorred zum Leser. 

Es folgt „Einganiig diß buchs" und 23 Abschnitte überschrieben 

„Zum anndorn", „Zum drittenn" u. s. w. Die üeberschriften zum 14., 

15. und IC. fehlen; es sind da nur einfache Absätze gemacht, wie stets 

bei Huser. Das Ganze schliesst auf Blatt 339b mit den Worten: 

vonn den Caracteron zu verstehen sey gnugsam fiirgchaltcn. 
wie bei Huser S. 327. 

Kritik d. Bekiktlt d, I>iriciltlsrh>D Srhrinm. H. O 



Qß |[. Stfarlflen, welcbB tich fu il«n Hu»er'acbeD SMniMlaiUfibsn finden. 

Auf lUatt 340tL beginnt und reinbt liis BI»U 85^«: 

Liber Von OStenng der hast vnd Ir natarücbe verlettonp. 

DocLor TbuDphrustus von hohen: 

Das Erst Ciipilul. So nun Got der ist, der Artznoi baschatTcii, 

vnd den Artzt, Int weither, von den dingen niobti itu rodi>ii, 

a]]s nllain durch In, das i^t diirtb lli<^ wärrkli . iler natur das 

sie bowt'iHCii .... fAm Fumo des Hkttea 34üa die No. 6] 
llu«r Cliir. B. u. Sehr. For.-Ed. S. 402—412. Im Texte sind mohr- 
fnch Wrutor au*gcln.*<eri, \Vi<» lii^r Scbroibor nicbt Idsen koniile, währpnd 
tltiniT alias ^ul entxifTert hat. Wu Kusor andere I^eüarten am Uaiido 
gibt, atiuirat unser Mscr. bald mit der Lesart im Texte, bald mit der 
um Itandc. Selbsl in ilein Titt.-] dos 2. Buuhcs könnt« er diM Wort 
»lutcnori" uiehl entzilTern und scbreibl Bl. 35'2a: 

Liber socundu» de Cura Vlocrtun ex I l'undamento per Intra 

medendum. 
Aar Bl. 366a heisst m: 

. . . domit niomBubi gnr g«buUt werdt. Allomal etc. Dorecl 

litora. Q 

So nun da.« Corpus . . . 
Der ächluäd äea Buches lautet B). 358a: 

.... vnnd wicn-ol da^ ist . iIa.H iioeh vül seindt dcrstuckb, die 

den SallU. Defect lilera T. 
Da« ist wichtig. Iltiser, welchor „aiiU Tbeophra.sti eigner hand- 
scbriirt"* Meinen Ti*xt gi'Lominon haben will, kennzeichnet au der ersten 
der genaiinlcii Stellun gleich fülls oiuo LScko und Kii;;t S. 411A „l>«si- 
dcnbalur boo lovo in Aulogrupho Itnix capitis priini. principiuni capitis 
flecnndi: quantum ecilicet capit pagina buiiisniodi integra vel dimidiu" 
(der Druck des Toiitos, Thoil I No. 113 resp. 133 deutet keine Lücke 
an). Am ScbluM «ngl ilusur nur „RoÜijub buiu» übri desiderautur 
omnia". UnNori* Handäihriri hal durch diu gnuzu Scbrifl von Blatt 340 
bin ä58 auf dem Itandc die Biicbstaben A — S angebraciit, di-r Buch- 
stabe nQ" fehlt, ebenso „T' am Ende; das war zweifellos die Signatur 
der Blütl<ir seiner Vorlage. Da nun bei beiden Defecten die Vorlage 
mit dein Ende eiiiih« Bogeii.s »b^chnttt und diese Dcfocle mit denen 
lluäcr'j> in Minera anifeblicben Autogramm .-«tlnimcu, .^u i«t ot klar, dass 
beide direct (oder durch llittclijlieder) acbliesxlich da$<elbe Maiiu.script 
bouulxt haben mfiMen, wolcbcs denn doch mit gröbster Wahrscheinlichkeit 
thakdichlich die Urschrift gewesen »ein wird. Der Sachverhalt kommt 
in unserem Wiener Mwr. noch viel klarer zum Ausdruck als bei Iluisor; 
es war in beiden l'allun ein Blatt verloren gegangen, da.4 16. (<j} und 
das 19. (T) oder da« lelxle Blatt (rosp. die lelxteo Blätter;. Wm 



II. StliriAcii, ■«Iclie «ich in <Jnn IIuaor'KfaDn 8amn>«]|ta«gati(D HikIbu. 67 

aoMrtn Scbreibor vorlag, varen al^ I1)~'2, tnithin 17 ßlilltcr, und 
tbaUliohlich hatte d*N Ncuburger Original IT Ulätler, wie aus der Ein- 
leitung S. 6 au «reolicn isU Wir hätten damit einen gläuzeiidon 
ßvW^ für die UnipHinglichkoit d«r Vorlage unsors Schreib«». Er hat 
wohl i-b«niMi wie Huser die Origiiialhaudschiift ia Nouburg an der Donau 
benuttt. 

Auf di-n .Sfhiuss dieser Schrift folgt B!. SäSa— SöWa sofort: 
De Tloerfboi. 

CauHB. Der moDB^ ist loa drei dEog gesebt, darlan tseia 
leib Hlct der ain laÜI Ut ein Morcnriu.-«, der Annder Aiii 

Solphur, der dril aiii üalllz waß weiter noth i.tt 

di»rm. wirt Inn der I'hi anzogen. 
fÜMr, Cl)ir. B. und .Sehr. Fol*.-Ed. S. 676 Seite S v. o. bis Zeile 13 v. u.; 
DBaer Text »igt maaclio kloine AbwcichuDgcn. wo der Schreiber seine 
Vortage nicht rersland (. H. ^Hylech" »tail „Hcyleiideu". Diese» üruch- 
siuclc war vor Hum-r (1(J05) nicht gnüruckt; er gibt c» „ex Autographis 
Tbcophnuti". Unsere Handschrift ist ülter ali der lluser'iiche chirur- 
gfaiobo Foliob«nd. 

Durth einen Strich von dorn Vorhergehouden geschieden, folgt dann 
ohne l'eborschrift das bei Husit vorhergehen de Fragment: 

t Eia venaeroken vand C«pitU . war Innen der Henich gesetst 
ui . Inn was naturlicher inateria vnnd luip . vonw«gen xu «r> 
deren denn vrsprung der ofneu schoden. 
3. Wie dasselbig saltz des mennschen ein vr»uch sei aller locber . 

vnd dctoD dingen . so der haut Verletzung berueren 

8. Der he^chlud . vnnd daM cnndt diU buch.« . Darinnen v 
mandt ain iegltchen nich zu d«r wahrhail lleii«»en . got vor Augea 
SB hon . vnd au.« Im lernnen All« von dem . der d«D Arzt . 
vnd Artzney beschaffen bat. 
UoMT 1. a. 0. S, GTäl) — 67flÄ überschrieben .(DisposiÜo ouiu#dam Lf- 
belli von offnen SvIiHdon)", was ja dem Sinne nncli xutrifft. aber schon 
durch die KJammorn als Ilu^or'ü Zutlmt sich kiiml gü't. Auch dies 
lttuclii>tBolt, das xwiiet nicht ({cdrui^kt war, );iht lliisär nnch dem Auto- 
(npbo. Der erste Thcil dieser Disposition hat in uniwrer Ild»chr. 10 
Nutnioero, wribrend Huser nur 9 zäblt; Huser's Xo. 8 isl im M*cr. in 
2 Nuiumorn gi-schioden, die No. 9 beginnt mit den Worten „AUo auch 
von der atath . . .". Der Ti«ctatu8 secandus hat in der Udschr. wie 
bei lliu«r 6 Nummorn. D<.-r Text Und dann ohne Trennung folgtMxler- 
BD weiter in unserm Mscr.: 

15. Wie da« gleieh gilt oahrung halb, es 08<>d der man frawen speis 
vnnd die frawen mcnDiiicho . was nahruDg autrifll itit ain ding .... 



68 II- Sclii-ifiun, ««Iflic sich in Ana Iliisi>r'»di«& StromalAusgiibsn flmleB. 



17 ist liillich nnuiler Ibooriemn xu fucren, dnim Runder 

Ut der frnwcn krancVlii'it, annderst der man. 

I. Mati'ix Ateth . wie aiii tioam InD der erden 

[361 u] I. Djiniml] Jan die mutter ain iiouin ist . . , so sio Im bauen 
orfaull. Diis Alloin dur moiiurdici ilrr iimii Ivdig viinrl Troy isL 
Dies Kra(:h.4tiJck Imt mit dem vorhi'rgdiciidon gar iiit-liti zu tbun; llu!t»r 
gibt ee in uiiigekelirter Ordnung (zuemt 1 — 7, dann lö — IT) -l^-Ed. 
Bd. V S. I49-]:»Ü; For.-Ed. I S. 137C— 13-SA nlit .Qunedani ad Ubrum 
do nialricc ruforenda'' uns c]«ni Autogiapbo: e« war vorher nicht 
godnickl. 

Hierauf Tolgt otiuo bosondore Trennung oder UoberAchrirt auf 
Bl. 36la: 

Kn besonder Übel). Anathomia. vom Hut Lirn, ßulloii Mn;;on K. 
viv v» fubriciort mtl. viiiid wiirlnii <-s iitaiiiidt . Was Im t\i 
feit . nie Mio «ich lun der Anathomi auftnillon . Warunib lilut 
aifl . viatt Hcy ; [id oHtJ Marc . Warum bäum seiiidt . vnnd 
pieron soindt warurab tleicich -:- [id (wt|; terra . warumb dio 
Conoauitalot »p [Lueko] [nter aphaera-i . Warumb die him oben 
1di kopfT. d«.s IiörtK Inu mitton , wie Also cumerliub dergleicliou 
xuuentton i.-)t 

VcDO suDt Hatnin», npfie ic. MjMit est caoluiu ei^traneura. 
Diflser wotil zwcirdloH echte /uttel steht nicht im Huser, «oviol ich 
«ehe. Vji Tul^t liiüiauf sofort: 

So in )i' wvhait. furwar e« mus ain annder grundt Inn der 

orixnei »oin ko habund siB auth Im visr^tandl nit . siv 

bleiben Also . Vu\ml Trimum .... [Bl. 361 b] I>i> Matrice 

8under glaub id est Aineuii weg .tuoli nit »tuckwerg. Alls der 
weg ist. 
Das i«i der Schlug eine« Fragmentes, «elchf« Huxor gibt 4''-Ed. 
Bd. V S. 307 Zeile U v. u. — S. 308; For.-Ed. I S. 632C— 633A, 
€tnoa früher ungedrucliteD Fragncnlra .I>e affcctibuH Matricis", 
wie das Inbaltsveraeicbni» sagt llufer gibt auch den Anfang dieses 
Bruchstück«« ex Autographo Theophrasti , während unsere IIdt«chr. 
mitten im Texte begiuot; es linden sieb zahlreiche Abweichungen, die 
nch meist aus anderer Lesung derselben Schriftsügu orkliiren lussou. 
Uirevt hieran anachlicct»end fünf Zeilen: 

Diacimiimm In Tabulis Kegtmen cum cibo et potu. 

was IIuHCr cU-ndu S. 296 rosp. 628A gibt mit dem Titel „Aliud ad 
Uydropisiii", gleidiCulU nach dem Autogramm. 
Ea folgen noch weiter folgende Fragmenlo: 

Bl. 3<}lb— 3l>2a Yom Wann. WiewoU der Wurm vill seindt. 



If. ScbrifteD, welche sich in den Uuser'scben Sammelausgaben linilan. 69 

SO ist doch der wurmen namcQ darinnen die Partes 

Corpors, vnd alls dann wachsen vß Inen wurm. 
Iluser 4'-Ed. V S. 303 Zeile 1-26; FoP.-Ed. I S. 630C-63IA (ox 
Äutügrapho). 
Bl. 362a — 3G3s Defectus • Allso mit solchem schall . kompt auch 

diso Kranckheit nit änderst, dann gleich den Donner strall 

oder t>chaur vnnd kranckhen blcndung vnd betrieguug. 

Huser a.a.O. S. 317 — 318 resp. 637 als „Aliud Fragmentum de 

Caduco" (ex Autographo). 

Bl. 363a— 364a « Defectus oronis [?] Dann alle erden mer sein leiden 

dann aller Elementen laideu .... das wir do ansehen den weg. 

der also auch Inn der Artznei ist. * 

Das bei Huser (S. 3J5— 317; 636) vorhergehende Fragmentum de 
Caduco (ex Autographo). 
Bl. 364a — 364b Allso gibt der hirael sein zail oder narren, deren aller 

zall hie nit zubeschreiben ist Creation, nun betreff, die 

complex zuuil hitz, kelti K. das fewer macht vnsinuig. 
Bei Hnaer (S. 301; 629C) „Von der Toubsucht" überschrieben (ex 
Autographo). 
Bl. 364b— 36öa Capit de Cadnco. Man soll den schlatf nit abbrechen ic 

i. e. Schtalf wann du wilt darnmb ir Astronom! be- 
schaffen seindt. 
Huser a. a. 0. S. 305-306; 631-632. (Ex Autographo). 
Bl. 365a — 365b. Also auch im matrice dermassen der gantz microcos- 

mos bt vnnd Inn ^eiuen Partibus. wo aolchs begegnet. 

De Loco- Nun aber vonn der stat . . . sperma vero physicum 

est scz centrum matrids digestio. 
Der Schluss des fünft vorhergehenden Fragmentes „Tom Wurm"; Huser 
a.a.O. S. 303— 304; G3I (ex Autographo.) 
Bl. 365b— 366a Welchem die Scheisse ankhumpt sie begcrens 

nur zur faulkeit zu brauchen. 
Huser a. a. 0. S. 304—305; 631B „Fragmentum vom Stal Lauff" 
fiberschrieben (ex Autographo). — 
Bl. 366a — 366b. Tom namen. vom uamen der wassoraucht, wio 

er Inn latcin stcth Ist nit zu bedcunckhcn vnd 

nit von der erden. 
Huser S. 297— 298; 628 (ex Autographo) „Aliud Fragmentum. De 
Hydropisi". 
Bl. 367a. De Kania. sidcra crrantia. Memorialis praedicta. sapientia hominis 

sondern bei den munchen vnd r.aichen zaubern da lerne. 

Huser S. 302; 630B (ex Autographo). 



70 II. Schritten, welclie iich in Ata Dus«r1| 



finilcn. 



Bl. 367 a Fntinet ad venne«. 1. Luaa facit habet sperma ver- 

mium SCI de b. 

Hiwer S. 3Ü4: 361B „Aliud du Vormibus" fox Autogrniibo). 

BI. 3tiTb-^HI>JA So wir nuho witien wio mancherlei sali, mo niniicliorlci 
üulphur wie n)iiii<;)iei'lni M(>rcuriu:< Iiiii Iri^u Spcciubus der Aluhimiii 
vltimi st Anntiiotni. So wisueii wir nucb liieraulT die kroutter 
wio Bio vona aitiaiider sointb vnd wim tu ain JctiHcbs ^ut ist. 
Item wie Coostriclio mcrcurij soi oxiccatio salis. Inprcguaduum 
«ulphiir. VDnd aus dem dorauH miip^scn aBe Cur( g^Mchehen. 
vntKl »it conlruria nd contraria kolti für bitn. 
Item wie ain ieglicli krnnchait sein selbs artfnai sei genug 
^ine additione. 

Item wie additum ein ArtxDet sei . vaad gar grob vonn deon 
Alten vnnd newon be«chricbcn vud gubrauuht. 
Item ob muD aus add: dcitiu grndum gantz machen, so konipt 
CS Ans dem dofecto. Da» wir das ganiilx« Simplex, hin dem 
da» DOtturftig corpus ist, nit erkennen, vnd doch Iiin vo^erm 
garten stet, daruinb so man addiro mus, .so wirti genommen 
aua den dreiun eriiten, nit uui« den vier Elomenton. 
Ilcm wio die vnndorecliiedt der kruuther. vnod Elo: dar- 
nach die Itranc-kliuit Ion Iren graden alUo uoü mu taugero. 
ftll.-' tenli^ü. ulla C^noreoa K. l'lantago. Penicaria. Celidouia. 
Vnnd die. so wir die drd ersten alLto IcenoeD. Wie AIm nach* 
Voigt, die forma annUoigt der Anathomia vnnd ans der Ana- 
tliomia der kranckhcit vnnd das kraut zusammen concordirt 
»oll werden, vnd wio die Phistono; Cliyromantia IC. Venarura 
urbor: Uedulla. o«Ma. Caro. Cartilage IC- da» flu alle hin der 
Analhomi alanndcn. vnd do muQ die Coucordnntx lunamea 
gebracht werden. Allß gleich zu gleichem Inu dor Aoathomi. 

[868AJ Item die branckbeit gonudt auch alle Inn der Aiiathomi deasel- 
bigen glitz, darumb di« Analhomi gohalieo soll werdeon darumb 
.-»«iudt diu( spccies Anathomi^ . formn . vene . Couco . . . Phisio- 
nomia . diui^iione» rerum <'. ic. vnnd Allct Inn der Anatbomi. 
vnnd also die kranckheit auch. 
Oioscs „anuto mische" Fragment findet sich nicht bei 

IIuMcr; Vcrwkndtes findet sich unter den „Podagricis" im 4. Bande der 

Quitrt ausgäbe. 

Bl. 3ti)^a fragment libri de Auctoritate lanotonim. 

Ilaillii;en anuruelTen . Sani Nitolsiie« . [lailligcn Zaicbenn Inn 
diLs waclis trotten. Sant Wolffgaiig Alg : Vllricli. 
llailligea hcKteu lebenudig. 



II. SchrifttD, welche sich in den Huser'scben Sammelauagaben finden. 71 

Hailligen dot helfTen. 

Item darumb das dio hailligon ainer das thou . der ander das 
d. i. Mesß. Wasser trunckbeo ic. hat sein vrsach. Wir soUem 
darumben nit thun. quia ex iussu et concessioDo Doi. 6ot 
mag In ein grossere zugeben vnnd nachlassen habet suos rationes. 
So Christus bainea dennassen bewerte . vnnd kain Zaichen thet 
durch sein hailiigen . so mochten dio kinder von YJ3rahel si^en. 
er wer nit Got . sie hettenn In Allem . Aber er ist vnnser Got 
auch vnnd wir haben In auch . darumb so sollen wir wissen 
das die Zaichen dermassen seindt anzunemeu. Also gegen 
kindern vonn YQrahel . do er sich auch ainn got ertzaigt hat 
Dann duriTt got Sampson die sterckh geben. Item Josue ic. noch 
viel mer vnns . darumb ist Ir hillT do. Wie sampson . Josue . 
darumb seindt sie sterckher . dann wir. 
Uuser hat diesen vorläufigen Entwurf zu dem genannten Buche, 

welches er aus dem Aut<^ramm im 9. Bande S. 20811. (Por.-Ed. II, 

S. 240ff.) abdruckt, wohl nicht gekannt, jedenfalls findet er sich 

nicht in seiner Ausgabe. 

Bl. 3G8a— 369b ftaatuor libri Complexioaam Theo: Aactore De Colerico 
Belle, De MelancoUca Passione De Sanguinea In- 
dastria, De flegmatico audore. 
[368 b] De Colerico Belle. 

Was zeicht sich der Ruewig man . das er sich veruewig macht 
dieweill er Inn seiner vernunlTt bleibt vnnd behalt die selbig . so 
bleibt er dieweill auch Inn seiner Rue, nuhu aber was . das 
sei . das Inn vnruewig machen . vnd dai-zu beweg . ist meiu fur- 
nemen zutreiben. 

Erstlich 
Die Colora ist aus der natur . der Zornn zunt sich selbs An.usQ 
seinem gewicht . vnnd CunstcUation . von oben herab . nimj)t er 
zornn vernunfTt durch Martern. Also wirt er zum krieg bewegt . 
eusserlich . er mags Innerlich annemen oder nitt. 
Nun muß er Inn krieg . darzu mus er haben Martialem Instru- 
ment . das ist all Instrument, so martis Im firmamcnt hat . 
Spieß . Ilellerparton . Donnerstrall buchsen ic. 
Darnach mus man Im holTieron PfeilTcn . Drometcn tc. gibt 
gern vol sein, frolich . vnruewig vnnd nichts . dann vngluckh 
zusammen fassen. 

Danach so das alles ist, so gcths zum cnndt . so erblint marß. 
Dann marß sieht sein dot nit an, ist mit gosehendcn Augen blint. 
Ailso lauilent iun den Spicsß. 



72 "' Schritlui. noiehs >i«b in den Qiuer^aelicii äaumeUiugilHo fiiid«D. 



MeUiicolta. 

Allfto ist Luna Mulmacolift R .M. eohonndt Ir«nn dol nit . 

vriDilt .teiriftt so baillig es muß »oiri Inn diia feur. vad discr 

todt f>ein<lt vill . ain graduH will feur haben . d(>r BDtidcr [3l39u| 

wa«ter . vonil bIsü iDaticlierloi . vnnd kulfon Inn diomtiet liin da^ 

fewor vund wftx»i>r. 

AVnrent nie reruuDiriig, ito giengen sie Inn dot nit . ae flichea 

THod lielTeD nit darein. 

Vod ob aber Aincr vermainpti wolt . sie «lorben vIT die warliftit . 

e» vcrmniut ilcr knogKman uucli . or liiilt rocht . ei lorDte Aaea 

die colera alno . doon anndcrn liklsiicolia. 

Was Rclls wo ain kricger Inn widerlauff gannRcn . er ist Im 

L-ontrarium . vund der glaub ist im nit contrarium . vud das Ist 

Im uboi* cuntrni'iuni. 

Ob man mgvu wuidt . ich iitirb vT daa Kuangi^lium . warum 

stirbst . hitit iluch uil bcfelcli . wie nucli nit der KriegamaD . 

Wur hai»«t In Inn krieg ziehen . die goäcbrillt nit . sein Mars 

treibt Id. 

IVr auf das worl gotlcs «lorbon wll . der nw\i nit diu wort 

Ilaben . «io denn budutahen . snnder er muß den gaint linben . 

(kr halt ksln Meinncoliam Colerftin nit. 

Warumb starb felrus wider seinen willen . er must gon . do 

w Im uil geßell . dann wo vernunift ist, so enndtriiinct uan 

dein ilot . biß nimcr soin mag. 

W'«T beruembt »ich seines todts . di-r dun-in hiiilTt . Allain da.'t 

vber«indon Vom gestirnii . keniith sidi selbst nit . allain der 

erkbeunt »ich . der sein %'ernunfrt behalt. 
Petrus, Paulus 

Habvnn woll bedacht . was wir diennt . dos nieuhlorn sei . nit 

das [36'Jb} wir beHC«»«u seindt mit dorn gcittirn. Wir sollen 

vber daä gestirnn .-teiD. 

Preliasa mors sanctonim . die on 
Mclaneolia vnd Colera ist. 
Aueh divoD rindet sich nichts bei IIuKcr. Vgl. den Leidener 
Codex. Vos*. Cbjm. Fol". No. Ifl Bl. Hb (No, 2«.») 
111. 369b — 370b Das finstornas wird . ist Tinstero der mon.-ichoa . 

dann sollte diB kain Zaichon sein sonnder taglicb.i lauff». 

Iteiu <)iiau fuit hoc Anno coniunulionis comprebensa 

da» gautx bleibt . vnnd nichts onndt rindt. 

Der dritt taill auslegiing . Marci am 13 So worden 

vermundt . die Afioütell bestendig zu bleiben. 



II. Schriften, welclie sich ia den Duser'achen Samma laus gaben finden. 73 

Es ist der Schluss von „Mebrer Erklärnng der Practica auff die 
vier Jar", welche Huser ex Autographo gibt, 4''-Ed, Bd. X. Fasciculue 
zum Appendix S. 28—30; Fol^-Eil. II S. 635B Zeile 25 v. u. bis S. 636 
Zeile 19 V. oben. Den Anfang dieses Fragmentes hatte Flöter schon 
1567 veröffentlicht (Tlieil 1 No. 85). 

Diese Fragmente, welche unser Schreiber auf Blatt 358 bis 
370 gibt, verdienen entschiedene Beachtung; Huser gibt sie, so- 
weit er sie mittheilt, alle ex Autographo. Vielleicht benutzten beide 
dieselben autographischen Zettel? Vielleicht die Neuburger „allerley 
fragmenten zur Artzney gehörig 102 stuckb und stücklin"?? (Siehe 
Einleitung S. 6). 
BI. 371 unbeschrieben, 
Bl. 372a— 42U [Am Fusae der 1. Seite „Ho. 6"] 

De CadnciB libellai Theophrasti Hohenheineniis. Cap. I. 
Zu ainer solchen grossen Arbait . alls ich mir furgenommen hab . 
dieselbigen ohnn ain vorred nit einfueren sonnder das Inn der- 
selbigenn das Argument begriffen werdt darbei auch daß auff- 
erweckht werdenn die Schlaffendeu . so biß her solche grosse 
krannckheit der fallenden Siechtagen so gar mit vnnßeiß . vnnd 
vnachtberkait habenn Ii^sen hingau . wiewoll vonnoten war . 

das ich hochbcclagte vtid antzeigte denn vnfteiß 

Der Anfang weicht von Huser (4"-F,d. IV S. 31711. — Fol".- Ed. I S. 589ff.) 
beträchtlich ab, der nach einem Mscr. desMontanus seinen Text gibt 
und gerade hier mit dem ersten Kölner Druck {Thcil I No. 65) ganz 
übereinstimmt. (Das Original aus Neuburg an der Donau war an 
Günther von Andernach verliehen und zeitweilig nicht wieder auf- 
zutreiben, vgl. die Einleitung S. 9f.). Das Weitere dagegen stimmt bis 
auf kleine Textverschiedenheiten im Einzelnen völlig mit Huser; selbst 
die Eintheilung in Absätze ist fast immer die gleiche in unserer Hdschr. 
und bei Huser. Die Eintheilung in Capitel gebt durch die beiden Bücher 
von den Caducis hindurch, während Huser und der frühere Druck des 
ersteu Buches dafür „Paragraphen" setzen. (Der 1. Druck von De Ca- 
duco Matricia [Theil I No. 87] hat auch Capitel.) Im zweiten Capitel 
hat unsere Handschrift Bl. 384b eine grosse [jücke, welche bei Huser 
auf S. 332 Zeile 14 (öO^A) beginnt und bis Seite 340 Zeile 2 (598A 
Zeile 9) reicht, also '/] des Paragraphns secundus und den Anfang des 
Paragraphus tertius umfasst. Es hci^ist aufßlatt3ä4b folgendcrmasscu: 

Es ist die klain weit, 

Deficit 1 quatcrn mit No. 3 In i'" 
Des schmertzcns aißdann so besicli denn di-itleu Schmertzcn ohun 
zwai der grossest, vnud ohn uinn der klaiucst 



74 !!■ ^'hriflcn, «fkha »Ich in im Itii<er'«c)i«ii S«irBieU)isg;Bbtn flndeo. 



D«n Vermerk Gber da» „DeGclf knt oinv «ndorc Hand gc«cbriQb«D, 
welch« viciraoh Verbeeserungon dw Text«» angcbrnchl Iiiit, wdcliü /.. Tli. 
mit ])u§er sliminen. E.^ hätte alio in der Vorlage sich üIcio Lücke ge- 
fuuJon iu dem Uuifiuigc ciiit-r Lage von 4 Bogea CQuaU-ni). ,No. 3 in 
4"* mag (.'iiio andere Mandschrifl gowcscm »ein. wcilctic die Litcke niclil 
auTwics (?) oder die Itexciclmung di^r Milenden Quälern (??). Auf 
Bl. 40&a scliliesst das volUländig vorliandone CAput quartum und be- 
ginnt der libor »ecundtM: 

So wil loh ower vchreibenn widorumb auch aulTaasen . 

vnd tieisxig durchlescnn .K- 

Seqnitur secundu« hiber de cadnce MatriciR 
Caput: 4""" . Inn diser lanngon bescbreibuug von dem Caduco 
der allaio di-n Frawao zulBltt, habt Itaiiif» vcrdruß . dos irli 
euch HO weith Inn ilJc Philo^ojihi: vnd A^ini für .... 
Am Rand« isteht von der Hndoin Hand: „Defoctiis L-a]iitiiloruin aiiqtiott." 
liH fohlt also Huwr4"-Kd. IV H. Wi~m'i oben; lol'.-Ed. I S.60VC bis 
G15C. Die Ilditclir. gibt nur Cspul 4 — 6 und scbliesat Bl. 42U mit 
den Worten: 

.... dioweill du Artxctl die nitniclial vnnd khoonnt . no ermdt- 
setz dich der Artznej', du sitzest sunst autT der Mordergrub, 
Iluser S. 406 i-wp. 622C. 
ÜI. 422n ein neues Titelblatt: 

Von der Bergsocht mnd Anndern Bergkranckhcitea 
Das Dritt Tractat No. 7 

[Bl. 4S3a] Zu bciiulin'ilxn lüi- Krannckbait Berg»uclit . l»l orntlich vün- 
notlien . zu eiiijtd'>.:'khcn eiliclii« Ihails . die Allt vnd laug 

herhbumen I.ungHUcht 

Hu8or 4''-Ed. V S. l ff.; FolVEd. I S. 643ff. Es finden eich aahlreidio 
kleine Abweichungen, die aber koini^swegs mit dem nillingor Druck inn 
1567 (Theii 1 No. 8S) Hlimmon; der Teit unwerer IMsch. steht dem 
IluHor'iiclien viid nüher, wenn natävlich gelegentlich auch unitor Mitcr. 
mit Dillingou contra Unser gebt. Bei der dürftigen Ueberlieferung, 
woldic un* bei dieser wichtigen Schrift zu Gebote sieht, verdient die 
Handschrift jedenfalls Beachtung. Itofrcmdlich hl der Titel ^Von der 
Bergsucht ... daü drilt Tractat", während der Text doch ganz richtig 
mit dem Anfang de« I. Buches bi^ginut. Da» en>tc Buch »timmt ganz 
mit HuHor. „Da« Aoiider Buch" hat nur 'A Tractat« und »cbliesst 
Bl. 44*Jb mit HiHcr «. a. 0. S. 43 „Enndt des dritten iractiit«". Es 
beginnt dann j^ofort 

Das Dritt Buch von der Borgkrunckhiiit. Dnniiu allaio bogrilTen 
werden die quocksilbcriitchcu kruuuckhaitcii. Das oret tractat. 



IL. Stkrifteo, «etehe lick in il«i) QuMt'iebea 



fiBil«ii. 75 



nnd es folgen die 4 erBten Tractate diesea Buches lluser 6. 49—65. Auf 
Blatt 459li beginnt sodann zum 2. Male »Der vicidt Tractal" mit 7 Capit«In, 
d. h. d«r oben im zweitun Buch fi-hlcudo vt«rt« Truclat i»t hivr aiigc* 
»cldoaco (IluHir S. 44-48). - Bl. 4«2li — 4631 folgt Hodann „Uns 
Minder CaiHlcll" und „Diu« dritt Capitell", welche Hu.'ier ox Autojtrapho 
lucrst ver&ITfnt licht bat (ii. CG und Ö7). Hinter dem ßclilutw dieses 
dritten Capitela fährt die llandschnft ohne weitere Tieutiunt;, nh das« 
ein Absatz gcmucht wird, mit giux hotorogcuem Material al»o fort 
Bl. 463 b: 

steckheo Ion ein Schlanngen, vor ilom konig Pharaone . vfi 
wen nam er daa . au« der Stini gottea . die Stirn was Got '. 

Got der thats 

Hoaer 4''-Ed. IX S. 241~2&2: Fol'.-Ed. II S. 2d2B-260B Fragraootum 
Libri d« Sagia et eomm operibiu; zunächst die Vorrede wie bct Huser 
und 4 Ca]>itcl (die fclnT^icht der msnyclmicu Capp. und Traclate, 
Uiuer S. 244, fehlt); ^udunIl die 3 Capitet des vierten Tractaloif; da« 
1. Cnp. ätü mahea Tractatca fehlt (Hu«er S. 243—249) und es folgt 
aofort Aon 4. Capilel (Huaer S. 'il'J — 'i.'iU) ohne Angabe, da-tü die8 xum 
ffinflen Tractate gehöre; darauf wie bei lluser der 6. — 9. Tractat, welcher 
mal Bl. 474» folgendcrmimoa schlicsst: 

. . . . iat . SU nachl^ . dann bey tag wirdt hierInn nicbtA ge- 
hanndlct . die nacht i»i der gaiät frod . Iiuimlicb vnnd still. 
Abo wie bei Huser S. 262 resp. 2G0B. Daran schlichst sich sufort: 

erkanot uiugon werden . als dann ain exempcl . von den bergk 
kranckheiien . vnnd von den diugeii so vf Inen wachsen . das 

ist vff den bergen . do solch kranckheit seindt 

Diese drei Zeilen bat fluser nicht. Es folgt „das aechst Capittel" u. s. w. 
bis Wim 14. Capitel, welche Unser Bd. V S. 68—73 gibt (FolVEd. I 
S. G68A— 670A): der Schluss dos Textes lautet Bl. 477n: 

- dum vrsach . lun der»clbcu lai . suader aigeuschatTt der ding 
lugowaltigen vnd vertribeo. 
Bl. 477 b— 47$b nnbesclirieben; auf Blatt 479« beginnt: 

De Feste [.,No. 8"] 

Ad Lectorem I) Theophrastua Leser du hast viJI ron 
der Peatilenlz . das von alter Zeit an dich kommen . vnod g«< 

langet hat . gar nahe Ina die vier tausent Jar Datum 

Nordlingen. 

Das erst buch Tboophrasti von Hoheuhaim baider Artsooy 
doetor. Von der Pestilentz vnd Irer Zufallen. 
'Auf ni. 48nb bcf;inDt der l.iber Sectiudus uud reicht bin Bl, 496i 
. vnnd sein Kots buetlin". Also lluser 4''-Ed. 111 8. 124—149; 



78 l(- Schriften, «olcbo sieb In don l]uiar*scb«a S&iDtaol«iug«b«a DdJch. 

For.-Gcl. 1 S. 361—370. Um Test biout tiiiiifig kleine Ahwetchungen. 
Itl. 4f)()— öOr>b folgt sodmin al» „Liber tortiu«" der Tractat 111 im 
2. Buche von „Do Posle cum afiditiODibus" Huser'rt fUd. MI S. 183—193; 
Fol. "-Ed. I S. 383— 387 A); der Tost ist aber viel ausfühilicher gehalten, 
bwonden in der I. IlälDc, auch ftaJen »ich wieder znlilruiohe Bcmc- 
rnn^eu und Krgiinzuiigvn der Liickon des NichtKul<M«neu von der andorn 
Hund. Die Iteiuoningeii ittiniineii bier wie ariilerwüi-tti mit llu^er. AU 
Paradigma der weitlüullgeren ßearbeitung, wie sie keiner der Drucke 
hat (Huser's. Floter's und Scultolns" Text [ThoÜ I No. 87 und 167] 
«tatnincn wolil uIIü au» der gleichen Quello. einer Ab:«cbrifl dv» Miin< 
tanu8), g4>be ich Iiior den Anfang döH Ab.ic[initte.s otwaH weitliiullgei': 
Libor tertiuN. Aber wa.i int diut Alle«, .46 ich im ersten buch 
gemeldt hab, Sei wir gedcnckbeu, Aas gut so iiubnoll ist xu barm- 
hi-rtzigkheit, so miiwicnti wir Imoelbigen sehen, daa acto zoru Im 
vßganng genlilt wird . vnnd zu gutem kompt . kompt dohin . 
das der iiiitur K-fidhpn »irl. Jeiz i»l der gewallt de« Arl^et» 
de . vnnd das beweist diU exempel . Ich t>ets alloo . einer der 
do scheust mit einer huchüen ge^onn aiin orth . ob die äugen 
inugen rijchl abziehen Ann dem Absahen . oo ist dii.^ kugcll 
am wlbigen ortb . dohin «ic gericht int . Al:'0 achcuxt auch 
got vo» obonn honb vIT vnnß . vnnd xein schnU i.'>i noch 
Mhoeitor . Aber Iiiegegcn Ut nudi diU exempel zu voniton . So 
ainor mit ainer buchten einen MiheuRt . enoheust er In . e» 
kompt die ütundt vnnd gereuth ihn . vnnd souffset . vnnd he- 
clagt sich dcU In seinem herteun, noch vill mehr got . so er 
Ainou drifTt, sich behertziget . diewcilj vud wir alle ao in arbeit 
8ein<lt . sein Crc«turon «eindt . vnnd kninc» anndcrn . vnnd er 
hat vnnü gamiioht. Auch diß exempel vcr-itanndt aliso. Steh 
begibt das ainer Inn seiner hitx aina zu dott sohlag . ea set 
olierkait oder uin annder . vnd aber lun der woill das nugangen, 
gegouD sdbigen feit ein Ruw ein . vnnd wiuwol er vft' dem 
wog gcsein i»t, vnnd der maynung . »her er hat nbkerth , 
vnnd i.it abgeslnnndon soine» rrirnemcn.-) . vnnd sich aine» ann- 
dern beaseru bedacht, noch vill mer gel, ob er gleicliwol vonn 
Hunden den Pfeill lest goun . ob er kompt wie schneii er Ut, 
unii SL-Jneu orth . üich iiiner burniherUigkeil bewegt . vnnd »tntb 
«einll xoninU ab . alLt alncr der ein Pl'cill vonn Armbroxt lost 
gonu . rnnd Inn den Pfeill, so vider donnselbigen kompt . 
derselbig ein Rew gudonuckht, drei! er nur nit ic, AlLso got 
auch sich zur bannherttigkeit bcweckht . vnnd slelh ab Im 
achitä, vnnd bedonuckbt »ich, daa er gervdt bat Ich will duun 



II. Schriflen, welche sich in den Huaer'äcben Sammelausgabea finden. 77 

mennachea nimer also aus dilckhen . dann er ist ye sein Creatur 

sunder der Artzney nach sugonn, Inn die Recht geordnet 

Regeln, vnnd Ina die experienlia der Expenmcnten . darumb 
Yolgen . itwen tractat Im nachuolgenden buch hernach. Finis. 

Auf Blatt 505b beginnt sodann: 

Vonn der Peatilenntz das annder Buch. 
Das aber so gemellt ist, sagt allain vom vrsprung vnnd her- 
kommen der Pestilentz, das sie vsß dem Zornu Gottes vber vns 
geschickht werde .... vund nit Plaglich oder strefflich. 
Huser a. a. 0. S. 168; 377C, aber viel ausführlicher. 

Auf BI. 506b— 509a folgen sodann: 
Additamenta In primum librum. 

Prologus. Ob gleichwoll schwer wurde sein anntzufahen die 
geschrifft der Pestilentz zubeschreibenn, sonderlich vB vrsachen, 
dal3 bißher der Proceß Inn annder Weg fut^enommeo . vnd 

aber wider derselbigen Proceß zuhanndten sequitur, das 

ich der vnderricht ic. 

In fine post hoc aignum \~ [welches sich aber oben nicht flndet] 

Wie nuhn genugsam gemellt von herkommen alles allein 

barmhertzigkeit. Finis primi libri de peste. 
Huser a.a.O. S. 157—160; 373B — 374B, zum Theil wieder wesent- 
lich weitlnufiger in unserm Mscr. besonders der erste und der letzte 
Absatz. 

Bl. 590b Prologus libri secundi [corrigirt in TertijJ sub hoc 
signo .C. vnnd darzu vIT das merckhen, wie gemelt ist Im ann- 
deru buch, ob gleicbwol die musten sterben, so geschossen 

wurden, das do die beim leben blieben noch vill mehr 

den seinen, so sie In vonn hertzen Heben. 
Huser a. a. 0. S. 194; 387 A, hier etwas weitläufiger. 

Bl. 509b^5Ila Exordium. Vnnder annderm der grössern krsnnck- 

heit ist mein nachuolgeot fumemen vnd noch mehr 

darzue. linis. 
Huser S. 150— 152; 370C — 371B. 

Bl. 511a — 514a Exordium, de Antiquis. 

De Loco. Dieweill vonß die natur ein ticcht gibt .... AIlso 
ligt die Theoria des Vrsprungs, wie obsteth, nu volgt hernach 
sein proceß. 
Zum Theii etwas weitlüufigcr als Iluscr S. 152—157; 371B— 373B. 

BI. 514a — 514b: Vulnus. AlLso volgt vff das die cigeoschalTt der 

krauckheit, das ist, das di Pestis ein wunden ist sterben 

lassen. 



76 "• Srliridtn, ■ctche lieh ia äto lfuier'«eb«ii SuDmdinsgkbtit Codes. 



Uuwr S. 1&4-I65; 37ßA. 

Kl. &löa — 515b Matcri». Nnn ut das neulLH cucli funuliitllcii 
.... vnnd der Creaturea, viid Vattors deß miuiRcIicn. De his 
alibj. 
Husor S. 165-166; 376C-877A. 

B. 516a — 516b linpro^äio io nitum. Nun vriHfcan all^o weither, 
wiv uuii gc:<agt inl oin csomiioU .... babou iiatürlidicu vrsprurig. 
Hu«er S. 162— 163; 375B. 

Bl. 517» Locna. Allao vIT daß ho mag ich weither Hageii, wie nuhn 
obstot, das also peatis ereteih, so soUon Ir wissen . wie os vff 
vtiDM feit . da« allso dreif scindt dcir sti'lh .... vud uit dnilnii. 
TIuMor S. 160-161; 374C. 

ßl, 51ib furtiit porspieacia . Nun wi.tsen vonn diaem hügcll 
.... vud in sein generibus. 
lluser S. 163—164: 375C. 

ßl. 618b Iinugiuatio Irnjirotutioiiiä . Duini> Ir weither zum gruat 
kommen .... leb rcdl von dem Inlittcheii gowiiUt. 
Huser S. 1G3-164; 375A. 

Bl. 519b Couiuoctio. Nuo ist dom Artzt am grundtlicbiateu 
xuuorston dor kr.niickh«it zusnmmun ffioguDg. das ist was der 

mciiusch . vuDd das soia kratu-khcit macht iilt wie BDudor 

krannckbcit, sunder eu^tmiidi vbcriiuturlick. 
Huscr S. 167-16S; 377 A. 

Bl. 520b— 52ib Libor . 3'" de eura Intrinsecus. 

WäDii es Duhii die Natur nnnl'elt, so ist es gleich allß ein willdt 
fewer Ina aim holt«, vt nitrum in carbouibus .... 

De Accidontibus Ptistia vB dononn dingen, dto uUso 

Balsamischo art haiindt an Inen . di« seindt praoeruatiua vnd 
also tp BaUom . ff Auri K. 
lluwr S. 194-1115; 387 B. 

Bl. 523a — ü24a [Lib: secund: von der andern Hand] Tractatuü 
TßPtiu«. 

Dieweill nun der mensch zwiefach ist 

Capil. 2*" Wie es denn gemacht ist . xugidoh aBs oia 

Spieß, wenn schaur. Oefect. 

Minr& 176— 180 Zeile 2; 880C— 381C. Bl.524b unbeschrieben, 
n, Cäöa Duci:< Bellum Ab Allo . Daruu:« volgl vnns vnnser 

MBckh . bader . krieg . mordt vbor vnuU vryacbon. 

;S.JiO-I71; 378B. 

tk.4flfrb— 526b Astruin Prosagum . Wir habenn alUo nwuo 
ang auß dem gontirn volbriugt. 



It. Schriften, welch« sicli in den Huser'schen SammeUujgaben findeu. 79 

Huser S. 172—173; 378C (fohlte 1567 Theil I No. 87). 

BI. 52Gb — 528b Experientia Summa . Nun ao haben wir vi] der 

Weissagung .... daß der ReilT, bagel, schuee nit thut, noch 

thun mag. 
Huser S. 173—176 Zeile 9; 376B— 380B. 

BI. 529a — 530a Von Anntzunden . Zu gleicherweiß wie ein 

funckhen fewer vß dem kliissling . fallt inn Znndel . Also do 

auch vnd die Zeit Et erunt pestilenliae ic. 

Huser S. 109-170; 377C — 378B. — BI. 530b unbeschrieben. 

BI. 531a — 533b Die weiQheit des menschen ist ain attfang der 

Imprimirung, die Imagination ist ein annfang vnnd zwang der 

zusammenfiigung 

Huser S. 180 Zelle 3-183; 381C — 383A. Der Text unserer Hdschr. 
ist weitläufiger als der Huser'sche und vielfach von späterer Hand corri- 
gilt. Auch ist der Text vielfach verstellt, was am Rande durch Zahlen 
in den Absätzen angemerkt ist; die Reihenfolge der Handschrift ist 1. 
2. 5. 6. 4. 3, doch hat Huser da nirgends einen Absatz. Auf BI. 532 b 
steht der Schluss des Hnser'schen Textes 

. . . das der mensch himlisch sich Imaginiert . der beeteth ihn 

dar vft allso . 
doch folgen im Mscr. noch Abschnitt 4 und 3. 

BI. 534a — 534b Halt er denn Artzt beschaffen, vnnd Im sein him- 

mel Inn sein hanndt soll er nun sein himel Inn der hanndt 

honn, so soll er Auch deu Alchimisten wissen, Inn allen seinen 

faeimticheiten 

Quere contraria usque ad ftncm. 

Item Quere Curam . Dann wirt das hirn geschlagen .... vnnd 

das muß allso sein vnnd beschelien . quere w Corr. In legenden 
Huser 4''-Ed. IV S. 244 — 245 aus den Fragmenten vom Schlag 

(Fol". -Ed. 1 S. 562C) fast ohne Abweichungeu übereinstimmend 

(ex Autographo). 

Das umfangreiche Wiener Doppel-Mscr. ist entschieden der Beach- 
tung wcrth und nicht nur seines reichen Inlialts wegen. Es ist 1753 in 
zwei Bände gebunden worden, also lange nach der Xiederschrift, welche 
vielleicht noch vor die Zeit der HuseL'üchen Sammel- und Herau-sgebcr- 
tbätigkeit fällt. Die einzelnen Itestatidtheilo tragen Nummern, sind aber 
nicht in der Reihenfolge gebunden. Es folgen No. 1, 3, 4, 2, 9, 5, ö, 
7, 8. Die Blätter sind durcbgeiicuU numerirt, doch hatte mit den neuen 
Bestand theilen gewöhnlicli auch eine neue Blattzühlung begonnen, die 
mit den durchgehenden Blattzahlcn überschrieben ist. 



II. Achrifira, w«lcli« tich in d«» Ruwr'tcli«» StrointUmgabeD find«. 

Rs liüot Mick mit voller Ikxtimnithoil ssgon. ättm kein Tlieil dicüOr 
Kaodsehrifl nach einem Drucke gMciinol>cn iM, sonduni diMt ulle«' auf 
haadfichriftlicher l'i>berliercruii|; beruht und zuar .'^fheint die (joborliefe- 
ruog ili-n Origioalon xicnilich nahe /.u kommen, Kinijtßs int sogv noch 
iiicmnl» gedruckt; ich konnte wonig^lons eioigo kloino Abschnitte auch 
unter den Huser'Kchcii FrHgrm-nti-ii niclil lindim. Die weilaiiK über- 
wiegende Maiwe t\en ganzen InhnlU diej<er Ilitrid^chrifl ittt von llu--«>f im 
Auto){ramm eingesehen worden und bei dem Reale aind Zweifel an der 
wirklichen Auturschafl Hohcnheim's kaum varhaodon, wie ja der melir 
xuriillige L'uistani), da» das Autot-rBinm oder die sonstig« (etwa Jiclirtc) 
OrigiRaJhnnditchrifl. Ilns«r nicht zugnnglich war, gegen di« Echtheit nicht.-« 
Unbi'dintiieM bcweinon kann. Ei Htvht ja atu-h von vornherein der An- 
nahme nichti im \Vc-ge, dann etwa unser Sclireiber Originale bcnuUcn 
konnto. die Uuner unerreichbar waren. Wie gut seine Vorlago guwcMen 
ist, dafür haben wir 01. 340—358 in dem ßucho „^^on Öffnung der linut" 
einen gUnxendvn ßevreix gehabt. Di<rs und manches Andere hat un» 
auT die Ncubui^or Originale als Ijuclle unaerea Schreibers hingewiesen. 
]'!m liLssl aJL'h heute noch fast alli« in den cihalloucn Inlialluver- 
soidinitMcn aus Neuburg an der Dmiau nauhweiMtn (siehe die l^in- 
lettung). 

Dass UDAcr Schreiber Hie ihm vorliegenden Schrifizäge nicht immer 
entrjilbseln konnte und dafilr [inver.ilundeni'Ti nachxoft oder Liickeii lies», 
ist ja schon mehrfach angemerkt und kommt noch viel öfter vor. Jedenfalls 
Teixlient ober trotzdem unsere Hnodschrift bei oioor neuen Ausgabe der 
SohriFtea Uohvnheinvs volle liorücksiditigung. 

13. Bern. Stmltbibliothpk Mst-pt. 149 ca. 300 Bll. Fol*. 

Ei sind IlauiWhriflcn von sehr Torechiedener Hand, aurh im 
Kommt verechicdon, zusammengebunden. Alles scheint aus dem 
Kmle des ](>. und d>'m Anfang dos 17. JahrhunOerU zu stammen. 
Der Bund war frulier im Itwit/ de« JuriNtou (i) 1). Jac. Bon- 
gsrius; er enthüll zunächst ti Nummern ,Juridicn', danu Ö 
Nummern ^MEDICA . ÄUiUYM." Das VerzeicbnUa der i,eU- 
teren auf dem 1. Blatte lautet: 

I. De disaolutiüiiu fiurlus aquei Elementj. 
II. Modus praeparandi IClIob. Nigr. 

III. 'riieorics ligurn univerailatis morbor. Theoiih, Paracel. 
gerin. ali» manu. 

IV. Facon de« (Jislonio*. 
V, Des Machines et artillcrin aDcionDes. 

VI. Bergworks Ordnung iu Uborau voDd Erikirch Tirol. 



II. Schriften, welche sich in den Huser'scbeo Sammelausgahen finden. 81 

Uns interesairt nur No. III, welche nach anderer Numerirung die 
Zahl „20" trägt. Sie umfasat 7 Blätter. Der Anfang lautet: 
Aur: Tteo. Farac 
Theorioa Pigfura Vünenaliom morbomm. 
Bolo 
Podagra 
Conuersis 

Contractu al. de G". 

De Eptlepsia * 

Hydrope 

Tetano et Spasmo 
Catharia 

Vermibus Apostenaatiboa et duritiebus 
De Febribus 

Es ist eine werthvolle Handechrift der Theoricae Figurae uni- 
versalium morborum, welche Haser als „zuvor nie in truck auÜ- 
gaogen" „ex Manuscriptia aliorum" gibt 4°-Ed. Bd. V S. 73ff.; FoR-Ed. I 
S. 670ff. Unsere Handschrift ist zwar nicht sicher vor Huser's Druck 
zu setzen, ist aber zweifellos nach handschriftlicher Vorlage geschrieben. 
Die Textabweichungen sind nicht sehr zahlreich, aber doch vielfach von 
Interesse. Unter alias werden mehrfach Lesarten angeführt, welche mit 
Huser übereinstimmen, doch kommt es auch nicht selten vor, dass Huser^ 
Lesart im Texte sich findet und eine abweichende anter ^lias in Klammer 
gegeben wird. Unmöglich wäre es gerade nicht, dass der Schreiber 
Huser's Text nebenbei verglichen bat, aber nicht sehr wahrscheinlich. 

Leider bt das Meer, nicht vollständig, denn es schliesst mit der 
Tabula VI, Generatio Hydropisia, umfasst also nur S. 73 — 87 der Quart- 
ausgabo. Die letzte Seite ist unbeschrieben, es ist also nichts von dem 
Mscr. verloren gegangen. Bei der Generatio contracturarum auf Tabula 
]V findet sich am Kopfe des Blattes von anderer Hand und Tinte eine 
Tabelle über die Cura irgendwoher aus Paraccisus entnommen. 

14. Erlangen, Univ.-Bibliothek Ms. 889. 120 BlI. 4' von ver- 
schiedenen Händen aus dem Ende des 16. Jahrhunderts ge- 
schrieben. Auf dem vorderen Blatte^ des Pei^araentbandes steht 
von alter Hand folgende Inhaltsangabe: 

I. De Inspectione Vrinae Theoph. Paracelsi 
II. Eiusdem materiae Teütsch. 
III. Collectanea Fharmaceutica. 
und die Nummer „42". 

KtiUk d. EebltitU d. PinctlilfctaaD Scbiinaa. U, (^ 



32 It. Sührirten, vhIfIi« sii'li iu ilrii Uus«r'«cbeii Sain[n(iUu«gBb«n ftndeu. 



Auf Blutt la — 30a die PftrnuclitUKliitndKt'hrirt: 

De urinftruiB itc puliuam indioiji Thooph: Paracet : h^remitae 
utriu.sijiie iiutiliiritic Itixitoris nQli'bnrriiuj Libelliis, auü disi'ipiiliü 
Ka.tileit<', ciiiii iliiilem publico nlipendio masima oimiiuni udnii- 
ralione mcdidDam doccret Anno 1527. in dicb. C^nK-ulanb. 
priuatim praelectus. 

Eiusdem l'hisionofflia, qu&iitum modico opus est. 
Omoia typiit sc annotutionib. uDdi<|uo illuiilrata et in gratiam 
Paracolsicae mmliriiiac /'tudiu!«6riiiu nunc prinunn publicala. 
Valentin Stempici' . kiunU . UiMiundt, Goldlberg [Da.-* lotxte Weit 
Virtu» Sempci- Laudi» Coronam fierit ausgestrichen] 

Cum gratiii et pritiüegit). 
roloni?. 
Apud llaerßde.4 Aruoldi Birckman 
Anno M.D.IAVIII. 
Eine Absclirift nach dem Kölner Druck. Thoil I No. 96, nicht lange nuch 
dem Drucke tf^Hchricbun, jedeurulls uocli vor 1600. Auf der Rück.-'uitv 
dt>» Itlattcs 20 Htulit nuclimaU des Sclireibcnt Name: Valonlinus . 
Stouipliu Crauts Geiiandt . (iuldtpvrgensiM. Kn ist also ein 
Sclile.iicr aiw iiiichster Niiho von Hirsidilwi^, (km >Vohn.tilz de« Mon- 
taoua, der die» abschrieb. Von der Neisser Aufgabe (Theil 1 No. Si,)) 
SL'lieiiit er «bouflowcnig gäwu.ssl zu h&bcn, wie Itlrckmann. Waa folgt, 
iäl Tür un-sern Zweck olioo Intoreaao, die deutschen Urocritiea ao wenig, wie 
diu pharm acß Ulis dien (.'oilectanea a David Vettero IlallcnHi conscripta 
Ao. IfiSl» (aus den Jahren 155H— IntJö) oder die Rxcorpta aus I). Kol- 
reulter (cf. Keatnei's med. Gelehrlenlexicon 174U S. 448) mit der 
Unteinchrift „Scriptum Patauij Anthcnoris Anno Chr. 1691 Meuse Sep- 
lembris Die J Ili." 

15. I'j-Iangeii, Univ.-Uibliotbek. Aügcbundcn an Q 77 ii. 78 4° 
d. U. an Paracelsi, De vrimirum nc puNuuni iudiuii.'< .... 

Ni.-«iie Syliwiorum Ifil«;. 4" (Tli. 1 No. 80) 
und „ „ De gradibus, decompoHitiODibu-s. ..Myloncii 

1.-.62. 4' (Tbeilt No. 4:(), 
finden »ich 15 beschriobono tjuartbüttter aus dem III. Jahrhun* 
dert Dio llundschrift ist am 9. Juni Ib&l in GötlilK tu schreiben 
tegoiinuti worden. Es finden sich am Rande folgoDdc Dati- 
ruugeii dor Abschrift: 

BI. la „a.Junij"; Bl. 2a „lO.JunijV; Bl. 3b „ll.Junij 5"; 
1567 
Gorl. 



n. Sebriftm, «alcho sieh In il#n HiHer'schen Saa 



8^ 



Bl. r»» ,13. JuiiijS". ,17. Julij"; Bl. 91. „18. Juüj 5": Bl. 12b 
^SO.JuIijQ"; Bl. !3a „21. JulijiT". (Die dur<:h ihr PlBucteii- 
zeicheii angemerkten Wochentage üiud ihat-^chlicli clio der Oaton 
de» Jahres 15G7.) Die Ilandtchrift ist zweifelloH von der Hand 
«iocd Oolohrton und keines Berufs^chroibera »ehr suuboi' ge- 
schriobao in scbwnizor uDd rotber Tinte. 

Vgl. iiiitoii No. 84 bei dou Tboologici». 
ni. 1«— Üb Hodiu FHAKUACAKDI. In dorne bescbriben vnd 
gvloUrt wirdt, was der Artut Ion dem Mensulien Zu Puf- 
giro hab. Mit aozeigung, U ie vielfaltiglicb von vielen 
(die durch miUuoraland mehr zum tod, dann zum leben Purgirt 
haboo) goirret ist 

Durch den Hocherrahrnen tlcrrn Th«ophrastum Parac 
beider ArtxocJ D. 

Theophr. Paritcel»i Pbsiinuuandi Lib«r I. Traotatus 
Primus. 

Vor allen dingen i»t noÜt für »uballnn vnd zu declarirn. di« 
letitenu Mati>rien, das iHt, von denen Ich btuchleuß dieß Libell. 
Nae ist mein vornehmen zuschreiben vom Purgiren , Darinn 
kein andere Ilauptsumma i^t. Dann das wir . am aller Ersten 
wÜMit sollen, waa doch der Arttt endlich zu pargim hab edder 

üoll. Dann aus diesem volf^t: Welcher das iiit verstehet 

Ea ist also die bokanotc Schrift iluhonheim's, welche Iluser im Appendis 
de« &. Bande« d«r Ba^ti'Ior ^''-Amtgabe S, 185—211 (['or.-Eil. I 8. 7611 
liLi 7T9) abdruckt. Divnclbu war 5 Jahre vor dieser Abitcbrifl in Köln 
bei Jaapar Geunep erschienen (Theil 1 Nn. 4H). (iennep batlo sein 
Mcor. durch Antoti Kinck von Jobaiinett Montanuä erhalten und 
au» deraelbco schlestschen Ijuclle .scliSpft auch unsere Görlitzer Hand- 
•ehrirt Auch lluser gibt an, nach einem Mscr. des Muntanus gedruckt 
(n liaWn. Toxites hatte zu seiner Ausgabo von 1678 (Theil 1 No. 179) 
auch keine weiteren bandachrirtlichou Quellen Kur Verfügung; alles Er- 
haltene geht aUü auf die eine Absohrifl des Müntuou-t zurürk, von deren 
Herkunft wir nichlii wiitueo, leider zweifcilun auch unser Rrlnngea-Gär- 
titxer Mocr., welche« denn auch mit dem Kulner Drucke (und Iluscr) 
nxht nahe fibereiiiMtimint, ohne von dem Külner Drucke abgcitchricbon 
SD »«tH. wie ausser dem Folgenden schon die unsichere, unklare Buhrei- 
liuag «inigor nicht xich(T gelegener Worte der sonat so klaren Hand 
DOtl die aiiduro Einthuilung des TexlBS in Absätze darlhut. 

Auf llliitt !Hi beginnt dann ein weiteres handschriftliches Buch 
6ber den Modus des Purgirens, welchos erat 1589 von Huser odjrt 
wurde ,cx Manuntcripto Jo. Moutuni" mit der Betonung, daas fl« 



^ II. Spbriften, ««tcbe *kh in dea Bunt rächen SiimnialauAgalieii find«ii. 



St «reo - 
ri^ luiil 



Sodor. 
St«reu9. 

Vriijn. 
l'hlcgmii. 
Miimis. 
ExnrtR auriitiu 



Wft^ l»t du dl den Pur- 
gatitiis tuiUhcI an« lU- 
tr*jbeii andoni dum «tercora 
qiiao sunt 



Sunil «Bilsr 

nicht nohr 

All di« 

iJIttD. 



^Euvor nie gedruckt" sei; das Tolgentle Mscr. ut also 22 Juhro nlUsr 
aU der früheste Druck. 
Der Anfang Inutct: 

MODVS FVROAKBJ. 
Notnutlum: Murborum ililferoiitise, qui »unt itt«rcoritt, qui non, 
Elqui sunt I.axitUtiJ. 

Vtiua 
Uucui 

Auriutn excria 
Spuuia 
Sudor 
Cnior 
31«rd& 

und Rd weiter, ein Kragmi^nt dax bei Iluser 4°>Gd. Rd. V. Appendix S. 231 
Zoilü 5 V. u. bis S. a->2 Ende ateht (For.-Ed. ! S. 783). 
E» folgt andann auf DI. lOa: 

GraduÄ gencratioiiis .ctorcorum, nuomodo a boiio sapore [?] di>- 
scendit? Per virtutum digostitiai» fil stttrcus, tiou per arloin. 
Et sie per nalurulcm virtutum eperuiitur niiiiii<;i ModiviDac, io- 
clioaiido ab exlerioribui^ virtuliliii.'<. 

LIBKR ISEfUNDÜS. 
Deficripüo diucrailAlum IH^xtiiiij, Trutatiu I. Dioweil nuu 

Tirtullü, eiiiDexcriiiiitniorun] iuiita Niin««lt«rdsDHodaiDPhBr- vor all«n Dingen 
sumn ditTDroniiam «I discorilinin, iii mariuidi in eatd*ck«n, wi*- noih ist tu erzelea 
form« rt colorc . 'bM: Vi IrnrMllch nun für- die Irruug, hu la 

DeaGriiitiequibuaninrbu opprimiinliir hin witnon nolletT^Knchdrin einem Ding gehal- 

*nd Ir den Drock crkonneint, ton «iid : AIho Est 

din kranckheit «o ao» Im auch weiter von 

wanlon . . . ucitco, das Ihr 

wUient .... 
So geht CS weiter in drei Spalten, später in twei Spalten geschrieben 
bk BUiD lotiten Blutlo, das dann wieder durctilaufond guüchrioben tat. 
Es finden äidi in diesen etwiLs nb^ondcHiüli und wenig üburMlchtlicb 
geonluoten Illüttern noch folgende 12 Fragmente: 

1) Spalte 1 von Fllatt 10a eine lateinische Dispoitition, 
welche BJcb bei Husor nicht findet. Siehe unten. 

2) Die mittlere Spalte von Blatt 10a, 10b und I la Liber II, Tract I 
«Ivkt bei Uiuur 4''-Ed. ftd. V Appendix S. 220—221 unten „daa seind 
m Pwtffy-; FoI°.-Jid. I S. 782n-7ß3A. 

5} Di« 3. Sp«lle von Blatt 10a Bteht bei Uiuor 3. 228 Zelle 15—23 
[libu Terüiuj; Fol". S. 786 A. 

i) Uio beiden äu.4.seren Spalten von Blatt 10b und IIa, also Spalte 
1 <iot BUltM lUb und Spalte 'A des Blattes IIa gehören zusammen 



11. Scbrifteu, welche sich in den HuBer'schen Sammel ausgaben findeti. 85 

und stehen bei Huser S. 215 Zeile 6 v. o. bis Zeile 11 v. a. [„Dot 
schleim aufT den ateinen .... daruoD wol darinne za vnterrichten"] ; 
Fol'. S. 780B. 

5) Die beiden inneren Spalten der Blätter 10b und IIa (3, und 
1.) lind .die 1. Spalte von Blatt IIb gehören zusammen und finden sich 
bei Huser S. 219 Zeile 14 v. u. bis S. 220 Zeile 7 v. o. und S. 218 
Zeile 12 v.o. bis S. 219 Zeile 15 v.u., also die zwei Fragmente des 
Tractatus III in umgekehrter Stellung; Fol'. S. 781C— 782B. 

Spalte 2 und 3 der Seite 11 b haben die gemeinsame Ueberschrift 
Tractatus IL, gehören aber nicht zusammen. Es beginnt 

6) Spalte 2 des Blattes IIb und läurt durch die äusseren Spalten 
der (nun nur noch in zwei Spalten getheilten) Blätter 12, 13 und 14 
(also 12a Sp. 2, 12b Sp. 1, 13a Sp. 2, 13b Sp. 1, 14a Sp. 2, 14b Sp. I) 
der Tractatus tertius des 2. Buches bei Huser S. 223—228 Zeile 13 v. o.; 
Fol". 783C— 785C. 

7) Spalte 3 Bl. IIb und die beiden inneren Spalten des Blattes 12 
(l2a Sp. 1 und 12b Sp. 2) nimmt ein der Tractatus aecuodua des 
L Buches, Huser S. 215 Zeile 9 v. u. bis S. 218 Zeile 1! v. o.; Fol'. 
S. 780C— 781C. 

8) „Tractatus VI" überschrieben, ein Fragment von 6 Zeilen mit 
dem Endvermerk „Defect" bildet den Anfang von Spalte 1 des Blattes 
13 a; es findet sich bei Huser S, 228 am Scbluss mit der Ueberachrif^ 
„Tractatus 11"; Fol'. S. 786A. 

9) Darauf folgt in derselben Spalte und die oberen '/i ^^^ Spalte 2 
von Blatt 13b noch weiter einnehmend mit ~der Ueberachrift „Loca 
emunctoria" derjenige Abschnitt, welchen Huaer S. 212—213 unter der 
Ueberachrift „Vorred" gibt (Fol'.-Ed. I S. 779B). Der Schiusa lautet 
in der Handschrift „vnd steht dir Ehrlich, das dir Ehrlich ist . Vale". 

10) Ohne Ueberachrift, aber durch einen rothen Strich getrennt, 
läuft dann weiter die 13 untersten Zeilen der Spalte 2 von Blatt 13b, 
die ganze Spalte 1 von Blatt 14a und die ei'sten 15 Zeilen der Spalte 1 
von Blatt 14b einnehmend der Anfang des Tractatus Primus libri Primi 
Haser's a. a. 0. S. 213 — 215 Zeile 6 „Antwort, Ein dreck seins baums", 
(Fol', S. 779C — 780B> Der Rest des Husor'schen Tractatus I war schon 
auf Blatt 10b gegeben, vgl. oben No. 4. 

11) Ohne rothen Trennungsstrich läuft dann, nur durch einen 
gewöhnlichen Absat?: geschieden, in unserm Mscr. der Text weiter, aber 
das Folgende gehört nicht zu dem Vorhergehenden. Der Anfang lautet: 
„Ich muß melden der Artzt brauch von purgiren . . ." Der Schiusa auf 
Blatt l5a Zeile 4 v. u. „. . . vnd der Apotheker helküchlen . Sunst iat 
kein nutz darin". Huaer hat dies Bruchstück unter den Fragmenten 



86 II- Scbiifltn, welche »ieli in den Uuser"«:)!«)! S«mni«laiiag;*bon linilen. 

„Vom E^urgiren im Aderlaasen" abgedruckt, Bd. V Appondix S,97-9H; 
Fol°.-Ed. I S. 731. Sollte der Schreiber unscrM M^cr. im Original m 
fortlaurond goschriobpu tteruodoii hnbcti?? 

12) Eiü Abschiiill „!)« Sfcrcoro . Ex 0. Mnrqti. Der Dreck 
ist «in gcfcultc» Corpus der Iiiucra Corpora, oder der nu-^ern, ho 1d den 
lonem kommen . . ." beginnt imf Itlall 15a Zeile ö und achliesst auf 
der MitU von Blatt 15 b „. . ANdano »o kompt Conatipatio, viid bleibt 
ligen In dem Oederni »o lange ic* Dies, ßndot sich bei Hu§er Bd. V 
S. 322— :«4 Zeile \^ unter der ßleichen üeberschrill (Fc-r.-Ed. I S. (539) 
HuHers Text lüuft aber noch eine volle Seite weiter, obgleicli er eben- 
fall» ein Fragmont ist; or gibt Ott „ÄulJ Th. llandächriirf^. uns ,Ex 6. 
Mur(iu[art?J" utiacrer Vorlago soll vielleicht den Darlcihor der Vorlage 
bcdoulüL (?). — 

Dieser Modu» l'iirgaiidi bielol aUo (abge-sehon von No. II a. 12) 
alles, was Unser Bd, V Appendix S. 212 — 22H in anderer Reihenfolge 
alu „Ein anders Imperfects Buch, de Modo Fharmacaudi" aus 
dem Mscr. dss Montanus gibt. Dass auch unNer Mscr. oacb Kloiilanu« 
abgeschrieben i.^l, erscheint ja sebr vuhrHclioiulich. llu^or bat «leb um 
die Anordnung <ier Frugmoute ein Verdienst erworben, wunn ihm »eine 
Vorlage nicht mehr Ordnung bol, wio unsere UaniKsdirifl, Die oben 
unter 1 genannte lateiuiachc L'cbcrsicht, hat Huser niclit iium Abdruck 
gebracht, obgleich sie ihm do<:h blichst wahrscheinlich mit vurlag. Dass 
Ilobenheim es liebte, auch ku duuUch abKiifa.H.senduii .Schriflen kurxo 
vorlüu5ge lateinische Dinpositioncn hinjuwcrfen, darauf ii^t schon in lieft II 
der l'aracelsusforschungen S. MB bingewi&ven worden. Eine solche hätten 
wir auch hier zu vorzeichnen. Wenn Iluser .lio mit Wisfou ungednickt 
liow, .-«o mSgcn ihn daxu vielleicht die vielen tinlescrlioUon SchriBxüg« 
mit veranlasst haben, welche unser Schreiber nngelesen naehgeKOgon 
hat. Waa ich ontrülhseln konnte, bringe ich hiermit zum Abdruck; 

Oescriplio diucmitatuDi Di^e.<4iiuae virtuii«, cum excremeiitorum 

iuxta suam diflerentiam et disoordiam, in forma et eolore. 

UeKcriptio quibus inorbis opprimuntur ventiis [?] ore [?] stcrcUH 

[?] ex vrina [?] an ülao aegritudinos secundum naturam depri- 

mtuitur Quae turbantur [?] ex eo [?] secundum [f] tussim [?1 

Inciß qtine saug: quae narium, quae aurium (|ua» dulcls sudoris 

Epat)8 Cordis etc. 

Procp.ssus receptonini iuxta vnum(|uemque morbuni luxla pur« 

galionia [?] interpretationem. 

Tractatua primus. De ätercoribus per Anum Recte [um?] .licut 

Colica lliacA, Tonnen [?], Constipatio. 

TnotatusS. Ücphlogmate, motbisporuaresvtca]uius[catarrhus?]. 



* 



De Sanatione [?] l 



II. Scbriften, welche sich id den Buser'schen SammelsusgabeD finden. Sl 

Tract. 3. De Stercoro vriaae vt Pus lapis caiculus Color. 
Tract. 4. De Sudoribus. 
Tract 5. De Cruore. 

Tract. 6. De Äurium narium aaliua sputo. 
Tract. 7, De pulmone i. e, Köder. 
Cura Maturitatis, 
Cura Incarnationis. 
Auf dem Blatte vor unserer Handschrift stehen noch einige Notizen. 
Die erste ist ein Fragmeatchon „De Caduco", welches sich bei Huaer 
ebenfalls findet Bd. V S. 293 unten bis 294 oben (FoI°.-Ed. S. 196C) 
„zuvor nie gedruckt" „ex Autographo". 

Darunter steht ein tabellarisches Fragment „Modus concordandi". 
„Id hydroptsi concurrunt", welches ich bei Huser nicht finde. 

16. Klagenfurt, k. k. Studienbibliothek. Cod. Chart. LXXVII 
4°. 124 altnumerirte Bll. bezeichnet 1, 3, 4, 5, . . . 125. Es 
fehlen- vorn zwei Blätter; der Titel ist von wenig späterer Hand 
ergänzt und mit „1" bezeichnet. Die Jahrzahl 1569 auf dem 
Titel kann recht wohl die der Abschrift sein, wenigstens sind 
dem die Schriftzuge der Handschrift nicht zuwider. Auf der 
Rückseite des Titelblattes findet sich von anderer, späterer Hand 
der Name Yillach verkehrt geschrieben. 
Der Titel lautet:« 

Archidoxis Theophraatiae Pars . In Hb: 
ru X de mesteris Naturae K. 

TheophrastiJ Bombast . D ab hochenhaim Sueuj Ere 
mitae Naturalium Rerum dictj Paracelsij 
Magnü Philosophj Industriosissimi ic. 
Vel vt Alibj . 
Decem Librj Archidoxis Theophraatiae germanj 
Philosophj dictj Paracelsij Magnj de 
Misteris Naturae ic. 
Register diser biecher findt man Am Ent. 
1.5.6.9. 
Der Text ist zu Anfang verstümmelt und beginnt Seite 3a mit 
folgenden Worten: 

So nun die Kunst die ist die das Misterium Natturae anzaigt 
alB durch Quinta essentia ain Contractur gehallt wirt In vier 
tagen der sunst Lam In todt blib, vnd ain wunden In 24 stunden 
auff daß endt so mit den Corporibus In 24 tagen nit mag 
geschehen. 



8g II. Schriftoo, «alcba «icb ip den UuBei'icben SAmtnolRiis^bcn findvti. 

Diwer Anfang stimmt mit Ilusor 4'-Ed. VI S. 2 Zoil« )3ff. (Fol'.- 
VA. I 8. 7H7C). Das hei Dnser und den &ndoru ArchidoxensuHgaben 
Vorlieri^elieiido «land mitliin auf dem der HancUchrlft fehlenden Blatte 2. 
Auf ßl. Sb schlicasl diw 1. Itudi mit der Noti« „Finis ProloRJ et Micro- 
cotimy Librj 1 Archiduxii« Tbeophra-ttiae", aläo fa«t übereinstimmend mit 
llumiir. 

Bi. fla — 23a l.iber ü Archidoxis Thoophriisliae Paracelsy Magny 

de Renouationo et Restauraliono. 
BI. 23b — 3Gii Libor III cJo isv|mratiou» Elcinentorum Archidoii» 

Thoophi'ustjao I'uracoUy Mognj. 
B). d6b^A3a Libur IUI Archidoxis Theophra-itiac TaracoLsy Msgt^ 

do Quinta Esseiitta. 
Bl. &3b— 6Ga Liber V Archidoxis Theopbraslise l'arauelsy Magnj. 

De Aruanis. 
Bl. 6Gb — Tüa Liber VI Archidoxis Tboophrastiao Paraoelsy magui 

de MagistenJH. 
Bt. 79h — 91s Liber Vil Archidoxis Thcophra^liae IVaueli«)' Ma^^nj 

do HpecDica. 
Bl. 91b — lOOh Lilior VIII Archidoxiü Thaophrtulinc l'aracelsy Magnj 

Do Elixiri.-«. 
BL lüla — U)Ob Liber (X Archidoxis Thoophrastiae Paracolsy Magnj 

De t'xtriuäecis. 
Bl. lOfia — 125 Liber X Archidosiü Theophra.itiae l'aracelsy Maguij 

Do vitae Longa die da angezündt soind aller 

aublillit«ttcn. Solj Doo gracia. 

(VgL IIuHcr a. a. 0. S. 130; dl» „Schodula imposita" stohl hier am Ende, 
wie in allon Dnicltcn vor 1574.) 

Dns jedcdmal wicdorkohretido «Tbeophrastia Paracelsi Magni" soll 
nach Hufler dem Orisinalmscr. onlnpreclion »ml findut sich schon bei 
Schröter, boi Wimpinaous und in der Cölnor An.'«gabc (Tliml 1 No, 108, 
119 und 131). Die Anordnung der Bücher i^timmt mit der de« Porna 
iiborciu (Thoil I No. 116), welcher Dorn gefolgt U (Theil ! No. 123) 
und auch Toxitea In aoincr aw«itoD Aullage (Thoil I No. 158) sich 
Auxchlo»«. 

Es ist dies die frühesle Archidoxenhandtichrifl, wolchc ich auftreiben 
konnte; wonu dieselbe wirklich 1569 geschrieben iat, wie es den An- 
schein hat, »0 ist «ie doch ca. 40 Jahro jünger als die AbfassungsKcit 
de» Original» und gewiss nicht dircct nach dem Origiaal gcnchrioben, 
denn die Anordnung der ItCichcr vcrräüi «chon dio Wilikiir eine.« Bear* 
beltor.4. Darin lieKt vielleicht der Ilauptwi^rtli unserar Haüdachrift, da*» 
m uns aeigt, wie schon vor den orsieu Drucktoguugen von 1569/7U an 



II. Schrifieo, ir«lchc sich la den IIusfr'srliMi S«iDmeliMiHgsli«n tladon. 39 

(Iic««r Jugendarbeit Holieuhejms dlo kritiHclic Arbeit tliütig war, nchoa 
Vfimuche g<Mnaoht wurdoo, äa» fehlend« 10. Buoh uufzufind«n und die 
vorwandt«o Bücher „1^'= rcnovatiuiie el rcstaiiralione" und „Do vita 
longa' (dcul«ch) d«a Archidoxen einüuroiheu. 

D«r Schreiber des Msor.'s ist offenbar kein Gelehrter, auch des 
Lateins nicht ganz kundig; jedonfallB ist er ein Süddeutscher, wio dos 
Hchnnbisch« „ai" beweint; beacbtcnawerth ist aucli da« stets wieder- 
kehrende „mir* für „wir". 

Die [^warten im eiuxelnco sind nicht von hervorragender Bedeutung; 
aie «timmen vielfach mit der »cblocbtcn Baseler Auitgiibe übereiu (Tlii-il 1 
No. 116), die Ja auch in der BMiercintliuilung damit harmonirt. Ab 
den SicIlAn, wo Iluser die Hohriftzüge des Originals nicht sicher ent- 
rxlhseln konnte und sie darum nachschDeiden liess, hat unsere Hand- 
schrift oder wohl richtiger ihr Vorg-^nger einfach darüber hinweggelesen 
und liefert einmal gani Sinnlose«. Der Titel ist nach handschri etlicher 
Vorlage falsch gelcsou. Statt: „Arrhidoxi« Tlieophrastiae Van, In libm i 
de meitteris Natur««" muss es naturlich lieisseu „Arcliidoxi-s Theoiiliriwtiao 
PaiM la libri u de mysloi-ü» Niiiiirae", v/n» dann fa«t ganz genau mit 
dem TiteJ stimmen würde, welchen llaser im Original gefumlen habdn 
will; sucli doä Folgende Isulet nach Unser im Original fast genau 
ebeoMi wie in Theil I 8. 391 oben angegeben. So hatte auch schon 
Wimpioäus ge^cbrieben (Theil I S. 192 unten) und Köln (S. l'JH unten), 
während Ji»ae\ nichts derart gibt. Schröter in der ersten Ausgabe 
(Tboil I No. lOS) hat ihn ühulicli, nur etwas anders gaatellt. üas Re- 
gister der Bücher fehlt hier allerdings, konnte aber auf dem urspriing- 
Hchen Titelblattr obcuso gestanden habou; da» Jetzige (xpütere) Titel- 
blatt verspricht ein »Register diacr biechcr" am Kode, wo sich jedoch 
keioea findet Der Schreiber d«g jetzigen Titelblattes gibt unter ,,vel 
nt alibi" eine zweite Titelfaaaung, welche Huser zwei Seiten vorher gibt 
[(•6)^*) and bemerkt, dass sie aussen auf dem l'ergamen (Umschlag dea 
Original« von Paracelsus eigenhändig so geschrieben sei (Theil 1 S. 390 
oben). 

JedonfalU beruht unser Mscr. auf handschriftlicher Grundlag« und 
Tordtent iuMferB hchon einige Bcaühtung, Es mag sich einmal in Villnch 
bcAiaden haben, nscb <lor Titolrucbeite xu schliessou. 

17. Leiden, Univ. - Bibliothek, Codex Vossianus Chymicus 
in Quarlt» Xu. 15. rill gleichzeitig numerirte Bll., daa 
lotste leer. Dm's Jahr ](KX) in Siiddcut-schland geschrieben von 
einer Hand, aDscbeinond derselben, welche in Cod. Voa«. Chjm. 
Fol". No. 10 ein Stück goachrivben hat (unsere No. 29). 



90 II. SchriHcn. woleha uch Ja dffii tliuer'tcbea Saamdiiuphoi enden. 



Der Text hci^nnt Bl. [ fo)gcn(l«rma.«OD : 
Arohidozit Theophrast Pari prima 

Liber priious arclüdoxis Thcphraiitinke [!] paracelBJ 
magnj. 

.Nachdem wir lieben khinder aurii, aali) allcrlay vrsacben, so zv 
lang zw crUeloa bedenckon vod petrnchten in wa^serlay Trrniig 
vnd TDgewiyßhaid . dj Mcdicin bey doD alten scribciiicn ge- 
standen, do sio doch jcrc Nachuolgcr vnd Doctoro» die sich 
kliaiDtts gru&dit pefloisseD . Dardurch gcn^ichtot. muts^en wier 
Ki^n dttt niid wenig worttoii lob goscbcon, vnd mcr mid lugen 
alü suust erlanget, weil aber die Hob gegen dem ßfgsten RrTor^ 
dort)., da.1 dj MedicJ . der sich vil meni^idien gepraucheii maessen 
aulT volkhommon grund gewydmed swu soll vnd aber in allon 
alten arttten scliritrton nichts gewisaes . ic . welche» nid allein 
nur aull wonon gorochnet, gefunden . als haben wior noch 
großer luu» nubcu uudoruu. ho mid vuß gleich weg zicitoa 

allcrlcy vcrsuecla-l 

Der Text ist vielfach vom HuserHclien und dem aller anderen Aus- 
ibon sehr abweichend, sodass man sich tnanchuml vcn<ucht fühlt, an 
PfUMcliiedeno l'obersetzungon aus fremder .Sprache, etwa Latein, zu dou- 
kon; docli gehen die Abweichungen fast noch weiter. Dann kommoo 
aber auch wieder lungere Abschnitte, welche ziemlich gnt übereinalimmen, 
wenn iiß auch noch zahlreiche kleine Abweichungen aufweisen. Ausser 
dem oben gegebenen Anfange dejt Ganzen diene als Beispiel des sehr 
Abweichenden der Anfang des 2. Bnches üe Generationibus elemontorum 
(Iluser 4°-Ed. VI S. II): 

Wiowol im puechleiu De generationibus Rcrum ctKlichcrinaßoQ 
von den Separationibus Elomentorum goscliriben, wollen wier 
doch vnib morcr Verstands willen jctz wutttcr daruon liuudlen. 
Dannid mid louchtorm grund «olcho mainuug der Separation mag 
verstanden werden Dj weils dj noltiirüt Kriordortt doch alle ding 
liedechtig gehandelt . vnd sonderlich auff das ende des selben 
gesetzt werden. Wir Hetzen aber zur Practica dz in allen dingen 
dj 4 Element beisamen sein. Außs denen Endspnngt den woittor 
sein praodstioirte res wie sich aber dj 4. Elements ob sie woll 
Ein ander selber widerwertig sein durch ainandcr . vnd jo 
joeo selber mögen vergleichen vnd bey aio ander woncn an 
Jerselbcu zemtoreu, i«l ul«o xwucrMtucn vod gottvhichl in don 
wog »0 die veruischuDg der Glomcut in der predostinatiou tu- 

äamoD 

Es lü*8t sich ja nicht einmal der Versuch wagen, eine so weit- 



n. Schririon, ««lehn ckb In il«u nii^or'sühen SammolauüRiibcn finilea. ■)! 



gehon«)« Aliwoicliiing tu crklfiren, da gar kcjn Aohnlt oxii^tjrt fiir die Auf- 
boIluDg (Itcsor borromdlirtien Erscheinung. Allßrdtngit sind ja die ArcLi- 
doxen xuent lateinisch hemusgegelien worden. nUev die Aniialime, dnss etwa 
nnaar User, oder »eine Vorlag«', nach dem ersten lateiniHchen Drucke 
räckübersettt sei, lüsst Mch bei genauerer PrCil'uDg des SachviTlialtcs nicht 
aufrdchl urhalleD. Jedenfalls steht unser Mscr. (■ünslich allein; ullu die 
rieloD Drucke uuh den Jahren 1Ü70— 1&74 bieten nichts Aehuliuhes, 
•Ood«ro HUhoa einander «ehr nah». I!» kann aber auch keine Rede 
«lavon »in, da«« etwa un.scro Handschrift einen «rspn'inglicheren Text 
liefere alt> alle die andern deutschen Ausgaben; wer mit liohcnhoim's 
Stil ein wenig vertraut ist, fär den wird keinen Augenblick ein Zweifel 
darüber bestehen, wo er das rreprünglichore zu siichon hat, 

Die Eteibenfolge der Bücher in unsorm Mslt, ist die folgende: 

Liber primus (gleich Ilasor I. de Prologo et iiücrocosmo). 

Uifor secundus de HUpnrationibns Eiern enlorum. 

Liber lertiuK Je ([uinta ci<8onlis. 

Über «luartu» de »rchani». 

Liber quintus de magisterijs. 

Liber aestus de -spacilk-is. 

Liber septimus de Elixirijs. 

Liber octavu» de oxtrioitem. 

Liber nonus, de Reoouatione ot r«titauratione. 
Atn Ende jedefi Buches bciast es „Summa huius libollj", am Endo 
d« Ganzen TiXuc. Hei der Bücherei ntheilung ist nur bcmerkeniiwerth, 
da») „De vtta longa" aU 10. Buch nicht liinxcigenomnien Ist, wie sonst 
immer wo „De reDOvaliono" »In y. lluch ger-ülilt wird. 

Am Ende sind noch 4 Bll. „Notabilia (jiiaodani** nngorügt, Thera- 
peatiBch'i*barmakologische!) ohne viel Bedeutung. 

18. Mflncheu. IlolVibliothek, Codox GiTinanicus 4234. 

'276 iMschriebene BlI. 4" vorschicdeaer Hand aus der 2. Ilälfle 

deit 16. JahrhuudurtM: die beiden ersten Abhandlungen von der 

gleicheo «ehSnen Hand etwa in den TOor Jahren de» 16. nac«. 

NHuber geschrieben. 
Die ersten lll> unnuuerirtoD Blätter nimmt eine Archidoxenbasd* 
Mhrift ein. Auf dem I. Blatte die folgende Ueborsicht der Bücher obno 
vorb ergehenden Titel: 

Liber priiniu De MystoriJH Microoollnj. 

Lib: 2. De Myslerijs Elomeatorum. 

Ltb: S. De Mysterij^ Quinl^ e.'wenntif. 

Lib: 4. De My^terijs Arcbanj. 



92 II- SchrlfloB, wtlclio sieb in ilcu HuMr'vcbeu Samnetatmi^cii tinilen. 



Lib: b. Do MyNt«riJ8 Evtractionnm. 
liib: d. Do Mytiterija Specillcorum. 
Lib: 7. De Mysterij» Elixir. 
],ih: 8. De Mysterijs Exlemis. 
Lib: 9. Dq praxi . Sod non est improssui:. 
Daa stimmt aiaa Wort Tür Wort mit dem HuMr'Hclirn Kntulog Huf 
S. */ dos G. Bandes der Quartausgabu ubcreiii (vgl. Tlicil I Ü. 391). 
Auch Wimfiinacufl uod die Kälacr Ausgabe Ijatteu diu nchoii fsst 
obenito gegeben (Tbeil I S. 193 u. 109); Köln lässt da-t !■. Ruch gani: 
weg und Wimpinäua schreibt: ,Liber nonus: De Praxi: sed non est 
scriptna . Alias non eat impreMmH", hat es also auch schon so vor^ 
gefunden, wto uiutcru TlandKchrift und vio lluücr „ad vorbum in Auto- 
grapbo" geben. An dem ,im[ir(;iiiiui)' bat bereit» Wimpinäus Auslo» 
genommen und eg i«t ja uucb ULtscIiicden befremdlich, wcun mau 
annehmen hoII, tisnn der Verfa-tHt^r .io in iteinor cigenhündigen Nieder- 
Schrift giMübrieben halte. UöchstenR iJLtst es üich verstehen, wenn man 
sieh denkt, dass Hohenhoim diese llebersicht direct vor der Absendung 
an den Drucker derart uufstoUtc. War denn aber Ilobonheim mit den 
ArcbidoxoQ jemals soweit gekommen, daas er direct vor dem Drucke 
stund? Es ist uns fibur dies Bueh gorade gar nichts derart überliefert, 
«oder Ober die Abfosauug^eit, noch über weitere Bearbeilungeu, uocb 
über Versuche es xuni Drucke zu bringen, wru Alleit bei zulilrcichen 
anderen Schriften nuchweiHbur ist. Au sich liat es ja dureliaui« uiclils 
lledenkliches, auch für die Archidoxen, die jedcnfalU schon frfihe con- 
cipirt waren, Doiartigea anzunehmen. I)a.4 „Imprcsaus" der Iland- 
schrifleu wäre dann der einzige Heweii», daH.i Ilohenheim auch mit den 
Arcbidosen gleich traurige Erfahrungen gemacht wie mit den „Gradus", 
dem „Labyrlnthus^, den „Dcfensiones", dem „Turlarus", dorn nPara- 
mirum" und duu Nürnberger Schriften (l'aiacelsus- Forschungen lieft I 
S. 6d und vorher). Da«« Ilohenheim dio.4 Buch bei aeiuen ['ebzeiten latei- 
i^iacb habe im Drucke erscheinen lassen, wie Schröter berichtet 
(i'lieil I S. ITIf.), halte ich auch heute noch für eine Fabel. Es fehlt 
davon jede Spur, auch ist es durchaus unwahrscheinlich. 
Auf dem 2. Ulatto besinnt: 

Liber primus ARCH.. TU . . Paracvlsi MagDJ ic. . De Pro- 
logo et Microcosmo. 

So wir vnn.ier ullenndt . vnnd verlassenhait . sollen vnnd 
muMScn betrachten . lieben lilij . wie wir so vihl beschwerter 
lierbcrg vnnd hunoger . mit vihl seinen versohmcchlichen Zue- 
steaoden . Dio vnns so gar umbgeben hätten . Das wir nitt 
lUgnienen . . . 



U. Scbriftca, irvlcha lieb io d«n Itux«r'feben SammolMiiigab»!! lindnn. 93 



Der Text alimmt mit dem Ilufleräcben xieralich genau überein, hat 
^er doch mancherlei kleine Abweicbungen, die wohl mit den Lesarten 
des Wimpioäus häutiger überoiakommeD (ohne nbcr dessen Aus- 
lanongen sa seigoo). abur auch von ihm oft vorschieden sind und 
BtSDcharlei BoMnddrcs bio,tcn. Jcdtnfalla beruht uDHCr Mscr. auf hand- 
Mhrtftlicher Ußbcrlieforung und vordient einigo Beachtung;. Di« Wort« 
.Arch.' und Theoph." taufen in der Ueboritchrift tlen 1. Ilndi&'< und in 
d«o Ueber* nod Unterschriften der anderen Bücher vielfach in «inen 
complicirt«n SchnGrlcel au-i: das mag Ueberlieferun^ ans dem Original- 
manitscript sein und wnrdo dann die vielfauh abweichenden: Archidoxia, 
Archidexorum, Arc-hiduxii, Arcliidoxiae und die: ThcophrsHlia, Theo- 
phrastiae, Tlioophra«li, 'f heuphraittinac {^eDÜgond orkläron. 

Da» 1. Buch ist unturMchnobon: „Ünis . prologi et Microcoomj : 
Lib .j. Aich ... ex Thcoph . . .*^, nl.io gane gleich lluser. ]i» folgt obonao 
wie dort: Hl'iber Tertius Arch. puraoohi Magni De Keparationibu» EIo- 
mcntorum. — Liber Quartuü Arch. ox Theo: para: MagnJ . De Quintu 
EmodUs- — Über Qi]intu.-i Arch. pars: Magnj . De ArcaniH. — Liber 
Sutn^ Aroh. Hx THntia . para . magnj . De Maf^isterijs. — Liber Septi- 
raaH Arch. ex Theo, para; MaRnj. — Liber Octauus ARCH . ex Theo: 
pus: Ma^nj Do Elixtris. — Liber Nonus Arch. ox Theo: Para: Magnj 
Do ExtnsMcia — Jinis Librj None Arcli. ex Theoph. para: Magnj : Da 
Extnnsocis." Also mit Unser üboroinstimmend und die gleiche DUcre- 
paoz mit der voraD^cstollt«!]! Bücherübursicht in dor Zühluu^ aufwoisend, 
Di« Untcrechriften dor BQdior stimmen mehrmals mit Wimpiniiiu 
10 HitMT. 

Null einer Tabelle „dbaractere« Cliimicj Motaltoruiu et Ittiueralium 
uailatioro-s' (eine Seite) und drei leeren Blättern folgt: 

D«l« Theophraat.j Paracelai von Eiuaydlen . der Fnr- 
nembst . vnnd tret'fentlichst . one KWeyuel . vudtor 
allea Artsten . vnnd Philosophenn. 9. Bücher von Lann- 
gtm Lebenil . vnbekhaundlor d^nn^cn . vnd dern die 
bj'Uhor von nyomonndt gohaoudelt worden . gaontz 
Tohll vnnd ybcrflü»sigkh. 

Sampt niner Lobopistoln . Del's Valentij vom Rieß . 
vond Adams von Bodounstoin . Epistola dodicatoria . 
miti wellichen yedo bsnonndere vnnd ybcrtrofriiob« 
geI«hrthoit def« Thoophrastj gelobt . vond gerhuombt 
wirdt. 

Gotruckht zue ßa«ol . b«y Petro Peroe. 
Auf M numerirten Uliitter folgt nun, von der gleichen Muberen 
lllmtid geschrieben wie die Archidoxen, eine Ueber^etzung der Bowlor 



O-l U. Scbriftea, «eich« »Uh 1d iloii Uub^rMhco SvnmeUusfabAn flndM. 

Ausgäbe der „libri V de vitn longa" (ohne Jahrzahl, Theil I No. 46 
rcitp. 503); zuoäcbtit die Vorrede IlodensUio's „Auß vonaerm Studier 
fiüibli'iii A°. Ij62 . am laRe der lieyinb»uc)iung Maiiü", darauf der 
Prolog dt» ..Vulcntinus') vom UieH'% worip t» zu Aufang liisissl 
„Geboren atiß dorn Edleu go*ichlocht Snedigen [MJ". Der Uobersotjwr 
hat das verdruckt« „Suedigcna" slutl „SuGvigenn", au« ßcbwabfin ge- 
bürtig, tiiiiht TerslaDd«n. Üo^ woitaren jjibt die liandscbrilt eine 
douUi-ho UobentoUung der 5 Biichfir (Htuer 4°-Ed. VI S. IST — 19T; 
Kol'.-Ed. I S. 83S— «56J and endlich die Bcsdiluwrodc mit den Lau- 

l)or AiiTang der (JeberRätzuiig den I. Rudies'Ue Vita longa lautet: 
Ist i's Mllioh . das TbeophriDJtus I'hilosnphioro von ilom lann^on 
Loben. So iHt «.'rsüicb von nöttoti . vDiid WL-hrlt dz inans 
wyssi^ . wiL* d/ Leben »ey . wie ich's achtle . Sonudurlii'b aber . 
d/. vnstorblichc . welchen ortl die Alltten nyo angcrhuuri . Ich 
glaub . 08 ney Inen vnbekhaDudt gowracn . vnod haben Ine nitl 
genugsam voratanndteii . daher khuinbtt . dz »yo dem einen 
allein , Nutnblicb dorn Sterblichen . biüher haben redlich sein 
wülleii . Aber damitt or endttUch beschreybe , was dz Leben 
Hey . E» ist fürwahr Dtcbls audor^ dK Leben . Dann eine ßaU 
sainittische Mumia . crhallcudlc dou Sterblichen Lejb . vor den 
Sterblichen würinen . vnd iUtpharu .... 
Die Uebersutzu Mg Irhnl »ich dicht an den lataiatHchen Wi^rllaut an 
und iat recht ungelenk. Man denkt Tiatürlich üofort an die dnuL-icIw 
reborHoIxung „von einem Stiidio.''0 aul.t <le!> Oporini LateJni.4chcr trana- 
lalioD in <la.H Teutsch bracht", welche Toxitex .telnon „lunlT Oücber 
Vunn dem Lunngen loben" Strasubnrg 1574 zugrundelegte (Tlicil I 
No. \M) und Von Italhodius und Ivosslitius bearbeiten lies». Und 
wir haben liier in der That dun undauTenden deutschen Tu\t vor uti.i. 
dcn',To<(it«ii bei seiner deut^-hen Ausgabe bentitzlo. Im Anfang Meht 
der Text d« Toxid»« unserer Ilandschrirt «ehr nabt>, aber seine lieauf- 
Iragten habon an der ilexteiung duü Texte.« rtidlich gearbeilt^t. Im 
xweiten und mehr noch in den späteren Dilchern ist dann die Uober- 
selüuug des,Toutca aieiat voUstÜDdig neu gexchalTen. Unsere Naeh- 
prufu'nt; bcatätigt also vollkommou die Angaben des Toxitcs. 
Insofern iist also die«o Miincheuur deutsche ßoarbL-ituug der „Vita longa" 
von'.Intcre-tsu; anderwärts Ut nii.i diese L'cbontcUung der Hoden.ttvii)'- 
schan,Au^ahe nicht erhalten. 

>]'Val«iitlna> bat hier der »plUre Druck von ISüS CTfaell 1 No. 503), iler 
(ntvIDrudi hall« ValeDtins: vielleichl «kro d* doch Torallig, diraua SchlÜM« tu 
ilehtn. 



U. SchrUtMi, nckhe sich in <l«n llu8er'sch«ii Sftinm«lAiisgab»n lind«a. 95 

Boigi^fugt hat der Bcarboit«r viulfauli vrlüutoriido Marginalien, wcloho 
fticb bfit Bodeustein uud Toxit«tt oioht (iiidun: hier «ioigc Beispiele: 
Atrophin . hey^t ein vriKettieftr Hunger . die welche .-«oliche 
KrnDcklioytt haben . empfenden khdner SpoyRe sonder der lejb 
wirdl mehr durcb Schwindtaucht veraehrel, weder durch Spcyßo 
genehret 

Mola . [st uin vuguformbl» Fleisch . In eiuos woybs leybc . 
daryn khein Loben iitt . de weyb aber meint syc trage. 
Ilarnia . heywt der Bruch . oder j^omcthtc Bruch. 
Sapphyrus . ob diu bryiiciidt Ruch. alUo guDaunt werde. 
Ijoenioa . Int ein kraut . wecbsnt autf den Bergen . deB8<»i 
blumbon wie liewonmäuler . wens üiren .stnlien . hult aber nicht 
dx er bie dasHolb mein Honder eti muß «in Kraiickheit sein . 
also genount wirdtl. 
Muichmal stehen auch abweichende Lcsarton oder rcltorsetzungeii 
tm Runde. Bei Cap. H [9| <\en 2. ßachcas fiiidul »ich fulgende Kuad- 
Wmcrkuiig: „[>2 Laudunj. Theo])hra«tj . So da haylelt dir dia-ioIulOH . 
vniid voo dtnen kliciu honnung meiir int . wirdl heriiacliri' volguii ym 
Ducti paragrkphorum.'' Nun folgen xwar die ..Paragraphen" nicht 
darauT, wühl aber wie bei ItodeiiMtem da» I.audanum-Kecept aus de» 
„Paragraphen". 

Der ToberHeÜEer war jedenfalln ein Mediciner: ein Kolr^hor hat auch 
di<- Randbemerkungen geschrieben. Doch irit dai^ Ganze hier nur eine 
Absclirin, nicht etwa das Original der Oebemelzung. — 

Kh foti;t .J*ulcherrimu!( tructata» Rogorij Bachoiils, do aaro 
ihooHcu lV phy^ire. IfiBO", 28 Itll.; ein Sammlung alclieinistixeh-arxuei- 
licli«r Recepte (14 1111.), welche um Ende den Namen Jodocus Wil- 
helmas ä Crooeburg atiTwciMl und ein kuru-s „(talbanetum paraoultii" 
(aus tialbanum und Spir. Terubiiith.) bringt; eine Anweisung sur Dar* 
stellang dea Vitrum Saturnj (3 HU.); ein atchemistische« Fragineot 
(IG Bll.): eine Reccptensammlung (1 Itll.) uud endlich eine desgleichen 
mil der Jubrzahl lö3& am Anfang (7 Itll.), ulk-^ von vorechicdenen 
llüodvn gCHcliriotHin, dwen keine mit der der beiden entton Abhandlungen 
iiberoiiutimmt. 

19. A.hm.nt, StiCtfll-ihliotheli, IMschr. No. 813. US Bll. 4' 

fun einer Hand im AnTangu de« 17. Jahrhundert.-« »auber ge> 

schrieben. Die Foliiruug gleiclizeitig mit der Niederschrift. 

Bl. la— 113a: 

Archidoxomm . Des Hochgelehrten vnd WeitberUelimb- 
testen Herrn Dector Thcophrauti l'aracelßi, Köchen 



bM 



It. SthritUa, ««loh« «kb In dM Hu«ar'*cbea !i*miDel«aif*b«n Gaiho. 



Bflfiohor Mjritario Mioroooßmi Tür Da» Erste Buocli gc< 
rpflhDot, Du« ■oant d*i« Varrörll ist. 



Mit MuU 



if (Infi n« 



t 



miilorn KVMi:Iiril>n«n Kxciiiplarva auf dnH n«i»<üigiii 
rnnftiriort, KnlxtHHerl. vDi) nach viiralligem verUD^ea, 
JtitB und 'Anm Br»t«nniall io Druckfa verförltigol 
witrilMD. Anno I&70. 

'/,u Dorn I'<)U«r. 

Demnach vrOr von khurtx verntrkun Jahre» ao, 11ißh«r, etliche 
UpUM-ii!» l'antM'Uii'a K<'n»<t- in lUuckh warlicb nit mit gerio^en 
OsMton verfcrliifi'l, pul>li(-iert. zu dvm auch kbaiu flciU Mtihc 
VntI Arliflit, donalliiitoti m«hr tu Erkhundon tiid zayberkhommeD 
m«|>art haben. . . , 
11. a. w. »in« AliHcliriri dtw Vorworts ita V«rlogcra Ven» in No. 116 dca 
nnl^n Tlioiltw. 

DI. ^a ArvUidoxoruin Aurooli Throphra.''ti l'aracel» Lil>er inimus . 
Du tUvilcrio Micronwtni. 

lU. 9*. Das Rntc Iluech von dfr Henouation vnd RestanratioD. 

III. ilb. Du Ander Ituech Arcfaidoxorum vnd Paragrapbonui . [>• 
SwparaUoiiihtis Klcmcntonim. 

m. .t3a. Da* Dritlo Huech Ardiidinorani Tli..P... d« Qninti» 
BMStga. 

Bl.48a. Ita* Vitttf Raodi ArdiHlozonim, Th.. P.. UaRu tke 
Arcaan. 

n. Mr. Uas Fft&ff) Rd«<Ji Archiioionim Ite Mapsten)S- 

RL 1t>b. Dt» S««lHto Boedt Ardmtonnm Da ^»etim 

. Tli . . P . . MafBias p]. 

m. S3. n» SMmtdt BotA AnMaxana De EUxinln* n 
Ma^ni. 

Hl. A^a Uta Adu» BomA ArtUdtsanB. De EstrinsMv Tk . 

m.94b Dn W lli lfc Bmk AiifciAiiw. n.. P.. H 
. . (11^»] • - Di«mai ««r d 



P-. 

P.. 

. D» 



die aa ] 





wf ARnDononm. 
nv MvNi M MV liHt SM MW fl|Mliin liwraiiTO na 
Dmh« M «nns das «Ir te min IMb omor Ko. iM 



11. Schrifteo, «eiche aich in den Huser'schea Sammel ausgaben finden. 97 

haben. Das CorrecturenverzeichDiss, das dort am Ende steht, ist nicht 
mit abgeschrieben. 

20. Wolfenböttel, hei-zogliche Bibliothek, 30. 4. Aug. 350 SS. 
4" von verschiedenen Händen aus dem Ende des 16. Jahrhun- 
dertH geschrieben. Die ersten 132 Bll. zeigen am Fusse eine 
alte FoiiiruDg gleichzeitig mit der Schrift. Auf dem Rücken 
des Einbandes steht von alter Hand: „Theophr. Paracelsi Chy- 
mische Tractetieiii 30. 4. Ma." Auf der Rückseite des ei-sten 
Blattes findet sich eine Federzeichnung etwa um 1600 gefertigt: 
nackte weibliche Gestalt von der nach allen Seiten Strahlen 
ausgebn, darüber steht „Da^ Dritte Capitel von der sei", darunter 
ANIMA MERCVRIE 
j RE "PRAETER 
I CASAM_ _ 

Auf dem 2. Blatte beginnt und reicht bis S. ä70: 

Liber j Archidoxia Theo&astice parocelsj Mangnj De mistai-is 
'^i^bu'ii™!!"' ^° ^^^ '^"° vnnser EUenndt vnnd verlassenhait . sollen vnd 

muesaen betrachten . lieben filj . Wie mir souil beschwerter 

Herberg . vnd hunger, mit souil seinen verschmechlingen 

■oHuadeB zucsthunden dj vnns so gar umbgeben haben 

Die Abweichungen vom Huser'schen Texte sind im ersten Buche 
sicmlich zahlreich, werden aber in den späteren Büchern viel geringer. 
Jedenfalls ist unser Mscr. nach einer Handschrift geschrieben, nicht nach 
einem der Drucke. Die Bücheranordnung ist folgende: 

Liber I. ... de misteris. 

Liber II. de Benouatione et Restanratione 

Liber lU. de Separationibus Elemcntorum 

Liber 4. de quinta essentia 

Liber ö. de arcanis 



Liber 9. de extrinsecis 
Liber X. de vita longa. 
Es ist also dieselbe Reihenfolge, aber eine andere Zählung,, wie sie 
der Baseler Druck hatte (Theil i No. 116), mit dem auch die Ab- 
weichungen von Unser vielfach übereinstimmen. 

Die Archidoxen sind von mehreren Schreibern geschrieben. Die 
er^tfl Hand geht von Seile 1^102 und bricht in der Mitte der Seite 
ab; es folgt dann eine Lücke, indem der Rest der Seite 102 und die 

KilUk d. Stblbtll d. P»ictl>lirli«ii Silirlflon IJ. ? 



11. SchrifiMi, wekb« «ieli in i«u Uunoi'xhcn Üunmelnugtahca iiailmi. 



SoiU) 103 leer g«l)ts9(>n Mnd. Obo« Toxtvoriml schreibt dann eine 
uidere >b«r ülmliclie llaDil suf Seite 104 weiter bis la Seite 171. 
Ein« drille gk'ii-lifall!^ älinliclio llatid bat datio S«itc 172 — 3<>S i;<«c)i[iel>en; 
alle dittM ilrt-i l)5iiiiJi- it<igoti iKmi Clmraclur dor Schrift tun )5lK> •■twa. 
i>eii Scliluiw auf S. 268— "i70 hut eine vierte »eoig spätere Ilmiii i^o- 
»ichnob«ii mit doin Sclilmetvoi-iii<-rk ,^i>li ih-o gloria Uli) Imch hm mir 
1). M. d. h. r. liobhalwr pweherickt W. 0. W. W." Dieser lelite ixhreiber 
hat das \Ucr. eiugohend bearbeitet. Er hat Kuiiäch<it Margiaali«!! un 
dvn Itiind i^Cfwh rieben, w«k-hu bis ^?. 71 reichen. In der Mitte dt« Liber 
tcrtius de Separalionibuit bleibt dvr Margiiialieoschreiber Mucken. Eit 
nind dir«oll>oß Randaotizon, wHcho Toxite« in den Wden Aiii^gabeD -cnn 
ir>70 und ln74 gibt (Theil I No. 118 und läS). doch linden *icU kK'ino 
Ahwcichuni^eti: e. lt. statt „Wanlurch (lolt erkennt werde" hat das Mscr. 
,\Vanlurch (Jett erlenit werde': statt „Trei dinj: Kubodenden" suUt 
ce ,IIi« tri« consideranda" n, s. w. Von Seite 2 — 71 hat diese Mond 
auch vielfach Currectureo dt» Teste« Torgnnomtnvn. welchr f&>t iatiner 
mit Toxid'« ir>74 überoin»timm«D. S«it« 17 zwUchcn dem I. und 2. 
Iliteli war li-er tcela.-<.Hen. L'itiHT MarginalienNchrfÜM-r hat darauf g^ 
xchriolMiu: „Usa Ämter buch de reatauratione et renoualione. nach d«a 
MiMlerijs Microcosmi vol<>el biliich die renouatio vnd reslauratiu Ist alier 
ein ander buch dz »ccuodus sein »oll. «Hnsch Ich von gott dx ers i>ITen- 
bar. ich wil gerne von meiner tneinnn); weichen", was sich ettenralls bei 
Toxilcs i:i74 lindet (vgl. Theil I S. 270 unten). Am Ende dos 1. Bochea 
liallK der 1. Scliriribcr nur .linis" i^jichrichen, der 4. Sfikroilicr fügt 
hintu: .liul'' prolo^i et microcusmi libri primi Arvhidoxonim n Tboo- 
lihriL^Tia", uiich Totitex ir>74. fa kann alito keiu<tni Zweifei uulerlicgeo, 
daa» der xp-itcre IWitccr. wt^lclii-r mit dem vierten Schreiber, dem Mar- 
ginalienschreiber, eine Person ist, die dem l'erna'scben Teste nah«- 
ätehende lland^ichrtft mit dem Toxilischeu Unickv von 1!>74 verglichen 
und danach gel>exiwrt hat. (Vermulhücb fallt die^o Collationimng noch 
vor da» KnM'h'-inen der Humt'äcIii'ii QuartaitsKabe.) In der Einreibung 
diw Ituih» dv renaualione an die 2. titeil« war ja die Kla^enfurler Iland- 
»rhrifl (No. llJ) schon voranttcKaniten. 

S. 271 und 273 unbeschrieben. 8.272 bietet rolfcodon Titel, e»- 
whrioben von dem elH'n li«procb«»cn Marginalionitchmiber. der audi 
den Scblu« der Arcbidoxcn gCEvJiriebea hat: 

De tmuBBtatioBibiu Metallomn Tbeophraati ParaceUi Too 
Hohenheiui lihor de gndatie&ibu- 
Aars«it«2t4 beginnt dann von früherer Hand (ca. li)70— 1580) der Text: 
I'refactio . So wellen wir Nun von den Kr^la'iunca An- 
riehen JU Reden, di« dan in suUirher gentail, vnti da« »le 



II. Schriften, welche sich in den Buser'scbea SammelsusgabeQ finden. 99 

E* sind dio 13 ersteo Gradationen gleich Huaer 4''-Ed. "VI S. 411— 417 
(Fol'.-Ed. I S. 939—942), der Text scliliesst auf S. 285 mit den Worten 
„Die 14 gradatz", welche aber fehlt. Die Handschrift ist also un- 
volbtändig, wenn auch nur die eine Gradation mangelt. Als Vorlage 
diente jedenfalls eine Handschrift und keiner der bekannten Drucke. 
Der Schreiber selbst hat vielfach Correcturen eingetragen, wie es scheint 
nach Vergleichung mit dem Baseler Drucke von 1:)71 (Theil I No. 134), 
S. 288— 291 ist ein eingeklebter Bogen, der noch den früheren 
Itruch briefartigor Faltung zeigt. Darauf steht mnüchat von der Hand 
eines ungebildeten Schreibers „Dio Annder gradacion" mit groben 
Fehlern wie „fitterij oe!" statt vitrioJi, „Anthomoij" statt Antimonij 
u. M, w., nach anderer Quelle ge.schriebcn als das Vorhergehende. Der 
Schreiber der vorangehenden Gradationenliandschrift hat dann noch hinzu- 
geschrioben (Seite 289 Zeile fi bLf S. 291 Ende) den Schluss des ersten 
Cements gleich Huser 4°-Ed. VI S. 403 Zeile 13 v.o. bis S. 404 
Zeile 8 V. o. beginnend mit 

Hp. tloiis Eris 

Antimonii') Vixi Kubium 
gestosse Ziege 11 
gemain saltz 
Das misch zusamen klein gerieben, vnd Jnbubiers . . . 
Beigesetzt ist am Schlüsse ein Process „Hos eria mach also . . ." der 
nicht von Hohenheim zu stammen scheint. 
Bl. 292 ein neues Titelblatt: 

De trangnintationibnB Mettallornm, Theo[>hrastj paracelsy 
ab llochenhaim Liber Be Cemeotis. 
Der Test beginnt Seite 294; 

preuatio. hin solücher gestalt, als mir von anderen . . . 
und reicht bis 8. 1^11, das Buch De Dementis vollständig entiialtend 
(Huser a. a. 0. S. 402—410; 93()— 939). Der Schreiber ist derselbe wio 
der der Gradationen; jumh hier hat ihm ein Mscr. vorgelegen, in welchem 
er selbst nachträglich reichliche Correcturen nach der Editie princeps 
von 1571 (Tlieil I Ni>. 134) angebracht hat. 

Die Seiten 312- 315 sind unbeschrieben. Auf Seite 316 ein neues 
Titelblatt: 

De Bpiritns et Tinctura planettamm 
Drcy biechcr, das Erst bucch von dem Einfachen vnd 

') Itu OrigJNal hlclil (Ins Anliiiioniuii-Iiun (Krciiiapfel); ieli wcriie auch in Zu- 
kunft alle ciiesu ah'lii'iiil^tLsi'licn 7.<;k\i«ti iiurii'iiteji uiiil dm bctrelFümk' Wort cursiv 
ilruckcu la^Hcii. 

7* 



100 "' Schrjftvil, ««leb« »ich in den Uiuar'Mb«!! SammtlauoKobon Kndao. 

villfvllttigcn IriüxflliOD vdiI bimliscliD» j'ntfr vdi) »pi* 
rittus iilnDnotturum uiicr mettalloruin (: 
I)n« Aniiilor but-ih von tiiM« Mrrniriii/' p)iillo--(u|i)ioriiin viid 
milt«) i)pr Tiiiotlurcnn (: 

Dax Dritt buecli, wie idaii <lio Tinctturonn vnnd fer- 
mciitta, Aar- Goli! vnad SiH/n- maclii'nn soll, bcs<;liril)L-nn 
durch dcD Hocli-gclerllon Ileron TIieo|)hraBty, purii- 
celiß [^, von Ilochennbaim Inn HcbweitE 15ß9. 
Dn-^Budi (Uuser Cliir. n. u. S.-!ir- IMVEd. S.7ä2— ?ö8) reich) von 
Soilo 31S — 348, Der Schreiber ist derselbo, dar auch die Gradaliouen 
und Ccmonte gvschnobon bat. doch ist da« k'lxlc Bucb um sorgniltigNtcn 
und wohl aiiüb ctwiis fnibür gcsch rieben nl^i die bi^ifh-ii midorn Rdiriftcn. 
Di<! Jithi7.abl ir>ß9 i»! liCcbMt wnlirsctioinlicb diu tlvr AUschriri, wi'Icbe 
also vor nllv Dnn-Itc fiele, iiuch vor den orston Iiiteinisi:hcii Dorn'«, 
dfitdcn vermutbote AulorAcbafl wonach xwcil'olhaft wilrdo (V^b Thnil I 
Ne. l'if> S, 211)), l>a8 erete lluch hat in unserer llamlscbrin ',t ('apitol, 
wibri-nd Muser und Itodoiistoin (TheÜ I No. \'-i1) deren nur <> babeii. 
Uebcreinstimmcnd mit dorn 1. lateiniscbcu Drucke (Theil 1 No. 125), 
dem ). di^utscben Drucbe (Theil I No. 134) und der Ausgabo dos 
Tositc* (Tlioil 1 No. 140) but unser Mscr. oint^ofügt: G Von dem geist 
Martig. 7. Vom gfii.-*t Joiiom. 8. Vom geist de» Saturn, wiibrcnd Cai), 9 
mit ('»{>. 6 liiLior'ä stimmt. Im 3. Buche dagegen stimmt unser Mscr. 
in di'ii ('iipiudn nicht mit dem 1. deutschen und lateinischen Drucke, 
sfrmlorn mit Hodenatein (dem uuob Husor gefolgt ist), indem sich bicr 
daa den beiden or^t^n Au.«g[iben fehlende 8. C«pitcl Bodonstein'K und 
Toxites" „Der Hex Kpricht" mit der tlobcrschrift „Weiter von dem 
kinig~ vorlindet, ebenso daa lü. Capitel ,Z»m Bescbluß". i^clion daraus 
j^elit bnrvor, daas unser Mscr,, das .iiicb sonst vielerlei Abweichungen 
im Einxelucn zeigt, uus aolbsliindiner handschriftlicher IJuollo geschöpft 
llDL Noch naher suf dies sHoa cinsugehcD verloliot sich bei diwem 
xweifclitohiio untergiwchobenen Werke gewiss nicht, das ja schon Iluser 
rIs tineobt von der Hand gt-wiescn hat. Anführen will ich nur noch, 
das« 08 in uiiHerer Handschrift am SchluNsc Iieisst: „Ennd der drcy 
Biecber, der AlehamiaTbeophraAty", w.^-4 wieder im OegeuMit): ieu Dorn, 
Toxites und dem Ilaaeler Druck von 1671 mit Bodoustciu's und 
HuHor's Titel .Älcbimia' überoinatimmt. 



21. Leiden, Universitätsbibliothek, Codex Vossionus Chy- 
tiiit;iis in Polir> Xu. 21. 373 Itll. von der Hand eines 
Al.schreiberti aus dem Anfange deis 17. Jahrliuiidurl--*. Zu An- 



' 11. SchrifteD, welche sich in den Huser'schen Sammclausgabeu finden. ]Q] 

fang eine Sammliing alchomistisclier Recepte, Processe u. s. w. 

thcils meiiicinischer, theils cliiyaopoetischer, thcils technischer Art. 
Bi. 96 beginnt: 

Theophrasti Faracetlsi de niribas Uembronun Liber Piimus. 

Caput .1. de spiritu Vitae. Spiritus vJtae der ist ein geist, 

der da . . . 
Nach handschrirti icher Vorlage recht nachlässig geschrieben und viel- 
fach unsinnig falsch gelesen. Die Büchereintheilung ist die des Huser 
und des Toxites, doch macht der Schreiber allerhand Wirrwarr, 
lil. 96a— 101b stimmt mit Huser bis zum Schlüsse des 1. Capitels des 
2. Buches (Huser 4"-Ed. III S. 1— f)) darauf folgt: 

Caput Secundum. Also das Im von keinem Zufall nichts 

bewchehen mag, noch bleibet Element Terrae An beyden ignis et 

aquae in balneo habentur. Nun setz von Jove bleybet aer 

an boden vnd werden ignis aquae terrae .... 
Das ist (luser 4''-Ed. VI S. 16—25, die zweite Hälfte des Über Ter- 
tius de scparationibus elementorum der Archidoxen. Auf 
ni. 111b schliesst dies unrechtmässige Einschiebsel mit „Finis . De Sepa- 
ratione Elementorum". Das 2. Capitel des 2. Buches von „De Viribus 
membrorum" fehlt völlig und auf Bl. H2a folgt dann, als wenn der 
Text ruhig weiterliefe (sogar mit dem Custos „Caput" am Ende des 
Blatte.-« II] b angemeldet) „Caput Tertium De Viribus Cerebri" und die 
übrigen Capitel des 2. Buches (Iluser 4''-Ed. III S. 6—12). Am Schlüsse 
des 14. Capitels lieisst es dann weiter auf Bl. 119b: 

Finis Libri Secundi De Viribus Membrorum Intheriorum. 

Sequitur I.iber Tertiun De Viribus Membrorum chaorum, 

Liber 4. De Virib: membro: Exteriorum. 

I.iber 4. [5.!] de quatuor Elementis quomodo descendunt. 

Liber .5. [6.!] De tribus in quao Natura componitur. 
Auf Bl. 120a— 121 folgt sodann noch: 

Liber Quartus , Cap: Primum. 

Die Elomentiseho Art so tu vns ist ausserhalb der glieder wesen, 

vniidt was benieldt ist haben ihre iiiterprotationis .... 
Die beiden ersten Capitel des fünfften Buches, wie lluscr angibt 
(a. a. 0. S. 14). Textabweichungen von lluser sind auch sonst vorhanden. 
Jedenfalls hat unser Alscr. niclit aus Elusor abgeschrieben, Anderwärts 
ist dieses Fragment nicht gedruckt. Vgl. Leiden, Cod. Voss. Fol. 16 
(No. 20) nnd Mscr. Osseg No. 43 MI. 43b (No. 40). Hieran schlie-sst sich 
der folgende Katalog der Bücher der Arcliidoxen: 

Secem Libri . Archidoxis, Theophraitl germani, Philosoph!, 

dicti, Paracelsi magni Do misterijs Naturae. 



103 IL ScMfiM. «diW MÜi m 4ea Bwer'fdMa ^MMihaif^i 



Ub«r I. I)« mjttetiii Sicrolosai. 
Ub«r 2. I>« Hjwtetip EteiQ«otb«ram. 
Libpr 3. D« Mysterij« QniotM «»wiÜ«». 
Lib« 4. De MyaUrijs Arcani. 
Liber &. De HyfUtij* Ritnclioaimi. 
Libvr 6. Dt Mjrsterij« apecificonim. 
Liber 7. De mf«teri> ElUin. 
I.ib«r 8. De HyRl«rijs Exlemis. 
Über 9. D« Prui Bud oon imprasnft. 
Dm itinmt aL-w «ie'ler (abgcMbca ron den Yidca LeseMileni «o« Va- 
kennlnna) Tut i;aiiz mit der l'olwniichi der Bäcber, wie sie llu&cr aorli 
d«ia AulogramiD za Bcgian deM 6. Rande» gibL Ich hahc mich whoa 
oben Seite 9i näher dardbcr «aagelawwR. Aqf die»cti Catologm lihroniin 
folgt direet: 

Liber Tertiaa Arcbidosis ex Theophraütia psraceUi De 
Separalionihu» ElemeDtoram. Vondt Wn dem Vier an- 
fallen die aoDlegUDg der SeparalioQis Eiomenlornm wollen wir 
(wie woll ilaa de generslionibus reram geschrieben ül) etwas 
(so «8 doch ann dMiM](>en vnd im w guuc auf die Moinang 
Mpanlioniit Elcmeatonim lauttel) sagen dardorch mit lau- 
lerm gninile, die meinung der «cheidung möge TentandeA 
«eriieon, .... 

Dteae» dritte Itucb reicht bis DI. 131 b; ea \sx aber nur di« erste Hallt«, 
lluser 4'-Ecl. VI & 9—16; die zweite llälRe war ja .schon oben S. lOtb 
bi* 111b aU Capnt »e<:uoduiD des 2. Bacbei von den .Vires membro- 
rum' gegeben. Der gcdankoolotie nogebildete Schreiber hatte wohl eine 
Mand^brid TOr »ich, in welcher lose Blätter oder Bogen verschoben 
waren. un<l hn[ »ie in ihrer falM-hen Iteihsafolge abge*diriebeD : denn int 
vurlit^-iiden Codex kann die«M Durcheinander nicht mechaRiwb durch 
DISllerverschiebaDKea entstanden aein. 

Bl. 133 — 354 folgen dann nlk-rhand medicinischo und alchemi^ti^che 
Recepte, auch einige kk-inerc alchcniisliMhe Abliandhin^n. Bl. ITla 
findet sich in einem Recepte die Jahrzalil 1670. 

Inlcr den Recepten finden .-ich auf Bl. 144 einige mit der Angabe 
Tersolien, dass sie toq Iloheoheim stammen: 

WiderdieAVilrm der Kinder Theoph: Rp.Pariciariam zerstoß 
vnd leg» vbor den Nabel, da« thne biß sie alle berauß khumen. 
Wider »chwcren Athem Thcoph: Nim gemein Milt£, 
Schwofäl ana: S. L. [?] die alle ui.iche wol. setz et* inn ein 
Hublimatorinm mit Uodeo feaer, Nim de» rotten auf gedlicgen, 
miKclic es mit KupITer, vnd gib es auf brodt zu essen. 



A 



IL Schriften, welche sich iu den lluiser'scheu SauimelausgubcD findeu. 103 

Contra Epilopsiam probatiss. Theoph: 
Up. Eines Mensühen Todten Kopf, der da nie in die Erden 
kommen ist [caput mortuum aus dem Vitriol], diese zei^toß, 
vnd diätillir ihn per Redortam, dieses Wasser nim, und Vni- 
corni ^ J. Musci 5 -s- Badicis peoniae Caatorij ana 3 .j. vnd 
ilistilirs widerumb vnd gib es Einem Krannclton Inn einen Löffel 
auff drey mahl. 

22. Heidelberg, Univ. - Bibliothek, Cod. Pal. Germ. 706. 
Vis Bll. 4". Sammelband von verschiedenen Händen aus dem 
Ende des 15. bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts 
geach lieben. 
Auf dem ersten nicht gezählten Blatte von einer Hand aus dem Ende 
des Iß. saec. der Titel „Tbeophrasti Paracclsi de vita lunga 
conservanda". 
Bl. la — 33b 

TheophraBti Paraoelii De vita longa Coniervanda cam 
Appendice. über. 
Dieweil medicin gefunden werden. Die da den leib auffentbalten 
aulT das andei' vnd mehr alter, vnd behüten den für kranck- 
heiten VDgcsunilthoit vnd feule vnd vberütissigkeit vnd vor dem 
abnemen, vnd so ein solcher iu krancitheit were, Dieaelbig hin- 
weg nimpt, Ist einem Arztet wol zu betrachten von diesen 
Arfzneien zu gründen. Dan viel scindt der vnheilparlichcn 
langwirigen kranckhciten vnd zu fallen. Die all durch die aufT- 
enthaltuug des langen lebens hinweg genonicn, vnd vhrsprüng- 
lich hindan gezogen werden. Dieweil vnd wir von dem selbigen 
langen lelit?n [Ib] zu beraiten schreiben wollen, seindt vns zwen 
vnderschcid zu mercken. Eine als Theoriscb ku reden, Die ander 

als practicG zu reden [30b] Vhnd 

wiewol wir vicieicht schwerlich mögen verstanden werden, Ist 
aber allein in Denen Die vns noch die natur nit erkhennen. An 
denen kein tropfen ligt. Dan was nichts verstehet, wollen wir 
de vita longa nit verständiger machen, was aber ein grundt 
hatt, wüllcu wir vn?seren proceß zu geschrieben haben, vnd 
donselbigen genugsam entdeckt. Finis de vita Longa. 

[31a] Appendix. 

I50 wir Also das regiment mit essen vnd trineken ansetzen 
vnd schreiben solli'ii, wiiilen wir das. so allein zu dem langen 
leben am fiirdorligsten Dien), setzen, vnd die anderen, Andern 
befi'hlen ic 



IM II- SdiriftcB, «»Ml* *kli Ib ibii Hutcr'MhMi SonnMlMi^gAbni tnt\tn. 

VbiI »t «in F^ton zuuereteiHn, Du die .Speil), m> m« nach 
einem andereo proceß gobrnacht wRrt, mII mit arueney bcnit 

werden, [33«J ■ ■ Vii<l «i>re vaasier wuiwli von (intt. 

Dsa wir ohne verscIimcliURg der idioten, tiolU>n schreiben tod 
labore »ophiM. waD allein vneer os{>uri«aU auBweiset ic 80 
niMMio wir schweigen vnd dulden, Da« ktoB «runder lahor So- 
phia«, harin terra i^aocUi rcHcroirl ic Acb so wir h'ie scbwcigon 
mfiafon, wSllen wir» in viumjf gcinfit viixcrlirocIicntlicK an- 
HcIireiboD ewig olio oiidt bcy viw tu bleiben, vnd vim iW leben 
on ein Tormin setzen. 

Uarbejr wir aIm genug do vila longa entdeckt haben den 
vnserGn vnd de» liohon. Die da anxiinder seindl aller subliliteten. 
Finis Appondicis. 

Wir liaUin c« bI>ki hier mit dem einen But^ De Longa Vita ta 
tu thun, wdcbe« inoistens mit xu den Ardiidoxen ({erecbnet wird. Iluscr 
4*-Ed. VI S. llö— 136: For.-Ed. I S. S30-ÄW. Was hier, wi^, in dem 
Cölner und .StraHsbiirger Drucke von 1570 (Thcü I No. 121 und \l$) 
alti „Appendix" bexeichnet wird, Ut die „Scheduta inipo3ita% ein von 
Hohoolieira auf einen tiesundoreii /etiel gctichriebcne-^ Kiii^rliieiis«l. dem 
Toxilca seilen 1^74 »einun riublitten I'latx angewiesen halle (vgl. Theil I 
No. 158 S. 271); liusor ist die-scr Anregung Fast ganz gefolgt (V-FA. VI 
S. 130—132); 

Itcr Test unserer Uandachrift steht dem dea Toxitea von I5T0 
(Thoil I No. 118) am nüchaten. Dos öfteren Iiut unser Schreiber Lücken 
golUHOn, wo er ein Wort nicht Imon konnte; einige mul hat auch Toxitex 
an d«rMlb«n Stelle eine Lücke angcnu''rkt, meUteni» hat er aber seino 
[.Mung einfach in den Text geweixt. Dal) iin allen den .Stellen, wo 
unser Msci. eine Lücke gelassen hat, die unprunglicbe Vorlage xuhwor 
»1 lesen war, xeigt «ich darin, daas dort jedesmal die vorachiedcncn Drucke 
d«r Archidüxcii «ehr abweichende Lesungen bietvn. 

Jedenrall» beruht unsci-e llandsohrift auf einer hämisch nftlichen Vor- 
lage, wenn »ie auch den Scliriflxilgen nach wohl nach den ersten 
Drucken \on 1570 fallen könnte, wabrscheinlicti aber in dieselbe 
Zeit ml lt. 

Dor weitere Inhalt unseres Sammclbandea hat mit Hohenheim nicht« 
ED thnn. Interessant ist besonders ein Consiüum des (der Alchcmic 
geneigten) Nfirnbei-ger Arxlc:« Dr. Johann Magenbuch vuni 2. Juni 
1529, eine Abhandlung über den „Scharbock* von D. Jobann 
Hac hoffen „genannt Echtigo" von Cöln. das Lob Cardo lione- 
dictj u. s. w. 



It. Schrirten, welche sich iu den Huser'schen Sämmel ausgaben finden. ]05 

23. Leiden, Univei-sitiltsbibliothek, Codex Voss, Chym, in 

4* No. 4. 63 Bll. von verschiedener Hand um 1600 be- 

schrioben, 
t)l. 1 — .^8 De ITatnra Bemm Hatnralium. 

Siben püecher des hocherfarnen vnd weitberuombtcn 

Aureoly Tbcophiasti Paracelai Boydcr Eitznoy doctorn. 

Vorredt. Dem Ensamen Fursichtigon Herrn Johannson 

winnckbelstainer von Freyburg meinem lieben Brueder vnd ver- 

traueten freundt. 

Es ist Billich 

Die Ueberschriften der 7 Bücher lauten: 

Liber Primus Generatione Rorum Naturalium. 

Liber secundus rerum Naturalium. 

l.iber Tertiua DECRESENTlBus rerum Naturalium. 

Liber quartus De Vita rerum Naturalium. 

Über quartus IJe mortc rerum Naturalium. 

I.ibcr Scxtuä Do Rcsuscitatione rcrura naturalium. 

Liber Septimus: De Cresentibus transmutationibus rerum natu- 
ralium. 

Schon die Fehler in den Titeln lassen es nicht gerade sehr wahr- 
M;heinlich erscheinen, dass die Handschrift nach einem der Drucke ab- 
ge.'fchrieben ist. Der Text zeigt zahlreiche kleine Abweichungen von 
Huser (4''-Ed. VI S. 255-:^i:-l; FoK.-Ed. I S. 880—902). Doch stimmen 
diese Varianten mei.st weder mit Bodenstein noch Bathodiu.'^ (Theil I 
No. 137 und 199). Manchmal hat unser Schreiber (deren zwei an den 
7 Büchern geschrieben haben, der erste von Blatt 1 — 12, der zweite den 
Hest) seine Vorlage nicht le.ien können. Er hat also nach einer Hand- 
scbrirt gearbeitet. 

Auf Blatt 59a von anderer Hand: 
Ain anßzng der Aichidozen. 

Darumb ist zubedenckhen, vnd vonnötton ein i]ualitct zn prauchen, 
durch die elcmcntcn. In den dann das lang lebmi stehet, dz 
selbst ist alain inn laboro Sophie inn dem da geschehen, die 
operaliones elementorum mit vollkomcner würckhung ganlz mit 

krefflen , 

Huser 4°-Ed. V] S. i;W, der Schluss der Sche(hi]a imposita im ,Bucli 
vom langen Leben" mit zuhlrcirlien kloinen Tcxtabweichungen. 

Bl. 59b unbeschrieben: Bl. ikj— 03 ein Fragment „Wie man vene- 
dische Cristall glati uiechen soll" u. s. w. 



106 "■ Scbriflcii, »olcha vidi iu il«ii EIiuer'iclMu S«uiiuttiuutigati«ii liiidua, 



34. Ko|jotilmj;cn, kfini;rl. Bibliothek, {^L kjjl. Saml. No. I75C. 
2 mi. -f- m to\. Bll. 4". Id der 2. Ifiilfto ■!(« 16. Jalirluimlort* 
voii oiucr Hand gcsuhriobcn. Auf <lcin Pci'gntiKDldci^kol in 
(iolililriick: V II Z M [VlrJcli rieraOR zu MocVlenl-urg (1527— 
I(j03)]. ChmtiwkiiK». ITtSn. Auf dem 1. tUati ii«r llandsclirift 
von ikndftror Ilntid iils der de» Sohreibci^ aber auch ans dem 
IG. Jithr hundert, die Widmunt;: „URm durchicuuliliüen, liuch- 
BoIxiriioQ iMireten vnd herrii. Herrn VIrichen IlerizoRpn xw 

Mülls li'iiburßk, I-'iireteu ku wenden, MeiDcm guodigeu 

Fünten vod Herrn vntertlii;niglidioiin." 
Auf dorn 2. DIalte: 

So Natura Renun . Zvay bnecher des wf-ütberemptcn vnod 
Hucii^'KlerteD liurren Atireoli Tlioophritüti Puiaccilsi 
VOD llolivtibaim tinider ErUnoi Doutor. 
[diirunUir xwvi vcrbiitidt^mi II und untcu recht« in der KcVn von 
oiticr andern lUud au.-< dum IG. t«aec. „AugutiUo Achl thaler du 
für gegeben**] 
Auf Itlatt 1 bi-giniit: 

De Natura Komm das achtet Hucch . De aoparatio- 
nibuK. Inn S(die[)tTnn^ tler wellt hat die erste Sopar&tion an 
den 4 lUemenleii aogofangMi, da <lie [M'iiiia materia mundj wsa 
ain aini|i;pr Chaof. auU deiuüelbigen ('haos hui Hott gemacht 
.Maiorem mumlum . gesdiayden , viind abge~4i'inderl, in vier 
vnderschiditche Klement, nemlich in Fcwer . Lufft . wa-iser. 
Da» Buch VIII reicht bis lil. 21b. Auf Hl. 22a beginnt .De Signa- 
ttira Keruin Das NiiutL Bunch" und schliesäl Bl. litfa mit den 
Worlon: ^wir dUc* libd wclloa bc«chlo!<»en habun. Fini»." DtT 

Aiigsbnrger KiiuTer hat ab und r.a iDhaluangobeuihi Marginalien au dun 
Hand geschrieben. 

Der T«xt der beiden Hllcher sliiDmt. abgesehen von der »liil- 
doubtchen Orthouraphie, im .Mlgemeinen gut mit Hu^er 4''-Kd. VI 
8.313 — 362; Kol'.-Ed. I S. iKK— Üäl. Heachtenswerlb ist besonders 
folgende Slollo: 

Huser 4'-Ed. S. 329: Mscr. BI. 22a 

DarnulT wissen, dull dio Zoiehon, Darauf wi«scul di die Zaichcn 
so der Monsch be/.cic:linel, brin- *o der Mensch beiayclinet bringen 
gen mit sieh coUkninrnnif Krkant- mit »ich den vndorachaydt, erkant- 
riMÜ viind Vilheil lieymlkher ver- mi.*, orduunij, Ambl, Namon vnd 
liorgener l^ing^n, otTeobai-on alle Alter aller Natürlichen vnd wcsent- 



II. irclirillva, ««Ich« »Ich in litu ttmei'fuAnD SamnielnuDgiti'iKi l^iid«ii. 107 



Wlinlirlio vi^rliorgCDo KrÜlTt vod 
Tu^iii] der diugou, ;c. 



I 
I 



l>iir Zck-hcn dor AHlra, bringuti 
mit sich Propheccf iingäD .... 



liehen iliiig^n die Zsichon so der 
Ar'chcuM bcx«yc'huot briogcii mit 
siull i-oHommrne ei-l-antnv* vinl vr- 
Umyl hninilic^hor verborgner dingen, 
olTciibani alte haimliche verborgne 
kreÜL von LuKendt der dingen K. 
Die Zayclion der Astra bringan 
mit »icli prophoteyuDj^on .... 



Wenn m,in den /u><Hmmenhnni; bGachtet und nuinentlicli den 
vorliergcfienden Satz: ,.vnd uisu sind drcy SignatoreK, der McdhcIi, 
der Areheus vod die Astra', »a i»t es klar, diusiticli bei Unser eine 
mitHÜch« Lücke des Sionei« lindel (<ler Signuior Arrlioii:« Mill jn aclieiii- 
bar völlig bei Hu««r, llmt-t;ir:)ilicb nind ea die Zciclieii des Menschen, 
wciclio feldcn). vrelcho unsero IlnmlHchrifl ergitnEl. DieHc l.iicko llndet 
»ich »choii bei ttatbodius (Tlieil I No. I9ü), dem also liuaer Kicmlich 
Heduitienlos gefolgt iat, trotz seiner „ManuNcriptit alionim", welche or 
benutzt haben will. 

CnMr Mscr. ist überhaupt wertbvoll, weil ce Hclion um 1670 g«- 
schriebeD iüt. also vor allen Drucken. Dies 8. nnd ^. Itnch i«t 1584 
zum cntlen Malet hcrauügogeben, frülior war nur lUicIi 1 — 7 gedruckt 
Hordou. Vorwuiiderlicli möchtu e.s er^clieiuon, A&s» gerade nur diu 8. 
lind !t. Ruch hier vorliegt, welche Itodeustein in weiner Mctamorphoi'iit 
nicht gibt (Theil I .\o. 137 u, m. k.) und auch otrunbar nicht kannte. 
Du liot*»o vielleicht einen getrennten Umprung dieser Theilo «iaes 
MUüpccteii liDche-H vermutlien, biitoTidei-s da gerade die beiden Itodenätein 
(ehien'len lliicher Dorli am eli&steu ein echtcä Ueprä^e Keii^on. Aber 
der Schreiber dieser ^uei SchluMibiichcr (oder derjenige der sie sich 
ab«chrviben liees) bcMiKH wnliniclii'inlich Mrhou diu aiebeti ersten Bücher 
haodMhrifllicU udor im DudoDstcin'scheii Druck von 1572 und lietis 
eich vielleichl dmhatb au» einem vollHtündigcu Mscr. dio« fehlende 
$chluM»tück abschreiben (?). Danach wäre dann unsere Absclirift. kiim 
OHcli ir>7-.f XU M.'lxon, wa.-> ilein Cliaracttir der Handschrift, die im Jahn» 
l&Sö ep«t gebundeu wurde, niclil /.»widcrliof«. Der Titel „De Natura 
Rerum Z«ay llücher" ohne weiteren '/.u^nli ueial aber doch auf eiofl 
lewiiisu Ttennuug vun dem Uebrigeu, wenn er auch mit der eben aus- 
{{Mpiocheiien Vurtnuthung nicht unvereinbar i^l. Itatbodius spricht 
in MJoor vullstündigt^n Ausgabu (Theil 1 8. 346) auch so, als wenn ihm 
*li«M xwci Hüch«r. vun denen er nagt, »io »cien vou den übrigen viol- 
leicbl mit Absicht abgesondert worden, gelrvnnt zugekommen würou; 
wtaig»teiw »gt er nicht, wie man eigentlich erwarten sollte, das« ihm 
ein vnllslüDiiiges Kxemplar xuhanden gekommvo sei. 




II. ScIirilKii, nclclie sich in itn lluäet*scheti Sammvlnutgithoii Andeti. 



^5. T'Oiiiloii, tii'it. MuM-iiiii, Sloiiiii' 2190. Gl SL-Iiön bi>«chno- 
t>cne Itll. 4" aus «lein Kiitlc de» HS. Jnhrbunderte. 

Theüphrasti Parsccisi Summi riiiloHopliy »c Mudici Septem 
De Natura Rcnim Librf: UpuHcula Vcvi: l'liilosopliiua, Ex 
üuiiiiunicu liiiguii in luliiiam Iraiislata. 
Hl. 2a — 4b die I''piHt«l.-i dcdicaturia an WinckclDtcinGr: 
Ai'iiiium est, Amico Iiitiitit-, i>t, ctiaiwsimo iVater, vi umicift ac 
»ib^iduid pi'ocibud »c petilionibus tuia, qiiibus mo crobrii liluriB 
tuLt aggi'Oiutii.i eti, 

Bl, (i& L'eboreicht der 7 Iluclier. 

BI. Jib — ßla, die libri ooiiti-in: 

Gpiiorntio uuinium rcrum iialurnliuiii c»t dtiplcx, una quac naltini 
111. siiio arte, slleru (juiiu lll urte, iiciiipc p<-r Alrliyuiiitiii .... 

Haue üiniiia .Mitil Iran.'^mulalioiio.t rei-um tinturalitim. 

de quibiiH »atU liic di[;t.um, nei[üc plus discciidtiin e»t. <kc. 
Fints liibii »cplimi do natura rerum Aureoli l'aracolsi. 

Ea ist. die Uobersetnuiif! fioori; Forborsei-'s von li»"S (ThoÜ I 
Nu. 14&), woldio auuli in dio Editio Paltlieiiinuä Frankfurt 1603— l(Kfö 
übcrgügaiigun ist. 

26. Loniioti, brit. Miiseiini, Sloane 320. 321. 130 1111. Fol". 
(alte l-'oliirung 129 Bll.) von vorsrhiedencn Hfindcn nus dcr 
2. Hälflö do!« Ifi, Jidiriiundcrb. 
Bl. 77f — Uäa Of tlie nnture of things tlie »even Booki o( Aureohii« 
TlieopliraätUH paracol.iu^ boiii^.s a. gri'ath !^liidciit uf philoNo- 
phy and phisick . a-i to [i'J lliiJ iiaturo of tliingü. and fyiiall two 
Bookt) aiiiong [?] tbe iiatiire of man . to the most bonost and 
right wiso man John Winckelsteiner bis cheef frondt und dca- 
i'L-^t brotlier Tbeophraätus paraccläus Jotb soiido groLings In thc 
Lord godd. 
Huscr 4''-Ed. VI S, 255-313; Kor.-Ed. I S. 880-902. 

1)1. '.)2ii — PO Th« two« boolee* of Aurcolus Thcopbraslu» 
paraeolsi, thu phillo-ioplier and greatli pUi.tician .... 
nature of man, 

.1. uff tbe ttpii'ilh of I.yff. 

.2. off tlie ütrangtb and confortatiou of tbe 7 priD- 
cipnll iDombers. 
HuBer 4"-Rd. III S, 1-12; FoP.-Ed. 1 S. 317-321. 

DuH Gnnx« ist nach dor lali>iiiisclien Au?!änbc Forborger'i* vom 
Jabrii 1573 (Thcil 1 No. 145) üburaetxt, wo bcido äcbrifUtn ebenso auf 
emtmdor folgen. 



II. SchrinsD, welche sich in den Huser'schen Sammelausgaben finden. 109 

27. Auf der Szcchenyi'schen Landesbibltothek in Budapest 
(Nationalmnseum) befindet sich nach einer gütigen Mitthei- 
lung des Herrn Castos Majiäth Bela ein Ms. 24ti. Quart Germ, 
enthaltend: 

■etamorphosis Theophraxti Paracelsi. Item desßelbigcn drey 
Herrliche ScbrifteD, alten ständten. so durch \nnat7. vernioyater 
Ärzten Geschwäz verführt, sehr nus und dienstlich. Was nun 
darinn tractirt, wird roi(;cndes ßlat anxmgen. Durch Adam 
Bodenstein M: I): in Druck gegeben. Basel 1584. Avi/tt x«l 

Tch hat)e die.so Hdschr. nicht selbst eingesehen. Rs handelt sich hier 
jedenfalls um eine Abschrift des im 1. Theiie dieses Werkes unter No. 204 
beschriebenen Baseler Druckes, der an erster Stelle die 7 Bücher De 
Natura rerum bietet. 

28. Heidelbei-g, Univ.-Bibl., Cod. Pal. Genn. 295. i Bl. + 
113 fol. BII. in 4° aus dem Ende des ir>. Jahrhunderts (1572 
u. 1573). 

Auf dem ersten Blatte folgender Titel: 

][£TA[SJORPHOSIS. DoctoriB Theophraatj FaracelBi Tonn Hohen- 
heim. Der zur-storttenn guttenn kunsten vnnd Ertsncy 
Restaurator ja gewaltiga vnnd nutilichs schrei benn. 
LXXII. 

Denn 29. Junij Anno Dominj 1.5.7.2. 
vnnd als Ihesus gcbohrenn wahr zw Bettleh. 
Auf der Rückseite des ersten Blattes „Inhalt dieses gantzen opus" fast 
ganz mit der Titel lücksoite dos ersten Druckes der „Mctamorphosis", 
Theil I. No. 137 überoinatimmond, welcher unserer Hantlschrift als Vor- 
lage (gedient hat. 

Bl. 1—11. „Theophrasti Faracelii vonn Katnrlichen Dingenn. Das 
.1. Buch. De Generatione" ; Bl. 12a— 15a das .2. Buch. (Bl. 15b 
bis 17b und noch zwei unbezcichncte 1111. unbeschrieben); Bl. 18a 
bis 26a das .3. Buch. (Bl. 2fib un<! ein ungezähltes Bl. unbe- 
schrieben); Bl. 27 a — 31a das .4. Buch. (Bl. 31b und eiu unge- 
zähltes Bl. unbeschrieben); Bl. 32a — 44b das .5. Buch. (1 leeres 
Blatt): Bl. 40»— 52a Das .6. Buch. (1 leeres Blatt); Bl. 53a 
bis r«)a das .7. Buch. Alle 7 Bücher mit einander eine Ab- 
schrift von S. </— 0/ licr No. 137 des I. Thcils. 

ül. üCa — 79a. Kanttal Theopiirastj 1'arucclsi vom Steyii der 



JIO ". i^ehrl^lc^, vakbo «leb in dun fliiitr'iehon SammekiuKabcn finden. 

Weytenn. Voneill Aiirpolj ParaceUi ann denn Lesor u. t 

cino Alwclirift der S. r,'— u,' .ier No. 137 i\v» I. Tlioil«. 
Rl. T'.tl) iinil i'iii ungcJishllu« Blalt unliit^chriirbcti : danLuf ful^'l vnn 

iiinloi'Pi- llaiii:!: 
III. 80n— '.tOli Theophrasti PftTAcelii praeparntlonum Primi Traclalii» 

[inmuM liliiT; rniriiiriH [ii'ui'iMii'itlKinc.n iiiiiit'riiliiiiji, vtixito Do .\n- 

timuiiio Si)] li('.iülj<^l)üiui cnor^eiLi miltags viiml AbciullH 

Zeitl. Kinirt. 
litiit! Abschrift nacli der Aufijabi' dos Wim piniious, Theü I. No. 11!) 
(l'ilt) S.11,'— Y,'. Am Endo der Uniidsulirift lieißt t*: „Ai-luui norl- 
hauaeD 1.5.7.3. denn 30 fcbruarij |!! Ilirin Clauß ridnluri4 he- 
bauKiiii|^-k." 

[tl. ii1 a-~lll b Die Weyfz zw AdminiEtricrD die Medicin Theophraiti 

Parscelsi. nun Soinor ('igonii iisniHchricrrt gpx(i|j«tin .... 

Mudu.« udiiiiiiisirmidi ii Tlirfiidirii-^lo So einer 

votiit dicken adi[iiiitHtriiti«iii<ii iiiuiil ('nriiTU wirdt So ihI, Im 

ii)mm(>r xw liollTen. fiiiiH. 

Acluin /.w Noidlliansciin denn 30 rebniarij [!] Aiinu .1573. 

Ihnii Claul,! lieduliTH bi-liiturinn^k. 
Kino Abscbrift nach doni Tejct des AVini|iiniius Tlicil I No. 128 (129) 
S. G,'-G/. 

ni. Iläa— li;ijt AI«hemiHt!adio8 fTnrba, Gobyr), wolcbe» l'juacoUuw 

niclild an;;^dit. 

"iQ. LL'itluu, Uiiiv.-BibliotlK'k, Codex Vossiiuius Clivmicns in 
Folio No. 16. 200 numcrirto Bl!.. deren Uli besdiriebeii. Von 
xwei (Landen licacliriobyn . dio eioe kurx naiJi I60Ü, dio andere 
ßtwas I'rüliur. 
Dl. la— 6b von recht unktsorlichor und /.crfloweiicr Hand rinoh IfiOO 
(■well Hellen (ctt tul luisriieiiicnd diewidbc Hund, wHrhf oben in 
N(i. 17 die guiix« lliiiidsrbrirt i^e-w-iiriebni lial): 
Tluioplir»»tus paraceLtus liolK^nlioiinviisiM De rfribui meni' 
brornm Lilicr [iriiuus de viribii.'i ^piriluum. 
(»pul pi'intum De spiritu vito 

Der 8pirituH vitae int aiii Kf^ii^t der da ligt in allen 

da dj aUAWGiidi;;« lungen lie^ aU Im Cbibri. liniü. 
HiL*er l'-Ed. 111 S. 1—12: FoIVEd. I 8.317—^21. Die IlanfUdmft 
stimmt in der Anorduuntf mit ToxJU-H'IIuser. Namentlich tiinlen »icU 
hier auch nur zwei Bücher, wübrund Bodcoütein den Text in 3 Hilcbor 
theilt (vgl. das Nnlicre in Tlivil I No. 1313 nnd 141 und No. 21 die.«e-t 
llaudächriltcribundcn), wuk uucIi Tuxituit' Angabo du« Urt^prünglichero 



II. Sdirißas, ««lebe akk in il*n Hitwr'tcfafii Saminelitiügaban fln<liiii. |I| 



bt. |)«r Toxt uii«LTcr nunduchrift wi-idit v«u dem IIti«or'«:lien und 
Toiiliwlien übHjii'iiK ducli vii-lfricb unil iiirlil unwuiti'iillidi »b. iiudi ßo- 
dcD »ich oinigc kli-iiii' Lücldni, wo tlir Solimibcir «eine Vnrlaue iiifht 

SlcMD koimlo. Wir liiib<-ii ilc^bulii ilorli biuickclirilUicIio UeberUeroi'unif 
BD7.uncliii)«fi, wenn auch in rriilierom Stadium ilurrti Toxitoo' AusgEb« 
b«einHiw«'i. (Vgl. »iH-ii v.wUx o^<-R 4:t. m. 3f;tr. (No. 4.'j). 
Aii[ lllatt 7b wir<l uiigonüirt Olli „ItuKiauiUM sulpliuris i-x Tlioo- 
(»hrasto*^, Kodann „Excerpta ox defensiouibuH", womit ftber uiclit 
die farac<'lHii'>:hi.'n llf'rcnsionni HrmE<tiit sind. Auf Bliiti 10b ßmlct, «ich 
ein Abschnilt. „De pbilomela' olmi! Nsmvnütiiunmin^, «« ist iiltor iIiih- 
!«ll>o KaiLtUtüvklcin, woIcIim wir nU pHrnocIniMcti Hhcn trerTcii iiml unten 
bi'i de» AiclipmicIiciB No. 1i) (('mlcx. Vicnm'nsi'« Il^rill) uucli iiübwr t*- 
B|in!<-liuD ttordfii. Dr. Juiins Adclwort in Wiiixliurg miniit clii> „Pht- 
loinulu" auch uiitrr den niulil ([Oilnu'kU'ii I'niwrcIsiHliaiidsi-hririi'n. welche 
^B«r U-^alt («ii-tii' KinliMtnni: .S. 2^). 
^V Itl. IIb De bello Cholerioo et melancholioo, 

^f tdciitincli inil d(iii .(/uat.u<>r lilni (!iini{)b-\i»riiiin 'rhi>o:.\nrtorn'' im Wie- 
F UM ('odex 1 1 1 1» (s. rtbeii No. 1'2) 111. HIlHb. llnHer Leidener ('odex nennt 
^K Hoh^nheiTn'» Namen 1iti<r iiii-bl. (''.■> M-^l: 

^H \i\. läii'-I^tb Theo:procesBafl patrefactionis herbanim et Radicam ex 

^H Ubro von offunng der Haut. 

^■KoMir 1'hir. lt. u. St-br. KolVKd. S. 41111 — 4121) „da »bor nicht uUo m 
^HtnuwM.-« liquorM werden . . . ." Der .Scldus-s i\es *i. t'upiloLt von ^viid uio- 
^Hirn) «in Nvwor IVoceil' . . an Tohlt in der lld^i-lirrt.. obi'nao die boidcu 
^^leUU'ii Zeilen von Cap. :i. Zublruiclio kleine Tcxliit- weidin nni'n linden 
KJcli widil im Vorgb-icb mit IIiiült und Toxites (Thcil 1 No. li:^); mandi- 
mal ftrlit uuiicr Text doin lluser'nclion nälioi', docli nicbt immer. 

Itl. Uta <-iii Kucq)! „<.'oulra [iaru1i«im Tlieo:" enthaltend niiii' 
Inngaibnii^e Zu^ainmiin^tellung vun Kniiitcrmitteln, deron l'ii>t 
koim.^^ ti<ii llohcnboiin nN wirkHum lj<-i I'uralyse genannt wir<l. 
III. .V)b De Experientia Theophraati: Sulx-t im >1io Krfarenhaidt, w»t 
nit! gebo Vor klinrtxein liuli icli^ nil i;>-kliundl, ji-tz aber »a igx 
Iclian, darumb ho »obreib igs Jetx, d> igs l&ng soll gettohribon 
haben. Darumb ich der rei-liten x:i1 die jirob Errunden hab in 
den dingen darin ig^ hab darumb ^ebreib ich in anderem vu 
Khreibon, bescheen ich mich bis »ein Hrfiirfiihaidt nueh orboUet 
«iordt last micli ntan>i>on. 
fiUliI bei ilutter 4'-Kd. V S. »>>; Fo!°.-Kd. I S, a.1(m, 

Itl. 4äb — 47a Cementnm qu&rtnm TbeophrastJ Paracelq. 
Hn winl thi» 4.. 5 und II. Cenicnt gegeben IIiimlt 4"-Kd. VI S. 4(V> bi.i 
410; duA M>vlisle wird ,C'ementalio pam cum parlo" botilclL iJie Ab- 



112 11. ^tbriftck, «eicht rieb in dea Uutcr'tcheo SMDM«l«u|[abMi findoD. 

woicbuDg«D von I[u.<«r sinil zslilroich; aucli mit Hern I. Druck von ITjjI 
(Thoil I No. 134) utimmt uiitti^r Aber, im Einxcint'n ort nicliL Auch ver- 
glichen mit lic-iii Jincierftn LHiIimut JUcr. (», uiilon No. 3ti) niml ili« AI)- 
WMcbuogeii nicht uiierhe))]ii;h; ImM hiit dio eiiio Idkchr. Iliuer g^'g^n- 
TibtT Auolas-'iunK«!!, welche die andere bringt und umtceVehrt, und die 
ein/.olni>ii Tc<xt»l>wäi[;hunf;en sind fa-it nifiuaU die gleichen. Eine Mt- 
Ni^hril't niicli o)ni.-in der erhullonen Diuckc liefjl in beiden Fülleu nicht 
vor. — Es folfit hierauf Bl. 47« — 471) „Aqua (^radatianis und „2. fira- 
diition". Die .Afjiia KriidalioniH* Itcginnt mit dem Rccepte der i>r*t(ni 
Gradiorutig Hukit'k (l!d. VI 8. 411), weicht aber dünn »o vi3llig alj, da.v 
kaum noch dcip'Hljo 8inn gewahrt Weiht, Die „2. ßradation" ist die 
andere tiradation Mutier'^ g<3f^" Elndo glncliTnlU :«uhr abweichend. 

30. Lonrion. lirit. Muäoiiiii, Sloaiic liÜf^G. |0<) BU. 4' {^u\li> 
I'aginirtiDjj; 24*2 S.S.) aus dem Ende des Iti. .Iabrhiinik'rl,s. 
N. I~tS The nintlic booke of transmntstione of the Cementei. 

Lyke alH w« haue xpakoii of Üie trunsmututicncs und Alle- 
rations of the ihioges so will wo nowo alto gooo tfl vndor^Iando 
üur üfx^riiiions witho th« ('cmi-nti-,* .... 
8. 1U— 30 The t«nthe booke of Theophraitui Paracelsos Da Grada- 
tionibui. 

Wi- will thon beginn to »pftako of Iho gradatirm^ (hat aro 
of thii* wi*o, tbat thoy mnyd gradato .... 
Thn Ende of tho tenth booke of the tranamulation of motalloH. 
Thcophraatj I'aracelai of iho tranitniutation of uietallo«. 
Tho Kloventh üoocko De Projcclioiubus. 
her dothe endo tho haiid of Thiiopliraatus. 
Unser 4°-Ed. VI 8. 102-418; Eol^-Ed. 1 S. iKin— iJ-11. Die Noii/. «bor 
da.-> fohbriik! 11. lluch lindet sich schon in der nMotamorphasis" von 
1572 eto. (Theil I No. 137, 1&7 und 204), wonach unser Mscr. wohl 
ül>or«ct7.1 i.tt, da sich dort auch da» Weitere in gli^ichor Uuihonfotge 
findcL 

$. 31 — i>b Manuoll Theophrasti Paracelsi of the Stone of the 
Philosophen. 

The proheniy . Kor so watlio a* fiod hathe bogon to worko 
tho »pirire of phisteke .... (S. 34) Tho ORtrance into the 

Booke (8.-15) The practJs . .. . (S. fi2) The vso 

Uuscr 4'-Ed. VI 8. 421-4:W; FolVEd. I S. 943—949. Nach der Meta- 
inorphui-ii' überecUt. 

S. Ml— "S Alohimea of Thcophrastu« paraceLsu« of tho linple 
fler, Tb« liist büoko. 



II. Schriften, *«1eh« nkh in d«n RiiscrVchcn SnminclauxKEilicu flnden. 1]3 



Tho prohome . In the namo of god ttio ratbsr, god tbo »onne 

and tliat apecially our lord god may be thaiiked an 

praysed therby, aod that Llio prophote of our naighboor may bo 
soDgfate therby. Amco- 

Tfae End of thc< hollo worke. 
Httser Chir. B. und ScIiriftPn I'"ol'.-Ed. 8. 752— 7ri8. Auch diestea ist 
ins der Metamorpho«u üborseUt, vgl. ThetI I S. 231. 

31* Kopenhagen, kOiiigl. Bibliotbck. E collcctionc Thot- 
tian» 4* No. 737. Ende dos 16. Jahrhunderts. 
Enthalt neben vielem Andern zur rwnriiiirrti^en Kun«t der alchimoy 
die da niebl Lernnct wie man ein geringe» metal iu Gottl verwandeln . . 
sol. BOndorn wia man alle kranclibeiten die da sonitt den gemeytien 
Dochtoni vnnd artxen vomogUch »ein zu curirenn vnnd .Medinitin recht 
•cbafen soll, rnd vbei dis da» noch mer ist wie der sterbliche Leib desi 
moamrhen liey Lansen K^suiiden stercken vnd roikommen leben sol 
^^ ariialten werden" (1682), auch einige« Parucelsischo ohuc grosso Be- 
^H dentung: 

^B Theophrasti Paraeelai Schreiben von tribQt prlsoiplji ulier 

^^^^ ficnoraten. 
^^^B Item . Über V«xationam, 
^^^H Item «ein Tbesnurui Alcbimittarora. 

^^^B Mitbestou Hei» vbcrlcKun vnd »ii den tag gebenii dmvh Uootor 
^^^^B Adamen vonn Uodenntein. M D h x x iiij. 
^^^^ Fine Abüchrift dieser DodenHteiD'Mihon Ausgabe Basel iri74 
" (Theil I No. 163), Auffallenderweise ist aber der „Über vQX&tionnm" 
nicht nach dieser Ausgabe von 1614 abgcsohriubeu, ü^ondern nach der 
1. Auagabo Ton 1667 (Thcil I No. 90), deron Titel (samt „Lcyd vw) 
Heyd*} nnd deren Vorrede gleichl'all» von dort entnommen üiud, wüh- 
nod 1&74 (No. 153) beide fehlen. — t^t folgen noch Abhundlungon 
d«a Johannes Jagen teu fiel, Johannes Angelicua.Johannia Isaao 
Monacki llollandi u. s. w. Aul' 11 Blättern: 

über TU Arcbidozii Hagicae De Sigillis planotarnm. 
Unser 4*-Ed. lid. X Appendit S. 131-138; Fol".-Ed. it S. Ö70-&73. 
aber die Zahlen der Sigilla SoUs bis Lunao abweichend geordnet (wie 
in der Editio prin<M!ips von 1572, Theil I No. 142). — Au End« auT 
1*23 ttUtterD: 

Onomastioa Hoc Est Grundtlioh erklorang vnnd orren- 
barung Heimlicher verborgener paracolaischer worter 
vnd nahmmoo aus Lateinischer Grooklscber Arabischer 
Caldoischer vnd Ilebreischer sprach; 

ILnat A Xiblkill *. F«f>nlilHb<B »<Wtll«i. II. 8 



lU H. Schrifton, 



in Ann SuMt'schftD S)tiDni«lnu>g*b»n flndoK. 



De 



Prodit Undoin Verrilas Diui latebris ubi delutuit. 

Efl ist auch niclitj* so vfirborgcn, ilas iiidit Edlich offenliÄr wirdt 
Vgl. Thoil I Nu. IM, 1Ü5. 15!) iiitd \H. Ich kimn auf die Vcrgleichun; 
hier uiubt weiter eingeben. 

:12. Breslau, Stadlbibliothck (RIiediRcrana) No. 2317. 8*. 
S80 iiufii. SS. + 3B)I. Vdii oioerÜBDa uua dem Endo de» 16. Jahr- 
huiiderLt ge^chnobcu. Diu llstidsclmft ist etwas verbunden: o» 
folgen S. 1-166, 199-270. 167-198, 271-230. 
Beginnt mit dem TitH: 

De Spiritibas Planetarum Sive Hetallorum Doctoris Theo- 
phrasti ParscelRi Ab Hohanheiin . Libri III. Riusdem 
Tinctura physica über I 
Oradationibas über I 
Cemcntit lib, I 

Signii Zodiad ot niu» inj-ütorijü 
Gooi'giJ IMiädronia Uli od och» ei {letiti» cp i dem icaeuu ratio 
KiuHdom chirurgia minor 
Item de Vitriolo Theophrasti ex libro natnralinm 
Item de Salpburc 
S. I — 44 De Spiritibu» I'lanelarum; S. 45 — 72 De Tinoluru physioa; 
S. 72— 8S de Üradatiönibus; S. 88—107 Über de Cementia; S. 108—184 
Liber du Signia Zodiaci; 8. 185 — 326 die beiden Schriften des Phedro. 
Eine AbMchria der Baseler Au^igabc von 1571; vgl. Theil I No. 134, 
wo auuh die Vi^rweise luif die Hu.'tcrVhe Aufgabe nauhxu^olR'n nind. 
8. 226 — 256 De Vitriolo £x Libro N&turaliain. Die uatur uebierl 
ein HaltK das lielAset Vitriulum . Nun ist dasselbige saltx 
Vitriolum ein besonder genas von andorn saltxen allen ge- 
schieden .... 

Huser 4''-Ed. VII S. 183—200; For.-Ed. I S. lO&O— '56. Stimmt über- 
ein mit dorn Drucke von 1J>3T im Anhang tu don „kr.i[icklie>len. ko 
die virnunflit buraubnu" Tlifil I No. 91. E« folgt darauf, wie in diesem 
Drucke. .S. 256-264: 

FrooeL^ vnd art olei vitrioli, dadarch geheUet werden vier 
krancMieiten I^jilopiiiu, hydrops. pu.stuli>e vnd Podagra 
gemacht auf die (i-Mal, »o da braiii-hen die Philosophi, Artisten 
vnd Ärlüte, abzuwenden. 
Weiter gleichfalls wie im Drucke von 1:*>67 (Teil I No. 81) S. 2C4— 280: 

Tom Schweffei oder Erdenhartz. 
Offenbar i«ind die.'te lotKten drei Ab>e)mit(o auM BodeitHtein's mehrfach 
genannter Autigabo eutuommeu, wenn auch vielleicht nicht iininittel- 



[|. SeliriflfiD, «cUbe sich In den IluiiAr'»cliflu Samin«1uiisx*b«n 6u(lvn. 1 |£i 

ir vom Drucke selbst abgeachrieboii, da eiiii|;e kleine Abwoii^hun^cn 
und grobe Lesefehler vorkommen, die bei eiuer bandsuliviftliuiion Vor- 
lage ils Mittelglied leichter veretniidlicli sind. 

33. Mflncheii, Staatsbibüotlick, Codex geriii. 422R. Ifi2 RH. 
4* von eiper Hnnd um 157U {ijaschrieben. Im letzten Stücke 
die Datiruog „Anno . M.D. LXXVIII .XVI. kal. Aprilia". An 
dritter Stelle liudet sich unter auuli sonst al<:tiomisti<4choin Inhalt 
nuf r> Blüttorn: 

Über tlieiaurorum Alchimistiu-nm Aurcolj Phi: TlieopfarKStj 
purnceUi. 

Caput .1. Die nutur generiert vnd iiiitrirt ein mitiorül 1d 
Vbcere terrae irelulic In Kuro[iii gornnden werden viiii .tein 
Zwayetley, die mir xu liiindt ^cntanden vad In Probtruns; expe- 
rimeotirt, vnd das [teste errunden Im Aurj^ung Astrj spherae 

nacli Art Cabftli.starum 

Explicit Mbi-r Thcsaurorum Aluliimisturum Theopliraütj. 
Der Text weicht v^n liomjenigi-u Iluser's (4''-Ed. VI S. 396— iOl; 
Fol'.-Ed. I S. 1)34 — Ö.'W) und dem Iluvor ttelir nahoAtehendKu Bodea- 
steiDs in der Rditio princeps vou 1574 (Theil I No. Iö3) sekr be* 
Irächllicli ah, ganz abgegeben von dor Eintlieiiung in X Capilel. Audi 
mit der Aubgahe de.i Tuxites von 1:>T4 (Tlieil l No. 158) findet ^ich 
kflinfl UebereinHtiiDmuug io der Testredaution. Wooti also uosar Mscr. 
auch Dich ibli geschnoben soin sollte, so hat es docli keinen dor beiden 
deutMlien Urticke benutzt, sondern borulil auf gusomlerter handschrift* 
lieber Uobcriteferung. Uie Abweichungen itind noch gröiwer al« die dcr 
Mdea l<eidei]er Manuttcripto von InSS und 1ÖD3 (No. 67 und 55 diesw 
ad«»). Vgl. auch die foigendä No. 34. 



$4. Wolfen bnttel, herzog!. Bibliothek, U. Aug. fol. 251 Bll. 
Sunmielband. 1i>. .Inlnhiindert. (Vgl. 0. v. HcinemauD, Die 
Hdschrftn. der bzgl. UM. ku Wollcnbiitlel. I. Woironböltol \SdO. 
S. 387-289. No,2121.) Viele kleine Manuscript« (42) ont- 
lialtend. roeixi nur einen Hogen .Htnrk und vieiracli noch die 
Spuren früheren Zasammengefaltetseins an .lich tragend. , In 
Sfiddeubebland (vielleicht in Nürnberg) sesammclt. Keine der 
vielen biorin onthallcncn Zeitangaben ist jünger aU 15'J0. — 
Auf ein Vcrzvicliniss arzneilicher Kräutur (Folia, t'loreti, Semina, 
Pruolu», Radiccft. Ligna, Corticos, Farinae etc.) in alphabetischer 
Ordnung' (Bl. 1— 15) folgt au zweiter .Stelle: 

8* 



HS II. Sehrlh«n, >iikh« iJeh In dan Httiwr'»fbai) Sinm*l*a>igftt>en fiwltn. 

Bl. 16 — 17 Ten Tisetum AlehialsUrain phiUppi Thtophruti Bom- 

put a hochenhaim. 

Die Xstar ^ebirlt ain Mineral in VUi^cre Tenv <i<'r<^ii oeio .... 

Coagulierti Inn lapideni Aloliimistanim. 
Eh iflt der Tesaurus tesaurorum aU-himiHtnrum, Huser 4''-Ed. VI 
S, 3!)6 — 401, wololior 1574 aum ersten Male i^druckt wurde (Theü 1 
No. ir^ und löS). Die vorlicgcodo älteste orbultcne IIandschn(t »clioiut 
um 1570 gcsctirivlion ^u ^cin vor den omliMi Drucken. JodonfalU i»t 
sie, falls sie nacli 1574 fallen .tollte, wa-i ich nicht glaub«, gänzlich un- 
beeinflußt von den Drucken. Die AbweichunKen von den Texten des 
Bodenstein, Toxites und lluser sind lalilreich and z. Tb. von He- 
deotimg. Der Abaclinitt „De Leone Viridi" IluserS. 399 — 400 Zeile 14 
fehlt fränzlich, ebenso der Scbluss von S. 401 Zoilo 5 ab. Vgl. No. 33, 
56 und 67. 

■ Es folgt eine etwan Hpätoro Handschrift mudiciuisch-cliciniMbor Prä- 
ptrilioneii. Sie gibt xucret ein AntinionprÜpikrut von dem es beissl: 
pdaa liehalt für ein Thesaurus, praudis in .-'ubwereii krankheiten wie 
daun woll bewuHt in des Qotl»chalckh rotb puecfa." Spüler wird 
eine ,applii;atio ot dedaratio olei Anfimonii^ nogeben. bei der gesagt 
wird, »das behalt das ist oleum bonodictum wie Theophrastm das ge- 
sdiricbCD in obbeinoltz rot puocb", womit nalijrlich nicht ernHtlieh eine 
Originaleinlmguiig Ilohcnheim's in des Gottschalk rothes Hoch ge- 
meint ist. 

BI. 25—26 vou älterer Iland, wohl vor 1560, die praepar&tio eines 
Buri potxbilij von .maiittar ludwig von Anspach". — Bl. 26 — 49 
der Korndijrffcr'fichc tructat ^Douphoron", der «ich utiMUgitwoise itucli 
Bl. 72 — 73 findet- — En folgen allerlei chemische Processe von Johann 
Bullingcr von Weimar und anderen Laboranten des Landgrafen vou 
Hessen; auf Bl. 5H nennt sich Lienliardt (>og von DinckbeUpiel zu 
Kinspurg (Günzburg) u, b. w. ~- BL65~68 ein sehr interessantes al- 
chomislittchos Aktvustück, ein Contract elncti Apotitckenprovison! Fide- 
ju8tus Ruinen zu Jena mit dem liekoauten Nfirnbci^ger Docler Ileiu- 
ricb Wolf Über den von dieeem nu lelirenden Lupi» philosophorum 
gGoscbehen den 39. Augtuti Anno ITiSO". Diese.^ inierctsante Spccimen 
von Uoldmacher -Verträgen kann hier leider nicht iii extenso wieder- 
gegeben werden. Für die PaTaj:«UuHbibliographie ist folgende kleine 
Notis von wurth: „itiiÄi er (Dr. Heinrich Wolf] verschworen bat kein 
Buch mehr vbcr feit zn schicken au.« »ein gcatcliribun oder gedruckten 
lluuhurn.' Vielleicht haben dos Toxiles eigenrnüabtige Drucklegungen 
TOD Wolf ilim gesandter Manuscripte (Tfaeil I S. 91, 107 und 2C1) den 
Nürnberger Doctor eu diesem furchtbwrou tichsur TerAutuMl. (Toxjtw 



11. Schriftoa, «elclie sich in iten Fluser'schen Sammel ausgaben finden. ]]7 

entschuldigte sich 1574 in der Vorrede zu seiner Ausgabe einer Schrift 
des Grafen Bernhard und der Dicta Alani „Ex Itbris Doctoris Hen- 
rici Voolffij'' wegen seiner Eigenmächtigkeiten, vgl. Centralbl. f. Biblio- 
thekswesen 1893. S. 405 No. 12). 

Bl. 70a — 71a Operatio nobiliBsima, quae pro magno Theaanro et 
lecreto est habends et eit Theophrasti paracelai medici et philo- 
■ophi operatio. 

Circa Konigspei^ in Vngaria medium miliare ibi reperitur Mar- 
chasitä ualen» ualde ad artem chinticam 
Sequitur operatio. 
■Secundtim opinionem quorundam sapientum duplex est terra 
sulphurts. Prima a qua aeparantur Spiritus et elementa per- 
dccoctionem de hac terra, de sulphure preparata nihil ad presens. 
Terra uero presentis inuentionis est fex quae remansit in 
distilatione Elementorum, quando elementa sunt preparata Haec 
est terra de qua dicitur, sutphur nostrum non est sulphur uulgi. 
Recipe ergo terram, quam de elementig separasti et ex- 
traxisti tene fortiter et reclude in nitro et pone ad inhumandum 
per .7. die» Et distilla aquam donec tota bumiditas sit distil- 

lata Et bacc de lapjdo rebis seu sulphure 

dicta sufüciant. Es gehört ein moister dazu der die Element 
scheiden kan vnd nach seinen gewichten wieder zusammen- 
setzen. 
Folio 71 verso (der Bogen war zusammengefaltet) steht 

„gehört Abraham kirning von Leipzick aus [?] schickon." 
Diese Anweisung ist mir sonst nicht begegnet. 

Bl. 124—130 Ex [libro?] dialogorum d: AUex Suchtenj. 

A 
paracekus theilet die chur der Wassersucht. In die Zeitigung, 
In die purgatz, vnd in die sterckhung, 

B 

Was sagt er von der Zeitigung, in allen Crea- 

turen so Gott geschaffen hat sub globo Lunae. Nun will ich 

albie allein reden von Metallen, dz ander pleiben Lassen. 

L: Z; Diser D: Allc.xander Suchtenus ist von diesem Tractat 

abgestorben vnd also Inipcrfect hiudcr Imo vorlassen worden. 

Dieses v. öuchten'sclie Fragment bildet den Schluss des „Diaiogus"; 

siehe des-scn „Chymischc .Schrillten" Frankfurt a. M. 168Ü. 8° 8. 323 

Mitte bis 356 (Thcil I No. 411). Dasselbe Fragment wurde 1604 zu 

Mömpolgart zum er.stcn male gedruckt (im Anhang zu den „^wcen 

Tractat, vom Antimonio") mit wörtlich der gleichen Schluasnotiz über 



118 n. SchrlfttD, «fllclifl flieh Id ilen ßmer'Mhen Sftaitni)lnu<^b(ii 4li)i(*ii. 

(Ion Tod *iw Verfiwser'. Aach i3er Text dieser Editio iirinocpt« rcigt völlige 
ücbcroinrtimniunij; mit dorn voiliefteadon Mscr-, woklii» um ir»S() go- 
Kchrieben ist. Veigl. meine Itibliographie v. Suchtvu» Jin Aroiiiv für 
TlibUottiokßweeOD X. JalirKSog 18911 S. 398. 

3&> Lübeck, Bibliothek des Hrztlidien Vereine (alte Signatur 

No. 4355). 136 B11. 4° von ciuor Hand am* der Mitte Aw 
16. Jibrliundert« «cbr «chun gcflchricli(-ii. Auf dem hübschen 

brauuen Loderbaiid© die Pressung ," Die Hand sdicint 

aber alter zu sein, ca. lüGO — 70. Aul' dorn VDrsafzlilatlo von 
anderm l'apior ein lut. Gedicht von undtiror Hund „Mcruulini 
carmioa ox Thusuuro P. pp. 245. üitt lii|)i!' ucciiltu:« in ima 
fonto sopulttis . . . ." Diu gluiclic Hand hat aucli in dor rolgcn- 
don HaiiiNdirid inancli<w «olirt, 
Bl. 1 der Titel: 

Liber Mercnriomm Thoophraati Paracolsi. 
Non credo Tbeophraat! esse buuu librum, »ed alterius cuiusdam 
docti Viri. 
Notiz ilbor llolionbciin'^ Aiitorricbaft bat dor Schroiber dor Hand- 
scnrift selbst gusobrii4>en, er bailu »Ih<j von vornbörcin »ein« Hodunlien. 
HI. 2a-Tb der Text: 

Liber Mcrciiriorum Tboophra^ti Paracelsi . de Mavurio 
.Solls. 

Mach dir ain aqua fort, von HalpeUr 4. lib: Vitriod ^. I.oll AIu- 
Rien .4. lott Salmiak .2. Lott, nach dem schlag eß niedo mit 
ein woDiK KupITer, Darnach soluier in diüsem waaser .2. lott 
gc^toason Salviial: no wierdt» «in aqua Hegis, In dioHeo wassi^r 
«olulor 4 lütt Golda cum funfftcn mall, da« fiirbiu gantz woll 
dorch Antimon vnd aufa bßato pundert «ey wan es ^oliiiorl. Laß 
dan Kalck nieder schlagen, darnach gieß dz aqua fori fein gc- 
mcchlich daruon, vnd »vsm den Kuick «in mall oder viij woll 
abi>, mit xuossi^n Wimser, daniitl kein schorlTo von Aqua furt 
mehr darbey i^ey, dan trueckeod den Kalck auf i'inom Linden 
fewer. vnd v/'i^ den Kalck, so wirdt die %^ thaii daruon ab- 
gangen Spin, dan tbuo so schwor Kloin gestossen Achwobell 
darzn, vnd y mall so scbwcr VUrioU tartnri ad pondus om- 
nium aufs wciütc caicinirt, thue ess in ain glal3, vnd schütte 
darüber pietten starcken os»ig distcln fdeslillirlen?] vnd g»- 
saltzon Wasser ana also dz die ».itscrig Malt-ria vngeforlich ij 
fioger hoch vier die ander auUgebe. vermatdi At gla» gbar woll, 



II. SchriftoR, ntUbe dich in ilfii ITiuer'Mken ttatninelniMeftbon linilon. ||9 

Mtx cD la ajn warm Capell, iu :tß tsgcn in die wirmo, hUo 
im» man ein lin^ur bilz liiilb<>R dnrin orleliieß mag, nach 3f> tngon 
nimb eil nuß, ho üitict dio Matcij (jlnicli ainem Kcfoillelen eilber 
<pd«r Silber kalk, dur );iir klutn vml »pitzig ist. Doch sieht man 
den AUtvurium noch nitt, durnacli tliiic diuüo Matorj in uin 
Mörs«r, viid reih« mit iiiMiii hiilUon s(iim|)oll. »o rcihetl »ich di« 
Matoria eretlieh xu.sammen, das treibe ao lang bitl der Murcuriu» 
si«h guitz vDdt ghar xusamen gerieben hatt, vnd »in lebendig 
Materia vnd Corpus worden, dsrnuch waaclie die ander Matcria 
»über üaruon initt friscboD brunnen wasser, vod truckoe es 
darnach «o ha»tii Mfireurium auri vnd i»t der Mficvriu» nicht 
mehr fix sondern lluühtig worden, trucke eß vf «in loder. da- 
mit wo etwa» vniteitig vorliHiiduu, daü os dabiudeu bleib». 

De MereuTio lua« ........ Veoeris Marti» 

Jovis De Äff feurio Saturni. Nimb Villanha 

bley oder sunst btcy das liein Silber halt, wo uitl eo mueU 

man di; ploy [lurgiorun wio Tolgt Nuhn wz am 

budci) blieben ii^t wie ein dicks muß, das thuet man auf den 
stain gluich dick, viid den Kuprorun ditckell oben darüber, vnd 
«in klein Khiill fewerlin auf dun dcckoll, so Buld oß der wirmh 
•mplindet, ao konijil der Mcivuriua Saturni herfär. Das fewer 
halt iu einer Ordnung so Laug biß kein Kalck Saturni mehr 
vodor dem deckcll ist, den viirrcurium Satumi so hinnab io deo 
trog. Kerunnen soll man sauber anßwiischeii, vnd durch trueckon 
damit so w/. vnaeitig vorhanden das.-ielbig daruon kommet. 

Vnd pbt dieser procoß von x Hb: Saturni 8 lib: Muiuurij. 
Pinia, 
Tractat, der 1582 snm ersten mal lateinisch erschien (Thoil I 
No. 191) und dano von Ilusor's Erben im Anhang zur Folioausgabe, 
Chir. Buechcr .S. 778 — löO, KiOö xum erntt-nmal in deutsche!' Gestalt 
gedruL-kt wurde, ist aIho hier in viel ältcror (iestalt deutsch erbalten, 
IrAgt al>er audi hier schon den i^tempel des UnterKeschobenseins ao der 
Stirn. Der Text unserer alten Dandschrirt weicht von dem llusur'schon 
mht beträchtlich ab, wie die obigen Trobou durthun, 
Bl. 8a[Titcll-l9b 

]>• tmumutationibni Metallorum. Theophraslij ParacoUij ab 
llocheoheim über de Cementii. 

PraeTatiu. iu solcher ^l-<I:iIi 'als mir von siideru transmuta- 
lionibus erzoll haben, wollen wir auuh mcr von Klemeiitcu unser 
operationis 7.uui<TSt.ehGn geben. I» denen sollen botracht werden 
«o«hserle)' £ktuüolOD vaderscbiedtliob den Hecepteii vnd operk- 



ISO ■)■ StWtUK. wtlAt sich in den Hiucr'tdica g Mi M il «wf» 



tioncD aocb erlclert. So üt «lodi dt in all«D isbotnebtea, du 
tllo ElemeDt in un fiiax aoltto gobncb( verden. t-nd in ain^ 
Colontioo vnd At die nil voneinander weicb«a sollen, sonder in 
de» Coments Colonbufl vnd Quarlierung vnzerbnichlich bleiben 
nid R«sidini, wie die Zeichen dee recfatra goldes «n Hmea 
haben. 

So teigt dir lieber nicht an von den C«ment«o xu tmu- 
mutiern ili« metallen tn andere Metallen tu» plej in Venemn. 
«der Eimen in KopSta, Sond«ni laigt allein ahn die Meullen xu 
GoflAüModira in dz hMist Metall. Sollen dan die Cementeo nit 
mSgeii mitt den ander Re«eptea Ihr upentioo Tolliotninen ref- 
brin^n inuor irandlen die and«m Metall xosaateo sonder aUeiii 

XU Innen 

Das «rat« «letnent [!] ist Cttmentum Regalt 

. . . rnd wollw alM von dem Cenenten rn»er«r libel beschlles- 
•en, vnd dsruon geuueg erklert haben und erxelt. %od wicwoll 
Mich »ollicber Kecepten der Cement mehr seindt vad vitl so 
I.asMn wir dieselbi^n aoss. vnd haben allein die beächriebM, 
die Toa in der esperientz mm gefiUigblen seindt geweäeo. 
Finia Ubri de Cemeotia. 
Bl. 30a— 3Sb De (niuwttatiOBibm Vetallonta Theophraaty ab 
ItühenbciiD, librr de SrtdltJMiibtt«. 

Praefatio. So wollen wir nun von den gradatioiiea «hnUea 
in reden, die daa ia aolefaer gestalt seindt, da» nie nögea das 
alber so darin geacrfotrt oder eitingprt oder di^rirt wietdt lo 
Goldt gradirt Tod transinotiert. wiewoll da Etlicb siodt, die da 
»af ailber aiWUaa aaQ den Mindern Metallen. Etlidt anf Gold 
aaf di« M e fci wwi MetalUo, rad auch nült Tndersdkeitt der Coa. 
tanetioa der Seeh>leaD Metallen lOdammeQ alao daa im tcot durch 
die traofli^latMii der MetaUea io der padatx di« mindern Mc- 
tallea ia die Hefarereo ge bra cht werdea. In demselbigeD bleibe« 
alle esamina, «o danat gehöm werdao. tdJ ab« aehtday Gra- 
dianugea »«rilaBdea «erdro. wiewoll rill mehr nodt so 
wir dieeellitgea aöS vod »etiea die Experimeotalüibea 
die sa setzen die Gtadtmag wiidt sein, nid Kt da 
dai etlich aqua Eartis «aiadt edieh oha, «Üiehw Ugnori. n w^ 
Tod form aber darme gebraoebt an^ wwden bey «aem jcdt- 
Udieo Tcrschiebeo [!] »nd rerstanileo, rad abo die Aqua fort 
an «nten. danach, die olea xam Letzsiea die Ggaana. 
Tob den Aqaaforteo die da Gradiara. 
Die er»t Gradieraog. 



II. Sehriftei), ntlehc sirh lu dou llakor'tcbaii Saminciautgabou Hoden. 121 



Von d«n oll«* dio Aa gradieren Die viert gradalz. . . . 
Von (ton Lignoribus dio ds gradiera. Die Siebondt 
QradttB. 

Wsoh dio alle zuHamsn g&ntz subtil vundt Laß 

Solaini, liaa wae«er tiudarlT iiunst kuiii nrboit mehr dun dio Mo- 
tall darein Legoii vod digorini biiT sein kurlzo Zeit, darnach 
rulminiro dan diB ist ein mechlig gradatx. 
Oradatio Lunae per oleam Mercuriuro. 
Vnl Oleum ex Mercurio sublimato per aqua forti radiBtillanda 
ilatiuT tanndmtvi [ist it\s nicht enirutliüolt nur gunz düun t{o< 
sdirieboD] noroi in oleum. In hoo oleum pollo Spiritus aqua 
Tortü forütcr per Impouu lunarum|KTr [?] Coinentetur In Solein 
per gramita denida ('emeata cum Cotuenta Regale l'or habebi» 
Solem. 

Finis libri do nradntionibus Ttieoph: 
Es handelt sieb hier also um dio beiden Uücher, welche sich bei Unser 
4'-Ed. VI S. 402-4)7; FolVEd. I S. '.m-942 linden; beide waren 1&7I 
(Tlieil I No. 134) zum ersten Male deutsch gedruckt. Unsere Qand- 
»ehrift, die allordiugs niobl bestimmt vor 1571 gesetzt werden kaun, 
hat manche Au-tücriicbkciten mit diesem Drucke gemeinsam, welche allen 
andern Drucken fehlen und sieb nur im U'tjjfcn bütteler Mscr. 30. 4. Aug. 
4' (No. '20) wiodei'linden, welches olToubar Zusätze und Abünderungeii 
oacti dem ersten deutschen Drucke vorgonomraon lial. Ki ist aber 
keinerlei Möglichkeit vorhanden, daw unwer Mitor. mich die-iem eraten 
doulselien Drucke abgmcbrieben würo. Da^^egen «pHchl schon der gänz- 
lich abweichende Anl'ang des BuL-heü Do Cementis, der im Drucke vou 
1571 von allen übrigen Drucken und llundschrirten abweicht und dort 
offenbar oigonni-lchtig geändert ist. Viele recht siiiulüsc [.esefchlor 
uoserer Handichriri woi«ou gleichraJls mit Sicherheit uul' eine schwer 
ItMrIiobo IlandHchrift aU (Juello hin. Noch autTslIender ist ea. dasa 
unsere Hand^tchrift nach der 14. (iradatz nech die Gradatio Lunao 
per iileuni Mercurii anlü^l. welche keine andere Iland^tuhriri bietet 
und auch kein Druck ausser dem Dem aohen lateinischen von 1&70 
(Tlieil I No. 123). Trotidem aber unser Mscr. diesen Abschnitt auch 
ganz lateinisch gibt, ist er gewiss nicht nach Dorn abgeschrieben, son- 
dern nach einem schwer xu enttilTorndcn Mscr., wie schon dio vielen 
iirinli>-4cn, verkehrt gelesenen Wörter beweisen. Dass unsere Ildschr. 
wie Jluser die ('«menle vor die (iradatiooen setzt, stimmt gleichfalls mit 
d«m 1. lateinischen Druck und nicht mit dem 1. deutschen und ebenao- 
wenig mit dem im übrigen manche l'oboreinslimmungen bietenden Wolfen- 
Irüttelvr .M»cr. (No. •£)). 




Mi IL SAnA««, ««kfct iM i« 4n BhmVW« 



UMm. 



Maacb« »tmr ri«1en jtrobea LeMMItr kitt« dft Schniber ncher 
küaacQ, «eon n loch aar ctugnaaMMO McUc>B4i| geweaen 
»in s. B. AmmifD aoA Aranki für Anetum, ßetaest fir Cement, 
ploiiwteo lor ploDssi. Ctkoter Ifir C«k«tlur, ^ulpbiir Tinam för TiTato, 
BeÜificirs sUlt RMliftciRt. Salor DonDacij tit S«lis ir»»«wci o. b. w. 
In •UgemeiDen »l«ht anser )(»cr. troti vi«l«r AbweidMUgw 4odi den 
DmdE0 t^D I6TI Dilicr U« llaser, d«r das AnttgnBm WaDbt haben 
will. - 

Iq ■ nt wM - Handfclirift ftndfii öA oecfc ktgmdt akbcaislitthe Ab- 
b*Ddld ri gM: 

Bl. SIS. Tnct. Tboinae de Aqaiiio «cdiais fnHim l*Tsedica- 

tannn iaUu Fritri BajrDaldo «itt»dMi «diais in ut« Akby- 

mb«. 

Bl. 40C Über JoaoBis df Rgpeseissa Fnln onlinü Mino- 

mm; <]ai lib«r Laos appcUatw. m Cbriiti Doatta«. 

Bl. ^3fl. Über torbae phil«soph«raB. 

BL ij&C pracduum opos qood Liliant dicttitr aaper Tnrtu 

PUleMpböcvm. Qoi qoiilen über ftaretts atiter did aokt. 

BL 10811 Tnctatas Dioi Thema« de Aqaine »per bpide 

Phile e ep hi ce. Et prino de cerpec ib a« w f w m i liut ibBs. 

BL 1181. über Hely rbn«««pfai qai dieitar über S««Ktoram 

phileaephwiM u »p«re Alktmi«. 

36. licifien. üniTeraiUtsbiblioÜiek, Codex Vossl Chnnkm 

in Folio Xu. 14. 158 EIL von nehnree Uäadee uisdiei- 

nend am 1600 gesckmitea. Eotbllt aaeh lahlrdehea Abbud- 

Inoxeo k>tbali»tt$rh«B, alchitirtirtfn Bad Ttrwaadtea lahalu 

BL 23yb-24i.b 

Theeph: Puaeelti liV Deciats de fnd«ti«Kib«t. 

S» volles wir naa vw den (ndatoe*. 

. . Fiais lib. lU. de traasnat . melalL de tradalianibos. 
Hmr 4*-Ed. VI S. 41 1— 41T. Die Abvi l thaf^ w dw Text« voa Hieer 
si»d aar senag, «ihrMd i. B. der «erte dt tt twfce ttnA voe 1571 
(Tbdl I No. ISI) tW ecbcblifbrre Abwnchaac«« bie<«t. Sb koMDHO 
aber aoeh StcUm vor. wo die HwxbcbnA nit 1571 itiiniaiaiiiiiiil, 
wenn lla<«r abweichL D« H«Mr bei dbena Bache «aaa bowider« 
betont .xtlra aaCs ti c ead ü ich rt « tm wen ta wvrt aaB ThaiphmiÜ 
eigner Haatli^briR'. «o HtoM wir die haadwirilUkhe \<mh^ ^uecaa 
Mscr. für Ittsser hallM aU die des «»*•• Orwchw. 

B1. 34äb — ä4fi Sapar IVarr#M «a JUmru a Maas IkpfeL 
also «a> UoMT gleiehUh «x AaM^raph« dirvct Mchhw gfti $. 4ia— 



I 



II. SehrihvD, ««Ich« «ich in Ava lluser'«ch«D Samn 



fiinloii. J23 



419 uui1 wovon «r im UcgiMiui- rioblig HSgL, iltus» t» «zuvor uit giMlruckl" 
ni. Die Abwcichuni^iMi :<iiid gering, doch bewoiwn oiiiigo kleine Zu- 
RÜtxe, tlaMH untfere Iluiidüi'lirifl tili möglich Ton Hii-ser afigexchriebon sein 
kunn; sie iäl ja vielleirlit aiii-li früher gi\Hchriei>i)u, al» iluiiorti i'i. Baiid 
enchion (1590). Auirallend Ul es, da».« unser auf imndüdirirtlidier 
(^rundlftKL* benihcndcs Mscr. betont „ex manu Tlieopiiiusli* uud auch 
Husor itn Text sagt „Ex Auto^rapho Theoplirasti"; da* wird al»o wolil 
nliOD hantl^cliriniich so weiter i^oftjlu't worden setn, naclidcin irgend «in 
AtMchnttber, dtr du wirkliche odiT vermeiiit liehe Autu^rumm lieniitzto, 
diwo BomerltUDg boigesotzt halte. Im Onitinulmsur, kann das Rntfirlicti 
oicbt gwtandea habon, wenn also Ilu«cr dicK Wort Hir Wort aus Hoben- 
htim'H tland.-«-hrift i-intnoinineii haben will, wie das Bt'yi.-'ter besaRt, so 
mildste man doch wolil »n der ünspriinglichkuit seiner Vorlage zvroifolo. 
IJI. 24ta— 254« 

De Transmntationibuii Metallorsm TheopL Paracelii Über lecundas 
De Cementit. 

In Holcher gestalt alii wir von andern TraRsmulationibus 

IIoMtr a. a. 0, S. 4')2— 410, Die Abweicliungen unseres M»cr. von Hinter 
^ind nicht sehr erheblich; von dem eitlen deulaehon Druoko weicht ilasi- 
Ibe viel Ktüricor ab (Theil 1 No. 134). vgl. oben No. '29, Doch Ut 
uiiM^r Mscr. von Hueor ebensowenig abftescb rieben wie das vorhorgelionde. 
Am Ende sieht „Finis Libri De Cementis volgon die Grndiitio- 
ne«*, während diese doch schon vorhurginRcn. Die riohligu Keihenlolgo 
freilich wÜro die umgekehrte gewebten. 

Im w<iit<^rcn folgen ^ahlreicbo tnodlcini^cho »nd technische Uecepte, 
A)itrono[niiichi'.H und A*lrologi«hes über dori Koiiielon von ];>77 von 
Bartholomäus Scultetu.« und NicolauH Winckler u. b. w. n. o. w. 
Kia msKi.'icher ^läbi'v l'aracoUi von der Ewigen haiiulig- 
kaitl" am l'lnde der IlitndMchrirt wird unten im V. Abschnitte bei der 
Magie bceprochen, No. I36a. 

37. Leiden, Univei-sitritshihliotliek. Coilex Voss. Cbytn. in 

Fol. Xo. 17. 925BII. derun6%beKclirioben von xwcilMiidcn, 

welche auch in Toil. Voji«. rhym, Fol", No. H und '2*! (unsere 

Ko. 36 und 75 der HiiinUtlirifteM) vorkommen. Die Hand, 

welche im Folgenden Paracclsisches schrieb (Bl. 1 — 30), gehört 

in die zweite Iliilfle des 16. Jahrhundert-*. Zu Beginn dw 

Uandschrift steht „Farra^o Alchimiae Anno 1 It'i'J". 

Itl. 13a — 22b Thoophrasti ParaceUi lib. X. de pvdationibna. 

Hu«r. 4*-&i. VI S. 411— 417; l'Vr.-Ed. t .S. 9.31)— 1142. Der Te.-ct 

■tinitnt in itciaen Le^^arlen ziemlich genau mit dem in der vorangehendoo 



IS4 II- Sehriflra, w«l(h« mcIi (n iltn tliutr'tcbeii Saint»oI*us)nbw IsdcB. 

Leidener lUnilsclirirt (No. 36), obgleich dort cioo ander« Huid di« 
Buch ^[«»chrioben hat. 

Dl. 22b — 'i3a Supn Venerem n marte ex nuuin Üiat^liiwtL 
HoMF n. n. 0. K. 418—419; 943. Cvbfir die U-)iHrt«n gilt dawelbe, was 
aben bei den Gradationen gesagt i«t. 

Bl. 34b— 3r>a. De TVanmnutatJonlbus m«ta]1onw Thcophrasti 
Paracel^i Über lecondtu De Cementii. 
Hu«er a.a.O. S. 402—410: Fol".-Ed. I 8.936—939. Die l^e^rten 
stimmen mit d«nea d«8 vorangebenden Codfx. Jim Endo beiset ea 
„Fiiiü libri Seeimdi tnuiflmiitationtim mvtjillorun) Th«opbr. d« Cem«ntii'. 
Jedonrall« st«h«n dio b«id«o Ilambtchrincu No. 36 and 37 in engem 
Zunmnioahang. miudeetons arbeitclen Beide nach derselben Vorlage, 
mna nicht oiiio direct von der andern abgeMbriobcn hat. Di« Ab- 
wetchnnsen, wetohe sich im Einiclneii linden, bcwcteeo. dasa es die 
lieMeD Sehreitler mit den Worten nicht sehr genau nahmen. 

Was diese Danilsi'hnn »orisl noch cntltiilt, !4i>il g«ssnimollc alcbo- 
tQi»ti»che Rocepte der venchiedotwtcn Art ohne B«d«utDiig für den vor- 
UegmdeB ZvMk. 

38. Wulfin^atU-l, licrao-^l. Bibliothek, 60. 6. Auji. 255 BIL 8'. 
Eine Sammiuni; von nandüchriftc», wdchc alte aus dem 16. 
Jahrhundert »tanunco: auf der Inueomte de« vcirderen Einband- 
deckels ctehl: ,Uamian Mattenhaufen Stirn in Undavr ic 
1[).79*. Na«h wncbtedeiMO alcht-mirtiMliMi StüclLea (mms im 
Jahr« 1!>;4 g«»e)iri«t>eo} fol«t auf Ul. 43 der Titel: 

Tbeophrasti Faracelsi Coelua FUloMphacsB sive Über 
KxatiosvB. 

Aar B). 44 abcrmak «in Tit<-I: 

Doctor Philippn* Tbeophrastes paraceUn« . tvb hoheo* 
heim K 

Kawt naA Satu dar Al A — n y 
Tiad «M damff n kalltaa kj X 

Dorch sib«ii grnndtUcb Regeln gc;e»i . d<« .7. ge- 
meinen Sletallen . ingericht «anpl riner Terrede . mit 
«ttlichefiB . ane^vthoneB älackhca Tnod b«»cbln»4ena 
Abgv&arttgt x . demieltar Tbeopbnstu . kkU diO pocUin Ins 
. htainbcbcr Spnob . Im kaadte OmmimcIi . lu «tmm kbkMv 
Undar In ^«tUcmm. nd Jtate TmimIi ptmkn^ dwlnca 
«r daaa gaoataeo ga^üati. dvrch :r^Wa Rcfab . kut Ana 
t^ geben . wer sieh danuc4 Bi cMea ihaan. 

Bl.-Ub kl Imt. Alf BL46« li ti ili l .r«n«dl m «Dm JUeU- 



^^k. 



n. SehrlAeo. >*Icha sieb in iIm nu««T'«i!li(>a $aniiniiUti>g«lion flnilon. 135 



I 



I 



mbten vitml L«sorn dilä DuoliIoiitH." Der Text reicht bis Kl. 67 a 
= Htw«f r-U. VI S. 375— 395; For.-Ed. I S. !)'26^933. Er weicht 
TOn Iluser erheblich ab und steht den früheren Drucken von 1;)67 und 
1574 (Theil 1 Nu. 90 und 103) theilweiso nühor, ohni' aber eine Ab- 
schrift des 1. Druckes von 1.^67 dsrzu»telloQ. IIu«er sagt »clbsl, dus 
er die „eigene Hämisch rifl Paracel»!' iiiclu crluiigcD konnte und bi>lonl 
seine UäK>eruii);en nach einem andern Mticr. I)Io TextverMtcUungeit 
stimtnon mit den unten su besprechenden des llerzogenburger Mticr. 
(Mo. 42) ülwrein, öftere auch die Lesarten, soweit ich nach Aberic« 
Excerpten beuillieilcu konnte. 

Von Wichtigkeit ist hier KUüSchst der Titel „Cuoluni Philosophot-um 
sive Über Fixattonum^. Auch Hust-r gibt j» kuIioii an (Liber Vexa- 
Uooum rbi Umien ab aliis, I.ibcr Fiiialionuni, legitur), Amm aU andere 
TiteUe»»rt für das .VeKationiim" (bamUchrtltlich) „Fixationum" über- 
liefert «i, doch hat er offenbar Vexationen für die bessere oder besser 
bogiMllMgt« Lemrt gehallen. Die Notis des zweiten deutschen Titclx, 
dus Puiccbtufi das IlGchlein in lateinischer Sprache im Laude Oentor- 
reich iu einem Kloster hinterlansen habe und dass es jetzt in'ii DeutNclie 
flborsetxt Hci. stimmt zum Theil gewiss nicht mit dor Wukrhoit fibsrein. 
BodeDstoia hat das Hul-Ii diiutsch zuorst hfruusgogobcn (1567 No. !Kl) 
üod Dorn in'« Latuimschu übersetzt (1568 No. 101) mit der Titelangabe, 
daart Bodenstein „ex authoris archctyjio Ooruianicu*' veröirontlicbt habe, 
was atw grade dii^ Cicgi.vit)it'il von unNuriT hand.t('hrirflichc Titt'^laotiz 
besagt and auch alle Wahrscheinlichkeit für stich hat. Wenn daa Ituch 
von Ilohcnhnm herstammt, na ist ch ursprünglich deutsch abgerasst 
worden, daran ist für mich kein /weifel. Wäre unsere handschriftliche 
Titeluotiz eruat ta nebmon, so mäiute man mindestens aonohmeu, da.s.H 
unM.'-r Text aus dem Lateinischen rückilbersetzl sei, ganz abgesehen von 
der ursprünglichen Gcslalt der Ueburlicferuug. Aber alchomtstiiicho 
fwbreiber und Abttchrciber nehmen c« mit der Wahrheit moisl niobt 
aehr genau; nach Dorn'ii I.alein i» dor .l'yropliilia" ist unsere Hand- 
schrift Jedenfall« nicht übersctKl. Ob die nicht unmögliche lvat«tchung 
In Ofwtcrroicli und die ebensowenig ausgeschlossene Hinterlassung in 
einem Klarier dem wirklicnon Sachverhalt mehr entspricht als die ile- 
hauplung von einem lateinischen Urtexte, läast sich nicht entscheideu. 
U'ann ilas llorxogcnburgcr Mscr. (No. 42) in Uvsitz dieses osterreiclii- 
■cken KloAters kam, t»l mir nicht bekannt. L'naoi' iUcr. weist in seinen 
oiuselui^o TlK'ileu miOirfach atif bayeriscliun und nicdvröst«rroicliischon 
L'r»pruug hin. 

Aitttcr allerlei Alcliimistii^chom enthält uiMcr Mauuncript nocli 
mohrtrea l'aracel.->iscbe und zwar Abschuitt« aus Aviu Itucbo ^l>« 



|26 11. Schrifltn, ««leb« licfa in dea !1a>er'iiFhcii SamncUusfaben finden. 



natnra r«rnin', zwiMbeD andoren Uinden E«rstr«it drei Fragmente der 
AL'ÜMR flaad: 

Bl. :^2t^— 2:« De Morlte Mfreitrii Theo^h. Parncets. 

Die mortilication aber des Mereurii, dasselbig suplimieren, ^e- 
stbicht darcb Vitriol vnd sali«, mit die«6n zwoveo »ol er ver- 
miitclit wonlon. vnd dsrvon xublimtert. also «irdl n vest wie 

ein CbrltUlI. vod weis wie der Sehnig; die mortilication 

ariWRicatium. auripigmentorum, oppcriin«ntorum, realgsrionim 

Ltt, At sie mitt dem S^ale nittro f;eschracltz werden, vnd auf 

dem stein in ein Oleum oder tiquorem resolaiert nd Agiert :c. 

NB. Dis bab icb abi;c»chribcu auO üb. de Morte U. Theophra«tj 

Paracelsr von Ilocbenlitim. 

nu»er 4'-Ed. VI S. 2H« Zfilc 11 bi« S. 290 7x-ih 14; Seite 291 Z«ile II 

V. u. - S. 292 Zeile Ö von oben und Seit« 292 Zeile S— i v, n.; Ab- 

wesebangeo gering. 

Bl. 233a— 237b De Mertle aiiri", 

wie wol suDAt gemenlieJi wna vütam. oder Crocam 

Veneria auß dem KupfTcr fuhrter machen dur die extractioo 
alcoolU Tioj n-ie den Crocum Marita, icb aber lob dissen wciu 
darüber. 

Dis »cbreibt Tbcii^rasto paraccJsso von Uocbciiheim In Hb: 
de Mortte. 
». a. 0. S. 290 ZeUe 14 v. u. bis S. 291 Zeile 13 v. o. nnd S. 285 
Zdle 12 V. u. bb S. ä'^S Zeile 10 x. n. Abwalobungeo unbedeutend. 
Bl. S»4a— 2äü Do Mortte Marii*. 

Die Morti1)nti«n (kw E&tse«. da e« in atn Orocnm gebracht 
wirdt. uamlicli dt du nemmeat dünn geedita^ea atacbelblech .... 
Unser a. a. 0. S. 2f^ Zeile 13 v. u. bis S. 285 ZeOe 12 v. o.; Mp die Morti- 
BcatioD dt« Silbers ib. S. 2W -Mitte: Marwilen etc. S. 21*2 Zeile 16 — 8 
T. il: Periio, KreuterfaotU S. 2;)3 Zeile &— 10 v. e. Es bl at>a fes der 
ganae Rest des Ik Buch» .De natura rerani*^ tmi iv2$4 ab mit wei^f^ 
kieiaeo Lücken auf S. 292 und 293. la allea diesea Ftagneoten Mod 
die Abwekkoog» von llnser »ehr gtcing; sie sliaiMa innar mit dem 
1. Drucke voa 1&73 ia der .Uetanarphoria* (TWa I No. IST), wober 
ab» wobi dies Aveinandergectmtae staaut. El. 24^'> ,V«n d«T Pivpa- 
ration ic* .\nttmaajj a«ä de» Dorn* OdeaEüb GefWrd Dorn) und 
DI,2Li8— 213b «QiditeBkMittia LeoBkartTkarieis^er aaa tbara. 
das 9. Buch- (der errte Dnirk erschien lö^)!} Mig««, (hn hier gekfettt- 
licb auch nach CaJnw fc lfi Ow c kriabadia fwk—iit; dMh frilt die« 
nicht vom I.ib«r FS mfaiM . 



11. Schriftm, waleb« Hieb In den Haaor'achcn Sftininolna«gnbcii (indtn. 127 

39. Paris. liibl. St. Geneviövo; nach Mook lifliiiiiJot sieh in der 
ilorliKcn HnniNchiiftf-nsammlunR T. 1. 7 in 4": 

a) Coelum PhilOBophorom Bive über vexationum Theophratti 
26 SS., wahrAcheinliuh aas dorn Eiiilo des 16. oder AnTang Aett 
17. Jahrhundert. 

b) De Vitriolo notatn iigaa. 

Dos ganze MS-, doK uucli 8 woit«rc Tractat« ontbüU, worunt«r 
nach oinor von Trith<Mm, wl von dtir.<<t>lbeii Haod gcschriuben 
nnd kam 1753 aur diesa Bibliothek. 

Soweit Fiiodriuh Mook (Thyophra-stun l'aracft!««», Wiirzburg 1876 
It« l'iö No. IG): iol> habe die Ilaiiditchrirt noch nicht f>e]li*t i^cHeheD. 
7»» da.<t Coelum Philnsophorura betrilft, ho handelt ea sich itwcirelAohne 
utn dou bekannten Tractat. wclchoii Uufier im VI. Bande der IJuart- 
ansgabe S. 375 — 395 aum Abdruck gebracht hat; wosontliehe neue Auf- 
sdilösM wird dioso späte Handwchrirt wohl nicht bringoD. Eher aoch 
liene sich uutvr ^^a Vitriolo iioUtu dignu" utwa» Int(.-rowsantc<s ver- 
mulhtn, iti«r auch hier ixt uns wohl nichU Worthvollii» «iitganijoD: es 
<Iiitn<:iii AiiMidgo !<eia auH den biikanntcn Abhandlungttn liahvuh«im'ä 
üWt diu* Vitriol, welche »ich im VI. n. VII. Hände UuHer's lindeu und 
Mit 1564 (No. 61) so oft gedruckt »ind. 

40. A'lmotit (Stcienimrk), StiftÄbibliotlioV (Bencflictlmn-abtei). 
Hdsclir. No. 8.^5. Eine fragtoentarische Handschrift von In7 
Bll. deren 122 boschriebon (klein 8°) aus dem cr^tton Drittel 
itt 17. Jahrhunderts; aiiHchoiucod alles von dorvulbuu Hand 
atiir saubur in üchwam und rotJi gOKchrichen und mit der FoUi- 
rnng 223—310 und :^ä&— 4^>.''( vuntehen. Riithält xunücbst cino 
UDVollsliiDdig erhaltene Sammlung kleiner theorethtcher and 
]>rmkti»rlier medii-iniAchcr Artikel, welche neben galeni.tti8chen 
auob vii'lfach paracelHitich-fliiagii'Uche Ansichten au.-Mprechen und 
lliorapeutiHche und pharmaceutihche Vorachiiften ebenfalU aus 
beidt'n l^igern bringen; das .Spagirische überwiegt das üsloniHclie 
(IH. 23lu— 2y2a). Bl. 29:5-310 unbeschrieben. 111. 317—387 
fehlen. Es l'olgt ohne L'eborschrift 

Bs Fragment eiaer Verdeatichoag von De Oradibui. 
Bl. 388a— 3<)ta llorlx. 

EsMintij moUsa: Qointi <.ti)ionti aurt. 

Niere 
Sibota Oorretti: E»ontiJ Satirion. 



128 "' Schriften, «olche «ich in d«D nater'ichen Sainmelaiitgmt>on Itodon. 

Leber. 
Liquor bra»iate1a : T.ti]aor Manna : Liquor aloe Iloltz. 

MilU. 
Misterium Elebro Niger : Miatorium Verbona . Mistcrium 
riana. 

Gnll: 
Quinti Essentij Celidonia. 

Estinctio . Den l.nnK niüeß. 

(irad: AuH dem Erdirich Kalter Natur. 

llirD. 
Basentij de fieloen : aasöntj df Anthoris. 

Hortn. 
Matci'i L&itduni : Muturi Sapliir : Materi pcilarum. 

Niorii. 
Materi stlnlocorum . Materi se Lac. 

Leber. 
Liquor Senet Quintj cssßntij Gamander 
Quintj oasenüj CiL-orea : QuintJ esniutij des Bluet«. 

[;«8b] Mi«lu 

CoinpositQ Caiidi : Oomposito Tbubobdcob 



Vale- 



Au8 dem Fouvr Kaller Natur 
I Arcanria t'hiiatallL 
All Siben ! Ma^st«rij Berillj 
I Liquores Citrono. 
E« Est (lies Cap. 5— K de» 4. Buohes: lluser 4'-Ed. Vit S. 31 und 33; 
FolVRd. I S. »tV^— 96r>, Hu M»rr. Inhrt dann fori: 

BL3S9I>— littUu Purgatio .Oder Laxatiae procciiM der Rucept, 
/u der Zu]iatni,''i»ctxunß der l'urgierien Kecept, Sein xwoy bLi 
ein /.iienalx Notwendig t^^K^^o dem Laxatiu. Aines da^ »l«rckhl. 
Kill omleni da» miliort. die Stcrckhuiig «escfaielit durch 
gwfirti, K U AU Zimat Nogl. ilio Mllturung ijeschicbt durch 
Auodiiia . diu 'M opiateii, abor der auCii wmigst. So das also 
gowhehcn, iüt das ttecepl oii Schaden, da bedarlbt auch nit 
aocb der allen Artxt ReftI auf Cotera oder phlegma acht haben, 
dan ein w«ft d« Porgitraos »t das aller metüt. da.4 der Krfaren 
Ant iwlb auf die Arlzuaj tcht habe, auf ihr wnrckbuDg 
md Droh, damit er im suthoD wüb«, wie im die erfarung 
anuigt 
C'«pi(el 2 de» i>. Uuchw, lluB«r 6. 3& mp. 9öl. 



n. Schriften, «elcfae akh in den Haser'scben Sammelaiugaben finden. 129 

Bl. 390a Weiter ein Jedes Lsxatiu hat zwei böse an Imme, 
Aios daa es schwechet, das ander dz es allgmeinlicb mer weg 
nimet, den recht ist , oder soll, 

Derhalb wie erst oben auch gemelt ist, mueß es durch die 
zween wege als sterckhung vnd milterung verhüetet werden, 
das nit geschehe. 

Erstes grads Laxatiue bedörfTeD keiner sterckhuQg . . . 
Vierten Grads . sterckh mit Terra Sigelata, Coratlen, Agstein, 
Hirschertz Baindl, oder Metridath. 

Milterung aber des Laxatius : beachicht mit Änodinen, als 
Opium, MagsafTt, Bilsen, Mantragera. 
Aus den Scholien zu dem selben Capitel, Huser a. a. 0. S. 370 
resp. 987 C. 

Das Gewicht vnd Ordnung aber der zusammen setitung ist 
also: 

Rp. Laxatiu .j. thail, Sterckung .j. tail Milterung das i des 
Laxatius gewicht, 
Erstlich . Recept der Laxatiu. 

Aus dem vierten Grad, welche ob sich . Auch durch den stuel 
treiben, oder Pulsieren, Rp- weiß Nießwurtz . . . . 1 qt 

Zimatror 

Muscatnus . anna . . . . I qt 
Opium Theborum 
Vermisch iu ein form . 
item Rp. Methridatj 

Elect. RitoQJ anna 1 qt 

Opium Theborum 19 

Praecipitat 1 qt 

Diß mach in ein form, 

[391 b] Regul: So du wilt durch vomitum, das ist durch speyen 
Purgieren, * So hab acht dieser Zaichcn, Jungkfraw, wasser- 
man, Visch. 

Es ist das 3. Capitel des 5. Buches, Huser S. 37 resp. 967C und zum 
Scbluss aus den Scholien S. 371 resp. 988; doch ist die Anordnung oft 
BO sehr abweichend, da.ss man fast eine andere Ueberlieferung annehmen 
möchte als die Husers, wenn man sicher wäre, da.*« dies Mscr. eine 
Abschrift nach einer llohenheim'schen Vorli^e sein soll, was sich nicht 
entscheiden lassen wird, da der Anfang der Handschrift und damit der 
Titel fehlt; Aehnliches Hesse sich auch schon von den vorhergehenden 
Abschnitten sagen. 

KiiUk d. Beblball d. F>»celiltcli*a Sclir[Iwii. U. •) 



130 "■ ScLriftfo, «elrhe akk in d«n nni*r'Mb«n SAir>m«Uu*{kb«n finden. 

Bl. 391b — 3£3b lliiluug Iii BainprüclieD wunden gescbwüi 
vnd 8chi<lon. 

In den Ini-arnatiuen 'uti nit altdin tut die orfarenh«it, Sünder 
auff dii- regl. oder Ordnung kuo nnbon, 

Alle« wib) jilanetUch iai, da mIuw oben du im vierten Gnd 
stee vnnd aucb Incurnatiuisch »ey. 
Itaiobrücli llailen. 
Rp. CoDsolidn 

Rund ilolwurU 
.Sorpoiiiiiia .... aiiria 1 a 
Mach ein deoalion mit wein, vnd ö)il, Itraucli nach der erfahnm- 

hoit 

Wundt Tranckfa. 

ßp. Wintergrien 

Oesuhwer vnd schaden 

In den Recepten tu doo Apastomen .... 

Ratio mfluiscli vnd KrobxHchädi'n 

.... Itcin die Sii|l;I nein . Apostolorum ftiacam: 
Di|;e»tiii: Incarnatiu, Niicli doiin grallon, Eudt, 
Oap. 6. 7 und 8 de« 5. Üuches, Husor S. Hit— M ; 968C— 969. 

Bl. 39i^b^3'^b * nk'iben nit in eineui (Jradt . dau im anfung 
Kiiin .nie Im ersten (iradt, dann bald in dorn Ariduni zw aL'men, 
denn Je Mrenger, Je böher. Itilt in den ilrittcn vnd vicrtlen 

Grad suo xcillon praucipiui, auch etwa CaüMa (iistuk, 

KtWAD in febern vbortrifTl ('orituurca die andern .... 
Purgicrcndt: oder Laxatiu vnd JreGiad Docb oder nidcr. 
So inerckb di» Nachuolgent:. . ..^erapium.Eurorbiuin .Precipitat. 
FortMUung von oben Ul. 39lb, Itucb 3 C^p. (i Scblu»t und Cap. 7; 
lliuor ö. 22 Slitle bis S. 23 Miilo; 9Ö1C — 'JtJ2. 

E)l. 3Mb — 3!>äb. Von [nccrnatiu, vnd auch Conäolitatia: 
Die Incarnatiu, Tiitl Coosolitatiue, die «dilioseen auch die vier 

gradu« inn siuh 

Der j. gradus Bainprüeb .... 

M«rcorio : Bnssatela : Realgnri | Coposilo. 

iletn E« nein aucb nachgc-H'tzic Grudus : mit hohem auflT- 

merckhen, tu betrachten. Wie denn auch diHe (üfft genennet 

werden Arseoicus llercarius. 

Iluacr 8. S3-^; 902-963. I>a8 Cap. 8 (ausoer dem Scbluss) und der 
Anruiii; doH Cap, 9 vom 3. Buche. 

Hl, 30ftb Ilem TCllich articl Notvendift tue entgemeller llailung 
ua«b den vier gnideu. 



* 



II. Scbriften, welcha aicb in den Euser'scben S am mel ausgäbe □ ßaden. 131 

Item Ein yetlich ding das den eraten Grad in hat, das kan oit 

vil helffen Tat aber doch one schaden, ku Brauchen, 

Item In dem dridt grad sein die Edlesten Artzneyen, der sie 

recht ordnen kan, 

Im viertten grad Arznei der, dan der Letzt ist, Bedarff groß 

aufmerckhen, dan er tödtet leichtlich darumb höret dich, Sich 

dich vmb. 

Bainprüch pflaster: daruor aiafach gesetzt .... 

Apoatolicum Buluer 

Pflaster gumatj; 

Pflaster Mumiata 

Vgl. Huser in den Schollen S. 365—66. 

BI. 396a Von den Spagirischen : das ist von den graden so 
durch Alchimie komen .... [397a] . . Lapis Philosophorum .... 
Die Obgemelten, Alle seind warm, dann die Spagirisch Beraitung 
bricht die Elementiachen Grad der Kelten K. 

Das 10. Capitel des 3. Buches, Huaer S. 25—26; 963—964. 

Damit scbliesst dieser interessaate Auszug aus der Schrift „De 

Gradibus et Compositionibus" in deutscher Bearbeitung; es ist zu 

bedauern, dass der Anfang fehlt. 

BI. 400 — 415b wird hinten bei der Magie unter No. 125b 

besprochen. 

Bi. 417 — 454b „Kürtzer Außzüg vnd verzaichnus der gebräuch- 
lichsten Ainfachen vegetabilischen : Animalischen . vnnd Minera- 
lischen Stuck ; Krefl't vnd würckhung : Auch wie man Jedes 
Tnderschiedlich Erkhennen : Erwöilen vnd Nutzlich gebrauchen 
solle. 
Ein uns hier nicht weiter interessirendes Verzcichniss der Simplicia 

mit Angabe ihrer arzneilicheii Wirkung ohne alphabetische Ordnung, 

mit Pfeffer beginnend und mit Syesholtü schliesseud. 

41. Salzburg, städtisches Museum Carolino-Augusteuin, Para- 
celsiaiia No. 155. 16*. 262 Bll. Von zwei Händen aus dem 
Endo des 16. Jahrhunderts geschrieben. Auf dem ersten Blatte 
der Eigen thu ms vermerk „Casparus Diieierus est vorus posaessor 
huius libellj. Anno . 1615." Die ersten 132 Bll. nimmt eine 
naturphilo.sophische Abhandlung eines Ungenannten ein, welche 
1571 aus dem Lateinischen iüs Deutsche übersetzt sein soll und 
„Anno 1597 Jahr geschriben" ist, wie eine Notiz am Ende be- 
Mtgt. Hierauf folgen 3 unbeschriebeue Bll. und auf der Riick- 



]3S IL SdirittM, wtkb« «fob 1b 4«b BsMr'aebnt Stmattnag^Mn tal*^ 



Mit« (Im risrten «ine Iwmklto FodcrMtchnang Am» n>p«ricuta 

p«rfor«tutn L. <ian>tHlei)<), »odann: 
Bl. 137»— 1-tßii Ein TraoUt . D«ct«m Theophrmsti Panaelii . von 

hipericoa . oder PerforaU. So auff Teütseli Saat JduiuH Kraut 

gtaeot Wirt. 

PerroraU Ul ein liillT xn aller olTnuRg. iDveadig und Bu«irondig 

der baut. Auch wa.'i iliirL'h [lorci'« mI gotribiMi wcrd«iD, [:>t guet 

za vnnden vnd was dauon koiubt, aucli wo fl«iKk not ist au 

zielen . odiir zielioo . , Treibt alle Dan lertrcibts on 

scliadcn hinwcckh. Das sey von der aller Edlesten Perforta [!J 

gnucg gesagt 

noser4*.&l. VIJ S. I5fi— 162: FolVEd. I S. 1039— 1042. ünwr JUcr. 
«timmt voUkommeD mit dem Augsburg«r Dnick von 15li8 im Anhang 
za <l«m Aphori.'iincncommentar iliMiein (llwil I No. 100) ood Lit ent- 
weder dircct oder indirect daraus abKwchriebeD. — Aaf der KQcki>eite 
den letzten Dlatles dieser llandüchrift lindol sieb ein« leidliche Abbildung 
Ton Polvgoiium Ilydropiper L in beinalter Federtoidmuog. sodann auf 
ßl. 14Ta — isla Sin ander Tractat Doctori» TbL-ophrsfli pnrn- 

celni Ton der penicaria.dai tit tob Flöchkrant . oder waiier- 

pteffer. 

Die Natur caichnut Ain ioiles govechß. So von ir au^ect. Za 

dem danue m ^et ist Uarnmb wan man erfaren will . was 

die Natur geukichnot hat. 

KbcnfalU Rani mit dem Text in dem ebengcnaonteD Augsbui^r Drucke 
jibereinstimiDODd (Thoil I No. 100); Iluser a. a. 0. S. 131—141 resp. 
1030-1054. 

Folgen IH BU. die nichts ParaceUiMhe« onüialten (von den Winden, 
von den l'i Zeichen mm ßlntlassen. der 7 Planelen Natur und Eigen- 
achaft). Aur dem nächsten Blatt« von ihnliclwr aber spaterer Hand 
folgender Vurmork: ^Da» Bichcl hat mier verert Hans Balscheio {?] Sol- 
tat mein ou(gc«»l einer er liaLi Iwkhumcn iii Prag wio der bebemtsch 
khuaig mit seinen wol i&t geschlagen worden da hat er mir es am wci- 
sen Perg xa Prag gceehenklit Valentin Penndtinger bin ich genant, 
idi fior die feter in meiner baut, das Pabier bt mein ackher, darumb 
bin ich »0 wackher. die foter ist mein pilaog darum bin So khlueg, . .* 
AIm 1620 am weissen Berge hat das Buch seinen Herrn geweohi*elt. — 
Folgen 3 leere Seilen, ein Rlatt „Schwebel öl zu machen" und nach 
einem Wrcn Blutlo auf 39 BU. von derselben Hand ge<H.-hriel>en, wi« 
Hypericum und Pemicaria: 

ßl. IWii — L'HTa Ton vraprug itr Hiatüm ■ daria von Khluigcn: 

Bpinen Krotten .wiaraoiKnbMiitndHuetenBalugakaiidletwwrt, 



I 



U. SxbriflciL, «clchij «leb In (ton llu»er'acli«ii Sumu 



Üudan. |:13 



Das I. Capitol . DIo weil der Älmcclitig got niL .... 
Der Test stimmt mit Huser 4''-EJ. VII 5.278-2^15; FoP.-EH. I S. 108S 
bbt KKU tiomlich gttiuu üborciii und ist wuld hu.'« i)v<m Drucke von 1570 
in den „Troi Traclat" (Theü I Nu. 113) «.'iiliinmiDüu, <ko dorTitol obciiso 
laut«!. 

Da difi>e H haridscliriniiclieii Paracclsiischen Tractute, welcho uin 
1600 genclirieben sind, aus Drucken direct oder iudirect entlehnt sind, 
so ist Urnen nickt viel Bedeutung beizuinoiMen. 

42. Henw^enburg, Bibliotliek des regtilirten Chorherren- 
Stiftes No. 307. Incunabel in Fol'. 34 Bll: Pctri de Mon- 
ingnaDa .De urinaruin Judii^ÜM" und .loh. d« Kottiiim kFh^üi- 
culu» mudiuinnA" Vtmutü.» 1500. Auf dem Rinbanddcckel die 
JAlinahl 1542. Auf diMn ci'steu lilaltu dus Bunde« vor der 
Incunabcl «teilt handNchriftlich: 

Ein tractat Dootorii Theophratti Paraoehi vom Hyperioo oder 
Perforata, so aoff teutsob Sanct JohanneB Kraut gcnandt wirdt 
Pcrforata ist ein huIlT Zu ullor offniing inwendig vnd aufwendig 
der baut auch v-as durch pl>re:^ so! giUribon »crdun, ist gut ziu 
wunden vnd wiu davon kompt, auch wo llei-icli nott ist ziti 
zigeln oder ziehen uobi [i'] alle phantik-imaUi im menschen, auch 

außerhalb gleich wie die ('orallen [Schlutu auf der 

2. Seit« des Vornetzlitatloii:] .... nach dem allen mit halb ao 
viel gewürzten [?gow:iächon?] tragantcn vermischen vnd also von 
Hidi !i«lbst an der Souncu digeriert, xa nllrn gciidurtcu wunden, 
bewehrt, da« koiii Kchwiiiden hcrnuidi kompt, vnd tiuhi-t du 
geider BÜMmmuu, da.« keines Oefl'nen [helftcu?] bedai-fT, vnd 
weder [wendet) für kemmen [krümmen] vnd lahm, wo lahm 
wunden »ein oder werden möchten, So ist auch oiii weniger, ua 
werden oiTon wunden gehuven |?gehawcn?], 
Dies )<timmt »o vollstüudig mit dem Abdrtiok in der Augsbarger Aiu- 
gibe der .\phon>^müD über«ia (Thcil I No. lUO Itl. J 4,'— J,* Zeile 8 v. a.\ 
daiw man doch wühl eine Absohrift nach diesem Druck annehmen muag 
oder wcuigHtcn« den allerniichHteu Zusammenhang zwischen Druck und 
Unndschrift Hei Huscr lindet sich diiM 4''-Ed. Bd. VII S. 155 Zeile 20 
bis S. ItiU Zeile 9 stellenweise. Vergl. auch den 1. Druck von löC7 
(Tti«il ) No. 9ü^, wo «ich dicMolbou Abiiclmitta aber mit vielen kleinen 
Abweichungen tluden. 

Hinter der Iiicunabel ein weilercH Mncr. von 21 BD. 

Herbariui Theoi)hra*li de VlrtuUbui hebanim Radieum Seuionm 
Aleaaniae Patriae & Imper^. 



Mol«! 



134 IL Scfariflen. ««Iche tieli ia den IltuDr'aclien Sunncbiufabtn finden. 

Proiogu». Diewoil Ich Bebe dui die ArUne)' Inn deuUichc Na- 
tioB von ferreno tanden mit grosMnu kosieo mohe vod arbeit 
***** vnd viel »orgfalLigem küinmcr [?] hat mich sulcha bew<!^t Ein 
Argumi'iit xuo nchmi.'u ob uicht Üeötsuhlaud solcbif »elbs hvttou 
Inn Ihrem gcwnliU vitd olin« der frcmbdcD tninsmsrjna Auch 
mochte boxtitliii In Irer Regio» vniid Impeno. In» dem hat 
sich beluodeiiD fast noI vocl fjenugsam alle ding vberllQB.siglicb 
xuliabcD Biiff eigen budcn grÜDdcnn vnd gütt«rn kuo einer jpg- 
lictito krauckhoit, wie diMclbig«! entg<^cn stehen vnd zuliundi-n 
kommen . vnd zu tlcm nactiwi» [noch vi!?] mi>hr Artxney vnil 
bctwer daii Arobia ('aldea Poraia ürccia vermügen aIhd da» 
billicher wehr sie beschiektca Irr Artiney von tos DouLscbcn 
sin wir von Ihnen sind auch durmaMon 40 gnet das auch Itaita 
vnd Gallia davon »ich nicht euiuerer) mögen. Das aber nbun 
«u]clii3 Zeit nicht Inn (üglich kommen sein oder fiirgonohmen 
worden tinr Italia gcthan die ein Miilter der vnwiitscnhoit vnd 
vuerfarrenheil ist, linl die Deut^vhea dahin gebracht, das sie «utT 
ihr eigen gewechs nichts gohiiUuu haben . allein alles ans Italia 
zunehmen oder rber mebor, das ist der Scupu» abor der minder 

nutz beniU!^euolget 

Do Elleboro Albo. 
Von den blottcrn der Schwarlzen Nysoawurtx . . . 

Von der schwartxun Nyscnwurlx Erkläruug der 

Wurtüen wie siesol in einer iglichen Krancklieitgebenn 
werdenn: Zum fallenden, diose wartz so) Im abfallend MoDn<lt 
genomen werden, Im Zeichen der Wage, die dan mit dieser 
kranckheit vnd in planeto Voneris gedruckiiot am schatten von 
dem Borealii^hcn winde das i»t von Mittag [.mitteniachl" über- 
geschrieben]. Nun ist der Alton brauch .... Zum Podagram 
. . . Zum Schlage . . . Zur Wassersucht . . . von andorn 
kranckheitonn diosenn gemcllcn zugehörig xu den die^o 
Wurtz guett i«t . . . Additio Tlicophrasti äupcr Coaec- 

tionem ilcrbae et Radicis 

Hnser i'-EA. VII S. 01—108. Der Schlnss lautet" auf S. 40: 

. . zu extrudiren. dan nicht allein das Inn bemeiden Icranck- 
heilenn gut #oy wio gwichrieben ist, sondern der Magnes «eucbe 
den brauch ein vnd heilet alle rupluras vnd brucho jnn nidt 
vnd jung, er 7.euche die govlsuche aus, die wa^enucho wider 
turucke, vnd mit sampt den addilionibus so jm zugidiorendt, 
von welchen mc xujKhreibeit lu viel mehr, so ist doch der kinige 
[Einige?] (irocnw Inn demselbig an sich %a Hohoii, rnnd hinder 




II. Scbriften, Kulche sich in den Huser'achco Sa mmc laus gaben findeo. 135 

sich zu treiben vnd In loco digerirea vnd den Bruch in Dydimo 
coDsolidiron wie dan Idq der practica olTentlich verstandeon 
mag werden nicbt not alle diugk dou vnwisseoden lun das 
tnauell keuenn. 
Das Mscr. ist jedeuralla nicht vom Huser'schen Text abgeschrieben, son- 
dern beruht auf guter handschriftlicher Grundlage. Zu beachten ist, 
dass keiner der Drucke vor Huser den lateinischen Titel gibt, welchen 
unser Mscr. schon bietet. Dieser Titel wird nur von Marcus Ämbro- 
sius in der Vorrede zur Neisser Ausgabe „Ex libro de Nymphis" 1566 
geuanut (Theil I S. 121). Ebenso ändet sich das scheinbar Wider- 
siunige: „De Elleboro Älbo . Von den bletteru der Scbwartzen Nysen- 
wurtz" direct nach einander ebenso nur bei Huser S. 64, wo der That- 
bestand der Handschrift in einer Nota an den Leser besonders dargelegt 
ist; also auch hierin hat sich unser Schreiber offenbar skrupellos an 
seine Vorlage gehalten, welche, da Huser Theophrasti eigene Handachritt 
hier benutzte, wohl das Original gewesen sein könnte. — Es folgen acht 
Blätter, welche ein medicinisch Büchlein bringen, 1488 dem Herzog zu 
Oesterreich, Crain etc. gewidmet von anderer Hand. — Danach von der- 
selben Hand, welche den Herbarius Paracelsi geschrieben bat, auf 
10 Blättern: 

S. PhilippuB Theophrastug FaraoelsuR de Hohenheim. Kunat vnd 
natnr der Alchymia vnd was daianff zohaltten gy, durch sieben 
gegründte Regeln gegen den sieben gemeinen Metallen zugericbt, 
sampt einer Vorrede, mit etzlichen zugethaneu stücken vnd be- 
schlüssen abgefertiget. 

Vorrede zu allen Alchimisten vnd leseru dis büchleins etc. 
Ihr lieben und crfarnen mcyster dieser bunst in AlchJmia, vnd 
alle die ihr durch grosse Verheißung reich zu werden beginnt, 
oder begierig seit, weil [viel?] Silber vnd Golil zumachen, wie 
dan die Alchimia vielfältig lehrt, .... Die erste Regel ist 

auff des Mfrcurij art vnd von seiner eigenschafft 

die ^ Regel vom Gold seiner Artt vnd natur (Wesen- 
heit) . . . Dens et natura nihil faciunt frustra . . . Erzt 
vnd Bergwergk zusuchonu .... Recept der Alchymia 
. . . Das ist die Kunst .... Von der Hitz Mercurij . . , 
Was Alchimia vor ein thun sey . . . 
Es ist das CoeJum l'liilosophorum sive Über Vexationum, Huser 4''-Ed, 
VI S. 370 — 395. Huser konnte das Original man u.script nicht benutzen, 
wie er im ('atalogus berichtet. Sein Text weicht von unserer Hand- 
schrift vielfach ab, namciillich auch in der Anordnung in den ,/.ugo- 
tbanen stücken". Der Abschnitt „Erzt vnd Borgwergk zu suchcnn", 



19g n> Sdiriflen, «olch« rieh in den Qusar'itebou S4uinieUiticiilii<ii find«a, 

lliucr S. 391/92, ut auf S. 387 verstellt, wie sich da« auch in einem 
Wollenbiitlclor M»cr. (ü. oben No. 3^!) und in den Drucken vor llut>pr 
v«u 1067 und 1574 (Thuil I No. 90 und 1Ü3) findet. Der Text dicecr 
friih(>i-oti Drucke ntulu miTienu M»cr. übuiliimiU viel iiiilier als der IIusoi*- 
8chc. Itoachtenswerth i.il auch, dasü unitor hUcr. im Titnl weder von 
HCoelum philuBophorum", noch von ^[.ibcv Fixation um", noch „Vexa- 
lioDum* etwas auyt. vul. das Wolfcnbiittelcr Mscr. 

Alle Mitlhoilungen aua dieser Iland&cbrift verdanke ich dem ver- 
storbenen Prof. Dr. Abcrlo, k. k. llorrHlb in Wien, nur die Ilomcrkunj^n 
dazu »ind mciu l'<igoiilhuin (meine Ititio um Zusendung ilor llundiKihrift 
wurde idi^idilüglicU besciiiedßn). llofrath Aberle meinle, dni» der ){anzc 
liandst^hriftlicbe Inhalt dieses ])ur:hes vor 151'2 «'"schrieben sei, in wel- 
chem Jalir Incunabcl und llandachrift gebunden wurden. Da ich die 
llaudfiL-hrirt nicht selber prüfen konnte, wage ich kein Urlheil abzugeben. 
Judcnritllt l'üHt dil' Nit;iti'rsclirift iillor dr\!i Ilohenlii'im'schor Trat-tate circ-a 
in diu ^lillt^ des 10. Jaljrhtinili>rtit: allo beruliun ^ie auT liandMchririHuher 
Ueberlipferung. Von batoiiderer Wichtigkeit wäre m bei der letttcn 
Schritt, welche wegen Hohen heim'scher Urheberschaft nocli Zweifel er- 
weckt, wenn sie vor das Jahr 15+*.ä, also cradezu noch in Uobenheiin's Le- 
bouszcit gesetzt wyrduü dürft«, Jedenfalls vordianl dies Horxogenburger 
KUcr. einig« Bmchtung. 



43. Erlangen, Univ. Bibliothek. Mb. 1714. 456 IUI. 4" von 
verschiedener Hand im Id. Jahrhundert geschrieben. Der Mchon 
in dem 2. lieft« der ParaccUusforscbungen lS§d S. R(i und 87 
Anm. augcxogcno Codex cnthrdi bauptäacblich ßergwcrksberichte 
aus Schwatz, und Umgebung au» der i-rsten Elälfle des IG. Jahr- 
hunderts und metaltui-gisuhe Anweisungen, Hier iuterei^irt uns 
nur da* Folgende; 
ni. 4ur)b — -14Hb Extract Ausem Opvus des Buechs AitronomU 
Magna : Oder Di« gantze Philoaophia sagax der gros.sen vnd 
kleinen Wtilt, de» Von (iott Uocberlcichteii, crfahmeD, 
vnd bewerten teitscben Pliiloitophi vnd Medici Philipp! 
Thoopbrasti Rombasi, genannt I'aracelsi magni Darina 

er lehret es gantzen natürlichen Sigi^mundus feyer- 

abont Anno 1571 Mit. Rom RoyU. Mayst: gnad vnd freybeit 
auf 10 Jahr k 

Gctruckht xu Kranckhfort am Mayn, beim Marlin Lech- 
lor, in Verlegung Hieronymi feyerabcnds ic 1571 
Ut. 406 bogiiint „Duä Eiato Buch Philippi Thcophrasti ParaceUi 



II. S«hriri«n, «eiche «Ich In 'Icti niuar*«ch*u SammeloasEaban findcu. 137 

Philosopliiae SiikacU Ae» HiramÜHclicii firniaincnti. der Grosioo 

Tiid Kleiii(!ii Wi'It. 

Das enitc CapitI Zu dem orston ein VndBrricht 7.ü erkennen den 

Anfang ])io NotturfT orfordcit but, dumit desto 

Leichter mein nachualgende noechreibung diß wcrclth» voretan- 
dcn vod gomerckbt werde. 
Eine Alxtclinfl dor 3 ciHteii Ciipitol dur A^itrönoraia Magna nach dcr 
Prankfutt«r Ausgalif (Tlicil I No. 131 111. 1 — 'i.H). IUe Vorrcdon sind 
we>ggela8!veii , da» (icgel)ciiQ ist aber koin Auszug, sondern eine voll- 
ndig« Abschrift, um 1:V.K) ca. veranstallet. Ilusor 4"-Ed. X S. II 1)1=* 
Fül''.-&i. II S. 338— ;i58. 



44. N'Omberg. Gemian. Miiseurn, Codex Ko. 9829. Titel + 
CI. reih nuni. Uli. fi". von einer Hand an.-* der zweiten llnifte 
des ](>. Jatirhundert.1 fzc*<clj rieben. Die Jahrzahl 1^70 auf dem 
Titel ist Wühl die der Niederschrift. Schwant und rotli ge«(:hri<^ 
bcn: die Fipuren roth Rozoichnet in schwarzer Umraudnug. 

Dor Titel lautet: ArchidoxiH Mugiae Siben Biiecher. Dos 
wciitl. boreiuptL-n. 1). l'hilippi, TbcophrUNtJ I'uracelsi 
Ab Hoclicuheiin In schweJtz. 1.&.70. [darunter B. und U., 
twi«cli«n beiden Rucbstaben ein Kreuz an des«cu Stamm in der 
Mitte I) unten V und Aj 
Die Riick^teit« ist leer. Auf dem folgenden Blatte: 

Vorred In Daü I Buoch der Archidoxi^ Magiao. 
E« württ nit one sein *o dise vn.tere schrylTten au lag kommeo 
wcnlen, dajt sich treffenlich vil leött ab vds verwundern wer- 
de», (ii«er wuuderbarlichur kröfftcn halber. Die io den Mfitallen 
( . so mit der Hortli veruinigt seiiid.) stecken, . . . 

DI. xjj' FBr die P'allendtMUcbt So Im Haupt ligt. 

DI. xvij* Züo erhalttung ileti go^iclit.« ain figur. 

DI. xii' Ain Singna zum Hirnscbwinden, vnd sonst zuo 
Manichorlay Kranckbayteii des Haupts. 

Bl. xxi' Contra Paralisym uin Singna. 

BI. XX iiij Aller wollt gun»t vnd Inüundorhayt grus^ei' I'o- 
teotaloii. Durch beytraguug diner Caracter SoIim xiio* 
bekommen. 

[DicMF Aluchnilt fehlt bei Huner, der aber mit den beiden Linien eine 
Litcku anzudeuten Kcbuini, Hndet sich aber auch tn zwei andern Hand* 
Khriften, wie wir gleich sehen werden.] 

DL xxvi' Für doD Lendonütoin vnd grüeQ ain pfiniag. 



138 "• !^<'hriftoii, n*kh« alcb In rlw Huaer^Bcheo S«mmelau»g»beii finden. 



BI. xxis* Zoo den gi;burtii glidora. 
BI. xxxiii Von atnoin RoU, dun 08 LaiiDg leben mag. 
BI. XXX v Ain Syniputhiu Sulb xuüiuuclica. 
(Unser „Kin Wqiidt Sali."). 

ßl. xxxvi* Ain nnder Waffenitalb. 



Ol. 



x):xTij' Ain Sympiithia Ol wider das Podagra». 
BI. xxxvij' Aiu Siagna wider das Podagraa (lluser S. 8i 

Zuile 7 ff.), 
ni. sLi' Alle Baln brach xuo haylcu CIluBer S. 91). 
ni. .\l.i' Ain Sympathie Salb wider (las l'odagra. 
BI, xLij' Wider die Leino vnd Coiitractur. 
BI. xLiij' Für die Coiitraftur Aiu Singna. 
ßl. \[jv* /,iio dem ItluetriuO der Frawen Menstrur» go- 
natiot. 
(Die beiden .Sigille .lind in der Itcilienfolge vortauaelit.) 
BI. sLviii' Ad Leprain. 
Bt. L' Zuo dor Suhwindt^ucht. 
BI. Vü' Wider den Krampff Ain Sirigua. 
BI. Liiii' Zum Ilortz Zlittern Ain Singnii. 
IJI. Lvü' l'raeparatio Olej Coraloruin. 
ßl. l.viii' Finis l.ibri I Archidoxin Magiae. 
BI. Lviii* — Lxxx' Liber II Archidöxi.* Magiao. De )2 Si- 

gilli« et secreti» Illurum. 
BI. Lxxxi' — Lxxxvi' Liber III Arichdoxiti Magiae von der 

Natur vermögen. 
BI. Lxxxvii'— xCi* I.iber IHI AriUidoxis Magiae De Ta- 
bulln Trau-ttiiutatioDia Metallorum et Tonipore eorum. 
(6 Seiten Tafeln.) 
BI. xCii'~Cxi' Liber V Arehidoxis Magiae De Speculo [!] 

ConstellatiODO. 
BI. Cxii' — Cxxix' LiluT VI Arcliidexit Magiae De Compoai- 

tione Mctalloi'uin. 
BI. Cxxx'~CL' Liber VII Arcbidoxiae Magiae Do Sigülis 

Planetarum, 
B!. CL" Kinis Libor VII A rchidoxiae Msgine De Sigillis Planetarum. 
Da.1 Mscr. ist werlh^oll, weil es vor alU^D Drucken nauh hand-schrift- 
lieber Vorlage geschrieben ist und älter und vollständiger ist als alle 
mir bekannt gewordenen Uiindscbrifto». Der Text weicht im Einzelnen 
von dem Diuer'i* und dem damit tibereinsiimtnonden der rrdhcren deut- 
Kohen Aoi^ben von l.'i71 (Buch I-IV) und 1^72 (Buch V— VII; vgl. 
Tbeil I No. IM, 141 und 142) liiulig ab, desgleichen von den aiidcrn 



n. Scbrifteo, velche sieb in den Uuser'schen Sammelausgaben finden. 139 

DrucleD und Handschriften. Beachtenswerth erscheint, daas die grosse 
Lücke, welche der einzige deutsche Druck des 5. Buches vor Husor auf 
S. 117 unten aeigt, in unserm Nürnberger Mscr. zum grössten Theile 
schon gleichlautend mit Uuser's Text ergänzt ist. Was die Abbildungen 
der Sigille betrifft, so Ut zunächst zu betonen, dass der Schreiber offen- 
bar weder Griechisch noch Hebräisch verstand, also die Buchstaben ge- 
dankenlos abmalt. Diese Figuren stimmen meist mit der ersten Üorn'- 
schen Form, welche auch Huser io seinen Text aufnehmen liess. Auf 
dem Revers des Sigills zum Himschwinden (Huser S. 75) ist das ito/ü; 
ganz we^elassen, obgleich ein Raum dafür frei ist; das für den Lenden- 
stein (Huser S. 78) woicht in der Inschrift des Avers beträchtlich ab, 
ohne dafür mit Dorn's zweiter Form zu stimmen. Die beiden Charac- 
tere auf Huser's S. 79 gibt unser Mscr. etwa in der Mitte stehend zwi- 
schen Huser und Dorn's späterer Gestalt. Die Sigille im 2. Buche sind 
den Iluser'achen ähnlicher als der zweiten Form Dorn's. Das Scorpion- 
bild (Huser S. 99) gibt unser Macr. in zweierlei Form, die erste gleich 
Huser im Text, die andere in vielem der zweiten Gestalt Dorn's nahe 
stehend, aber doch noch etwas abweichend. Die Zahlen in den Sigillcn 
des 7. Buches stimmen weder mit Huser noch mit dem 1. Drucke (Th. I 
No. 142) völlig überein. 

Das hier und in dem Münchener und Wolfenbütteler Mscr. (No. 47 
und 46) eingeschobene Sigill „Aller Welt Gunst" zeigt in den Hand- 
schriften wohl viel Äehnlichkeit, weicht aber doch in vielem ab, wie 
denn auch die Texte vielerlei Abweichendes bieten. 



45. Osseg, Ciaterzienaer Stift, Mscr. 43. Fol". 191 von mehre- 
ren Händen um 1571 geschriebene Blätter. Auf dem 1. Blatte 
von viel spüterer Hand der Eigenthnmsvermerk „Pro Monasterio 
B. V. M. In Osseck . J. Benedictus Abbas. Anno 1697". 
Bl. 1' — 3* Faracelsica libij duo. Des hochberümbten Theo- 
phrastj ßambast, darinnen er tractiert de lapide pbiloaopho- 
nun, vnd seinem gevattern Augustin Sattler, Barbtcrer 
zu Judendurg Inn der Steyrmarck zu lieb geschrieben 
hatt. 

Mein gemüett stehet dermassen zu dir lieber govatter ÄugnaliQ 
dz ich dich nitt lihan vnbegabt lassen Inn Rechtem guettcm 
vertrawon: Du bist aber wie ich vernimm gar liederlich, vnd 
gibst den sachen khoin Hechten außtrag: willt deinem Hermes 
nachvolgen, so wundert mich nitt dein verderben; dann gedenkh 
dz Hermes deinem ver.itandt vill tm hoch ist ... . 



140 n. Schridod, ««Icho sivb in 'Im l[uwr'«Gh«n SiuDm«l«iMgibeit Itsilon. 



Geben eu Kritinburg Fq Knrodon . Aano . 1540 



Das M.t 



ßniii librj «ccundi iwirHcoI^^ica. 
K'eicht von i 



der Mol« 



dem entlcii Drucke BodoRst«in's 
morphosis von IÜT4 S. Sti^— 272 (Tbeil I No. 157) nicht erheblich 
vonn auch vielfach kleine Varianten vorkommen, geschrieben bt e« 
itidicr vor !574. Ea Tehlt unaerm Mscr. die „rracparatio olej ADtimooij 
ad idtMn." Dor Schreiber war im Latein jodeDralls wenig beschlagen 
Das Wiohtig!<to wäre die Jahntahl 1540, die ja in llohenheim*« [<el>oiH 
xeit passt, wnhrcnd Bodcn^toin und Dauer (Chir. B. u. !?chr. Folio 
Ed. App. S. 760 — 81) beide die für Ilobeaheim gani unmögliche Jahr' 
ulil 156] haben. Doch wird das Werkchen noch nicht xa einem echten 
gestempelt durch die Jahraahl imserwr Handschrift — Bl. 4 unbeschrie- 
ben. Auf ni. 5 von dor i'lcicli*.-n Hand fluchtig geschrieben: 

Ex lib: 711 de na. rerum. De transmntationibus rerum 

naturalium . in fiuc. 

DeUgleicheu mügen auch Perien gemacht werden guetten 

Corallen Imm schein ganti gleich, aber auch nitl Inn der tu- 

gendt. [naser Bd. VI. S. 312 Abs. I und 2.] 

Der flachs lu ainer Scydeo gesotten .... weben wie bftumwoll. 
[Ebenda S. 313 Zeile 6—10.] 

BL 6a — 1Gb von demsvlbea Schreiber geschrieben sind schon in 
der Einleitung S. 29 — 39 abgedruckt und l>C9proclien : sie cuthalten 
Titclvetzeichni^e. 

Bl. I7a IJber tertiiia de Archidoxis Ua^ds Ton derHatnr vermögeB. 

So du nun ain Coniunction Martis vnd Saturoi amm htmel 

«iheal 

Die Abweichungen von IloMr sind gering. Die bei Uuser and dem 
I. Drucke von 1571 fehlende Inhaltsangabe .von der Nattir ver- 
mdgen" findet sich auch in dem eben besprochenen M»cr. desGenoan. 
Moäoama (No. 44). Dom sagt „Do nonnutüs Naturae commanioriboj 
secretu*: <taK WdlfenbAtleler Mvcr, «elcheei wir gleich bc«precheo werdea 
(No. 46). sagt .Von der Xattur der Metallen" (äbnlii-h das Ui&cbeoer 
No. 47), was nicht passt und Welleichl einem Lesefehler setoeo Ur- 
sprung verdankt. 

Bl. 18b Über Quaitat Arckidoxii Mag. De iraanaBtadonibBs ne 

[Der Schreiber aweifelte wohl, ob seine Vorlage traosmuiatioae 

oder tiansmutattoDiba:< sagen wollte] metallorruB «t tempor« 

eorvm 

[Im vorau»gehenilen Tilelveraeichai« (siehe Etnleitang S. 33r.) ist die 
Eintheilung der 7 Btlcher i;euau gefebeo und dud das fi»%eode Durcb- 
öuander! Di» Miicr. d«r .^rchidexit Hagicm hat MM ^ikfaiettiga odar 



n. Sehrincii. wcl<h( «leb in den Siuer's«h«ii Samm«1itu»gnbea flndcn. 141 



wenig rnibore Hand Ruschrioben «od iler Schreiber dos TitclvoKcicli- 
nbtiee nahm es einTaub in sein» llundschrift uuT und hat golefjoiitliuh 
plvras QU den Rand corrjgirt und Mpiitor nüllwt woit«r gosclirieben bezw. 
ScIbisIgiMckncbuul'jt i>iiig<;fiJgl.J 

Bl. 20a Volgcn Etliche Traotat in philoeophia das .1. von vod«r- 
schaiii der Zcitt Di^t .2. von geberung vnd crhnlluug 
der 4. Elemontliitchon Corpora: Das .3. vomriiiisuh vnd 
der Mnmia . Da» .4. von dem vodcrscUaid der Corpora 
vnd spiritUK, Das .5. vom sctilnffcn vnd wachen der 
leibor vnd gaiüter . Uurch .D. Theophraatum von 
Ilocbenheinj. 

Von dem vodentcliaidt der 7.oHt vnd wie sich nach oolltuhem 
alle krefllen vnd vnkroirton verwaiidlen. 

Vom vu(lcr»chaid der Zuitt vud Vcrendorung der krofftcn zm 
philo!<uphirrii, ist crsllicli xiie wissen, diw die Zi'iU irti Jur 
vugioicii int. vnd nach dur /eltt fiuli alle kretUen vcTwandluii, 
all vnd xue nemen, wie der Mon vnd vmbgchQn wie Im Kad .... 
~^f-\. Coil. Vicnnensis 11259 Bl. 83 b, unsere No. 70.] 

ni. '21b Von gL'berung vnd Griiitiluug diu' vim* Elinniontiitujien L'erpora. 

Bl. 23b Von dem HciHch vnd Mumia. 

Bl. 2St, Von dem Vndcn<chaid der Corpora vnd Spiritu». 

BL 29li Von dorn schlalTuu vnd wnebun der Leiber vnd i-aiHter 

. , . [Bl. 35aJ . . oder von üiuiuein todt vtid stürben nichts 
wiisLe. Finia. 
Da» Miior. i?t älter als der einzige vor Unser erschienono Druclt von 
lf>72 (Theil I No. 142). aUo immerhin beachtonHVrerth. debrigen.'« »ind 
die Abweichungen von llu^ter C4''-Gd. IX S. 394— 413; Fol'.-I'^j. II 
S. 309—319) nur gering. 

Bl. 30ft— 43b von der entten Hand gtwidi neben: 
Ziiber primat de Spiritn rit^" 
Der Spiriiu> vitf i.-<i ai» gai.-<t der <lit ligt lun allen glidern ilea 

gttiiUen naliirlicbeji leibs 

Der Text weicht von dem Uuxer'nchen (4''-Ed. HI S. 1—12; Fol'.-Ed. 
I S. 317— 321) im Elniolnon vielfach erbeblich ab. Es int die» M^cr. 
wohl gleicbfallH älter als die entcn Drucke von lf>72 (Theil I No. 13ij 
uod 141). In der Einlheilung stimmt unsere Handschrift völlig mit 
Budensteio; es sind auoh hit^r drtiii ßüchi<r und da» 3. Buch „de con- 
rortaiion« membrorum" hat hier gleichfalls 11 (.'«pitel (VgL Theil I 
6. 238. 238/39 usd 3a>/81), während die beiden spateren Leidener 
Matiui>iTipt« No. 21 und 29 die Eintlieilung in 2 Itüchcr gleich Ilnsor- 
ToxilRi bieten. Der von Toxitc» ul» die untprüugltche uigenlandenea 



142 l(- Sfbritlen, «»lebe »kfe ts dcii Iltuar'srbea S«iDiii«UinKib«ti Gadeii. 



Anonluung DodonKteiii'« bietet unwre Haodscbrifl also eine willkotomcne 
BetUtigung. Aucli der Toxi »lelit dom Boileostein'schen eDlschicdeu 
»über, wenn er nucli nicht völlig dntnil öliercinflimmt und violfai'li 
weniger gute l<CHarlcD biotut. AuT Bl. 43b folgt dann noch etwa:«, wa.s 
Dodenatein nicht bat: 

Liber Quartus . Das Erst Capitt). 

Die Elementiitclie Art so Inn viu ist, auit^rhalb der Glider, 

weeen, vnd wz gomelt ist, habeii Ire Interpretationes also 

Das ander CapitÜ . Wie oud aUo die .4. Elemeat .... 
. . die andern Glider Elomentum aquv ic . Fini», 
Waa alle«) nur wenig von Iluitor a. a. 0. S. 14 abweiclit, der die« freilieh 
ab AnTanji oin<» Liber quiutus betrachtet, während der eben schoo 
genannt« Leidener ('oAex (No. 21), gtcichfnil» Liber Quurtti» ^chrwibt, 
mit welchem unserer llaiidHchrift abweichende t^etiurten aber meUl nicht 
HtiinroeD. 

Die zweite lland fährt nun in der Archidoxia Magica fort: 
Hl. 44a — 4du Liber .V. de Archidoxis Magicis [n. Tb. ab- 
geacboitten] 
De Speculi ConiilellBtiono . Diß kiinigelidi Instrunient sae 

bereiten. i»t es anfencklich diMe mainung 

Mit einigen Itandcorrcctureu unscbuiDcnd dur ersten Hand; der Text 
weicht voD Ilu^cr (Bd. X Appendix 8. IIa — 123) wenig ab, ist aber 
stellcuwcise etwas gekßntt: ilio Kümungeu stimmen iiielxt mit dem 
1. Druck (Theil I No. 14ä), namentlich auch die grosse Kürxung am 
Ende der Seile IT üiuer's. — Es folgt von der zweiten Hand (aber 
die Ueberschrifl von der ersten Hand): 

Bl. 4db — G5b Liber de Imaginibiu Theophras^. 

Das Eret Cappittel . Zue beschreiben die kralTt vnd TugeudI, 
Tnd wuudcrbarltche wirkhung der bilder, ist Erstlich von netten 
auch für zuhalllen woher Sij Iren vryprung genomen .... 
Weicht «hr wnii« von Unser (■»"-Kd. IX S. 36<J-3<e; FoP.-Ed. II 
S. 300—309) ab und »timrot in den Abweichungen dcf äftem mit dem 
einzigen Sonderdruck Theil I No. 142- Es Ut überhaupt beachtenswerth, 
dum unser Macr., unter B(.TÜck»ichtigung de* gleich noch zu besprechenden 
VL und VII. fiuchc!« der Arcbidoxis llu^c», allen cuthält, was Peroa 
in der ebengeDauotcn 2, Auä^abe der deut-tchen Archidoxcu von 1572 
im Anhang gibt und was alloa ausser dem Ij. Buch De Compositione 
Metalloruni snnst niemals vor der Iluser'scben Sammelausgabe gedruckt 
ist, — E» folgt geschrieben von der zweiten llaud und abennaU der 
Titel von der ersten Hand hiniugeaetzt: 



ir. Sefcriflan, wtkhe *i«b in den llu««r'icheii SamiiiebuftKaben find«!). 143 



Bl. fi6a — fOb Liber VI de Aruliidoxis Magicis . D« Compo- 
«itiono Metalorum. 

Ks Ut nit Mindor liz ilto CompOsitJoiica der Motitlii groß ding 
wircklicii in den Ibcriintürlioben diagOD, ä&x in vittl vtid Maiii- 

cherlory weg zu bowciiton ist, 

Wenig von Huser 4"-Rd. X Appendix S. 124 — 130 abweiirhond und dann 
ütlen mit Tbeil 1 No. 142 überoin&timmead. — ßl. 71 und 72 uube- 
sdiriebeo. Sodann folgt geschrieben von der 2. Hand und von der ersten 
mit der Ceberschrlft vcrsohun: 

RI. 73a — 78 Liber Vli Ärchidoxts Mai;i(! De Sigilüs planu- 
tarum. 

NuD Ut nitt minder die Sigil der plitnctten liaben Aucb grosso 
kritllX vnd tug«<ndl, »o die nach himllsclietii laulT, viid xtic 

rechter 8tundt vnd zeitt gemacht vnd bereit werden 

Von Unser 8. 131 — 1i)S nur geringe Textabweicliungen zeigend; die 
Zahlen derSigille stimmeo, soviel ich vergleichen konnte, mit denen in 
der Da«eler Ausgabe von 1572 (Thell 1 No. 142) iiberein. 

Bl. 79 uubcscbriobon; Bl. 80b — 14l>a ist sudunn von einer dritten 
Dand «ino Abbaiidliing über <lie Orudo der Tbicrkroisliguron ohuo 
Adtomennung gcscbricben; Hl. 14öb — 14rib unboHcti neben; auT DI. 147a 
bis 154a hat darauf der erate Schreiber allerlei alchmnistisehe Recopt« 
hricben, wobei er sich cwcimal auf HerlKKg Pliilippscn von 
yrn, risclioflii zu Freysingen beruft (der eins „.teini'ni Veltera Pfiiltz- 
graffen Ottbainrich mitt aigner band für bewärt üuegesch rieben") 
nnd einmal auf D. Joan : l'ontaaus (vgl. Tbeil I S. :{3U) und I'nul 
ll«sa; Dl. l54b uubt^chriubcn : Bl. 165a von uiner vierton Hand ein 
„Cementum*. Bl. t5&b unbc«cbricben. Eit folgt darauf wieder von 
der er«t«u Hand gottcliriobou : 

DI. )5Ca — lö^a Extraetum Mtrcurii oorporit ex omnibui metalUi 
Tb. Paraeelq. 

AuUxiehen de« mfrrurii aus den Metallen, tat nicbt/i ander« dann 
derselben Kasoluierung, oder In Ir or»te MatorJ tubringen, dt 
ist, Ino ainoD lebendigen mircurium wie er Inu der Krden vor 
der molallcD erscbalTuug gewesen. N.lmblich' uin feuchter 
Mbleimiger dunst, dor Inu sieb bellt vnaicblbur rnnvurium et 
nilphur der Natur, n-cicll« ain aufang sein alter Metallen . 
Duer .... mercuriuji «irdt aulT diO wei.« gemacht, vnd soll mit 
fioia «rkiiant worden. 

Rp. iiij V mercurii .7. mit vitriolum, Salpeler vnd Alaun HoblU 
Riirt, [Salmiak] der gar .icböu weiß, vnd .3. mal mit »atts 
Hiblimirt my, B ij Kellnerj [?] vndor Muandor vnd sublimiert, 



144 II. Schiifi«!!,' 



In d«ii BuMfichrn S*niin«1aa>zAbeD findsn. 



vud #0 e» kit&lt worden ist, so kliör mitt niner Teder, odor mitt 
ainUDi haseoruss herali v/x subliniirt Ut, dx vbrig snbliiniro 
wiod«r wie vor, aolutitvi tliuc .4. mal, oder so Iniitt Ifiit »di nitt 

nii'lir Auir sublimicrt SutpliHr mctnllorum 

OrocUM aaü den Metallen welcher ilnruh di« gndu« 

des Feuers xum A mnll Kubliiniert Iiin nuicn liquorcm oder 
q. e. &urj uarballti); Iruusmutierl wirdt, wer dcuD vill grwse 
Amg thut. 

(Darauf Tolgl iiuch eine „tt'pia moraunnYK'' atif 7 Zci]<?n, welch« nicht 
au dem Voih ergehen den xu gcliuroit scheint). Im Text« ßndou sich 
mclirrudi kleine Lücken mit .... bor-cichuct, wo der Schreiber «eine 
Vorlage wohl iiiclit lesen konnte. Wir haben e.« hier mit einem Para- 
colsiiichcn Schrifbitücke tu thun, welches IntKl von llusor zum ersten 
Male gedruckt wurde (Bd. VI S. 487 — 440) und zwar lateinisch ^ex 
maiiuscriplis ultorum" mit dem au$dräcklichen Hinweis „zuTor nit ge- 
tiruckt". her Text stimmt im Allgemeine» mit Huwr. nur fehlt der 
2. AbsaU ituf S. IHV „Keduutio — mcrcarialijt" und der 3. Absatz dm Ab- 
xchnillos „Sulphur metallorum' von ,Eitractio — crndl*". Für den IcUtrn 
Satx ■!«;« emteo Abscbniltcs (liabebin — rcuelandus) scbreibt das &L>cr. 
^Ucfcurius vite (?] auri plurimum efißcax in morbis deeperati», et e»t 
plane tniraculosum et (^'lottin". Ein Wolfenbüttvler Extravagsncodex 
(aiebo nntcn No. T6) hat den cnten Abschnitt glcichfalb deutsch über- 
liefert, «eicht aber von dem unttorn vielfach ah und steht dem Latein 
HoMr'a näher aU tinwr deubchcr Text, stammt auch aus viel apÄtcrer 
Zeit. ¥a iitt recht wohl möglich, sogar hi>chi4 «ahntcheiDÜcb, das» 
aoaere Haiid^'hrift den ursprünglichen deutM;heu Teil bewahrt hat, 
während Unser nur eine lat«iiii.<rhe ßoarbeitans benutzen konnte. Die 
tjJillieil freilich i»l damit noch nicht cn(Mhied«o. 

Den Rc«t der Ifand^hrifl nehmen K«ceptv verM:hi«Iener Hand ein, 
thetlwoise auf verschiedene« i'apier geKhrietren und mit Zu«ätzen der 
ff«t«n Hand hie und da versehen. Rezepte mediciniscfaer Art, aber auch 
koMDeli-^che. Back- und Einm«dtervc«pic n. ». «. 

46. WolfenbOtWl, lionogl. BiblioUick. 115 M^t, Blaakenbur- 
gense. 29 + 4{) Bll. Folio. Alles von einer Hand 1090— IGOO 
gtc^hriebea. Der «nie Tb«il der HtlM-far. scfatint anvolbtäiMtig 
XU i<eia; er enthält roleendps ParaoeUi«che : 
Ttieophraiti Panc«Ui LilMt Da 8S(iit Zodiad. El Xrttarus 
Ems. 

Eb wirdt Dkhl Ahn mn. So dw naetr Sehriirteo in t^ : 
wwdoB. 4* «ck traffbcli viel . . . 



* 



II. Schriften, «eiche ticb in dea Huser'scheD Sammelausgaben finden. 145 

Der Titel stimmt mit der ersten deutschen Ausgabe (Tfi^'' ^ ^o- 1^^) 
nad Dicht mit Huscr, von dem es jedonTalLs niclit abgeschrieben ist, 
auch wenn ea nach 1591 zu setzen wäre. Text und Abbildungen stim- 
men zwar ziemlich gut mit Huser übereia, welcher nach der Ausgabe 
von 1571 druckt. Auf Bl. 8b —9b des Mscr. ßodet sich aber ebenso wie 
in dem schon oben (No. 44) besprochenen Nürnberger Codex eingeschoben: 
„Aller weldt Ouust Insonders grossen Potentaten, durch tragung aines 
Characters zubekhomen" und „Virtutes Characteris solis". Es beginnt 
folgendermaNsen : 

An dem ' vierzehenten Tag Julij, daruor oder darnach wan die 
Sonn Id dz Zaichen S [n^tn Lewen" Ms. Norib.] gehet, In 
der Stundeil vnd Punkten des eingangs, So Schmelz gut, war 
Pur vnnd fein Gold in einem Neuen Tigel, vnnd In derselben 
Stunde Geuß es aus, vnnd also diinne, wie ea sein soll In ain 
Forma die vorbin darzu beraittet ist, darin die Zaichen vnnd 
Character stanndcn, dnrrnit so du dz Metall des Goldes darein 
schüttest, das es dz glcichuus solcher Charater vnnd Zaichen an 
sich nemen werde. Also khanst am allereheist daruon khomen, 
das Zeichen magstu machen, als du wilt es hat khaiu besonders 
gewicht, die Character wort vnnd Zaichen, sollen hiudersich 
gegraben sein, damit so es auf den Pfenning Stande es Recht 

vnnd vor sich stände Virtutes Characteris soüs. 

Disor Character macht angeneraen bey fursten vnd Potentaten, 
wunderbarlicher weii3, man soll In am Plossen Halß, an ainer 
Seiden Schnur tragen, Allso damit er vngeuertich dz Ilertz- 
grüeblin erraiche, an dem menschen der In tr^en will. So Er 
ainmal angehengkht wirde zu Rechter Zeit,' hat er die cralTt des 
Menscbenlebenlang. 
Vor „Waffensalb" Iluser 4°-Ed. Bd. X App. S. 81 hat das Mscr. Kwoi 
Abschnitte eingeschoben: 

Ain andere Wundtsalben. Die Wunden so geschlagen oder 
gestochen, vnnd derma.ssen also dz khain Norue Spanader, Hirn, 
Hertz, Leber, oder dergleichen ilaubtgtioder beriirt odei' verletzt 
werden, Sol man allain ain Weidenholz, von dem Blut, so aus 
der Wanden gehet netzen, vtid da'iselbig truckhcn lassen, vnd 
dz Iloitz In die volgento Salben steckhen, Es hallt olin allen 
Wehtagen vnd Schmerzen der verwundt soll alle Morgen mit 
seinem aigonen Harn, die Wunden waschen, vnnd wider ver- 
binden, es hailt ohne allen schaden, 

Rp. Mis von todtcn khöplTen . 4 T.oth Mumiae, Ain Loth Men- 
HchoDschmaltz, vier Loth, Bluet von aincm Menschen, ain Loth, 

Kritik d. Ecblbiil J. rumtUiicliau Nctuilltu. II. lU 



n. Scbiiftnn, «clcha neb in den UD*»T'i«h«n AktnaieUussabcn finilon. 



Lninül »in hulb Loth, Roaenlll swey Loth, Bolj srtDeoj tvey 

ImÜi aus diücm mach ain Salben, 

Pftinlirucb. Alle zerbrochene Pain z«rknirscht, xumergolt . . . . 

[tin^uführ t;Ioich iluser a. a. 0. S. 91 so Ende (loa Haoheai. wo 

m UDser Mitcr. tum zweitenmal gilil-J 
Im iidrigen stimmt der Text ziemlich genau mit I[ii!«er, wi« gongt. 
Zweimul gibt unttcre IUnd)id)rin unter „alij" «ine andere Lesart am 
Rand«. 

BI. 21 beginnt: Liber aecnndua Theopliraati de dnodeeim 

signi» Ol itecretis illorum. 
Slimml sicmlich gut mit llusor S. 9*2 — 102. Aiuisor andern IiCSftrtcii 
jünd am Rande moi^it die Uorn'äclicn Abweicliungcn in den Sizilien 
aotirt. 

DI. 2Sa — ä9b Das dritte Buch von der Nattur der Metallen 

Theopliraati Paracelsi. 
Reicht bis zum leUlen Absatz der Seite 104 llusor's, welcher mit allem 
Weiteren folilt. Walirathetnlich ging dor Rott der Ilunüschrirt verloren. 
Audi hier gibt unsere Hundscliriri mulirfach andere Lesarten unter salij" 
am Itande. 

Direct stamml unser Miicr. nicht vom ersten Drucke von lö71 ab, 
hat aber selbst (oder seine Vorlage) auch die Dorn'sohe Bearbeitung 
benuut (Theil I No. IS.'i und 201). Wäre das Buch nicht al- unet^ht 
zu betrachtL-u, so mtisutc man unserer sauber geschriebenen Handschrift 
griiM«ore llcdcutung wohl Kuerkcnnon. 

(v« folgt mit neuer Folüruiig von d(>ntelben Hnnd ebne Nennung des 
Autont: 

Von den vier Materien der vier Oeinter von den vier 

EKli'io '^'^^i' l'legi" des Himets, als der Nidßrgaiig, Mittag, Mittof 

nacht vnnd Aulganng. 
Mwiralls nicht von Paracelsua. 



I 



47, Mdtichen, Hof- und Staatsbibl., Cod. Germ. A. 14, III. 
(Moll, in [355J). 51 Bll.-l". Au» dem 17. Jahrhundert. 
Arehidoxii das 11. vnd 12, Bnech von den Zaichen Carnctcrn, SigÜ- 
lien . Büdeia . vnd Ihren gehaimbausen . TheophraDty, Paracelty. 
Vorred. Eh wird nit ohn sein, so dise vnsere SchrilTteii un tag 
khomen werden, das »ich vill Anxebnliche Lcilh. ab vns ver- 
wundern wenlen . di^er wunderbarlichon Crelftcn halben, ko in 
den Metallen so mit der Zeit vorainhurth werden sti^akht. Dan 
«8 werdeiiti Ktliohe (ür. superstieionischfi oder Abergläubische 
Zauberiiwbe, vml vnder die Vnalirlich ditig Keoliiien vnd sellon. 



II. SthriftMi, wnleh« deh jn don HQKsr'schen Sammelaiis^Bbea finden. 147 



* 






Darneben für ein Oreyel vnnd «bgSttisoh inittol ikc]it«i] . als ob 
mir die Coniurntionea tinbolicn.'«. Da.« Hein die Teiiriiclicii tie> 
»bwcruDKen . darzii gebrauelitan vnd haben miißen. Dan ww 
dcD fit nagen, wie tnodit es mii^licb sein, das d'we Mclall mit 
äea CaractoruD . Buchstaben vnd ZuubL-roy. odor 'IVitlele hilf, 

gemacht, oAdt bereith wurtlün, dcnae-lbt-u geben wir xue 

Rujier J'-Kii. Appendix S. 67—71 bildet hier die Vunode. Es folgen 
,Von dem haubf, ^.Kallend Sucht dio in dum liaulil. ligt*, „Zu Erhalten 
des Gesichts. Ain Figur .so olTt Probirt, viin<l gerecht befundon worden", 
.Zum Ilims<:hwinden , . , . ser gut vnd nimlich", „Für das Parnli^iv, ain 
zicrlichf;^ Arcanuin" (l)te Sigille xeigen vielfach AbweiclimiKen von 
Huscr, di« auch oft v^n Dorn'a zweiter fiestalt noch nbwcicben, ob- 
gleich sio mit dieser doch mi'br üboreinHtimmcn) _AIIor Well Gunift, 
griMter fl«rm vnd Potentaten durch Waguiig [Tragung] eines Caravlera 
zabekhomen" (wie in Nürnberg und Wolfenbüttel. No. 44 und 46; der 
Aven der Mönie stehl der Wolfenbülteler Zeichnung näher, der Hevera 
l«!gt ein aufgeklebtes gedrucktes ßild eines Hpringeuden Löwen, oia 
Sonnenbikl swischea den Vorderploton) „Für den Londensteiu vnd Grieß 
Ain Pfet)ing* u. s. w. 

Du Ander Buech Archidoxi TheophraitL 
Auch liier »tinimen die Uilder mehr mit Doru's zweiter Auflage, zeigen 
aber nadi beiden Seiten noch manche Abweichung. 

Dat diite Baech der Archidoxs, von Naturen der Metallen Theo- 
phxatti Paraeelii. 

Ain wundcrbarlicho mauB zu mache» 

Auch hier «ind die Bilder mclir Dorn'K Mpäterer Fortii ähnlich. Alle» 
I.atetntHhe i«t hier wie vorher, auch in dttn l.'eberHchrifteu, deul^ub ge- 
lben. 

Da« Vierte Boeoh von der Verwandlang der Metallen, vnd Buren 
ZeiteA. 
Dh> Tabellen sind ausführlicher g^eben aU bei Unser auf vier Quart- 
»eiten. Das „Hxemplum*^ fehlt hier, dafür sind aber zwei Seiten oin- 
geffigt »Von \^unden vond Wund Salben" und „Zu don Bainbrichen 
rm) was darzue diemitlichuu int". Der erste dieser beiden Abschnitto 
fehlt im lluaer. steht aber im Wolfenbittteter Maor. (No. 46) im eratcn 
Boche (lliMor S. HI), wo auch .Painbruch" sofort folgt, weluben Ab- 
Klinitt IluMT am Kude de» erftivi Itucho« auf Seile Hl gibt. Dawt 
kchon früh die Einreihiing din^tw Ab^rhnitta« untiiclter war, geht daraus 
hervor, datw ihn auch da.« Nürnberger Mscr. (No. 44) an die frühere 
Kulla (Im Wolfenbälleler Macr. gesellt hat unti Dorn (Theit I No. 125) 

10" 




14ß tl. SehriftMi, «ftlcU *icb In 



Hrclwii S*ma«l«ag«b«fi Bnd««. 



äo mit d«) fqlgeDden Worten einfölirl «AppendJculk quftodam 
«diect« An ropUira omium'*. 

Liber VI. Archidoxiae Magic« De Compo«icion» HetaUomm 
Tlu'ophra«!)' I'anir^^hi« ab Hobcnliaiinb. 
Stimmt im Gtano mit lluwr S. 124—130. 

Der Spiegel TheophrMtj b>«1i Inhalt dei Himeli Laaff inzu- 
richteo vnd zumachen, klarimie» alle Natirüchr vdU 
verftangene ding tnersehen. md su erfahren sein. 

Doch bt es ain .Uhr b«)«er «)a d*s Ander, sonderlichen 

so dtr Uorr d<>r iteburt. auch aio Itegierer des Jahres, oder der 
Derr aioes glDch^cligoii Thailoa ist. Ftnia. 
E« ist dv V. Ruch dur Archidezi» Maeica bei lluser S. 116-123. 

Die HaiKbchrift enthält abo die Mch< «ritten Hiicber der Archldozis 
Ma^ca in derOrdount; 1 . 2. 3. 4. 6. &. Da.« siebente Ducfa fehlt gänilich. 
Wie der Abi«hreibeT der Handschrift zu der Anfan^bezeichnung kommt 
,Archidoxis das II. Tod 12. ituech . . .* ist unerfindlich. Wenn er naoll 
den 10 Büchern der echteji Archidoxis «eile/ geühll bitte lt. — 16., 
» war da« poch dofchsichtig. «ii^ er aber ti ifücher zusammen als 11. 
and 13. Buch l>«xeichnen will. i*l nicht klar. Vifllencbt kannte er >o- 
ent nur zwei itäcber uod vergas« s|iäter den Titel zu ändern. Jeden- 
hiU hatte der ungelehne, der griechischen und bebrü»chen Itncli.'^tabeu 
unkuodiae Schreiber eine handschriftliche Vorlage. 

Eine ^hr abweichende Bearbeitung und Erweiterung des sdebea- 
teo Buch«« der Archidoxts m^tca in einer Kopeiüufetier Hand- 
schrift trenne ich Uetwr von den andern Handschriften die^A 
Opus üporium und botpreche sie bei den Magicis (siehe unten 
No. 139). Hier nur noch ein Fragment and eine engltKhe Be- 
ubeitong! 

48. LoodoD. hi-Tl. Museum, .'^loane 3832. 175 BIL Fol*. Aus 
dem 17. Jahrhundert. 

BL 97b— 106a SigilU parac aU i contra ■«rban ct^Bcam. 

pdmo eoosidera <\iia dt« qnsqw bon, ud 

M eodüi UM back« of tbe v^Oh of purwwUm* [f]. R. d. f. 
Em Fr^rnntt a« der Archidoxis magica, Hvcr 4*-Ed. X Appendix 
S.73— 10£: Fol'.-Ed. II :$. M6— öSi. Einmal i^t aodi Dm'« «rdu 
Form d«s Siplh gvgebca. 

49. LotMlon. liritisli Uteeum. ^osne 3646. Fol*, am dm 

17. JahrhunO*-«. 
BLMb— u3ü Maci«k Archidoxis fiMk* 



II. Schriftea, welche sich ia den Huser'schen Sammelausgaben finden. 149 

Philippns Theophrastus Paracelsus Physitian and Pbi- 

losopher his Magick Archidoxia Book. 

I debt not but that those my writhings com oue to be Expered 

te publick now wery many will Excediogly wonder at tli08e 

notable by the helpd of other accidenta prepared by 

thd aire atracted. 
EiDe UebersetzuDg von Huser 4''-Ed. X Appendix S.67— 71; Fof.-Ed. li 
S. 544—545. 

Auf Bl. 65a — 75 folgt dann richtig gestellt der ganze Rest der 
sieben Bücher der Archidoxis Magica (a. a. 0. S. 72—138 resp. 546 
—573). 

.... The Eod of the aeeond volume of the whole workes of 

Theophrastus Paracelsus. 
Aach die zweite Form der Sigille i.>4t nach Husor abgezeichnet (vei^l. 
TheU I S. 350 und 407). 

50. Karlsruhe , Grossherzogl. Hofbibliothek. Durlach 146. 
159 Bll. Folio. Anfang des 17. Jahrhunderts. 

Auf eine italienische Handschrift folgt: 
Bl. 81a Sex Prog:noatica Ao. 1613. 

Bl. 82a Dens est, qui transfert ife stabilit regna. VI. Prognostica 
Von Verenderung Vnd zufälligem Glück vndt vnglück der Höch- 
sten Potentaten im Römischen Reich; Auch des Türrken . . . 

I. Johannis Carionis 11. Jacobi llartmanni von Durlach 

IV. Prognosticon Theophrasti Paracolai, nowlich außgeleget, dar- 
innen viell Von dem zukünfTtigen Jülichischon Kriege zu- 
linden . . . 
Hall in Sachsen, Gedruckt bey Cbristoff BiUmarck, in Vorlegung 
Thomä Schiirora: Anno 1613. 
IJi» Bl. 159b reiirhcnd eine Abschrift des Theil 1 No. 296 besprochenen 
Huches ohne andere als ortliographische Abweichungen. Die mit dem 
Drucke ziemlich gleichzeitige Abschrift ist wohl durch den Duriachor 
Jakob Ilartmann veranla.H.-jt. (Vgl. Huscr 4''-Ed. X Appendix S. 190—192 
und 228—230; For.-Ed. II S. 594—595 und 607—608.) 

51. Erlangen, L'niv.-Bibliothek, Ms. 1700." lOÜ beschriebene 
Bll. 4" aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts. 

Deua est qui tranfert [!| et stabilit regna. 

VI ProgikOBtica Von Verenderung 

Hall in Sach.icn Getruckt bey (,'limtoph, UiUmarck, In Verlegung 
Thomae Schurers. Im Jahr 1613. 



IfiO II- Stktitimt, 



in doa lluiior*«cb«n Sainin«)*u.ciibeii ßtiilen. 



AliMibrift <l«r No, 30li des enten Thoiles wie di« vorhfrgohimdo Karls- 
rulier llandsdtriA, 

53. Mftiiclien, Hof- uuA Staatsbibliothek, Cod. germ. 3737. 
82 Dil. Fol*, von oinor lUnd aus dorn Aofang de« 17. Jahr. 
Iiunderix. Entliült zucntl 2 IUI. „Von dem Aifen Mittel Ain 
guet Kccept »o der Alt Signiuiidt S«nrte in Ain Altes bueu ge- 
Hcliribeii Iiett". Kit rolgt' dann ohne weitere Oebenicbrift auf 
Bl. 3— 2ya 

Vorrcdtt Der dritt TraotattTos offnen schadenn, Sagt wie Sie 
solloric gcbailtl wcrdeon. die iof^lictic Artl wie Ausi;uthcillt Sintt 

im Andern Tra<.-talt Vund disor traclat halt drcj ouMleiliing 

Doctori» Paracul»! Vorrodt in den dritten Tmctat 

... die erfarenliailt ho mir bcgnguet, in ieglicb olTen Hchoden 
zuhandlen, noch inlialtt der rechten Artzej grünt vond war- 
haiU . K. 

1-jno Absclirifl de» dritten Tractatea des 2. Buches der „Qrotien Wand- 
arsnei" lloheiiheims, Iluscr Chir. B. u. Scbr. i^-Ecl. S. S. 269—296; 
Kol".-Kil. S. lOU— HUB, Der „Erstii Th(iil" d'io^ia Tractatct ist voll- 
iitiindig abK&icbiiel>i>n. vom „Ander Th<?il" nur die Vorrede. Oocb bat 
lluur nicbt «Ih Vorlage gedient, auch Lidil das „Opus Ohyrurgicum" 
oder die Frankfurter Drucke von 1062 u. .■•. w. bei Hahn und Rabe, 
üondern die Au^tburger OriKinaIsu.-igabe von UiZC> (und \Ml)s was 
da» vurgcnotzto „Vorrcdtt" beweitit; denn mit dem Seitentitel (I) „Vor- 
iml* boj^innt da» hier abgntdiriubeaG nriichHlück im Augsburgvir Drucke 
(Theil I No. Iß) IJI. XXXVIlIb. Der Text unserer lldschr. scbliusst iiuf 
Bl. XI.Vlllb de» .SteinerVhen Drucke». 
Bl. 29b— Sa» De Cataoteribu*. 

Allen CsruL-lcribuit iut auch nit tiuuertrauen da dann 

auch noch Weit hin ist 
Gm tut der Ali.tclniitt gleichou Titels au» der Philusophia uccult.t, 
lluser -r-Ed. IX S. H:il-:«7; Fiil^-Ed. II S. 287 — 288. Es hat aber 
nicht Unser als Vorlage gedient, sondern höchst wahrschotnlich der Ab- 
druck in dem Anbang der Münchener Archidoxen-Aasgabc VOD 1670 
CThüil I Nu. 128). 

&3. Giessen, TTniversitiitsliibliothek. S. 64, 656. 194 Bll. 8* 
aus der 2. Ilüirte des 16. Jahrhundert«, nugobunden an I'araoolsi 
Cliirurgia vulnoruin (Theil 1 No. 112) vom Jahre IrriiSI. Eine 
Hand der 2. Häirto du» IG. »sidc. hat, au.<i4cr dem gröasten TJioile 
der angebundeoeii Ilaiidschrifteu (Bl. lÖ bis Ende), zabbeiche 




IL Sehrifloti, «olohB *i<:h iu dun Ilant'f'iifhcrj Sammt)Hii*gBben lindeii. 151 

MiirginaliiMi in <Iits godruckte Buch geHohrieben, ausmrdftm «nf 
ßl. X,' unt«r, (Ion Schlus« ica Index: ^Potio Vulnoimria pra»- 
«lan# Rt ex Symphyto muio. [lirundinaria . . . decoctio in vino 
Philip!) Schluck, AfrinU Budonstoinij." Mn^ Dein, ihr« 
dieser mir unbckannlti Verwandte^ de» Baseler ParacylüUieii 
Adam von ßodenstein der Suliroibor <lor folftcnUen Paracelsus- 
bundschrirten Ut. die alle nach Dnickeii ilcnToxitcd i^earbeitet 
sind. Dieser Margiiiatur hat auf den uribed ruckten Rwt Av» 
Blattes T, und auf diut erste anRebiindcne Blatt gettchricbon: 
Ungentum Vulnerarlum o\ libro Paraeel^i de SjgnU Zo- 
diaci, quod per »yinputhiuiD ul in absentem operat. 
Tgl. Theil 1 Ntf. 134: Huwer 4°-Ed. X Appendix S. Hl. Es folgt dar- 
auT eine „Potto vuloei'aria optiinu" von undiTcr Eliitid gc^iclirioben. Bl. 2 
hl« 8 unbeMbrieben. Sodann von amlerej' Hand uU <K<r dcM Mur};iniilioD- 
sclireibera ßl. 9 — 12b ,Rx tractatu (i. Phodroni.4 liota.4sa<>i do vluoribus". 

Hl. )2b — l(ia Chymica FaraceUioa hine inde oolleota. 
Bogiont mit „Tinctura Oaule manut'ar I). Üoinetrij''^en folgen Oleum 
MU E^H«ntia AsaMt, Oleum seu Spiritu» Orabelu^as, BaUaiDUs SalabiaaliL 
ilipDph. Oleum Adtsorufil, Spiriln» »nlabiNala, aliud oleum anunici. vor- 
«chicdeDtltch mit Vcrwoiscn auf dio Cliirur^'iu inugtin (ful. ^[}'Z, 264, 225, 
also wobl das «Opus Chiruigiuuni"}. Judi-nlalU ist das niL-ht dlrect aus 
llobenbcim genommen, welchem sobrho magiBclie BexGiuhuuDiteu, vrio 
Adisorafel für Arxvnik u. k. w., freind iiind. Bl. 17 leor. lü foljjüu 
aodaon die von der Hund dt^ Margiiuiturü (IMiilipp Stililuck?) goävhrio- 
lieoen 4 Slück«: 

Bl. 18a— HOn Trey Tractat Philippi Thoop. Paraeelsi Bam- 

baitt de» bcrunipsten artiney Doctoin. Der Ernte von olfunng 

der Haut,. . . . 

Kup Abschrift der Ans^abe des Tosites vom Juhro 1670 CTheil I No. 1 13). 

S. B,' — J,'. Die Vorrede des Toxite» und da« Epitaphium sind weg- 

gelaKBOD, eralere aber am Ende (Bl. t83f) nachgetragen. 

BI.SIa— 137& Du Cuncordia nippocratic;orum Et Paracel- 
sistarum libri Uagai Exuur.'iioneM DefenKiuae, euni appeodice, 
quid MmIico »it fauiendum. Authore Johanne Alberto 
Vuimpiuueo, Medidnae ac Philosophiae üoctore . Anno 

M.ai.xxtti. 

Eine AliNchrift i\v3i Buche» deo Miinehoner ConviliatorV Nur ist keine 
Aiwgabe vom Jahre 1.^73 bekannt, sondern nur eine Monaohij l&6i) und 
•inn Ar^nlinae l(>l.^. (Vgl. meine Bibliogruphio der Parsoolsistan im 
I& Jahrhundert, Centralbl. für Bibltothek>*wü»eu. X. Jahrg. S. 40111. 1893). 
, MitiiiD wird 1678 die Jahrzabl der Abschrift «oi», wofür auch di« 



I&2 "■ Scbririin, «elditt «ich in den Uu»«r'seh«n SaDUDehn*s*b<n fin<l«n. 

ticIiluMflüüic it|>rioht: ^^iAiK k<A fj i^ •.ü 9tSt 1&7S. Die 20 April.* 
Dur Clwrakt«r der Scliriftxüg« liissl Aiva recht ^t f&r möglich haltoa. 
Itl. KJKu — 1&3it Gcorgii Phitoilrouis Rbodochnei Cliirurgia 

Minor . Oilvr nllor olTiiuii .SüIiüiIi^d vod gruadl ilioeo hcruuit 

volkoininone Mi^iluii^. 
Rino Alwchrid nndi ciiiciii der Drucki? von 15f>2 oder 1Ö7I (Theil 1 
No. lü-1), wiiliixclii'itilkli uach der lolztgonatiiitoii l!a.tclor Ausgabe. Vgl. 
nu«h dir u1>('iik''"»iiiIc I'ariicel.->inlcrd)ibliogrit|iliic H. H^H No. 3 und ß. 
DnM Oirilii'lit diM llutis Kiliiin (s. Eiiiloiliing S. 2) i,it woegelaflsen. 

Ul. IMu~lK'iti Ein Schöner Traotat Philippi Theophraati Pa- 

racolüi des Uoruiiditc*leii vnd erfunicn Tcubti-hoii Philosoph! 

Tnd Medic), Ton Eigoniohafit Einoi volkomnen Wnndartzeta 

Au« Thcu))h[riiK)ti lii^iiur iland^ieüctirjfli itzt ErsliniiU iii Druck 

gebuu, A V 1&7I, 

AbHcliHfl. dor AuHgabo von löTl «amt der Vorrt'do des Toxitoit (Thoil I 
No. 13S). 

III. lS.ta— I8&h Vülget dio prsefation aaff die vorgohciido 

3 UQchor von orfnung der baut, Ilejrlnng der Wundoo vod 

von vrsfiniDg d«r KOnKlco, wulcbe au« naehlessigkeit vorn ist 

«ui'gl'Usaen wonli'u. 
Er bt <lio oben r«bl«mk' Vorrode de« Toxit«s xu Tlioil I No. 113 vom 
& KalliarinentMg I5(!i>. Der Horgiuig ist wohl Tolgcndor. Der Schreiber 
sebrieb Nu. 113 ah und \iw» di« Vorrede nu.-i. AU er Anau den Anraug 
der Na. ütH d» ontten Thoüea, den AtMohnitt Bb«r den vollkomtucDcn 
Wuuibnt (d?n .Anliiiiedicu-'i*) aligcschrietNia hatte, kam «r «n den 
S. AbwUnilt dieac» Ituchi», welcher «inen Wiederabdruck der No. 113 
bietet samt Vorrede. Üitms Vorrod« «diicn ihm nun wichtig genug, ura 
■i» biar Docli uacbautrageo. — E» Tolgen noch 5 uiibt^KbriebMie Blätter 
(ltt)-lW). 

IH« gauie HanJ^chrin hat nor geringen Woith, da ^ie nur Ab- 
«chrinen v»a Dracini enitütl, welche auf aa* gekomm«« siai. 

U> LoitK'ti. Umv.-Bibliothek. Codex Vo«üiAn. CbTinictts in 

Qt)ar1i> Xo. ö6. Von avei wwctoden— Hiaif m-itm 
Ende At* 16.. Jahrhunderts getehriBhw. Die BaadBchrift war 
j««te<i(alb> einmal in den Hinden des Angsboiger Amea Dr. 
Karl Widenaan. wetohw tw dm L Stacke 4m Titel nmi 
bei dem lewea d« AMw wi T W iit gwchrie b eo hat VMUchl 
«mr Ama ihn, lAM i» BtNtM Bnlder's in Pn« (??). AbT 
dM beM« Dodccte du PwiMUiiailii das llaMmv« 
m-apfM. 




11. Scbriften, welche sich in den Huser'scbeo Samnielausguben fiadeD. 153 

.Die ersten 79 paginirten Seiten nimrat ein die schön geschriebene Hand- 
schrift der Chimrgia vulnerum. Auf das vorhergehende Blatt hat 
Widemann folgenden Titel geschneben: 

Chinu^ae Tolaemiu Theophrastj Paracelsj über vnus sc. 
de curatione Vulnerum Juncturarum, id est, Von den glaich- 
wunden : ligaineutorum id est, geäder Wunden : testiculorum 
id est gemacht Wunden : osäium id est Röhr oder Bain Wun- 
den : capitis id est Haubtwundea : lutestinorum id estWaidtt- 
wunden . accidoatium itidem quao circa vulnera acciduat vera 
curatio- 
S. 1—79 CHIRVRGIA VULNErum Theophrast Paraceisi 
'De Vulneribus Juncturarum, Von den glaichwuudon . Caput 
Primum. 

l'rimö chirurgus debet scire ßluf^tellen : das blutstellen ist 1. 
zweycrley, Eins das wüotet, das ander das still ist 
Secundo debet scire IlelTten geschicklich, alias . . [Lücke] . .sich 2. 

die wunden tunc moritur intra XXV horsa 

ad summutn manet XXXII horas. Laus Christo. 
Es sind die „Praelectiones Chirurgicae de Vulneribus", welche Hoscr 
Chir. B. u. Sehr. For.-Ed. S. 459— 475 nach einem Koliegienheft des 
Basiiins Ämerbach gibl. Am nächsten steht unser Mscr. dem ersten 
Drucke, welchen Konrad Khunrat 1595 zu Schleswig cischoinen 
lies« (Theil I No. 236). Schon die Capiteleiotheilung unserer Ilaudschrift 
findet sich nur bei Khunrat in gleicher Weise und weicht von Husor 
und Figulua (Theil 1 No. 284) insofern ab, als Iluser's Cap. 111 
und IV zu einem Capitel (111) zusammeugefasst siud, Huser's Cap. V 
und VI infolgedessen IV und V genannt werden und endlich das 
Iluser'sche Cap. VII in zwei Theile getheilt ist, deren erster Capitel VI 
beiisst, deren zweiter von den „Accidentia Vulnerum" ab alw Capitel VII 
bezeichnet wird. Durch diese Theilung des siebenten Capitels tritt in 
den folgenden Capitoln VIII — XVI wieder üebereinstimmuDg ein. Das 
kurze Capitel XVI llusor's hat bei Khunrat keine besondere Ueber- 
Bchrift, wohl aber in unserer Handschrift. Im Uebrigen sind diu Ab- 
weichungen unserer Ilandsciirift von Khuurat's Text sehr gering. Das 
Mscr. und der Sclileswigcr Druck sind fast gleichzeitig; ich kann über 
nicht sagen, dass unsere llaud^hrift etwa von dem Drucke abgcscliriebeu 
wäre; daget^en sprechen schon die Lückeu auf S. 1 und 41, wo unser 
Schreiber ciu Wort seiner Vorlage nicht lesen konnte, und manche 
andere Kleinigkeit. 

Von besonderem Interesse ist es, dasa die von Figulus 1GÜ8 
(Theil I S. 4S6 und 487) so gerügten „papistischen" Stellen sich in 



154 II- !^<:hTiftDn, welche sivh in den ItuicrVhen SammelauiKB^i«! finden* 

unHcrin ihcr. fbcDHoweiiig tinHen wie lioi Khunrat und Fitfulus, woi« 
aber iitßino» KrachtRiiH noch keine fälschende EiiiscbiebuDg (Ich bio^cr«n 
Katholiken Unser bedeutet, da ein Collegienhcft des JohannoH Opo- 
viDUs (lluser, Cliir. B. ii. Sehr. FoP.-Ed. S. i>b2ff.) dieitclbi'n römisclion 
Briincbo alleiilhalben in etwa« anderer Fassung aber inbultlidi iiberein- 
stimmend biotot. Ich bin aliio auch buutu noch wi« in Theil I S. 487 
geneigt, Stieiohungon eine* proti-i^tKnliKclien .Schreiberti anzunehmen, 
sber xchon in niiMnlirb früher Zeit, «ocIa84 weder Khuniat noch Figu- 
Ins ohne handachriftliche Vorgänger wären. 

Dasa llasiliuH Amerbach der Schreiber dieses Baseler Kollciflen- 
hcftes ist, wird von unserer IJandacbrift nicht unKo^eben, dfirlte aber 
keinem bcgründelon Zweifel untorüei^on. Neben dun Au^giibon Khun- 
rat':«, Figulufi' und lluKor's kann unsere HaudMchrifl xur Tcxtredaction 
nicht» WcKOnllicho« k-itrngan. 

I)or weitere Inhalt unserer Ilandituhrift ist in dem in der Einleitung 
genannten i^ed ruck ton Leidener Katalog von 171l> pag.'M'tl angegeben. 
Hier interoHsirt uns ausser dem Titelverzeichniss dcM Jonas Adelwcrt, 
dsM in der Einleitung abKcdruekt ist, nur noch das letzte Stück «Von 
tiailung der Zauberischen schüdcn'. wolchos bei den Magici.'^ unter 
No. 1^-ta büiüEiroclien worden wird. 



55. Leiden, Uni%",-B'ibliotliek, Codex Vossi;iniis Clivmünis 
in Quarto No. 31. 333 BN. aus d.Mn Knde de« !« Jahrhun- 
derts. Ausaer dem ersten Stöcke ist alles von Dr. Karl Wjde- 
mano in .^ugsburs geöchrieben und durchgehend foliirt. Er 
hat die einKolnen Stücke auch zusanitnenbindon lasson und don 
Inhalt auf den Rucken dos Pcrgamentbandes und eingehender 
(13 Nummern) auf den vorderen Di^ukel eigiinhnndig noUrt. 
Er .schrieb auch vorn hinein „Kn libris Carolj Wideman Mcdi- 
ciuae doctoris*. Vielfach linden wich bei den einzelnen Slfickon 
genaue AbHchrifUtdatOD; die iiltoste lautet Hl. 70b „Mense Junio, 
Auno Doj 1.5.8.1)", die jCiugüto BI. :^lltt „Finij Mcuso Doeembrj 
I,&.9.5 : 3Ü die Stylj Veteris Auguslae VindDlicorum . Laus 
Cliristo". Die einzelnen Stucke Kind genau nach den AliHchrifts- 
daten geordnet. Auch die Darleiher der handschriftlichen Vorlagen 
sind oftcrx genannt: sechsmal Hermann Buldor und eiumal 
LaurenliuM Danus, welcher mit dem Huscr"«:hou Laurent! 
Dehn, Burger Jtu Augspurg (Tbeil 1 S. 373) ein und dieselbe 
Peraon ist vgl. Kinl. S. 10. 
Von dem alchcmiatischen Inhalt der Handschrin, der in dem eben geJ 



II. Sehrifien, nokho skb in don Huacr'Kchcn Saiamelnuiigahan fimlcn. \5b 



I 



naiinttn Leidener niblintliek^kalalijg !-<. D64f. nühor oingcsehen worden 
kaon, sind hier nur folttende Stücke ktirz zu erwälinen: 

Bl. 162—174 (No. 5) Apooslypsü Hermetü. 
Dieser TracUt ist aber keiiioswcg» iüenliMuh mit dem im 2. Bando der 
iloser'itchen Folioauägnlio -S. 668 — 671 als puruL'cUisch aligud ruckte» 
Sehrlltehon gleichen Titels, sondern «tn 1 stein 1 sc lies ululicniiiitisclii^H Wurk 
in 4 Bäcliern, welche» ineineN Wissetii« nicht gii<lruckt i«l. Itorelli 
orwähot in iteincr Dihliotli. ('him. oiiig «Apocalyjisis Sulii« et I.iinao" 
Too Hcniiex. die sich hand.s(:hriltlich im KcKitie de» \). de Loberie in 
Paris Winden .solle und viciloivbt mit uDHerein vorliegenden Werkchen 
ideotiücb wäre. Mit tlobcnheim bat das Alle» nichts zu ihun. 

DI. I82b — 183a Ex Thaiauro Theafturorum Theophra*^ Paraceltj. 

Es ist eine kurze vorstilmmolto Stolle «im dorn Anlange den Uucht» 

(Huser 4°-Ed. VI S. 396f.), geschrieben am ^ Dez, 93. Wie wir untön 

(No. G7) .*«hen werilen, liat Widemanii 1588 eine Tollständiga Ab- 
Dcltrift dieses Buchen gc-tch rieben. 

ßl. IU3b— 'iOGb (No. tO) Seijuitur nunc, Theophras^ Libellua 

De Quinta Eitentia. 

Jorer rill haben goscbriben vom iünlTten Weesen der Dingen 

Vgl. Iluser Chir. B. u. Sehr. FoP.-Ed. Appendix S. 173—778. Wide- 

17 
mann hat die« Büchlein 1693 ubgcschricben „Fiuij -yj Docembris .9$. 

diej Dao"; cu war damals nur lateinidcb erHcbicuuu 1582 (Tlioil I 
No. 191}. Hat <'#^ nun Widomittin dtnitsch »uhon «o vorgcrunden, oder 
hat er es selbst in'x Ucnt^che überbeut? Jedenfalls da^ Krstore. Die 
Anordnung ist von dem Baseler luleiniselien Drucke, mit welchem Iluser 
auch darin gaiit üliori'in.itimmt, ilurchauH abweichend. En Tolgen die 
Abiicbnitte in der Handschrift folgendormaHson aufeinander (die voran 
gexteltten Zahlen bexeivbiion die Itcihenfolge HuHers und des lateiniitclioii 
Dracbes., in welchem die Titel oft ein wenig anders lauten): 

(1) De Quinte Esse Solis. 

(2) De Quinlo esse I.uiiae. 

(9) Do Säle Gristalli et Coralü. 

(7) Do MarcBüita. 

(8) De Säle Communj. 

(12) De Oloo Oliuarum. 

(13) Rott Wauof aus Baum Oll maclien. 
(H) Saltx aus dorn Olj bringen. 

(10) De Margarilis Siuo Porlis. 

(11) De Planlis. 



]Ö6 H. Scliiifttu, «olcbc ücb ia 4vn IIu*«r'Mbeii Saiiiattliu*{iL«ii tiulaa. 

(15) Oll auU Pr«n«r . »nltx. 
(IG) ÖU auO den Gumin». 
KOnf AlwL-linitlo felileo ganz: Uleum Mnrii.s Oleum äaturni, Olüum Uöd 
•bI Jovts, Quinta Etwentia auÜ dem AntimoDio und Praep&ralio Eaäon- 
tlM Miooyolid». 

Im BiuxohioD GndcD Mch xabiroiche Abweichungen svihcIior Huner 
und der lland:>cl]rift, auT welclie ich bei dieaem sicber untvrgiwchobflDfin 
Buche nicht weiter ciitgvho» mag. 

56, Wien, Hofbibliothek, M». 1146G. Fol". 14'» BII. aus der 
xwollon Uäirio de.<) 17. Jalirhundert?. 

Cbirnrguoher biloher vnndt Schriftan deU tkllen hochgelflhrten 
bewehrten Fbilu»iophi vniidt .Medici l'hilippi Theophra«ti Uom- 
baß [!] Von llolienbeim, genandt jmracelai 
Appendix 
It Dxriiien folgendt« AkhiuiLstischt.-, vnodt AnODOuch« Tmctätloin 
deren EinUTliuilN Zuuor ni« in Druck auElgaogOD, gantx nutx- 
licli zuleiten, begrieflen. 

I. 
Zwey Dianualiu Ttieopliranli Rin AlchimUtischcü vnndt Arzoeyi- 

schei« ful. 1. 47. II Aoatoiiiia 

Vm I)e .Secretis Creationis Toi. lOä. 

Vvrredt 

hl dioQcni Appeudice ßunstisor leßer ilinucb du dich 

xurivtilcn liaU-üt. Uab dich voll. 



Riuo AU^lirifc uu» dem chinirgiscbeu Band« d«r PolloawgalN) (1618) 
S. 6äl IT. [>ie HMitiiualia" .«lud, wie nUea Laieiuische, in'» Ueutücha 
übcT^atxt und reichen bü Ol. 9äb; die „Anatomta" üt weggelasaen; auf 
daa Manuale II folgt soforl I)). *.^3a— 103a .Ein Sohöneß Ilurliches 
Bnoh genandi Alcbiniia udter I>c Spiritibiu Mclallorum . . . .* (a. •■ 0. 
S. 762—758). 

Bl. !(»«— I?2I. -Auror»PliilosopWum'- (a.a.O. S. 759— 772). 
BI. 123a — VMn ^Fulgcu xwo}' schöne Büchlein Einst von der Tunffter 
Eaä«a9 .... daÜ ander von den Mercurien der Motallea . . .* 
(a. a. 0. S. 773—780). 
BI. IMa — 13ia ,l*ancelsi»ch Büchlein belangeadl den I^pidem ... 

• ■ • gogebon lu Crainbur^g In Kcrnion im loül jähr'. 
E.« liegt noch ein lo«e4» QunrlMl bei (Ul. I3S— 142). welche« nicht 
lUin Vorhergelieodeii gdivrt und nicht» ('aracclsinchi» ontfaülL 




II. Scbriften, v«Ieb« rieh in iea Ho««r'ichon Sirnntlmisguhon floil«!!. 157 



•57. Kopeiihugon. königl. Bibliothek, Ol. Kj;I. Saml. No. 1669. 
•l*. 5 DU. -+- 24lJ pag. SS. -f- 6 BU. Id dur oi>tOD HSIIt« dea 
17. JahrliiiiitlurU »«lir snuber von oiuer Haad geschriobeD. 
Befciiint inil der Widmung un Friedrich, Erben bu Norwityen, 
KegierGuden llertzogcn zu Schleßwigk, HoUtein u. s. w., 
welche bis zum &. Blatte reicht. 
D«r uDt das Wob) seiDQ« Volkei« b<Morf;lo Fürst nohmo „gar die 
Qmtaldl oinew Arxles uii sicli'', liie«o Arznulon bercitcu, luso selbst die 
Sehrifleii d«r AciTito um) ksse »ich, w«il utiiiie Zeit ta bettetet »oi, init 
groA»«» Kostfiu auK uinltingrciLiliiMi Werken Au»zügi> macbeii, „woßwegen 
Sie mir durch deren Leib Modiuum gnädigst anbefahlen laUon, duß 
ParaculHi buch von der Wund Artzoney, mit einrathe vor er- 
wobnet« leib Modici Herrn Friedrich ZobeU. (a]D einei« in der <"hi- 
Turgin »ondurliL-h crfabrDon l'iautiüi, so mich soinor otzliche gutte dien- 
liche initlvll darzu gc^i-bon ')) in ein boi]ueini-> Cuuipcniliuni zu bringen 
UDd einen roohtvn ijnind der wundL Arlze4ioy darinnen zu weisen. 
Welchem ich .... ho vii;l ParaooUi, wie nicht weniger anduror orfabroer 
leutte schhlTleQ anlaß gegeben zuliericbten, uiir hulie iiiiigliuliHt ange- 
legen acyo taOen". Der Inhalt iler „drey Kurtite Tractat" dioitea Com- 
peniliiinis wird angesehen und ohne Datum und I'nteiitchrirt geächloifcten. 
Auf S. I bpt^iont: 

Kuruer Begrif dos Ersten Traclats der groUen Wund-Artzeney 
Faracelii, hnndlot von der Thouria ('hirnrgiai>. 

Im anfange dio^eN Buches fanget l'unicuUus den WundarlJ!t 
an lu vermahnen wurhalft. ernNtlich und in (tllon «uiuoii reden, 
oho« alle leichtfertigkeit xii Heyn, wolle ICr andorü unter den 
leGten ein an.-iehunn und guten glauben t^rlaugen und behalten, 
darzu aber, spricht Kr, werde von Ihme erforderlt, daU E,r mehr 
uichl dan der Kunät kii heilenn müglich, vorspreche, und daii 
auch nicht weniger, welches, daß es warlmlUig gcNcheho, milUo 
Kr 8uß dem firstoo anseheu bald wiUen, wie weil dio wunden 
ia iler heilufig zubrlugi-n ed(<r nicht, ob nie gofahrlicli oder ohne 
getiihr, heil^ahm uilir unhedbar, ob sie ohne lilunung oder mit 
«in«r lübinung zu euriren mey, und «m mau aich iwuxt für su- 
falle xubufsliren habe. Die»«* aber xu volbringen, mgt der 
Autor im bectchlus diescit DucIl«, mü.<te der Obinirgus all« 
|Hiu<:ten und Articull in diesem trsctat rerzeiohnct lluiUig loMD, 

<) Zebollu* ««r iittch Kcvlnor'« msillii. nakhrtcnlexkon S. 93ü ria g;eicblahl«r 
un<1 eibtirtiipf ri)i)nTii'>it. Ir)>ti) In Akt unlni titln« >W 17. JatirhandorU 
t«lbinil ilra Hgriiipi Kr)(-iln>1i von lloUtniii ISiitlor|i. 



168 II- •Sthriften, «eich« lioli in den Rusor'ichen SammelAVBgabeo finden. 



mnßon auch ohne dero wißenschatTt, die Roccpt des kndera uni) 
dnUcn Uucliü. Ihmo nichts nütze »nyn. 

DannU aber ilid^io« wie «uch dfir Tolgiinrlen Bi'tcher Chirur- 
^ae Paraculut Magnat' tnhalt donto beUnr und geschwinder eu 
faßen Hcyßn, alU haben Wir den Kern ii> gar Kurtzer und 
ordentlicher foim darauß zu^ammeo ^etragcu und an da« liouhl 
t^egplton. 

Hnterschi^id der Wunden .... Zeichen der Iiiiuirlichori 
vorwundtun Glieder [ Paracolnu* unler^choido nur dreierlei, 
doch wird auch nach andern Autoren berichtet . Der f'onii»i- 
lalor folgt keinft-iwegs der Ordnung de« Paracelsus, sondern geht 
Noincn eigenen Wsg und nennt dann vielfach die Capitol ilohon- 

tioim's, aufweiche er sich beüioht] ProRnosiica der 

Tödtlichen Wunden [woboi aucli Schenck'« Oh«i>rvntioi]OS, 
Varc, Scnnort'N Liber prax., Gregor Horst, Fabriciu» Hil- 
danu!( genannt werden] ... der unhoilMain«n Wundon ... 
der gcralirlirheii Wunden .... ex symptomatibus pe- 
tita .... Dierum criticaruin delinealio .... Diaetae 
ratio in curatlono vulucrum habenda .... [S. 33| .. 
DicB int alau di^r eigentliche Inhalt dttwM ersten ßuclu» Chirur- 
Kiao Magnao I'jiraeelM. welche er jedem Wuudartet wohl ku 
beobachten unniihneLl. 

F^n rochl kn»pp«r Au.4xug de-isen, was dem Bearbeiter wichtig erwhion; 

dor I'aracoUi.'tehe Hauch ist ziemlich gründlich abgestreift. 

S. 35ir. Der Ander Tractat von frisclicu Wunden und IJoin- 
brfichen . Haubiwunden Chur .. [Erwähnt auch die Muniia 
aua der „Dorthoonea" ('n|iitel I pag. .338 und 339, also nach 
Ilusor's Folioausgahe der ('lururgicaj .. llaubtNalbe Herrn 
Zobeln . . [und d&tselben i'l1u»t«r für Kopfwunden, Trepanation 
nituh Kabr. Hildanus u. s. w.; craühlt «uch Selb»torIebt«B, 
wobei er «ich immer mehr von Paraoelsibi entfernt] . . . Alge- 
meinor Bericht von Trischen Wunden, witt clarboy in 
acht zunehmen, und wie .'«olche xu heilen seyen . . [wobei or 
sich wieder näher an Hohenheim anlehnt] ... Der groUe 
Opimdeldoch Paracolai von Herr» Zobeln oorrigiret .. 
[Hehr uniHländltche Beschreibung] ... Ein« kostbare Hoil- 
aalbe Herrn ZoboU . . . Defunsiv Pdaatcr Guilhelmi 
Fabri«ij ... Paracelsi wundbalitam S. 673 be.<ichrtuben 
. . . Chur der Beinbruch theilß ohne tlicilo mit einer wunden 
.... Curalio dor verrcnckten Glieder . . [dorauf folgt in 
mehreren AbscbuiUon die Suhildeniog der Behandlung oinzduer 



ll> Schriften, ««Irha «Ich In <l*ii Fliu«r'»ch«n Sani mela umgaben ilndati. |59 

Geleak« obn« viel Bcxit>hun^ auT llulicnbeini. I>i>r I'araci>ltiii«che 
lti:ilnii;tion.'«itpparat für l-'ractiiroii win) »ehr gorühmt, besondera 
flir coniplicirte, ohoe Uhre Betichreibuiig] . . . 
S. I21ir. Der Dritte Tractat handUt von allerhsnil ge- 
8cbwul»ton. Brandt durch hitzige Hachoo verursacht, 
wi« auch von dem heißen und kalten Brande, offenon 
Mchiiilon, riKlclii und Krobs. 
AEwebnitto: Von A^o«ti>iiicu ; Curalio ICrysipolati» oder dol3 hi.>ili^»o dlngs; 
BcKchrcibuiig und Cur doÜ heitWn aiirli k«Hi.'ii liraiidi*: ('ur der Vcr- 
bruiDt«o gliedere i'uratio Uiidiiniaß odt^r Oudematis; Curatio (ilaiidu- 
taniin, Nodorum, Strumaruin, Atheroraatum, S^teatomatutn «t Moli- 
c«riduni; Curandi modus der harten (Je.ichwulst SeinhuK geiianl, 
doÜ Kreb^ Lupi und Noli me tangere; S. 21'2ir. Warhallte und grilfid- 
liebe AbbildutiK auch Cur der venerischen Seuche. 

Do» Ganxe iHt eigentlich keine Hearbeiliing df^r HoIionheim'Kohen 
„GruUcD Wiindarztiei", Kcndcru eine Chirurgie gearbeitet unter xiemlich 
^gehonder BorfickNichtigung der Paracelsischen cliirurgischen Hchriftoii 
ülwrhaiipt. Dunoln-n werden aber aurh andere Autoren besonders de« 
\(i. und 17. Jahrltunticrt.-« beriJck-<ichtigt, Der Bearbeiter hat etwas 
SfllbstÄndigcH gei^chalTeii, wobei er auf HohoDheini durchgohends Rück- 
■icht Dimml. Oft werden (k. B, Über Krankbcilaursachen) die I'aracel- 
•ä.'i«ben Anifchauungei) aurgeführt und dann bemerkt, die Dogmatici 
Medici hätten Tolgendo siidt^ro Ansicht. Wirklich polemisch gegen 
llohenheim wird er dabei nirgend.". Kr hat den Puraci'Uus für seinen 
Zvceli liemlich durchgearbeitet und führt Umi alle Scliriften im chirur- 
IpHchen Foliobande lluser's mit .Seiten nennung gidegentlicb an, auch 
•faige nicht chirurgische Schriften z. Ft. „Üe vita longa". Kino ein- 
geheotlero Besprochung erfHhit im letzten Abschnitte die Syphilid, 
doch i^ dos durchaus nicht aus Paracet.tua entnommen, sondern ein« 
leidlich KclUtrmdige kleine Arbeit, welche auch in der Therapie keiuea- 
weg« nur I'aracelNi.scbo» biet«t. 

Kd ist t'iLst verwunderlich, doKi dies ganz iDtereiHanto Werkcheu 
nicht im Druck verÖfTentlicht wurde; liedanorliuh bleibt auch, dass sich 
i)«r Verfasser nicht nennt. 



68. Wien, Hofbibliothek, Ms. 11348. 4° 217 Bl. aMMcheinond 
vom Verfusser selbst recht sauber und xnm theil zierlich in der 
Mitt« dcit 17. .lahrhundcrts geschrieben (IfSc'tl), 
Sine Sammlung von Auiiügon am Paracoliischen Sohriflan, dorn 
Kaiser Ferdinand 111. gewidmet. 
Dl. 1: Initium nupienliau (imor Domini 



160 "• ^clirifton, Kokbo lich in d«n nuier'icben SkinineUiUKabMi findoB. 



I)iß mein verwunderlich Libell vnnd Operot hl in vnseier an- 
gefiorner Teuchson llauptsprach verfast vnnd gesciiriben. Poela 
inquttM .... 

Di0 mein wunder Libcll vod Operct Int: Gegründet vnd crliawcl 
auT liine vier vnhoweglicho Columna« vnd Orundvciten. AI« nuf 
die rhilosopliiani. A»tronomiHm, Alrhyiniam, ft Virlulem. 
Mil CoiHeii^u vnd Ili-Hlt'tliiinnfi der Vorn ein bsten filierten, vnd 
n«w«hrton Pliilo»iophiti Chymicix li Modicin. aua denen ichs aaO- 
gesogon, außarlesen vnd lusanimengesetit vnd geordnet, vor beyde 
Geschlecht Mannes vontl Frawon. hoch bodicnlich in allen Au- 
li){en vnd Knincklivilco. 

Trnctierl am niciMen vnd «bHondcrlich von gantx vollkomner 
Ge:(iindtin«cbnn^, liierdiiroli zum hoclion Aller Eukomen, in vi>l- 
»lendiger Gecundlbeidt, Iiiß tu dem praedeHtinierton momento 
de« Sterb^tiindleios. 

Ceaohichl durch die von Gott verordn«!« EssentialiMhen vnd 
Anbani^uhea Aroancii, die macht vnd gcwnll haben, allen 
KrnnrDieite» zu widei^lclin, vnd »uß ileni Kfuiid itiheiloii. 
Neben andeni, auch mit gro-t<«n Magnaliis Dei. My^terÜH & 
SocretiH geziert vnd angefill, di« zum thcil mit gro&ier vei^ 
wunderuni; zuiiemoint-n , berod«r<i von Frawisehen GntchlechL 
Durch mich llierunymum Damean Arltvtam et Chy[micum]. ic. 
BI. 3 Ein Philo8ophi:«chor rnd Cliimi«oh«r Trtctal genandt 
Frrnntium In Kectaiii V.t I'lanam Viam Koductio. OaU 
i&t: I>iu> der Ita^tendige vnd widerMprichliclie Dericht von d«r 
wahren Vniovrsal Materia de« grossen Voiuer: Sleina der Weben, 
auch der Vniuersal Mi.vljcin. die ditrauß h«rfl«us1: WarauÜ der- 
«•Ibige. vnd ditwellw gemacht nenlcn, .... d«moiuuiert vnd 
«n Tag geben. 
Bl. Sil— ^a Kine Widmung an den n>mi«ehen KaUer. worin Klage 
grrShrt wird über die AureindungeH und Verlii<l«rangeD der wahren 
Forscher nach «hemt«ch<-r Wi,iisheit unter liiDgerer Bnugiiahmo «af den 
„Kleinen Bauer" (vgl. .Kin l'hilo*ophi«her vml Chemischer Tractat: 
genannt Der kleine lUaer. . . . Stradburg. In verle^ng Eherhardi Zeti- 
neri . . . Anno M . I)C . XVIII". S'. [S B!l. + 376 SS. h- 8 Bll.] Seile 15 
hü 16). Also hat PMlippo Theophrasto magno von Hochcnheim. genant 
ParacelA), fast die gantu WcJt wider»pr<when, niehts de«to weniger Siget 
er ob, alle seine WidonrwttlgtD, zu s«inem vnslerblichen I^b. tu Spott 
Tod Mhaudt machendt." JeUt mit dem 1''>^X Jahr werde die währ« 
Clieuie wieiler anfangen su grfiueii. ,Ilieron\muM Damean . . de 
Guand iu Flandern.* 



IL' Sdirill«!!, w*)di* tjcli in A«ti ÜiuerVliaa Sftmni«l>iiiEabvn liQilon- t61 



I 



BI. &b — 6ft wenicn dio 4 obou RonanotMi Columnae [tlca Paracel- 
eus] kuni gMchiM<-H, auf wclchu V«rr. soio Werk slnUea will. 

B!. 7a — 8b Aus der Niitur »iclbston irt das Kunst vnnd Wuodör 

Büpclilo dureli ilur AVuIlwoisoii Nntur erknodigür, vnd 

dor citiorteo I'hiloHO[ili. riijinicos et Mcdicos, sowoll der vlir- 
■Iteo, alß der iet7.i){en Zeiten: Heroderst duroh .... Pliiliftpum 
ThMphrastum Honilmüt von Hochcnlieimli Paracclsi gciiandt, 
Edlen IVuchaon koEjIüoLk. AuU solliclu^n bewehrten Phi: l'by: 
hib ich» außerictien colligiert vnd xusammengoordnot . . . aucli 
auU «igcnor «rfahroDlieidt .... Beförderst vor alle Kr:iwiscbo 
kr»nckh«iton ... das die höi-luto Matronen vnnd Frawon, so 
TOD (iott verordnot »ein Kinder zu^jobcroa. in wohrundur Zeit 
liill zu giuclthttriiigislur Geburt, auch in itutohondti'r: auch uach 
verriditer gehurt, aJKcit iii volküiniicr go.'^iindlioit, ohne alle 
Kranckheidten vnd Tritniblci zUHtchnt lubeii, vnfl mit ffijlichen 
Herzen ihr gesegnete* Frucht nolion mögen, ihiicli mitel diser 

bochen Artziioyen Soll iohs K. K. M. di.ser erbeblichor 

vnachen aller vnderthst: xu offttrieni vnd xu pr^^^eiitiren. Porlan 
vor NO grosAon vbernituwigen , vbertragiicn llertzenleids, durdi 
Göttliche voiBohung, vemchart zojiein. . . . 

BI. !)a— lOft Vorrede an glibtt-n l,cl.lor. 

Wir »oll«u die Wunderwerke erronuliun, dio Gott in der NatQr 

«luirt. 

BI. IIa — 17n (iroKse Titulatur Kaiser Fordinandd III.; den Talschen 
(irnnd d«r Arzneikuu>t hat llolienheim aufgedeckt und einen neuen 
golegt; 1050 werd« die aluhj-minche Ar/.neikunde wieder zu hliihen Im- 
ginnen. Abermalige Widmung des llucheri an den Kaiser. 3ß Julire 
iiabe er der Alchemio nachgelörscht durch Wandern, Studiren und I*- 
Iwriren ^awar in dison iblen verlaulFnen Zeiten nicht im Tower laboriert, 
aber desto (loiHaigor inaineu aludüs abgcwartt." Alfi die enlücblafene 
Kaiserin mit einem IVinzi-n »chwaiiger glong, habe er vergeblich vcr- 
sudit, «in Werk über die in Hok-hcu Fälku wirL-^amen R^teutialtsclien 
Anneicn seiner Majcstnt in die tliindo zu legen. Waren diene Ancneien 
auf kaiserlichen ßeruhl bcreilet worden, so wäre die Verstorbene noch 
geound am l.eboii (!) ^aber durch dio vngradierte vngeieitigte. dem lli* 
met Ynd der Natur widerwerttige Artzeneyen, so sollicber edlester Natur 
gereicht vnnd administriert worden, i^t Morbus Chronicus et HortalM 
fonrntacht vnd eing^lüehrt worden, darumb, mit ihren vnbllecfateD td- 
Bobuldigon iuogea Loben zu theuer hezaJdon vnd hat auropfTorn niiiasea 
. . . allein der gebenod. bochloblicbistuu Frucht beyge»prungen, vnd dea 

Kiluk 4. IbliüiMI 4. PmMiliitiu acUKa». II. * ^ 




162 H. Sohriflcii, «cichfi «icb in daa tli)Rcr's«h«ii SMimflauipliea finü«n. 



EdIwUp Stuom» vtrgosjca wordeti'..') Sollte tücli si^iiiu Majestät wie- 
der Terhoirtthcu, 80 gebe e» Anneicn, wdohe eine |i;Iuckliclio fl«bart 
rür Mutter ud<I Kim) verbiirgen. ,()i.ier geb|eaedeiten] Ej»oiilislbclicit 
votl Arcaniüchen Artzene.ven soind mier Bb§oDderlich viero bekant: Der 
l'rocuA aber bleibt in ^ehcimb... Wao ich vnwürdigiHter gering- 
üter vor tauglich wurd aogosclioti, vnd sollo gcwüriligt werden, sollicho 
ermelte vier stuckh in das werkh 7.caoIxou, iiollo ich gcwißlidi. sollichen 
von Gott hochbegabten u'undcru-itckhcndeii Artxeiivyon Bclbsten, ohne 
vertfaweD anderer PonwbODen vnd Laboranten in da» wcrlh setzen vnd 
nit ohno »lendoron ticiß, vn^-iparter müehe, nachsinnen, vnd Beiß tag 
vnd »acht abwartlen, biLl ."«ollicbe zu ihrer höchüten pcrfection kommen 
vnd biß solioha durch das PhilosopbiBche Fewr geieitigt, filiert Tod 
Cloriliciert vnd ganti verferttigt wurden, wie üpagj-ri^hen gebraucli 
nach, sein soll vnd mueß, vnd sein Dosis oder gewicht wies gebürent, 
auch wie solliche aollen administriert vnd gebraucht werden, ordenllicli 
darzue soucn . . .* Auch su den Metallen, also zur GoIdmacberkuD»t, 
cmpliehll er sich. 

BK 18a soll Kaiser Ferdinand 111. am »einer Vcrdienäle um die 
BvISrdOTiin^ der Alclicmio willen ,vor den aller hüclLsten Patron vnnd 
MiMcetiaten der hochloblichisten Ertibrudorschafft S. Kosae Crucis, 
durch g«wallt S.S. Tnnttatis, mit der ehren Corona gekrönt werdeo," 
worauT wieder Itngathmig von der TortreSlichkeit der Arkanischen Arz- 
neien gehandolt wird, welche be»oi>den auch den hohen Potenlatoa 
nöthig seien, da die.'W wegen des täglicbeu Annoigcbranchiw mehr Krank- 
heiten anterworfen seien als der gemeine Mann u. s. w. 

itl- •JSb — 33a Nach nochmaliger DedicaUon und Peroration an den 
durcli den Tod seiner Gemahlin in Kfimmemiss gestürzten Kat^r und 
abermalige Darlegung, linss durch seine Mittel die Kaiserin, der er dies 
Itudi vergeblich zu überreichen gesucht habe, hätte gerettet werden 
könoen, kommt der Verf. ohne besondere ITobcrichnfi su den Frauen- 
krankheiten, wobei er nach kurzer eigener Kiuleitung einen wortlichen 
Auszug gibt aus llohenhcim's Liber IV. Paramiri de Matrice und 
zwar im wettenllichcn Uuser 4*-Ed. I S. 202, ä03, 204, 206-^211, 215, 
228, 234, 23Ö. 

m. 33b— a6a Liber Quartus Archidoxis Ex Thophrastia [!] 
Paracelai Magni De Quinta Eätentia; ein kurzer Auszug, Huser 4*- 
Ed. Bd. VI. S. 24, 25, 3G. 27. 31, 32, 30. 



I 



<} Dt« iv*il« (iitlia F«nliiiui<l'«in., Knhtti»gia Uuie LMpotdiM bute Hoch* 
(«it US :!. Juli \6*S, g«bH den Prinua K»rl Joxf an 7. Aufu« I6t3 and »tarb 



II. Schrift«», «oklM ueh in Jen Husu'scbra Siiinroclaui>gi^>«n linden. \Qti 



^ 
^ 

^ 
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W 



^ 



Dl. 37* — 43a De Longa Vita, ebenfalls ein Aiucug, Unser a. a. 0. 
■6. 115. 116, 117, n«, 119. 120. 121, 123, l2ö. 12G, 130, 131, 132, 188. 

BI. 43b— 49a Du Arcanis. BI.49u-.')0a Do Magiitterii». BI.MI) 
tiM 5Gk De Spccificix, ßl. 56a— 58b De Klixirijs, Bl. &9a— &91i 
De Exlritiscciii; Vützo Auxxtige nuH Hu.ier a.a.O. S. 42 — QU, wob«i 
Practic und l'rocesw immer unlerti rückt werden und „in gelieimb" ge- 
halten. 

111.59b — (J3b De Ronouatione et Kentauratione Theophiaüti, 
Germania« Pbilosopbi et Medici dicti l'araccUi Magni« ein kuner Ana- 
tu^ nacb Unser a. a. 0. S. 100 — 111. 

Bl 048 — 87a Do Genoratione Komm Naturalium u. s. w., 
kuncc Aaszüge aus allen 9 Brithorn Do Natura Rcrum, lluser a. a. 0. 
8, 258— 3G2, Bl. "STb und 88a unbosuhriebon, wi« schon vorher einige 
Blätter. 

Bl. fißb — Ölb . . Liber Do Tinctnra Physicorum, AuMxui; aus 
Hu4«r a. a. O. S. 3ljS— 374. .Don IVüi^iw der Prai-pariition vnd Com- 
|>witifl» 'fincturae Physicorum haben wir lassen ansti-hn vnnd biiniohen." 

1(1. 91 b — 99a „Vuolgen etliche warbalTte approbationci tle*» Lapidu 
Ptlilosophorum" narh Autoritäten der Alchcmie und eigenen I^rlebniasoii 
des Compilators. 

Bl. 100a— IHia „Wil auch hoch vonnölten sein waß Von doa 
Tartarischen Krankheiion .... durch ... ThcophraAtum . . . xa 
tradieren . . . weilleiid Kolliche diser Osterreichinchen Landen seer gi^ 
mein, sambt wariialTtiger Cur, allen daran Leidenteu xu Trost vud IliKT." 
ÄiwBug aus Cap. 1, 14. (7). 15, (Iß), 17, IS. 19. 20 und 2! dcji Buches 
u die Kärntner Stände. lluser 4''-Ed. il S. 246^330. 

Bl. 116b — 123b „Kurtz boi^rülTen der grund der Artzoney woraulT 
«ie sichn soll durch . . . Thoophrastum majjntiin von Honhonhuimb. . ._ 
De Triplici l-'undiimine lleligiuni!;, Philüsophia, Astionomia . Diittributio 
Artts Medicac ac Fnunltatis purmutatio. Lamen wir die Vorrodt be- 
ruohcn." Au.-aug aus dorn Paragranum alterum, Huser 4''-Kd. [[ 
S. lOi— 141. 

Bl. 124« — 136b Parenthesia Interclusae }.iber tertius i,t P^oyum 
lerlium . Tractatus de Knte Naturali Cap, 1 — IV und Xl; De Knta 
Spiriluali Cap. I— IV u. s. w. u. h. w. ein Auszug aus einem Tbeil des 
Paramirum 1. lluser 4''-Ed. I p. .35-64. 

Bl. 137b — 156a Daß Buech von der Geberung der Bmpriiid- 
]ichen Dingen in der Veruuufft Theophrasti magni, wenig gekürzt 
nach UoMr a.a.O. S. 329 — 368, und mit 6iaj|en Otpiteläbentcliriftva 
venobeo. 

ßl. 156r— 161b Libor Entium Morborum Primns et Pagoyum 

ir 



164 !'■ Schrift«ii, «eiche «ieh in den EtuserVhen SammeUusKtben floden. 



Primum, dio 10 ersten Capitel d« 1. Bucho (lea Paramirum I wenig 
gekargt und verändorl. Iluaer &. a. 0. S, 12 — 22. 

Bi. 162a— IßSa Proceß vnd Arlh Spirilus Vitrioli. Huser 1"- 
Ed, VI S. '2ö3— 04 mit uiDom Ergu*» d«.'« Schwibore um ScIiIusni unter 
WogUssung d&s Vroci^sfos ot Vxas «der bleibt in gehoimb biß auf ein 
wcittcrs." 

Hl. 163a — iß3b De Aiitimonio und Do Siilplinre, jiwni lateinisclio 
Capittil aus dem '^. Rui^h der Vit» longa Huser n. a. (>. S. 177—171^. 

ni. lG4a— I65a Ooaaralio Podagra« in tabellarischer Form nach 
Ilu^or 4'-Iül. V S. 7(i-77. 

Bl. 16Jb— 167b Vorrod Doctoris TliiM>idimsti Vbcr die Poda- 
gri!«c)icii Krunckheitun, etwas gokfirKt mich Ifuser a. a. 0, S. :il)8 bis 
312 und i\ün 1. ('apitel dcK 2. ItuuLi der Vita longa ))o Podaf^ru, IluHur 
4''-Kd. VI S. ir)7— I5S. m. 1(>!I unbeschrieben. 

Bl. 17Ua — l.S4b Von Der Bergsucht vnd andern liergkranck- 
heitou, eine im wenentlichon voIlHtiLndige Abtichrilt folgender Abschnitt«: 
Buch I Tractal I, 3 (ausser dum 3. ('apitel). 4: Buch III Capitel 10 bin 
14. Uuaer 4"-Ed. Bd. V S. l—Ü. IH— 3ü und 70—73. 

Bl. 184b — lS8a fraginonla Modica. Litier de EiiideniiiH und 
imduro Schoduhiß Do Peate, IIuHer a.a.O. S. 186—189; lU3-)94 
Zeile 7; S. 1% oben; S. 195 die 10 lotzlen Zeilen [sogar mit der BogAD- 
Signatur Hu»er'(i! I- fi) ijj und S. 235 Zoito 24— 23(> Zeik^ 13. 

Bl. IKBb— 18itb Do ürigine Morborum ifcSauitati», vbunda 
S, 380—322 oben. 

Bl. l!>Oa — Id7a Da.t Bucch von den Vnsicht baren Icraiickhen, 
ein Au-tzug aus dem 3. Buch von den Morbi inviaibilcH llLi:<»r 4*- 
Kd. I S. 2G9— 271 Zeile 4, 272 bis Zeile 14, S. 379 Zolle IT— 8. 288 
etwas gokünt. 

BI. 197b— 199a BoKchroibuog de« Mcnitchen als die kleine 
Welt ebendaher S. 28!» unten hi» 291 Mitte. 

Bl. I;t9a — 2U2a Allerlei Kxpeclorationen de» Verfassers .auß er- 
fahrnhcidt meiner Rei.4en xu Meer und Landt" Eibor die Magnalia Dei, 
die groB-ioD Heilmittel, wie Mercurius vitae. Antimonitun, Vitriolum, 
über moderata diuota, Weissagungen vam jüng.iten t)«rieht, warum Adam 
so laag gelebt habe, Dvrunsion eoinor Libelle und Tractate u. k. w. 

Bl. 2()3a— 207b Caput de Dosperatis Morbis und De Morbi« 
Somoii, Huser 4"-Ed. V 8. 154-161. Bl. 208 leer. 

Bl. 20ila — 21f>b Register mit Seilonzahlen „Information vnnd In- 
bait disefl wunderbaren Buechs vnnd l-'rngmenten". 

Bl. 217a Karl V hat seinen Vorfahren „den Damoanbchen zwen 



I 



lt. Scbiifleo, *«lch« *icb in den UoMr'xchun Snmm*1iiit<giibon flndon. 160 



Bröoileni'' für treue Dienst« Rhro erwiesen und da» beigemalto Wappou 
voriiohen. 

Dm ganze Buch ist für die Parai:el«uHkrltik ohne Werth und nur 
als SpcciniOQ tat solche alchomixtJAcheii (iesellen von kuhurhiatDriüchem 
InterasH, welche sich an K&i»ei- Ferdinand 111. drängen. (Vgl. Kopp, 
Die Alchcmic I S. 106 und ltl4f.: A. Bauer, Chemie und Alchymio 
in Oeit«rroi«h Wi«a 1883 S. 35f.) Der (grosse Purscel^iu iquw di« 
Kosten der unvenchiiniltsii Kuclnme dos Cliarlatans trugou. 

69. Wien, Hofbibliothek. Ms. 11206 (Meil. Ibd). M.,. Am- 
bras. 173. ISO Bll. 4° nu.s der Mitte do» IG. Jahrhundert». Auf 

dem fergam eil tum schlug steht „Index super mea praxi incipiente 

ab Anno 54"; auf dem ersten Blatte „Georg: Ilandschius 

ä Limuso Ü". {VrI. No. 7). 
Bin 8rst«mati8ch geordneter Indes lu oioor Sammlung von modi- 
eintwlien Collectanccn meist pralitiücher Art. Die ColloctanoonnammluDg 
»oll«t ist wohl in einem nuderen Wiener Codex unthalten. Eingedigt 
in dicMD ludci sind allenthalben an leeren Stelloit und auf oiitgescho- 
b«ncn Blättern und Zetteln allerhand Notizen allgemeiner und L-a.Hui.4ti> 
■ohtr Art von nicht geringem kulturgeschichtlichem Interesse, nameut- 
Ueh uu dem Umgang mit den Patienten; vi«l gpricbwörtliche und 
sonst gelänßgo Kedewendungcn aus dem Kleingeld des tiiglicheo Ürzt- 
lieboD Verkehni. l-'ür un.-* von Interesse .sind einige kleine Notizen, 
S. B. [)1. 2b „Paracelsufl curauit cum opiati« Us." Bl. l&a: „HedJcua 
TheophrastOB dixit ad Treher. diu contemplans vrinam ab una fcnostra 
ambuUns ad aliam. Es ittt ein alte kruncklioit, die nicht recht i«t 
geheytet worden, soudar ie mehr vcrterbt . Die gtill iit verlerbt, du 
si« d«r leborn nicht mehr dienen kau, verlerbt die leber vud das 
gcMBlt, ir habt kein gutt bliitt im leib.~ 

Hl. I34a— 143n 5 Exoerpta ex libello Theophrasti Paracolsi, 

cui titulu.t Durch den hocbgelerten Herrn Thoophrftstum von 
■fwifnun™' llobenheim, bojder artzney Üoctorem, von der Franczöiiichen 
*jjj^j^' kranokheit drei liucher, Psracelsi. 

Gedruckt Zu Nurmborg bei Jeronimus Formschneidor. I.&.&.2. 
[Vf^l TheU I No. 28.] 

Siodt mit oio&uder geuettert 

vmbslosBen. 

Sehet ir artzot alle ein gleichnuß von einem Steinmotun, der 

lernet sein iunger mehr mit den henden, denn mit dem maul, 

VDd lernet vnd ihucts mit einander, Tnd im ist vnmciglicli, 

lemiNi das er nicht thuo» kan .... 



sie 

i: 



IGf> II. Sclififlea, welch« »kh in d«n Huser'schcD Samintlau'gftboD tadM. 



S» sind einzelne KrafUtollen, Schlagwörter und AuHdriicki\ di« d«ni 
LcMr iiarg«ratlen Bind, nus allen drei Bi'khem; einige soHeno BinwQrro 
dos LeacK und Zusuinmcurosüunge» von Gedanken llohenlieim'fl sind 
Ut«ioi8cli gegcbon. Nur im 3. Buclio «ind grössere Kxcorpte gemaclit 
Über Guainc, PurgationeD, do hydropc noua. 

Rl. ]4Ba— H4a Ez libello de ligno Qnaiaco. 
Einige Au.'V.ug«'! wicliligorcr Stellen aux dorn DQchloin «Vom Holt Otia- 
iaco-, Theil I No. 1 (oder 87). 

IJI. 144b — \b7b „Aliae Cautelac" uborschriobon, eine bunte 
Itoilie von Bctnorkungen aus der Praxi«, meist kluge Wendungen und 
äleiälemlncko ünctlicher Di]domatic. 

ßl. ir>Su Ex Thoophraiti explicationibui in aliquot aphoriimoi 
fiippooratit. 
Einige kleine Fxcerpte aus Theil I No. 100. 

Bl. I^äl) Ex praeTationo libelli Von der Bergaocht 

Theophrasti bactenuH (Anno t>i) libelli iioii ultra 30 
in publicum prodierc cum tameu (ut fertur) circitcr SäQ 
couMcripserit. 

u. f. w. u. s. w. hu Bl. IGl b ein gro»scT Tbcil der Vorrede des Ai-cbi- 
leclua xu No. Sd des ernten Theileü in exteti.so abg&'^chricben, Imudolud 
über den Werth der Ciiemie für die Medicin. Am Hudu hciiutt m 
„Ilsec oiDiiia ex pniefatioiie Samueli Archilocti in Ubclluia Thcopbrasti 
Von der Berpiiichl," 

Ell. Ißlb — 186 Kursnm ulia miscollannca, abormalä R«d»- 
Wendungen, Ausdrücke und Anecdoten aus der Praxis t. Tb. mit Nen- 
nung des Gowühnmannes. 



I 



60. Blmti, öffentliche Bibliothek, Mscpt. 664. 8'. EinSammel- 
band, welcher an achter Stelle die folgenden raracelKusanalecten 
eiitliält, auf b\ HIl. von einer lEaiid xu Aurantt des 17. Jahr- 
hunderLi geschrieben; sehr klein und schwer zu lesen, offenbar 
zum eigenen Gebrauch. Einige unbeschriebene Blätter sind 
nicht niitffczj'ihlt. Der Titel von anderer Hand lautot: 
Analecta ex Theophrasti Astronoraia. 
N*ch 4 leeren Blattern beginnt der Schoiber mit oinigon allgemeinen 
Notixon, z. B. „p. 92. b. promittit, ut saep6 aliiiä^ 2 uohtmina de Prao- 
ticB. Item caetera i libro^ 1. meteororum 2. de plauti». 3. De mine- 
ralibiis. 4. de Klan na. 
Ümnia sunt in discordia in Ynlriod . . ." 

Pas Citat stimmt wie Jtlle Tolgenden mit dem 1 Drucke von 1571, 



II. ficbriftMi, wekb« aich in den Uu»Gr'iichi-n Samiiiol*attf^h«B flniion. 167 



Theil I No. 131. Auf dem :>. ItlatU die borUbmte Sldle (Iliucr J'-Ed. 
X & 182.) 

„Lasset euch Atta nicht B6U7.ani Roin, das midi allen noch nicht 

wiMCudl iat (•oweacD . Dnu audorsl bin ich . Ich bedanke nnr 

der achul in dio ich kommoo bin, berbame mich keinea men- 

»ebm ab slloin, des der mich goboren liatt vnnd mich iuog 

«afigowoiflt hKtt." 

Daraaf folgt eine StoUo „p. 40" der Frankfurter Ausübe in doutscbem 
Wortlaut und allerlei liUeiniHch Uobereotzlea. Auf aar Rücksoit« des 
zweites boschricbciicu Hlattes beginnt: 

PhiloRophia »agax. AHtronomia magna. 

AI) ea artes et »cientiac omnui*, quaei^uo per ho pcrfectao. 

Omne» artificee, qui ot snaore [?] »e inuicom aut reiicero ao« 

debent. 

Auß einem eisen siebenerley achmidt. Holt« braucht niebt 

eioerley Kunst . ic . 

Dens mirabilis in sanctis sab . Corpus mortslis repotit tcrram. 

(terrc»iri« h rinnaaiciitu 
ael«rnii« Luiolua iialuriia, cui mulliplices lila* 

CoDlcstlsaDeo artoti nibiaeent 

cjuu« ganoftlogiuD & coDsangulnitittom 
docet ssgu. 
T«.3b Cap.I. 

Ordo rorum ' ' | inf«norU 

creaianini Blencol&lis ile quu phüosopliut 

. Spiriliu uluui . Der iiul> den plunsnttn inIM *u In 
ihiioD Int . daa H'Meu aus Amo Am cetpiu gfoht In «oln 
Wifckuug tndt gonüiigi wirdi. 
^ Der einpfiuillkha {.«Ib 

Ein Mhematiicher Auszug aus den Büchern I, 2 und A der Aatranomia 
magoa, der bis Blutt :^Sa reicht. 

B). S9b— 40b Ex libro de venniboi, sorpentibus araoeis, bufonibas, 
cancris et maculis ortiii a natiuitate. 
Ein kurz« Exocrpt auc di(«om Buche (Huitor 4°-Ed. VII 8. 278— 29ü; 
Fol'.-Kd. 1 S. 1088-1094). 

Bl. 40a eiuigo thcrapoutioche Notizen Aber Plumbom ic. Kräuter, 
Thermen. 

Bl. 41a Vm leUt Mich wol gewinnen, aber nicht allemal Terdienoa 
[flxmr, Chir. B. u. Sehr. Fol'.-Ed. .S. 262]. Die Schneider stoOeu »iiin 
vod remunfTt in finger hütl, die munchen in ir dixit dominus, d«r sopbiiit 
in Min ett & nun est it«. [ib. 8. 268] 



l66 II- fichriftcn. wtlch« *lcli in den QuMf'icheD SiiD(ii*lau«gab«o Dinlon. 



Bl. -IIb — 17n Lib, 2. de morbo gallico Do Aiiutotaia 
in Petri horto oat pj-rna in JouintH mula» cto, 
Aiiatomia i localis 

fons modidnao l osaeotialU 

Atmüge Riw dem 2. — 4. Ituvlie der Colmarcr Schrift „Vod FranUÖä. 
filalorii*', iliuot 0. a. 0. S. 250fr. 

111. 47 b— 51b Lib. I. Von oSenen loh&dea. 

Uluora noa sunt pudrida »od uina 

AuHxiigc aas dßii vier cnttdii lIQcliorii dor anderen Coltnarer Schrift 
IloboDheiin'« (n. a. 0. S. 37Tff.) 

Wir haben es hier also mit Ausiiigen aus Ilohenbeim's Grosser 
Astronomie, dorn HrspiuDg der KüoHte und doa boidon Colmaror Schriften 
lu thun. wvlcho wenig Iledu-ulung besitzen. 



Damit würe dat atifgofiindeno handüchriftlicho Matorial xu don in 
den Huaer'itahen Au.igaben vecölfeuilicbten Schriflon IIobeDbeim's im 
wcäüDtlichen orschitpft, Zerstreut fiudcn sich allerdingH auch io den 
fulgüDdi-n Abtbeiluugen dicHc« Bandes nb und xu kleine Stücke, dio 
lluüor dcbon b&tto drucktu lassen. lu d«r HandsobriFtontibLTsieht am 
Schlüsse sind diese zcntreuti>n Stellen alle nntjeführl, 

lu den hicrinit ubDcblioäsenden Haudschriftoo des 2. Äbsclinitteä fanden 
wir auch einigo kleine Slücku, welche HuMor nicht aufgenommm lint: 

A. In dorn WicDör Mscr. 11115 (No. 12) 

1) „Ein besundor liboll; Aanlhomia", Bl. 361a; Mi&ho oben 

S. r>8. 

2) Ein anatomiitches Fragment ahne Uebcrsdirift, Bl. 3ü7b 
— 368a; siehe oben S. 70. 

3) „fragment. libri de Auctoritato »anctorum" Bl. ^(iHx, 
»ieho oben S. 70 — 71. Ein vorlauliger blntwurl ku llusor 
4'-Ed. IX S. 208ff. 

4)nQuutuor libri ('omplexionam, Du Colerico Bcllo, Do 
3]elancolica Pasidone, De Sanguinoa Indiislriu, Du flegmatioo 
Sudore Bl 368a— 3G9b; siehe oben S. 71—72. 
Dieselbe Schrift findet mch auch im Leidener Codex Vou. 
Chym. Fol*. No. 16. Bl. IIb; siehe obeu S. 111. 

B. In dem Erlanger Mscr. Q 77 und 78 (No. 15) 
D) Eine lateinische Dispo-tilion zum „Modua purgandi"; 

sieh« oben S. 84 und 86. 
6) Ein tabellarisches Fragment „Modus coDOordandi"; siehe 
ebenda S. 87. 



I 




m. 
Chemisch - Alchemistisches. 



Das zehnte Buch der Arehldoxeii. 



61, Iveiden, Univ.-Bibüotliek, Cod. Vos8.Chym.in Folio No.6. 
45-1 Bll. Von der »elboD Han<) goflctinelien wio No. '2], hNo kiinc 
nach IflOO. Die slollenwoUe vou diesem erttten Sclireibur leer 
golftHsenon Blätter sind von späterer Hand mit allerlei Nötigen 
bo^briehon. Dar ungL'bilduto «rsto Schreiber hat AlchetuUti- 
fiches hier zusauitnengCMtullt, wiu du» Näheren aus dem gedruubton 
Katalog von I7l6 zu orschou ist; uns gebt bior Dur aa 
BI. 90a-99b; 

Tom flteiii der Weiten der .10. Tractat, oder Capittell der 

Arohidoxa Paratesf [!] Magnj. 
hs ist heitter ktiiidt vni) OITonbnlir das Viel Vobostoiidigö 
gcmfitter in Laljorierung der .Speeioljus Zu dem Stcia dur w«ix- 
htin »eiiidl, dünn Ihr verntaiidt iHt vertinntort vber die diug .to 
vergebeo md mnicht werden : Aber die Kuntit betttohett in der 
Vereinigung der Dtugo so wurbafTtig seindt nhoe Einig falscheitt, 
Ich aber l'robiort das diußo MoislorscbafTt der Proportion solcbcr 
»peciom nidit rmbsoust oder vorgebooM SymuD Mugys vonn dem 
Sicin der wl^vsscid wie hcrnucher folgen wirt, das waner mag 
in kciucm woge Jigiert vnd bestendig gemacht werden uhno 
denn Schwefel eo Ihm vonn Natur verwandt vud zugootgD«t 
ist, e* wirtt auch Sonttt kein ding in der gniitzo» woltt gefunden, 
«0 diesem Sulphurj mag gleich gcRuhetzt wcrdooD, denu er ist 
Anfoaglich auLI dem waiuer gebühren, vnd wirdt mit sein«« 
rcchlen Nahmen die Sonn genandt, »o auß den weiiueD wafiser 

seinen vr^ptung genommen Vergleichant 

derhalben die AuQlegung mit den Figuren vnnd gobildtD&Denn, 
dann wir haben nichto frembe.4 ohne da» no an der Taffoln 
Senioriö gemahlet ist. wer nun ein gemüdt hatt 7.u Imagioierco 



172 



III. ChcinUi:h-Alch«inialiiichati. 



VnndoMolioidcn vnnd dio ding xoHogonu, wirtl alles klarer vnd 
hi'itor (Ihiiu dio liolle Sonno schou, Jcdücli mit der gorccliüg, 
Aber nicht mit der ViigorocIitigKeitt, in der Vnnt«rrodung, 
Bl. lUO folgl „Verzoichnu.'« vnm Hauß der 8chiStz Tndt seinen 
SübliUsellen^. 

Wir bnben hier also hnndschriftlich denselben Traetat, welcher I61S im 
„Törnio Roliquiarma" und 1(121 in der „Ileptas Alehymica" (TlioU I 
Ko. 304 und 319) gedruckt war. ÜDsero IlandHchrift ßllt uogolahr in 
dio golbo Zeit, vielleicht noch vor diese Drucke; jodenrnlU i«t »io von 
keinem dieser Drucke abgeschrieben. Ihr fohlen dio einleitenden Worte, 
welche die tleptus NoBDdcr'it von dem eigODtliohon. hier allein gegiv 
benen, Texte völlig trennt, walircud der Teroio den Text einfach weiter 
laufen liüuL Im Uebrigen »toht unsere Handschrift dem Texte Noan- 
dor'a in der Keptas eub^chioden näher &1» dem Ternio, mit wolcliem 
sioh jedoch auch Ueberetnittimmendea fmdet, wo die llepta« abweicht. 

DaäH dieser Traetat nicht Echtparacelsischt« bietet, ist schon im crHt«n 
Tlicilo butout 



62. London, brit, Miweum, Sloane S.'jOÖ. 114 1111. Fol °. aus 
ilem 17. oder IS. Jahrhundert, nlchemititläobo Tractate enthal- 
leiid, darunter Bl. 33a— SfJh: 

The Thendh Book of Arehidoxfii of PhiUpptu Theophraitiu . 
Paraceliut, 
Now whe will bogin tho 10 booke of our archidoxes which ia 
tho key of all oar Hoolis written of philosophy, and becnuso whc 
will not that thin our booke should (all in ihe hands of tlie 
imworlhy because we liave Reept it by our selvcs. til dead 
and in Urne of Trouble it was like s paradiiieth tbe refrexhe- 
ment of our mind für it is an l^lucidary of all our Philosophy 

light of Nature. 

Obipter .10. or The Tonlh Dook. It is apert an manifest 
that many ioconslant mindea are imployod in working of the 

spcciM for the philo«ophers stone Excopt tlio table« 

of Renior, yet he nho has a mind and eonscs to separate thiugs 
froni Ihings will see Every tbing clear, yet ooely tho rightMBS 
■t not the doceitful. Finis. 
Wir haboit es hier also mit einer engUsohea Uebersetzung der or^on 
Gestalt des 10. Duchos der Arohidoxen txi thun, wie sie von Moller und 
Neandcr I61H und 1621 horausgegchon wurde (Theil I No. 304 und 319). 
Bier üit auch die Einleitung mit ilbenetst. Vgl. No. 61. 




Ul. Cli«miieb-Alc)iemiiiti*«bofL 



178 



Bl. 3ia~4lb: 

The PhiloBOphical Canons of ParaceliiiE. 
I.) Thal wich in near lo perfecttun i» Knsuly l>rou){ht to per- 
teetioQ. 



15fl.) fioUl givw a goMcii, nWvcr givc» a Silv(«p Tiiictun» liiit h 
wfao knowo!« to liiigo iho iiiorcury witli silvor or golil Iia^ s 
grest »Gcret. Fiois. 
Bne T'eliereetvun^ flor „ftc^gulao sou Canonea aliquot philonophici Je 
Lapiile Philwiwphica'', welche l'enot ir)82 zuerst ohne Numeu»<ueDnung 
kenuHgab (l'heil I No. 190), cbenao Figulus 1608 io diT .Paiidora" 
(Tbeil I N<p. 282). Im ,Chym. Csullpr" ist a» 1771 als Piiracclsisch 
geg«l)oa (Theil I No. 4(>3 und 4ü4). In di» (imamintaus^alic clor Schritten 
AI«xandor'ä von Suchten ist o» 1080 als von dicmm Autor ber- 
nlunmoiiil nur^fnommcn (Thoil 1 No. 411; vgl. auch Ccnlmlhl. L Bihlio- 

tlwkswcMn lavi ä. susr.). 

fi:l. Wnlfoiilnlttel, Iiorzogl. Bihllothi-k. Codex BlankenLiirg. 94. 
II Uli. Folio, um l(ilK> tfCRchrioben, vielleicht noch in die !HJer 
Jahra deo lt>. Jahrhunderts fallend. 
Hl. la — ^b Lux In Tenebrii Lncens K . Archidozonun . Fraeoipno- 
ntmqae Uedicinalinm Spafryriconun Clavis. IMiilipi ['.] Theo- 
phraiili l'aracelsi ab llDhonhoiinb. 

OiDDO Donum perroctum a Deo Impcrfectum a Diabolo. 
Praefatio Authoris. 

Ob wir wol vunsüDre Archidoxa . vtmdl Anndtrcn buecher di« 
Mctlicinnm bulion'ont, EtwaLl khlcrcr, viindt verstonutigor alQ 
boMhodiou t,a bi'-icli reiben willenU gowtv«(o[i diowi.^il aber diu 
hvi;lij(t4n arcana Medioinao . pbiloMophiao ohne diii warlmlTtigon 
oliin)iM:h«n llftudlgrif uit bereilott noch in iur Rxallationem gra> 
dautn gfibrauht werden kiinnen vnnt aber Menixlich wol wbuient 
ist, wiu fattt die gannze gottlose vnndt allein denn zeitlichen 
giial(«rn vnodt Reichlhumb ei^bene weit, nur den tinctur!« 
vundt transmulalionibus motallorum zue erlangen, vil golt vnndt 
Silber mit gowalt nach lauU'on darzue sie dan wol die wäre 

ohymiBcbo praeparaüoDcs bodorfToo welche sie in za 

seinem lob vnnd Ehren bcschlossun haben ru Bastei . Jc. 

Wir haben hier also denselben Text, jxrolchen Slariz 1624 nim 

Icrsteo Mall* aU „ClnviB od«r daa xehondu Buch der Archidoxou" heraus- 

' pb (Theil i N'o. :{28). und Bitiskius für seine latoinbclio Goiiauit- 

uugslMi 1658 übentakuin Hess (Thoü i Seite fj9l f.). h'ast unveräudort 



174 



U1. Cbtmiieh-AlchsRiixtixchM. 



ist der Stariz'Kcho Text in die «Hnndbiheln" vor lß84 u. n. vr. hcr- 
äbergCDOmnioi] worden (Tbdl I No. 418 etc.). «iihrend der Rucbhündkr 
Drtllliopff IGSI fim „r.a|u« vogötuWüs" (TIipü I No. 414) liiosolbo 
Sthrin iiiioli aritli'ror liiindDcliriftJicIior Uebcrliororutig gab. Julvufallü ixt 
uniior« HandHchrift weKonllich »Itor nU alle diese Druckt*, uud iliiwe Ali- 
handlung sicher noch im IH. Jalirliuiidßrt nbgfraswt wonlcii. Un«or Mttcr. 
gibt sicli nur als „Schlu.'*sel*' zu den Archidnxeii und andern medicini.ich- 
alcliemiittischca Schriften und nennt sich noch ^r nicht zehatos Buch 
dor ArchidoxoQ, unter vrelchom Titel die Abhandlnnf; doch in allen 
Di'iickcu gehl. Dagegen »[iricht weder Stsriz noch seine NacliTotger 
von «inor Lux lucens in tcnobris, wohl aber Dollbopff, der w 
mich nli* ■Schlii.sjiel 7» iindorn BiichiTn llohenbcim'» bezeichnet und da- 
mit., niQ un^teru Huud.'sclirirt. an den Clavis opcrum Paraculiti den 
Rhonanns erinnert (Theil I No. 2114). Als» soluli ein ,Clavi.t* xu Ilohen- 
heini'ü ächriTten ma;; das Iliichb'in von seineui Veifai^cr gemeint ge- 
wesen Kein und ist vielleicht eist später dem Paracelsus direct suge- 
scbrieben wonlon. 

Wo Dollhopff von Stariz bedoutonder abweicht, also namentlich 
in der Vcirrerle, stimmt diese Woirunbüttulor llund^chrift meist mit erste- 
rvm ijbereiii, hut numentüch die Er«-citvruugen und Ziisjilxo d«s Texte« 
fant ebenso, welche ilcssea Text im Vergleich su dem das m&fa bietet. 
Uebrigcns linden sich auch in der Vürrvdo und in den 10 Kapiteln viele 
Abweichungen von den gedruoktan Texton. Von der thSriohtou Dati- 
rang dett DollliopITiichen Textes „Baitel Men.se Auguslo Anno löll" 
findet sich hier nur ein „Hauet . etc." Im ganzen ist die vorliegende 
eine gute llaudschrin. nach guter Vorlage ge»chnebon, die nur selten 
falsch gelesen hat und dann von einer nar wenig spateren Uand cor- 
rigirt ist. Wäre diese Abhandlung echt, so würde unserer Handschrift 
für die Textgustaltung beträchtlicher Werlh bciziimci^cn soln; doch i:il 
diwt U'erkcboD, wie sdion Theil I Seite ö:iT »u.tgef^hrt int, emt zwischen 
IbTi und 1000 gescliricbeo. 

In der Handschrift folgt noch DI. 10a — IIb „Tinctur Einem Doc- 
tor von Hambut:g zugescbribenn' und auf der letzten Seite ein Verweis 
„Theephra^lus Sogt vono ollco aqua sallia ntso de minoralibus fol. ■.•4''. 
welcher auf keine der gedruckten Atugaben dieser Schrift jiasst, auch 
nicht auf No. 121 den emten Theiio«. 



I 



04, Weiiiiiir. Grosöhentogl. Bibliothek. Q 4r»2. 206 boschrio- 
boiie Blätter (dazwischen und gegen Knde viele unbc«iclinebene. 
nicht gczHhItc). Alk* von derselben Hand gtechrieben wie <ler 
Weimarer Codex (j 4^ (So. 61); unr Blatt 1Ü3 — 135 von 



UT. Ch«nii9cb-Aleh«iDisttseh«*. 



176 



anderer gloiclizoitigcr Hand (bJho «twu um 1630) geschrieben. 

Aor Bt. ß3a folgeiides Titolblatt \n Scliwarx und Roth: 

Lux Lucens in Tenebris Archidoxorum pruocijiuorum 

arcnßorum medicinalium Spagyricorura. 

CLAVIS Sive Liber Decimm, Aureoli, Philipp! Theophranti 

pBracoUi Magoi ab llohonhoitn . Addo 

BeLLa MoVot DoVS Iiitor Xrlstlano^ In orbc. 
[Die Jahmihl dieücs Chranogpamms 1624 Ut wohl ilos Datum dioaor 
AlMc)irirt.j 

BI. (iäb Stcllcu au!< Ecclo^siast. 42. 

Bl- ß-la— (Wa I'rat^ratio D. D. Theophrasti paracolai . M. 
Obvol vosero Ardiidox» vnnd aiidero buchcr dio Medictnam 
betrelTendt, etwas cIHrcr vd<1 vorHteridigcr, als genchchon zu 
bescbreiboD wir willeim gewetuen. Dio weil ahor diu höthMtcD 
Arcana Medicinae Vniuersalia, ohne die warhalTtigo ChymiMchs 
handtfrrirr uidit bereitet noch in ihr b . phüchste?] Rxaltalion 
gradum gebracht werden, können: vnd aber menDigiich wol 
witBondt iat, vio fast dio gaotze Gottlotie clerisey der medicini- 
ficheo fscuIUtt den Zoittllchon Guttein vnd Roichthumb allein 
Ergobont, viid Mich diuaor Göttlichen gi'hoimnus wenig achten, 
dtn ihr sinn vnd gcmuet Htohot nur nach den Tincturi^ vnd 
Tnnfimulatioiiibuü Motullorum zu Erlangung viel Oolttea vnd 

Silben» mit gewaltt uuchlauiTon: Also diesot- 

Schatz vor«cquoistricrt Hcin «oll in dorn Kwlgon wordt daß him- 
mell viiodt Erden erheltt. Amen. 
S. G8b i«t eine Stelle auM dorn Ecclcxiastica'« 43 cingescliobcn und ein 
NB. Qbcr Anltmonium und Spiritus mercurii philosophorum. 
BI.09«— 81a Der Text der lO'Oapitel: 

De SoparationibuM Klementorum . 0»put I . Inn allen 

dingen aeindt bey einander vermiscJit 4 RIement 

... De Compositiano BaUaini .tpiritualin et HaUaini 
Coagulatio Corporia . Caput 10. Ebenn wie im Manual 
vermeldet, soll di« Conjuiiction geschehen im l'liilosophiüchen 
Ey tc vnd wollen also liiormit im Namen Gottes dilJ growe 
werck xu seinem lobe vnnd Ehroou beschlossen haben zu Basell 
im Jar D«o Gloria. 
Mabrfach linde» sich am Kande der llaudschrid Citato aus Band IV und 
VI der IluBor'sclien (juartaiisgabo z. B. Bl. 6db „Do morto rcrum T: 6: 
38l,2{^i.' „T: 4: 'AÄ. libvuui de morbis Tarlarois" u. s. w. Faast man 
du „[>eo Gloria" aU Chronognunm ko wäre DLI = 551 also I&6I (otw« 
«in VorgSoger der Jahrzahl 1511 ta No. 414 ilcd enituu Th«iloa?7j. 



178 



tu. Chamitch-AlchsmiiitiKthDS. 



Wir haben liier altio ein« wciti;ro liandxchrift der zacrid von Joti. 
Stftriz berauK^oRebonen I^sart des 10. Buches der Arcliidosen. Der 
Titel scbuinl vom Abschreiber nicht n&nx vorstanden zu f«in; or ist oino 
ofTenbiirc VfrbuHhoruuuß aber zuRleicb in ctvrn eine Weiterentwicklung 
dea TitoU, itn diu No. 63 Kibt. Die Lesarien unitoror Weimaror Hditchr. 
»ind oft rwlit iibweichoud von dorn Wolfenbiittcler rodex. doch »teilt 
auch Hie dem hollhopff'Kclie» Text« nüher nl» dem i\e» Htxriz und 
Beinor Nachfolger, beruht aber doeli ikiiriiaiidsi-.]irinii('.)ier Ueberlieferung. 
Bh folgt nun zuonit ein ah-hitinixtiKclies Allerlei, darunter alchemiati- 
Hcl» Visionen aus den Jahren 1(117 und ll>2S; Hl. 102 — 172 Tractato 
do» Basilius Valcntinus. 

Rl. 17.Sn— 174b Hanoate De praeparation« Hateria Lapidii PUt- 
lippi (larareUi a llohenheini. 

Kp. F.lecl.rum inineralo immaturum. dult Ist ein Ruincr va v«r- 
felscbter Afi'rruriux Vivus oder b«rgk Zinobcr, wtx in moiu 
Sphaeriim oder Sperma [!| ...... Du »olt aber wifmn, daa 

von deinem KIcctro ki'iin -^ulucion geücfiicht, » habe den den 
Circulum der sieben Splincr<in Tolkommcnlicfa drejr mahl durch- 
laulfon: dan Holcher Numenu gebnert im zu. 
AiBaSglicb gleich lluser V-FA. VI S. 430 — 134. Der ParacelriMhe Test, 
lat Meltenweüp enruitert und mit erklärenden Zusntsen ^'eritchen. Das 
Gaue ohne Werth. — Im Folgenden ein Procees de« Uaac HoMandus 
und allorloi Alchemutisch-medicinisches und Technisches. 



I 



05. Kopenfai^D, kOni<;1. Bibliothek, gl. Kgl. Saml. No. 350, 
148 niciüt l>C:tc]irii-lH<no Bll. Fol*., tod einer Hand um 1700 
gwchrieben und von einer andern venie spätoron mit Xuützen 
u. *. w. ven««tien. Die ensten l'il HU. nimmt i-ine HchwedBcho 
KrkUruii);' und NoliH>ns>mm)ung lu Heinrirh Kbaurath's 
aAmphitbeatrun)" ein. Den Schlm» bildet das Arcbidoien- 
nanuscript., Titel und 26 Bll. Dio Bo^o in je twci Bll. sind 
Dumerirl .Archid 1* bis „Archidux 13." 
FArkUriag pä Theoplirasti Tionde Book ArcUdox: 
Bl. .archiit I.* Körklarioj; pi TbeophraKti Derimam librum 
Archidoioo. Ad: Cap: 1. In oinnibu« rt-boi comnttxta sunt, 
juxt« Mi qnatnor elcmenta, sed in r« qoalibet, nnnm ex iUb 
qaatuor, peffectura ac liium est. Bind est elemeatum prae* 
dratinalam, in quo qointa oraentia virlos et qualitas habitat. 
Air drßc ThMftkrwii mdh K*n man lähra alt — athi aaltet 
sitt«r qainu (wrntiJk Forty uthi alla slapadr och Kri^ppeslifce 
Uag, San tK»tä äff fjra dementer, ähr saltet dbcturca dasta 




. in. Cberoiscb-Alchemistischea. 177 

fixe, som athi asltau blifwer liggiandes, nähr heela dhet öfrige 
corpus ähr alT elden förtürd och llycbtigt giordt. Ahr altsä 
Spiritus salis* [Vom Schreiber im Rande hinzugefügt:* „uthur 
hwart och ett slagR Salt, den"] qüinta essentia, virtus, d' qualitas, 
8om boor in elemento perfecto ac fixo & praedestinato. 

Quod vGi'o quidam opinantur, Corpus verum elomentum et 
qualitatem esse, nee non virtutem veri elementi aliquo modo osten- 
dere, ea quidem causa est, quod corpus, ut et tria elementa imper- 
fecta, a lixo, perfecto ot praedestinato elemento, vel quinta essentia, 
velut incola suo tinctum et qualiHcatum est, quodlibet secundum 
suam naturam. Här swares tili den objectionen, att hwart och 
ett tings heela corpus uthan nägeu förregäende Separation Icunde 
hällas pro elemento, emädan heela corpus wijser äff sigh dhe 
egenskapper och qualiteter* [' som sielfwa saltet och des Spiritus 
innehälla] och alsä iugcnting uthi heela corpore ähr, som wijUer 

sigholijkt Ad Cap. 10. De Compositione Baisami 

Spiritualis, & Baisami Coagulati Corporalis. Compositio 
haec fit in ovo Philosoph; Denne Compositionen som uthi ovo 
«keer air lialsamo Spiritual! (i. e. I.una) och äff Balsamo Coa- 
guluto Corporali (i, e. Sole) ähr ingon annan, änn att effter 
putrefactionen, forwandlas eller ligeres mercurius ferst in tinc- 
turam albam lunao, och sedan in tincturam rubeam solis. 

Menn den rätta compo.sitionen Baisami spiritualis et Bai- 
sami coagulati Corporalis i. e. Lunae et sulph: solaris, siteer före 
änn som massa solis, lunae, et mercurii blifwa utbi ovo inneslutas 
saßom ditrom har frammanförre ähr formählt. ' 
Soli Dco Gloria." 
Am Rande steht hier noch: 

Detta capitlct kan förstälis om tincturae lunaris promotion ad 
tincturam solarem. Forty nähr man här tagcr ßalsamum coagu- 
latum corporale pro liuctura fixa luuari, och Balsamum spiri- 
tuale, pro Mcrcurio acuato, conjuncto cum aliqua parte seminis 
auri, som änuu ähr flychtigt och att igennom denne mcrcurium 
Philos: hwaruthi semen auri ähr solverat, den ligerade tinctura 
lunao äterigen giüres volatil, tili att sedan widare figeras in 
tincturam solis, sä kan dctta capitlet bällas für desto mindro 
Öfwerflödigt, och haar sitt egne förstäud, och egne meening medh 
aigh, hwilkori meening sä myckct bättre öfwereensstämmer 
medh dhet som sägos att denne compositionen cenkanncriigen 
skall skc in ovo. 

coufer memor. ad Nosce Te Ips: lit E . pag. 18, 

Kltllk d. Bcklbnit d. Pinceli>iji>:tieD SchcLflen [[. 12 



178 



in> Chamiiich-Alcliciniiitlaebfls. 



Ein fortliiurouder Comineiilar eu ihn 10 C^pitel di» 10. Huclin dar Arclii- 
doxeu in dor lat. UebcreeUaiiK des BitiHkius (Tßeil 1 No. ^82), Die 
Einleitung ist uU dos CommonUro» oicbt bodürftiii; woitRclaHseii. 

iHi. Wien. H'.n»il)liotlK-k. Ms. 1IÖ48. r>2« Uli. 1" au» dem 
IG. Jiilirli Uli dort. Itegiiint mit. einer ReceiitciiHaramlunR von 
verschiedoDor llaiid goschriobon, Titel: „Eoi[ierifa ad varia&n"'- 
tudinum t^iMiura .... per Nicolaiim Albinum mw disapulis 
jii-ü|)0!titii . MiiiiduH vegitur oinniaiHbui'. 8iim Nicolai Albiiii a 
Joiinsdorir arliuu ut mudiciu^ Doctuni«.'^ Auf Bl. 175 bei»t 
US „fiiiis in vifjili:! Mkiriulj JoiiniiiN ItnpUsto Aniiu löHl .24. die 
juiiii . . . .* Ks ft)l^;l ein Brief von dem Nnrnbeiger Arxte Jo- 
- hHii» Magenbuch, «in ConMiliuin von ^cbast. Pelzcr Dr. zu 
Slraubiiitr, ßino „lliovi* inpdfindi Mythodus" aus Oaton und 
llippoiirali?!* von roiradiiius med. I'atavinus; ,Von die Newo 
kriinekheit" (InlluoDza?); In spptimum Collignt Avcrroi« von 
Malth. ('iirtiun piipiunKiK; Gutacbton Mag«n1iuch'ü über eine 
Wn^iii'prubi' ilex WildbadM lleckbingon von 16-IH (destilllrt!); 
Di.spniiHatoriuni Vieauen.'ie; I'uomriiin morbi; Rocepto; ConsüieD 
von Johann t.anych, Kugiibius und ('oradinuM: Tologiu 
excinplata öt potL-^inium ox i^ulli'^üt« exiinii maginlii Matlbei 
Curcij. 

Es folgen dann noch Kocoptö, deren erstes lautet: 
m. 498a 'rheophra.ttus 

mache ein aquani regit« darinn soluiro gemeinen Mavurium cru- 
dnm, et purgatum 3 V 

Danach /f anthimonii praepurati 3 IJ Tartori »Ibi ^js di«e ij 
atucld) reib zusainen. vnd \as lliesHon mit einauder vnd giv» 
zum kunig, diosän kliunig roib khloin, Holuidr auch In dein 
iKjua rogift batoiidci-M , dau If aurum purum ^JH-soiuim auch 
In aqua Kcgiji, die drey snliitioneK geull xusamen leichs wider 
per alembicum ab, gieß wieder darauf. leugs wider dauon, daa 
thue & oder »ochs mal . zulout troibs mit starckliem feyor, wie 
ein stiirkh nijua fort zuletx geuß guott rocUtfurtigen prandtwoin 
darüber, lo» stehen xij ."tuudon dan distillirs wider donion, 
dau g«uU wider darüber gut gerecht khlar roscn Walser, laa 
XX iiij .stund stehn, zeugs auch ab, »o i»t e.t beraitt, vud der 
edlest praecipitat xubraucben in allen kranckheiten. 

Ringe-itreut finden siub in die Sammlung von Rcccpton weiter noch dio 

folgenden unter Iluhcuhuim's NamoO: 



ik 




m. Cbemiticli-AlcheaitoliichM. 



179 



Bl. f»04a: .l/trirti rt Mm Saturni [pIuinbi]z«inacheD In tli« Killon 
vn^ueDlPi) zupraucheu tlii>ophrf(iitj. 

[rgl. Chir. H. u. Sehr. FolVKrf. S. tUW] 
4 PIttmf'um v[i(] soluir dn.'« In ein uituii Tort <ln. nicli »icU oü 
v'iAa ttul! vfKi Ui» i:x Truckliuu witnlon iliin nymji alüci viU 
Salmiiil- »tos hl khlein mittclie In dar vniier vod geyll darauf 
itc«tuin dn.t Kr darüber ^i>fiu Hj zwmcIchfliiKor hoctt sotx In roO 
roitit iij oder iiij Wochen In ein wol veimucht glas, darnach 
nymH herauU vnd geuU mehr KmiV/ darauf 3 sworoklifiiigor lau 
8t6n wie l»nj{ du wilt ^eich den /^ty tieriib ihuo In (;in eng 
g]u> treilj eil vuder :<icli so liast nwrcvrium {iluvihi iUt ge- 
reclit i:tt. 

Oleum «iue oxtractio /ilnmf-i t1ii>o|ihrat»tj 
In »pini- emplnslra, et vngiieutii. 
ni. 'Mi' H >Silber gleih reil)ü khlain thiKs In ein glas geyß gu«ten 
starcklicn Ew/y daran setz in ein stellie wirmb vnd vermaehs 
oben wol, He die muleria. In der wirmb Htuliet pai vtij tu^; m 
wenkn criHt&]l«u sirliiesscu gleich wie plolU'r dio thua In «in 
glas, vod diMt.illiro wio oin aqua fori, »o g«tJi du^ nloum her- 
über, das praucho cXt ist hipMclicr h:iynili--«ohor grolJor subtiler 
wirkhango. 

In diiMom ol«o inagMt de* Mrmirii praccipitat Mcden vnd 
«larnscb xim rnnideni brauuhen, wirst wiindorparlicho »clmuo 
Mibtilc wirckhuTi;; l)(«lin(len. 
itlat r>(l5b; I» pleuroüj » Thcophra.tto probatum. 

H .tal aWnthij ^j t'.am acolo acdpiat .-«exta die jeiuoo alomaclio 
p<ir VI hör«« videbis eutn totaliter curatum 
ni. ölKih: Aqua TheopbraHti xii althen schüdon. 

# ein Sc/iiftiFti kyU ilon diatillir per alembicutn mit Mlarckbom 
Ffiter HU gehet cid ötl herüber durin neix lucclilcu vnd log 
dorüber vn »preug das wai^er In dio ^cbädon. 
diei<ier Furm finden *ieh dii-ne Reeopte und I )n ntto 11 ung» verseil HA eil 
oiclil twi Huhenh<:iui. deeli mag ja mancherlei derart Gborlielorl Mio« 
was au8 dcu Kreiiten der i^chülcr Ntammte. 



67. Loiilou, Univ.-Iiibliothek, Codex Voss. Cbymicii» in 

Quart«) No, 17. : + 328 Bll. Die ganze Handschrift ist von 
Dr. Carolati Widemaun geMchncben und beiitebt aus b Thciloii, 
welche erat «püter von WidvuiaDu ttelber la einem Dande vor* 
einigt und durctifoliirt wurden. Sein Name Undet itiob nirgonda, 

12* 



IBO 



m. ChAoUeli-AlebemiMlMiliM. 



aber xahlreicfi« Nietlcrsuhriflxlsten aut< der Z«it swnchei) April 
1588 un<l dem Soptembor 15%^, zum Thci) mit NoniiuuK Augs- 
burpi. Als Darleiher der handscbriftliclien VorlaRen werden 
^■-iiiiiiiit: ünbriel Drtel. Aüiduh ICotli in Augüburg. Johunti 
Voglor civis Ar^ciitonitciisiM, Jolisiin Mnlilor inedic. stu- 
dloÄUK, Ciix)i»r Ullrich llartonfoU »us Btuftl, Arzt uod Itürgeir 
in Stra.-wliurg, 

Für una ist hier Folgondt» von ItcdeutuDg: 

Bl. Ma— fir.b Cunteii): 

lÄÜ dJHän volßCBdcii Tractat wohl, Ist Ja Toiibicb gonueg. vnder 
Aufioti );cruilt, liostu die gn^d Ditt tue ventlohon, ho bleibH allso: 
gtib. Ürt^-Il. 
[Am Etaiidu: Von llorn Gab. l'lrttl Mir golihen M: Doceinbrj Aquo ic. 88. 

DiLi'uiitor »Im imditräglich eliißofügtei' Titel der fulgenilcii Schrift, 
gl p ich rillt." Villi Karl WideinannV Hand sjiiilor Kesoliriobiin: 

Das Baech caipaij H&rtung vom HoC vonn der beraittang des 
gebeneideten [1] philosophischen stains tambt dessen snbiecto. 
»einer Nmur vud Wesen inil «chüncn figurou gloich- 
Iiii4:«en vud heiliger ^chrifft probiri^tl.] 

Vorrede. 
t^t i.-<t xue wis-Hoii, dx Alle ding von Ootl kommen, vnd ohne 
den kau ninbL-< gemacht werden wio du u» findest, (iencsis am 
ersten, vnd Ihm Euangelio Jobiinnin am entten. Darumb so 
HoIlcn wir In allen Vnserm thuen Gott aunielTen, vnd in bitten 
vmb veniuulTt vud verstand zue lüacm heiligen Werckb. wie 
alle I*hiloHop)\j suijüii, n\f llermo.s Arnoldus de Villa nona vnd 
Paleutin vnd Juhunni.-^ »m ]i>;tti'ii: dann Kolchuti will von Gott 
gtdemet sein, nüt ih wir raitt viiserii Aigf^nwiligt^n köpren wollen 
hiiidurcbraron (iolt geh die Natur mög» (erleiden oder nitt, du 
rechne sie nitt hin, .tondern sie l'aren fort, ainersprieht es »tcck 
im Wein, der Ander sag es aey In den vnperfycten eiSrpern, 
Im bluol, Jnn Marwtsiteu, Im Mercurio im auhwelVel .... 

Dat) Erst Tbaill dtLt Ituochs: 
Nun fnchol uhu in Gottes Nahmen dx buoeh der Weyßhait, vnd 
sagt Von d«m vn<prung dos Edlen stsins, vnd zeigt ahn die 
proportz, die färb vnd die geMalt, vnd »ogt von «einer «Vigen- 
schalTt vnd Xatur vnd wie Wir AH dauDn herkimimen, wer 
Augen hatt xueaehen der seil, vnd Wer Ohren hutt Zudioron, 
der h&r auff daß Ituech. 

Ain Gobett zue Gott dem hailigen Gaittt. 
heiliger Gcitft, Weili mir, dz Idi nitt waiÜ, va<I lore Mioh 







III. Cbemisch-Alcbemtatiscbes. IgJ 

dz Ich oitt kann, vnd gib mir dz Ich nitt han, gib Mir die 
Meinigftn fünff Sino, dz du hailiger Gaist, Wonest darinn, Mitt 
den siben Gaaben, soltu mich begaben, vnd solt Dein göttlichen 
frid haben, ö Heiliger Geist lehr vnd vnderweiß dz Ich recht 
leben kan, gegen Gott vnd meinen Nächsten Amen. 

Das Erst Capittell caspar harttung von Hoff !C 
Im Annfang war dz AVortt, vnd dz AVortt war bej Gott . . , 

Das Annder capittell dises Buechs zaigt ahne die 
Erschaffung aller ding vnnd vorauß vonn dem gantz 
Edlen stain K. 

Das Dritt Capittell 

Das Dritt Buech zaigt ahn die Farben vnd die 
Nahmen, vnnd vonn seiner Natur des Edlenn Stains, 
vnd dz nur ain ding ist 

AVelches Ist wider die Wortt Auicennae vnd Rhasis, 

da sie sprechen Allso, die Median Ist Allein ain hiillT der 
Naturen, dann wa die Natur nitt Ist, da mag sie kain Würckung 
haben, Wann ain Laxatiff in ainem todten cörper laxiertt nitt, 
wann es nicht gcricht ht nach der Natur, dann Also sagt 
Hippocrates Inn seinen Aphorismis, die kunst forttsetat Allein 
ain ding durch Natur erschaffen vnd thuett Ihnn hiillT vnd die 
kunst hüllTt diser Materien, vnd die Natur der kunst. finis. 
Es ist dies der Tractat, welchen Huser's Erben in der Folioausgabe 
Bd. II S. 687 — 691 ohne rechte Ucberschrift unter den aflgehiingten 
Tractaten de Lapido Phiiosophico" als Paracelsisch geben „ex Manu- 
scripto exemplari D. Caspari Vom Hoff". Auch AVidcmann hat das 
Werkchen offenbar ohne Titel vorgefunden und liefert erst später einen 
solchen am Rande, vielleicht erst durch die L'eberschrift des 1. Capitels 
veranlasst. Ohne den Namen eines Verfassers wird -uns diese Abhand- 
lung in Cod. 11428 der Wiener Hofbibliothek wieder begegnen (a. No. 71), 
aber mit der gleichen Ucberschrift des 1. Capitels. In einem sehr sel- 
tenen „Verzeicliiiifi von cbymischcn, alchymischen, physikalischen, theo- 
sophischen, kabalislischen und Kunstbiichern, welche bey Johann 
Georg Uinz, IfuchhÜndler in Wien, im Zwettclhof verkauft werden. 
1791" (238 SS.) 8" steht auf Seite 92 „Hartungs, Casp. eigentliche gründ- 
liche und wahrhafte Itosdireibung von der Bereitung des gebenedeyton Stein 
samt dessen Subjecto, seiner Natur, Wesen. 8. Manuscript. 2 (1. 30 kr." 



« 



tR2 



m. Ch«mUch-AlchoDii«it<che*. 



Da« igt »hö Kwcifcllos UDtior Traetftt, dor abor nirguid« linciditchrifUich 
»Ih I'iirnceltiiitcli {iburlicrcrt itit. HoheDlioim ist unf »Uc Fülle nicht 
dor Verfasser!! — Die AlmelchungüD unserer [lan(Uchri(l vom lluser'- 
schcn Texte sitid im KinzclDcn recht zaliliei«}); die I.osarloD vielfach 
bi\ssQr als die de» Druckes, der auch sablroicbe RürzuoKcn aurwoist. ■ 
Ik-HonJor» Keinen Kiido ist ilas TiUcr. i-twa^ auHfuhrlicher und hat kurx 
vor f^uhluiM cinou /usate tler eine gxnxo Vuartsi^ilc ciiinimml. (Eine 
anduro ak'homiiiti«chu AUiaadlunj; Kaspur H&rtuiig*s fmidcii wir iu 
No. 280 rc»!-. 416 .Iw 1. Thftil«s.) 

Bl. Ii5b— ORli: De Lapide Philoiophioo, qui Lapii unoris appellator. 
[i\iii Itandc: „Herr Gab. Ortell Mir geliehen M. Decemb. Ao. 88"] 
Lapis Pliilosophicuo wirtt also gcnanndt von Ktticheii jiin stain 
dor üb, das ist welcher den staiii bej ihm drejiit. dor wirt von 
Aller Welt lieb gehabt, Dauon Ich dann Vill von Theo- 
phrusto gehört vnd auch goHehon hab. vnd dr, haimb- 
lieh von Ihme abgeschrieben, dann er linl ulVt xuc Mir 
gOJiagt, Er wolle mich All «ein kuiuüt ubschroibcn la^son, Alk-Ju 
dz vnd Koni4len eJii Kchwarti: bücicbloin, dx er Mir Allwcg gar 
hoch und «trmig verbotleii Ich noll dis nitt anriiuren noch auT- 
thiipii, c<* wiird mich hartt roiien, vnd also olTl Ich dariibor bin 
koiiiuion (.Wie er Mir dann vber All seine aachen vertrauet.) 
so hab ich ds Ilortü nie gehabt, dasselb aiifTzuethucn. 

Item OS stehet in seiner kuust vnder Anderm also welche 
-loh haimblich abcopicrl, welcher Mensch den stein hab, der 
soll diese caractere au(T ein Zett<'ll niaobco [folijen die 4 Zeichen] 
vnd dariuc sühreib«n Was or bbgort, die Zctiell auf den stain 
legen vnd 7. xliind drauf ligen la^^on, vnd »oll darnach Icom- 
moii vnd die Zeltoll holen, so lindütu darnach einen Andern 
Zeltoll, darauf auoh character gemacht stehen [Da» 2. und 3. 
Zeichen] vnd vmb mir einer geschriben hat, wanu er dioselblg 
iti'ltel nun hat, so kombt einem dasselli'vinb Wie er vor go- 
si'bribcii hat, das hab Ich otl't vou Theepln'asto gesehen et est 
Vnrnm Via mag auch Einer dem Andern waß zaewegen briogen, 
Wunn er nur will, vnd vergundt Wz er haben will: Wie man 
den ittein hoU xtiewegen bringen, Ist gar liederlich dernur kücu 
vnd vnuurxagt Ist, Ea mues Einer »chauen wenn man einen 
Mi'nM.'hrii honcki, so lest er spcrma, ds Ul den miinnlichen 
»ahmen dur Natur von sich vnd aus dem wachst ein W'mU 
gfinnnndt stio latein Mandragora zn telit^ch Allrann, Ist gestaltet 
Wi(- <-io MotiM^h vnd diesclbig Wurln miies man graben eines 
KI!enbe;juii Tief mitt atm «larckou span Von dem üalgcu go- 



DL Cb«tai]<i:h-A1cheuiiii[Uchc«. 



183 



M:tmitt«n, so Gudet ma» ain stuti der Ist geformt wie ain 
Meikitclieiiliopf, va<l ist iler «teio Ispin 1'hilo.tcipliiL'Uü, vnd du 
Täutsil den Tag m^rukon ilurun (l«r Mensch crbenckt 1*1 wonlen. 
vod das graben Mlu-j« gei>c}icliei) im .lulir dHrnacli . alin disom 
tag, Aber iiitl ahn der sUindt des Tnga, »oadciii uliD «liser Stuudt 
der Nacht. 

Diß batt II. 0. (). Von Johann Krouaohor b«koininou 1.5.76. 
den 3. Septembris. 
Ob dicsfi- Djirleibcr Johann Kronachor sich vielleicht selber iil.-« 
den fainos^in Schüler llohonhciinsausgoiiieben bat, der über die lleitiilirh- 
bciton seine« Meisters ijerioth? Als Spccimen, was man dem grossen 
ilaono alle;« unlerHohob, ist dieses Zuuburstückcbon immerhin iiiter- 
«stsnt. Uiö f-a.-)elei von der Mandragora ist nicht uriginull und fiüt mit 
dom vorangehenden Itildnauhcr etgentltch nichts zu thuu. Das G&azfl 
Ut xiemlich confiLs. 

1)1. 70b~T-lb SeqnitnT . Liber Thesanrorum Alohimiitarum Anreolj 
Philipp} Theophrastj FaraceUj ab Hohenhaim. 
Caput Primum . Die Nutur goneriert vnd Nutriert ein Mineral 
in viseere Terrae WVilcbo in Europa gefunden werden vnd seind 
xwaicriaj Die mir zuo Haodt gestanden vnd Inn probierung 
ox]>eriinootierl, vnd du bösiviito erfuudon Ihn Aufgaojj; Astrj Solls 

sphaoram dz l^ben aus seinem llerUen, 

don Balsam seines In^wuid nach Artt Cabullistarum. 
Expitoit Über The»niirorum Alchimistarum Theophrastj . M: Do- 
Mtnbrj Anno 1.5.H.H, 
Der Text Ul hier, wie im Mfincliener Mscr. 4228 (No. 33). in X Capilel 
«ingotlieilt und zei^ Kablreiche Abweii-Iumgen von IIuhlt, ohne dafür 
otwa mit Hodenstein oder dem noch mehr abweichenden Toxite« 
(Ttieil I No. 1Ö3 und 1^8) üb«rcinzustimmen. Jedenfalls beruht unser« 
llanduchrirt auf haudsehriniicher Ceberlieferung, die auch mit der im 
Miincbener Codex oder dem Wolfen bültclcr (So. 34) nur gelegentlich 
gegen Dasvr überoiu.'<timml und stellenweise ciuo gÄnxlich andere Rc- 
dactioD des Textes gibt, >. U. im ADfaiig des Abschnittes ^Du Leon« 
viridi" (Cap. VII), welcher dem Wolfoubiitteler M^cr. gaui fuhll. Manch- 
mal Mheiut sie eiitsohieden boisere Lesarten zu geben, r,. Et. gug«u Kndo 
— ](TDd Mtne Jungen PeiHsen Ihnen die Augen auLt, da rinndt heraun 
«Ine AVcisse", statt dem sonst et«l8 Ucberlieferten „darauß wirdt ein 
Weisse", 

ni. Uib— 139b CoUftqoium Dootorum Wolfgangj Kappleij etOiriit«- 
phorj Sehafiherj, cum Tbeophratto Farac«l«o, in Labyrintlio. 
Mattbiae Coecij Apothecarij Cremsiauj. 



^^V XS4 !"■ CbcmUeh-Akbcmiiliichei. ^^^^| 


^^^B D. WolftctiiiK Kepler. 


Wu wülU mit mir anfachon htindl, ^H 


^^^^^~ Btrr Cliriiil«ff *chi dnri cliiuii Uauii. 


Mir gfalt gar nlt eur [.aliyrinth ^^^H 


^H Der Vmbni^ert vctl locbl vas ahii. 


Bin tili uider%l däim ir gi>BlnDdt. ^^^^| 


^H lat ThcophTMt iJer'AkliimUt, 


D : SchafTacr. ^H 


^^L Lier crger daan der LuIIiht ist. 


Wir «tMeiiH wohl vnod acbtoo» iilcbl, ^M 


^^P Würff Von alu »tolo in Dijeu gartieD, 


Ällaiu gpbt vM nill lies««rD berfcht, ^M 


^B Wir B'ollli lialuDu vnd ivlu wartloa, 


Dann Was Ir scbrelbt Wir n(it ver^ehn, ^M 


^H Er koiobt liereiu Er la-it «h nicbl, 


WSIId »pacierea In Vittetn garten gC'hn, H 


^^B Kr uiuclit vill Ud'ill iti.'lii.'a<l Ibn der Rill, 


Iiur speiat dio Kuchen, füllt d«ü ßeulifll, H 


^^1 Wir Aili'ti wtrdvu ulU iduf ^'ull«u. 


Was nitt geld dregt, Ut Alles «iltell. H 


^^1 Kr Üiut Tona iuipoHtore« a«Mtcu. 


D: Tlieaphiasl. fl 


^^P U. CbrbtofT Schnffutt. 


Bur garien Iat d»r TabyrlDth, ^M 


^H Soll dU«r vnaer Doetor »oln. 


Uarinnen man groll Irrlbuinb flondl, ^M 


^^H Oall wiu dor Mi'iatur Lux lietein. 


Wann man dn nimbi di quid pro qne ^^^^| 


^^H Ulli 9fiiii«Lii tnugHii nMii:kendi«crt 


Dell vlrt dnr kniiickh gar stMea (rOD, ^^^^| 


^^H Dei Narr i*t iiilt der erd«ii Wertt, 


Allee KU bat Arabia, ^^^H 


^^P llB.* Er sljii Ktiiu Paioitleiii rüerl, 


ZuMsrnbl dem heisHOD India, ^^^^| 


^H Vurlncht, vcnwhl vug vnd atoIUferL 


Di lliidt man hie in dUlnm garten, ^| 


^H D. Kapplor. 


Dell ir Kapier ind i^cbarnor Wnrtton, ^M 


^H Ruin Im Hsriuc Ihn kann Ich wohl, 


Vnnd ecbaiiti mitt halben Augen ahn, ^M 


^H Er 11IS Wm N'oün »n^sn »eil. 


Till krcüttlein hie i»n Tnütichland alabn, ^M 


^H Voll ««inar Cm vnd Goll Vulcan, 


Di« bcsNor kbreltÜE »ein vnd guul H 


^^H Er ist siu groxuor Wuadcrinon, 


Dann^ heilig halt^ null C'alicut H 


^^B DtsT«ül«chlaiidtl hat yetil nill wiungicich 


Salsupnrilla vnd cliynao Wiirii, [xiier^t ^^ 


^^V Die WalcbcQ tläuanoii «uch tuogicich 


.Wnrtf] ■ 


^H Weichun solnor ^oucn Monarchi-'j. 


Die auch hie loindi im gartlon durlx ^| 


^H Rupin i(i Hurein Tnd driLgt kain »chcu. 


[luerst „Turll'), H 


^^1 Rr iat KDiiKl gar oiu guotiur Mau, 


lion xcbnoiden gehta ir Alte llc<rr«ii, ^^ 


^^H Der Schimpir vnd «ruxl vcraluvu kau. 


Dil nirtt entaltut cur ll^gchrcn, ^| 


^H D: ScIrnfTui^r. 


Mehr dann in allou Ilüxen hio, ^M 


^B Willkuiuin TliL'o|)1ir;i»c inoin lieber Herr 


Ucuor Arliiiej ward fuudon nie, ^1 


^V Doctor, Wo oUt fr b!ii «o sehrF 


Dann InUarle dem Zornig Maun, u>ii>> 


^B U. ThGophrastuFi. 


Dergibt i^uch einen Zucker khan, uiuicin«" 


^H Imiil Ei«cu Ertji «nnd innll Lunipii, 


Be*»or <im» der aul) Corinihisn, "^n^"" 


^H Do«olbtit find ich Zno «chnnc An 


In TeüUcblandtt diie kroütter ilaha, 


^H Ibn doiiea Icli moin Wnrli^iu') tiondl 


Kincögig leita inu eunim geaicbt. 


^^1 liia kaii Ich pravparicrcu g!icliwiii>lt 


Vnnd tue neben eeilu g" nllt beriebt. 


^^B luD doiii darxiio Icbi Uroucbco nill 


AnIT dl Was inn der Erdon atalb. 


^H KSchlvn tili aiiO Tud gsieen tilclit vill. 


Bur ariinej wie der schnee ver^^lib 


^^H D. Kappler. 


Weills geschehen kon niii wenig aachen. 


^^M Main Herr bl«ibl da. seil m«lD ;ul. 


Wai «olts mit Kouill Rüxcn luiicben? 


^V ll1«lbi bio buj (iiE ein wenig rul. 


Kruslra eiw ding per ptuia gscbicbl, 


^^ft ßoj VI» lindtt ir aia giicttcn W«in, 


Di buhl tnd hwaer will verficht. 


^^B Hin euch «olbn nir hcätl (rölidi nein. 


Per pauciot» mit Icicblcn Dingen, 


^^P [>: Tbenphraat. 


Druuib solU min (lall dem Marie ringen. 


^^K Bin ich dueb Aller Doctor felndl. 


Hill der von ihm »ein Zucker schwitzt, 


^^^^^^^ ') ,HäotÜ«D* übcre««cbrleb«n. 



Itl. Cbemiach-A1ch«iiii*ti«cbu. 



185 



Drina Quttdmnt vdiI Tri&n;«l stelt, 
TrulTl Ir den i'uQct to habt Srs gRr 
Vnd kombl aiil> kranckliglt Noil tnil gCtr, 
Dft babttf mein kanst. Ich Zeuch itauon, 
DftDii Ivb euch nii^ht mahr «ofon kann 
So lanf! ir in dioRom gurlDii tttellb. 
Er h»it kein kroffl l«t Alle« öd. 



D«r wll AIM»nn Widnr gonütxt. 

[nii Alle« Kiui dn Will TeriUrlmn, 

loa dlo foüll gcitD Villi gM aliiterbeu, 

QaU in art« iilhll icit, 

W*leh«f in Uarle Mbttlllet nitt, 

Svio liiUasi balsamiert AH iliiig 

Vd>1 [naeht dem Manu du lubcu ting, 

Ein Punct euch pchwiti<l iniiZirckclI gcth, 

Men»e S«|iicm1>rj .1596. loa Augapiirg, ex comDiunicatione Uomi Jobanu 
Vogler» ron Stmllburg . Dem U^chaion soj lob. Ainon. 

B«i diMRUi l'itKqiiill hat i)or .Labyriathuit mDLlicorum" üoliculieim'a 
Patlie ge^tandiMi. [■]!■) „l.nliyrtiitlius" oiiios KrciDMcr Ap(ithuk«r« iat mir 
iiienials vor Augen gekommen, niicli fHiiil ich «inon moIcIirii nirgeatls 
genannt; cü ist ja auch fraglich, oh ein rlorartig ltiii;h gemeint ist, oder 
fllwa tia Ort do» Gesprüchös der Apothokergarteti, in welchem dio Schul- 
ärzte wsndi>ln. Mau mua» sich hüten, solche Schnunvo xa cm»! 711 
Uülimen, nclcho nach beiden Seiten ihre Pritschonsctilägo austlidilcu und 
belacht handHchriftlich ilurcli beide Lager gingen. Voriiegende war wohl 
ta<;hr gt'geii die Puracolaislon gomünzt nh umgekehrt. 

Au5 dem alchornJHtisohen Lag«r «Inininl da» folgopdo Qedichl. 

Bl. 140a— I43a Hiatorin, Di« Gcxchicht Kay^crs Maximi- 
lianj hochlohlichi^r Ood£chtnus mitt aiiii Alchimisten. 
Der AlehimiMt sei au den Hör dw Kaisers gekommen iils Bauer (keußler, 
koQUiier) verklridot nnil hahc vom Kaiser die Rrlaubni!«!! zum arbeiten 
and die nStliigon Materialien erhalten. Nach 4 Wochen und ^ Tagen 
sei er über Nacht entliehen und habe einen Goldklumpen von 10 Mark 
Gcwiulit bintorlasacn mit der Aur^chrift, dn^ er ihm nicht weiter :eu 
DieMt sein wolle. Später habe sich boruusKcstelU: 
Wie Dz der kcüßuer genesen sej. 
Der. Ilocbgulurt W'ilholm Bombast frej 
Gonaudlt Theophrnslu» I'urncclüu» 
Dem di«c fcunst war Wohll bewuüt. 

Da haben wir also den Wundormaiin als fahrenden AlchomiiiteQ 
In Baaernkleidun;: — und die Confundirnng de» genialen Söhnen mit 

echcidekunslbeflisseoon Vater Wilhelm, dem ^dunklen Elircnmaun'. 

nicht noch manch Anderes Stück des raracelsiümu» oder i;ur des 
ParncüUui>corpU!> auf dieseo Dualismuo zwiscbeu Vater und Sohu zurück* 
luführen Ut? I^eidcr liegt der Vater noch mehr im Dunkel als der 
nur für kunte Momente »cinott Lebens im Licht« der Geschichte ittebanda 
SuliR. So manchmal iitt uns der Vordacht uufgc«Uegon, ob nicht manch«« 
dem groesen Sohoe Zugeschriebene dem Vater auT.-» Conto zu »Izen iioi 
— aber nii^cnda war ein fcäter Anhalt zu ciitdeckeQ. — 



386 



III. Cbeniifch-AlcheiniMiflches. 



ni. 188b— IftGb Tractatue do OIoo Stibij llogcri Bacliftdi«,^ 
Es iHt dajtselbß Suhrifttiliick, welcliea 1583 zum erstea Male uiitor 
nohcnlieini's Namen gedruckt wonle (vgl. Tliojl I No. ISTi, wo ich inicfi 
aucb schon über die Aiitoniohuft Ro(;Dr Bhcu'm uuigf^prücbt^n liitbe, 
cbentio diu anderen Drucko unter lUco'-s und Holwnlu-inr* Namon, 
Tbfiil I No, 2Sr. wnri 42;%). Widcniiirin bat dips.>n Tniutal um 1MN> 
ab^cti(:li]'iobi'ii, wir b»l>oii aUo in iiiüterm Mhit. den Ilewoi», ilass diese 
Scbrilt »<d)Oii vor Thülde und Tanck (1G04 und 160S) für Haco- 
piifc)] «alt. 

Bl. 2*2lb — 24" Grftndliehe Äußlegung d«i Buechlcin«. Tinctura» 
Physicorum Thcophrai^ Vdiu Aulaug liU »um lüidc, V>im 
atain dor Wcysoo vond der Vuiuorssll Modicin. 
Es sn^ der Alle Ldirur IlioroDymu!«. dus bej den alten Juden 
vor Zoitteu i;ourdne.l »cj gewcst da» b<iy Ibnun kainer vudur 30. 
Jahnen da^ Kn<tß (^pittol Gen»«oos hat Icsi^n d<)rtr<'n . Daß itef 
Uli wahr «der nitl heütti^ i.HC bej den Jndeii iiitt im Braucb 

«dellttestaiii werden wh'dt, denn der Weinberg Salomon 

gebäeret . Ihme Tausent, viid den hiietlern swaj bundert sumblt 
denen fruchten. Sit gloritt CHRISTO. 

Fiiiitum Monsc JuDio aunj .1.6.<J.4. 

Es ist der anKeblicb Alessudcr von Suchti>n'ficbe ComtDontar, wolclien 
Figulus 160S zum «rston tnulo herausgab (1''icil I No. 282); er reicht 
biK XU S. 204 dtr „raudurn" also genau »oweit wie dor gleichrslls ohno 
Nauien»niiuniiug er>cbi<-it<^ne Druck des l.iberiaa Renodictus von 1623 
(Thoil I No. 3-2.^ und 3*26). Was Ftgulas und Dagilxn (Tlioil 1 
No. 411) weiter noch gcbco. gebort eigoDtlieb nicht zn dem ('«mmentar; 
un»er Mm.t. ist al^io volUlnndi); und ültor als alle Drucko. Der Text stimmt 
im allgemeinen mit Figulus, hat aber docli viele Abweichungen im 
EiDieluen: der Text de» I.iboriuK Bcncdictu« .tcbeint un.sercr lland- 
schrilt nüber zu «tefaen, doch habe ich ihn uicbt dur^bgchonda mit ihr 
vergUchflD. 

68. Wien. Hofbihliolhek, Ms. 11133. 402 811. Folio. Auf 
dem IVrgamen tum schlaf; die Jabrzabl 1605 iu CSoldpreüfling. 
Bl.äb Ad Leciorem Valcntinus Do Retijs (lluier 4*- Ed. VI 
S. 99: For.-Ed. 1 S. S24> F-s hoi«tt danach weiter ,l)..ctor Phisicua 
.(ierarduü Dornaou» omnia Mripl» Thoophrasli interpretalu?' ett 
,Palcr Paraoelsi fait toii.*«r d« familia BomlMstionim ab» Iloboa* 
,haim; is prorocin» cum e\er\^itu rustironirn in MHÜtione rustk-ana, 
.diripucrat mulu uiouoateria librus iuvenlM cbimic«» mirsbUib. ßgoria 



* 




III. Cbamitcli-AlcbeiDittiidiat. 



187 



.OL iDOtrumentifl Ciiimicia imtifpiitOA ad se reoeperat cum ä rusticis ad 
_i]lum dcjiciiloreDtur, e\ Ulis maxims quaoque tuystoria dL'prompsorat." 
Dem Wortlaute nach soll das ja auf Uolioiilieim's Vator gclwn, der 
wülircnd dcü naucrnkrit'i^ lc)24 — ]&2r> luliig ia Villacli wnr: lIiatKÜch- 
lich ist wohl der Sohu Theo{iliraistu& gemeint. Es ist «ine der vittlou 
IfV^cndcii, durch dio man sich Hohonhcim'); Üctcn Wissen vo» den 
Nattirgchcimiiis^cn mundy:i-r<>chl machen wollte. CU«l>«r llohenheim'a 
angeblich«: hultii^ili^iiii^ um itikiiiTiikiicg« mvU« Par»oeUu»t'on>chuugcn 
II. Heft, 18K9, S. 132 Anm.j da:« rraiii!ä'<i&che Original von Fabrs 
d'OIivel ist seitdem in mpiiien llesiU (jelangt.) 

1)1. 6a— IIa De Tinotura Phisioonun Philippi Annoli Th«ophratti 

Paraoelsi Itombost de Ilohenlieim. utnu:«[|uo mcdii'inao Dul-IoHs 

OüleiieiTimi Prcitestatio contra niaiiirestos et occultos obtioctu- 

tortw doctrinac ot viluß ejus . omnos Momos . Zoilos, mulon, 

Asinos ot oquos rorum Impcritoti. 
cbcchiüchc ri'hci-!tct)!iiDg dur gi^uunntcn Schrift (Unser 4"-Ed. VI, 
S. 363— 37-t; F«r.-K.l. I S. 921—925). Ik-r 8chlu.-w laiilet: 

Vule et üape .Sapto Sophi.-'lnRo, Vsle ot tu pie ('hnstiano, Valc 

et tu venerande Aldiiniiane. 
loh kann die (iüle der I'^hersetzuuK au-i mangohider KeiinlniaB dei' 
Sjirachc nicht beurtheileu, bofTe nur, Amot itic nicht durchgehend» so 
v«rballhorDt ist wie Uebcrschrirt und -Sclduss. 

ni. Hb— Ißb CoUoqmum Ferdinaudi Re^s «um D. Theophraato 

Paracelio Svevo Factum Anno 1553. 
Moino Unkonnlnisii der tschechischen Sprache hat mich leider verhindert, 
von diotcm Curiusnrn itühcre Kenutnist zu gewinnen, als ich dia Hand- 
Khrifl auf der f.andc«bibliothek iu Düsseldorl tu hoarbcilcn Gdegeuhoit 
batte. Von borruundctcr Seit« in Wien sind freundliche Voivuche ge- 
macht worden, mir cino Ueber^otzung oder wcnitp^ten» oimt liihall«* 
aogabe dieses ansoblicben Gespräche« xu vur»chalTiM], sie «ind aber durch 
eine ganz besondere Verkettung von Um^ttiindeu bin xum Tage de.i 
Druckes dieses Dotjcns orfolgloH gehlicbcn. Sollte e» mir möglich sein, 
so werde ich diese kleine Lücke am l^do diese» Itandea noch aussu- 
rolle» venucben. 

Bl. 2lTb steht folgendes VenteichoL-is: 
Scripta Theopbrasti: 

ArrhiitaxL Anatomla ia«diu. De octult« PbiloMphiL 

ChlnirKüniajorri minor. Thewurus TheMurorum. Pro^aiücft. 

Pb natiira r«ruui. Aurora Philo*opharaai. Paudora. 

D« Vbionlbn*. Turbs Philoto]>haruia. De OemoDlb. 

i'yrattitb [I). ItegbtniniAlGliiiaiiiaruai. De Oni<liiiaailnit. 



lU. CbemiBch-AletiDoiUtiüchcK. 

CarbotatM. De Toxallonibu« Alch. Sicnta. 

Tinctun Pbialco. Da TociIlrulB. Magica. 

Es Mt olTi^^iibitr obno tiefere KonntnU») der Sache siusrnmengestellt. 
^DS Vinionilus" ist kein Ituuli bonunnt. die ^Carboanto»' hat noch 
keiner ^lohon. Diu .Turbii PliilosoplioruDi" i»t nicht von llotivtiheiiti; 
fiia „RegiHtrum Alciiitnistunim' liat er uicht ^•a'^chi'ieboi], obenaowenig 
dio „Pandora" (vgl. Tbeil I S. 331 und 3r.n). Aus ^Secreta" und 
HMagi(;a'* lai>ät siuh nicht viel inachon; imtergo^schobeno Werke kommoa 
alloi'dings vor^ welche öhaliche Titel tragen. 

Hl. 2-2lb— 2-22a lßO& .V>. Junii la Prag» arn«. 

Z (icbra a Theophraüto wybratio. ExuerpCo au» Gober 

und Hohen heim uhnu Bedeutung. 

69. Wien, Hofbibllothi-k Ms. 11347. 4". 171 Bl!. au« «lern 
l^ndi; des ll). Jahrhundortf, alles von der sdiaii üfler uns begcg* 
noleu Iliinil Dr. Karl WidoinaDu'« go»vhri<»bcn, aber iliasm&l 
ohne alle Datirungen und ohn« Naineiunoniiung des iUlsnigitn 
Copiiitcn. Aiirdeingoldge])ra-(steii I'erganioiitbande steht „No.'24''. 
IJer Band enthält nur Alchcmi.itirtchcH. Die letzten Jahrzablen 
im Teste sind lo8S und l',iü'.>. Hier geht udh nur ds» Fol- 
gende an: 
Bl. 92a Titel ia Rofbschrift: 

Wie mna die 7 Metall clariGcieTOn loll vod die aufgolöfitou 

Cürper ain yeden in den Aniidern zur Praecipitutur 

bringe», verwechsle» vud damit tingieron »oll, Als» 

dz die vnuolllcanidienen Metall xue gutem Golil vud 

Silber mügon gebracht werden durch den Killen vnd 

llovhgelertten Herren Thcephrastum Paracelsum, 

Herren Bartholomaeo Korndorffer mit Aigner Handt 

suegCMcbriben, vud diB gohaimnu» dor Metallen 

wie volget, erüffiiet: 

Bl. 93a — KOb Ir begerot ahn Mich lieber domine Bartholumoo aus 

gromein Rifer, wie Ich nach der Imaeiiiation abnimb. euch den 

Cörper Satuinj zue eröffnet! : Das mir aus vilem nachdeuckeu 

Ihnn diaer schnöden Weit nicht Zimon noch gebären will. Ob 

wohl Ich Meiner tcunul halt>cn von >'<xleriiiai}n gcdcbenndt vnd 

für nicbtij gehulum . so wirlt doch Mein warheit in den losten 

Zeitten diner Welt hluen. Auch den Vnuerstendigeu kumlt getban 

werde», damit sich auch diu Land t^tnic her mitt lerer Practica 

verkriechen werden, vud dax liocht Meiuur warheit scheinen. 




ni. ChMn!seh-Alcbemirti»chM. 



189 



Das DUD die grotwcn llunoen mit leren I.iiTi(Utreichcri»ch6ii 
Particular .itucken »Jcli von den vnuerstendic^oti tmtriegRn lifcsen, 
das wo Iren I'öfel niitt ri'U wnlil behaltpii möRen. vnd das 
Kcheinendo liccht dinor kunsl mit li^rom l'öM solche ver'lunckk'ii 
hollTon, den betriegern Undfurern das viirocht mJU lerem J«, 
ntclit hnissoD, vnd iKTuarh mtl. Ii-run l'riiclikcn IriK kiiU falleD, 
kftii solchen g^chruiMchnurohliuiisiMt, die mich «c)l)i;r lim doT 
kumt (tnul'toii. Nitt lic»<er goKvhehon, wiewohl dine gcliaimnuH 
grotweD hüiihteii von dem hi'ii-hnten (!ott auch orJilTnnt werden, 
so seind ^ic doch Mitt deu Vnweixen nicht sondern mif, den 
WoiMon sae werckh Ki^ncon, Ich will geachweigon, Wz den Vn- 
);lBul>igeti für glücikli zucstc^ct, Wif leb selber gesehen ain (■rossen 
hauhl in der Wdl in der WanderschalTt ^uluhe kuQst. im Mili- 
brauch gcGebH vnd glSckliirli Ibmc forttgaiig<:iD, Was wunsten 
wir |!lAul>iK<-n. so wir auf di'r hödwten Spagyri'j vertruui'n. in 
diKCiD arranitct uuLIxonchton? vnd ixt nicht, angeftnheu. du Ich 
vnd meinen gleinhen inn Armneligon Ciaidern von y«ilormnn 
veiliiLssl worden : Alier TroU trolt Mir ainer herfiir oder di« 
ganUe Well, die Mir Meinen leinen küUell xnebexahlen hatt, 
dann Ich kan Mich meiner atcanibet. durch die Ollenbarung 
des Allmoditigen ruemen. 

Da* Mir von euch ellich stuckli Kuef;eschickt worden vnd 
miU groMser Hitt anhält, Mein Judicium druuT zue geben, ro 
kao Ich di§cr kainoti Recht oder guet haissen, vmach Ir be- 
drachtot dio scheinende Clurheit vnnd n'A--4entlicho Natur hler- 
inn«n gar nid., Wie Ihr dann nur iIil-c Hohe blowio Motitll dos 
Salurni in der kunnt ( . Uw ir ui«ht vemleet.) Zue einem 
Tollkommonon Metall mit ullorloj su<le1werckh oinnemen wolt, 
Tnd dawtclbig mit einem vollkommenen Motall all,t in* nonutMi, 
Alß Gold vnd Sil/ier de doch ahn Ihm auch nitt perfect Ibtin 
Allen Proben gueti vnd besteodiff zuo m&cboD, dt werdet ir 
milt Aller eurer kunst auf den fall nil zu weg bringen : Ihr 
habt nit der Natur mti|;lichk«it in den Metallen crfonichet, Ihr 
Tod eur haulT ßoon Ihinmcr mit der Vumüglichkaitt zuo worckh, 

dadurch «<iDor don Anndcrn betrougt Ich thue Mich 

eurem g«bct bcHolIi«u g«b«n im Aagusto, d«a 37. Jahre«. 

Saturnui« MerciiriuK Krcliirung der obgeitagton 

I'hiloAophiao So aber diiwr l'raecipitat Widorumb mitt 

dorn Mtmirio Solia dngcdr«nckot wirlt vnd prac«ipitiertt, ao 
(ingiertt er 3(). Th. Lnnaf in Sottm ic. Finix. 
Dieser sicher untcrgeochobene Tractat war »clion lüSM im Auream vellaa 



k 



190 



in. Chemisch -A Ich »mitilitebM. 



gedruckt (Tlioil I No. 244 uml 247 S. Ufi— 120- Oi« Vorn-d« weicht 
ftnraiig» Edhr nb uml xoigl in unsorra Mscr. einen nu»fiihrliohorcn Text, 
wio phon niitgotlii!ilt. Das Weitere bietet nur »ehr geringe Teitt- 
»tiweicliuiigeii. Vgl. atirh die folgende Wieoer llaiidsclirift 1125SI 
Bl. ai5— 22(1 und No. 7fi ain Endo. 



70. Wien, Hofbil.IiuilK-k, Ms. 11259 jiRec. 1357:1 389 bo- 
schriebone lllüttor in 4". AllcB um 1600 odor kuw nHcbhcr 
geaobriebon, Bl. 42 I)iN 109 von ciiior lluixl. - 
Bl. 1— 38a .. . Barthuliiinui Kiirii-IorriVTs ... l'liiMppi Theo- 
gilim^ti 1'aracel.si ... gevronteu l)iNci|)ul : boaclircibiing vün 
der l.unau . . . 
III. 4Üa — 42a De Vcterum l')iiloHCiplii» Naturali. 
Bl. 43IT. Allerlei Alc'!iemi!iti.-4cliei« deutscli und italiciiiüoh. 
Bl. 61 — ()4 MediciiiHcb-('hemisdie.i besonders von OIciiid Salin, 
Aurum potabiU u. s, w. baQdolnil. duruulor auch Paracelsiscbo Var- 
wonduug des Ol. Snliit und durin gelöHtoo Goldos zum Aurum potabite 
ttl* Vcrjßnguugiimtttd und xur Heilung von Krunklioilen, z. B. Wa^sor^ 
sucht u. g. w. Sü hi'i-tut CS cininnl: 

Dz [irb Theüjdiraütuti in Ktoyenn.irk xii Kobi'woHx [Uber-Wilz 
in M.-i. 1142S] iturch lioUe.'« hilfT vtidcrkonimen, vnd die hilf 
bowiMHt bnb. I<'li l'lieoiiliraitu.'' liub inil oleo SiMs vil wunder 
ge^liCTt vnd auUgericIit, dnU ]c.h midi »elb.-«!. nit genueg verwun- 
dern kari. Ich liab aucb ziie Niilen pota [Nideren Ma. 11428] 
im Uaipital da.iclb.it einem hinfallenden niensclien diß oleum 
sali« mit Aqua vitae eingeben, dz ilins durch Gottes hilf ver- 
laden, vnd endtlicbea oacbgofragt, nach otlicb vorguDgunon 
Jahren, Ibin tiit tnolir ankommen, woldies Nchon in lüc Neun 
Jahr gCM^boben wardt. 

Auf eine itcit bub Icbx einem munscbcD eingeben, der diu 
Aber lango Zeit gclmbt, alll tm ihn bat sollen Ankommen, da 
bab leb ihm H. tropfe» in aqua vitne i^'iiigeben. ein gucten 
trunck, da bat es ihn auf die ittundt veilaUen, vnd iitt ibm der 
magen zellaten von ihm brechen vnd von tag zu tag ge^undt 
worden. 

Item, diaes öl hab Ich eingeben 4. Tropfenii in Aijua vitae 
eioom, der die (iolb.iucht hatte, etliube wodion, vnd es verginng 
ihm die kranckhcit von angesiebt nie angexicbt. 

TboophiaNtus tbuet große meidung im andern Bucch im 
.6. Caiiitel, so man das Kai nuß^eucht. wie folgen wirdt, vnd 
im sdbigeu den bäcbsten gnindt suedit der geouDdlbeit, dann 



I 




[II. rhrmiivh-AlfiioniliilUeh». 



191 



diß tsUt nichltt fnulon, woo nue eia solch conforUtir vml coD- 
.soruatir ist, wie kan da der monHcli buU tue seioom lot^tCD mI 
kommen . x. 

Vgl. hiexu iliis fulgondi! Wiener Mxcr. 11428 und da» (■ürlitr.ur Mncr. 
(Ho. Td) DI. &. 

Bl. C5 — 69 Vcr<i<\hio(loiiiM AlolicmisliMclio (Aiigmontatione.*). 
Bi. 70a— 74ii 
Tinctura IMiysicorum i«ai>oiii»t|)jiiere| Tiacturae Phyaicorum tres 
et, hlnndfolgonilcr- pj 

r.«pis PhiloBophoruml "'"'"" "«^"M Lapis Pliilosoiiliftrum 

1 hi^ophraMti {»racolsi. 
FanHnmi'tilum bonum sc» Inictatus lionii» de Ar(c phj'sics 
Koquitur. Man muH tiuiiiliuii von duin gtua in igten I1iiclili);i-u ätiiiu 
j viitz, viid von dem llxon Stnin (Ion dnttiMi tliuil oiner vnlx, 
vml von dum Rlaln der Krdcn den viiTtcn thail viner Vi)t/.i>ii; 
wi««'ol disor drey Neiiidt in der Zahl, »a ist es doch nur ain 
ding, in wfilcliQm stallt die maiHtorsL- hallt aufs alliT warhalVIiffsl 

vnd orfahrnost. auch aufs aller natürlichst 

Ich kann dem spätoion Ituarlieitcr nicht buistimmen, dnss dicm An- 
weisung zur Itoreitung dus SIeiiiN dor Weiacn von l'aruL'oUi» hurvlammc. 
Bl. 74b l'roccMUs Tiuclurao IMiyeicorum . Hennos TrismcKistuH 
ineipit .... Bl. 16b Augmcntutiu . . . Bt. 77b Morcurium Solls macb 
also ... Bl. 78b Do Lapidu Pbilosophonim . Thvophrit.'itu» Mpriclit dz 
im Autimoniu Hey der Lapis pbilosophorum, all! bornach gcmcldt wirdt 
.... [Vom Antimon und seiner alchcmiMlL-^cheii Verweudnngj . . Hl. 81 a 
Ilie h«bt an Lapi.'« philoücipliorum auU <luni Antimonio, den mau it«buit 
[I Rebui] nennt .... 

Bl. 83b — Sö& Kedicisa ex Hana Theophraiti Puraoeln. 
I'liilosopli ia Thoophranti TractatUN I. 
Tom TDdcTicheidt der Zeit, vnd wi« »i« sieb nacli Holcher 
krönten vnd vnkrelfteo vorwaiidelt. 
Il« Tompon^ burbaruin colltgcndanini . Wie dio ätorn vnd Zeichen 
im lirmninent, di« allMJt raglotcli «cindt; dann änderst ist der 
I^ntx, änderst ist iler Sommer .... also ist os auch mit den 
mon.-<cben, abto auch mit lag vnd uacht .... Dann zuo diser 
Z«it kein feuohtigkeit in allen früditeu der Erden, dio dann 
ein vnach int d<rr füule vnd verlieiung der kroITlen; vnd Au» 
haben nun die Uawersleutlie iu crüahrung, vud o« kaa auch nit 
tailen K iL 
iu Auszug aus Unser 4"- Ed. IX S. 3*t8ff.; Fol'. -Ed. II ^309-810. 
VgL No. 4ö 8. 127. 



199 



in. ChacnUch-Akhemistiüehcs. 



Bl. Hita — 10r> Anß TheophraiU ParaceLsi Aignor Hftndt ^lehriben 
die nachfol^ndon ArtEiioy >tücko. 

OU-uiu vilrioli liiik-e. If Vitriol wol vcrtrockiint aufs iillur 
wcisuHt, liUUllir ilon per iiloiubiduiii tag viid iiat^lit, vrit) srliaide 
die flegiiia in Balnoo Muiuo ilfttiou, »o bleibt ^n gelbes (lel 
datiinteii. tlaniucli iiiinli ^r dünne wol palirl<i slithl blucb. 
lego die in da» <Hi', so ferben sich dio blocb, vnd xihon ilio 
corrosif an sich, die iiimb lierauß vnd log andere drein; Soldio« 
lliuo »D offt biß sieb die blech niniracr ferbi-ti, *o i*t dz "Ic 
f-Hr süeU, vnd von aller corrosif recliüclrt, diii' btdialt mit H^iLI. 
Wenn man diiiea liel in ventro Equiu» 2. oder 3. Monden 
[Hitriticirt, darnach durch saltz rcctiflcirl, ao wirdt c» auob »üeß 
vod lieblich. * 

So ein MnoKch von Mueter leib an seinen (lUdero 
crkrüinmet oder verkürtut wäre, es »oy wie es wolle. 
Ho hat Thenpliriistu« disu nie nembliuli Oleum vitrioli diiluc, 
oleum sali>i xusamhen gemischt, ^leichwol hat er auch darxtrc 
golban oleum Terpoutini; dise Uol hat uv brauctit /.ur schmier 
an den vcrkurtzl glidern, es »ey an Arinb ndur biiinun: Jodorli 
hat er zuuoni in einttni vüUlin mit haißeii kr^ütlorn die |;lioder 
gobähet . . . . Nun folgt dz DampT Itadt drauf, dit die 
Glider orwaiclil .. |Vgl. No. 71 ISl. lUf»] .. OLnim Sali« 
machen .... Baljiamuni contra Podagram ü Judae« 
Baroch .... Verissimum Miti^ratiuum indolorihus po- 
dagricia ä Jacobe vom Uoltz. — (so wird der Compilator 
von angeblich Panicehiiscbom immer zu andern Verscbrirten 
geführt, wobei oll auch di<? (icwälirNmünner genannt werden; 
weitere AUti^lmitiH sind:] ... M«gi«tcriiini Perlarum, Co- 
rallorum vnd anderer V.dl (istaine ... Ffir d^n .Stain 
. . . I>e Virtute ölet et aalis Jouis Thcophrasti . . . WaUcr 
dartnn Sal Jouis sol eingeben worden, i.-it gar wunder- 
lich . auß Thoophrasti aignur llandt ... ('onlni huITo- 
catiooem Matriei« . ■ . . Theophrasti bewartc äalb, 
damit man die aufMlosendc M ucter oder colicam patiio- 
nom vertreiben kan ... In üurfocutiunem Matricis Be- 
mediutD mirabile et ert'icacifJinmm . Secretum .. daa 
iat ein Socrol vbcr alle Sucrot Doctornm ex Julij. Comitis in 
Salm manu jirojiriä . . . 

Do OIoo Saturni et virlato ejus. Oleum Saturnt per sc, 
dantitt hauet Theophrastus alle Hohiden. wie die »ein, daran 
di« Doctoroa der hohen Schuleu veniogcu, aber du biß nil vor- 



I 




III. Cbtuiscfa'AlcbemiiitiBthM. 



193 



^Ügt, der du das hasl vud witist; dun» mit <li««tn nioigcu ölo 
sa mi^u in Vi.irlr.oa t»gen vü zue vag bringen. 

Olotim Türpotini [!) mit oloo Siiturni veriiii.'^cht, mit disom 
f)\ alle vcrkrumlito v'^rlogen glider geHchmirt, in iinrtzor Zeit 
geradt, vod i;elenclc w«rdoi), dz Ich TbeophraAlus §elbftt ao ainom 
Doctor EUe Genua gesellen liab, dz er iiucli alle stinckendo 
schaden gehailet hat, in kurtxcn tagon. daran all« Erlüt ver- 
sagten, da vndcrstunde er sich das; duun diner Doctor war 
nit Taut golehret, »ondor lange Zeil i'in armer Lsndt Talirtr 
gowetten, vnd hat sich mit dioem distilliertcn Olo vndemtaudeu 
SU arlxiioyon, dann es ie wahr, ir. in ÖIou oder quinta EUentia 
mehr xu we^ii bracht wirdl, dann in den rohen: wie dan 
Ttieophrastua daruon .«chrcibt, vnd hoch preist. 

I)e VirtDte olei Saturni .... Theaphra^taa hat mit 
dem Oleo Satumi (rar Raschwindt den Rrandt Reicscht, liatl 
darin btaw wüllene tüecher genetzt vnd vborgeschlagen, auch 
damit gcloxcht die entzünduog der glidor . Eolzünde fiteß, 
so maus abüchneidcn will .... hucc ThoophriuluH . Wan 
aber Löcher cinrallen in die fückt« .... Die ge«(!hwinde 
Brandtlo^chuiig . TheöphruMtns hat mtt dem oleo Saturni .. 
[fast wgrtlitih wie cbuuj . . . vud diß bley b\ hat er l'ür ein 
sonderlich »ecral gebraucht, dauon er Nonderlii-Ii vil lugoudon 
schreibt, iu lib. De Morto reruni ein gautz (Tapite) iiixoniUTbeit 
eine mctdung thuot ... [In dt-in lluche „De morte renim natu* 
ralinm" wird zwar A'-FA. VI .S. 2y5Jf. auch von der MorliQcation 
des Blei» geliaiidelt (Itleiwei^), aber ohne besondere Lobescrhe- 
bangen] .... Sequilar de Mercurio et virtute ejus ad 
morlium gallicum ... OperinUH hat praetipitatuin Theo- 
phrsMti gebraucht, vod .3. Aedes gehabt, vnd ]tult?t.>l da di'initet 
ihn, da halt er wasser gotruocken, daruon er dann 30. sede« 
gehabt hat, vnd halte ihm doch Tlieophmstus dx Trinckon tot- 
botteu. Gemelteu l'ruecipitut hat darnach Oporinui* eingeben 
vilen anderen, hat allen wol vud guet operirt auch nJt su nl. 
Operinun hat in !teinor «cliwacheit diL« I.audanum Theo- 
phrasti eingenomlien, vi supra, vnd drauf leise ge»ahlaflen, 
vnd darnach niehl« mehr goniclet . [Vgl. die Enäblung in 
der „Oratio de . . vita . . Oporini" von Jociscus Argentorati 
1569. H'. S. B,*]. Notabilia . Wann er vomituro gehabt, hal 
«r sidi mit ainor Filialen ge^lerckt, vnd täglich in seiner krsnck- 
lieit alß ein hanfkorn grolt oingenomben. Item Domino Actio 
Sobrol, da er Hydropicam aijuam xum mundo außgelriben, so 

KrtUk d. Kiiiitiili *. l^n«l>lMbu ftdirltus. II. '•> 



194 



III. Cbemiieh-A1cbemUHseh«e. 



er in ohnmacht fallen wöllon, hat er ein Pilluo «iner arbcili 
l^roß eingeben, bnl ibn balilt geatorckt, <k on« wol hat i^rI«i()on 
mögoii, ist ihm wol bekommen [Vgl. No. 72 Ilt. fiO, wo ditw in 
nmgekehrtt>r Ruihciirolgc ;<tt<ht.J 

1''nl^l hernach d&it oleum mercarij .... Theophra- 
stus hat (iise nachfolgende pillulax llertzog Ernsten. 
BischoroD Kue Saltzburg verehrt. It De« vorgenieldten 
praccipitaten mit dem Goldt vnd Vitro AntiinoniJ, vnd thuo darzue 
4. quint nquae vita«, Alco)ititici .2. loth . 8al commim ..!■&. 
myrrhe 5 .2. Crool oriiMitalis J. lolh, Ca!, .juint. misce i;um 
ai}ua rosarum, mach W l'illuk'ii dauon, gib dem palionten alle 
TOorgüii vnd aboiidü, wiion er will .-(ehlafreii gehti, I. Pillule, 
diewcit die pillulen wiü-eu, da.<i hilft Inwendigen fransosen, auch 
Peat, vnd andern bi!>»6a gilTtigen schaden In dem leib, da» Iroibt 
OH von inwendig heranß, damit vü iniicirtcn Lcuthon i«t g«- 
hollTcn worduu [vgl. ebdoda 1)1. 92b). 

Sc^uitur do Virtut« Antimonij et oleo ejus. Di« 
heimbligkoit des Antimonij f}U ist nit genuegnamb zubeschreiben, 
dann es ist die heimbligkeit (iottcvi der mineralischen diogen 
xui-rfabron vnd den großen Doctoribua nit gegeben, sonder den 
vumüiidigen, die du Armut und elent vernuucht haben, zu orTeu- 
buriui, die da scinon willen gehorchen; dauii im An timonio steht 
der Lapiüi l'hiloNOpliorum. alU Ich TheophrustuH melde. In 
den vulcnni^clien Bitechorn . Derhalbeii halte all minera- 
lische Ingendcn in ven^chwigcniieit, /ue (iotte« lob vnd ehr, 
vnd KU Dutz dein selbst vnd deino» iiegsten, vnd laO die Doctore.'« 
in ihren kreuttern vmbwüelan. wie ein saw in mist, ob sie ein 
l'erloin tindtt. 

Oleum Antimonij nbsque Corroaiuo , , . . AuU dem 
vitro AntimoDij Ol machen ... Eloctunrium d« Anti- 
monio ... Laus Olci Antimonij . Theop!iraNtu.i spricht, das 
Oleum Antimonij hallet den Aui*!<atz, dul,l wiiiU luh, spricht 
TheopbrastuH, wurhafTlig, vnd er hat mit disom Ol podiuiram 
vertribcn mit Mchmiron vnd auflagen, dann es mitigirt dun;li 
ilen istuci, vnd hat die Trawun vnd mannen, die brüchig ^ewasen, 
baldt gehailot, vnd Ihnen mit einem Tranok entgegen kommen, 
also, Et bat den Antimonium Ol .2. gran «uhwiir in Wein ta 
trineken geboit, alle morgeu vai zu naubt, hat sicherlich ge- 
holfen. 

Contra Morbum gallicum et pestem. Magister St«- 
phmius Für diu WaUersucht Mirandum . Th«o* 




in. Chemiaoli-AlobtiiiUtUchfls. 



195 



phnstus hat zue FotxeD vnd nuch zue Langen in Etsch- 
Iftodt, eino Biirgorin da-selbst. welche die WasMrsucbl lunge 
ZoJt gehabt, die ToVode medicin oini;;ebon, droy morijon nach 
ciuandor, vndüoiudt baido in .8. Tagen gosuudt wonloo mit Gottos 
hiUr[Vgl, No. 72 m.82b\. 

Theophra-ituH hat ein Til gomacbu aUo: Er hat gt^nomben 
von Sulphure, Antimonio vnd Säle ana kloin gcribt-ii, vnd haiO 
wflßer dranf goßcn. sonderlich auf den Antimoniuin viid .Snl- 
phur, vnd wol außgewaschen ä nigredine aus. etltchmal, dann 
hat or» laßen vfidi*r fiillcB, dz Wasser abgoficD, vnd wider 
lauen truckoon, (larnuch daif Saltx darzuo i;cmi»cbt, disos mit- 
•iDBndor in ain krucg gcüian, vnd orüt »anil distilUort, auf die 
letzt mit «tarckcn Kcwcr. biU «^ »lies herüber koinpt, das in 
putrefaclion in voiitro equino M. lag gimetzt, darimch iliu 
aquoaitet in bnlnoo dauon getKogon, biß auf die olcitet, na ial 
es recht. 

Uisw» (")! .3. gran schwär in einen Trunck wein eingeben, 
-clonun die die waßoi-suclit gehabt haben, dt ist im Crainer- 
landt, in Sicilia guscliehoD iri.ltli. Jahr, darnaub hat er xuc 
Itiitchoriag einem krancken Gelbsiichtigeu in citium irunck 
woiu geraicht, iL zwoyon tagen mit Gütu^s hillT vcrgaugen. [Vgl. 
ebenda ßl. lir>l<.] 

Verisitimum Arcunum für dio WnÜurMucht .... De- 
eootio ■ . Rinplu^trum . . . Vnguvntum .... Ein IluubtTranck 
vnd Badt für die Uolh vnd weilJe Waßeraucht ... Do 
Munia et virtute ejux ... Ad Juuontutem conscruaa- 
dam Arcanum Theophraati, ff Aquam MoliB et aquam 
Valerianam ex foliJK. misco, et post fosta Paschalia vloro, cum 
aol tntrat in Ubram . So man deß WuUer alte morgen niichtero 
10. IroiilTcn eingenombnn, no laug die Sonne in den Wider 
kembt, so höre auf, xo feilt dir aiiLt dein liaar, vtid wuchst ein 
aiiden herwidcr, das grawet nicht vud bleibt Jung. Kin alter 
i'anonicu.i hat en im brauch gehabt, Ut vber lüU. gewesen, vnd 
noch gar ein gerüehiger Man. [Vgl. No. 71 1)1. äOtib und No. 72 

m. 48 b.] 

Henoustio Microcoami ... Für das Podagra .... 
Für das Ilaubtwch vnd Schwindel . Gib ihm 2 Tropfen 
in Antimouij öl, 1 gran in aqua de fumo terrae vnd vngir ihn 
dauiil . . . Dan [ch, npncht Thcophraatu», hitb einen alt«n Man 
gekant, miuc« Alter» hundert vnd acht Jahr, der hat dise «b- 
genelt« medicin im brauch gliabt vnd i-tt so Junggoatalt 

la* 



m. Ch»tnlKh-AIch*mitliKlm. 



goHL-lialTon gowMon «l» «in man von 30. Jabr«D rnd hst sinder 
OD) KBbriiuclit keine kraiicIcKeit gebäht, biß an »ein endl, da sl 
or eodtlich in (iott entochlaiTen. 

Ad potentiam mnlierl«, probatum etverom ä Doc- 
tor« TheopbraHto oiniMn Grafen vorehrt. # Bibcrf^ai), 
Huscatbluemen, galgan, N^goloin. imiHuni, langen PfcITur, Muscat- 
nuQ, Saturoi Satyrioii, Valeriana ana 1. q. (jtinci inarini, Aaron 
kSrncr, Cardomomi J. q. diite wurtsleo vnd braatt gedSrrot, 
klein gepulfert, vnd durch ein Sib gerädert. Tnd alßdaon nach 
dem gen-icbt juesamb gemischt, vnd angofeucJit mit aqua vitae, 
ilaraoß mach pülulon . Solchor Pillulon 1. [?] sdiwär eio- 
geuoinbuD, ISO wiriH einer mächtig in dou werckun Veneria. Eh 
hat auch dur (traf im brauch gobabt, wann «r ins Dampfbadt 
Itt gftiigen. :>o hat er Kuuor gcochwititt, vd<I .'iiuh mit olco Martis 
in Nabel .itarck liitii.<iii reiben lalten, posteä hat er ^HbKt di« 
raemlira damit Ke.ialbel . Ua Ich Ihn l'ra^e, warumb Sein 
G.[naden] das thetto, (iab er mir xur antwort, vnd in der ghaimh 
vertrawel; das ifA ciuo sterukuDg der Natur, und das* marcks 
der bainen, das augmentirt Mich vnd o» schailot ihn kf<in kurtz- 
wcil, vnd diKRM hat er nich atluiu gebraucht . . [Vgl. No. 72 
Bl.äl] .. Wiltu kuuMch «ein, dr. dich ein lang« Zeit 
nicht gclui^t«! . Thoi>[ihra#ti . DuwaL^l, das der Saturoua 
kulter Nnlur, Taul vud Irilg ist; Nimb '«-in Ül, vnd schmier die 
iD«mt)ra vmb den nabol, na auhtestu kainer friiwcn mehr, vnd 
magst ihr ein lange Zeit entpähren. so ferne du es nit abweMohest, 
better aber von dir gettchwitzt; dann brauch die obgsmelte 
medicin, so haatu deiner luat wider nach deinem gefallen . [Was 
man nicht allea als Paracelsisch auszugeben wagte!] Ftlr» 

Zahn wob ... Für den Schlag .... Für die Darmgicht 

¥a folgt von anderer Hand : 

Hl. Il3u-192b Nun volget da« Wasser, wviches merourial 
WaBor gcnent wirdt . Darinn dz goldt xur prima mntoria 
wirdt vund bleibt ein Jungfraw vor Tnd sacli der aullösung, 
dx [st dx erste wcrckh .... 
Bin aloh«mi«ti.-«ohes Allerlei gedruckt in anderer Reihenfolge im gAureum 
Vollu«- TheÜ 1 No. 247 Traol. 11 S. 15-81; 51-74; 75. 79—86; 
92— 92 b (falsch paginirt); Wi-lSl: 125-136; 141— H2; auf Blatt 
245«— Sßäb dieser Handschrift findet «ich die Fortseteung hierzg, Anr. 
Vollus 8. 142—157; 162—165. 

BI. 1^3— 207 Andcitis Atrhemi>il Ische i. Th. von Korndorffor. 
BI. 2U9a— 214u Do Lapide Philoiophico qui Lapis amorii appellatnr. 




ni. Cboniiach-Älcberai Busches, (97 

Vgl. No. 67 Bl. 65b-66b. 

Bl. 215 — 220b Wie mann die 7 Metallen cUriflcieren loll vnd die 
aufgelösten corper atn Jeden in den Änndern znr Prae- 
cipitatur bringen, verwechßlen vnnd damit tingiren 
soll, Also dz die vunolkhommenen metall zue gueten 
Gold vnd Silber mögen gebracht werden Durch den 
Edlen vnnd Hochgolerten Herrn Theophrastum Para- 
celsum Uerrji Bartholomeo Eorndorffer mit aigner 
Hanndt zugeschrieben vnnd daß gehaimbnuß der me- 
tallen, wie volg, eröffnet. 
Der Text stimmt mit dem der Widemann'schen Wiener Handschrift 
(No. €9) so genau überein, dass fast nur orthographische Abweichungen 
vorkommen. Nur hat unser Mscr, einmal „veracht" statt „verhaßt", 
„In betriigerey bringt" statt „betreugt" und fugt am Ende ein aus- 
gelassenes „thue" ein. 

Auf Bl. 233a — 238b folgt dann nochmals von derselben Hand 
dasselbe Machwerk: 

Wie man die Sieben Ketall clariflcieren soll .... Wie voigt 

eröffnet 

und zwar bis auf Kleinigkeiten übereinstimmend; doch heisst es hier wieder 
„verschafft" für „veracht" und „betreugt"; das „tbue" ist, wieder aus- 
gelassen. Beide Abschriften sind also gewiss nicht nach dem Druck im 
„Aureum Velins" angefertigt, sondern nach einem Mscr., das dorn 
Widemann'schen sehr nahe stand. 

Bl. 238b— 240a Philomela Theophrastj- 

Jtp. Zibetam non sophisticatam gr: 6 Storacem calammitae 
gr. iij misce in mortario calido in forma Ynguentj, damit 
Schmierb ein Zweig, vnnd Leg ettliche wurmb auß einem faulen 
atockh vnnder dz Steudlein, alsbaldt Sy dz verzehrt vnnd aufs 
steudlein sitz, So wirdts von dem geschmach also gcill dz du 
dz zweich vnnd Ihn abbrichst Also dz es doch dauon nicht 
tieicht vnnd khanst also dz Zweigk vnd den vogl darauf tragen 
ein Moill wegs dz er für vnnd fuhr ahn aufhören aingt vnnd 
fleucht nicht ab den Zweig du tbuext in dann selbst herab 
Sonst singe or sich zu todt auf dem Zweig ehe er herab fluege. 
So baldt man In aber herab thuet Singet er nicht mehr vnnd 
schadet Ihme nichts mehr, Prob:[atum] a Theoph; et 1). Koplero. 
Philomelao Additio . Ist ein wunderbarlich stuckhcl ein Nach- 
tigall, Im früliog So Sy anhebt zu singen zufangen vnnd auf 
den Zweig zu tragen ein mcill wegs vnnd also dz Sy ohn vnder- 



I9B 



tn. CbemI*cb-A1ch«inUt!»ehw. 



lud »ingt biÜ »y todt herundter feit. A Zibctata non sopliisU- 

ealaio 9 j 

EiDO ganz ähaliche ADweisung wie die erste; diese letztere Lesart stimmt 
mit der oben in einem Leidener Codex (No. 29) gegebenoD. aber dort 
ßicbt alü ParacolsUch niirgoriilirtoo ziemlich ^t iibcroiD*, douh itt ein« 
l'hilomela Tbeoplirusti schoii in dun .l'aruuolsica (lu&udam" doM 
Jonas Adulwert genannt (vgl. die Einloiluni; S. 28), alm> älteren 
Datums. — Solchen lÜpiTisohen Kiinst»UjcI(I«iii inuHsto eben der Name 
dos WiinilDimannes emt das rirhtigo .Ansehen verleihen ! 

Vor HIalt 241 8ind sieben Rlätter aiiügeri)i.4en; auf Blatt 241a Gndot 
sich ein frai; in enta riscbor Sc hl uas einer mir unbekannten Arbeit, 
der alüo lautot: 

oder dorsülbun Namen sindt nach oiuauder auf den Tisch m 
legen, vnnil auf ein Jedes «tn ulisondorltchs Pappior odor Brief- 
lein aU Rotb, Itliiu, gelb, vnnd iilüo fort mit andern färben, 
vnnd frag man wolcboH Kraut fiir diese oder andere Kramrk- 
heilten, dten.4tlich Ist . So orsehcint die Färb auf dem be^tt^n 
Krant, Mehrer llerielit ist von ohgednehlnm franciscaner Miinch 
oder lirueder zu Newbaaß Georgen DreUler zuerfragen, dann er 
es probiert, vniid batt solches Theophrastua Herrn Jacob 
Beyer, vertraut vnnd da c;^ ^icli nicht Bald onaigou weit. 
6o Ist er mit andern Personen l'urzuuebmen, 
Es scheint sieb um eine Befragung von Geistern über Heilwirkungen von 
Arzneikrüutorn tm handeln, die unsorni Miigiis aur» Kerliliolz gesetzt 
wird. Vgl. No. 130 und 131 unter den Magieis. 

Der Itcst der Ilandschrill bietet Alcbemistisches, da» uns hier niclit 
intoressirt Nur noch Folgendes will ieh anführen. 

Ul. 333a — 35. I^xplicatio Quacstionis Magycae . Ob vnd wie 
Diuina potenüa in allen natürlichen Corponbus per nostram 
urtem, Actu xuerkenucn vnd zuefindon noy. 
Darin 1)1. S'iSff: Secretum Magtcum . Wie der innerliche 
Menscb, So aus dem lliatitro erwachsenn, vonn den 
Creaturen erkattenn, vnd (tc^P^ißet wirdt, vond wie 
er aus seinem lotsten lliastro in das ewige eingehet. 
Wir haben von Anfnng her gehandelt, vnnd aua dem grundt 
beweist, wie Geist, Soel vnd [.eib voreinigt, vnd ein Compositum 
wordenn . Zum Andern daÜolbe mit einer Cerporalitet vonn den 
4 Elementen nmbgeben . Es will aber na volgonn, wie der- 
selbe aus den Elementen Nutrimentirt vnd erhalten Zu 

welclier ewigenn vnd vnjiufbnrlichonn Ili&.strtschen freudt, vnd 
woliDue, der ewige vnil vnendtliche Gott vtis allen seinen go&den, 



I 



111. Cbemiioh-Alcbembtlscbiu. 



199 



scogeu vnd willen, naoli äeiaem gerallen Reben welle . AmcD. 

Ibr Rüniisclion Köuii;!. Muyst . . . Dionor Johann Chi-ieitianii 

VüiiD H'ilili-ck. 

Dk Olli Tnu^ut vou ilobiMitioini gloichoo Titels abur andürii f iibiilts »ogar 
von iiu»cr'>t Erben in dcti A[)|)<-iiiii\ dos 2- Bunde» der Folioiiunijabe 
anfgeiiomrueo Ut, deu wir in eiu;(Mitliiiinliulicr (><,>slitll. auch handHchrin- 
licli antrafen (vgl. No. 67 und 71), wollte ich die.4e kurze Kt'iiiizcicliniing 
de« vorliegenden Tiactates nicht unterlassen. 

Man vergleiche auch die ScblüiubenierkungeD lu No. 73. 

71. Wien, liofbil.liotliek. Ms. 11428 (.Med. 24"). 233 BlI. 
Pol", au« dein Aufanj^e des 17. Jahrhunderi» von vorsuliiodenon 
Hunden geschrieben. Auf dem vorderem Einbanddeckel die Jahr* 
zahl lloA wie bei J>U. 11114 und imr> (No. 11 und 12). 

Es .lind Colleotaneeu aIcUomistischor, tochnincher. pharma- 
GOUtiscb-cheniiMcher Art. allerlei KtmHü^tiJckc u. s. w. Munuhos 
Zauboriäcbe und IncaDtatorittchc ist durchstrichen und unlesor- 
lieh gemilcht. 
Bl. Dia Turbit ibiDora Uodouittenij, welche «oh in seinem 
«Philoa, rhabichlag xu cnriren Pcatilentx" 1577 nicht findet (vgl. 
Ceotnlbl. r. Blbliolhekäwesen IS<J3 H. Sl»)- 

lil. 27a Ex Hbülli) Theopra.tli [!] praeparationum jiroha i/u-/-- 
curii SaturnJ, welche nicht in dem genannten Ruche steht und 
in der Ggstalt bei Huser überhaupt sich nicht lindet. 
Bl. 90b — yia Zcnccbton bonum 

Rp. 16 lot Äreonici alibi [i] 8 lot Amonici ruliei aut flauj 4 
lot Auripiginontj 4 lol liolj ArmooBC Alles beutender Tein klein 
gerieben, vnd zuHuinmcn guniiacht. mil kndblauch .'«adt ange- 
feuchtet, breit rundt kElchlcin darnuÜ gemacht mit Wai:1ialter 
vod Agstein 6le ana vborslrichen, vnd also tn ein kattock vor* 
Dühet au halß gehengkt. 

Aliud ox Manu «cripto Tboophrastl dv«umtuin. Rp. Krötea 
so an der lulTt ^dorret vnd zum kt(<iDOüton zerrieben $ ij Anw* 
nici albi ei Hube! Üfi Js. Kadieis Uiptanl», Toroiontilloe ana ij 
qointlen, Ferlurum »on perforatarum j quintlen Corrallorum 
Hiaciiith. Smaragd, ana ein halb qniullen, Croei orieotAlij 3|j 
Iinpaälirs mit GummJ Tragacanto, dariiuß mach Zelllein eines 
BShembchen g[roHchen?| breit in forma cordh darnach in rabt 
seiden gonehel vnd anKchenket, ad regionem cordia . Resistit 
quouLi Veneno. 
il Ilobeoheim tu ,De Peste" (zuerst gedruckt 1»64, Theil I Nq. 60^ 



200 



in. CheinUcb-AI<:h«iuifit!scheM. 



aJi 3» 



aU Scbuumitte) voo einem „Zonoxtoa an balB goheudcl" ß^tprocfc 
halte (Huser 4"-Ed. (11 S. 147; FoI"..Ed. I S. 36!1) fimK'n »ich vielfacl 
doritr%c Vorsuhriften unlor scüdl-iii Numcii. Ein gaiix Aclinlichc« wie^ 
oliea bescliricben lindot sich 1^97 in duM ParHcelsisIou Aiiiireas Stnrvic 
„VoD der Peatik-utz KiirWor vnd cinfcltigcr Bericht". KrloTi 4". 
8. !),• und in 0«wiihl Oolls HanUica Chymicii (lOOft) S. 239. Vgl. 
aucli Kii>!i«w«tter'.-s Tiiutit in der GeNchichtc und Tradition, l^eipzig 
IK93. 8" 8. nOl. 
E« Tol^ direct: 

Catholioon Theopbraitj contra colioam et in omnibui Purgatio* 
nibns SMretia. 

Rp. Aloos SuucotriDJ . . 3 j 
Colocyntliidis ... %vj 
Agarici olecti I 

Hpecioriim Diarrhodou Abbatis J 

Ellebori J s 

llia afTiindo Spiriti vini, oel Aquam Cinamonij ut extrahstur 
aiH . Terlio ulTuudcro poteris . Extractiono eic facta ouapura 
liquorem in M li [Mnriae Ralneo] uiilore leniäfiiino nsque nd 
con«iitentiam aliquam Mirapulem, tiel massam ad formanda.-« 
pilul.ns iiptaiii . Düviii ad gratiii« [({■'■iDa] 3. ad 7. t\l pro rationo 
morlii «l pvrsonne . Datur in vino uut alia ru dulcj. 
Nota. So (tu galgatit in di-u Mundt niinb^t inanti ii achirlo 
con tu« amorOHa . tum opus luum ooraniodiR-iitno ot aine omni 
moleittia perlluios. 

Dies „Catliolicon* stimrat weder mit dem „Elisir proprietatia" noch 
mit dem .^Speciticum Pursalivum" der Archidoxon; oin Sbnliches Rocept 
gibt Croll in der Bsoilica L'bymica S. 139. Echt Parueolsische Uebor- 
liorcruDK haben wir kaum bi^r vor udh. Vgl. auch die nArchicatoIio 
Tiirgo" im Londoner Mscr, Sluani; G6y (No. 74). 

BI. 105b Tiucturao Mercurii Luaa« ad solom quom Mercw 

rfum i;orpOri8 lunae Thcophrastus nominal. 
BI, 157— 1(>3 Phflotophia arte mliticft, breniui qoam Natura Col« 
Ijgit theiannm salutii nel perdltionii tignum. 
Alchimia ut xpe^t certa, dulcin meditalio, (^>run.4 quem prudens 
fscile L-»pit, s\ ex ucm philosophiiie principijä venatur cuiuii 
Ctro »0^ uel luna, peius mercuriiia. pir^allns ['.) prseciosa de- 
coctio in »nlphure philosophorum, quod est oleum vitrio^ Sa- 
poroaa commcMtio. dum Elixir perticitur, «ed u qui in fumo, in 
Toetore, in Ptcla promiBiune ol nocto in incertnm venatur, liinc 
Alchimia est «pus long«, dulcU depaiipemlio, lopu« quem ueimo 



III. Chemisch- Alohemlsliscb«. 



201 



approhendorc pote«t . PhiloKopbin oooalt«, Dej ilonum, mirabilis 
Th«aatiruH ad omiiin vtilU. si qui« iuuoiiit absuöiidtt oum «d 
verum v^uni, vt pÜ- Duo, sibi ipüi nobiie, proximo iurto uiimt 
veltiti U Ulli omne Koliim patria »it, ad .Halutcm, iie Torlo in- 
gratus Deo, runiculufl triplox qui dinicils rumpitur »empe aua- 
ritiu Luxuria, supcrbia, eum strangulet, no pnreat . Philosopliia 
iljitur Istu 8eGretissim& et reueiu occultandit aub anathemato, 
marauatha. 

Vorred. 
Es iitt, xuwUeoii da)t alle ding Von Gott kliuinlum, vnd oliiii; don 
khan nicbU gemaclit werden wie du os tiofli'sl Oeiioiti.-' am .j. 
vnd im Kuangelio JohaoniH .j. Darumli üo »ollou wir id allem 
vnttern Üiuöd, Gott AnruelTou vnd in bietten, vmb vernuofTt 
vnd veratandt zue diesem heiligen Werck, wie alle Pliilosophj 
saßen. Alß Ht-nneH. Arnoldus d« Villa noua, vnd pulontin, vnd 
Johannes am Lcxlen . . . 
Ba ist dies derselbe Trnctat, wdli'hun wir sclion in dem Widemann'- 
bcn Leiden«!- Coilex Vo»». Chjm. No. 17 (vgl. oben No. 67) angetrelTeii 
iibcn und den HnoorK Ki-bnn im Anhang dox 2, Band«« der Folio- 
ausgabe aU I'araueUiitcli abilruckuii licsKeo. Untter Text hier stimmt 
gBDz mit dem Leidener, t'nsere Wiener IIandM,-brift nennt überhaupt 
keinen Verfasser (wie auch Widemsnn ui-HpriingUdi), hat aber später 
auch die t'eberschrift: „Dax Erst« (Wapiti. Uanpar Härtung von 
Hoff." 

Bl. 174b Theophratti Tinotur. 
E> int mir nicht gt<lun>;eii die Zeichen flir die Chemikalien zu entriitli- 
adn, da sio (wohl absichtlidi) von den gebrauchlichen gänzlich shweiohon. 
Doch iet eine solche Anweisuni; zur 1Süri?itunß der nlehoinistiäohen 
Tiactur. von der iibri);ens via Theil nur lOO Theile tingiren soll, für 
aos«r« Zwecke ohne Budeutung, dft ai» siober nicht von Hohenheira 
bentammt. „Der Tbcophnutu«i sola dem künig Fcrdinando für gewiß 
gel Orot haben." 

Bl. 193a beginnt: 

Dat AtiMerleaene Kom ex Theophrast^ [!] sntammen Coli- 
girot die waihaätig Probiret seindt, 
Do Vitriolj . Bp. OloJ Vitnoli per so rcctillcatj 2 theil seinen 
eigenen Calcinirlcn Salin ein teil kloin gerieben, thu das in sein 
oleum vitn'oli »ulxe es ad putrofaclionem ad 4 dia tt nocUt 
vnder ein Aleinbie, ho soluirot sich das Sal mit d«m olil, da 
behalt gar SchÜne, Poxtca Itp. fein Aurum da« die Maller 
brauchen Aa\h diinui»it, 8o viel du uill, Calciuit« tnil gummi 



202 



111. <]9i«IDlsch-A leb Olli »llscbo». 



Arabicum stratirtcirt, dz nq Subtiln« Pulucir wcrdo, Hp. dcssol- 
bigo Puluor AUo subtil bereit 1 tboll 2 Thdl des Oborii oloj 
mit «einem Sah. tliu es zu.s»mmuu in ein Vntn'iiiücli guttos 
kolbleiii vnd rur e.i wol diiicb viid fvix c» iid B. M. AiilT 10 
oder 12 tage, so aoluirt aicb die Sot in ein ohl, vnd wirdt oin 
hohe trelTIichD Mt^dicina, dr. Niemandt vergelten tnsgk, AufT de» 
Monacbon Jeiti, vnil auff Uie Curpora imperfecta. 
Itetn so dio ConjuDction giiHcEiiclit, so wirdt dio Mediciti Rott 
M ein niiiU, vnd Mebel in fuiido (iu'k, ein Re.tideiitJt vad 
zeucht (li(! Mcdicin oder dx Aurum [lOtabiUt per liquum [lin- 
guam?] oder per Alombicum, vnd so bleibet Iiindan die terra, die 
thn hinweg, sie i»t niditea mit/, mehr . Dz Aurum potabilo 
eingenommao in Wem 3 -i.j In 4 wocbon '4. MabI, diß Junget 
des Menscbcti leib vnd lielt in AulT, vnd bltiibet iu Stettor 
gesundtlieit, «oin Leben lung, daruoii ist nicht gonungMum xuo- 
scbreibou, 

De oleo l'itrhli Dau das Oleum Vitj-ioli per so distillirt ist, 
susso wie ein Zucker, vnd tat iilult rott, vnd wen man ein 
Troplfea AulT die handt leget, vnd belt in der wermo oder 
Feuer, so Keucht sich der tropfl'on des ohls gans in die bandt, 
liatt ein xolche gewaltige krafft vnd tugendt penetrirt vnd dnng:et 
durch vnd C'urirt deti Menschen leib, Vs heilet alle Schaden die 
gOHciu mögen, AID ßstulen. Cancern, wulCT vnd alles was unrein 
ist, dz roiaiget cd bohendt, vnd heilet ohne alle Salben vnd 
pn&sier . Dz oleum vilriolium ist Schwer wie GoUl oder Edol- 
gostoin, 

Nota daJ] ohl bab ich einem Itudtähorrn zu Kurtzberch ein- 
gogobou, d«r hat don Stein vnd i^rieLt gehabt, In ainem Dampff 
Badt SU Morgens in <.'iiieiM trunck Wein, diÜ ühl ein | Schruppel 
abens vnd Morgens eingegeben, litt der Stein in Sandt weiß in 
ein geschirr gelasMeu, den Vrin zusammen laho, da batt man 
Wunder gesehen, vnd ist iu iS tagen frisch vnd gßsundt worden, 
Nota diß oleum vitrioli vertreibt alle febris Alß nomlicb Quoti- 
dianus ex flegmatc, tcrcianus ex cbolora rubeu, Quinta es Cho- 
lera nigra . Contra pcstilonliu brauch es also. 
Rp. de» olej 9 Iroptfcn odt^r 4. geuQ ein trunok wein In ein 
glaß . Thn dt oleum darein, geuß in ein ander gbiß, hin vnd 
wider ein Ma) oder 4, gib eiuem krancken, auff einen Trunck 
wau ihn das febriti ankumbt, yud lege in ein Rette, deck in 
wol zu, ds er wol schwitze ein Stundt oder b. so wirdt er 
gosundt. 




III. ChemlHh-AlchemlBlIgcboi. 



203 



ßt vertreibt such dio Dui-mgicbt vnd allo aDdoro ^cht Kuß aIIud 
gliedorn . . . Itom dio lamcri glicdcr . . . Itom gotruiicki'n vor- 
lebet Pai-itliüiun] . . . Itom Sciaticum poMioDcm . . . Item ca 
vertreibt auch dio Wiissersucbt . . . tüU oloum vitriüli vortreibet 
aucli dio Ausüetüigkeit ... In Samma doa OIiIh tugendt findet 
man niobt g,aaL vnd gar zuschreiben, dno es lieiüt oleum beoo- 
dictiim, dsa Niemaudt bezaleii kann, wan «h In der ÄlcliL-mia 
viel guttca wirket, duruon nicht zu schreiben ist. 
Du> liioriiiit bcgonucno Sainmc<lwcrkchen hat z. Theil enge Beiiehuagon 
XU dem vorher^i-lietiden Wiuncr Mscr. 112&9 und r,\i d«n beiden folgen- 
den llandsciirirton nuK Loiduu und Gorlltc (vgl. bosoiider« No. 73 am 
Ende), Von schwer lcu<urli(^li<>r Hand i.st Ober den Anfang in uiisrrm 
Mscr. geschrieben „von D. NIcoIil» üernaw 1?]"; raaii kiinnle dafür 
Nicalaii- Itarnoudus vermutlieii, den wir Theil I S. 428 als Deberlieferor 
eines Exeui>ci über dajt Elixir Solis Thoophrosti keuneii gelernt haben, 
doch ist mir eine Sammlunf; wie die vorliegende unter »einem Numoo 
nicht bekannt gowordon. — In unserer Handschrift geht e» diuin ful* 
gendermasxeu weiter: 

[Bl. l!)4aj Auffmerckung des OhU Tugcndt ho Thco[)hrastU8 
Im Drautib gl^llabt vudt viel mit go^chaffot. [Allerlei 
weitere Verwendung de» Ol, Vilrioli] . . . Item so einem die hin- 
fallende sichtumb ankumbt .... dos warlialTlig Theophruttus in 
Crcnlandt bewert habe, vnd vilcn Menschen darmit i^ehollfen 
... N. Ein Ilewert .Stuck ds ich Theop: In Niedertandt, 
gebraucht habe, ao einer iu todtes Nötten wahr So mau das 
Oleom vitrioli vernieuijct mit oleo saliji vnd giebet dum Mun- 
foben eiu tropITcn In ai/ua uitae so erholet er »ich mit gotto« 
biltr aiiir etliche Wochen, dz ol^o wahr »cy . dz «in Herr in 
seinen li^txlou Zügen ist gewesen, dz er iu von Slundt ahn xu 
hillT mit dieiter MedicJii wieder erquickt, vnd dosselbigeu lages 
der Mensch wioderunib aulTuestAnden i.-«l, die i-r sich verwundert, 
vnd gemeldet im sey nicht mehr webe, vnd ist also gesund wio 

ver ist gewesen, Gott sey Lob Tbeophrastus Lib. 2. 

Cap:22. olj Viiriolj ad modicinam. Bp. IVfnolj rubeum, 
pMtOB teru . Vitriolum miaulissimo et modo fac [madufac] cum 
Vino Rectificato ex »iocando tun diu <1od«c Jmbibantur ad 
«ufliciontum .8. letones in Vna libru Vjtrioli it* videlicet calci- 
uatj. [Vgl. No. 72 Bl. 49a: bei dem Citat würe noch am ertten 
an die Gr. Wundarxnei Hohonheim's zu denken, doch bat kciuer 
der TraeUte de« 2. llucben 'i2 Capitol, auch wird die Bereitung 
d«s Ol. vitrioli dort nicht gelclirt.] 



201 



III. CheiuiNcb-Alebcuilitisches. 



%. Vitriol» [?) loti Salt oommuni praoparate tctr«n<Io mutuo 
ouin vitro et pono in oin liogondos gUß noii cam rcuipiont« 
«t porltiuudo ot distilla lade nquam ardontom lonto it;ne «t cum 
Vidi^ris nibeas gutttu« dütillaro amouo Vitrum et ante pono r«ci- 
pientein niagDiim opUmo purlutatum cum bono luto, Vnitis 
JuDcturis et pono üub et »upter fortLs^iine ignem et contiims 
tHDtisper, uel doncc uenit rubnuii Ampliutt ne do oloo, Hvia 
Trigidari . Hoc oleum Hp. et pone in colbam et aupor fundu do 
tlomatc Vitriol} priniiim distillalo vt superrn&Dat .2. ditjiliN bono 
luutuo moucndo locandu, do super a)omb . ot Älstmliü flogma 
tcjito tgniy sorun dGntillutum flu;;ma por sa, «t ralot flcgma 
optimo Ht lotie* »upcr fundendo nouuni flpgma nl abstrahendo 
et HUperfundcnilö doiivc totam virtutem extraxisti et nalot zu 
Ralben der glioder. 

Itaquß babeH oleum Vtlrioli. rociillcatum estque suuuo ot ad 
mediuiuam valenti contra gallicum morbum Rp. Islios olej 
3 guttas et vtoro. Item Rp, mtrioli otij et exlraclum cum a<faa 
vitfto, manne, ügui aloca Itosmarinj laueDdclblumoD miitco 
omnia ana et »x illis omDibiis fac vnuin oleum. 
Iluitt.s oli>J vtatur .3. guttat« in Aqua buragini« ot violurum 
valet lioc rectißcatum indubitanUir ad putruraclum et mBium 
MiDguinam hotnorea quo »tupprfluoH oxpellendos. 
M. Zu Viclacii in kernten listt oiu wendiäclier ITalT . . . 
[eine FalUüclitigo mit ol. vitrioli curirl] . ■ - 
N. Ein laudtrurcr hat mit uleo vitriolj . . . 
N. Dan Theop. liatt mit dioüom olj vitrialj rubej et dulcis den 
Ausaatx goheilet, Daruon ehr Iti seinem Buch M. Chirurgia groß 
Moldnng thut [was nielit tttimmt]. 
Oleum tn'fm/i ad omnes Inrirraitate». 
[Bl. 195a] Fac ex Vitrioto rabeo caicem, illiim soluo in accto 

oommuni qnantum hoIu! potost 

N. Da» oleum Vitrioli mit oleum salis hat Theop: gewaltig im 
brauch gelmbi, »o uncm Men.NcboQ auQ mutter leibe seioo 
gliodor wchroti verhnimpt oder verkürzt, es my wi.j ett wolle, 
BO bal er alle mahl die 2 ohl obberürt vermischet gleich *a 
viel olej Terpentinj darzu gebraucht alle 3 ohl ana m<l hat den 
krummei) vorkürtzten Menschen e« aey Arm oder bein zuuor Iiu 
älfibleio mit hciüsi^u krcutorn gcboissot, aU beiß er ea orleydeu 
kan, die gliedor also erweicht, darnacli dio obgcmelten olej 
hinein ge«chmiret vtid gerieben, d/. hatt ihm aUo .8. tage auQ- 
gowart, olle tage ein Mab), Ltt der vorküristc meiiach wieder 




tn. Ohemitcli-AlcbeintB tischen 



S» 



goleodk vnd ruchlf«rtiglt wordoD, dz butt »ich viel volcks 
groQlich vorwundfirt. 

[)»s Dampf Padt dnruufr. Rp. Kramel wijilTel, wilde Saübcii, 
wolgeiiiut, Kichfltiluub, wiTinul., TanzapITeii, dz halt er in va^^cr 
Rotten, gar dicke, ilie )it>it)aeii kroutcr in ein hüiQue Schiitnel 
Kflej-t die füsfin oder Arm darmit ein geweicht postea gee&lbet. 
[Vgl. No. 70 Bl. 85.] 

Oloum vitriotj duice . . [vgl. obeudort vorher] .... Tfaeopfar. 
Oleum Vitriol). Rp. Vitrioli qu[&ntum] v[is] roibu in kluio 
nuiT einem ütein, tbu in in ein Instrument von Erdon gemacht 
[Abbildung eine» Külbcns mit zwei ringfürmigcn Auübuchtungon 
un Iltlsoj, setx« in In «in koireur, also du da« vndentto de.«. 
Instraraeuts gar im Fititv jt«he, «ber oben mach da« ca wol 
verlutirt «ey, )aU in lisQulioli koll'eur stehen, 4 koras postoa 
mach dz lear grösser ... aliu!) modux ... Mercke weiter 
von [oleo] vitriolj. So einer vom Schlagk oder Podagra oder 
fraiitzoHen gelerabt wehre den Üiu also . . A Nobüi der ein 
gemicht viel Jsr in einem arm gehabt vnd ihme kein Docktor 
hollT«n kundt, dem hnltr D. Augustux alno ex Tboop: Er liQ 
im Rnttlich Ad«r sohlan . . . [vgl. !No. 73 Hl. 4a]. 
Do Salo Comuiiis de oleo Salis virtutes ex lib: Theoph. 
R. Oleum Sah'ji per !)«, iIk iM purpur oder Citrinii larbuu p«r 
A(|uam roridam vt.-'ci-'< . Itp. dtutOhl!^ darain i<oluir fein atlccm 
aoti$ dx ist Aurum potabile dz in der weit nicht ist ge(\ind«n 
worden . . . 

N. Mit Aurum potabile vou Oleo Salis vertreibtitu alle kraook- 
heit, 80 ein Mensch in den letzten Zigon wehro. dises nur ein 
tropfen eingegeben, so wirdt der Mensch er<]uickel, vnd durch 
gottei hilff erhalten, dau diß aurum potabile dienvt xu allen 
krnnokhcitcu, di« man doch erdenoken magk, tu vborwinden, 
dan iJiw oleum lali* int für siith .lelber ein gewaltiger vberwindor 
nllor krunckhoit vnd diU ohle eingeben einem wa.-«<crsichtig«n, 
etliche tage In wermul n;ai»cr dz ist der Waseeniueht zu wider, 
sie romchwindon in kurzen tagen, dz ich theophrai^tuK In 
Stoyermarg nu Ober Vii\z durch gotics bilfl, bab mit dicaem 
ohi viel fltl. V.\1] wunder gealiftef, rnd auß geriebt, dz ich mich 
Mlb«t nicht verwundern kban, Ich habe auch Zn Nideren, 
Im Spital dasselbst ein hinrallenden Menschen, diß oleum 
»aii* in woin ein geben . . [vgl. No. 70 Bl. b\ IT.] . . welches 
schon in die 12 Jar gocchchon war. 
Itcui atitr ein zeit liab ich einem Stenscheo eiogeban der dx 



206 



III. Cbtmlicb-Alcheailt lisch««. 



fobrU laoge Zdt gehabt hutt. vtid wini e» in ankommen . . 
[vgl. ebenda] . . Ist im der Mngon »elber Von im gebrochen, 
vnil von Tago eu läge Stercker worden . Item dises ohi 4 oder 
3 Tropirun . . . 

N. Thooph: wan ih olil «a^H communis aurum solitir«t so \sl 
potabilis Miviirina don AuKHoUigoD in alija iiiürbiü. In woiu 
gcnOMflcn, Keiiiigot das bltilt, viid lliut viel wiinileriichc ding« 
in viris et mulieritiui« oleum aalü 4 grana pingetiommcn, in 
einen gulen trunck wein, Ist gnt Tür die waiuorauchl . . . 
ullo rubiiß . . . auch den bruch sclitnireti. vnd den im bruch- 
bandt cHiulti-u .. . Oleom undt ad solucndam aunim ad 
potabilem . Nim ctliftho groQo Rubun ... Alio Modo »ine 
rnpis , . . Tbeop. thiit groanc Meldung üb: 2. Cap: 6 De 
Säle phitcifophorum [gemeint i.-it. Cap. (> den 3. Truotab* im 
3. Itucbe der Gr. Wundarznei, woraa-> einiges wörtlich genommen 
ist; lluser Chir. R. u. Sehr. 4'-Kd. S. 282; Fol-.-Ed. S. UHi.K. 
Vgl. auch das vorhergeliondo Wienor Mscr,] So man die Salam 
bcrauO Keuclit, wie dan folgen wirdt vnd in demMibeii den 
groUeu gruiidt xnr gesuDdlhoit, dan da» Stil lo»! niuht« faulen, 
wo nun ein »ülidi conscrunlilT oder praeHoruatif (.«L, wie kau der 
Mcnitch ball zu seinem Zill kommen, darumb billich von Sak 
philo»ophorum xn mtldon i^t, dan du kommen xusammen Kd- 
liuho der Arianus [«tatt ArcaniiJ lianbt.slu<-k alU Nemblich Klores 
Anlimonij, Auri, Corallorum, vnd die mit Sai vormi.Ht;hel vnd 
genossen in der .ipeiO Nn: wehr doch ao sehligk isl, dz er oleum 
Salii ohne alle /ugethanc hillf wi^t zu diätilireit, vnd das 
awum werde drein aoluirt vnd zu einem üblichen ohI werden 
möge .... 

Nota Mocrotum Theop. et Artifici» |'i>r olenm Salis 
maclistu für alle gilTligo vnhoilbaro faule «tinckendo .Scheden. 
alll lisculen, krcliM, wullT, vnd dergleichen mit auatellung In 
kurzer Zeit heilen (IH. I'.)8] Do Anlimonio . . . Üe Auro 
potabili Theoph: Rp. KoMn&rinnm .7. diatü. xuletzt adde 
Pulucrinirt goldt blelter durch Sat putrificirt dz distilir vnd das 
GcU wirdt potabile . . . Oleum Mei-fuHiet in morbo gallJco 
Theoph. . . [Itl. VM] Thcopbrastus «einer IlcimJigkcit 
eins das er selbst gebraucht vnd bewert. Aurum dia- 
phorotioum . Rp. viwri lamioali «ibliiiter Ji, Mereitrij pr&o- 
oipitati das die ScherlTen verloren hatl, vnd Smal in aqua 
ouorum abgezogon ist, auch sein olium verloren halt 3 3 Diote 
3 selir woll mit einander gerieben, thu es in ein vertutirten, 



in. CheniMh-AlelMinictUch««. 



207 



kolben, g«uß daran vinum adustatn, biß rectißdrt ist ß oder 

8 löt In vcriutirlcin kolbcn Ei^ hat Theop: voo diesem 

(liaphoretico magno gehen Jungüii kindt-rn von 3 Jar .... 
fBI. 2O0b] Lapillj vinj Thfioph: Dicunt ni Tariai-ua in vino 
datilliito fvctificato ponalur vnd in ein gießloin gro-'tse Cnpellen, 
vnd oin aiidon< mit floiß darüber vermacht, so soll sich viiiam 
Iapillir«n. Oloiim Tartari» [!) Theop. ... [itl. 201] Alcalj 
oristallj Thcop. . . . Lib.j. Cap. 9. Fusio Christallj Th«o- 
phrastj ^^u(;ci Linioniarum Rp, Ciicumcris A»Dinj diu wilden 
kbfirbi» ein gar suea trcpfcll . paoa uidoccDoH Ibj Aliimcn Ja- 
meiy 3 2 Viridis eris 3 I Terantur miHceantur ponantur sab 
fimo per musam. Rp. Doinde crystalli frustra puluenüati pooe 
in aqua »üb limo äoluantur intra tres a. sucuum igao obticr- 
vetur «t R^nuil [?) vitro »icut vilram poDatur '\q formalo et 
rund«tur «t reniaiicliit in Molitu<liuc hub Nota Christallus do 
colonittir cum (juitiu^ Lingitur vitriim mancndo x&mta priu« ('hri- 
Atallum ipaliatiim. Chriittalli preparatio dixlillatio Theo; 
lib: '^ (Vormutblich .sind mit diesem und dem vorhergehenden 
Cttate die Diicher „De morbis ex Tartaro" gemeint, in welche» 
vou don CVystalli tartari, auch einfach „Cryslalli" genannt, 

violfach die Rede iKt, vgl. No. 72 Bl. 72.] De Melissa 

Theop |(ll. 20(>bl AquaCuralo loprosos paraliticos 

fiNtuluM cnncrum Theop. Rp. 'Sn/M amoniari. Sali» com- 
muoi», 6ali.-< nitri, Urimif [?] juis, Tartari. Album ovorum, 
Calcii« vino ana miiice bone nub; hpütr [?] Alembicum subtilo 
»i« ein gebrant wasaer von der vrtna cinoM ge.sunden Menschen 
der Wein triacket, dx laß putriß'. 1.^ Tage, vnd so du o» futti- 
licircst mit atvfn cum isla VHiia et tunc dütiUa et firit mira- 
biHt«r In ullon kninckhoitcn wiedor peatem .... Thoop: 
hatt ein ohll gemaclit von Schwefel vidclicet Anti- 
iDonij ... I.actuca Theoph: .... Secretum ."^ecreto- 
runi Theophrasti iiuerhalteti Monnchlichfe» gemchlecliteH vnd 
lebens in guttor InncEwieriger GoKtindheit, biß aiiÜT die zuküntT- 
tige btifltimte /oit, die im von gott auflgelegt i>«l, koIiu nW diß 
potabile medicamentum brauchen Rp. Artemisie, Valeriane, 
pimpinolle aJt '/, po^tea Rp. Electuarij Jnmperj, Zuccari candi 
ana 3 -j. damit abgemacht Olej Sali» dragma, vris ij. 3. Diß 
mUche durvhoinandcr In einem glase, itutiM) e» also warm 
g4>decket HufT den olTen oder sol [iu die Sonne], de wol in ein- 
ander Conconiirt autf 12 tage also luMcn Stehen, vnd diß braucht 
M du dieae hohe berümbt« Siediuin für dich vud dein hauQ- 



in. Cbcmtich-Alchemiatiseb«!. 

gesindt allo Morgoa 2 grtiii scIiwim- ein Nimfittt. so bigtu rnd die 
deinoo den lag üicher, tür allen Uiifahl mit gottc» hilR* dor 
kratickheit Hicher . Item ko ein Mensoli v^^r^ilTtung im loih batt 
dz treibetx vnder «ch . Item . . . Item . . . Item . . . Dan ich linl) 
ein «Iten CBnonicum gefunden vnd knndt 100 J&r, der hat dieae 
obgemollo Modicia In aaro potabil(< im braucll gohabt, vnd ist 
Juagoncliull'cii gowort 6.U ein Man von 30 Jurmi, rnd auch bckandt 
SU dieser Zeit, in koiu kranck[BI. 207]hcit hcrilrt i»t aUo Tri^di 
viid go»uQdt in der furchl goltos vei-nchioden . No» nobis I)o- 
oiißä non Doliis, »ud uoiqcd tuum da gl^i'iam. [Vg\, No, 70 
S. 195 und No. 72 Hl. 48b] . Bewerte BrustkiielileiD Thcoph. 

[RrÄutarmittel] ... Tiriac Theop ... Modicinalia Ctii- 

rurgicis Tlieoph .... EiperimeDtum Tliuoph .... Bu- 
wert AugonwBMser Theo:.... Contra gti|mtioncm Thoop ... . 
In dic\scr Iiii-r nur kurz auMgoutgenen Rccoptcnsainmlung mit HcilnngK- 
gtMuhic]iten ist auch vielen «Eidtire cing««trout, dait .sich nicht aU Theo- 
phro^iach gibt; örteni sind auch andere Namen genannt. Dan Latein 
i.it leider sehr verdorben; ich habo mich darauf bcschrünkt. möglichst 
genau die Vorlage zu entziffern und von oft reclit naheliegenden Ver- 
beteerungcn für diesmal abgenehen. Auf Bl. 209b fmdol üich ciuo 
Krkir>ning der /^ii;hen, welche aber nicht alle angewendete» iiinfaitst. 
Viele dinsor i^eichi^u sind von den üonst gebrüuch liehen venchiedeu. 
Uta Zeichen fiir Oold x. B. ist das ullerül teste, wie «» in den grioclii- 
»chen Papyri» vorkommt. Der weitere Inhalt unserer Handschrift inter- 
eiwirt unH hier nicht. 



72. Leide», UdIv. - Bibliothek, Codex Vosaianus Chymicus 

4° No. 14. 180 Bll. von «wei Händen um IGOO geschrieben. 
Un« geht hier nur der er^te Schreiber an, welcher Dlatt 1 — 13u 
goHchrioben und futrirl hat. 
Blatt I a — 20a Theophrmsti Paracelii Arcana. 

Erst lieb WittDftD das Podagra Gründlichen Curircn 
soll. Nim Hirschen bluett, »o warmb du os Immer gehaben 
msguU xwo oder drey maß, thue «s in einen rctorton, distilir 
mit linndem fouer die flegma dauuoii doch laß e.« tuuor 9 Tags 
digeriren in Italneo, alU dan so es distilirt ist. *o setx t* in di« 
Aschen vnd einen rvcipientcn darfiir zum dritten im Sanndo mit 
starckhum feuer, biB ein Prnun färb olilet gibet . mit an- 
hcnni^khung twincü eigenen »lilxnv. das behaldt als Gold mit 
düfcm Oley vnnd mlts schmir die l'odngrijichGn glidor des Ta^ 



nt. Ohtmiicb-AlchoiDiiitUehM. 



2p9 



zvajrma], hej einer wiriiie, biß an ö oder 6 tage das Podagra 
f^wißlich durch den stulgangkh hinwegkh vnd der kranckhe 
wirdt TOD gruudt orlösot. 

Folgon dinPuIuorn zu dixerCurra, Nim AlvoiiatiM. wruch 
M mal in atjua I ncardoticarutn [PJ 5 Crocj Min-huu uiia 5 jj 
Vcrmilio praupar: per Antimonium et aurtim . . .-. 
Ea folgt eiae Sammlung von Ileiliingflvor.schrit'ton mit und ohne den 
Namen des Thfiophrastua. Von eraten-n seien die folijonden genannt: In 
Epilepsia Arcanum Theophr. [Todt^ukupf der nodi in kein Erd- 
»icli kam, al»o .caput mortuuin'l; Vomilium Tlicophriisti goliürot zu 
dem vorgoscliribenon Ilimcfaon Illiicl widor dan Podiigram; ('otitra 
merphoam et lüpram Paracelsi; Theophrasti .Snorctiim Incor- 
ruplum oder [!] Vneiinnigkeit [Man »oll oinem Widder der gerade 
rammelt den Kopf abhauen!!]; Ein Emplaalram Theophrastij xum 
Slftgen, wann einem schön gifit. menatruum oder annders i»t gegeben 
worden; Dks Oluuni Antinw?»J Theop)ira»tii; Vor denn Aussatz 
Tbeephr.; Ti actum AntimoniJ Thoephraiitj; Appodcltoch 
EmplastrJ Theo:; Turbith Theophrastij, Auch von der »(irilla" 
Theophrasti wird gehandelt (vgl. Hu^or 4"-Ed. Vit S, 18G), Es werden 
auch andere Namen genannt /,. I). Paul Heß, Andrea» Rindfleisch, 
Pancratiu» Freudonberck, Eliaü Rydyger. 
Bi.4Ia— 134b 

D. Theophraiti Paraoelsi ex Hohenheim 
Medici Oerniani Secreta Secretonun. 

Bp. Oleum i'itrioU per se roctilieirt vnnd lire (?| ij tail vnnd 
Rp. sein eignes Calcinirto» Sal [?] J tail khlein geruben, thue äa» 
in sein Oleum VUrhli »clr, zu Putroficiron 4 düa ft noctcn vnndcr 
ein Alombio «o'soluirt aicli das Sal [?J mit dem ÖU das behalt 
g«r schon .... 

?gl. da« vorhergehende Wiener Mscr. (No, "1) Bl. H*3ff.. wo sieh diese 
Sammlung von Kecepten unter anderem Tilel und meist in andoror Ueibe]i- 
folge I, Tb. eboDso findet. Der Schreiber konnte öflur« seine Vorlogo 
nicht letton und unterstrich dann dta üiuicliore mit unterbroolioucr 
Linie. leb groifo nur einiges lioraux: 

Bl. 43b Das oleum Sali» vniid üein Tugeodt ex Theophranttj 
... Bl. 48 b Jugondt cu erhaldten . Aq»am Melisse vnnd 
lupiatn Vateriane nuß »einen ßlatern Ana die vennisch vnnd 
nach Oiiteru wen die Sohn tritt in Ait wag .... [\o. 71 
III. 3i)6b und noch n.ibor übereiniitimmend No. 70 S. 195.] .. 
bleibet Jnng 30 Jabr . ein alter Canonicum ... ein beruiger 
Mahn . Thcoph: Hb: 7 Cap. 38. [Diene Uußliangabo hat nur 

Kllltt 0. Biktktli iL PviHhlHhu Icliriniii. 11. 14 



SlO 



m. Cb*nil*cb>A1ch»mi»iUch««. 



unser Msor.; sie hat wohl keinen tlinUüchlichen Rückhalt und bt 
jHif» Gfrathowohl gegriffen.] ... Bl. 49u Oleum Viln'oii zur 
Medicin Theo: lib. 2. Capit. 22. Rp. Viti-ioU rott Calztonirl, 
die reib auT iIm eubtiUtc vnnd laß in roctiÜciren w«ia mal 
ilofifir niif 4. mall da» er werde wie «in teig. allKnit gcflnu-khni-t 
widerumb inndelivii-t vnd Trui-khrH't, da» reib so lang biß in 
»icli gotruckhon viitid vor!*chluug[en] S Lott in j S" vilrioli alto 
wie ölleii caicionirt . . . [vgl. No. tl Hl. ]'H wo dies lateinisch 
gegeben ist] .. RI. 49b Zu machen ein ofal daa genandt 
wirdt ßenedictum ä&s gebenedeito Oll Ist vber Gotii vnnd 
SiUmT ist manigfaltig in dor würtkhung . Rp. j maß Baumoll, 
dio gouB nur die heißo Zigio l'roukhlin ... Theoph. R M. 
IIb: 3 Cap: 12. [Es soll wohl die Chinirgin Magim gemeint 
»ein, aber das Citnt stimmt nicht und die Vorsubrill ebeoso- 
wonig, cf. l.ib. fl Traet. III, Theil 3 Cap. 7) . . . Bl. 51b .. «o 
einen dio hinfallendt sucht ankhombt . . . das ist warhalTlig . 
Ich Theophrastus Ihn Creinlandt bowert hab an vilen meo- 
Hchen duruh Gottes mitwirckhung . [Vgl. No. 71 Bl. 194a und 
No. 73 m. 2b] ... Bl. i>3a Oleum Antimouij Ex lib; Theo- 
phrastj 4 Cap. 1 ... Bl. 66a H. Virich äußern Miinual 
Theoph: . . . Ein 3hl vom Hirschhorn ... so weit M. Theo: 
im Arli.it Theo: lib: 3. ('aji. H .. . Nota ii»t I.audano Theophr: 
Notabilia: wan er Vomitum gehabtt hat er mit j Pillul: sich 
gesterekht in seiner Kianekheidl hat er teglich banilTikhornleiti 
groß daruon gebraucht. Hera Domino Aohatio Schrot da er 
ime Hydropicam wnasor zum Munde Äulgelrieben, so er in 
Anmochtigkheit fallen wolluii hat er dor Pillen einer erbe« 
groß eingeliou hat in halt gesterekht, diw un wol erleiden hat 
mögen . Nnta Beno Operinus, praecipitat hat Tbeophrastj 
gebraucht, vnnd '■> sedes oder xtul gehabt, vnnd ku letKt^ii da 
durstet jhn, da hat er leaiDtr getmnckhen daruon bat er 30 
stuel gehabt vnd Toopb: hat im das Trincken verboten Item 
... biß er nicht mehr gorühlet. [Also gleich No. 70 S. I93f, 
aber dort in richtiger Reihenfolge] Theopbr. hat tu Orütz in 
Steyermarck in ciuom WirdshaalÜ des K. kboclis eines khnabcn 
Vrin oder lUrm 9 Tag in Roßmixt bissen stehen, darnach her- 
über golriben ... so hat as sich angelegt . . . wie ein roter 
Scharlach . . . auf den nabel goschmiorl gar ein wenig, wjrkht 
wunderbarlich ding getban für die wurm . Criittallt Praepa* 

ratio Distillatio Theo: lib: 3 [No.71 Bl. 201) Bl. 72b 

Theuphrasli lib. 2 Cap. 11 Aqua vitae das von Menschen- 




in. Cb«mlich-Ä toben) istiiebe*. 



211 



btaett. Heilet alle itcliwaclibeit d!o da innvomliglt Et est secr«- 
ttHHimnm! ... Bl. 73a M. Bartoldt Id seiii«ni Buch der 
Modicin von Thenphra-itj ... Ri. 7<K Turtari ol, Tlieo- 
pliraslj lili. 2. Cap. «i . .. BI. 78a Oleum Sali« nitrj Theoph. 
Itb. 2. Cap. 39 . . . BI. 79a Oleum atramonti des gelben . 
Theophr. lib. 4. Cap. lO . . . Bl. 81 Ad Potenliam i. e. mir 
Khekßley ixt gerecht vnd Probirt ä Tbeuph; etnom 
Orarren geben . . [No. 70 S. 196] ... So du di«er »t«rclilnins 
cinnimbst so vorsieh dich woll mit einoin licyschlaH', k-h spHnüt 
auf ein nacht S mahl, dau es mödit «ich einer lu Tode lu.ilcu 
... Bl. S2b Theophriwtuü hat tu Potien vond lu Traraiohn 
Im fltschlnndl ein Imi'goriu daselbst dio wiiK<or»uL^ht Isnn^e 
gehtbt vud bat ir disn nuchfolgfiDde Modioln in cinum Traockh 
oingeben, das hat er morgen gelhan. I»t in acht Tilgen diesol- 
bige erledigt frisch vnd gesundt worden [No. 10 S. 19.^] . . . 
Bl. lUOb Theophr. lib: i. Cap; 32 ein Edles Hochtreff- 
liches oleum sanctum ... Bl, 104a Nota daß öll ,)uniper 
findestu Inn'Thoophrastj gotrueckhtQm buech, dauou er 
vil schöner hurlicher bericht daselbs verstanden wirdt, auch 
eines balMams xuuergleichcn ... Bl. lOGa . . . Auf ein zeidt ein 
Herr oder reicher Edelmann den .Stucl gang «iu laugor Koidt 
Dicht gehabt, daß er olTt gesagt halt, wenn ich nur ein gucttea 
starckhcn farlJier hett, .«o woll ich darumb 'A(\i 11. [?] gebe», so wist 
ich woll das en betwer wurde vmb Mich, wenn ich nur einen haben 
mecht, wehr vmb khein goldt zu bezahlen, wenn nur ein MenH^b 
bellten kbuiidt, Indem ist Theophr; lu im auT ein zeit khumen, 
vnnd bat in geb«tteu, üb er ihm nicht hellten khundt er wolto 
Im 800 n, [?] geben, vber einen heufTul bar vnnd bereit . In dem 
ball Tlieophrast gasogl ich begehr i\»k xu lialien, «t soll gehalten 
werden mit verechreibnng .seiner Aignen hand»<chrifn vnd anhan* 
g«atem Secrot [Gelieimsießel] solches scbultip; ilu sein, so er ihm 
hulfle, da batl Theophr. ein slüUiein mit cleum l.nurino herfiir- 
geugen vnnd gesagt er sol dartzae starckh suhiucckhen [Hecbenf] 
vnd den geachmarkb [Goruch!) un sicli liehen, da hat der 
EdolmauD vor aller Mt-nuiglicheu mvhr sN vher dio 14 fnrtzer 
gethau auf einander, vnnd stuel mit itich gohrncht darnach diß 
öll 2 gran schwer in guetteu Wein tu nicwten geben i-tt von 
slundt au frisch vnnd goatiud geworden. [Vgl. Huser 4"-^. V 
R.234: FolVEd. t S. 17IA] ... Bl. II3a In Theophrastij 
Spitallbuech . kh Theoph ra.'^liis ralbe allen den .\rtzteD, die 
da mit vvnttellung deti fluU vmbgangen . . . [Unser Cbir. B. u. 

14» 



SIS 



IIL CbemUeh-Akh«mUtl9cbe8. 



Sehr. Kor.-Ed. S. 316BJ . . . Bi. 116b Vor die wassersncht. 
Nota boiio. Thoojihr: lint uin oll gemacUl von Antimon S<:/iwe/fl 
Sal g«oitnni; m. i>. n, in aqun Knrida rfwtillirt. des iils 3 gran 
sahwer in einem Trunckh wein zu reichet) gegolieti, ilor die 
Wassersucht gehabt hat in khurtzen Takcd graundt worden, 
diß int in KUrainlandt zu Cilla ijeHcliehoä 153G. Dnniach 
er KU ilein ItiiicholT luukh (?] iltß öll» .1 grün schwer ejneii 
VranckhoD gulUüuhtigen im Truiickh wein gareidil, In 2 Tag«ri 
mitGolt<w Milir vergangen Im 1.6,3.8. fVgl. No. 70 S. 1«5] ... 
Bl. U9a . U'ie man ein ull machet Ex cane Knffo i. e. 
von einem rotten Hundt, mit welchem ausgetzogen andere 
tURonten, ho es in sich holt, Tbeoph: einen gahotlot hat welcher 
bei EillT Jahren xeinon linukhcn Arm gloichäam oino» dürren 
iloltz gehabt hadt . . . [DI. läOa] dioß 611 dienet nicht allein 
XU allen kranckhniten huh khtdten, minder zu vil anderen molir. 
dnn wi<^ ob vermelt Anno 1547 1'heojdirn.itu.i i>incn reichen 
welchem sein Unokher arm, weiß nicht au.« v/ns rnsachen gsntK 
vnnd gnr sleii-hsani einem hoUn außgetruckhnet war geheilot . 
Don khpio Artzt den zuuor zu heilen vermocht den nach dem 
er de» Ann mit di^eni oll beider Sonnen des es waß Sommer, 

salbete viid wtirckhotc in fünftzii; tagen, dio ädern des 

Annes llngeu augeaichoinlich sich mit dum bluodt zu crrüUen 
.... weloheti her nai;hnial;t alit man neun lag darein verharret . 
ist der Ann gantx vnU gar wie der ander . . . geworden . . . 
Es dienet auch ... so einer durch vnnd durch geschlagen währ, 
vnd der Span Sehn oder flach.'iadern ontzwey wehren dan 
Anno 1518 da ich von Uierusslem kham vnd Petrus k 
iosln nahe bey der Jnscr Corsicam von funfT Möhr raubern vber- 
fallen von vnsern «chilTleiiten einer mit einor bixeu helTtig bcsche- 
digt war, da^ der Arlut den gantüon Arm beschneiden wolt, hah 
ich mit discm öll das ich» damals bei mir hatte vnd truog in »In- 
bfüdt gesalbet, vnd in in 7 tagen damit perfect gchcilet. [Die-tor 
Jerusalem fahr er ist natürlich nicht Paracelsus; die Stolle be.sagt 
CS j» auch nicht direcl. Fett von „Itottfächsichten Thieren". 
„Kott llundtschmallx vnd Kott Katzenschmallz" u. s. w. kommen 
äbrigena auob bei Paracelsus als lleilmitt«! bei „Contracturfin" 
und „Consumplio" vor, vgl. t. B. Unser 4"-Kd. V S, 244; 
FolVEd. IS. 175BJ ... BI. 12(la Gra,tia Dei gnaden Gottes 
Pflaster tu dem Ilulß gar ein Schön trolTlicbes Plla^iter diQ 
Plla.'iter khombt v<iii I): TheophrastiJ auß Engollandt dise vn- 
guoudt mit Gold oder ^tUrer nicht ku besahleu . . . 



I 



Ilf. Cbomitch-Alrhomldisclie». 



S13 



ttoch nun gi'iiu^ von ditwen IIettungi«anoD(io(cii, diMioD ich «ohon zu riel 
Ehre c-ruie^n hahe. Der Citalc nai;li Kuoh und Capil«! sind noch viel 
rnebr; sio sind für drcw Maer. chaiakteristisch; in don nndern. welche oft 
ilieselben Gt>Nu)iiclit<.<n und Ik-iliiugävonclirirten cDthatten. t'olilon dieae 
Citat« violfucli. Wenn nucli einige» wirklich xutrilFt, üo verdient das 
Onnse doch kein Vortraiwn. Viele'* schcinl nufs Gerathewohl gegeben 
oder frei crrundon wie in dem Onomn.-ilicou II Thurnoio^or'K (Theil 1 
No. 194). [Iohenhi'tra'.4 Namo wird fnüt auf jnd«r Seite genannt aU 
Urheber irgend einer Verordnung oder einer wiiriderbareq lleilnng. Ein 
Urtltoil über die ganzo Sammlung siehe um Ende der No. 73. 

Aagafiigt. i«t von anderer Kund uu» derselben Zeit eiuo ähnliche 
R«c«pten!tnnin)lung: Bl. 137* — 180« „Von Andreu Burtholdo wolerfurncn 
Berokman vnd Natnrk£indiger von OschulK Bürger in Schlpj*icn »off 
der Vrallen B«rgkst»dl KnpITerberg am goldtreiehun fluU Bober gclegco". 
K« kommen in den Uecepten Jahrzahlen /.wischen 1075—1099 vor. Am 
Eude wird von einer Ronen bergVlien lloelizeit berichtet (16i8) und 
wiovtcl tau«i7nd Stuck Wildjirot diibei vcrlilitl wurden; uinu nrideni Hund 
h»l vomto^lich ein Rncept für di(i Kolik duniiitcrgesetzt. Viulleidit 
stammt die lliindnehrift auch autt dum Besiti: dei Familie Rosenberg 
wie so manclrc andere z. B. die beiden giossea Theologischen Uand- 
sebnlleD No. 68 und 89. 



73. Görlitz, MiUcli'sche Gyiünasialbibliotbek, No. 54. Eolhält 
22 von einer Hand um dem Anfang de;) 17. Jahrhundartä bu. 
.■«■liriebcne Qunrtbliitter. 

Libronim Theopbraiti Ab lloUonhaini Germani Üoctoris 
Medicinaruni . Secreta Secretonun in Uedicinis Das außerle- 
aene Korn auU Tbeophraüto zuMUinmen eolligirett die 
warhafflig pro[b]irott seindt. 

Db Vitriolo i. o. Aurum pulabilv. Rp. Olei Vitriolf 
por HO roctiGcatj 3 Th. .'•dn oigne» caltinirtOH f^al l th. klein 
gori«bea, Thu« dx in ma oleum Vilriolj .tetne » ad putrc- 
facliODem ad c/tVm ii noctrm, vnd einen blinden Atembie daraulT, 
So ro«olüir«t »ich dx Sal mit dem oleu, di behnit gur schon, 
PMtea Rp. fein Ool<J d&U die Maler braucbun aulTs dünnesle 
q. vi*. DaU calcinir mit gummi Arnbico Htratificits, de ehi 
subtil PulrrT drault wirt . deÜttelbigen /Wcrnt nlnu .-«ublil beroilt 
) th. vnd 2 th. deB oboru l'itrioij mit n«incm äa]tz, thue cm 
xusiimm«D in ein VonudUch gutioi Kolbolein, vnd rür es wol 
•i. ». a. vnnd »et?.« itd B. M. [Balneum MariaeJ auff 10 oder 12 
tag, *o mIui'tI «ich diu GolJ in dem oleo vnd wirt eine hohe 



214 



III. 0h«iiiacli-A)chemi8tUch«s. 



UoiriidiG Medicin darauß, deß niornuad vci^dloii kati, auf dorn 
MciHcljeii leib vod corpora imperrocta. 

So die Putrofaciioii gescliicIiU »o wirl die Medicin rolt h\» 
ein blult, vud mi^IzI in fumlo vaniti ein resident*, vnd leugt dio 
Modidn oüor Aurum potabile per lioguam oder Alcmb. vnd 
bleibt hinduii . Dio Iflrrain tliuQ hinweg, sie ist nicbta nütto rnclir. 
Diu Aiirum polabile oingonohmL-n iii oyiicm Wein 5 ij in 
4 woclion zwey mabl, daß vcrraynigct doB MctiHcheii l<eib \ai 
liL-lt lim aulf, vnd bleibt in stültcr gaiutidtlieit sein lebenlaiig, 
durvon ist nicht guuugKam za »ctii'eibeo. 

Du Oloß I'ititolj woD daß Oleum per bo distilUrt int süüae 
Vit« din Zucker, vnd ist blutrott, .... 
Wir haben liier also wieder dicsdbo Sammlung, wckho xiob in 
No. 71 aU „das AusBerlesenb Eoru ox Tlicophraatij EiisammoD Colli^ret" 
und in No. 7'^ ala „Secrota Sccrotoruin" findet; der Titel unserer llund- 
Mchrift iat also aui) beiden tii^^mmt^ngontcllt. Mit dem Wiener Mser. 
No. 71 »tiinint unsere Handschrift iu den eheniii<chcn Zoichun überein, 
welche durcliaus nicht die allgemein üblichen sind; die In Nu. 71 am 
Bnde gegebene Zoichenerklürung gilt auch Tür unsere Handschrift, wührtiud 
No. 7"J die üblichen Zciclieii verwoadel. Doch stehen diese alcbemistischen 
Zeichen in No. 71 und 73 durchautt nicht immer an dereolbcn Stelle, sie 
sind nur stet« die gleichen, wonu «ic überhaupt verwendet werden. 

Bl. Ib hcisst es hier: „diß Oel habe Icli einem RaltUerrn zu 
Kirtxbiltzel [KitzbilclieK''] eingeben* ... Itl. 2a: nAuflinerukung 
ettlicher Tugendt olej Vifriolj, so theoph. inl dem brauclt gehabt 
rnd viel uut^i gesubaßt .... daß Ich Tbeophrastus im Crain- 
lande worhafftig buwert habe, an cynom menschen durch Gottes mit- 

wirckung Nota Ein bowertca Stückloin da Ich Tbeophrastus 

im Niedcriaud gebrauchet habe, ho einer in lodt^uülheu war..." 
BI. 3a: aTheophrastii.« batt mit diesem oloo vitnt>\\ rubex) &. dulcj den 
Aussatz warhafTtig gchfit«!, darvon er in seinem Buch M. T. [?J 2. grosse 
meldung thult . . ." Itl. I}b Die Abbildungen de» Kolbens mit den llals- 
ringcn wie in No. 71. ^. . . Merck weitter von vitriolaeW, So «yucr 
vom Schlage oder Poda^rra oder Prantzoaen gelämet were, dem tbue 
also cdocttis a Xobili N . . , dem liallT JJoctor Augustus also ex 
Tlieophrajito . . ." Bl. 4b „Do Oloo Salis Virtales oiuH bx Libro X 
Doctori.« Theophtj . Ul«um «alis per »c daß ist l'urpur vnd Citria 
Tarben per atfuam roridam ut scis . . . [Bt. 5a] . . Hjdropioo delur in 
aqua absiuthij vergehlt das Ich Tbeophraälua probirt tu Aborwallt in 
Stevermarck Ich habe viel mit dem oleo .salis auß gericht contra 
caducnm eu Nieder Puder im Spittall einem in aqua eingeben, halt 



Ilt. Chemiifb-Alrliom if Ijiidia». 



Slfi 



ihm goholflen viid btNitßiidig Miobeti ... Oleum Sali» »d toiwinduM 
anrum ad potaMlituiem Theophrastus . . . [Bl. äa] . . Oleam D« 
Jovo . . . Oleum Croci . . . Oluum Antimotn'i . . . do Venere . .* 

Bl. Gb — 9a AtKii'hunij aitlroIugi!>L'lic Tafeln und Figuren. BI. 8b die 
Ifeiden in d«r „l'liilosopliia Occulta" bwchriobencn Figuren „Adouai" 
ddO »Telragrammaton''. Unser 4"-?.^. IX S. 335. 

Bl. db— IIa De duodecim SigDiti et Keptcm Planotis Obaer- 
uatio. Sicnt sigDorum triplicitatea »bi corrospondent & coouo- 
iiiant in cooleNtibu«, sio et conuoniunt in Mttmbria quod expe- 

rtuntta salLs coustat Bl. IIb — 12a i'lanulao in signis et 

oorporo hominis »oquuuutur ... Bl. 12b Ubservatio d« Aaais 
heptomatiois, Biinoatim vcl Olimactericia .... 
Bl. 14a Gradus ParaoeUi 

I 11 m IV 

Terra acr aqua IgD» 

' Gltmcuta contruin »uum in slotnacliö habont 
Moiuhra »piritiialiu 
Ceneer Kpar Pulmü pmeuordia 
Lto Stoniiii.'hu.4 Hl tian orificium 
Vüyo Imum Htomachj, Venler, UiaphragiDa, Intestina. 
Li^ra Laiubi, iiifcriora ventris, VmbUicus. 

(Pasetonex «itimi XI) 
Amor, otium [I], desiderium, horror, laetitia, dolor, spea, de«pe- 
rstio, aada<:ia, limor, Ira. 

Regula. OmneB morbi es lliado ueniunt, praeter eoa !qai ex 
gutta vt Paraljriiä apopluslu Par. Fol. 77. 
McTrbi qui ox lliado uoo veoiuat ex Elemeutalo «unt h. o. 
ueniunt ex rcnotutionc liqaoria oaturae i. <-. Balsiiini. 
bies i«t au« deu „.Morbitt «s Tartaro* eutuommen vgl. Hu.-<t>r l'-Rd. III 
3. 302 und V S. 23G; FolVEd. 1 S. 424ß: I72B. Mir ist kein Uruck 
bekauDt, in welclx^m dies auf S. 77 Hlände. 
Meiallorum priucipiuia Meic^rius 
Finis SS, Medium ipsa Mutalla. 
Es folgt eine Tabelle fibor diu Cur der oinselneD GlJ«der unter 
besümmlen Planeten. 

ßl. 15b Epilepffia Par : Spocic^t EpilepMic Eletueoto Aquao tuib- 
iiciliir et cum minoralibus curaiur . I.apj.i Aelhitea, solutis 
morbum caducum curat, morbu!« cuducus cempositionem in 3 
gradus desiderat [lluser -l'-Ed. VII S. 38] ParacoU: Cur«tur 
mfivurio aolo ab e»teutia aquao, Saluta olfum [?] /Inftinonii 
oleum [t\ VHrioti [?] curat epilepxiain. 



216 



III. ChemitRh-AkhAinüiti.ich««. 



Morbus Oallicus curalur cum Hun-curio et atiiv Diaphomtico 
Paracels: In cura cavetur ab eiahatiooe Antimtmn et aatumi 
Ihr sehet dz Ei^imtia [?] vieivarii corporis wundorbarIicJi«ii 
heylot dio Frantzoaeii, oirnon achadon, .... 
und noch viele solche kleine meii>t thorupouiischc Atmchuitto, bei donon 
häutig Paracclsus goiiuiiDt wird und ituch Schrilt^n citirt werden, «elUt 
mit Stiitvimngabeu, die ich uicbl zu vcriliirireii vermag, z. It. .ParaceUu» 
von den Riideni" (oft). „IiOge de Origiiie morborum fol. ^ilb" (und andere 
Seiten oft); ,lih. öto (Tap. 5to de CoinpoHilionibus lef;e et intellige quid 
l)ol«m uocal"; „I'arac. von Wünnb fol. 44." Ks werden aber auch auUero 
Autoren gonaniit, öfters Boch mit äeitenan^heii, l'liniua, Lulliu«. 
DI. 20a. Fhysiognomia , Physiognomiac mombra. oculi, gcna«, 
buucellae, dcnteH, frooM, cudciu ratio oculomtu praeputij, vmbi- 
lioi, pororum, haec ut Nub^idunt varÜHqiio i-olonlius tinganttir 

i. f. Ijft/.urio Itlausilberfarb, & h^.^'',ila aurcu goldbraun 

Zicnilicli genau mit dem Fragmente iiberein^limmend, welches Iluser 
4''-Ed. V Appendix 8.171/172 gibt; es ist aber olTenbar nicht von Husar 
abgeschrieben, sondern berulil, weil lluser's Druck der einiigQ ist, auf 
handscliriniicher Ueburliufi'ruug, wit- ik-nn auch die Seitenangaben iu 
den obigen gesamincllvn AbHcliiiitten auf üitnili^chrifllichoK deuten inugoo. 
— Ea folgen noch Tabellen Über die Rmunctoria der ciuEclneu Glieder, 
über die Oolorea u. *. w, ohne Nennung llohenheim's. 

Doch wir niiiitMon nochmals auf den ersten Tlieil lüoser Handschrift 
luriickkommon, auf die „Secreta Secretorum in Medicinis". Wir 
haben also von diesen Roceptsammlungen vier Handschriften auf- 
gel'unden, zwei in Wien, eine in Leiden und eiue iu Görlitz. Uass 
dieselben in ihrem Inhalte Uicüh völlig übereiniHimmen, theüs sich sehr 
nahe stoben, tholU von einauder abweichen, geht »chon aus den mit- 
gethcillen Proben zweifellos hervor. Leider haben wir .lie uiomaU alle 
vier zusammen direct mit einander vergleichen können; jede ist für 
sich bearbeitet worden im Laufe der Jahre, wie daa so in den Verhält- 
nissen liegt. Bei eingehenderem Vergleiche aller im Original neben- 
einaudcr würden die Uobercinslimmungon höclisl wahrscheinlich noch 
grösser »ich lieraiiss teilen. 

Das liörlitzer Mscr., welchei« wir xuletzt besprochen hüben, hat nur 
«iu Stdck der Sammlung, den Anfang der Übrigen Hand.'tuhriften. Doch 
dürfte die gan^e Sammlung nicht von .Anfang an deci ganzen Inhalt 
z, H, der Wiener Handschriften gehabt haben. Vormuthlich wurde sie 
aus mehreren kleinen 8ammlun<;en zusammengesch weist und im Lauf« 
der Zoit beliebig vervolLttÜDdigl. Einen solirheu selbständigen Theil, 
der gesondert überliefert wurde, könnte nlxo unitcr dörlilzcr Msur. in 




III. Chemisch -Akh«m Uli tch*«. 



217 



seinen 6 crxtcD IllÜttern damielleD, wonn nicht auch dttw» rcUou aus 
venchiedvnen Tbeilcn EUHammeiiKerügt wäre. Denn die DerichtG vom 
Oleum Sftltü uuil AuruDi potabilc unsoro Oörlitzi-r Mnouscriptcs gilit lier 
Wit-ucr Codvx ir3i>'' zu Aofsog als olwaa gnuz (if^omlciti») für »ich 
und dort findon sich dann erst viel «pnt«r, durch gitnx Disparates 
getrennt, die Deücriplionen de« Oleum vitrioli u. s. w., welche zu Anfnn); 
mit den „Secreta Sccretoium" und dem „Au-ierleüenen Korn" zwar 
nicht tiberelDHtiinmen, aber später doch vieW euthulton, was in dioM 
ob<>nf;onannten SammluPKcn übiM^ging, wie sie sich im Wiener Codoz 
11428, in leiden und Görlitz finden. 

Eine bctiondori' Sammlung VL-rwundteu Charakters «ind auch die 
„ThnophroKti l'araceliii Arcann', welche im Leiilvucr Codes 14 
den Aofftiig bi)d<'n; von ihrem Inhnll ist Dicht.-« In die anderen .Samm- 
lungen übergegangen, soviel ich sehe. Doch lohnt der Gegenstand 
nicht eine noch weiter gehende Zorgtiederung. Als (ianxciH haben diese 
am beterogenMteia Material zusammengestellten Cullectan«en fiir die Para- 
ceNuskunde keinen Worlb — ob »lo in ihren einzelnen Theilen Uoach- 
tung vcrdioDen. bliubu noch zu untersuchen. 

Dans in der Oomcindc der Anhänger llohenheim's sich maocJies 
Recept, manrhe Arzneibereitungsvorschrift, manch« Heilungfigosohiehto 
schriftlich oder möudlich weiter pÜaDtle, int anEunehmco. Du».t man 
»olche einzelne R>.-liquion »ammcitc, lässt sich vormutlien. Doch ist uns 
wirklich derartigc-t erhaltCD?? Die Ccntum i]uindecim curalioues 
de» aogoblioben Kamulu« Conrad StoJnborg (Theil I No. 190) soll 
lloheuheim scIltHl xu.tamnivngeMclIl liabcn, wil« mir gänzlich unglaab* 
lidi orvcheini, wenn ich die Sammlung durchgehe. Die Aroma im 
Leidener C'Odex 14 scheinen mir keinerlei Beachtung zu verdienen; »ie 
MJud ihm entweder iirlhümlich zugeschrieben oder ubsichtlicho« Ulood- 
work — es war vormothlich kein »chledUes Geschult, ein solches ibora- 
pculiscbes Kunterbunt zusaromenzustolloD und für schweres Geld mögr 
Hellst gehe! mnis» voll uls ParaceUlsch zu vcrknufen. Wie oft haben wir 
im ersten Thuib die Klugen dor urnslervii Herausgeber Über haiid- 
Achrirtiicb Torbrritelo und verschacherte Paracolstca aDgetroffeu! Auch 
ili« Socreta secretorum, tUa ausorletiene Korn sind als Ganze«, 
wie gesagt, nicht ernst zu nehmen, selbüt wenn wir daven atwehen 
wollen, du« Vieles von anderen Autoren, sogar mit Namonsncnnuniti 
•ingeslreat iNt, was stellenweise sogar den angctiüchen Paracfili>us ganz 
Sberwuchert. I>och m&chte ich die ganxe Sammlung auch nicht iu 
Ilausch tind Dogen als absolut orfundcD edcr gofülscht verdammen: In 
manchen der lIctlungHgcfcbichlcu und Recepte mag doch ein kleiner 
Kern ecliter Ueborlieroruug stecken und möglicherweise gerade audt 



218 



III. Chamiurh-Alchtiaiiiiitch«!«. 



eEnmal in dorn, was «ich nicht au« erhaltoiien Schriften nohoiili«im*s 
irgciiiiwic bologon IöüaI. Fioilicli ist alles dermatHcii fibcrarbeitet und 
auageschmiickt und in langer Unberliefeniiig enistellt, daas demjeniKen, 
welcher »icli criisüicb dto Mühe g.'ibei, biH ins Einielue la sichten, viel- 
leicht xugutcHelzt auch die «pärliclion ßc^te fut auf der Hand sor- 
lliosDOD wfirden. Auch dio OrUt- und LÜDdernamon worden im Eiii/.clneu 
uur dio dürftigsten AnhalLtpuukle geben küunoii eder beinahe haüz in 
Luft KorrinncD. 

^4. Lontloii. brit. Museum, Sloane 66ö Fol". 32 HU. aua dem 
17. Jahrhundert, 
ßl. 7a C. Phodro. 

Arctücathollk purgc doBcribod and »uk«d out of Paraceliui Para- 
doxe*. cuiDpoitud üS Vitriol CrocUM and crumor tartari 
Haiiii. 

The Vitriol i» to bu purifiod boal l?J frora tiis wateriüh tlogma 
and this earth by rocos und reduce the crocuH to an extract [?] 

sacchar. satunii, Bcconi all thin vttorly separated from 

focM thoi may be kept loiige [s^goa allerlei Krankheiten, 

wie vertigo, catarrlms, skynanca, epilcptical fit, convulsion, 
cpilcpitie, u«thma, lue» huDgarica, fobres upidemicae^ morbilli, 
variulae, itcirruH, Cancer u. s. w.] . . . [Sa] . . all liumors und 
inllatiou.'' of thu howolo also [?] a chronik . . 8ickne»>( and 
Phlegmone iiud inHainmalions hi-ginning in the bowel». 
BI. Qu] Vsna archicathartici iu Chirurgia. 

Capiti» scabiem et alopeciam tollil schöne vlcera et caucruni 
reprimit . listula callum tollit. 
^1. 9 b] praeparalio Archicathartici solvo vitnöliaa album in aqua 
cotntnuui ultra ot cougcin, .'<»lvu tartarum alhuni item, coiguc in 
VMe terroa, traijoe per manum [i'J magnam coquu iterum et 
sine re-siduo .... cxhibetur popularibut« in rausto Oerbiciario 
cui polipodium ot cinciber incoquitur: 

Rp. Vitrieli albi puriRcati et in aqua caleoti soluti i'i 

in ardeutu solutis pulviii prudictua imbibatur sepiuH et oalore 
ijuusi solari lotios exsiccetur. 
Der Name l'hcdro (statt C wäre «u aolion, da der Paracebist Georg 
mit Vornamen hplsst), welcher oben drüber steht, mag wirklich den 
Vater diese:« .allgemeinen i'iu-girmittels" iiberlierern, wenn es auch in 
demson „Werken" nicht zu linden bt. Die Grundlage für dicaea Mach- 
werk bildet sweiFellos das Ilolicnbeim'sche Specificum purgativam 
im siebenten Duche der Aicbidesen (nicht Paradoxen wie der uiiwissoade 



I 



in. ObemiKh-Ali^homiKliieliM. 



2U» 



Schreilter »lagt!), welches Huser 4"-Ed, VI S. 77 so beschrieben: Rp. 
Tartari Mn;;Ulerium, A MogiBterium Vitrioli, commiace aimul in UDuin: 
pODc &(l aci]uas partes Quintäm EssoDtiam Croci u. s. w. — Digm Pur- 
(jans gi^hön wohl ntdit ku dou liocopIsninniUiiigi'ii, welche wir in lien 
vornuHgchiMiilcii 4 lluinlsolirirtci] bcKchriebon hiibfii, iniig über doch daraD 
angolügt «ein. 

75. Leiden. rniversitÄtÄbibliothek, Cod. Voss. Cliym. in 
Fül". No. 2G. 335 BU. von verscbiotleneii Händen in der 
iwoit*D Uäirte des Ifi, Jahrbundorts geschrieben, z. ThcÜ von 
den selben Schreibern wie Cod. Voss. Chym. in Fol". No. 14 
(unsere No. 3G). Auf Blatl 270 bei Beginn de« Buche« „Philo- 
«ophi («aflcH Do Proioctiomt^ findet »ich die Schreibemotir 
aADgerAngen den 28. May Amin Saluli« 1567"; od ist dies 
dieselbe Hand, welche in No. 3(i das Buch „von der Ewigen 
haioiligkoitl" geschrieben hat und doch möchte mau sie den 
Schririziigon nach weit in's 17. Jahrhundert Hetzen. 
Auf Blatt (i beginnt: * 

Alohimica Paiacelii 
Boras Naturalis r»c ila. 

(tem der Natürliche wahrbafFtigo Borras wirdtt gemacht aus 
ßorrasHtein, von etlichen genandt Terra Indica das ist das P>dt- 

reich aus Indien Das Boumülle lautere alU» . . . [Bl. 8a] 

Gaffar oder Kainpffer wirdt allso gemacht, aus einem 
Oummy, das aus der Erden Itomptt, Alge genanndt, das leutere 
allso wie volgott ... [Bl.9a] Medicina üuper Mercarium et 
Venorom In aura vnd luna. Nimh In Gottes Namen 1 m. 
mereurmv\ milimalüui der do sieben mahll suhlimirt ist, vnd 1 m. 
Saliiiiiik der do dreymahl ru&/imirt ii»t, reibe sie weil lusummon 
aull eiuem reinen steine, das sie sich voll voreioigOD, den so 
tliue sie in ein kolben der darxw beqwohm ist, vnd set):e es in 
Sand Bad [?] nw suliUmim mit einem linden Frti^, daj< die 
Materia im gi'undu beginnt xiillissun, so hallts allso im Uus vff 
3 Stunden, das sichs wol) vureiniget . . . . So du diesen 
Stein udorModicin augmentirn vudt vermehren wilUti 
thue ihm allao . . ■ • [Bl. lob] Item, 8o du wissen wlltt 
welcher Planet bey tag vndt bey nachtt in einer jeden 
Stunden Regent iey .... [Bl. l&a] Annotalionos es 
Turba Philoaophorum . . . 
kann hierin und im darauf Folgenden nichts anderwärts als Paracel- 
'^flioh Ueberliorertes oder wahrscheinlich vgu ihm UerBtUDiiMadcs Godcn. 



220 



III. Chomiseh-AkhvmU tisch«». 



76. WülfeiiUdtti'I, Lerzogl. Bihliotln-k, Cod. extrav. 3G4,3I. 
1032 SS. Querquarto von verscJiiedeiiPii Hiind«D um 1700 und, 
spiiler ticschriobcn. IhuIlt AlcliemUtiüchiu enthalteiul ?.. B. von' 
Orraniu* Hörn fDorul], EuduardiuB Relleu:» [Kelley!!, DunMnn, 
GeorgiiH Ripl: [Riprfy]. Sal, TrismoBiiiiis, Goorg Slanae, Ra-siliu» 
ValeDtinuH, Joli. (ie Sole, Bath, KornciortTor und aiidorp. Der 
Röckontitel lautet „Alohirnyslcria'. Unter Holienlioim's Namon 
findet »ich Fa]);end&s: 
S. 284 --285. Außiiehong des Hercurij Corporis aoü allen Metallen 
PhUippi Theophruti. Von Doctor CriHtiano Jndt. 
AiiUüivtion lU'ii M>-mii'ium uuß den iMatalle». ist nndem nicht 
dan dieitrllx^n Kesolviroii odur in ihre ersten Mntcriam Bringen, 
in einem Lebendigen Akrairio wie er in der Erden . vor der 
Metallen orsdiaffung gawoiten nnniWich ir fuucllt«r scblounigur 
dunst der in ihm hell uniichiotbar Mrivuritim undt sulphur der 
Natur welche ein Anfang sey aller Metalle, dieser Morcuriu» 
hat tinnuHHp rechlich« Kraft und ifottliche HoimliKl(<^it 

Die Hi'imligkeil oder auDiiehung . oder doß Mcruurij gcHcMcht 
durch mri-rnrial. Waimn; welchi.'« wceilor dem Joaoiii de Rube- 
flcittxs noch andern liekandt gewußten isl nie rälimen »ich gleich 
daruon wie sie wollen . UiuLkT mermr wirdt auf die weise 
gomaoht, vndt .loll mit fleitt erkant werden. 

Bp. Mficufii s 3 sieben mal mit VittioK Satpeter vnd 
Alaun . sublimirt Salmiuk . der klar schön weiU undt droimahl 
mit Salti sublimirt soj U 16 . [IJ] stoß rein v. aa. |vntor ein- 
ander] sublimirif undt so cß kalt int worden undt was soblimiit 
ist, dt kehr mit einem llaseiiftiU undt mit einer fcdor licrnb dz 
übrig Hublimir undt in Tiindo iMiie f^chwiirlse Mattsa bk-ihi Leidit- 
flü>'i<ig wie «in v/ncb» xo sie erkaltet, uhiibü herauQ, reib» undt 
imbibin! mit . SaliniaLu-asser . in einer glüsernon acbüsel undt 
laß wieder Coagulirn, dann imbibin) wieder und laß wiodep' 
coogulirn .9. oder .10. mahl . oder no lang biß eü «ich nimmor 
coagulirn lest, alQdaiio Reib» kleine undt laß auf einem Murmel 
auf einem feuchten Statt, oder Koller xu einem schünen Öll 
Oiißon dann Reclißcira durch die Destillation in der SKohen 
von allen »einen fpcibus dießes bertiche VValier soltu Heilig 
buhalten iun diUi-r nqua Unc [■'j viij Leg darein Lain mut 
[Litminas?! fein Gold oder Silber 3 [?] lott in ein bcachloßen 
glal.t 9i^U. in die Digestion in heische A^ch 3 iiitunden so wirstu 
Bchou dl Corpus) am bodea . doU glaQcü in subtilen Uuoat oder 




III. CbemUch-AlchtmUtbobu. 



SSI 



Mereuriuvi verwandelt Az vtffrcur.vagafr Keuch mit lindem ^Vmw 
durch doD Alomliic. von seiner ersten Materia wieder ab durch 
fublimini und botinitü (Icixig la cint>m );laß . Auf ilk-so weiß 
wintu httb<!>n waibalTliglichcii m^curiurn corporiis wolclics ^jo- 
brauch i«t in aliän Krancltlicileii darinnen du vurxagt bi;t allein 
gebrauctiN viersiclitiglich, es ist kpIit wundcriicij dor halben den 
unwürdigen nit xu ofTenbuhren. 
Es ist (licR der erste Abschnitt der „Ratio exirahend! ex omnibuti me- 
üklliK meri^uriuni Paracolsica", welche llusor 4''-Ed. VI S. 437 f. lateinisch 
gibt und die wir deutsch schun im Osseger Mscr. 4ä (s. oben No. 4b) 
gflfuodon hab«n; das Weitere fehlt unitorur [landuchrift. Der in der 
tjeborschrift gcuannic Hr. rbrislian .Indt ist wohl nur bei der Dar- 
Iciliung oder sdnutigiMi Uebennittolnng dur Alihandluug bätheiligt, uidit 
etwa bei der deuttiohen Ucberselzung, 

S. 3TI Tincl. aiiri Th. l'arac. Leo Ruheus. 

Rp. Avri Vng, Furinsim. % iiij Solvir dx in folgendem Wasser 
an zu walm daaaelbe zeuch in ß. M. aur Üligkett ab zeuch 
frisch Wasser davon biß oben vormacht Putrificirn, 14 Tay und 
Nacht wie zuvor . . . 
.606 Maauali Theoph: 
Rp, MiTcurii nibllnuiti Sali* amoninni üS tero, laB In einer 
[ihiol zusammen viüorru tolve in ccilla, in illa injua »olvr- art/en- 
tum limatum, coagula leniter 1. wil Tfiogircnj X |10Thoil| 
hoiua Mnvurii Plutuhi in anierUitm. 
l)wi Hlelil oirgend.4 wörtlich üo ira , Manuale", wohl aber ganz Aehn- 
lidiott r.. R. Chir. B. u. Sehr. I'ol'.-Ed. S. 692, ö97 und öfters. 

5. 559 De morle reruni Theoph. I. V S. 89S. 
Daß Quecksilber in ein praecipitat zu bringen, ist sein proccQ 

also: daß du c<s in aqua/ort calcinirest vud boxahlt dir 

alle mSho vnd vukoKten mit großem g«winn. 

Di<w ntttht that»üchlich auf der gitniiiinten Seite de« I. Bandes der Folio- 
ftUBgabo (4''-Iid. VI S. 2H8— -283) im :>. Buche „!)e natura reriim.« 

6. 7ÜI — 702 Tinctura Magna, so Theoph; seinem Vettern eu- 

goachickt halt vnd tingirt 1 Theil 4000. teil luMe in tolem. 
8.745 Projectio der rothen Tinctur wie die nach Theophrasti- 

scher Weise soll außg(>worlToD werden. 
S. 943 1^44 Wie die Anima Sul/uri» Saturai aaß Ihrem Corpu 

Clarificiret UDd daLl in ein lauffesd Wamir genaeht wirdt wie 

Auto 1037 . der Thenre Mann Theophraititi Paraoeliut Satong 

in Soirm n TnaunatireD. 

Kaii»tu nicht nelber BleiweiU oder Minien inacbeu, so boÜeimiigo 



222 



IR. Cfa<iDlscb-Alch?B)!8li»cbe9. 



dich, (los du de(^ besten schwarostcn Bleyweiß oder Menige, int 
gloicb »0 viel . wolchorlejr es aey . nehmettt, zeug Ihm sein 
«GüNigkeil inil dein boMU'ii ilistillirtoo E^nif/ auß. weil der Es^i'^ 
ettiigc HÜß itiißxeuclit, diuso Extriict gcuQ aUo zufamticii CInri- 
licier'4 durch Meculiitur [!] pasir gar klar mach es zu Cri«talloD 

wio du weist f^o nun die Titictur HÜer auAgexogcii 

i»t, so auch die re^identz abgerauchet ist, so gieUe wieder einen 
Frischen scharn'on distillierton wein Essiy darauT, dieser extra- 
hiert ä&f Sultz nlloin. welches ohne diese scheidung nit kann 
gucchoben . den obno das mittel ist die Tinctur vom Salix nit 7,u 
scheiden, stich daß süDe öl nicht mit nutit zu erlangen vndt 
(iiutte Haiidtgricf liut diT Alle PhiloMophus JKaac lloUndu« 
der weit verhalten, aber den rochteii filij.'« Arti.t iiit dieser wol 

bekhandt darnach dislillier den Marairlum vicam in 

daß kalte icauer wiedu weist wal3 sich nicht herüber gibt 
daß viviUcire. 

Dieser „Proceß" ist Jodonfalls nicht direct aus Paracelsus entnommen; 
doch beschreibt dieser die Daratellung des Itleiweisses ühnlich im &. 
Buch Do natura rorum C4"-Ed. VI S. 289—290), welche« ja 1537 ge- 
schrieben sein soll. Schon die Erwähnung des Jsaac llollandus, 
doRton Solirifton nach der Mitte des 16. Jahrhunderts enlstaDdeu sind, 
beweist eine spittero AbfnäsuDg dieses Machwerkes. Man wird aber auch 
an die sogleicli fulgondc .SchrÜ't erinnert, welche dem Paracvlsu:« 7M- 
goschriobun wird und im „Aurcuni Vellus' überlierert iitt, obgleich .sich 
dort nichts eigentlich Aniiloges findet. Auf diese Tolgende Abhandlung 
war auch «churi auf S. 030 der Handschrift hingewiesen, wo sich Fol- 
gendes llndet: „Batiilius Valentinu» Kigena HaiidUchrifft die 3 an- 
xugroifTen, und die zween clarillcierlen leibe darauß 7.u praepariren, 
welche Theophrastus Ao 37 dem Bartliolomeo Khorndorffer 
varmoldel," 

S. 044 — 945 Der Hooherleuchte Thenre PhiloBophnt Theophrastui 
PftraceUns ichreibt in seiner Epistel Ao 37 auU Saltzbuig dem 
Hochgelarten Herrn Bartholomeo Korndorffer eine bey Ligende 
practica von dem Uetall Satumo seiner Vcrcnderung richtig 
recliter »pagiri-vcher Kun.st vergewi-sset. 
Nachdem der planet Saturnu.« nach Astronomi.scher Concordantz 
vor uodern Planeten viel herrlicher Arcana in ihm bat. daruon 
wäre viel zu schreiben, seines höchsten Sutphuris, seines höub- 
flten Mercurio [I], und «einer höchsten Tiootur, dai'durch vil 
Wunders in der Mcdicin vnd andern auBzunchtcn ist . So wil 
ich aufs khüerlxte luüglich douselbcn zu präcipitircu beschroiboa 



KT. CliiniI«eh-Akh«nistUchM. 



223 



undt ila diener meiner practica wirdt nacliRoprangen, ho wirdt 
dieser mercurialische Practipilat, daß Minoraliscbe Qold in der 

Höhe undt gewalt vbertrolTon so liogirt 1 ihoü 

30 Iheil Silber ia Gold. 
Mit dem in der Ueberschrirt genuDntoa Briefe ijst'dlc uutorgcscliolono 
Schrin ,Wie m»D die sieben Metall claritimreii kiMI" gemeint, welch« 
wir schon andcrwürUi handitdirirtlich iingetiolTmi liabeii. Was unser 
Mbct. gibt, findet Nidi frcilit^Ii niclit wörtlich so id der genannten Schrift, 
|jk grossentheils nit^ht einmal dem Sinne nach übereimtlimmend; nur 
gen Ende ist stellenweise wörtliche rebereiiisliiomung. Vgl. No, 69 
und 70. 



Ti. Kopenhagen, bönigl. Bibliothek, gl. Kgl. Saml., No. 244. 
18 Bll. Fol", (das Iet/,to unbeschrieben) nnmerirt löfi — ITi, also 
frülxM' t-inom SiLmmelhando angchi>rig; es findet nich aber anch 
ein« ältere Foliirung, glcidiieilig mit der Niederschrift, welche 
mit dem 2. Blatte beginnt und von 1 bis 16 roioht. fieflchrieben 
ist die [tandsdirirt in der /.weiten lirilfle de« 10. Jahrliunderlx 
circa IÜ60 — 1Ö70; da» Titelblatt iut am oberen Rande stark 
besdiädigL 
Bl. lööa der Titel: 

Daß Gaidin Flfill Theophrasti ParaoelCti Ltt ain Gespräch 

Von der Alchemey da der Theophrastus Vndorricht 

gibt . aller sachen halbenn ho dorhalben xuo disor 

KU eben gehörig, den Chrisophilum, das ist uin solliche. 

_ ('hrisopbiliis ist ainn Goldtmndior auff TeiiUdi, 

ftl. (I5G) 1 ChrisopliilGü Redett Erstlidi mit sich solbs Sprcdiende, 

Ich Khann mit gtiuogsamb Verklagen vnd Bewainen diÜ Immer 

werenndc. vnnd gemain Eilend der Menntsehen, so Ich siech, 

dt alle die Ding Inn welchen khunib der Schatten, deß giioton 

ist, dennaiwen schwur vnnd verwirtt sein, dz sie khaumb der 

lOOÜ bokhaumen, vnnd wau sie schon soindt sue weeg bracht 

worden, So Eothrlnnon sie vnim gar gcschwindt . . . [Ib] . . 

über Ich siech dortt Spacierondon Theophrastum von Ilachon- 

haim, der di-^er khun^t ain soUidier volkhomnor Maistcr ist. 

deO gleichen, da; TlieuLichlandl Ehe hat mögen haben 

[BI. 16b] ... de let.-<te Vnngißck vnnd der TheulTel selb« mit 
dem ErbatmbkhlichiNten Fahl vnd ttchnüdlealen viiodergang tue 
bodeo werflen . vnnd zerthrSdie oder zerknitUche. 
Ea ist dies also dof>dbe deutsche Text, welchen das „Aureum 
Velltu" tü98 im 2. Traclal zum en)t«n male vcrelTentJicht (Ttieil 1 



224 



ni> CbWiUch-AlchtmUlischcs. 



No. 244); dio Abweichungen im Kloinen «ind uhlreich, a1)cr ohne vit^l 
Bedeutung. I>or Schreiber unserer tlandfichrin int in anincm StotTe 
gSnziich unerfaliron iinil ontstellt die Namen der genannten AlchemiMen 
JD schaiiHerhnfli-stfr Wuiitc; «{q woDig «pHterqr latoiniHclior Mar|{in&tur 
hat diese GnUtolltiiig«D corrigirt. 

Die völli||;e reberein.itimman^ de» Toxt«s im Aur. V«llus mitdloMr 
mehr als "20 Jiihre älteren llaiidsrhrin ut in^ofeni beachteDKwortli, als 
dos Schrificbcn saeral 15C1 lateintRch eritohienen war (Theü I S. <i4 
Anm.), ungefähr gleicbzoitig mit unserem ManuscripU Es iat also wohl 
möglich dai>8 o» ursprünKtich deutsch abgefasst und von Grutarolu für 
Heia Samindwerk latciuiaeh übcirxetzt «rurdfü; der Titel „Chiyi^oo 
rhoas" int vielleicht nur ein MisjvfmtJiiidnis!» d«» „niiMin Flfis»" dna 
wohl OoM«iK>u Viitnm heisHeu »eilte uml mit Vellu» aureiiin xii übersetzen 
war. Jeedeiirall» i»% im «Aur. Vellus" von 1;')i)8 ein handschrifllich 
umlaufender deutlicher Tevt vorwendet worden und nicht etwa der Text 
defl Grat&rolo b*\ boc deutich bearbeitet worden. 

Euttitaiiden sein mag dies GcHprüch um I5j0; ilobeiibeim int natür- 
lich nicht der Verfawstir und das WerVchen nur s)inptomHti»oh von 
Interesse dufür, ilo^^.'s Hohunheim tichon damals grosse WcrthschütKung 
bei dcD Goldmiichern gonoss. Hermann Fictuld bemerkt bereits 1753 
in der 2. Kla?«o seine» „l'robier-Steins" S. 157, das» dies Gespräch „gar 
eicht d&s ehrlichen l'araceUi »ein Stilus iitt, so «nthftltet vnt nach niclil 
paracolsiKchc Wahrheiten, sondern recht bosshalTte und thorechte Lügen, 
deren sich ParaceUus hertzlich gatchüniet hütto." 

78* Auf der Stifubibllothek zu St. Gallen befindet sich nach 
einer gütigen Mitteilung dei^ Herrn Sti(l«bibliolhckar< eine 
Handschrift des Aureuni Vellus vom Jahre 1598. 
nJuiNheo habe ich dieselbe nicht. Es dürfte >ii:h um eine Absclirin des 
Werkes handeln, welches wir im I. Tbeile unter No. 244 besprochen 
haben. 



79. Nach Mook S. 126 oben besit«l dio PiiHscr Nationalbibliothek 
ein Mscr. Lat. 7160 in 4" von 299 SS. aus der on«l«u Hiiine 
des 17. Jahrhunderts: 

Pandora Hagn&linm Hataralinin Aurea et Benedicta de Kene- 
dioto I.apidis Philttsophorum Mysterlo In >juu Apocaljpm.'« doctis- 
aimi Aegypii Rcgis rt Philosophi Ilermetis Trismegisti a nostro 
Oermanioo Ilermele Excel lenti Monarcha et Philosopho Trisme- 
gisto APIi: Theophriu-ito Paracelso est intcrpretata: Prent etiam 
Tioctunt PbjHicorum l'aracelsica Nubiliwimi et Experienti-ssimi 



in, Cbemiich-AlcbcmUtitcbn. 



SS& 



PhiloMopht Alöxandri a Sachlan «tc. per Renedictum Figutam 
DtcntioviDtejii . Impressum Argentorati npnd La/aruin Zetzenim 
Auno 1608. 

Mook bemerkt h'ivna .Eiue derartige Ausgabe von 1608 irt mir noch 
nicht b^RDet." Si« esiütirt aber und ixt im I. Theilc Aittt» Werkes 
ooter No. 28*i besclirieben. Sic i.«t. aUo in handMchriniichir Intoini.'^cbpr 
Ueboreetxiuig in Parifi vorhanden, vran wobi fär uimeren Zweck keine 
grÖACre Bodeutunff buajispruchon kann. 



80. Kopenhagen, kdnigl. Bibliothek, gl. Kgl. Sainl. No. I720._ 
4". HO fol. Bli.. dorli nur bis 111. 92 besrhrioben. meist von 
dernelben lland au.4 dem letzten Jnhrxebnl des IH. Jalirbunderta 
und Tast alles von einer andern tiemlich gleichzeitigen Hand mit 
Randbcmcrliungcn verseben. Der zweite der in dloHcm Bande 
voreinigtcn Trnctate ist von einer dritten Hand gO!icbrii.'ben und 
weist am Ende die Notiz dex Sultreibere auf: .Irnilum den 17 
Jaou&rij anno [i5]0.H.*' E.« rniden ^tich hior Hieben aichemi.«ti.-ii;be 
Tractatß von Roger Itacbo, Joli. TritbomiuH und Isaacas 
Ilollanduü, An secli»ter Stelle Htebt TolgendeH raracel.ii.iche: 
Bl. 78«-^ b. 

Dm Bndi vonn der SaekpfeylTen Theoptumiti paneelii. 

nttKWhnwMi '°" K'^^e» N.aniou will Idi E 1' g , ilii^' wahre boimlicli« Künste 

^^^iM^ ^^' philosophi anioigen, die die vteyUen lange Zeitt verborge» 

liaben. vndt solches Allein durch bej-^piell erzolel, AIU Geber 

der pbilosophus Spricht, Eß ging ein Arm^r gesell, wie einer 

der ettwaa sucht, vertradt* sich Kamm so wejbt, dz Mi]^ch 

wsB, bind«r «ich zu kommen, vnndt ohr drango so fcnie rurtl, 

biU er kaum, ahn ein hiiWhcn lustjjattton darin bäum ittundcn, 

mit vielen äAten, weldio mit manigorley frucbt gcxihrct wahren, 

die (teo geoellen wieder er()uickten, dz er meines« [78bJ traurigen 

gemäbtH sdm theill vergaß, vnnd drang noch twtar fortt, do Kahm 

r * die 

• bHi«h ehr, XU einem schonen buch*, dz gehöret einem Konig zu, der 

• •Mm hatte 6 döchtvr', die dz bauß vndt garton sollton buttcn, vndt 

■Lj<ib*r iJo ehr zu der eralen pforteu Kam, begegnet thmc ein llotter" 

man, sehr beßlich vnndt vngestaldt. der saget aber, mitt geÜmpf- 

licben «ortton. zu ihmc, wa.t ehr da »ticJiete 

«515-111^ [*"•] **"" folget hernach, dz wahre aurom potabile, 
^•JSjf^mit Bufstruckten wortten, vie die Rechte Kanst aoll 
goniacbt wordoD. 

XMH% *. Kt«r*«<i d. Phm<MM»m ■•talfMi. n. 1& 



PunbolUcb* 



r»nk«U 
• rvrttm 



SS6 



ll[. ChcuUflh-Alchemisti«ch«s. 



v'tM't NoDilt. ihm NAmim Gottc«, den stoia plHoljj allen w«iQ<»i l>e- 

trÜZ^'lfa' Icnndt, Id fartiAti suhwnrz, n-oyit, grioD, Gelb vudt Rott. der da 

Ui ürtxiger Natur, vniidt weotist in vii^erc Minor, w^ich im 

i;riclV, »cliwer am gewicht, Sauer Inn Versuchung, nicht gar 

sieß, wurdt atlonrhalbcnn s^^runden. nicht allein id Krämon, 

KOnd«rD auch boy den Junten KindcTD .... fßl. 8i>b] . . Il.<^m 

' «i Ktiann gebraucht mttt Bototiuicn* wassar bouimpt i\\6 su^liioortzuii duü 

liaupt« vndt tuttut dis grawen bar Im hauptt. 

Der Text weicht im Ginziüucn von dem dt» Figiilus von 1608 und Ififtä 

(Thoil I No. 280 und 4lti) vieirnch etwa.-« ab, doch mögen die l'roben 

gonßgcu. JedenfalU Ut unsere Ilandichrift älter aU Filius' erster 

Druck. Die Randbemerkungen, welche in der Einleitung mehrfurh und 

einmal am Scillase andere Lesarten geben,- sind »onol nur iohulU- 

angcbendc. Viidloicht haben dem- Abschreiber rcsp. Marginator mehrere 

EIand»chrirt«D vorgelegen. 

81. WeiiiKir, Grossheniogl. Bibliothek. Q 450. „Alchymistica" 
6 BIl. -1- (>-KJ SS. 4° von einer Hand um 1630 sorgfältig ge- 
schrieben, vgl, No. t54. Unter anderem Alclie mistischen z. B. 
vun Geber, Arnold v. Villanova, Roger Baco, Flamell 
u. H. w. eothälfc das Mscr. 
S. S6l - 37ij Vonn Dem Wnnderttein, bo Theophrastus einem Beinen 
g^tten ^onnor vnnd fireondt Vohr eeinom Todt hat zu ^eschribenn. 
Benondcrli lieber harr vnnd fruundt, daß Ir dcnckt idi sol euch 
noui; Zeitung xu^chroiben, deren habcu wir in diettoii heimb- 
liclioii orte« nil viel veraommun, Allein auCt Vngern vod Iliätria 
haben wir Zeitung, das ein vuanseliclie doch weisse Penton hab 
ein mechtig groß wunder vnd spcckt«oul angerecht, das verhelt 
sich also, Ein gifftiger Trftcli »nj durch sein bitten vnd zulaßung 
Gottc« in soio hauß geflogen. Er aber der diesen wurm kennet 
ttperrel in iu eine Slubenn, liß im mehlich einheitzen, gab In 
tbcr nichs zu (wsen, der Trach war hungers lialboa zornig vnd 
»iwiet «lies gilll von Im, Wie der weisse man die.-«eu gilTt vcr- 
aommeu, macht er die Thüro auf vnnd trieb dz gifTt duruli 
sonderliche mitt«! vonn den r«iDeD llei.-u;h deß Trachenns, darauß 
macht er aoQ sonderlichen Vraachen ein herlicbs glantxendeA 
Ilen [?] wie or solches in einer sonderlichen wcrm derren woltl 
«he da erzeigt ch sich durch verendcrung der Natur tobcndig 
vnod «urdt ein Roter low vnnd weißer Adler darauß, Er vor- 
wunderl sich darob. kündt w aber nil tK^reitTen. doch b^wao er 
aidi vnd sprach, g«wiü ist das di vunder, davouu die weiUca 



TIT. ChtmiMh-Alcheinliitiaches. 



Sit 



geschrieben, aber ihnßn vnrhaUi^ii, gedacht« im woUers nach 
vnd berant dsa diese bede muHten cineii kamplT habeiiD, dm 
einer den andern sollte verschlingpn vnd verzereii. aU1(ian solle 
ein BsailiscUH darauß werden, der aile wolt [Welt] vberwindon 
' kSßDt . . [Lücke] . . Bereitet in der wei^enn eine schöne itlant- 

MDdß slubcn. damit er den kamplT wol möchte »ohenn 

So geht CS iUdii ««itor im Tone der bvkantileii alchcmUlixchen Alle- 
gorien. Der Adl«r verechliiigt den Lüwon, durch Krwürmung guwiiint 
der I.Öve wieder Gewalt und zerreinst d<>n Adler von innen; beide sterben; 
tut tritt Füulni»» ein und diirvli w<iitere Erwürniung dc^ Faulwasseni 
vergeht die Schwärze in Kogenbogetirarbeu und es entsteht aus der 
pulrificirton Mn^e ein weisser Adler, der nicht fliegen will, aber vier 
Tbiorc >überwindot und in Silber verwandelt. Durch noch grössere 
Hitze wird wieder ein roflicr Löwe aus dum weivaen Adler, der alle 
Plaoelcn in klares Gold vorwandoH. 

Soweit ixt CS al^o cino (rcwolinlichc TransmutationsgeMchidito zur 
Gewinnung di-r wiiinscn und rothcn Tiiictur. Aber w wird im Weiti-reii 
auch die Anwendung de^ lapi^ (dnlosophicuH als Heilmittel in die Alle- 
gorie gebracht, was Monsl .selten der Kall ist. [ni^oroni wäre also eine 
Spur Piracelsischen (ieiatett in dem SohrirtstQcke. Das Mscr. fährt 
iDdermassen fort: 
[8. 36C] Der weiße Man benann ach b«Mer vnnd gedacht t.a ver- 
suchen, ob er [der I.Öwej auch Meoachen leiden möcht«, giug 
mit ilim u\ einem Podagrico, welcher sich vber den löwen ent- 
setat, der weißo man stillete In, der ISw aber stundt still, vnd 
»teilet xich froundtlich, welches der weiß man baldt verslundt 
sog im derwo(;cn ein ciniKeß haar auß, vnd f^bB dem Patienten, 
da wsnlt er gcsundt. wundorKrusse freudt so cmplin^ der wei»w 
man [367] ob diesen hoch (ioltlichcn t^ucliun, gedacht in ferner 
Dach ob er den liiwen konde iitcrcker macbcn, BeschloLI de«^ 
wegen den streit vfs nun [neuo[ aniufahenn, welches im Kcriedt, 
da wardt der low noch eins »o Htarck, das brauchte ehr also 
lug, biß der ISw so starck wardt daa im kein ding in diwer 
wellt an storck vnd Tugendt konl verglichen werden. Wer diesen 
kamplT erfomchon vnnd mit lust .sehen will, der muß den wciuen . 
man folgen, Entlidion mit einem nei>«igen vnd Embsjgcn i;ohctt, 
dann der wele»en bucher fleißig leseD», vnd ihnen folgenn, vnd 
ein gutt vohmcmen haben, das hab ich dir lieber frcundl vf 
dein bitten vnd «.'hreiben nicht vorhalten wollen, vnd Hilt gewiß 
glauben, dan e> warhalTtig »o ist, den Trachen halt«nn sie vor 
allen dingen ' heimlich, soll doch bey allen sehr gemein sein, 

15» 



^ 



III. Cbaniicfa-AkbeiniiitiKhn. 



Aber sie haben In an (lor Kcit«n gotaufTl. ^or wegen schwer! Idii-n 
dar KU zu kommon. äea der rote Lüirc tliut sicli spcrrn u-il nicht 
gern tiiTfür, nlif^r mit einem Mltlel I^t er hernuß zu bringen. 
Einleitung und .ScIiluLi an (ttnon Freund erinnern unwillkürlich an die 
Schrift „De natura rorum" dem Johann Winkeltiteiner gewidmet 
und an da« ^Itächletn belan«oud I.apidem" dem Augustin Sattler 
;iu);esuhriebon, bei deren ensterem die Echtheit frciÜrh nicht einmal 
fottt^leht, bei dem letzteren »owenig angenommen werdcji kann, u-io bei 
unnorm „Wundirr^tein", was »bur für die Nachahmung nicht in» Gewiohl 
fällt. Unter den „Mngi^uhen" lludet »leb inehrrach Aehnliches. 
Es folgt S. StiHtV. diu 

l'raxJH. Rp. MeKurit Corporis [,unae j theil vnd feine l.una 
vf dem Tost ij theil vndor einander zu einem Puluer gemacht 
Reibt durunter Mi^rurittm miMimalum ana setz es in einem 
feuchten Kellor bill ein ohi oder Wti/nk-r auß dieser Materi« 
wordt, da.s Ooagulirt wideruinh ein. .«o tingirl«^ warhalTtig in weiß. 
DeUgloichen auch mit nmimrio koHs 1 iheü vnd Gold 1 thoil 
SU einem Puluer gemacht, darunter mincli so viel otemtrium 

m/tlitnatum als dicuß beydeu weRenn 

S. 870 Meiyuriiivi Plülunoplmrum zu präparirn . . . 
S. 371 PlumbuED Philosophoruui . , . 
• S. 375 Zi'nwhrr f?] jtu macheu, . . , 
aqua Mt'ixuriJ ta machen . . . 

8ä. Salzbui-g, Museum Caroliiio - Augusteiiiu, Parncel.'*ian.i 

1211. 9BI1. + 154 pag. SS. -|- 4 BIl. 4' von einer lUud um 
1700 geschrieben. 

Warhnffte Kumt der Chyraischen Alchimy In welchen man 
den Wahrhafflen Khem findten wtert 1693. 
Vorred Au den Kunstliehenden Loßer. 

Iiieber Leßer, (biß Orginal [!] gegenw«rtigen Buech», (. nach 
welchem diß von Wort zu Wort abgeHchriben.) i.<it durcJi maioom 
Endl Chrinlophon GrindÜ, Jhro llochfürstl : 0. Herrn Paris Krz- 
bisahouoo Alhier ic woUst: gedcchtnuso. gewesteu Miinzmaister 
«egl.[?j. Von Theophrutiu nl [Ü] bekhandten an ihm gebracht 
worden, weilen es aber ein alte vad gar hart lu leßlichc 
ScbrilTt gewesen, kab ich solches... abschreiben: vnd also 

wider croouern wollen, Salzburg den 1. Juuij Addo 

.1692. Georg RSfingor [der Name durchstrichen]. 
Bl. 3—9 VcnMicliniHse der unglücklichen Tage, der Ploiiolonwir- 
kuu|{Ca, Thiorkreisiuiiclion, Synoufmen und der Abbrovialuren. 



III. Chemisch-Alcbeiaiatiaches. 229 

S: i — 154 das Buch selbst, bestehend aus 119 kurzen alchemisti- 

Bchen Processen, zuletzt weitläufig die Darstellung des Lapis philoso- 
phorum. Am Ende 7 Seiten Indes. 

Von Paracelsus findet sich kein Wort weiter in dem Büchlein; 
weder werden bestimmte Processe als von ihm herstammend gegeben, 
noch ist das Ganze als Paracelsisch aufzufassen. 



Hiermit seien die alchemistischen Handschriften geschlossen. Eine 
ganze Reihe weiterer alchemistischer Handschriften werden wir am 
Ende dieses Werkes unter den Kasseler Manuscrtpten aus dem 
Nachlass Landgrafs Moriz I von Hessen kennen lernen, die mir 
erst nach Vollendung dieses Werkes bekannt wurden und deshalb im 
Zusammenhang am Ende besprochen werden. 



IV, 

Theologisches. 



So soll Umt der, dem Gott G&b und Reichthum geben hat, 
keJQS Andern sein, Rondern Bein gelba eigen Herr 
und Willen nnd Berz, auf das sie Ton ihm gangen früblicb, 
die ibm Gott geben bat. 

Hohenheim, de felici liberalitate. 



lirel Haiulschrifttiii ^eNcliricItci) {ii Görlitz 
15f>4 uud 1507. 

Görlitz, Oberlausiuisclie Güscllscliaft ült Wiasensehaften 
Th. VI. 146. r. 26Ü SS., welche die alte Paginirung 158 
— 412 tragen. Auf dem rer)!amentuiR§chlai;: „Tliooplir. Supor 
quinquc cB]iila MiittLacj GuangolUlac ltitcr|>rctatio. PliiluHOpliiKO 
Mogiiuo [lai'U'H. Wl." Der Uuischlag urunuhlivKst ileii Inhalt 
fest, ist atao emt angebraclit, als Seile 1 — 1!>2 .«choii fehlten. 
Die Schrift weist auf die Mitte ilc-t 16. Jahrhunderts. Zahl- 
reiche Niciler.'icitnftsdaten in S|iici;c<Uchrift ergeben, daas diene 
Ilandachrilt im Dezember läßl in Oörlitx goHchriolK>n i>tl. 
Das Gaiiite bis S. 404 ist von einer Hand mit schwarzer und 
rother Tinte gettchneben; eine andere ein wonig spütcre Hand 
(um IGOO) liat vielfaeli Corrccturen angebracht, Randbcnier- 
kuDgcn boigcfligt und endlich am Seblua» (im April 1^9S) 
wcitorzuRchroiben begonnen. Doch scheint auch noch eine dritte 
Hand an diesem Mscr. thätig gewogen zu Hein, welche ziemlich 
gleirbzeitiK isl mit der ernten Mand. Di&ie dritte-iland hat die 
ganze Handschrift einer eingebenden Durcharbeitung uotorzogäii, 
Vieles verbcasort und auch die Inbaltaangabeo geschriebttii. 
Möfflich. doss dic'tü ndritt«'' Hand mit der dos «raten Schreiben 
idcDlisoh i«t und nur eine nnchtrngliche Uurcliaicht de» erotCJi 
Schroibcnt danttellt, der jedeufall» ein (iolehrtor und kein Ab- 
schreiber von lleruf war. 

Auf der entton Seite (153) aur dts Papier der lland.-(cbrift vom 
Holuloch abgedruckt ein Itild de« Paracclsus in ganzer 
Gestalt . Barhaupt mit gealterten (lettichb^zügen beide [Ifmde 
am Schwert, das er vor sich auf ilie Rrde Memmt, steht or in 
freJer Ge^ad; hiutiir einem Walde ragt ein Thurmbau. auf 



^ 


^ 


^KK Tboologiiohes. ^^^^H^ ^B 


^^^^^ welchem die .lahrzahl töCT steht (vgl Aberle, &. a.'O.S.440f. | 


^^^H 


, 78> 


W ir wcrdoa daiwolbe Bild bei dem niicliaten. gleich- H 


^^^^^V fsIlB 


Görlita ittwchriebciicn, Wolfoiibüttolor Mscr. wieder trelTen. 


^^^^ 


— 158 HiiiJ uüboschriubüii, S- 159 — 161 (üo folgende lolislu- 


^V img-ibo von 


<icr 


„(Irittuii" Hand geschrieben: 


^^^^ SVMMA Libroriiiii Theupli. i)ui in hnc Parte oontinftntur. 


^^^^^^^ Quiiii]uo Capita Matthaej 


^^^^B 


1 


Praef: Den Christlichen ßrliedern Marlino Luthcro, Et 
J. PomeraDo doct. Philtppo Melanthonj, den A])o< 
stoliachen Mennern. 


^^^H 169 


44 


Die aallälflguiig des Enttoo Capitels S. M&tthaej, Durch 
Ilcrcmitam. 


^^^H ns 


4i 


Dio aulslegung d«» Andern Capitoln S. Malthaoj, Durch 
HeromilaiD. 


^^^H 


12 


Aulslegung dvit Dritten Capitol» Matthaoj .K. 


^^^^B 




Krste teil . Ilekeiinon, Ponnitenlx, TnufT vnd TaulTcr. 


^^^H 194 




Ander teil . Predigen, die,WOe«te vnd Schreiende 
stimme. 


^^^H 198 




Dritte teil . Progeoies Viperarum. vnd Locusta. 


^^^^B 




Viordütoil . Zwon taufl' post Joh. vnd VoDtibtbrum. 


^^^H 




rüaHte tcyl . Vom kleidt 3uh. vnd scinor hartoD 


^^^^1 




AuliiloguDg vbor den text den .3. Cap. ^^^^ 


^^^H 


5} 


Aur^Iegung des Vierdon Capitcls Matthiiej .K- ^^^| 


^^^^ 


lOi 


Aulslo^uiig des FünffteD Capitel» Matthaoj .K. ^^^| 


^^^ H. 160 




Philoxopbiao magnao Partes. V 


^^B 251 


I 


Ex t'ragmcuti.s ({ijibiiHdamüupcrMatthaeuni. MarcumXXX 


^^^^ 


ii 


Ex nlio fragmonto super Mattbaenm XXX 


^^^H 258 


b 


üo tempore Laboria et Boquiej XSXII. 


^^^H 


6' 


Üo Thoro Vidua et Vir^ino XXXllI = 


^^^H 379 


1 


Do Iteligtone perpetua frag: XXXIUI B. I. 


^^^H 


3 


Ex Prologo in viturn Buatam frag. XXXV. A. I. 


^^^H 


7 


Do Baptismalo XXXVI. 


^^^H 


■3 


De Deslructionc Rogiiorum et geoeratione XXXVII, 


^^^H 


3 


De Poteutia, et polentia [rotli dDrchstricIien] gratiae 
Dej. XXXVIU. = 


^^^H 318 


3 


De Martyrio Christ ot uostris dolicij«. XXXVIHl. = 


^^^H 317 


4 


De Remiasione Peccatorum XXXX. = 


^^^H 


4 


De Rq templj Eu«lesiastica XXXXI. M. I. 


^^^H 


8 


Do Oflicijs Benefidjs et Stipendijs XTiXXlI. = 


^^^B 


1 


ÜeKcänrroctiooe etglorificatiooe corporumXXXXIII. G.l. 



QörHlJiar nMdxcbriftaa lSe4--tS67. 



235 



F 




341 


2 






345 


3 


s. 


161 


351 


H 






360 


6 






369 


& 


1 




381 


7 


L 




394 


8 



De SoRsu et Inxtrumentü XXXXIIIl. 
De superetitionibus et Ceremonijs . XXXXIIIII ' = 
DeNuptnetalienisrobti.snonconcupUoendiRXXXXVI = 
J)o ordiiie Donj XXXXVIl. = 

Von den DetiesaeDeD mit den BoeRen geistern XXXXVIII. 
De votis alienU XXXXVIIII 0. 1. 

De sursum conla . L 

De uDiinabi)» limuinum post mortem spparentib. [Die 
letxte Zeil» ist rotti gcscbricbon; der goDaiinte 
Traetat Itodut «ich iiicbt,| 
Die erste Spalte dieües InhaItevcRevicbni:«io» gibt die SßitcuKabl ilor 
IblgMldeQ Abschrin, die zweite Spalte boHagl. wieviel Blatter der Tractut 
Ifillt Das ,ha(! rsrte^ woiut auf andere ['arten bin (7.. II. S. 1 — 152), 
welche der Schreiber geschrieben bat. Der zweite Abschnitt „Pbüo- 
sopbiao magna« Pftrtos" vcnlient- Boucbtun;;. Zunächst füllt auf, 
daM die (roUi goschriebeue) Zählung mit No. 30 beginnt und mit No. 60 
»chlic«itt. Wo Mind No. I — 29? Standen »io »a( den Teblonden Seiten 
1 — 152?? Dafür wäre der Uanm etwas knapp. — llusor biit im 9. Bundo 
der Quarlausgabe xu AnFan^ (vg). Theil I S. 40^) eine angeblich eigen- 
händige Uebersioht Uchenheim'H abgedruckt libßr den Inhalt des «Vo- 
lumcn priinum suae PhilosophiBC, de Divinis Operihug et 
Tactia et de Secreti.t Naliinie", welche.« 23 Nummern onthälL 
Schon früh wurde dietie Schriften^mmliing al.i Hohenheiin'H „Philoso- 
phia magna" bezeichnet, wie die No, 8ß und 109 des I. Theileit auf- 
wcitiou. Soll nun unsere Collection etwa der 2. Theil, da« „Volumen 
secundiim' diotur „Fbilosophia* »ein? Mehrere SchriftoD, welche wir in 
unneror Hand.H'briri anti-cfTcn, hat Ballhasur Flciter 1567 in Nu, 86 
unter den „traclatus aliquot Philosophiac ma|jnav~ nohnn vercitTentlicht. 
Unser bat dies bei zweien monirt und deren Aufnahme unter die 
Schriften dea Volumen primum getadelt, sie gehörten |„in ein anders 
[Volumen], welchs von Theopbrasto genannt wir De Vita Beata". 
Haben wir hier also einen Thcil des Volumen philosophis» do rita 
beata vor un«? Wohl möglich. Al^ No. XXXV lindet !äab ja der 
Abuhnilt ,Ex Libro Prologi in Vitam Boatam". Es scheint mir übri- 
g«tM durchauK nicht wahrscheinlich, diuis der ßeibonfolge unserer Hand- 
Dchrift etwas Ursprflnglichea tu Grunde liegt. Ilusör muKste Gberdi« 
mit dem Ganzen der Pbilosophia Magna von Neuburg an dar Dooui 
her vertraut sein; denn wir haben in der Einleitung ge«eheD, dan d«nin 
Originalluindschriften dort verwahrt wurden. Vgl. S. 5, 7, 10 — 12 
und die Heidelberger Handschrift Cod. Pal. Germ. 476 (No. 90) am 
Ende, 



236 



IV. Tbeologischp», 



Wns der S(!hruibor mit doii rotlion ßuctiNUtbon D. 1, A. I, M. 1, G. I, 
"0. I bnd doli fllcichliciWtricbon (=) bcsngon will, isl mir nicht klar 
geworden. Hl. 1G2- 1()5 unbi^uhriobon. AuT lllatt IGß eioe SappliiRche 
Ode Ti>D dereelben Iland (der dritten) geschrieben: 
Cythera Valpis 
Sonus oxcelai Maio commiasus 
Jatn lluroDt meivtiti, ncio Locustae ;, 
Pudicft virgo, nigra mim cantt : ■ 

(X'rnito marfw. 
l-'onint iaollil1uu.s onli^u» apon : 
Kt nouaa tann», extriiilit agiiu^ ; 
Coroua ceruua vetera depoiiit 

ny[e]mBquo niucm. 
Tracole iu mors est : vimto Titae : 
Abiit Eua : de Libitiio vcni : 
Tempora sana, urudatgue digostn : 
Etupho reuedo. 
. Cerasas lotae, vi^IanR manducat : 

Et Chreyvi flagrana, violae cum AnthoB 
Vinum lämphalum, floribos HuRtossae 
Hibito vcclor. 

Will der Schroibor das Fruhliogsliedchen vielleicht als I'aniuolsisch 
au^obon?? fx>cuslai> »lud nach IlohaDliuim's Auirasauoi^ niattknospca 
und juiigo Triobi! an dun ßJLUmOD; Clicyri und AnlhOH sind kuoh Para-: 
colsittclie Arxiieimittel. — AuT Bl. IG7— 16h folgt »odaun: 

Anno Chr. 152«^ in exitu M[t!n.«iH] Martij ab aufhöre exposila 
[2. Hand} 

Den Christlicbea brttedern Uartino Lnthero, vnd J. Pomerano 
doct: Philippe HolanthonJ. den Apostolischen mettnem. 
Brüdorlicho Liebhaber der Warbeit in Cbmto, Clirislenlichi>n, 
Ersamcu. Ilocbgelurtuii llcrrüD vnd brüodor. Eine gutto Zeit her, 
hat mich guilürst, xutrinckcn mit ouch den brunuuri dor w&r- 

hwt : 

Eh folgen lioniach, »o einem von enoh vcrgundt wird, noch 

4-1- 4 buctier vber die 4 Ruangeliitt«n, vnd ein!« von den l'arabeln 

1.1. €hri.'4tj vnd .j. von den Miraculn Chriatj, vnod .j. von der Passion 

ChriHtJ, welche noch nit eotpfuodeu haben (Dann vrsacli, die 

schweren »orge, so die oberhanutlt, uufflogl) Dariun auch vnder 

.1. den Schatten. Aulslogung iu Acta ApoHt: li(^udt, Inn die Epi- 

6.1.1.1. Rlelu Pauli 6 Bücher, vnd in dio Epislcl Johaunis Petri, Jacobi, 

1.].). Simonis vnd Judae, dergloicheo inn Apoca: 



Qörlitier Hudicbriften ISS4— 1567. 



237 



Ido den solbigcu schroien, so ich entrinooti wird, den Hunden 

vaä SowiMi, welche initt aichtcn liin iko SdmfT^l gebracht 

&. tntigcu werden, wü ich 5. büoüiier vlxtr Moy^ccii Uünün aul^gobcu, 

12.6. sij vbcr die I'ro|iliotoii, vnd 6. Iiüoher vber die Consc ritten tcii, 

6. dergleichen ein sondern Paragraphuin mit .G. inn dc^ Newcn 

Sntnn)a.4*l. Te-itameiits leerer erzeigen . Oitinit Ihr perloiti alü perldii 

bleybeii, vnd was sehülrochl seind, für muistorstfick nitt sehallon 

werden. Walcher bßchor aller, dos Alten vnd nowea Testament« 

ion die .1. xusammcD gebracht »iiidt. 

Darumb ich euch billit-huii j^rücrs, durch eine solche kutidt- 

schafTt: liott« «ich doch bau gcbricrt, die lotjcton Capitd r.\i be- 

»chrcjbcn, (dann sie werden mit der /.eil bal'» crgrundt. dauu 

>lie F.mU'n}: Wir achten die letzxten werden dai li«clit sein der 

Kralen. Ileroniita 

[Unter dem Namen Ileremita reclita das MonoRmram .1 1, (i, 

welches wohl den Schreiber bezeiclinct (J. L. (iorlicousis?). Kine 

Lösung kann ich nicht geben,] 

Der Brief ist in Starix' Ausgabe von „De Limbo aeterno" (Thoil I 

No. 303} S. a,'— a/ abgedruckt und auch noch mohrfach handschriftlich 

fiberliercrt IMe Abweichungen u»i«crer Ilanditohrift von dem gedruckten 

Texte sind ziemlich zahlreich, aber niclit von grosser Bedeutung; für 

„Ncidt, Hader, Zanck" Kcbreibt die HiindschrirL x. B. „der Ncyd, dur 

khyb, vnd der poch". Wie an<i obigem Abdruck de.« riir die Titel d«r 

dem I'aracclBUs zugeschriebenen Schriften '(deren Biicher7.ahl am Rande 

auf 4!) zusammongexählt wird) wichtigen Schlu^^es hervorgeht, fehlen 

die lotxion Hiof ZcUcu d« gedrockten Textes hier wie in alten hand- 

flchrilUichcn Uuberlieferungon ; unser Mscr. gibt sie am Endo des Com- 

moDtars zu Kupitet 1 — 5 ilc8 Mattli. auf Seite 249 in Itotlischrift. 

Die Untentchrift lautet faxt allenthalben „Horomila" und so nennt 
»ich der Verfasser auch in dem folgenden ('ommontar der ersten fünf 
Kapitel des Matthäus. Die Jahrr.ahl IfiST) gibt auch der Druck; in 
DDserer Iland.ichrill hat sie der stweite Schreiber £U Anfang beigesetxl, 
wülirond der erste Schreiber dies Datum an das Ende des Matthäus 
Commentare« gesetzt hatte, wo sich auch die unserer []and»chrift eigen- 
Üiümliche Monatsbczeichnung ,Endo Man" findet (S. 24^). 

Von den im T«xt d« BricJV« aU kiinftig cRtclieineod genannten (49) 
^fioliriftcn ist aia groasor Theil allerdings als Pitracelsisch handauhrifllich 
Bborliefort, »b«r Ober die t^hllieit dtvt Briefes habe ich doch meine gro«MD 
Butloiiken. (Vgl. N'o. lOi Rl. t und Einleitang S. 28 und 39.) — Es folgt, 
wie «• im Briefe heUst, eine Erklärung Jiber „Funff die ersten Cap: 
M«tb:, aulM aufalleuder Zeit zuHammeii gOMetst." 



238 



IV. Thenloftincbu. 



S. 169--249 

Die Aufile^ng: dei .1. Capittels, S. Hathej. Durch Heremitam. 
Summitriuin '\i-* ^nntica CupitcU. 

Am ersteil lii'-srlin-vln-l, der EuaiigclUt, da!« Buch von der Gebo- 
rung, de» Sohns Daui<K vntl des Sohn») Abr&liums, dolitgl eichen 
die reinlikeit der gebiirt Cliristj ; Dpinnodi wcnfen ottliirho 
eriieuerungen ange/.eigt initi <lor Zahl, Nadi der si-lben die ver- 
mchelung Manae vnd Joseph. Die milktrawen Joseph inn Mariam, 
v\uch was Krkeimen wey, vnd was der erste geboren söhn sey. 

Die Alte Aui'slegung. 
Bino aulislogiini; ist bilisher gewesen, dto laut also: das ist <\z 
buch der Robcrung Jesu Christi, des SohniS Dauiils. de» »fthns 
Abrahams, Gleichsam soy Christus der zweliun Sohn gewesen, 
das nil ist : Aber also, Das ist da« buch der gebohruiig Jesu 
('hrisli, der da gewe.ion ist. ein Sohn Daiiid, des Sohns Abraham, 
alK my er allein Dauids Hohn, vnd doradbige Abrahams Sohn, 
auch nil also : Aber Joseph ist der Sohn, den die Alt« Anis- 
leffung Christum melt Ku sein. 

Aul'slegung Ileromit&e : Also sol dieser Tvxt vorstanden 
werden . Das ist das buch der goborung Jesu (*hrisli, das ist 
das buch der goborung des Sohns Dauids, da.s int, Josephs: Da« 
ist das buch der geberung des Sohns Abrahams. <las i.-sl, nauids. 
Dieses Capitol Iraulirt von dreyen gebürtf^n, der dreyen nam- 
hsITr.igou monaor, vnd ncn^ Christum am ersten als den wir- 
digsten, vnnd von Diiuiii vnd Abraham [S. 170] als von den 
2wey«n liebst«n frrumlen (Jotlos in» <hT verhwisehung : Diirumb 
der Ruangelist verstanden Dol werden, das er dÜs capitel inn 
drey tioburl hat ga*etzt, vnd nitt inn ein fieburt, das ist, aulT 
i'hristum allein luveratohn. Sondern er begreill't Abrahams 
linder vnd Dauids goburt der gleichen . Darumb setzt er, das 
ist das hiieli Jesu Christi, vnd hebt ahn Christi voro natiuitas 
sie se habet: Darnach i^teht, des Sohns Dauids, vnd hebt ahn, 
Dauid autem genuit Salomnnem, bifs aulT Joseph, von deswegen 
M angefangen ist : Darnach des Sohns Abrahams, do es stehet, 
Abraham autem genuit Jsaac . Also sol er verstanden werden : 
Das ist das buch der Geberung der 3 Mcnner, Christi DauidR 
vnd Abrahams, vnd meldt alleine Christum iun seiner persohn, 
wie er auß dorn il. Geist geboren sey, die andern zwehn nach 
Arth der Nathur . Wie aber die Alte Aul^Ioguog lautt, du 
allein von Chrislo die gehurt sag, U\ nichts, denn Christus ist 
nit auU Ihuea, Vond ao er auls yhnen sei sein, so bedarlT es 




Owrlitter Qandichtirton IS64— 1667. 



239 



keiner hiader sich rechnaDg. auff dio vergangen frountlt, IVun 
u'dchur den witlcn soioeit vattern thuot der Ut sein frouridt : 
Audi liottc der Euaii|;o]iKt die Menncr nit gciicnt, davuml). Aha 
er wil OirUlo vkd ziilo^on dnraui'. dann er halt jhreH bluttos 
Ditt gehabt . Aber der KuangnIUt, der teylet die gebart ino 
diesem eapitel, dat Mensclien vnd des Sohne« Gött«s: Ob aber 
einer vermeinet, das Maria auls Nathans geschlocht hie wer, 
vnd also der Eusngelist vod Abraham anfing bir» aulT .fo»e[di, 
von wi'ßon Murin, Gleich als sie wer dieser PVi-undschalTl. vniid 
würlli also Christua Am/i t/iTÜviU [der Sclireilmr war .seinor 
I.iC«ung nicht sicher und unterzog die beiden Wörter mit gebro- 
chener Linii^J, aU hette er des blutts Danids vnd Abrahams 
von seiner Mutter entpfangen, AIk soll er auls dioser vrsaclien, 
aein ein Sohn Dauids, diewoyt der EuuiiRclist kein meldung 
thut, wiirdt derselben aulsle^ung nit gorolgct. Es würdt «icli 
erfinden, das die gcburt Maj-iii, nie rocht uu tage gelegen ist, 
daH milt seiner Zeitt eröffnet wirdt. IRandbemerkung des 
Schreibors: ,ln lihro I'aramirico, von der Jungfrau aulä der 
Gott Ul wordun" und am Fuss der Seite 1. Thimot. 1, 3—4 im 
Teste der Vulgata] Al«o boschlissen wir diese aulslegung. Da« 
Drey geburt inn dii^cni Capitel seyn, vnd inn zwey toyl 
goteylt, dfts int, inn Christum uines, vnd inn die Menschen 
die andere : vnd An» nit verstanden sol werden, das ('hristus 
den wenigsten blliclts tropifen habe gehabt auls diesem 
geschlecUt. 
Abraham hatt Jsaac goboren. Jsaac den Jacob, Jacob :c. 

Aulsleifuug IleremitAC [Die Hand von \h\)A (die xweite) 

hat hier und durchgehends den ßibullcxt in deutschem Wort- 
laut in extenso an den Rand geset:(tj 

Dir«!' Hcnnalogii: eolil kllcia iti« Juden an. AtetK liabcu ileii Uattli. lur Oraoa- 
iogi« JoRoph» TcranlMit, ilj« Clirisiun) niclili angeht. Vou der Geburt Maria «Ira 
tial jcu •clircilMR; .bofTcii wir ein nihixer Zeit tuernarlcn*. Die üreimal 14 Oe> 
Kht«ctit«r Ton Attrahun tu IMvid, van David tut babjlon. Gefati|[«iiiic:liaft. von iliMer 
^U CbrixIuA l>edoiiI(in M Irrungen und sind vorbildlich für dio ?.i'ii nacli Cbriitiu, 
S AliKrbnilte Ton 14 mal IIXI Jahren oder etwas uiulir: di« Kcforuiierung unter Pavid 
t*t 'in Voitiild giner gleiihen um 1550. hneXi m N. Tt-atauient wird nach oj^icr- 
mjilt II— IMK) Joliren eine babj'lon. Qclkiigeunfliaft koinoien und viel neue InnnKen 
OBil a»di sbermali 14 — IfiOO Jabren das jünjcit« Ueiicbt, vo dann all« (olscben 
Propheten ein Rnde linden «erden. Der Groll Josephs über die Scbwansertchaft 
d«r UarU «urde tr»t durch die Wundur bei und nacli der Geburt ChriHli eestilll, 
durch die Krfcennini» ihrer Uotleiinutloni^liaft. HrbenniMi ist hier nicbl iu Sinne 
ton UeiffbUf lu verteilt: 11, .innder» «ia Latein, (triedii.ii'li und HebtUtch tieaeicvii, 
■u[ dto grnauuie Erkennliiiia; er bot »ie nie beschlafen. Er bat auoh nie Kinder 



240 



tV. Theolag(«cheii. 



ton Ihr gehabt, «ondem mir Rin(I«T an» (ruberer Kh«: im Oosoiiiisti lu dioten hciui 
ClirUtn« iler Ertl^eborn« Uariait. iMd kelti« wi^iteri'n Kinder hall«. 

[S. 178] Die Aur«l«guog des 2. Capitel» S: Mutlicl, durch 
Ilereniitam. Summarium. 

Am Enttcii wirdt die Staiil BeUiIeen gonoiit, vnd «ras Hetlibcn 
Moy, wer Ilerodßs aey, von dem Stero der Christum liedout halt, 
von der pharisaiRchen erachrockeu, ob der geburt das Königs 
der Judeu, die flucht inn Egyptum, Vom mordt der voBchuIdigun 
kindcrn. Von dorn weinen Rachncl, waruni rhristu» ein Naza- 
roiius »»y. 

ChriKtuK d«r Könin der Rrlnuung wobnl im Gonülb und BcrMn d«r Aonnstcn, 
denn Holletirün beduutet die terncbteuten UiMischen. Jcriualem bodaulet in N. T. 
Rom und tieriidei d«!! rüinixchcn Kaincr. Nli'ht mii den iri)i«chan Oätlern notl vi» 
Kaiser im Bund» «teh^n (den roinaniichi^n Pliatisüi^rn) : drinn die sind tv'uiv ewige 
YerdammniM. Nero .der üppige Maun" hni iiislii uiDinut solch .ifli reck liehe Mord- 
tbkt bugangen wie Ilorode«, deiio er »laad tticht im Buude mit deu [iharisülH'hen 
Olebaeru. Dienen Slulil der i'i'itik'ui koniiie nur Chrifitii-i uuiüiiinen. Weuu im 
N. T. dieser Herudes mit den pbariüiisirheii Schreibern ühtrhanil iivlimco wird, tsl 
der Jüngste Tag da, wenn 3 mal 14 erfüllt »inl. Die Hugi als Golehriu de> Lichls 
der Natnr haben in dem filern orbnuiit. ilaiH etwas UöhereH nei ata di«s Licbl. dem 
Iiabeu tic utchgealrebl und ihre Veruimfl uud Wi^lsbL-it (ür einen Abweg der Herr- 
liehkeit geachtet, da«» ein nndems Lebiui nai-h dienern Lebou sei uud dam die 
Kaiur nicht doH hüchtle Gut »el. Der Stern über ctcu Lauf der Natur leiglc ihneu> 
du» unter den Uenseljen auf Erden einer sei atugegaugen Tiber alle Nalur. t>ie 
Pbarisier in Jeriüinlem hnbpn In ihrer Blindheit duu ätorii nicht gesttben und gar 
barl ist ihuun die Antwort geworden, dass der Küuiß der Judeu aus Bollebem 
komiiieu würde, das-i dien ohne ihren Ralh und Verkijndiguug hat gesehehod künnen. 
Diu tlabuu der Künlgo «areo da« Kostbarste, das sie hatten, aber das Kind Christus 
achiet{> ihrer nicht; so ist Goii gegcin allo Gubpu nie ein Kind, sie haben keinen 
Wcrth In «einen Augfii. Aber in'« Hnn hnt Gott den 3 K''inigon gMahen und 
Ihrv'n Olanben gewürdigt. Gott liebt nicht mammona ininuitati* und IILut «ich nicht 
«tkaiifi^n dureh Opfer fnolküchlc), wie ein Phrrherr oder ein Richicr mit Geacüenknn. 
DIo Auslegung der Gpnchenke iai für nichtt xa achten, «ie «nd nur ciEi GcHngcji 
In der Natur nnd nichts im Goisle der inr Sulighcit (lihn. Der Kindrrmoril ni 
Betlehom, wie die Martern der Heiligen unter DiactelinUTii sind Ringchungeu der 
irdischen Uötlor auf dem ättüilo der Poitilcux: der neue ItorodcK, die ncuvn hicra- 
aeliminchen üloisner, dai sind die lonunjiiehen Stuhl besitier. UTo Elorodinchen 
Hürder aoll ein jedur Hieben, *<i lauge er «ntriunon mag. 

.Dann wir Iiabeu bie auf Erden nur ein Tagcwerek, dastelbig Hollen wir 

uns nicht lassen brechen, nlio dius wir wollten den llorodtanischen Unrdarn 

um Mittag in die Hand (allen, oder früher, sondern wir aollen warten der 

Abondstund, dftinit wir ausrichten das gante Tagwork.* 

Die Dorodianischeu de>> N, T.s werden gespeist Ton den neisllichnn (Ilellküchlc] wie 

Adam Ton Eva: der Stnhl Moni» i.it im N. T. der Stuhl IVlri, Kva dio l'fnnnig- 

krankheit Es .gedenck ihm kuiuer »ndors danu dass die Warhuil njl Itifhc bab, 

«der kein bl«iben<le Statt, «ondem ali das Oewild in den Wald von einem Land 



GÖrlltcer HtiiitscttrSnan 1&64— I&S7. 



241 



In ilu Ander etjagl irird': ltj«hm aollen wir, nicht um du Leben tu rotlcn. «ondets 
unser Wsrk »i vollentteo, Fruihl ru blinken; die Ernte Ul die AbomUtundo. der 
keiner ouirintieii mitg. Liii dein liolme dtis ÜBrodcH tu «nigalien (dem Erbfr^snur 
der ll«llküchlv), tog «r nucti NaMretli bi» um die Stund« der Ernte. Ein juder der 
>bo fliebl, Roll eil) Nuarcnus beiiiaeu. 

S.167 Aulsleguiig des 3. Capitols Mathoi, durch Heremit&iii : 
Summarium. 

Hieriiin werdon begriffen das leben Johanoiii, vDtl die beUeugung 
»oiiiur warlieitt, durqli don I'rophotett EnuiaDi. Sciu gowundt, 
Sein wonuiig, sein Speilii, Sein luer, Soiii StrulT [i'J, von seiner 
Taulf, Predigen, von der Axt diu uufT d«ti haum Abrahae gelegt 
iat. Von Erste Abrahae Verbrennung, Von Scheidung des wej'tzens 
vnd der Sprewer, Wie Chiistu» von yhtn den Tauff emprangen 
hatt, von der Tauhoo, Item was der Tauff soy, was Toiiffcr, wiia 
prfldigor, wa» wüoüte, vns LocuHton, v/a» dto «chreyont «limine 
wy, Wa» coniitirii, wbji poonitoDlz, Was viper geschlochl, Wm 
der xiikiiiilTligi; Zorn, Was die Stein daraus Abrahamit kinder 
erweckt werden, waü Venlilabnim, Was der Tauff des fewers 
rnd der TaufT des hejligeii Geistes sein. 

FÜDf«rlel Slüuk werduii iu dicatm Ka|). begrilTeDi es iat ssbr wichtig, eine Aus- 
lei[crin ellichor Etaugolien, nfttapullicb butroirt^nd die Gawvlt der SchlÜHset PetrI. 
der Kirche luid der Apostel. E» schtlesat iu &ich deu gnuieu Grund eines jeden 
iiabrliartSg|eiiOb'i«ien und gilt tu «rkuuuvn dai Ungeiiefer der Schi &rige Levis tlian. 
1] BekoDnen, foenitentt, Taufe u. Täufer. Keine Beichte oder KriÄhlung eiuielner 
Sünden, tondoni die KrkcnniniM nasorer Sündhaftigkeit und Unzul&nglichlieii, 
Wiedergeburt und Bekeniitnl«s des Glaubens; die tolgcmlo Poniiiieni ist auoh kein 
C«ougllian (ür vergingen« Sünden, keia Beuhlon, sondern ■llioil in d«t neu«ii 
Geburt Ktebo In Bm und Leid bis sns Ende der Sande widenlehend, die Vetbsr- 
ruog ia der WkbrboiL DI« TsuTo macht uns tbellhaflig der Oonugthuung des 
l.sidon* Christi luid wftNrJit alls Sündeu sb mit »chlvcbtem Woiscr; nicht die Taufe 
des Stuhl« Polrl durch kraft ihres Segens, sondern nur gemein kiitcr Walser auf 
die OenugthuDOg Christi; die btoedlctioiiM sind ein Kbe<~>ttiachar Itiugliiubon. 
3) Pr«dlg*n, Wötl«, «cbrelend* Stimm« Johannis. DI« Predigt »ei gingen die Ab- 
|^l*rei, die Irrtliümtr im Glaubnn, nicht gvgsn dl« Sünden, die die Tnufe binwog- 
nimnil. Nicht die Einöden der MnnchnKcll« sind die Wüaie, sondoru ein grünender 
btübendvr Qwlen «ull den {.leibo« niid de* Teufel« Wollut. ,A11 unsere Vernunft, 
Sinn und Godsnkcn «ollen bei uns lodt «ein, aladkiin Icbsl der Geist, der schreit in 
der Wü'lo «eine« Leibe«.* 3] Proj[onlax Ttpi^rnruni. Locuitac. Im Apfel des Bmom 
des PwMlios«« wnr der Leviatban, ans dicai-« Kitnnies llolt iat der Slubl Uoui und 
Peiri geüpimerl, too dieiem Daum dunmi die progedie« tiperatiim in all ihrer 
7.!er und IloRiuih- Heber Iiociutu igL die Stellen in d. Psrac.ForscIiuugen It, 
S. 116 Anm. i) Zwei Taufen uach der Taufe Johaani«, VentUabrum. Taufe in den 
h, OaIsI rar ewtgen Seligkeit, Taufe nach Art der PharisUr nit dem F«u«t tut 
•vlg«n Verdammniss. Bei den mit Johannis Taufe OetaulteD, wenn iS« auch dem 
PlUTar ««blg«fallen, hai (jott n«cb die Wahl, ob «ie aiicti Uim gefallen oder nicht, 

KrWh 0. Bdilkell 4. pHHdilwtiin Sotirlfna. IL 16 



wi 



IT. Theologijielieit. 



ob tla In Hincm Worte lolicn. i) Im faarlon Lelicn Johannis die Seligkeit Miehent I 
Ist lunsonst; •>r linl sclbil linrnuf nicht* gehnltcn. auch Iteiiie UofTsrth geuttt auf 
Deine 11tjlif>iing unil RTiifung, Wir vpnüvnvn uns nichta mit der hlirtPHtun Regel. 
Dor Toiifnl lint Jio hartpii Oiilfiii eriini'hl : diMo Werke der Gluisnorei «iinl Toufcla 
Dicmi, lieii sio Goiteidioiisl iicDnun. Johnniici bot allein sdu Leben aui dem lieiaia 
^{übrel und für nichts geachlel. (Darauf folgt «mt di« eigentlicha Auideguuf dwi 
Texte», die aWuials la fünf Theile gethailt iüL) Johanae* liai nur Buiiwirkiing, 
Taufs und Bekenutnlsi gepredigt, ronnilcutia itl nur in Keu und NiminertLiiu; 
Beichten. Kaiten, Alsolviren «nd Äeutserliehkciten ohne UelunE. Chriiitux und di« , 
Apodul sprechen enohr rom Olaulieii als von dar i'üeniluiu uod doch i.it tiicliu ohne ■ 
die«, die aus Gtauhe. Ueb und lloffiinnK geboren nird: iu ihr «ind alle Tugenden 
der Herrlichkeit Im N.T. gilt es kein« Prietter uichr iiu »her Christ lu. Wir haben 
nur noch Varkünder de» Worte» Oi^lles, keine Kreuimacher, kein« ScgensprocliM | 
oder dergk'it^heu. Abtahamü KiiidHchafl ist iildil« mehr oiitic, uur rechtidiaffiiM { 
Früchte thuQ der Biuae. l)urc)j die Tatife «erden wir Iheilh&flig der GeuugtbuuDf ] 
(Rus«e) Christi: denn durch »ein Leiden hat Chrigiu« gohÜMSt all luiscrc SSnda,] 
allein da»» wir den (Jlaubou ertilllen. Christus hat «ich von Johanne« taufen lassen, ' 
um IU bÜNtien für die aller Uriiitr-hon, uicht für seine Sunde, denn er halte keine. 
Auch er Int getauft niil bloHoiD Wass(<r (aus dorn Glauton an ,die gesegnete Tnule' 
wachsen die lauberischen S«cton){ damit ist er «ingegaa^tn in das Leiden (iir uns 
alle: darum kam die .Stimma Golles vom llimmel. Johannes hat der Tanfo nicht 
bedurft: denn er ist nicht nach dem l.uuf der Natur golioren, sondurn ans Gottes 
Befehl .eiempt und heilig mit gorali gemacht'. (Bandiiotis: .NotB: de nalluiiaie 
bi virgini»*,) 

S. 214 AtiTsIoguiig dos .4. CappittiOx Matbei, durch Hure- 
mitiim, Suinmai'iutn. 

MattheuM li<!gr<;ilTl in ilicKoin Capitlol, das drGyfacb vcnuchon 
des Teulfds gog«ii Gott, Uarnadi die waudluiig Chrittj durch 
das GallileUcIie landt, viid do!<.ielljigt!n tnocri.\'', Dun uriitUTi Tlioma 
der predigt Climtj, daraulT alle predigloii ('liiiiti beKcldossen 
wcrdoD, Von der berulTuDg Pctri vnd Andrcaci, Jacobi vnd Jo- 
hutDiK liiri das Apo^lolutli, das lob C'hmtj in Syria, delHgleicIicn 
daa Kulaull'oii dvr zuliu .Slodte vnd des jüdiscbeu landen, Item 
was der (leist .sey. was die wü-ite Clirisli, Was versuchen. Was 
das TastMi Chrirti, was sein JüURer. Wm das AVort Gottes, Was 
Tempil, Was Nepthalin Zabulon, Was tta-iternus vnd Ueclit, 
Tnd was tiaji Aiio»tolutU Muy. 

Der Teufel »lolit uur die aujwendigon Werl(e, d.ia luivemüge konul er nicht, 
doniui «olllB Oolt, dab« i'hriatun in die Wü.-ite ging und (astete, «as an sich un- 
nütt war, alier den Teufel nureiien »ollle, ihn nu leriuchen. Auch wir sehen an 
den ItÜHsern nur das Ausiseudige, darum hat Goll dio Feder, den Catalogus Sanc- 
loruto zuschreiben, der auch das Inwendige uebt, nichl wir. Einen jegtichen Mhrei 
lein Geist, den wir von Gott haben; die äuge na mm «neu Oeisler der Ordensregeln 
u. >.w. haben keinen Werth. Tintt hiehl allein die Gciluld nicht die Werke. Wen 
Gotteü Ciuial in diu Ordensregeln geführt h.il, der soll sein Gelübde haiton und niehl 
«un dem KlukKi laufen u. s. w. Jfder soll die Versuehung, darin er ist, geduldig 



G<'>rlflt«r Bandschriflen 1364— ISGI. 



343 



tiAgeo: anoh Itönch, Konn«, FrclM, BiKchof, Abt u. *. k. küiin«i), sin aunweiKlige 
IHbx« tietrachtM, dem inwuadi^cn Mirnt^bon des Triig«» diMor Wördo kein Dindor- 
niis zur Sdiskoit liililcn. Buhnltn ilnn lanctii H«iixchi?n rein iiiid Inutri, kg Ihm 
kein« KutlGii ua, xelt ihm kein lliil mu Srlicüron unl. muchc kviii N'oiir«n aiis ilirn, 
Ca airrt ihm ilia Narft.-iika|i|)nii in thfiui>r nnkouimDii. Iit ci aber «ach. dall der 
lauere Meusvli I'a|ml wird oder ein Uc'inrh, (tu* ut d<.>r Teiifol . . . Dsr t.eili wird 
1011 Brod. der (idiil *niii Worte fiullot. (tu[[ iiührEt leine Heiligen 

bsriicb 'ihne alle ti-ibliche Speise. Voa liicAcc Nahrung dei Wort ünttes diu 
In Rlul iio<] Kleiat-'ti wird, «ollen wir in der Patiiuu de edena dumioi or> 
klaren und eucb iusondorh'it neliuten halicu, wo Diich dasiiolbe tu 
liandeD stüdl, cruKliicb *u TcrU'»uu. Wann allo» Koru auf der Erde tu 
gründe (inso, kunn uim Gull deunucb ipeiien. dnruin aolleu vir iiiclit BOrgfiillig 
aein. «ie e« aiiT dem Felde stebl Das Aiul de« A|ii>3tulals ist nur, tu ver- 
künden <\an Won Gi>tl*e, dadurcb daa Volk lu deu beiligen Geint kommt. Die 10 
Slärfle liedeuleu die 10 Gebole, in denen das Vulk scbon lorber wstidille, ehe m 
Chritto nachrolgle; deuu keiner (ul|ret der W&hrheil nauti, er habe denn einen Ümnd 
Lieb« lur Wahrbeil in >ii'b. K-^iuxr wird eiu Jünger Chr^iill, er habe denn 

ein I.Sebe in die Wnlirheil in ihm »ml der Gervchllgboil, aus wulcher ihm 
nachfulgel ein grunüer Ihen^t derlei hi),>ei>. Danitob einer dem Hehlern der Wahrfa«it 
iniMfl, d«na die üeio ist. Aiiii deui (ulget die KachfolKuni; ChriKli. 

• 8.220 AnTslegiing des .5. CapUtels Matlioi, durch ilere- 
milnin. .SummArtutii. 

Ili«riun Ito^reifft dur Kuungclist .^- »cdikuit, Stigl das die 
ApiMld siiid das SaltK. vud meldt darbey diu fuUcboD ApoHiel 
tmy dem tummon Multi, II<!i)it Liudit der Woldt tirfüllunK des 
(icBPtzo!* vud aulTlr~iKimg, Wie die geruchtikcit, \Va* Ofiffeni, Voo 
oiiiikeil atiir din^iri' Kidcii. die vertiott im Icjbo, viiud liebiiug 
d«r i^eehl, vom reohteii Auge, von ^chidung der Kbfl, von 
iwliworen und bchühton [!-']. von vnbillikeit der vefgloiobung inn 
dor SlralT, vnii trow bewL'isun); der l-'cindda. 
ti«llg slnil die Anuon mit dem Gelnl, 4. b. die liemungeiien Ainien, nicht dl« 
AtmOTeiifreMer, Uünche, Nonnen u. h. w. Von der Seligkeit der Reichen Ut nicbl« 
lU koCen. Selig Kind die da weinen, die der biillini'b« Drnehe ton «egen de> 
Wollet fiolle» peinigt, nirht wegen aetbsl gonicbler t.cidcn de« l^elbM. Selig üad 
die mit dem reiiieri iUi):pn, die du Heben den Ntcbnlen allein aus gaiixem Irenen 
llerMn ungefilichl. S*lif «ind dio Ulldeo, wiewohl andere rrrdenliti'heu di« Snafl- 
iBihliigen: gemeint *ind »bor die kein hafte» »Uinigci llett bubeu, die künnen 
Code* Wort In ihr tlert (oMen: nicht die Uildigkeil ^cgon uider« i«t hier gemntnL 
tMlg »lud dit' lUiinheaigen. die nndern tliirniheRigkeil mitlhcltva, doch nüht da»* 
•I» die Wniku thnn,*«nndern der GeiHt. ^litig lind die Friedtainen. denn wo Kriodo 
bl, ito Ul Gall. nicfal die da Prieilcn ballmi am EiKeitnnii odrr Klugheit. Selig 
flUliI 41« da bniigeit und diimlel nach dor (icrcchli|[k*it de* innom Homdien, nicht 
iIm iMMeni. Den innern »oll duralen Keealliff nach dem (ilnuben. der Lieb«, ilw 
BolhuBg. Selig lind, die Vvriolgung loiden, Verfolgungen, die dem inwendigen Hen- 
Kben ifnUteben durtk di« )iuuer«n Werke; aU ob Kaitcn, Bclcn, eheloi Sein die 
8«Ugkeil Tenllenea könatt. Die Verfolgungen leide geduldlglich, bebdie den inixa- 

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<JI* M«!» M< U( 4ot K/^, Urtt ^v WdL Dto ApMMl MffM 4m SUi ta im 
Unin «nd Mb«« -Im Volk ; 4wKk ihr Ucht vwiIm «k TöAm MgMlaiK. Ikn 
|M«m Wiflw MlUii |*hIim •tHra: iM Uw iM Ihr Warfe, 4m« nn iw M <Mct w 
I« 4m W«n OMtM M*f>. Dia W«r|« <kr UbAn ApMM «Mm alelil mI iu 
l«Mm ÜMMdMO ; fMUn, <ial bvt««, hH Kr«iiMB fib«r iu FaM cMm, 4I« pnbtR 
Ihm Abfon. Chriatna «Ül nicbl dia latMna Varha da« l«lb«a »m UUm ■tnJHi, 
«iMilani ar altl dm Inaaran Maiuchatt ilrafan fn dw 8mI. Wir Mika 4w OtMtt 
ln>*ndlf arfAItan. ('hrlxai itnri nicht mrftn dvr MMIcfcaD Thu, (Mi4tra *«C«o 
dar BaflarktiiiK <>*• OalaUi. Ol* Todottraf«, di« dar Ricbtar varUnft, in ucb 
t*t>n Odiioi Wlll>n. Ifai Opbrii aaf d*in Alur Ut «ta du Waifas 4m tntmn 
ÜatoM; kMDM itl ohnvflAnda UBd kalMr biui ülc TcnÖbfacn, dio « beleidig IiM. 
Dl« Klia lirlKJit aur lodravhana I.iaha: aina unrnichlbarc Eh« kum ^t«chio>l«ii 
■«nlan In dam ebadehati )Vtrb, «dar nkfat In in Nothdurft dar Bba: di« Noüidurft, 
4ta tut r.lali« Id ilar Rh* arfAlli »oll ««idtn, mII aliattit inucrbrMhlich MJn. Wenn 
dM liiMara Anita dam Innara Aug« AaT|;amIw gitit lur Vardarbaba dar Saal«, lo 
r»lii> dH IvMara Kttgt aiu; ileiin WMar mit «rbündetam Ai^a *n1 Brdan gagang«», 
>b*r «•baiiil goii iIiniiD«J. HoIkI Jm itmera Augn du kuuarB Auge ta »ändigno 
Saban, tu lahllaMa dM fcumipr«, obcima 1*1 m mil anderen Gltedorn AuMoriich und 
Iniiarlleh. Wir habvn keinen hobn Willen .al« de libero arbllrJo gonteldi 
vlrilt'l vir iilnd gnbundan In Cbriittn tu lebon, dnnuu lalinn wir ksln (ietiihde 
Ihlllt. Alle Kegeln und firden lind M\cb KMcbworcn, denn wir Hind KchiildiK. rnlii 
■n lebeni mit «m «jr nnler iiuh «iiiaiiJor bowciM'n, inl ein (rcior Will«. L'nüpin 
Kp|nd*n aulliin alt nlibl ui<lumlra1>t<n. uichl Raehe um Itncb« üben, londoni Geduld; 
Vur (lerlchl nicht um tuillidi (Inl leihton, Itecbl, Slouer, Zin« u. «. w. über unK 
arf«>i*n latunii, iilrlit wvlrlien lon Ooli. der lür urnt «orgt. 

Mir liulil Kvliorl das geasgt iot, du solt dein Noch8t«ii 
liolipti olc. 

DiciM) l«lir ('limti, laut ntli^in &ufT du, dsä wir mitt nicht wiJcr- 
ntri'li«'!! Mdl«n viiMoni roiiidcn, wifl nngcKoigt ist, aonderu dit- 
»«Itiou licboD ■Ulli der vroaohon, da« »iu viis den lohn lUO Taltig 
»iBclioii gtfgen Ooit: Wie wal dx i)lo gosutz liuilb, doo D«chst«n 
III litilivii M ri,'<«ht, aWr nit vou weKön dei« loitlicben gutts, das 
er dir «noiitl. Soiidori) darutnti mll ich yhn desUr tD«r Helxin, 
aWr Itiit (kn lniii>ni uuDacilion »oltb üid hnssen. damit er yha 
tlil iM'flpvIt . AWr von drr livho in gruiid zu redeo, wie tVw 
bwlrbi'u ai>lt, iiit |tl«ilMionM:]i, ato, äo wir «in«o lielwo, voo 



I 



Oöflilicr Handuchrifton IA64— 1567. 



345 



MiiKw guttM, oder frenndUüIiiiirt Wlion, oder gosolläcIiitlTl, oder 
eins Eukunirtii^on lieiK die lieliä ixt nichts, dann du wartext 
dor buIoQung, von dem, den da lieb haat: Sa du ein voikomne 
lieb will haben, ho lieb ylip Inowcndii;, bpgor yhm jcuhellfea, 
aill er dir, tla;^4eltitge i^t, die volkomone liebe ino den nechsten . 
Aber dx wir volkommen »ollun sein, hoI aIso venrinndon werden: 
Das Gott vna Heb halt ohu all vnBor giltler . vn-i zu gloichcr- 
weilä wie er vus lieb hat), wie «r aeioeo aohn für vns gencbickt 
halt ian die Weldt, hatto lassen tödlen, AUo dergleichen, aolloo 
wir iuQ der üolio vnserx neliesten auch aläü sein, von scinct 
wogen nicht« an vn« spftrou. 
Finin durch Doctorem Oitt auch, wollet mich damit bcfolhcm haben vnd 
meinen diener, der «s euch autwort als mir 
briiderlit'he trew beweieien, das ers aelbHt gc- 
schriben hat vnd zubringen: Waa mir von euch 
zu slohot. sol doitnaasciD gebnltou werden. 



[leremiUim Nach donj 

TaulIC'hri»tj 1490, im 

Endl den Menadts 

Marlij 



1535 
—U9b 



[Spit^okchrirt:] den 2d. Decemb. IMH An. Juliauo /.uGorlitE. 
Anno Cliri«tj .1525. ActAtiH .32. 

Anntx .10. ante ebitum. 30(IIbd<1II) 

Diu Datum MO» nach Christi Taufe (mit 30 Jahren) gibt das Jahr 
DAcb ChrUU Oeburt 162ö, da.i ja die üweite llaud (von 159^) auch 
samt dorn „Knde des Monats M^rz" an den AnTani^ libur den Brief an die 
Wiltenbepger Kcforniatoren f;ei>ctjct hatte. 

Der äclduä^alx „ßitt euch, wollet mich . , . gehalten werden' 
bildet, wie oben schon hervoi-gohobeD. im Drucke von llilS den Kclilusa 
dvH Itriefes an die Wittenborger, wühl nur deshalb, weil Stari« den 
Kemmenlar tu den 5 Kaiiitel» Matthoi nicht abgedruckt hat. 

hoH Oeftercn hat der Schreiber einzelne Wörter Keiner Verlage nicht 
loHOD ItänoeD und zum Zeichen dessen untertüpfelt. Bei einer spateren 
Durcliarbcilang iat dann die Lesung manchmal beHoer gelungen aod die 
nene EntiiltltscluDg drüber geschrieben. Auch aonst aind. wie !<chün ku 
Anfang bei der Bojchrcibung der llandsclu'ift bemerkt ist, hjiulig apätcr 
Verbote TU Dgcn angebracht und kleine ZuHstzo gemachl und, uamentlich 
so Anfang, vieles roth untenlrichun. 

Im Ge^Dsatz lu fa.4t allen andern l'araceUischen Itibelkommonlaron 
ist hier der Text. de-i Evanfl;eli.%Ien deutsch gegeben, »tatt wie .«onat im 
Latein der Vulu;ata, doch niemuls im Deut^h der LutherVcben l'eber- 
MUung. In den Kandbemcckungen werden folgende Schriften ParaceUi 
tum Vergleich berangMOgon: Do aitivilate b[ealao] Virginis S. 214; 
Do Votis slieni» 8. 2U>; F.ib. Psüsio du Coona Dominj S. 221; d« 
lib«ro arbitrio S. 24«3, Vgl. Kopuuhagou Tholt. ll'J Itl. 1—38; 'lliolL 



246 



]V. ThcologlHchat. 



35 Bt. 1— SO (anaero No. 107 und 120) und dio Erwriliiiuiig in diMii 3. 
Osseger Veraeicbpiss. Einloilung S. 3!> No. (48). 

S. '2bl~2b'i Ez FrApnenti) quibuidam inper Matheum Marc XW. 
Terra motu c^t.) Diser t^nlliidcin ward vbi^iiiuliirliuli. drumb 
zenpilt or die feUen. drumb lintt er die llergo vci-Hoticl. dant sie 
nimmor ütandoD, nie sie gcNtandon Mtin vorhin, hau Goldtgmben 
vnd Sylber Emt verschütt, daa da die ^^ctieUe äalomoniH vnd 
dergloiuhen abgaugun »l^iDdt, vod no weit dio Erde gehet, Heiüdt 
nio vodur xicli (^csunckcii. inu die Tiolfe dio vorhin alle sich 
iiiifl' erdiMi «rüeigteii. Sopulchra clausa.) Sin Jodfr aulTcr- 
Mtandcne Cörpel ist, gleichwie ein Engel durchdringcil alle ding. 

Terra« motua Abba piilcr.) Mirrhatuni 

vinum.) Die wein so da wollen brechen vnd abfallen, die 
werdoD mit mirrbcn böhaltcn also werden sie da vielleiubt ein 
üawren viid vi'rdorbmiii woin gehabt haben, da mti'rhuu und 
n-ein verdorben war. 
Ein ganz kurxer iiagmontamclier Kninmoutar r,a Mutth. '27 und 28, 
*lltrcuM 14, der auch sonst mehrl'ach handscbriflliuh itrhnltcn ist; vgl. 
,S9. 107 IJl. i'.H.; No. lüO Bl. 100. 

S. 252—257 Ex »lio fragmento super Hatheum, XWI. 

Magus.) Ein gelcrliT Errarncr bowortor Mann, seiner getortj 
vnd kunst halben vnd woiJshcit seinen namen halt, mcr aber 
die vngelertü vnd viinwcise, Daher die namon ontsprun^en sein 
bejr dun hubraischeu K»bi, boy den [.atinis Ductorca MagiKtri, 
boy den llcyden Mag! . Vbi est natur« Kex .... 
Kuno EikltruiLg eialgcr Sicllon au» dom 3. Kit|>. i1<m U«Uhaou5. Christum hat 
<attem AMtndoalca gtbiilii aus vhirat n«upn Ilimniul. (iolij, Weibrauch ii. Mjrrbnn 
wndm ata QwehBiiki: für iin KüKlbuiteriu gefimst im Sinne der Mitgi und al> hoil- 
lUa fär dl» Kindtdo, c> »ar über tiutiöihij. Auü dein 'X Kap. Unlth. werden dts 
IiOCUtlM und dor »Jldn Dänin; beiprüL'bvn («ntorc diiai frOli«r«D Koumeutnr naho- 
»tchend), weiter Ullora, ipirilu sonclo et iRiie, Sptewer, coeluin a|Ji>rIuiD und nis 
«in T«ul>n. .\u.i Kap. 4 Vcm Utiit, Teufel, nos »olo pane, porubunt le nngeli in 
atftaibuft und endlich: 

... In moDtcro i'!ic«l8iim.) Da* Ut auch vbernatdrlieh x\i- 
gangen, vin) doch verborgen Diabolo da.-* er nit veralanden halt, 
wer Christiini tragen hati .seinem begern nach, dann yhm Koind 
nilt alle Reiste bekant, oder ir aller macht. Der Zwcilfol lag 
inn ybm, ob da ein verborgener Geint lege, oder »lunat ein an- 
dora aul» Gott: Da nun Diabolu» yha verließt, da tnilton dto 
Engel XU ybm d. i. wurden sichtbar dio vorhin vorborgen waren, 
Aach dies Bruchstück i.-'t mehrfach liand^chririlicli erhalten, meidt 
mit dem vorhergclitndon xii.>amui(;u go«chncU-n (vgl. dio dort geuatintco 



OörliUer Unudüdiriftcu I5(i4— 1567. 



247 



Htcllon nad No. 95 BI, 26 — 27). Ifinein der grösseren ]!ii8aintiioiihttii- 
gCDiloa MKttlieui>ki:itnmootare, die wir noch treßen werden (No. 8!) u.8. w.), 
Mixl bcido FrogniLintu nicht «iilnuiuirion. 

S. 258—307 Ex Libro de Tempore Lftboht et Bo^oiei. XXXII. 
Wir sind anfongliuh xur Arbeit oit lioschaß'oD. Aber durch den 
fluch suiMiM'linlb iles I'amdeil», «ur arbeit verordnet .... Ürumb 
schicke sich ein Jeder dermasHSD, dos der wille t!otto» hie luff 
Erden bein ybm errundon werde, vnd nsch diesem Inbeu ge- 
»tollot werde zu den boylitten, die solche mala aeeliglicbea 
gebraucht bubon. 
Stimmt mit dem Drucke in Balthniar l-'löter'ti „PliiloHophiae 
magnae liaclatii* alifiuot" Köln lölH (Theil I No. 8« uud 109) S. 49-68 
ziemlich genau iiberein. Ji^denrnlU .«tand Flöler'.t Yorlngö unserer 
llnudächrilt sehr nahe und stammt wobt au.H demclbon «ohIeHischcD 
Qtielle, Huscr hat dies Bucli nicht aufgenotnmoD, weil a^ nur „Vita 
bcata" gehöre, wie oben S. 235 mhou bemerkt ist. Iluodschriftlich ist 
dies lluch nicht weiter erbalton. wold aber befsiid tw ^lich in Neuburg an 
der Donau (vgl. Kinleitung S- ü) und nahm im Original 8 Blätter ein. 
AVir haben hier und im Druck tiur einen Auszug (wie sie uus iin 
FoTitcnden durchgehends begegnen werden); der ursprüngliche Text 
JHt uns von dieser SchriTt nirgends erhalten. 

S. 267-279 Ex Libro de Thoro Vidaa et Vii^e. XXXIII. 

Ino allen (■fschopffan wie eins daü andere geberen soll, da muls 
Vatter vnd mutter «ein. aula den uweyen wirdt ein kindt. Als, 
ein iglicber Sam ist ein Valter vnd die Erden ein Mutter, »o 
der 8&me kompt iuu die Knien, .so i-it er inn der Mutler, ilxt 
Mt gebcning des.selbigcn* kindes : Wie wo! der Baum ist der 
Vstler der den Samen trogt, vnd der Same ist vnd bleybt ein 
Same, wie er natürlich goitsen wird durch den Manu inn die 
Mutter, Also wirdt er da eingeiteet : Vnd gleich wie der Vatter 
auls der Mutter we^tit d. i. der buum ault) der Erden, AUo im 
gegonitpil wegMt die fraw auiii dem Mann«, darumb ist sie vnder 
yhtn : vnd wiewol der Bunin wag!<l auTs der Erden, so ist er 
docli vber d!o Erden, also ^eind dia Göttlichen geschöpIT. 
Ib JÜino GtschO|ifcii i.it eiu l'unr lutuuimvii gefügt, so mii'li im Uciiacli«[i, Im 
Schvtiu 'Im Aiiirtalclil«! ««nl«ii ilio Kiuder enviigi, go)>or«ii, vnofta: da» i»l bal 
den iuieh«lich«D nicht Jcr Kkll. l>ic bbc Mi mii Angsl um! Noth. R«Upi*In aas 
d«r Naiv. 8« w«uig der Baiiin van der Erde, »o vtnlg bann tt«r Unna vom W*lbe 
fcttbitdea worden, oliae dau beld« verderbca; drr cliiilg« EbMiih«iduag«gruad Ist 
der Ehtbrarli der Pnu ««fen de» Betrüge* iu Ata Kimlirra, der iMio) Usiino «»• 
Btügtkti iit. l'vber dau eli«br«cheii»cliaQ Huux gvhi du L'rlbcil tum Tode. Eialg- 
k»it der Kbeleul« die grSMte Fr»ud» suf Etdeu. Vcrlkel via Uaiiii seia W«lb 



248 



fT. Tbeobg[»ch«>i. 



lua Chriili willts, «eil sio ihn an dar Snligkoil hindorl, so i*t du keine Scheidung, 
(Ondora nur ein Vdilaiatin.' Dar lUnnn führe die Frau zur Soliifkcit .ikiiu sie Ut 
eine halbe Crtialiir*, »ie niniinl Leliro und VorMId von üim. Die EUcni siud lU'ii 
Kindern ein Vorbild. Wichtlskeit der liäuslicben Eniiehung für das ganze Vnlk. 
CViduttl Der Wittwenntaud bcidar OMchlorbWr sii beilig, e« »ei noch eine Eha 
mil dem AbgoKehiedenrn im Himmel, (!oll Imso dein Irdischen Tbeil Friede und 
Krendf wio dem im tlimmel tu ihuil worden, darum *olle der Zunkkblelbeudo die 
Ehe rein ballen. Eino jungy Wilwa uder Wjlwtr dürfe wieder beiralben, sfibst 
■Dehrmalü, aber um »o streuger »ivb boMteru vou Hinein (ioiuabl lum andern clo. 
[De Viritluibna] Die Erwacbfiuuen boidur OeicblvL'hter sollen die lU-inhGit dor 
Kinder in der Wiege bewahren uud streiten roll der auguburneu Nunu nnd ChrUli 
und der Eltirru Kelaplel folgen. Wenn sie sieb vutschlagen der güttticlion nnd 
naiürtichuu Valerscbsfl, lo konmt anii der Hiille dor Gelat Tiiveles des Splals, Bot* 
s&ko der Hurur«! und Belldlna ihr Snufforai u. 6. w. und o« onUl«lil eino Vereini- 
gung des Loslers der Natur nnd des bi'iMn Geists. Drum «erden die Kltem 
ermahnt, dus tia die Kinder lur Arbrii und nieht Tur Tlotlshrt u.*. «. erriehen. 
Dnimb bleibout yhr Kindcf iun dor ScoügVcil ewer Ellern . . - 
wordt yhr aber nach iler Natlmr Icbou nach der Oowtur ein* 
gobcG, Item inn dem wege der vp{iigi?n vnd Stul dor Pestilentü 
kooim<M], ao wcrdenl euch Rwer Eltern nimmer kennen, noch 
ZmigDUii geben daä yhr yhr kindor iteidt : AUo ir Eltern, wonlt 
yhr uitt bin der furcht G: b]oybon, die ein anTang i»i uUor 
weyrsbaytt, dia Icinder ehn ergornuß xu orzibcn. So verdttin- 
ment euch selbst vnd ewcr kiiidcr vnd aber kindor. 
Wie die Ueberschrift „Ex Libro" bwiagt, haben wir es auch hier 
nur mit einem Auszug zu thun, dor un» auch anderwärts mehrfach 
crhiilton ist (No. 88 BI. 352b-358b; No. 107 ßl. 53— 5i)). aber Dir- 
goods die original« Qe» Uli, der ursprüngliche woitlüufigo Tftxt. 
Vgl. auch vom .S. 37 No. (3) in den Oiweger VerKeichnissen. 

^. 2711— 2») Ex Libro de BeUgiODe perpetntu XXXIHI. 

Alle gaben so vn^ von (»ott geben »ein, sollen wir sooligHch 
brauchen, nit ecoutra, damltt wir Gott mügcn rochenschall't thun 
ilarumb [?]. vnd nitt verdampt werden, drumb sollen wiiii aU 
vnser kreats seeliglich trugen, dieweyl wir daa wiasen (auls dem 
Pftradcyfii) gutta vnd boMC« gabrucht, darumb mag es wol mir^- 
braucht werden, darumb liMt vns Gott seiu Gesetz geben, damit 

wir nicht vom Kechlen wege weichen Der RcliRioQ 

aein viel, die ich hie nit alle erzele sondern allein ein anleit- 
tung geben, hie erzele ich die Religion de.t Geistci d. i. das 
Aposteltmt^ die Facultas Modica PhiloBOphia Astronomia Juri- 
sterei Rhetorismi, Religionos Improprios, als Musica Alcliimi» 
dcketAns etc. Die Religion do« Geistes bott 3 leyl, die Pro- 
plMtea sk'iud iu JoIikd: Uaptista ti^rminirt, die Apostel deren 



OörlitMT naiillüchririvD Ih6t—li67. 



243 



seiaA 12, mit ettlichan mitgeHiillcn Paulo Stepliaiio Dariinhn ek-,, 
die Heind auch ab|;anReii, darnach orstanden die Jüngur, dio 
soind vcrküDdor dt-r Oboreu 2 teyl lore, inoRen itnproprii! iiiicti 
Proplicicii tfciiDRi wordoQ vnd Apoütelu, uod qui Buut| scd qui 
hin nobis proponuat, ..*.,,. 
iDh Ugnn Cbrixlo und rlco Apnaivln. Wenige tlnd MMnrn&hlt, drum «onkii 
fUSk BiiSfiaaen mUitintucliI, «io die der JuriKtcrci, daran Grund dia )i. Schrift 
Hin aoHtei die IknnhertigVeit wie Ijaloinonis>. Sie «orfnn den «riton Slviii auf d«u 
Sünder, der Arme unlorlluiil. dtr llek'ho gewinnt liie •tnhn Rlieloricn ist verilM, 
nicht Verblümuiig der WorU-. S^i^rnng der Lügen: weht gegen üoll d»rf si« y»- 
liniiehl «crdeii. nolil aber iiir llnterKtiisiinf; der Ulirigkoil. Wenn dis Religion 
TAU Wege wutdil. ßllt nie in div lüdlüehe WeUlieit, die nichts int denn Narreuwerk. 
()«ti iit diD Wtiülieii, bei ihm si>ll >ic gvtndii werden, luv seiner ScbiiJ und Inven- 
tlODitiuv (innere WeUlicil tiulimun, ein jeglieli«f wi« er liudftrf, viel oder wenig gihl 
Gott «itiom jeglichen, l'iuer Reich ist nirhl von dieser »elt, diruinb brauclien wif 
nur S|i«t» iiiidTiank iiud milsgen nns reich machen in Werken, dio uu8 nnchfclgcn. 

Ilavumb nit dwi mensclion wolgefsllen. nit Irdisch reich sein, 
Mondcni himmlivch reich Nitt Irdlvcli gidort sondern (iultüch 
gcl«rl, vmid all vosor Religion bruitchun, dninit wir Tor Oott 
Mt«h«n nititfen frölich, denn die gaben w vns ßotl gitiet wcidfln 
vrui nachfolgen inn das F^wiKs, vod woa aututurhaili gcthau inn 
die Ku'igo vcrdamuni; . Dann bey dem Iloclistcn wird ein iglicber 
Kinminirt werden. 
Der Toxt dieser Handschrift bildet nur einen sehr magern Aus- 
51UK eines Theils dauon. wns atiderwürts nia „Liber do" religione perpD- 
lua" orliuUeo iat, wie wir beim L«id«<ner CodKx Voiwiantui 35 (No. 81)} 
Bl. .')02ff. und im Codex Palut. 47(1 in Heidelberg (So. 90 Rl. 80ff.) sehen 
wenlai. Vgl. auch No. 107 Itl. fi9b und 101 HI. 131 IT. und in der 
Eialeitung -S. II und '^'i. Vebiigean beri'ihit ütch dicH Buch De reli- 
gione perpelua seinem (iedunkengango nach vielfacli mit dei* „Cyclopaedia 
I'aracelsica ChrisliBna" (Thcil I No. 2Üö). Weil sich der Inhalt oiiseror 
Schrift, z. B. in der hier gan« ausgolnsseocn .ReligioD der Arznei", 
veiter vom Theologischen entfernt, scliuiiit uniter Schreiber gerade bei 
diitwr inicrcManten. Abhandlung ganz be«ond«r* gekürxt zu haben, j«deD>. 
fiilb mohr aU bei den and(?rn i^chririon diesem Handes. 

S. 281-286 Bx Libr: Prologi in Vitam Beatiun. XXXV. 

1^0 iglicher io\ trachten, dm er aulTHcdeo uey das er vil nach 
seinem tode »ein, der guele bscdo ist Oott, der b5se ^ame der 
TealTel, der menBch ist der Acker, sein hertx sein bäum, sein 
werck »ein fruclit : Wie «in guttcr Mensch mag böse werden, 
Also ein boMor gutt, dann der Somo regirt den Acker vnd int 
8oin Ilon-, Alle meawhen min »iit Acker wcdvr böla noch gutt. 



250 



IV. Thtologbcbw. 



»ondern «in mittel», Ist gleich wie ein wuscr, was farbon 
darein f«ll«a diu forltcti das waMcr : Der rneni^ch hatt dos 
wrHHcii ^utU viid hüite» ituüt dorn Pamilils gcbi'acht, daraulT 
stehet bey im welclieii Samen er iiiitioiiie, gult oder böse, Sein 
gewisML-n ist seiu hcrtz, ynd weyls was ylim aulf beyden teylen 
drautr stuliot: Driiinb wa« inn de» Acker feil, feit niilt dos ucl(«r« 
willen, Duuü dieser Acker ist nilt viieiilplinUtliob, nil uliric ver- 
nuiilTt, iiucli wetio ihm liiiugert das wirdt yhm : AUo üoiii vielcr- 
ley huDger xnni ^utton, vilerley liuugcr xum bösen, dober kuinpt, 
So viel baupter soviel siim. 

Es gibt keinen freien Will«n (lim Bösen oder Outen, Ootl mtua beide geben. 
er sll«in ist frei. Ootl kann UclielDiitou wiliindeni. Annehmen k&nii der Meosoh. 
wie ein Ai-kor. vna t'r will, ilarin Ui er frei: wu er aber aufenoaimen hitl, du 
wirkel in ibin. Ooit oder der Teufel. Der Narr winl für soia Thuii niclit vennl- 
woilhch geutncht, «ohl aber der Witzige, er muits eti mit d^r Septv bo/ahlen: wo 
bleilit da der freie Will«? Im sellg»n Leben haben wir ihn nicht auf Erden, wir 
kimnen annahmeii oder nicht, vas Gott in uns legi. Auch in lidihcheu alehol der 
Ruiikei hinler an» und beschränkl uni«rn ftuieii Willen, Stohu wir In der neuen 
(iobnrl, %o ist der ncua Moowh den allen FrurliU Die noiip ('reolnt hui Christus 
nurgorichtei, dio Wledergobun durch den Glanben. Pin alte Ccnntur fiotie» dos 
Vater« Itl inü Viehische gefnilon, ihr gilt die Predigt der Apostel. Proph«teii vnd 
.lnng«r. .Ich ii:hreibo hio nill den UngUnbigen oder rnwis-iondcn tun Chrinto, 
gib mii'h keinem Lehr vom Wesen im seligen Lobe», dann nil ein Apostel oder 
dorgteichen l)in u'h, sondern ein PhlloMphus nach der DcutMhnn Arl. Allein den 
ChiiMen, die nit hören nollen." [Am Rnnde »tcht hier .Multa liinilia bis inuenioR 
in Pnicrallone super 4 F.uangi folio 205 et SOG In jiarl« 47. [f (|uaria?] De Coena 
I>Oininj frag.* und mil anderer Ttnic bclgetelxl ,Vo)utnlne VIII*, also ein HinoeiH 
■uf llaiidicbrifMnbllDdo, die der Suhrotliei bonuUte, die aber nicht auf iihb gckommeo 
(Ind. Üio Vorodo über die vier EtangcHon iit bei No. W abgndniL-kL Vgl. 
auch Par.iceUiufundiuugcu 11 S. l&T.] Er mulde aurh nichl alles NTiibigr. ilo« vor- 
Uliige er nicht, ChriHluü habe das gelehrt, er nehme allein die Inthümer vor, die bei 
Christo unter den Uvtauftan nicht Haren. Im leligi^n Leben i&l nit'ht jede Auslegung 
snr.unehmen. nui der b. Üeisl beruft zum Auslegen oder .Schreiben, diir nicht jedem 
Doctor eder Heister zukomuil, Der Gelsl goistet nicht in vielen. Ein jeglich Ding 
bat seine Zeil, die stehet bei OÖII, früh od«r spät, vor der Zeit soll niemand aus- 
brechen. Uoll iit der. der einen fliegen lüsit, er habe flüg«! oder nicht . Sa du 
meinest du (tili hoch bU in den driitcn Himmel i^edogeu, lo bist du nil iibcr du* 
ßru auf dem Felde aufgawehel. Ilrum greife nichts an bis du die b'ruchl in dir 
fShlceL Biitu berufen ein Buch lu machen, ei itird nichl verriuuit werden, so ei 
00 oder TO Jahr aoülehet und noch IHngur: emp6ndesl du etwas in dir und gehet 
in dir um. nchnelle nil tu bald, es wird nil dahinten bleiben, allein bitte du und 
klopfe au, dann du wirst ron den fliegenden Ucisten belrogen. Was sein soll 
gehel aus dir heraus, du «eist nit wie oder von wanucu oder wohin es will, luJein 
findest du was du nie gelornet host oder gesehen. Ut ein Licht in uns. tiu hats 
Oott in uns gelhau, unser irdischer Scliulmuistcr uii; dmmb thats Goil nil vergebena 
in uns, Üt will, daa* es tu seiner Zeit leuchten soll, «at aus uns soll, koupl uns 



GSrIilxer Fluudnchnft«!! 1964— l.'iG?. 



251 



niiwJKKMid, uiifct-iuihl tinit obnv ihm oarhiniKlFlIan. 7.u nniin«» Zeileu liat c» ttol 
Schicibeiu neben, ilcnn nlie i^t lUe Si^hiilo der GAlchrtfn g^rkhlcl, wann oincr 
lierfür bciobi mit einem Arjcumciit, ko i«t nin t'''^"*^'' D^tiffe cla, (Ällt »uch dioi», 
aber «n Iclilon lorschineUon Kie, ilanii o» nutui nit. hUtlen Jtir ArlioJt wnhl enparl. 
[lifo Üiul iliueii ilu TMiD'iitii« I.ichl. Die Zeil niDiiiai Scliteibon« jal leiiie: ich durf 
njt TcnchunDii, clus iili vcrlcckel [?) bab, o Jtt nocli nit gtpfinntia «oriicii, ilie 
Werk iHn fIo J^cnj^niO meiner Aibeit, die Zeit iler Üpomctrie ht tum Ef&de gutgeu, 
die Zeil ifer Attiitetci ist tum Ende gangen, die Zeit ilcr l'liiluioph» ist ivid 
Bad« gangeit, der Schnee ineiaeo £lend« int tut, di« Zelt de* Sommer« ist hl», 
ven irftnneQ er kommt du weiM ich nit, wohin «r kommt du woiwi ich nit, 
B* Ut da das »ich lange Jnlir tut aufgeiogon, So int auch bi« die Zeit lu ichr«ib»n 
vom ««tlgen Leben uuil tutd ■■nif'iin. Selig und melir d«ua nelig ist dor Uonil, 
dam Gott die Guadr gibi dpi Aimiiih. Wet Reit'hibiiin li<»bei, atohel Auf einem 
gefthrlletieo Zweig. KIner doII dcui andern leidlrngeu helfen, sich (reuen und 
irtlneD [ralt den Traurigi'u und t'n'ilitii'lion. Diencil nir lu der neuen Geburt »ind, 
*i> i«t der Adel nlcliii. Ul« Gewalt int nit «ein. Ich ichreiho den Chriülen eine 
Lohte, vinir chrinllkhe Poliiei: alle Iiohr, Regiment, Kunst n. s. w. lollen auf den 
Bckniein Christum geaeltl nein, da» lit vom Himmel ktimnen. Wir »iud nicht von 
den Froien. sondom tou den Khellchen. 

Unnser Anraoj^ ist der Olautio. der beschleust dcli im ncrUon 
wi« ein Schutt hin <.>iiicm liost^D, welcher ktimpt, domsoltii^ii 
soll m'ii aiiiri;tM>i)orrcl worden, viid horfür gonoinincii worden, das 
ist tt/t die lii>bi>. AI» dann «o wir dii- liebe herfluf80ohineD, wa» 
dft im ttuhatx liegen, vnd wandeln milt aulT Erden Atiff das so 
nÜegen wir wol hotTon ku der dfitti-n tugent eine gewinne HolT- 
nung 2ti dem Ewigen leben, der nber die liebe nicht üucht iun 
Reinetn acbats der holTot leer stro. Also ist die lehr gu^ndct 
' nach eiuRuiig des )>1aubeiis, alloin aulT die üeba tu Golt vnd 
dem nehistaii, daruutV die ]IoiruuD}j du8 wir vns xii Gott vcr- 
aebeo, das itein leydoQ vnd sterben werde vniter erlüsung sein 
zum Ewigen : Amen. 
Die Hand von 161IB (zweite) hat hier vielfach Aondorungcn and 
ZiBÜtz« gemacht, wabmcheinlich nach einer andern Handschrift (derea 
Anfatiff »ie Seite 401 abxuschreiben begann!). Im Leidener Cedux Voss. 
2-f int dem (ianzen eine kurxe Eiiilcituni; vorausgesetzt (die aber nicht 
dahin gehört!), während das Uebri);« ziemlich genau JlbereinKtimmt 
(So. 88), ebenso die Ko[ioutiagener Haudi^chrift 1 lU ßl. 00—62 (No. 107). 
Alle diese 3 llund:>chriflen geben demtelben Auaing aua dem 
im Heidelberger Cod. I'alat 470 allein volUtÜndig riberlieforten Original- 
tott^ No. <JU DI. :!10— 322. Vgl. auch die Einleitung ä. 10 und S. 38 
No. C2ß). 

S. 280— 2!){) Ex Libro de Baptümat«. XXXVI, 

Sacramenl dm« wort halt viel dolmettscliung, die nitt alle an* 
Buuebmen, wegeu dun falsches so tlruulit eutsluliet, Eltliche ding 



26S 



tV. TbeolDgisch««. 



Hcio dio ein ChriHt haben mulH wil or änderst oin Chtht H^in, 
Abto lA die TaulT das enia ciosugühn iiulT den wog dos llcrrcD, 
Kr.^l)ie)i inagDt» vergkiulion einer liofTfarbu, lt«m cinor Uololon, 
einem OelciUbrieir, kleide elBtts Chrisloii wie inn Veten Tosta- 
mento, ein weich ein Mtlbung, ein krigfxGiciien vnsers obcntlun 
lluuplman (;iiristi, DilTürt in Iiot, Ein Irdischer mag abfnilen, 
AbtT wir nit von ('hristo, entweder ewig sterben oder bey jhm 
bicybeu .... 
Ein Ordon liljur all« Ordun, uiitur» WrDic io du PriMlfrlhnm Chrluli, ein 
Kusmiiclian, da» ewig »iilirvi, uhci« üpitvrnllnu, dno künlfllche Rri'xiuug ulmo alle 
Ccreinänian, ein .'^pllal/fficliuii, da» diu I'ffiindu go«ührlei*lnt BIomps Wiw^cr, al>iT 
dio Worte im Nikn>«n iloi Vjier», .Suliiies und h. G^iftp» mariicn «» mm Sukrannjut, 
du «ölig mnrtil. Ohuo dea Gltnlicn li<iiiiiii[ kolner in drn IliinmDl. aber (nr di« 
Kludnr. Taiibvn, ITnverotSiidigon niid ndtitpslirnnli^n isi ilia TniifB dor Itchalf lur Scilig- 
koit im Srgnn dos Worto« Gottci. -So h>I Ctiriilui dJt Tniifc JuhunniH, die mir für 
dio Vcrnijnrtigen iit, TervnlUl&niligl. Dio ^ritn Kmft der Taufo iit diu [Simso (il« 
pL'ra''ri!< pi'cciitis), dio iiiiil»ro dai Wort lidito» bei der Taufe. Hit di'm h. liolit 
wrrd<;n lio iflig, mit dorn Foiior tnrilaiDml in die Dülto. Zwei Taufen, iwei Wege, 
Wuiiou und Sprou- Oeboreue Christeu mÜMOn die Taufe liabea, Heiden kounteu 
früliet und beute befcahri vrerden durch die Predigt und »erdcu im Bcbindeniiiir«- 
tnll« dar Taiifu nucli solig ebne sie. Die Kinder sollen Keluuft »erden. Von der 
Taii(i> im Uutteileiti habeu wir keine äihrift und Ut doeb dem Glauben geinB»«: tja 
(ilniibeii und ButuD Htehot die Tnufe auf den li. ßeisl. ChrUti TAufa i§t um uiisitI- 
«illeu gvirhchen, uicbt CbrUU wegen, der den b. Geiül vorher halt«; sie iit ein 
ZeuEDisi dor üotteKkiudHcbaft für un«. Die Sänduo vor der Taufe (actualia et ori- 
giualia) werdi'Q durcb die Tuuf« vergeben, aber ukht die spälereu Sünden, die yer- 
gibt allein die innere Taufe, sacraioentuin corporis et sauguinii ChrialL Wie ipi- 
ritus suictui in ii<|Un sei, tuAi mun nicbt fortcben, suweiiig wie corpus !u poue: ds 
int nicht um die nigna zu Ibun, sondern uin die tigiiala. Nur eine Taufe iat dio 
Johaunl», Ctinstl, der A[>obt«l und uuuer aller. Alle neilereu Cur^inouten als die 
Namen der Triullüt sind nbeifgliiubig (drei Kri'uto teblageu gebt wnbl blu). Wer 
iui Streit der Religiutieu keine KInihoil otlangon knun übet einou Artikel, der be- 
fehle «s üott und fliehi' )u »einer Tnufe; denn die Tauf« nimmt hin, w>* wir ukbl 
«iMen und do>:h iri»»en «ollten, «In beeclilrml uns nie die Kinder; doch dürfen nir 
nlebl na<hl&s»i^ »ein in der Lehre, »ondern lernen von Grund tin»erei Eleiteus. 
Waftser und b. Gtid miiMon l>t!i»aiiiinen t«In, bei der fnltcbcn itt nur Wauer und 
viel Geechwilti, kein b. Geiil in Tituf* und I.ebr«. Mit der Taufo iM das Gelübde 
verbunden, Cbrixio naehiufolgnn ; an ihren Fnlehton kunn man also dio Taltt-hen 
Christen erkennoo: ihnen fohlt dio Nnehfolge Chrisli in den Weiki^ii. Dm Golnbde 
ist der Taufe Knde und bt dnoh iu der Tuufo; dann Anfang und Ende gebürcn 
insHmnien. Die Taufe ist ein Riiigaug in den Tod und der Tod iui ihr Rndt. ßi( 
in den Tod »llen wir umer Taufj^clübdu erfüllen. Die Aungieuung de« h. GoiMnt 
am Pfingslfetle inl keine Tnufe. Der Goiit der PÜngilen und der (l«i«t d«r Taufa 
i«t freilich derielbe Uoint, aber twei unterschied Hebe (iabon. 

Der brauch d(w Tan(r!t ist Trogen den KnmoD de» TiiulTlings, et 
dicere N[oniän] (dicueyl ibu ina waMxor tunukeii, oder wusur 




OfrlitKeT HBn<tBcbrift«n 1564— 1I>$7. 



253 



vbor ylin schiittiMi iiacli ausohon der penoD) lob (laufTo dich in 
Nomino P. F. et S. S. dahey ein pster nostcr rnil dlaubon 
betten, darailt der Teuftling darbey bloybe, Et hi» snrdciuDt, 
allen ander» ist Mctuschoti Zusatz, — 
Da« auch dies ein Au^sug Jitt, geht schon aus d«m „Rx Libro" 
hervor; einen vi.il .■lu.'^rithrliuheren Text, der als der urapriin^ilicho anzu- 
sprcchoD ist. werden wir im Codex Palatitiua 476 (No. 90) 1(1. 314-33^) 
antrcfTen; alle andere» Handachrilten bieten nur unoern Görlitzer Auszug, 

Iifljl. N». 88, INi, <J8 und 107 und in der Einleitung 8. 36. 
[S. 29ö] De Baptiatno etc. iJer 'rauff Ut ein Zoiohen üincs Christen, 
wie ein krcutze eines Schweiuers, hatt abor dto vnilorscheidt, 
■ das •(- 1"^ C'u<>r abtrennen, vnd darvou laulfen, vnd ein ander 

H Zeichen machen elc mit dem Wa-soer aber nit. »o baldt einer 
H nalÄ i«l so ist das Zeichen da, vnd or niBclis nue ab oder druckens, 

H ao ist« schon ba-tchehen, da bleybts vnd kan nimmer TOm 
H leyb than werden, das man saRon mochte er wer nitt nai'a go- 

W machl worden : AUo kundt im alten T[üstamcnt] der Bescfaney- 
dung keiner leugnen . . . 
Zeichen» halben iit ci nur uin Wii>s«r nius zu machan: lu venaiebnsn Ins 
B*^t«r d» Uauplmaons ChrUii, ßecliou.ichnft la Iliuu ülivr uü un^^r Thun und 
L4MMI am jäag*teD Ti^. Christus hat den Sugon clor drei Naniva hiiiiu^ethan, 
«alohcr Kinder, FAnJUttgi: und Ro»«tsone Tor dnr V«rd»inainit« bohiilnl. dio dou 
Glauben bu» Unngel an Vorsluid nicht hoben können. Die Taufe Joliunnls xur 
BUMc meint die vcrüt&ndigon Ernftehiencn: die IluMiR recht (hun, haben dadurch 
d«n b. OciKt, dio andern das Feuer dvr Verdnnininiis. Alle mümi'U golauft norden, 
iit doch auch rhriitnK un-t luin Miempol k^IauFi warden. Eiiunol Krtaiift i»t gciiu)(i 
I unter den Chrirten Kiuderlaiifp, uutor drn Iteldi-u aueh Tiufe der Alton. So wir 

Itur Vernunft komuieu, niÜ5»i^u wir wirken der Cömlviu frucht. 
[S. a'.W] .Merckt der h. (i. ist im TaulT vnd ist der Tauff, drorob 
ist der TaulT kein Zuichon, sondern da-i wordt (lottes selbst, 
H Ipsa salud per I*. F. et Sd. Aber dann heilii ich» ein Zeiohoo, 

H daü ein weist ein Zeichen für ander Ch&racteres auls, d. i. ein 
H Zeiebea der Zeichen der guntien ehamcteren (creaturen) Gotte», 
H darunili isla nit du ninwerftendes d. i. commune aignum Zeichen, 
»ondcrn als ^in gewuilits Zoichen Prister Zeichen. 
Dio«er kleine Aluchiiict ist wohl undorwürts entnommen und nar 
ilw iibniii'hen Inhalts halber direct xu der vorliorgohonden längeren Ab- 
bamllung über die Taure genetct, xu welcher er nicht ursprüitgllch 
gelt&rte. trotzdem wir beide Ausarbeitungen immer beisammen lindsn 
(No. 88 BI. SSr.ff.; No. Mfi Hl. 7-17; Nd. 107 Bl. 6811.), in Heidel- 
berg (No.90 0l.3iJ{lir.) und Dre^lau (No. % Hl. ir.lblT.) allerdings in 
umgekehrter Itoihonfolgo, wenn auch textlich nicht sehr abweichend. 




SM 



IV. ThtalegUcbM. 



S. äOO— 3Cß Ex Libro d« Dcitraetioae Reg&orum et Gener&tione. 

sxsvn. 

Alle ding gonieiiiiglich norncii.i^in guttoa »nfniig, zu vom» mit 
einTiüt, aber nit nllowoge inilt fflr»ichtikcy(, aber wir solloii iiiii 
alloii dingoii anfangeii siue politioum siuo ipconomicum .'*iuo 
Etliic;um ic fein oinrultig wie lUft Tauben, fürsiübtiR wie die 
ScIilungcD, Also wurde viel ding ohii aDgL-fangon bloybeu. Wo 
aber oit, eo ist der loimiuu» mitt «einen ZixBuij«, dorn nauüi- 
vatt«r allewoge hinder dem ruckou .... 
Lob d«r FÜTsiulitigkeil, iler icrütullk'bcii Nacliirachtuuit il«i Kudut allor Üiueo. 
Dar diB Ende beliarlittl, der süutligst uklit. Von kulans itt^r Wvll ial uicht« Do- 
tlindlgei unter Ava Mensrfaen. Aus atriien Kiiisi«itlorn aiu<l ü|i|iieH SlifUi geworden 
(S. O&llui, S. Ikinraili) au« Tharhoit il«r ruubiHii Uberaliiüt, die loi Anfang iiul 
uad eiaßllijj war: kein {(«Icblbum «oll nufgflrii'bivi ncriku uu oiucm heiligen Orl. 
Kla jader gelallt (!ull in fcloDOi Kloiile, dai ilmi >uin livUt gibt: iluniiij tull man 
«ich kein«« andeni Vaculion nnmaMOD, Mondoru in neiueni vigvnun libiben und lUdu 
Chri»li> niiclifolgeu. Goll gibl olnarD joden ila.-i Mas» si.'iui'« VeKlaniles, darin «nll 
er Iiloilion und allein ■einer Wo|iih«it glauben «nr Seligkeit. Je rnelir ?'reindes je 
fcrger, je Touigur jo seliger auf Krden find Im lllniiael. Gute iin<l W<sd Obrigkeit, 
geiMlich und voltlich; beiden mu«» man gehorchen tKiU ihrer Uii^eteubtigtiiiL Rin 
raiihio nbrigkeii ><.>lt nicht ruichcir »ein als die (ieiDeiu, üundpru in (i|pii:hliuil, tu 
niie kein Uufriedc im Itogiment, Aber darum vorliengeli« Goti, d^imil unser« Do- 
muih und lluAtUiiid iJawäbrvl WL-rde, suutt ohne den Itatleci [die Raden, l'nkritul 
im Woiiea) wlircn wir lu geil und lidon von Goll. Alte Siänd» «lud uneinx nnicr- 
OJDkndor, tDrschiadou «ic die tielcrtei Mus« und Ocwicbl iinil Hnnien. tlnlcr dem 
«olllidion Kniior i.ii kein einiger Srhahtal] in^iglicli, denn er ixt in sieb selbst 
.(•rifoiuit'. üin Uflgiori'r loll loin auf der ganten Well, ('brisiui; dous und dia- 
balu« ki'niien nicht bei einander ttnhcn. Kin Kelch dat he^tündig bleiben sult, uiusa 
in dein bluiliiiii, in dem e* angefmi^cn wordi'n, »oi»! inrfülll cs- 

Zu der /eil der gro8Men Enutt wird die guldetie wuldt angehen, 
ein einige tlutt »ein vm) Itognit, vn<l siin^t. kciiior, vnnd wir 
alle aiii Hcliairntalil, vuiid tir wirdl den Hjjrucli auiriiebeii, Et 
terram dedit (ilijn hominum : Der todt Eorbricht kein Ituii^h 
dos 68 werdi aurngorcut, allein er fttraffbt, also auch kaio 
ander Strali'cu allein die grotlo Erudl wirds serstöa-u vnd aulT- 
hüben. 
Wir werden denselben Toxi, um einen längeren Abschnitt xu An- 
fang vermehrt, auch im I^idcntr Codex 24 Bl. 345IT. (No. Hf^) linden; 
beide Text« scheinen mir aber nur oioon AusEUg aus dem ursprQng- 
lichen Originaltexte xu bieten, wie aueli da» „V.x Libro'' unserer Ilaud- 
echrirt bekundet; der voll-Htiindige Text wäre uns bei dieser 
.Schrift dann überhaupt nicht erhalten, trolxdom er »ich in Neu- 
borg an der Donau im Autogramm vorfand unter dem Titel „Do 
generation« et corruptiüno Roguoruin" (». JÜnleitiiug S. ö, S. 37 



J 



GÖrliUcr nantl«cbrift«n 1564— ISfiT. 



255 



So. (4) uo<l $. :-)ä No. (27); er nahm dort 8 Blätter eiu gcgOD uu«oro 
liteD 4'. Vgl, auch No. 107 Bl. 70b.- 
S. 805—310 Ex Libro de Fotcntla et pot«ntiae gjatla DeJ. XXXVIll. 

[('urrigiil „jiiiri'ii tili gr«lia«'j 
AIIo iJiiig kunitnoij uuls der wurte vod gehen wider inn sie, 
Aluu kotnpt dur Imum vml n-x* yhm i;U);<>liort allein von der 
wurtz: Wie init <\m Natlmr /wen hnuin, der erste aulä der 
Rrden mit iii;iiicr blüe, der ander die Immen no aotMaugen du 
lionig, vnd maelieo honii;vnd witcbs inn yliren orton, deren wir 
geniMien tan(|uam Tmctu, Also vuder den Menscheu 2 bäum, 
Als Apostuli sein Snltz vnd Lidit der ErdcD, ist der onttc bauin 
der wurtziün Den», der under bniiin tmn dio SühfcfT [sM't No. ^8] 
so uul» dicsun buuinuii gi.^rurt werden vnd wiugen daniitl inn 
diT grossen ISrudt, die Kugel Honig vnd Wackt auch uulNHinlen 
im Hininicl . Diirumb die wurizen 1 |primac] aiboris int (rott, 
der Stamm ('hri.itu.s, di« Kste Ajiuüloli, >ei;iinda artjor Ailam, 
Stamm paronli» nüntri, IvHtc libc-ri vnd >ein wir die Immen. 
Ohu du Bwi^o 9in<l wir nicht» nU Vk-h. Zweierlei Nabruug. L)er JUt'UHL'h inl 
durch cigou« Krliul-1 sterblitli gettanJun, durmii budarf or iler ewigaii SpciM de» 
t>M» incaniatu* lun) «wigeu Lehen. Alle Krälie in iler Naliir sinü aus Gutt, gichl- 
lai« iinil unskhtbaiu. .Filiui D|ivrftlut cum licu ab asitTiia, aliur iiit tBn<|Usin |>i>r- 
luua [ii'riccla L e. atbur perfuvla: Abot ittl aimo ITiSD von nrifang svitiei Biii|)rcngiiu« 
bifib»! pemons perfecta ei ttilis uobis In «itkia ««turuBin . . . .' (iuti liai suiiivm 
Soliu oll« Hacbt gtgeheu. Ailim inl liottes liabv, boiuo iier ne nihil ven- seil et 
potftM, »ine nutsLna iliviiio {Lauge AbHchuiti« lioil hier dutdiguheuilt Uteiuisch 
gtgebenl- AUes Wbsvn und alle Küusiv simi Gaben Gutle* durch deu heiligt^u 
Geist, iiuuitielbar und mitielhitr duri^h den Metischeu. AUn auch In ilumu invdi- 
duM dem einen vie>l di^in andern wpnlg gegeben. Darnui »eil »ich keiner bMiier 
düftkea und xich ahn« Noili rühmen, j*der ihut nach Hrinur <iabo. Zweierlei Aerrte, 
aalnriln* phjmici imd ntluralvx iliviul, boido kuk Gull. Drum iras elucr nicht 
bagrelfl eoU or darnin nithi icntchltn : denn er meint, ex »ei ex Tiiabola, dM ufi et 
Im bl. Wer nicht Mlbst Mkuehtet i»l, »uU undirn folgen. Rillet tu wird euch 
g«g«ban; 4ena »oluii npiritiu «anctun führ«! iin«-iu die Liebe dos NSchnten uud 
OoiUa die rechte Slr*i»c, nir «JMSn «ic nicht. Die Ohriglteit buch uder nieder, 
prtnU oder publica, di« an» dr'ui Spirliu »inrlo regiri, ivgiri gut. üb tnuh oder 
milde. Wh* wir haben ndor wirken, Itl von wfgen Uullev Gbiu und de» Nlchnt^n 
Nuti. Wir kännoD to xie] uichl lernen, der Mcli^ter Spiritus tanelus hat die Schiller 
iaoer j« lAngor je lieber. Duium leigl dir« Buch ituioutioiu Del ui, su er in deu 
Mnicn rvfelirt, darum sin jeder »ei fünicblig Im Dilbeilen, d«» er uicht unieiti); 
L Jemanden t erachtet. 

Id solcher g««talt batt «r die macht inn die ftoincii gelegt, alfl 
cip«ni iliuina rhrinti mit aurstreiben Diabolorum, Item mit ver- 
itebiinij Afv SüiidiMi : Nitt Ab» er allen macht von sich drumb 
geben, dz der mcn»chc bmucbc soiniw gofaileDs soudcni nach 



IV. T1i»a)0fiMliM. 

Gottes «UIdd, cL i. soinen rem apcMtoli«, die VsUch« Ap(»t«l 

vergeben auch Sünde, ül ab«r ein Itnperfect« vergcli>>n, iln jwIlMt 

mati Goll du beste thtien, propter mandatum : liualiter, Holleo 

wir alle ding HCvUit braueben, vas den naturalem arborem 

lorrcuiim nit vcrfiiroii lawcu d. i. die wolluxt, auch nicht don 

biabolum der tdgÜch «uff vos »ItMt vnd vns nachstellet, sobdern 

allein von Golt lernen durch »einen beylignn GeiKt. ^ 

DeDselben gekürzten Text (ex libro!) mit Minen lateinischen 

Stellen haben wir auch io Wolfenbuttet (No. HS 111. 147 b— IfTäa) und 

Greifowild (No. K)6 ttl. I>1 ~-Gi>): dcu ursprunglicben weilUuügern werden 

wir im Heidolbotgcr C-odes l'alatinus 476 antreften (Ne. tiü Dl. 135— I4d). 

Vgl. auch io der Kinlriluuf; diM Nruburg^r VcncichDias S. II. 

S. 311— .317 Ex Libro de Kartyrio Chriiti. XXXIX. 

Der Irdiücbe fielst der F>dflD boI nichts, allein der Himliitche 
UeiHt deä Ewigen l.ebcRA, 1mm Rrstcu Geiht int froiidt vnd 
woUuHt der Erden, so die weltkinder nuchon, Imm neg aber 
tur seetikvit ist kein lost noch ruhe noch reichtumb, sondern 
allein Verfolgung. Vorachtung vmb Christi numons willen : 
Drumb ist nit billich nach vnsorom godunckcn Irdisch, sondern 
nach der leer der .'«ohrifTt, die vas nit verlTiret, wandolcn, vnd 
dasHclbige inn don ruDüftnlTeln Christi vnd .leiner Jünger, der 
vni^or Vorbildung i»t iun dua Ewige, müaiteu »lies Irdischen 
verge.'^Hcn vnd nichts nachgedeiiüken, vnd vna drein geben, das 
wir initt henckerischeni tode werden abscheiden wie vnKcre 
vorfahrer, so es Gott gefeilt, Was wir thun vnder vnserem 
Creutz, sol mit gesunder vernunlTt geschehen, vnd uuls der leer 
Christj, Nicht ein knlts kreutz selber sulfselzn, sondern das für 
vnd für inn viis bi'cnne, dann ir viel verinuini^n sie tragen 

Crcuts, HO sie ir eigen vbcl tragen 

Dar Onltn ilur Kreuici iiehut na-lit. iu buinertiübuD WalTuu. Spk» und Wobr, 
aondmi im Worte Üolles uml (uurigt-ii Zungoii. Wir sollen ui«niau<l lÖ(lt«a, »on- 
dom g«iliildiK »ein. Wir betlürftu boines ApatUIs Bnabr, wir haben die Schrift, sja 
KU leien oder uns vorlesen zu lB!)iCu, illn Aiiastel »ullcu uai(?r di« Udden ntht). 
Wir »ollen die faluchen Apoalel umar uus iiklil duldcii im Wohllcbpii etc. ,IHo 
Uagia lant «Ol von dicaeu üleUucm lud jlir K(7s>aj;uQg, toii der Ziikunfft de* 
S4 Jan [Am RAode ,W2i Hl scquputüa aiiuj*] t/iv fal. fropheiun kammon worden, 
al.i ngt »ie n«iu schon wordcu, lud koinuu nnch dam newe tue jrhnen, dos int die 
Sccki, die in wilde Thir in Apucal;|isi ptaetigurirt ... sie ■Ktitu iun den himmel 
tagoheu, lio geben »elbat such ult drein, bejd« die Kaiaiacboii vnil die wider den 
Ito: *lul «ich teitOD, soiu sulF uiucc Cuihodm. haliuu b»fdertii?itiH' fiill leben, mitt 
iluroa uder KhcfraMeu, ll«in niil klclderu K- Zinb, ^It tc. wu gishel lim sb, leidenn 
«tlwu iat tutwi'der die f&ulikeii diaa »cbiildig, oiter mitt Htirtiii vn<I nnreu kindern 
IQ hut Tcrlbon, oder mitt Kbewejbera tberiaden, du niu» nltt ku meeteu [?]i 



QöriJtnr HandsehriRen 1964—1587. 



257 



I 



otlM wird don RplcurUrhffii «inck^lpredlgerii nltt ^g»l)«ii, sie münen 
1 [Gbcnü utd w»u>laU, rin«a ^«rDCtiton grundqi raä liali Kein, nil to 
k^ilt, kalt h«iil nur nit «oil vnn der Sluhan, Iluron, KWnnyb^r ic* .Sio huhoii 
«idcf den Papil (rcrpdct und hitb<<n kein nnsicr« nn dia Sinti gesolil. Der .Schnf- 
«Ull Chri«Ü iitjoiil loUrr Wrdfp, Kröten, FücHko: ps wird oin «ndctor tlirlo kommen. 
Wer in Chrislo wnndolt, «■»iirtclt in der Uiibp, drr gndcnkl wcdnr an« T-'nulcn, Belpn, 
SinKOU, Almoicn auf müncliiir.h und nonniKch, sondoni «ut or [linl, daa thiil er uu.i 
Ireier Liebe. Wn kcino iFaliro Rcua und l.cid Ut, da ixt hciim wiihto Lfeba. Wer 
bann Qnlt lieben, dor »inen Nfu^hnton niclit liebl. In wb-i Lifbo uns liotl g^ncssen 
io denelben U«ß mausen wir wieder ffKfuüdeu werden, einer in Marter Weise, eiuer 
in eiußltiger I3auem Weiie, einer in and^hliger »tiller Weise, ciuer oIbo der an- 
dere aUi>, nicht einer wie der undero. vielerlei Oalitn und alle auf einem Weg der 
Llebo, d[eselbi][e i<t der Weg gen lliminel. in wck'bcr Liebe We^ dai Kreuz auf 
um fällt. Eine reciito Obriglieit soll mehr Bürde tragen ali die UntertbnneD. di« 
LhI dn Predig«T!i in d«r Arbeit an *ieli selbst ist scbwurtr als die der Oemoinde. 
Chriatam kennen, wissen, glauben, liofToii, aber niohl lieben iit tiicbls. Ohne Kinder- 
ttugm mit Weibern r\i lliuu haben, ist Uiirerei; In P.lnfall tollen wir Cliriüla dscIi- 
(ol^eo. al»o «Itl era haben. Wir niÜMen An)t*l und Nnth leiden, nie ChriMiu 
gelitten faal. Paa tat das seligi» Leben, m wir ChriMuru vor uns tnigeu und ihn aus 
nnwnn H«neD nicht lassen, die WellnHi der Erde nicht »In Wiillust sondern als Noih- 
dürft anorkennen, und über die Noihdurft nicbts ihnn und Em Kreuze Cbristi wandeln. 
Der sagt er habe recht dantu. or habe <)eti ^waldt itu bindei) 
vod KU ledi^fCD, der bleybt )ie[{c<n, aber die Seeligeo ülclieii wider 
BufT, Stullen soIIddh das «ie sich doiinotdi siinder erkeniieu, das 
dio fiulft yhn nit ({onommeii werde mit dor Zeit, züi-Den sollen 
sbcr nit siinden. dann üo der tiericlit« to^ kompt mitt seinem 
cnibidem vod stral, no wirdt diu ininiitu nllr« liurfiir gczügon, 
ertolt vnd erfordert. Druinb die inii ybroii sOndon nit lig(*n lilicbon 
BcAti, die aber iiin yhr weyltthoit vcrholTt. den wird weder 
hie noch dort vergcbeii- 
Mit diesem Au.txug .ttiminea die meislen andern Ilandscbrifl«n: 
Leiden 24 (Nft. Hft Itl. 307), llhediger 334 (No. 9ü IJI. 119). OrcifewaW 
(No. 106 BI. tifi) vollstrtndiß ilboroiu, nur ein spüterwi Müncliener Mticr. 
(No. 118) weicht 7M Anfang Ktarkcr ab, nhtie »ich im Llebrigen neit 
VOQ den 4 Aodcni Handscliriften zu oiilfernen. Der uut Neuburger 
(^ueilcii AbgoMhriebene Codex Palat. 47(> ^ibt jedoch einen weHDutlich 
au!4fübrlieherea Text, den ich uN den originalen anzimeben geneigt bin, 
NolOI) 111.04—107. Der Titel l«ut«t dort ,Dc martirio Christi ot 
noslri* delicÜH**. wa.4 mit dem Neubarger Vor/eichnimi (Rinleitung 
S. II) übereinstimmt: vgl. auch S. 37 No. (5). 

8. 317 — 324 Ex Libro de RemJatione Peooatonun. XL. 

8o ein schwach geachopir sein wir, so wir vm tum hßchston 

hewaren, so wenlen wir doch in siinden orfundoo. vnd können 

Dit ohne Sünde »ein, vnd di-rhalben inn kfinom äeelijüvu leben 

IrtUk d. Rraiawi A. t»r»nUlttbt adiiintB It. 17 . 



Nk%0\Ct«VV\Vi.KK< 



ä5« 



IT. Thvotori'cho». 



rcolit erfuDtlou werden, d&rumb vna dio RomÜMio p«ccatoruin 
nutt thut, Nitt da» wir vdh aufT xio verlawon, soDdcrn ilesler 
besser fBr Sündoii hüetlen, damitl wir nit fioU veiitucben vnd 
aeine Urmhortzikoit, dann wir «amIoluD uns vüiiiiimnus vber 
verdamnuH : Daruiab ho wir inii vitn Ilenla fallen, sollen wir 
wiiior iiulTgcridil woidoti, durch herUlicIio Rew vnd Leidl. AofT 
diosollfigu vorgilil vn» fioll, vergist es, also, das or wodur hio 
nocli dorl viin iiuffgerupfTl wird 

Vasiit Heu iiiiü Lvjit »oll volllianimcn »Din, icuctlich Ton {uuisa Qtrm. Di» 
Krlisümk luu Aiium bcr war no groM. dnu nur i-otieH Sobn uiu oriüMn konnu; 
wir wordou uU-ht melir iii Silmlcii i-eniifaiiEon, iluiiii uiixeru Uulter IhI gpbkiift, mir 
uiUsiin wir auch die Ttiuru ainiDliiUDii^ die l{rbi>üu>le wini nur In dor Taufo i«r- 
geben, aber ohno (IlAubu billt diu Taufu nicht. In der Ivikiou Zoil wird die T&ufe 
in der (.'"u^on Welt «ein. lo den neucu Simdun ((wluiililjus) ixl mtiiurlol Vor- 
gi-biinb', wir geg^en unsoro Nütliatun 'iti'<1 Ooil gegen uus. Nuf wliil wir nlltoit 
milde uud burmhi^rYig unguüiautti Uuruchl vetgodun, im üotl goguii un!t barinliortlg, 
(hiri'chl Krnurbuuei ist turiji^k lu gvbcii. lu tila buHta buIIou wir ni<:hl rouhleu 
gu|[en uinander: deun die g&nxc Welt iat eine Kirch« iu viu bckta. Unrdor und 
Diebe, Win ({reulicli «uch diu Thul, soIIbu vermahuut werden: bekehren sie «Ich, to 
lial dui knisHrliche i.iescie kein« Suii, dvnu das evaug^üiielie soll allttege vorgehn, 
(lad kaiserliche l>i>8i>lK gabürt tinr niif die ItsInaUrrigen. Wir sotluu dem Nüi'hHIDii 
tergebtin »bne Ende, nie üult am imuier wieder verhüben juui1!i. Dos ist eiii(< 
herrliche Utile lolles, dasit er um arijieu äünderii den Aiifnuj; der Vergebung in 
unacte Hand gegelien lial durch viel Voruolen gegvti nn»ern Nächalen: dirte Uewall 
kommt aun unnenn ttekonntni)« und (Hauben. Unch uilFt das nur die Sünden in 
der N&ch.ilonliebe au, uiuhl die Silnden gegen üoll. Die Sund« nider den h. Ileisl 
ixi, »II wir Chrislum einen Lügner hoisicn iu seiner Lehr. Uur Anfang gegen 
uuüorn Nriclinteti ist der rodilo Wog tu der Itcmlssio (luccstarum tu kuinmon; 
aiiinvrliilb dem können wir keine ZuÜnchl lU Gull haben. So mnas es auch iwitchun 
den Slünilon sein buch und niedrig, iwischen Obrigkeit und ttnlerthnnen. Wrnn 
■ ir allen Uen.irhen vcrtioben baben, mrii[nn wir mit Frieden vcn (iutt vori.uihnn)! hoffen. 
|}iiruti(Y «oUon wir ihm vns crgcbou vndcr suiu CruuU, vud 
i]n:^i<eIbigo iiin vnMcr tlurtz logtiri, d, i. Sei» lodt, mnrlcr Icydcn : 
Also kan vns der ToulTi'l iiitt ku, viid inn uiisttreii lodl sLohen 
vns bey all<.> Hi^yligon, vnnil so vns d«r todt gesrhidcn, fSren sie 
vns inn die ewige freudc, vnd .singen mitt vns das Lobgesang 
des tiimlisuheo lloers. Als dann wirdt ein Jeder seine betonung 
Deinen, der eines Propheten, der eines Apostels, der eines Jün- 
gers, von höchster gabo bils su der miiidsten, na^h dem vnd 
er im buch des lebens geschrieben Kti>het : vnd das ist das 
verloren schalf so wiedttr gefunden worden ic. — 
D«i]sulbcn Auszug siolio in Leiden '24 (No. 88 Bl. 310) und Greifs- 
wuld (No. iOf> ni. 70); dou vollständigen Originaltext gibt der lleidol- 
üorgw Codex (ßo. UO Bi. 132—134); vgl. uudi das Neuburgor Vcr- 



Görlll^r nandBchriftta ISM— tüGT. 



2M 



xei«hDb» in der Binleiluog S. 11 und das Owcgor V«rx«iohnU8 S- 37 
No. (6). 

S. 334—331 Ex Libro de Re templi Ecclesiastica. XLI. 

Der falsch so inn einem gorechton <liiig eiiigonSrl wird, int der 
anTang der Abgotterey : Zweae Tempel sollen wir haben in 
Vit» bcata. Kinoii nur leer vnd ist Mauren, Einen «ur volbrin- 
gitng dor lüor, der i»t wtr selbst ion vDsorein Elorlitcn : AIü im 
KuNsorn Tcmpul luhrt muD diis Euangalium vom bcltun ic So 
du das hiiroMt, ho bt'tt« an uitiutn hoimlichcn orth, «dor inn 
deytiem kenimerlein, Nitt inn dorn Mauren Tempel (.lunat 
wirstu sein wie der I'harisaeer vnd Kthnit:».-»} vnd betho inn 
deinem Tempel d, i. in corde, Also biatn euBHoilich vnd luoer- 
lich alluin, dünn alau pn'icipirt ChriatuH, Also miti^tu knioo, 
Item cum orv b(.'Uon udor nicht ot nemo vidot : aber Anti- 
chrlstUM hci)tt dich im EuHsorii Tempel bottmi, et «c' vident 
liomino«. vtdent geniculniionom aut alios go^tus ornndi .... 
So wcrilcu viwlc verfiitirl. Bei ik-n Juilcn ging nllcs Äus.ierlkh xu. im N. T, 
ül dfts ciu rcrg*tii'iii<s Ding. ('Iiriüius will alles heimlich Man im liumeti. nur 
liffiiallicbc KuB.iu: wir )icilür(eu keiiivr Cvrvinuuieii molir. O^fTenllii^ÜL' ltlitj{üugi^ 
uail lu vnnterfiMi, um uuüerv Nutlidiirft Hoikii wir livlialivli liHleii. TbeuHriliig al« 
Straf« Oolle» ial nithl ilurch Biltuii tu »uucluii, &uutl«ru diirali Uiuhc. I)(tr Tlisui-rung 
Uruuhe Ut oft Vorkauf, Wuclivi uuJ ßutrug; was iiüttl dos Uillor^ um Wulitj(cnil.li?ii 
dei Korn««, w«:m dvta gem«iiivu Hatnip Aoth gonanmün wird, nit.i lioii ilim licscbori. 
In dar ticuon Krualur bubi-n Planeten und A^Miiidenleti keine Kraft, «andern Dur 
Will« und üabeii üollcs. Dn i«C eino udub Rbi<loHti, oioc neuu Uedicin. eine neue 
taflueni aiui »piritu annclo. Dm ihI unsere Uittenchaft auf Ktilun; K&iu|)feu luil 
iler aiUm Krcatnr. GM wnute voraus, du» Ailum uieht Im l'aradies iilciburi könn«, 
er niunte Jammor und VAtnd kenntu l(<rneii. Wir mÜBMin die Krdc überwinden 
und «09 allisin in diu Llelm Outles geben. Im N. T, tiaboii wir nur eiucn l'rit'iter 
ChriiluiD. der wigt un» andere Tvui]iel. nümlli^b uns ii^Ibat: «ir sullcn aiif niclils 
SjnagOgischM imscr Heri uud UulTnung setr.en tiebeu Cliristo, da» ist wie ein &it- 
brutli. Aaoli Pnluien sind in unüurm Teui|)e1 nii^lil nniuncliuicn. uil*s Im Ilenen. 
So frei int die neue Kn^atur. A&th sie auch keines t.etirhauies bedarf; das Ul *ii 
keinen Uit gebundi-n. niag überall guHdieben, «üb dio oder nicht. So ial auch 
k*lier ilber d«ii andern, liult ial allein Herr übet alles, über Seele uud Leib. OoUM 
(lahcB *iad In der Würdigkeit gleich, nur im Ami rerfchiedeu [nieder längere 
bMni«eli» .Slfllon). auch ein Lehrer Im Tümpel ist nicht mehr als andere. Lehre 
«ml Au«l<fung der Schrift ial woh) gut, aber frei und ohne luta, die !.ind irdisch. 
Wir tJ&dii »chnldig ohne lielühde, aua Krolh<il de« gollliubeadeu Uerxeus. Der 
kbnmiiscfae Leib der neueu Krealur ilarf kein OelÜbdu lliun, dem «terhllcheu uüImii 
•io nicbtx. Wir milden das Kvangelitim liglicb hüren und fMsea uud die Früchte 

Dnimb noD valet in Figura adorare, sed per Nounm Tenta- 
roeDlum, Waa aber (iguren Noui TosUmunti Hein, sollen geopilt 
werden in comoedion der Zacht, nit in Curomonijs oder An- 

17* 



IT, TbeologUchM. 

bottimgcn, Sondorii gciloc)itnu8^c halten, darzu die Comoodin« 
geninigitain nein. vikI ilarb«]' at]o ding ins hertzo fasscD vnd 
traRRn ohne Ende : Darumb in samma betWn »ollen wir ohii 
erKcrnuB gaben worl k. So unser hertz darin stehot, dabit 
Deus cognitionem nouae lucis. vnd alle HTislornus von rns 
nolimcQ, AmoD. — — 
Denselben Audxitg sidie in No- 88 nnd 106; den ur»prünglir.hi>n 

Text bietet No. 90 1!1. 108--121. Vgl. auch Einleitung S. 11 und 

8.37 No. (7). 

S, 332—339 Ex Libro de OfSoiJB, BeneBcijs et SUpendiji. XLIl. 
Gott hat van ein Zal empter gesetrt die aollou wir halten, AI» 
Apostel. Propheten, Doctores. Junger oder Dinuipol, sokhe werden 
wir bsbon vsquo ad finem Mundi. Sie .*eiud verborgen vns oder 
nit d. i. heiinlicli oder olTcntlioli, der Ut ein Apostel der Apo- 
»lolwüho warhoit saget, Ako mit andern auch, Aber wonig scinw 
vndi'.r denen die der (ieinuinc Mann kennet oder darfür holt, 
dann aie soind blindt gegen den rechten, wie wol ir ottliclio 
nicht blindt «leindt, Ea int nit drumb bey Gott orwelet da« dnji 
Volck erwolcl, das belreuget auch viel volcks da.* sie otTlo 
Caypham für Christum orwolen, wann das»olbige wer aa würden 
ofTt b&ssere au die statt gtwetxt. 

J«d«r l>«liauptal (reiüth du» Worl Gottes (u vorkündnn. ps isl aUcr nicht allen 
befählen. Dio AiioatuI rotten ,fawrlD* nicht mcusctilirh, Pnulun in licr orsto unter 
den neuen Aponteln. wie Pttnis unter <len F.rwAhltvci der Knlci. Die rrophettn 
nehmen ihm WeiKaufungien nicht Bnii dum tltiMlm sondern iiiimciliikti! ex nre Uei: 
deren gah c.i licl im NcuctiTeitamKnl, alier viiifiiche I>vulii Mill und vurborgcn von 
den Wcltnciien vcnichloL Der I>Ai:tnrrii Ami M dir Ausk^ing der WoKa tlottes, 
der d|icstcl und der Propheten galehrt vniD b. Geinte; die Diücipcl sind die Zeugen 
dieser [Ire i. BUchüfe, Pfarrherm nie. Kind win llir Valli, frnmm oder nivhl: die Ontt 
tich ernShlel, werden such von ihm orliiilt<^n: bei denen Frieden ist, Hilden sio ihre 
Nahrung, die Pslschen nehneni von liiilpn und ItOien. Zweierlei Snli. Klnc 
Obrigkeit kitun vineu «rneunen als Erkiftier de« Kv&iigcliumi', einen gelehrten, Tor- 
il.'iTiitigOD, tfOCDinea Mano, e> werde genannt wie er wolle, ehelichem Sl.aiides kein 
Hüiich i>der PfalTe (uacli Pauli Wort), der auch leine Nahrun); dacon haben niüua, 
also kein audui Houdwerk treihen. — Auch weltliche Aemtei sind von ßott g^eordaot, 
Obrigkeit, Gelehito, Ooctdre», Philosoph!, Modici. Oratores, SpntehonlHindlgts die «od 
Jugend auf in der Fureht Oottea zu lehren »ind und Ton dar Gemeinde iv erbaltenj 
die andern nellnn das Altüberlieferte lonieii und aurb dan Neue, du jetzt ist. Ulo 
an« Kirrheiigut lemeit, sulleos auch umsonat ^cniei^ien lositon: die andom soIIhis 
üben «io «in Handwerk. Den J^afTen nnd Uünchen ist keine besondare Gabe 
gegeben: keiiio Uonsrbonnrdouug vermag Heilige zu machen, n1«o auch die Müuch- 
und PfalTe nordung nicht. 

Drumb sol man solche Leute alle abschaffen \-nd wegthu(^n. 
dann sie soiudt nil anders vnder vus aU liottcu wir Turekeu 



Gärlltur naudüchrKtcn I9f4— lfi67. 



S61 



Tod TbUtu ;c. Driimb wann wir in vita bontn «ucholoD Ajwt«) 
l)cy yhrcn friichton, Propheittn bcy ylirer Wiirlierl, Ooctorc« bey 
rfcm hpiligcii Hei*!, riii^ Jiliigor iiiii yiir Mui»Uir IciT, «o wpr 
kein vnoitiikeit itn Kokli : Aber wir üuchon die. die »ngen, Icli 
bin Cliristius da ist corpus Domini ic, vnd die vn^ gleich sein, 
auch inn sünden lebe», inn vppikeitli, vnd vn» also drinno 
siari'kfD, dcrhalbcii ^t^liatä vn§ uImo Idd liDHlt'niDi^ vtid xuucht 
Oott soino Hundt ab, vnd lest viis iuo vnaorn Sfindcn Ivboo 
vnd sloriifrn : Am Ji'mgstoo tilge, werden wir vnsvro rul^divii 
voMleher mit vnserom Jaitiiiier vnd Klendl seön, wie wir \n» 
selber vnglQck »ufTii lials gexilcgelt, nit veraunfftig sondern 
schlatTciide, einem iG[lichen (ieint glaubet »o daher KOtrollel ist, 
vnd nit probirt ob er aulk Tiolt sey oder nit. So bnbcn wir vns 
vnser liedorliche woi&e, das vns buben vnd »chelmcn bafs 
gefallen dunn (totles k-ut : Drumb cylondtt auIT vom .SchlnlT, 
dunitt wir n.'icb der Bitterkeit des Zorn« vltimi Juditij ondt- 
rinneo. 

Oicrter Auüzui> begegnet uns auefa io No. ^8 und lOTi, der ursprilng- 
liche vollständige Text ii^t nur io No. *,k) III. 32 T. erhalten. Vj-l. auch 
in der EinleitunR 8. 11 und S. 38 No. («). 

Sk 339—341 El Libro de Rosurrectione et OloiificatiODe Corpomm. 

XLIU. 
Deum qui to gcouit derclitjuiBti. et obütus o» Dei Croa- 
loris toj . Zwoy herkommen haben wir Menschen. Eins von 
Gott, der vas bej^haiTen hatt, vnd cinii niH's Oott der vm ge- 
boren halt. So wir nun verlaKon die bcyde, ItKt wird kein 
annentandtnus inn vnn stein : dh Oott den SchÜpITor der alten 
ereatDr in Voteri T. verla.ssen haben, sein verdampt worden, 
Alao die, so itxt Gott vnsern Oebcrer verlasKcn. nil kinder 
Gottea, kinder Maviae, Hriiedcr Chrij^ti »ein wollen, den gehet« 
an«h abo, wie den Juden, Draullf redt dieser nprucb . Audite 
caeli (|uao lo()uur lliu meldet Movhüm vnder andern auch 
Trauben blut, »o Holt seinem Voluk gebi^n hutt .... 
OdiUuI*! auf Chritti ItluL Quoinodu iiencquobaiiir vnui inillo. Aiu 
dvn iHeo TD*Ument soIIod »ir crkoiiticn, ww wir tnoiden und vmiu wir aiu hallea 
■D«»ni. Kicfo RUieilabo eum JD uouiisimoilie, nur diu von (i»tt (ieboraca, 
wat Valflt (Iptogcuen. »lu Ooit Üelubrtun ijiiij tlio Aaiatnälilleti. Don Leih iu 
Ehren hallen, aber im Sirrblicben nieliU «uchen: Kaaleu, Beten, Urfebi, Beicbteo 
,ail«x nmioiMt. 

Iicl alles iiienxi^hlioho veruumITt, fluiden aie, mo wärden auch 
Heiden vn<l Türeken aeellg, Ittt wer Ootte« «orek vnd VDfler 
ülaub amb-sonHt : Dramb wirdt nicht« bloyboa ewig aU Corp« 



IT. Th«ologi»th«s. 

e\ ('hristo et eius Mandats et düctrinx, aul» Molchcm loibe solluti 
wir betton fuston K vnd alle VDDCro logtiiit iieinun, Nit aus 
Mclanchuley. druinb wullont iiiHOiiderheit durchlosoii d&t* Mach 
vom vndurschoiilt viid Diithiir J^tweder» uorpiii [am 
Ramie „Lib«r do diffAroalia vtriiiüquo naturao"], dann 
yhr w«rdeiit finden ein mebrem .Intal daun ii^b lue anjccyge : 
In suiuma, vnner lA^yb aulli Chiisto wird abfallen vom lejb aufs 
Adam, wie ein biro vom bäum. 
DieHer AuKzag Rndot «oh obcufalU in No, 88 und 106, der ur- 
sprunRliche vollständige Text in No. 90 Bl. 232—246. Vgl. S. II nod 
S. :« No. (9) und (28). 

8. 341-343 Ex Libro de Se&iu «t InttmmenÜi. XLItll. 

Die vernunlTt ist Uiuliter vlmr diu 5 wi-.-im), so der horao inn 
ylim hutl, vnnd nit das die fünlT wesen ineistor sein, Koiidern 
dio viTiinnlTl. düiui nichtn otiiio ein Obrikeilt inn i^rum Naliira : 
also diT MonHch dem keyner. Also die Immen, äeliatl', krancli ic 
haben ylir vorgolier, Also ist ein Obnkoit in liomino die ver- 

nunflt, die die Scnsus vnd Mcmbra liomini.-« rogiiot 

Die i.'*t vn.'ior vernunfft vnd 

gewiesene von oben herab ; Wo «lier wir vnH da.« xiieigouou im 
froycn willen, i^o slelon wir (lott das.teinige, Wie wird nii dem 
am Jüngsten tage gosohcliüii, dann nienmiidii woiä die viele vnd 
»eliwero de!) vrtnyl« Gölte«. — 
DicHß Abhandlung ist gedruckt in Flüter'a Ausgabe der „IMiil^^o- 
phia magna" I5C7 {Theil I No. 8ti) S. 42—48 ala „Aliud ex libro de 
Hen8U et instiumentis". llusor hat es nicht aurgonommen ala tur 
„vita bcata" gehörig (». oben .S. 235). Der Text uusoror llandäclirift 
stimmt mit dorn Druck« Flötor'it tiberein; die nicht eben tnhlrutchon 
Abw«iuhungou im Einzelnen gaben üTlent beäsere Lesarten als Flöter, 
doiucn Vorlage mclirfa^h ttehlechl gelesen hatte. JcdeofalU .ttelit aber 
FlÜtor's HandscbriTt der unseren scbr nahe und stammt aii.s derselben 
Kchiesiscben Quelle; no z. H. K. 44 Flriter seine Vorlage nicht sicher 
lasen knnnte und zu salininieren" als andere mögliche l.eüung „(ri.sen)" 
setzt, war auch unser Schreiber nielit sicher und unterlüpfelt „abristeni" 
[at)usum?j und setzt auch noch ein ebense un^cheres „abriesten" 
darüber. 

Da»iic]bc .Stück *us dem Buche „De »qdsu et imttrumentig" findet 
sieh auch im Luideper ('ödes 24 Bl. 321fr. (No. 8S) und im I3rosluuer 
Codex Uhediger 334 Bl. I47r. (No. 05) und zwar unserer Handschrift 
noch näher al.-> der Druck. Daä er.-ite tjtück „Bx libro de wenitu ut 
iustrumeotis", weleheLs Floter vorher abdruckt (ä. 3«) — 11) iat mir ab«r 



OStUticr llondurlirift«!! ISIU— läßT. 



868 



* 



IiaaJscbriflliuh noch nicht bogegnot, noch wcni^r ein vollKiiinJigo» Mscr. 
in dvr Originaltitesliilt, wie dasselbe in Noiiburi; ui der Donau vijrwahi-l 
WDnIo, vgl. Eink'ilung S. b und S. 31^ No. (10). 

S. 315 — 351 Ex Libro de SupeiitittoDibas et Ceremonijs. XLV. 
Aula der eiiifiilt der Mi-uschao, Icomineo viel ^ot»e »»[loniti- 
tiooes viid buMii ding, dsti, wa« von weisen zur v;cdcchtaus, 
bildnua, gäniacht vnd goordDCt, sio «in AbtTgliiubcn dritulk 
BchÖpfTen : Als in Vnteri Tutttiimcntu was Anrou viid nudorc 
geordnet, Gildl, Saruh, Allhar n'. aiil'-< OolU gidieilV, vnd von 
wogen grosser bedeutnus, daa haben viel aulk dem geinciiieu 

Mann für Gott "selbst gemacht [„geacht" No. 88] 

DruiD iillc ding inu Gott vnd inn der «chrift 

gvgrüiid Hoin MuHt^D, wiu dann ich auch diuNox vnd alle inKine 
[ihiloDOfihia i. e. doctrinam nur auf die «chrilft gcnnindt wll 
baboD, vnd wie jdiiluNuplita ein anfanu; a11i.'i' g<'lcrlik<'it, hI«o 
aacra Hcri|)tura i^in anfang |)hilnso|jhiat' vnnd iiinuii hieniit inn 
diese vnd allen meinen .schrilften vnd Philoaophia die /«ugnus 
nur auls dar schviffl, das ich dt-r Philosopliia weR darinnen 
furo, vnd yhr nit zowidur bin, sondorn mich crfrcw« iua den 
it si« mir also hektuit Ist, euch dormaason auch bokannt jtn- 
iDichun, rl.-knn es IkI wcj ttor utilT der zeitt, dann es noch soidbor 
dem (odt Christi nie gosciii i»t. — 
Wir habon o-< auch hier wieder mit einem AusKUg ku thun: den 
To!l»tJin<Hgeii IVxt gibt Husor l!d, IX S. ±J5— "i-lO .iiul.1 ThnophruKli 
eigener llmid.-«cbritU, Zuvor niemalH in Tinick aottgangen" und mit Huscr 
öbcrutiHtimmend der Codex iialatini» 476 '(No. 90 BI. 2U) — 209). 
FIStcr hat dies Werkcheii auch gekaiinr: er cilirt auf S. A,' der „Phi- 
losophia Magna" in der Vorrede (Thoil 1 No. 80) den .Schtu«s demselben 
mit unserer llandschrill und mit Ijoidoii und Greifswald (No. 8^^ und 
106) voll^tflndig übereinstimmend, während er bei Eluscr und im Codex 
palatinu» recht erheblich abweicht. Der sumniHrische Auszug unseres 
Görlilxer äcbreiher» gibt zwar vieles mit dum OrJgiuuI wörtlich üher- 
eiostiniiDend, eulfurnt stob aber iu seinen Kür/.ungon doch sehr vielfach 
im Worllauto völlig von .leiiior Vorlage. Vgl. auch die Kinleitung S. U 
UDd S.38 No. (11). 

8.851—359 Ex Llbro de Nnpta, de Alients rebni so& ooaoupi- 
•oendii. .\I.V1. 

V^ i)>t nit volkommen aulit dorn liebt der Nathur :eu Leben viid 
regiren ic. Sondern ia dem sceligoti leben, i.tt noch ei» amior 
Ewigs licht, das Vn.'i k-rnctt alle ding der Nathur, »o vn» ein- 
gtgebea nach Gottes willeu, volkommou xu verrorligen, «lin« 



S64 



IV. ThvoloRiKh«». 



du wödttD vir nit wio vnd mitt walk mala wir im gutlMi 
wfindclii sullon, damit wir Gott iiil enttinifttcn, ob wir gWicU 
wo! den [iuti)»tcii oilt crzürnüten, vnd wÜ8t«n ßil wailialTtig 
vivt (-iiio »iimif oder iiitt wero, drumli damit (iottes willc so wol 
autTHrden alx im ilitnmel volloinmoii ^'uschclio, dmmb halt ervDH 
.toiao lohi' vnd ^'ebot gcbüil Hciitoj« willuns gc^oa vns : Abo würdeD 

wir uu^serlmlb dos liuhbf diu E\w aiidon« ordciiun 

K» inl Villi GntI lororiJn«), dn» kein Mi'iixt.*li, Mann mlct Weil), »iill nllnin «cilii, 
einom Jottcii Kein Weil oiler ihr Mann aogcburcu oitor varhetlioiliipini, ilen Monicheii 
verlJOrgBU bi» (iolt st nlTDitbaroI. Dnim «Kch»! einem jeileu soiii (lemalil Itgllah 
auf, clanm joildii Hiinr oder cion und nicbl mehr. Olino Khe ktien Ul nicht noHi 
QoltM OniniinKi »'■■'*<''' >lcnoii <tin von Ilult aJ cuvIiUatuin l'DSlimint: wm nicht tiux 
Gotio« Uciül unil nadi icinam Willen tliut, Iml daher keine Hebliniing. Kiii<> 
|r«xehi()dcno Frau hoII nai'h nollcü (ieliol nkhl wieder heiratheii. auch wcun hIb 
niclii der srhuldiKo Theil i*t, tio lileiU ihr Leben laug die Vau den EmIcii. Kinoiu 
gOdChipdciiati Manne Ul.t geilaltal, denn der Miiiu i»! über die Knu, 

Wt<nii einer in viel gewinnet, daran 'JU KeuuK hätten, und wenn auch alliu icchl 
lugoli«!, «0 iilH ddch (ji^gun die biüdertiche Llebu und vidier die güttljeho Galip. 
Andoro mümen darum biUtulu oder liiebe «urileu. Im seligen Leben koII kain« 
lJnglaichh«it :>ein, um Nfld und Kigennuli tu vorliindeni. l'aa Luiid s^ll ullon 
fteirohneru gleicbiDätBi^ iiigellieill worden uud mit dem Wacbken der ernaehKoneii 
Reti'dkorune immer n«u vetlht'ill venlen; jeder iüII arbuil«U, Landkauf vurholi^ii 
Miu. Wer ukht nrbeiteti kann, hiiN vim den anilern erlinlleii werileu. Jeder beduf, 
seine) Atkors und seines Prt'nui),'«, der ihm alle Togo sein Esueu gibt und ihm das 
Unwiggobn vertruibL Llec Ueltler ixt von den Keii^hen |[ul ^u behandeln und ihm 
aciu Thcil in geben, uieht mit einer kleinen lial>e übt ufert igen. Lier lluudwcrker 
erwirbt ulleK vbrlicli durch die Arbeil neiucr llindo. ist nichts davim schuldij;, e« 
i«l alle» sein; wetia ur Alnio»«n gibt, «u ist das von Heiner tiubalam nicht van 
Minom UobcrfluM, von Miner Noihdurfl aua Barmbeingbeil. Wenn «iner Kunst 
hat, Hü »uil er nicht reich ilavou «'ordeu (Am, Keduer), sondern »um Nutiien de» 
Nnchiileu nuKeudeu. Wer in Hergnerkeu *ie. glückliclien Kund macht, lull es nicht 
inr eigenen ttereicbeiung verneudeu, soiideru andern millheileii- Auch übrigkeil 
luid Kaiser «oll uicbt mehr nehmen als die Nullidurrt vom gemeinen tlul. 

Drumb in Summa, Kiii Mensch ist sa gutt als der ander, AU 
Edel uIb Reich ic, vnd diese 2 geholt von der Ehe vnd (Juli 
stimmen zusammeo. vnd soUod mitl eynander gehen, nit llurerey 
Hoin, oil udelichK wom<.''U, nit bottloroy, nit Ziua vnd Gült, Sondern 
tiiitl eignet' arbmt «ich su1bü>l erhullei], datnitt Gotte:^ will» aiifTErden 
geschehe wie iuim Himmel : Im llimmcd ist nichts crgciiM, aluo 
muls U.1 aiilT Erden sein. Drumb soin vns Holche G«bütt vnd 
lehr gegeben damit wir Gotteit willen vnd begercn an viih eigent- 
lich viaaen. Ncmlicb, niehtj aU gleiohhett, Friede vnd cinikcit 
gegen ein ander, keiner hie au(T Erden reiohtumb üuche, sundurn 
den im Himmel erwiirle, vnd äuclie da nichts aergengliclis ist, 
soadein ein £wig«u Uciditumb. 



Odrljtxor [Ian(tBChnfl«n I5«t-Iüb7. 



SQ5 



Bin Aastug. wi« in Ni>. 86 ßl. SSGfT.; d«ii vollNtHiiHigon Toxi 
werdpn wir im Hoicidhorgcr Coilos Pnlaliuua 476 RI. 149 treffen (No. 90). 
V(l. auch KinlüJliin^ 8. 1 1 im>l S. 3S No. (12). 

S. 360— 36U Ex Ubro de Ordine Doni. XLVIf. 

Gott luitt viifl gaboQ gcboD aulT Eitlen, vnd krafft dentoUtigou, 
die oi[i Jod«r zugeliraiiuh«D, iiit Uim selbst, soudera dea midorti 
als yliiR MOlb.«!, dnimb »ich wohl zu hodouckcn wie «in iglicho 
gäbe XU gobraiii;Iien dem iH'g'iliMi. damit (H* gobott Ootte* voll- 
küinmDTi erfüllt werde . Wie wol DiaiioluN diese liebe dea 
n(^hiitten helltig hindert, vnd auf! den Kigcnnulz zeucht. Jedoch 
mag er nicbts erhallen, so wir eingclieii vnder dem ivillun 
Oottes. beHelssen vnn denxolben zuorfüllon, Wo aber nit, Alsbiild 
nur ein lileiiier PinRor OottcK sich rencket von viis nbzuzihcn, 
HO dringet der Satimii mit hnulTun Hat heran, das wir zu (iotlcs 
Hand nimmer Vummen : AImo wird der gemeine nulx zcrstrewct, 
]litt*cnt»prini;cl roichtumb, lioirart. I<.>:«(erung, ttpilen, luiren ic in 

dem seinen ein iglicher was ihm liinlot, daliin rieht erH 

Di« Liebe m Golt ud<I die Lielie iura NAchsieu sind eng« Tcrbumlou. Ks lie- 
•lehel ili« Onlnung, linu «in jacl«t Uenicb tu lobtiii und lu luhioo hubu. Arnulti 
Ut nirlil riaom jodcD l«iillkli. Solif, der «io geduldig Irägt. Vier (iabont 1. PeM- 
liau, a. Uacdiicrk, K. frei» Kiiu*!^ 4. (ibriRkcil [»gl. die vorliürgvlicrid« Abbaiidliiiig], 
dio ui;b alle gcgonicitig rrhalloii uiid i^ng mit Diniiidcr «orknupd »iod. In nllun 
gibt r* QorToii und KiicchlD, Mi-islo und llandlaiigDr u. ■. «., Tor«chl«d«ii in der 
Arbeit DOil in ilir«r lieiliminun^, aber all« Jbran Lohnes «erlli; otno jede 'i»i «tao 
HonardiiA für sich, dio unter »k-li uins sein «oll, Prvud Qud Luid inil cinaudor 
Inpn, «ch gegenseitig helfen und aungleivbvti, wns namL-utlitli baiin wecbsetiidaii 
TOD der Witterung ablilngigen Brirag der T.aiidwictbscbofl ctiigohend auaeioander- 
fBMtit wird. Ilrüdcnchaft eine»; Ilindwerkes und aller Uuiidworke uutereimndvr; 
derselbe Zuiammenhaiig uuch unter den fruiva Kümlou, tli'dicut, Thcciloguk. Astro- 
n«inwt etc. uothaeadig und unter den drei Uuuardiien nute reinander. Die Obrig- 
keit liebt ihre Nahrung und Nothdurft von den andeni Uruiuii. lia «ollte n aber 
nicht in Geld, loudoru dJrcct in di^ii Bcdatl.iariilieln uiuiifihnn: üeuu wo tluld i»t, 
Ut Sorge und f rs.icbc dur Viehe und Müijur u. ». w. 

Aamerhalb difneu 4 Kouxtciüeu liiid uüi-h uttliche Kuticu eiDgenunelt, di« 
ihre bMondeio Naliruug hahi-u. aber im Wege der L'nsvligkeit, aU die .Kanfleule, 
Tittlil«ute, ZinTn mach ct. irmlstvcher [?], FurkaalTer, üreiuplcr, Schuulilei* [?}. Die 
nUren eich alte uncüitlich gegen die 10 Oebotc, {«rttörBii dsu gemeinen Nuti und 
sind TOin Teufel. Ihr toligs Leben bedürfte dicaer nicht [tur l^iufuht auil&ndiiKher 
BcdürfuiMe hi'ruute mau Hlullich« AugeMellte besolden). Sie sind ikn Juden 
gleich 1 ihr sollt tie nicht unicr euch dddeu. I'eher die 4 Monurvhicn binaui bl 
DKb eise Nahrung von Uott bcacharul. Vögel, Kisclio unit Wild, die loRen der 
Aimea »ein. die f)brtgk«it «otl »ich nicht daniiD kiiniuem. 

Dnim yhr iille aus [verhe*wrt in „auücrhiilb"] den 4 Monnr- 
diiea, hallcnt euch eine gemeine Landtuchalft ttunmtnou, uitt 



266 



IV. Theotogiiichea. 



die Landtschuirt [vorbosBert „IJrudcntcliall't"] der todton, üomicni 
(lor lobendigen, lo einer dorn utiilorD. koincr ihm solUt : AIko 
gibt vn« Gott Trid vad ruhe, gosuiittieit, Speiiio ic. iiiu niiuicliur' 
Icy arth, milt viel fieudoti vnd allen gcüchicchtcn, frcundon, 
Nsclitburu, EheIcuUtii, Kltcrn vnd kindoni, frcmbden vnd lioim- 
w^hcii : Aber »o wir iiitl aUo hitiidolii, *o soin vndcr vnn Pesti- 
lortU, Teurj, biingür, kriti, natiirk, Jo Ginit widor das andei* weder 
Sonne nocli j1/ph(/ ist. vns günstig, vnd keiner dem andern, Ilem, 
das vteh uuf der gaasen hasHet vns dann des TeulTels Regiment 
isl nit uuder». 

Dieser Auitxug fmdvt Mich vivlfacli haiidHeliriftlich, in Ticidon 3& 
(Nu. 8'.>) Bl. .M5, iu Urcslan 334 (No. 95). in Gotliii (No. 102). in .Salz- 
bürg (No. 108), Ihcilweiso mit olwa* nbwoiclii'iidi.im Tili;] und uinem 
Zusatz über diu Kiitil'loute nm Kndi^ Die Sdirift wird itudi IßlS in 
der ,PhiliJso|>hiiv Mjälica" (Theil I No. SlKl) auf Seite 4LI als dernnniilwt 
iui Druck ersuheiocud genannt unter dem Titel „De ordinatione Dei, 
vel Oomini", ist aber meines WisHonH nie im Druck erschienen. Auch 
iat mir uiemalü ein vollütäiidiger Text diosur Schrift begegnet, immer 
nur dicior mclir oder weniger gekCirxtu AusKUg. Vgl. uuch Einleitung 
S. II und S. 35 (,xind .4. bogen"). 

S. 369 — SSO Ex Libro von den BeBesseneil mitt den bSienn 

Oeyitern. XLVIII. 

* Defect. princip: Praefationi» 1 . Von welchem nichts bcschribcn 
wirdt, dann fiirwar so vngleubig ist das bein dßii nii>n.icli<Mi. 
das ohne y.eugnus Christi solches nieniands möchte miigUch 
schetxen : Wiewol die werk da sein, daa wirs sehen, aber 
schwer isis £u vrteylen, das, da* der mensch nit kendt, der jhra 
auch solches nit lürnömo su sein, dann oa seiud vbernatürliube 
ding ohne erlouchtung von obenbomb. dem fleische nit itucr- 
gründcn. 

Dan buch Theo: von dun bv'sossenen Dur Erst« 
Tractat. Erittlich musMUn ettliche (■leiclinu.t rur^uhültcn 
werden, wie dio Diaboli in hominc wachsen, natürlich zuver- 

ätehon, 

S. 376 TractatUB .2. De Allegationibus es: 4 Knangolistia, 
Et primo es Matbaei .8. Am abendt brachten sie vier be- 
sessene zu yhm Darumb so) sich niemauds im wort 

Christi befremden. * Dofect : 8 literae 

S. 377 Tractatu» .3. Conclusio [S. 380] . . Nun folget 

weytier dio allcgation Chriitti niriubaltCR iun yhror bcdeuttung, 
daou allein im Wort ('hri»li lieget der grundt, weytitir üsl von 



diMi <lingcii nichts zu l'hiloKO|)hiroD. DcTout: liter: j. atqao 
«her«. 

ßedruokt 1567, Tlifil 1 No. Kfi S. %-106 und bei Hauer .i'-Ed. 
Bd. IX S. 263 — 275. Dor Te\t unserer Ilandsclirift stimmt mit dem 
FlSter'a von 1567 Tast völlit; üfaercin, nur hat Fl&t«r aufä. lU:) untoa 
was Verschon zwei Zeilen iiusRelassen; iii den sonstigen HpHrlicben Ab- 
weichungen gibt unser Mscr. öfters bessere Losarton; mehrmals konolu 
unser Schroibor iieine Vorlage nicht sicher lesen. Der Test [lüHor'« 
(nach dem ^Autogramm"!) ist etwas ausführUchor, weicht »bcr doch 
luige nicht so »tUr ab wiu bei dou „^upurslitioDibuH" obon. Die Lücken 
und (licwlben bei HuKcr, bei I-1otcr und der llandxchrirt. Wenn letztere 
im 2. Tractat sagt: „Derucl: 8 litcrae", iio sind damit auht mit Hucb- 
slaboR bezeichnete Itlitttor gemeint [vgl. No. 12 Itl. 340— 3üK]; 
Dtuor sagt ndesiderantur octo nimirum pagina«*" (S. 270). Am 
Endo sagt tluser nur „Caetera hujus lihri desunt", während uüsor 
Mscr. «iD«n Verlust von 2 lilättern anzunehmen scheint. Nitch dein 
VoTzoichniss aus Ncubiirg (Kiulcitung S. 5) hat das Original 10 H]ritt«r 
oingononimon; daw es defcct gewction ixt, sagt lluser's Neubnrg<-r Ver- 
z«icbniM nicht, e.« i»it aber wohl unxunehmcn. 

S. 381— :W4 Ex Libro de VoÜ« alienii. XLIX. 

Prologu». Der Mouscli hat Ja vnd Nein inii seinem gewaldt 
zu brauchen, wol «di-r vbol, d. i. halten oder iiitl da^* er /.u- 
ge«agt oder abgosagl, So .stehet aber er auch inn Oottes handt, 
da« er thue was Gott wil, der wil die Warheit vnd bestondikcil 
von vns haben. Wn« der mond rodt, dos dos hortzo vnd dor 
ganlz Loyb vnd alle vuMcre krulfto diiitKelbig« thuent : dana 
bI»o ist der niDUHch gemaidil. da» kein glicd ixt, das dos andern 
Dit gcneurs, d. i. kein glid am leybe ist, so man» bniuclie. mo 
hillTl yhm der ganze leyb. anlT da^ homa volkiiniriion, >lar<;k 
vnd Irew erfunden werde, Ist« mitt der zungen, nowir ^ic ohne 
HilllTe der andern glider brauchen, so ist sie erlogen vnd l'alitcb, 
dann es ligt die Uede nil inn der Zungen, sondern im llerUeo, 
dann der ein stim ist, ist im llertzen ein stimme, Nit die 
Znnge, die nt nur «in Instrument dor stimme, Im Hortzeo ligt 

die warheit, trewv, lidbo 

Tractaius .1. Caput .j [es folgt aber kein Caput 2.] . . 

Tractat UN .II. Caput .j , 

Tractatus .111. Caput .j „ 

/■^t. .. . . dann da gibt* dor Duchatab, das der grnndt nit da 
ist, vnd ihn (lotl blindt gemailit halt, am xolchrr blindtheilt 
onlütaudeu groäae jrning im Ulauleu, vbela vnd arges, licltou Tür 



iV. TbealogiMbeK. 



die Seelen, fastoD, miHucn ic. Vigil, Fa ligt aber an dem allen 
nit, allein an vnserem verzeihen, dnnmcli inn Rew vnd Leydl 
»tcrlion, liiirdureh wir die Ilarmlierlzikeil Ooltai erlaogeii. Also 
wir<i uJIcM i-auulicis h'l'^dt, vod alleit vbolü vergeüson. 
Stimmt inhaltlich mit HuHor IX &. 187 — 207 überuin, iiel aber 
wtäontlich gokiir;i;t und BUch in dun Worten oft almtidiond: ck gilt 
un^ofulir dft^Hellx? wie bei „l^e Snpmlitiouibu:«'' »bei). Hu.'x.'ir will iiudi 
hier du» Autogramm 1ienutj:t Imben. Der Leidener Codex i-t (No. 88) 
gibt einen mit Mu.'ier im wesentlichen ubeieiustimincndon Texl, während 
der Codex Rliediger ;S34 (No. 95) uusorai Görlitzer Mbur. Bohr nahe steht. 
Vgl Einloiluoi; S. 11 und 34. 

a. 394- -404 Ex Libro de Sunnm Corda. L. 

Wir »ein aul» ■hir Kidcn, nWr OM der Suhiipffor halt vns ge- 
macht, danmib Mollon wir voh zu yhm nit andere als kinder »u 
einem vater vei-^ehen, vnd Erben auff Riden aller natürlichen 
vnd vbeniiitijrlichen dingen, Darurob solloo wir ibu bitten, nit 
nuuhleiülifr »ein, aucli nit müsaii; f>efundon werden. Sondern da« 
tiatürlicho vnd auch da« vlier nalürlicbo, anlii krallt der noweu 
geburt von yhm bitten : Dünn wir hai>eii niclitn inn uns «idor 
d«n] TkII Adao. gleich wie die Jungen kinder die bringen anlii 

muttwleybe nii'hl,-< al» weinen mitl nii;h 

Diesen »iig ii^li, muHtien wir ersuchen vpd bitten. Int 

dttit reiah Gott«!« gOHiiclil, dann wir bitten vmb sein lt«ich. drumb 
wirdt vnH ds-s ander gegeben, d. i. vnaer nolturfTt nur nit narh- 
gelaNten, dann die i^eit der gaben versäumen sieb nitt, was nitt 
beulte da ist wird morj;en da sein. Was nit morgen vber- 
morgen it. Was ander» ist dann also, ist vom biineit Ik-rtxen . 
Darutnb tliuu ein Jeder seine Augen nulT, hie auH t'rdon, Was 
bie nit den anfang niinpt tHl vi-rsaumt, vnd den Ewigen tudo 
vberantwortett. — 

AbitülLitum vltimo die decimi sexti a Christi natiuitate aeculi, 
quod est 24 Dectmbri« 1^64 [Uas Cursivgcd ruckte iu 
SpiegclHchrift]. 
Diese Schrift ist 1619 (Thoi! I No, 312 und :ilH) gedruckt, doch 
Igt unser handtichririlicher Text etwa^ gckiii-ict wie t'a.->l alle;« in diesem 
uns«rm Gorlitzar Mscr. Doch findet «ich handsuliril'tlicb auch die weit- 
ISuligcro Gestalt, vgl. Leiden 24 (No. y^^) Bl. 439(r., Heidelberg 2ß 
(No. 91) Hl. 18, KopenhaKon 119 und 139G (No. 107 und 114). Die 
gekürzte Ocitalt unserer IlauiUelirirt kehrt in dorn werthvollen Bre»lauer 
Cod«x 3S4 (No. 9fj) wieder. 

Kiue andere Hand hat ilaoftcl) auf S. 404 weiter IM »cliroibea bo- 



I 



Oörlibor Flaiidiicbriften 1564— ISST. 



gonncD UBd onit später, ftU sie bomorkl«, dutis di« botrefTondo Sclirift 
HobenliNm's schon vorn im Mscr. (S, 281) in gekürzter Oe.'^tiilt ga- 
sc1)ne1>i>n wnr. nncli 12 Zeilen wif^dcr aligchrodien, dafür aber (aux 
ihrer neuen Vorlnge) vieles in der friäheren Aksclirift Ü. 2H1 — 2Sß com- 
l^rt. Der fragmentariHcho AnTanii; lautet: 

Liber prologi in Vitam BeaUm [„Tbcophr&sti Hohenheimonais 
Doctoris." Der Sclireibcr lial liier Schriftzugc iiarligviihmt, die 
violleicht eine autogruphischu Abkürsung dicaea Namens bUdcD. 
Am Runde Mtcht „1&9S 24 April. D. ^ II. ß. a. in". Also an 
uinuin Montag früh um C> VAir.] 

So Dun eiü guter Itaum eine gutte frucht bringt vnd «oi» 
IDUS, vnd ein gutter ßaum mit, guttun fruchten von giittom 
nahmen so) geseet werden, in den Auk«r in den er gehört, der 
auch gut 66)- . Itit nun dies die vrsache hie von dem »eeligen 
leben zu schreiben, denen so /.um gutten liaumo verordnet seind 
vuil bcgchronil . Dann nieuund i§t, dor nach seinem Toda 
xDolig rnirg» »ein, er sey denn nulT Erden gcsueligel, darzu er- 
uehlet vnd gczegoD worden . Diiruuib, so nun der Monauh aulT 
Etilen da-i Nein riumh, da.s er wil nach »uiuen Tode »ein, Ul 
noth ilas er dahin Iruchte vnd dencko, das er aulT Krdeu das 
verde, wie er nach Heinem tode sein wil. 

Ein hitnnr Samen iciht einen bösen Ititum vnd nachfolgond 
b&se fruoht, vnd ein gutter Samen, gutter Hauiu vnd gutto 
frucht 

Die Vorlage, deren Abschrift der Schreiber 1598 begann, war durch- 
uiH abweichend von dem AuMiuge, den der cr»lo Schreiber oben S. äSlIT. 
gegeben hat; sie stimmt fibcroio mit dem llcid«lbcrger Codex t'alatinuA 
476 Rl. 21l>nf.. «W mit dem ausfülirlichon Originaltoxte. doD keine 
andere llaiidHuhrin bictel aIn diu Hcidelbcrgur. 
S. 40Ö— 412 .tind unbeschrieben. — — — 

Die oben gegebene Schlu^uiiotiz d<;T.> oralen Sohroibem „Ab.iolutuin 
ultimo die decime sexti a ('liristi nativilate Haeculi, (|uod est 2-1. deccmber 
IS&l". Ist oiDigcruiax.<en dunkel. Der 24. December ist Ja wohl der 
Ivtiile Tag de» Jahres, wenn man mit Christi Gcburb^lag das Jahr an- 
hebt, aber wi<c<u Ul das Jalir 1064 da« letxlc des 1(3. saeculums nadi 
UirUt«?? — — Weitere Datirungon Gnden sich folgoode: 
S. m 2i». Decomb. 15(i4 Juliaiio. 
& 22r> :-10. Decemb. 1504 Juliano Anno, 
8. 24U den 2% Decemb. 15G4 An. Juliane tu Corii'tx. 
8. 2C7 2U. Decemb. ir)ri4. 
ü.29b 21. Decemb. 15&4. 



270 




rv. TliMlofbdiM. 



S.331 32. Ueoimh. 1564. 

S.36Ö n. Ikccmh. 1&64. 

S.397 34. Deoerab. InG4. 
Alles in Spiegelsclirift! — Die Tractate xor PhiloB«phia ÜJigns 
rind also ch«r geschriebon als der MatihiiukoiDtiientar. beid« spiler 
ZD!iamm«ogrfä);t und mit .SoitriixithlcD vpjseben. 

Wir halK'u hier d«o älti>;(I<ii Üivolf^scbco lUodscfarirtcnband etcherer 
Datiniog, AbMhriften von gclchrtvr Hand, di« an einem OrUi enUtaoden 
tun'), wo danialii di« au.'^ebreitebte Diid eindringead^te Kenntaii» vom 
liaodiwhrirtliclien Naclilai»« I[ohenb«iro*j< zu Duden var, bei Jübnnnc« 
MonUnaa am) zwar nach seinen ?llann»cripten, wie das die nädiato 
Handschrift noch sicherer darthun wird. 

lusofora ist dicx Görlitzcr Manuscitiit von grossem Wertlic. trotz- 
dem e^ die frvae Mehrzahl der dnrin eolballciton Abhandlungen nur 
in geküizter Octitnlt, nur au«.ug!<vei*« bringt. K* »teilt einen der wenigen 
Kart« aa» der »chleMiwIien faracelüiston-tiemeinde <lar, die in der xweit^n 
Hälfte d<ut 10. Jabrbundcrtfl blähte. 

& iat ein eigen Ding om diese Auszüge fararclxivher Schriften, 
um ti\t»e zahlreichen liandschnftlich übortiefiTtun .Sltickc .Hx l.ibro s y 
I^aracetsi". Nicht dw« ch an «ii^h titm underlicb w.^re, einige Abhand- 
lungen llohenheim'it bei deren grosser Zald siollcnweisc »verpirt aozu- 
treflen. Aber dax Ui iiulTallend, da-is wir Dutzende von Abhandlungen 
allenthalben immer wieder in dem nämticlien Aufzug hnn<lschriftlich 
linden, Dutzende von Abhnodliiug<-n auf dou ver^-biedeniitiM) Biblio> 
tbeken, die in der nrsprüngtichen ungekürzten Gestalt un.4 nur ganx 
ausnahmsweiiie uder 5l>crliaupt nicht erhalten nind, Wäre z. It. der 
Jli:id«'ll>erger Todcx, den wir unten unter No. 90 be^breibcn werden, 
verloren ge^iigen, m würden wir die Mehrzahl aller Abhandlungen ans 
dem '2. Volumen der i'hilosoiiliin Magna überhaufit nur iu Auszug 
können. Da» immer wieder der nämliche Au.-<7.ug dii-ser zahlreichco 
Schriften unx begegnet (der sogar violfacl. unter W*^la.-i.-.ung des „Kx 
libro" Meli xpnter alx vollstündige Abhandlung gibt), da« itpHi-ht doch 
»ehr dnfiir, da« diese Au»7Ügo von sehr autoritativer Seite herrühren. 
Icli bin durchaus geneigt anzunehmen, da»» der Verf«i«i«er fast aller 
dieser AuHxiige Juliaunet^ Muntanun selber ist. Kr wird auT 
Minen Fütswliung-reii««« nach Pnracciiwwhand.'ichrifteu die Fülle llieolo- 
UMhen Materials die er z. B. in Nenburg an der IKinau wie anderwirts 
antmf, zum groiuwn Theile nur escerpirt haben, und diese seine Excerpt« 
wurden dann wi«!er und wieder aljgc«ehrieben und gingen von Schlesien 
ans in die Welt, wurden sogar Iheilweisc in dieser gekürzten «catall 
zum Dmck befördert Erst Huscr ging in den 80 er Jahnn des 



(lörlilivr Handorhrifleii 1564— I5li7. 



271 



16. JutiTliunderl« wieder auf die OrigiDalf)Uollcii ztiriick und betont 
gerade bei der Philonophia MagDa zu Ilegiiin des IX. Baodoa Reiner 
8unmda*ugabc, das» dieHO Sdirirtoo biühor niclit !□ dor Goatalt bekannt 
gawordoD seien „«!<! sju der Autor selbst beüchrtoboti", «ündorn es seioit 
^ta vicioii Elldon aus diesen Bticliern nur kurze summuriitclir Extroct« 
kbgvacliriebuii" worden (vgl. Theil 1 S. 401 uiili^n). Ai'IitilioliiM mag 
auch von uiidoren nu#zugitwci^e erhaltenen Scliriftun gi'ltuii, die nicht 
»pcciioll zur sogenuunlon Phüoitopliia Magna gehöre». 

,84. Wolfvnl'iiltil. heraogl. Bildiothek, dul. Extruv. No. ICO. 
6ä ßll. 4", alle» von einer Hand zwischen dem 12. Juni und 
dorn 1. Juli 1;')I17 in (iörlitz mit »Hiwiirzor und rothor Tinte 
gescbricben und zwar von deraolbL-n Jiund, wulcho zur nüm- 
lichon Zeit den „Modus Phurmacnudi' suhricb, der »ich in Er* 
langen iin tj 77—78 HDgebutjdeti linder (vgl. (dien No. Ift); da» 
Krlnngi^r ^\Mr. i»t vor dem uiiseni begonnen ('.I. Juni 1567) 
und nach dein nntcrn ho.-«chlo)(»en (21. Juli 15ßi). Aber auch 
mit dem eben bet^pnx-lienen wichtigen (ioititxer Macr. aus der 
Itibliulhok der ObcrlaiiHilzi.Hchen OesoUacban der Winsenscliaften 
atuht uuHer Mitcr. in engcro /usammenbango: denn dn-s dort 
bcMcbiiobcne lloliui-hnittbild de» Puracelsus in ganzer I'igur 
findet sich auch in unserer Wolfen bätteler Handschrift auf <ler 
Itiieksoite de» I. und *28. HIatlex von dem nämlichen Molzatock 
abgedruckt. Ucbor woitcro Beziehungen dieser beiden tlieolo- 
giftclifn Ilandschrifleii su einander siehe bei der vorhergehenden 
Numnii^r lind hei dieser im wcileren Vorlnufo der Besprechung. 
Der -Schreiber unserer lliuidschritl .-acheint sich auf dem KWoitOQ 
Blatte mit dem Munngianun M It zu kenn/.eichen. Leider kann 
ich keinen Aiihän^ür Hidienbeiin'.t nnrnhall machen, der diwe 
Aufangshuch Stäben trug und I5C7 in Oürlitz weilte. Der 
Schreiber, war jedenfalls ein gelehrter Mann und kein Uerufs- 
Hchrciber. 
Auf dem 1. Blatt« der Titel: 

librl TU. De Coena Domini . Theophr: D. 
Ad dementem VH Papftm. 
Auf der ItQckseite da«i Poramlsusbildui» in ganzer Figur ab- 
gedruckt, wetchoit bei <ler vorbei'gehundcu No. H;{ xii Anlung bcKchriebta 
tBl. Auf d«ni 3. BUlte beginnt d<ir Te\t dvr ll«iid»chrift: 

xTiSt'fl^Vai- ^•>" Naohlmal Chriiti . Ad dementem TO " "■ 

Anno 1530. 




273 IV. TbtolofiKbM. 

Zo dem Siebenden Cl.EMENTIv, OborHton Biitchorr. der 
Pfarherraa Rolim . THKOI'HR A^TYS S. l*. D. 
Niclit mein, Hondcni dein Ut die »orgn (hin Aar Icti jetil ar- 
beile Im Nachtmal Ac» Herren, du Oboi-.-itor niücholT der Prc- 
Ulon) Iiin »in Joden Irrthurob su fallen, die m da voderstchen 
SU zentlSrcn den Tcrapol ChmtJ . Due aber Inn Rohm, der du 
nit ono grosse Irrung k-ltusl, vräachest anderen Irruni; : dann 
die IrrogehuDg dt» Hauptii, \»l vrsBcho, liaa audi Irre geben dio 
glidder . Nue mag k«in glicdt ohii ein )iauj)t »em, daruinb du 
vrsscbest aU ein. haupt, das dvine Irrung viel Irrig bauptcr 
gibt . Petrua dein vorl'ordor bat »icb donimsscn gehallen, das 
keil) tiaupl vnter Ibni aulTeiNtund noch prwuctw, wiewol ficlilecbtecj 
gcburt. nil deiner weiLtheit gemeß, aber Ira IL geist eraetligot,! 
nls einem Haupt lUHtohet . Darumb entzeucb dieb ans der xal 
deren, dio (.'bristu« vorlLimdl bat und woißi^eHaKt, da or sprach : 
Ra worden fiilMubc proplicleu sutVorstohon, falHebe Apoittcl :c. So 
da wirat dm Ampi nolig belracbten vnd Christo voticrm erl&ter 
nacbrolgen, ao wimtu dir don Imlckcn aus dttn Augen zihen : 
Dann du hast die grüßten auguii, Drumli auch dio grösüten 
Wiacbaum drinn . Die (ilidder, di» üich gen baupter aullwerffen, 
haben kloine äugen, sehen kaum vber Ihre Stadt Hinckmawer, 
Drumb haben sie kleine »preiUlii In Iren äugen. Jedoch einem 
giiTt gleich . Wirstu nur deinen Wiacbaum aus den Augen 
thuen, der vom aulTgang bilJ Inn Nidergang der SonrK gehet, 
»0 wirslu hinwog thuen die kleinen spreiiwen, dio vor deinem 
bäum abfallen : So du aber du» ait wirst thuon hu werden' die 
Hproiüwol vnd spubn wachsen deinem wisubaum gleich . Nufi,] 
vag ist hie autT erdi-n dem MoDi^cben gehnllfoii, wie kanstn 
odor dioselbigoii hirteu, der Schaffe, *o I'elro befliolen worden? 
AuiT dein Regimout, Schul vnd gewalt SL>in üie nicht befholen. 
Soin aiicb nicht befbolitn den nebenkätxern vnd denen die die 
hirlen sein wollen . Drumb, dioweil deine blindhoit gestrafft 
wird, 80 thuft deine Augen auff, vnd werde erleuchtet Im h. g. 
damit du Inn Apostolischen weg tretest, aus duinom Sathans ; 
weg . Viid den. der sieb eiu baupt setzt, den xtraffo durch den 
H. g. Vnd laß dich nit enUetsen, der grossen hutt. so du hast . 
So du hu il. g. Petro gleich sein wirst, so wird In Ihm kein 
straff Widder dich sein . Dimveil du aber dir ^uoderüt einen 
eigenen Schalfnlal, vnd andere nobenscbaffitlillle dadurch erwach- 
seut, So ist bei dir nichts Knerholfon de» FeUew l'elri . So due, 
vnd andere so wider dich vnd doch falsch aufferstehen, werden 




GörliUer HandicbrifUn I5G4— IfifiT. 



273 



twtraehteii In ewrom horzen, wie ho groß viid ftftrclc Christus 
von euch die warboit nimpt, (Iit8 weder dir, noch den hauptcrn 
wider dicli, nichu xu glaubon noch zu vortrawpn int. In domo 
da er Mpndit: Sugon »tu, Ich hin Cliri^tus, <]» i»'t Cliriatu*, an 
dorn Ortho Hndl Ihr ihn. ao i;laul>cnt ihn nii. . SuIKmi wir ih» 
uit glauben, do Im vm sagenl, wie gruU »uidt Ihr ihmn hi'rauliel 
der warlicit von (rotl . Kn Ut gorodt tuilT dio falnchfn Propheten 
vnd Christen : welche Hoindt? als <lu, viid die Jciiigon dte Ir 
Reich VDter Inen xelbst Eertetlcn, denen sol nichu geglaubt 
werden . Darlnu oriDiier dich, nimb an die buHso des grossen 
' Propheten Duuids, habe rew vud leid, stehe von der hoffart In 
die Armut, Damit du vergloieh&st werdest Pctro, dainiLt du die 
balckeii nu» den Augen »iidorri auch xihext, die »ich nit Iteinigon 
werden ouo dicIi, AulT dm wir kmumen In einen ScImiT^ta], 
vnd ChriHtiis sei vnitor haupt, vnd dn der oberste HiH<;hotr 
bleibent obn^eletst von ('bri-ito, Inti welchen Schalblall das 
Naehtmal Christi, wie hernach fol^-et gehalten werde . Da& Ich 
dir vor allen zuschroibo zu durchlosen etc Datum. 

DI. :!b— 5b Uas Irrste Buch mit 13 Capitoln, am ßaudo von 
w&aig späterer Hand „I. I.ibor du linibo aeternu". 

Zwei Crealuren iie Ueiischee, ,iliu TÖiltllche' ans Ädsia iluicli Qotl <len Vater, 
,di« Kvige* durt^b (iolt duu ."^ohn. Jcile hal llireu .Li-ib*: ühuu .uhua inatoria- 
Itich* iit iiirliu. Der Oiuiiil d^r KtkcnDlnlM RODime iluiuiui liugi iu üut Unter- 
ubtiiluof der belileii i.«Jb<ir, <lio iu ihrem Whoii VHr&eI]ii>tleu »iuil, uicbl iu il«f 
Fmid. Beide niÜMeu durcL doii Hund gMpaÜt •erden, aber inwendig- «rliuidet's 
>kli. liie in Adanm Fall i;(>»chl«iione Varmthluiig von Lrlb und S«eiu liai C]iri»tu<i 
UV» gHtiAot, der Seola einen (nrlgsn l^ib gegeben, der nuhrstuhen wlnl. [>er 
Leib wird »ölig, nlcbl (im»l und Seele, die es «urber echou waren. Der uiilödüiebe 
IMh bt unilcbttiar wie die Seele, er geht durvh Hauer und Grab tu Ciihnlo .»In 
«do«r der dnrcli ein itehatlea gebt*- Kein l.eib bi ebne 8poUe, der ewlgv wirit nun 
CbfUlii gaHiiclH'l. |)1p Allvtier konnt.»n Bimh nni' tnlt nenem l.eib ins Keirb Guttna 
kenmeii, dannu niirdan vjc anforweclit und gMpoist: grüsiiere Wunder in der Knie 
^di auf der Rnl«, eine gemeine Auferatehung dnr Atlvfiter, die im 0«bula dex Vätern 
{■lebt babvu. Die Ritülluiig drr Geliots Uelles de« Vater* obne die neu» Geburt 
bt nlebu. lin neuen Fltl^b und Itlul tst da« Geeot« orfüNel, doch leibllcti uüiitca 
die Gebot« gelialico »erden; denn den boib wird gebolea lucbt dem Oelal. Awf 
Rrdtin fingt da» Reivb Gotte« an, daiiun müssen wir hier belüg seio; auswendig 
•tnd wir norb irdiich, darum balieit wir irdlicb ßrod nod WeJn, im llimmet werden 
wlf Rngelbroil bitben. Die neue Geburt Itano di« Oebole Gettialer» «rfülloo, denn 
als laset Fleisrli und lllnl <'bfi*ti. Demiilb in der Belrai:!hinng den Leiden« und 
Sltrbetu Cbristii dt« Hoffarlb der Kirohcn Ist Vorlillining Satans. MattbU«. Marbn« 
«wl liMhas bescbrelben den Anfang diiH .'^ahrMDOolee bi«r auf Rfdsn, Jehaooe« dl« 
ewtgc >i(i«iBe Im Kiuiiaol, m sind dtv iri«t .«inbeljlg*. Ueberslvbl über die fulgendon 
G Itücber. In der ueuoa Geburt «eil alles l«lbli«b tentanden werden, nic^t geUlIicb, 

Brilta 4. XrWiini 0. FMmwItlirtini ■^riflin. M. * *° 



274 



IV. ThtoIogUcties. 



Bacb dar aeat SaiKh iit ualerialUch. Uio Tauf« miu« KinJcni uud Thoroii 
gynügiMi: ib» Nsclitmiü will toDch VertilÄiid liahco. Die neue Ouhurl ist. ohne \aW 
uiiJ MiiliLT wio iIIl- AilAmi: Cbrinlus ist unjter l.ioibux, uidcru C lirin leii können nns 
nicht iu Chrixleu iu&i:liuu. Arnttall ilrs l.dimo ist Olirinti Leib ilti, ,selu «orl 
accipito ist teil) llui*. I>iit olle Korm *ir<l nicht icrbrucheu; nir l«goa die trOi^che 
Vornuiift wog ciiid sulieu Jen bei), (ieial an deren titelle. Im neuen Te«t«[ni>tit itl 
auch die Crcmur neii und rein und geseencl gcwiirden. um des Ueasclieu willen, 
darum lietleL-kl ihn keine Speise mehr, Clirialus in uns eDriiornlitet, Wip Ijoli 
uocb ilei KmchaOiiUg de« Heuicben von üer Welt ging, su icbtif Cliriiilu« in seiner 
loUlGu Stunde den Christen, ging für lliu in den Ted und fnlir guu Uiumicl und ist ducb 
auf diT Welt in setneru Werk, wie liott in di'u Eluinvulcu. Her gegesJiene Leib Chrisll 
Mcilil dueb luigelbeilet, niu sich der einige Lluihus Adae uushtruckel in luKuituni. 

Rh foIf{t <]iin[i noch oid Abschiiilt ,Rx textibus trium Pluaiige- 
liatarum" am Raiiile „I.ibor V. do liiubo aeteruo". 

.Wir *lnd alle gull vod büav luui Nachiiimll berulTeu', aber nicht alte urwüblel. 
Cbrlilua der neu« Valer. In Christi Blut triQken wir die ewigo Taufe, Ein l.iuibua 
von oben li«rab tmsterbllch, itlipr lidi^rb toii rler .väterlichen Jungfrauen Uiria*. in 
Adtm gentorbon, Aber im liuibu t-oeloNll wieder auferstunden. Wie Adams Sime 
durch die Guiie ratio neu, ku I.eib uutl Blui Christi durch» Werl Ui die Neugebornen 
bi» luui Rode der Welt ohne Aufhören, liiu neuen AdAm «lud Sühne Christi imme' 
illato; keinem hilft der andern neue Geburt. Auf die Rinseltuug des neuen Hunden 
und Toslacnetits und deren Meiuuug ist alleüi lu ai^blen. Kein Cieudenmal, sondera 
ein GedSchtuls seine« bitteren Todea und der nt'uon Schöpfung und Nachfulguug 
Clirinti. Dill Worte iler Proiibelfu uud des .lühanues gehüron xn denen der 3 
Kvajigelislen iiucb dem heil. Ueist in urthoilen. Aber keiner demiitbigt aich .ihre 
Hoffart int groß als üMans lloOsrl, wetcbor *o «r lueuscb war, über die alle sich 
demiithigeu würde'. 

Itl. 6b— 7a Dil» II. Buch Ex .lounne Euaiigclista, am Itaud» 
„Liber VI. il« Iliubo acleriio". 

Kiue Geuteinsebaft der Heiligen iiu Uiuiuiel uud auf Erden, ein 'l'ist^h: die 
Iviblleb bl«r geiio»eeue Speise nchineu wir als enige uill ins ewige Leben- Glaube 
nnil Werke ein Ifing. Das Naobtmal eullen nir uiebt täglich uehuien, ilns ist wider 
Erafi und Macht des (Jedficbtnlssu; «e itt keiiio Buuchfüllung. Brod uud Wein 
Niud »ein l^lb und Itltit, die eliid jeUt der Sehn Gcillos bei uns: glauben wir «eiueui 
Wcprt, HO «ehnu «Ir l'htistum in Brod und Wein geistlich, (loiivater ist uns der 
LehruieUter nuf Chriftliiin, der (ilaubo ein neuer Schultneistor des lliu) ml i sehen. 
In anderer Weiiheit Kollon wir nichts suchen ,e» scbreibe, es sage, wer da «-'lle, 
allein in den lilauhen uns ergehen*. [>» Wort Gottes uiiisseu nir von Gntt dem 
Vater hören, Lehre i»ni Kahne ohne den Vater iai uu» nichts nütxe. Im Sohn wird 
der Vater gesehen In der neuen liebiirt, im Fleiiieh und Blut Christi. Das alle 
Testament ist in den Tud geridilct, dos neue iu',« enigo I.chi'n (Manna nnd Nachl- 
mal). Ohne das Nachtsial im bfosteu Olauhen kCnnco wir Chrlhli Gebot nicht er- 
füllen. Unter -Fleisch der neuen Kreatur mus* Kieiich haben nicht blosMn Oefti, 
Rrod nnd Wein, so Fleisch uud ßlul von Christ» gcncnnct worden in Torwaudolter 
(.verkehrter*) U««talt. I'olumik gegen die Ji^tcigeti Murueler. so «in OediichtniM 
Chri«li mit blusMin Brod und Wein aufiudileu u, >. w. unter fotlbufender Anlehnung 
an die nocb der Vulgai« ^gcboueu Texiworle des 6. Kap. Jubauuia. 




OörIib«r Ru(l»chrift«D 1361— löGl. 



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Bl. 7ji — 9a Das III. ßuch . Außkgnng «tliohßr Spruecli hin 
vnd her Ion IUI. Euangelisten. Am Rande „Libor S de limbo 
aotemo". 

Vto) Inliicbc Auslegung nicht iiur In ilen Uauiiturlikcla. Fac e lapIdibuH iiMicm; 
AiImnitUcheN unil himmÜErlmH Urdd. aller uml dnuer Uenitcli. Csro iu splrilii. Dur 
Hcuiicb lobt aus dnm Evmigciliiini: ilio iilhniao Gottdn Ist iler hell, (ioiit. Her C'hrial 
»11 keine Nitioo roricbleii: Chriitui und die Sanrnritoriii (Joh. 4 .du tioidni«ebe 
Ftiiilein'). Das Wneicr int sein Itlut, mit dom et kciioc tlninLit treib), d»*i «r 
Mnncii kann, wie oi will. Wir sollen iinsor« Vernunft, nicht in «siitc Ujhlfrlii 
hgen, vor iinscru Anteil tvinls nicht, inndorn in nni. Kr will nicht geldhrle 
• Diipntiror liabou, somirru diu Arinon und I.oidi>ndi)n marht ct «cinnii Tiacho» lli«il- 
hafti);. Zncrit niÜMen wir liahcn liaa Urich de» iüohnos »iif ICrdon, ilnnii da* Reich 
de« Vaton im Uiuiinvl. Ui« ApOatcl und Uaitigau üitzon auf liinimliiidion -Slübloii 
partönlkb und «»««n mit Uciit und corputi, momclilichtr Art und binimlisehor Kanir. 
Zwei Vlego in dou IHinmol. Taure und Nacblmnl. Hit inlUchvm Vurntund (ipirltiiH 
•Dlralii) kOanvn «ir nicht fusHOn. dasü Clirintu* aurgcfahrcn i.tt und doch liot nni- 
iil. Beer lilc est t'hrinlus. Unsere rieno Kn-aiur liabl Christum hier auf Krdcn; 
nicht daai uns jvuinnd ihn leigtu könulo oder uns darreichen, nie di« TaluchKn 
Pn>|ihutun sagen, er isl in ineiour Ilaud, ich liuh ihn vorspcrrW, ich hriugc seinen 
Leih berab u. s. «. Christus ist in uua, uicht ausaerhulh uns, in kdnor (Jonalt oder 
gefallen, in jt^Jcin d«r da hungrig und durstig isl nach ihm: uiuht die Worte 
uiachru ihn, er Ihi torher gemacht; er hat sich seihst gemacht im Nachtmal einmal, 
dabei bleibts, Auch diu Weissagungen vom jüagstuu Tage sind falsch. 

Bl. 'Ja — 10b Das IUI. Buch Auine^uii),' aus 8. I'aulo. Am 
Rand» „Liber 9 de limli» »i^tcnie'*. (Auf Bl. lOa fhm fi}«ic\wi>\üge- 
Murgiiialo: „i^o \»i< leg» i-oii.><ilium Autorin Id 4. {iiirtc l'.-^iilt . I'»al. 
144". Diccter I'üalmonkDmaiontar war aliio 1>^67 in üürlitü bokaont, 
cf. No. 92 u. s. w.) 

ftkulua bl*ll>I beim .Vemtand am Nachlmals* der KvangeliKtpu-, dnun solbu 
ancb wir beim toll>ikhen Vor»tand des Nai-htmaU bl«iben und keinen ober unlnr liehen 
Unein üehen. Nur der Augen halber mafs gaiitlicti genannt word«», wiil ts un- 
atehtbar iM In Itrud ninl Wein. Chrlaii I.atb i«t In nna. Uijs*« und (iütMnwork 
pHCD wir ineideu, üaroin daH Nachlnial geflickt wird. Diu Uesie mit Ihrer Ziar iüt 
(Uenarheil. Uit rachi«m Erntil ohne Orgel und Singpu Hulleu wir un» luni (ie- 
ttdblniiy il«s I<«idens und .Slerhunii Christi •rhii'ken. Jeder der lllut und Leib 
CbritU fiMl. E*l «in Prlaitdr m\b*l in Cbrinlo. Nicht ineierloi Onlnung dt* Nachl- 
iDols. sondern nur eine alloinc. Viele Sekten der nicht Aussrwihlien, Einigkeit 
nur b»i den Auterwihlton- 

Ut. lUb— 12l> l>a!i V. Buch. AußleKuni; aua der Propheten 
Weisiiaguiig. Am Rande ^Libor 12. du limbo autoroo". 

Auch aie ki'innen un« vor Irrihnio bewahren; denn in der neuen Kreatur werden 
aüa Owelu orfiillel. Der Geist Gotle* auf den Watsern ist Flei»rJi wonten in der 
jDii(ft»ii, Jettl ist Fleisch und Geist ein Ding; Cliriill Fleisch ein K°<'''1<':h Ftobcb 
g4ar OtiatJleboh, das ist g«geislet, «om Geist «niplatigen uuil doch wnhto'' Fleisch, 
Vcrkiadigutig d«s Etangeliuio» ohne KeuiitniAS der l*ioph«len gibt onr Sekten. 
Z««lerl«l au uebneu aus dum A. Tuataineul, Oottea Oebol« und di« Roden der 

18* 



276 



IV. Th«oloei»che». 



Prophaleo «iit PtirUlufi. linder Honi ut jobtt der Tompcl dei Uttm, &tuur ClitiHiut 
Ut kotn Prlonler mflir. r>ie CarMnonioii liuci rrfälit iipd vorlitfi. Wir linlien koio 
Opfor, kornrii Tcinpol, kcjnon Altar ini'hr, nur iiiiü iiilWt. Wia hiJuiiuu wir Clirittus 
opfoni. tt 1*1 nicht iiiisor- Sjinbalik ilet Ojiforlsmuis: (Wciiuro crktvrung J«n ntun 
TodaTnotila llnil^t ihr in «■«iiivr grosiiDiiAuilv)ii'"li' ilosaUuuT«KlaiaaiileB 
«oti Linien lu I.inian'. Wir habnn niclili ta opforu a.\s uatiem l>«lb und Lvbon 
«ogeu do« Worlc» ('hrimi. Wir sind koinur Kirclit uiclil* »tliuldig. Irdlxclie Dkunog 
und «URlixi^hc Dünuug; Cbriitus ua VistU iinil Uurilg uai'li »ein(<r Aiitoixtvhiiiijc, ixl 
, gemtlicli vunkiiRl icorüen. So viwn wir niicb leibtldi und vmlnnni gcictüi^li. Pro- 
jibulou und Kvangdiiim orliiiliiru »it'li t''K''t"'^'''8' Psalm 3, 97, 8(>, ilX) »ind 
Weiswiguugcn nuts Naclitmal. Wm njidöio schuu richtig auf» Naclitmal gedeutet 
liubcu. ülidrgtbt <ir, belutil nur da« falsch AuHguIvgtu; .weitere Aiialegiiug Kndtslu 
au auttuni "[ton d» l'iatlurü*. Aufs Nnuhtmul wvrdon uonientlich nurh gedeutet 
Pwim 79,13; 81,17 und II: III. S-C; 116.10— 1.'>. 

Bl. I2h — Ifia Üas VI. Buch . Gegrandul uuff das l.iuht der 
Natur, wobei der Hchreiher aDßemerkt bat „In partibii!« riiilonopliioo 
liikbcnt buiic Hbnim paacioribus cotnproheiiaum''. dm Hundt« von der 
»piitcrcu Hand: „Libor 10 de limbo ncterno". 

.ß» xoindt tnojirla; I.nutb, die Im heil. Oeiet brennen: welche lebeu des 
OeiBlo». die dürlTeit il«* llcditi^ der N'alur nirhtK, die andern dii! im heil, flcial nicht 
leben, sondern lotr.nn ihren rinind anfn Liebt der Nfttnr dAnselliigcn Üitgläubigi>n 
htl Gott siiloh niindnrharlialiD Werke fürgebildot, nb einer no hott im Glauben •K&rt, 
das« ihn die Work bewet;on lum (Hauben. Denn der llngllubiga je bübur or im 
Lichii! der Natur giigrnndel isl, ju lii'iboi or in d«n Wunderwerken Gottes erfahren 
int.' Cliritiliis nimmt seine l'arnbclu .lUi- der Naiiu, darum tartiefl Natuiorkniintnina 
rlos VcrülAndiiiM der P.-intieln. Obriitus hat nicht widor die Nalnr geliuidnil; 
Chri.ili Wort heilt Ernukhoiitn nie die natürlichen Arinoien; or iat dqr Scli^pfvr 
der Annei, der grÜMli.' Artt, (itoidiniwo viin Tauben, Schlangrn, Wültoa (Pfaffoli- 
urt nie WuKsnrt), Ualvrloinm. Licht der Well; Wein und Brod sind knln Glnichnijgi; 
.Sul ti^rrnc, Woiuatock. Alle trupi und Kiipircn bleiben im menHrblkhci^VeriiUnd, 
ab«! Cbristu« bat ui<ht die meniiehlicbc Natur aufnrwoc.kt, »onilern den Glauben, 
die Lieb«, dun bittern Tod leinei TettamonIsbüudniMo* aufgorichlet, nicht im Lieht 
der Natur: .nie kann dann der heidnjsehe KolMr nagen da* man vnri;leichen »nll, 
du vuH oben hcrob und von onti-u hinauf. 

[Bl. IHii] „Volgcn die Iri-ili.-iclien Woiitsagungon nach InoD- 
halt der Mattnalia iiottoH." Am Rande ,Lib«r XIIII. du limbo 
Ketornu". 

Sie «ind nicht &tu der Niilur und Rimmels Eiolluss, aoiidorn Wuudorwerko 
GoItoK. Wer dem W«rl nicht gUuheti nill. taW Uulloi« Wvikou glauben: der til&u- 
bif!* bedarf doMun nicht. Jungfrau ndl dc>ni Watnur im Siubu (Junt'frauongcbuit), 
Pbönit (Wiadergobuil), Lnwen«chrel dbor die lodtguborucu Jungen (.\urerweckiing 
am jnng»tcn Tage), Rkr formt die Jnnc^n mit dtr Zunge (Neue Geburt), l'elikau 
nUirt die Jungen mll Minom Blut (Nachtuinl Christi}. B* >ind noch mehr diRitor 
Hagnalia \ind Ujslerin wider die Nitur, .dl« mir ein Tholl seind bekiunt, ein Theil 
unbekaRnl*. Im Licht der Nalur boflndul xich«, doui all« Diuge nicht.i .-limt, dafür 
wir« antohun, sondern un.iern -Augen ille Woifie der Corpora alle verborgon »lud. 
All unsere Nahrung 'M ,Uen9cbent1ei»ch in mjsiorlu*! druiu nicht lu verwundern 



* 



OürliUer U&ii<Jiiclirifl«ii 13CI— 1£G7. 



377 



«ic llfoil und W«!ii f.»ia Fleiarh und ßlul Christi. Uftb ich moinv tli|[)icha Nahrung 
bereital utiil tin IliingrlKer bommt ua<I icb Ihelle mrine NuhninR mit ihm. la kann 
kh »f!«ii, nr Isit tnefa«i> Lulb und mein BluL Sc kouiite auch Cbrislus lu ittineD 
Jüngom «B^on; da» «fr trirkllch Beiu«n Leib und Blut Mten, raubt dio Ben«i)«iuuB 
und Pankitngiing, auf welche wir dun Oliiuli(<n mImii, nie »uf eioeo >'cU. Durch 
Oottes Wort nsrd Adaujs Fluisvb und Blut au« dur Erde: sviuo Kuhi'uiig «ur lorher 
orscbttlTtn; iq der Schü|ifuu)f Iti ulleii Fleiiich uud Blut des Menschen. So ist der 
H«n»cb «in Sohn (loiles. Su bleibt der MenBi:b In Gott uud tiait in ihui .und ist 
*ain Vcrdammnli und Sullgkeii.' Ebenso Cbriilu« und die neue Kreulur: er gibt 
nu I.«ib und Itlut von oben herab iii Spelaci und Trauk uud luui Uedäcbtoi» der 
ItonscbirtrdunfC Golle«. Docb er g'lbl uns nicht den .univi-nohs eor|)uii*, londeru 
.pulieuloriii corpuii Cbriili.' Au« dem I.icbt der Nstur wird )<robirt, dius es uul- 
fcralitcr ein I.i^ib ist, aber nus Krtii de» GlnubenB, gegründet auf* Wurl Cbrlstl 
wird probirt die -Sonderling, wenn wir den I.eib Christi geuicüteu. Wir etisen nicht 
d«n am Kr«ui gctchlagcnen l.eil', darum müstren wir vom natürllclicn Verstand 
wcieben; durch den Ciiaiibcn (Mann wir HOino SubiUni a\» eines gleichen Gottes der 
Trinilll, Itrod TOm tliinnicil beritb. iiui Wort .das l«t mein I.eib* miu« !u uns 
durch den heil. Geitt än|eiüudel norden, du» un« der Goisl lebsndig maclic, das 
Cl«i9cb ohne (icisl iil unsere Vi'rdimmniFs. 

itl. \b& — ITu DuH VII. Buch . Außle^ung des Rraachs iIbs 
Nnclitmabl«; dor Schreiber luorkl uii .Huic libro acliutigo äo modo 
MiKsae «URiotKli «acra infra". Am Rumlc „Libor XX de limbo 
aetorno*. 

BeimchtR I. Chcr. IOl Soll in kolnom Tempel gaechehao, der Altar fat in 
Abgötter Stuhl, kciu Gc^naTig ifnbni, knjne Kleider und kein Hmat. Die AbgönlacliM 
h«lH«D» ein Sakrament und ihr llen ist weit Ton Ihrnm Moul. .I>la rechte Ord- 
nung Ut, da«a kI« (Qiftnunen kommen, dio den Tod Chriaü lorkündi^cDn wollen den 
ÜncliublgtD, und oHen in ihrem Hauaa mil oinMder, brechen diu> Rrod, am leixteu 
beaedelMi ilea dem Herrn, «useu nUo dann seinen I.«ib und trinken ««in IIlui uud 
■tnftli d«m Bfrm nein [.obgrqnn^. damuf fdignl die Ilalinng doi licbole«, goiiot in 
all« Wolt und vorkündigt den Tod dei Herrn, dnrinf aoilcn »i« sich autiboilen und 
keiner den inderu niminerniobr »eben, und keine Nacbt liegen, da er die ander 
gC4chlafen hat, bi« fl« finden, dox Gott bcfnhinn hat tu suchen. Und treiben *ie [lio] 
via die Apo»(el na« der Gau«n, «o *oll<n ne lum Penater aut-icbreion. Item eer- 
Irelbtn >Je «nch aua dem Fetiaier, auf die [)Aeber iliehen und cm»ilich ichreiea, 
bts sie df« Warbeie iu den Tod trtibe durch die Hündo der Kciude Goik«. Weib 
und Kinder lerlasnen uud Chriilum verkündigen. Die aich «elliit verachusiden 
*«D wegen de» Reiche* lioilcn, iil nicht die JuiigfniuicUaft gemeint, sondern die 
Verkündigung (.'hrintl höher ichlUeu all Weib und Kind. Die Apoilcknollcu niehl 
!■ di« Ehe treten, «anil itt et heuer boiralheu ati brennen in UnkeuscbheiL 
Plktre«, Pfiniiden, Siehnleu »nd nicht mehr Im ü. Teilament. .Freuen und trinken 
UgUch da* N'arhlQial Cbriali, dmn einer oft tauiend Iloilten und Trunk bekommet, 
dan <r «Ih llanfküniloina gro«« dt» Leidem Chriiii nie Tcrkiiudigl bat .... Iliohel 
die Piarrherm, denn »io loben de« Temiiel», Altar*, eorwandoln Cbrixlum, verkün- 
tilgen In Singung, gedenken den Tode«, dau e« niemand Inno wird." Alle diese 
Abgöllerei l«l abiuMellcn, der (ilaube thut alloe In dienern Etaen und Trinken. Dio 
Apoatel haben oIuuibI da» Nachlmal genoaven und ihr Leboolang varküiuligt bi* in 




278 



IV. Tbeologi«oh«s. 



Itartn Tod. — Bibile ci hoc oinne«. W(t aolloo «IIa ChrUlo TwhundtD *«1b; in 
Oobot diir VcrkAiiili^ung hlnil wir goili«!!!. Di« Achar dar Gliutiigaa wird nicht 
aiugM«iiilvt, blelM boi ihrer Arti«il, liol Weil) iinit Kindern, erinnom »Ich nnter- 
einniiilcr doü Bv.ingpliiiMiii, verküadigoD •« den llnmüiidiKen, die hoii>Divach«en, und 
filliinn lilc VfirgMHimen xiini lilaiihou lurüeli. In nui tat Cliridus, in ans aetno 
Wohnung, ^ein Toiitpul. An HiriMl Sintt inl nichr« liinlor ilim xuriickgolMSOU »U . 
iiltoln »«iü Lrib null Bliil, in ilimun liegt nn^cra Itoiphl und Vrrccljiing ,rt»hlii 
nlloin liulion «ir nll vn>>«f /utliirlit aulT Erdnn, niloin tn don leib vndl liltilt CliriHli, 
Inii don Clirislliclien goi*t, der vn» lcbondi|t in.-ichnl : tn domn i»l vn»or Prioüler- 
Kliain : riniiob rolgol. dm wir ftllo bruddcr vnd jrlnii^h Inii rhrialo birlbrn. \' 

Diese AlihaiuUunij, welche nohcuLeiin's vorschiodone (iedanken öbor 
diu« Nadiünal zusatntnßiifiuuit, ist noch muIirfHcli «rbultcn, vgl. No. 88, 
m. 102; No. 108 S. 790; No. 109 Bl. I; No. 11.^ ISI. 1; No. 114 Bl. 1; 

No. nt; m. 17. 

Auf ßl, I9ii (linü Aouüsoning Mt^lanchthoD'H übor (Iuti AhondrosI 
vom 17. A[)ril IMO von anderer llaiid oiiigoliagi'n; .im (ilirigon ist Blatt 
!7b— '20a un lutsch rii^lwii. Auf dor Uückseilo doH Blatte» '20 In-giunt: 
äOJunlj Qnod Sanguis & Caro Christ' rit in Pane & Vino, ft quo* 

Q^ll modo fldelibus inteUi^ORdum. 

t^Ain Uandc vun spülcrtr lluud „Libor IUI de liinbo aeternü""] 
Lcctorj tt socijs Siilutom. 

Diw ci^orl viel loutn. die da» Wort Christi, nit nach mug- 
ligkoit. wies Hl) Im weihst ist vnd vormag, )>laubcn, Sonder In 
solchen dingen mancberlej oinfiireu. Viel sein aucb, die riotchf^ 
glaubuii, abpr gleich .10 schwer Inen, als die da nicht glauben 
das da iioj . Dann bcj vdü) Cbrintcn Hein viol Seelen Im glaijbou. 
1. 

U VI. 

Solchs alles ist ein Irsal Inn vn.soren glaiihon 

[2'2b] Dninib niussou wir aulTn Kiuiugelium vnd Wortt 

Christi gros:<ß acht hiibon, wie er viis lernet himlisch werden, 
vnd mimen denselbigeti weg vnd lehr haiton, vnnd nicht» darzu 
noch dariion thuen, auch mit rechtferttigen . AI.10 bleilifl sciu 
wort gantz, das sein brot sein leib ist, «ein wein »ein blut : 
vi^cl das nisson mit TestiLiuontl icher gcrechtigkeit, von welcher 
«udi die rroiiliolon gewei^jOfirt, das er vns apeisen werde, mit 
•einer aelbsthand ic. Vnd Oott grossen danck sagen, das er vn» 
seinen Sohn geschicki, vnd ullo ding nowe scind worden, vnd 
mugen sagen, wir sein das fleisch so vom heiligen Geist em- 
pfangen vnd fleisch worden i. e. (aus Christo) In dem wir werden 
wundcrbarlich aufferütebeu . Dem sey lob vnd Danck, von 
wegen seiner yDauäfprechlicben gaben, diu er auch vns durch 



QiSrItticr llauiItcliKnoii l5l^-tüG7. 



S19 



Miuen Sohn geben halt Ina mner vbcrlrvIflichoD Glorj vod 
Eliro Inn Ewigkeit . Ameo. 

Editum Itokpnb . . . ail socior Hdcles. 

Ex ist iliceolbi' AbbnDdlun^. welche 17-10 in (iottfrivd Arnolds 
Kirchun und Kclxorlilsldriu gedruckt vurde (Tbeil [ No. 4-l(i S. löOO — 
1&Ü2J; soweit ich vcrffloicliori konnte, sieht un§er Text dem Arnold's 
xiemlich nahe. Wir werduii d«Mi;lbeu Abhandlung uouh mohrr&ch bo- 
g^QOD, zum Tbeil in recht abwoidiender Gestalt, vgl. No. 88 Bt. 143ff.; 
No. 100 S. 4111fr.; No. 114 111. % IT.; No. liS. 

7.U boEiL-hlen üiiid die „hocü" xu Anfang und am Sctduitt^c Uebor 
di««o GoHiunungsgenoHseD Holietihoimä Teblen m» auch licuto noch 
bIIi? Anha)t?>punl(te. Etuu» Vi-rwandtoa mögen die sodales iH'Aa^on, 
wolchv wir gluicli trclToD «fcrdon. Boachtcnawcrtb ist fornor die Urla- 
mngabc für die Ausarbeitung und NicdoniJirifl am Endo, die sich \o 
li«D«r der uno sonnt erlialtenen HundHcliriltou fmdot: 



.Eilitiim 



>U2^ 



Den Suhnürkel am Ende des Wortes hat der Ab-ich reiber wohl zun 
9«iner Vorlage mit horübcrgonommen; man könnte Rokenheini oder 
Kokenbsuscn vermuthon. Die Annahme, das« der Orlsnaine Kokeu- 
halra XU lexon wäre, (der Name otneti Itauernhofen in Kanlon Appcn- 
zell-Ausacrrodeo ualie bei (lais vnd dem Dorfe Itühlci'), habe ich mit 
•Her Rcttervo in den ParacolüusrarHchungcn iloll II S. 13^ aufgestellt 
(dl bin auch heute ki-inoswegH »ichcr, doas dicM Annnluno dm Richtige 
gfltrofTco hat. Einen rexlco Anhaltspunkt für die AbfiusictiogMXoit der 
Schrift liabo ich nUM dem Inhalte ilentcllieii nicht gewinnen können. 
Das» in den Jahren irjSS— t.'>it3 vieles TheologiM'he geschrieben sei, und 
KWar in Appenietler Landen. .Mdieinl mir auch beute noch viel Walir- 
•ebeinlichkeit IBr »tuh zu haben; auch das vorliegende Abend maUchtift- 
cben ma>! in diese Zeit fallen, doch steht das nicht xweifcllos fest. 
Itl. 23a ein neue» 1'ilelhUlt: 

Theophrasti Hohenheimen . Sacrarum litcrorom Uedicinaram- 
qne Soctori« 

De Coena Domlni Libri XL 

Ad Amicoi & todales. 

Friiain'-'iiia. 

Auf der ItückMito die»« Titelblatt«« {'i3\>) ist alfenoata der llolzÄcbnitt 

abge<)ruckt wie iiuf Bl. 1 vereo. gl8Juiiij63 

Bl. '24 a— 37 a Ex Dino Paolo j. Cor, 16. Uorl. 

(juae ad tiecundam geuoratiouoni d «ecundum Adam 



280 



IV. 



altinenl . Lilrr Thoophrasti. [„11 d« limbo nolcnto" 

glcickxciügo NotU.J (Von HpÜtcier Ilaiid »teltt lioks „Ijib«r 
■ XVII de limbo nelpriio."] 

l'auluH tract.tert den liimlUchoii Icib CbriHtj, bowoUet durch die 
AulTorsleliuntt, oinon vnaichtbaren vnd verhorgenon leib. Im Sich- 
tlKPii, das In der AudoratehiinR Clirislj dz vnsichlige üffoDhart 
6c} wordoD : vod muldt da oicbts vom sJcbtigOD Icibo der Erden, 
ulkiu vom vnsichtisoii . Vnd let aus ditwom Citpitel zu ver- 
«UdH'ti, da» (k-m l'nulo vielleicht von den SuducüNch Einreden 

gfachohcii, vnd Uuf^nung dnr milTonttuliung 

Obue A<ir«r«(flliunit Ut ilor gtoxii Glaubu iiiclit». ilanu aar« Cliriitui uicli nicht 
Toiu lltmuieli oliiiu i}uu untüdilictioti Loib, ileu .Ldb der ßelotiiiuiig*, küaniou tiath 
wir nidit aelig werrlen. AuiA m Clirislo Ut iwcierUi L«il> und Fleiscli gcwcMn, 
it'lisch utiil IjiuiinliHcli, er Iiat aber Dur hk-'Ii ilc>r liiruinlisclicu .Arl gplubt ahnv Siitido, 
aicbtbnr •mir vr nur iJiitcli ilun inliiobvti: ilu tltmiulint.'lic mit iJein IriÜNühuu buticckl. 
Audi wir Christea »ind in beide Leibur giboreii luid ilocb nur oin« Pui^ua Dm 
Wurt ÜotlGN Ist aus üeiu Uviiil in Maris FkUcb und Blut wonleu wunUerlmrIifh 
abu« iuiniili''lioii >'nuiun. GluicIiniM vuiu Krixlittl (lor mit iIbiii 8lubl iluu t'iiiikoti 
«neugl, abflr auch oIiud 8tAbl durch den r:iüiiu«DS[rulil FouiT unliünduu kann, Der 
Ted »cbddDl ili« i*el TioibDr vou uüianilor, <lvr hiuunlUch« gvht gou lliinmol. (lald 
und Schl&ckcD Im Rn. CfarlMi Leib auti Uaiia [>it nivlit den Wririiiuni ilbcmut- 
wortot «ordou, Koadarn v« rech wunden, nur dvr liliumlisclie IhI vou deu Jüngurn 
«ieder gotiehun »urduß. C'hrUiiis hat uns ««iiieo hiiiimüscbeu L«ib gegeben (uicht 
den irtlUobeu, ileu hutton wir srheu vurbcr). in dem wir die Uolobnung und Solig- 
keil uui|ifangeu. 

Itl. 25a Heqnitur toxtus I'nulj der lateinii^ch nauii dor Vulgata 
marKinat gegeben iitt. J'ortlaufondor Eommentsr einiger Veno na» dorn 
15. Kapitel. 

'BI. 26b — "iia üiod dnun nocli kommcntirt Kor. 6,1; 9,1; 2,1; 3,3; 
4,2; 5,2; 6,2; — dasselbe Scbriftetück iMt noeli inohrfacli erhalten, ■/.. B. 
No. 88 Bi. 82b; No. 100 S. 178; No- 108 S. 583. hi aJloo diesen an- 
deni Haiidttchnnen i.tt der Tut ctwns weitläufiger gt^eboa und soviel 
ich sehe iibercinnlimmend: es cntHtcht ahn die Frage, ob unser Ms(7r. 
die urspiünglicbe (lestalt gibt und die andern eine otwa.i Überarbcilutu, 
erweiterte^ -oder ob uDscr Schreiber, der ja ein Gelehrter geweaen sein inuM, 
seine Vorlage etwas gekür;tt roip. cxcerplrt bat; vieles findet sich in allen 
würtliob gleich. E« ist ja mi«s)iuli, dass gerade die ültej^to erhaltene 
Uaudschrift, d«r wir von vornherein den meisten Glauben scbonkon 
iniis8en, diesen kürzeren Test gibt, Da» uänOichu Verbalten ßaden wir 
bei der Mehrzahl der folgenden Tractate. K-s dürfte aich hier doch 
wohl um Küriungen unseres Bearbeiters handeln; denn auf Bl, 49ft 
findet sich die Bemerkung „ad verbum", wa.^ doch für die anderen 
Tractate erkennen laset, dass sie nicht wortlich gegeben sind. Eiuo 




nSHilHi lUndtchriflen )5B'l— 1&67. 



281 



debtetui«.', beaiboitetitlc llaiid ist sucli au» viol«n aDdorn Stelloii unserer 
Uiodsulirifl 2U erkcnoeo. Der Schlus^ lautet liier: 

i. e. Ihr seid wio Kindor, als hottp ich euch güboron, odor iiu 
geboFDcr kiader atat ocit Ihr moiiio kinder. vnd dx nclligc biu 
iDflinom blut viid fleisch. 
Bl. 27a— '21>t> diiae Ex S. Paulo De Cocn& Dominl ad Oftlnta*, 
Ephesiot, Pbitippent. Thimot. & ad Titum habentur. Liber 
Theophr. [„IX <io liiiilm .•iftcfuo" gloicbzoitigo NotiK] 
I)io .Saducoer glnuMun kein aufcir«tL<hun)>, denn «io glaubUin 
nit, das der leil) Adno wurde eiu Same soiu, aus dem ein luidcr 
oalstündo . Sie liaiien nit hetrachl, Aa» »m Jglich »uiix^^u In »ich 
hfilt ein blumen, kraut jc da» aus dem gostorbciion .tamoD her- 
fär keme . Sie seiud der PhiloHophia nit recht vuterricht geHein, 
daraus sie wol gorunden IwtteD, das uatürlich der sameh faulet 

Im Aokcr vnd vorgehet 

Wie «icl mctir im Menschen. Ifabon nir Chrliliiiii .aogelvet*, »o gibt U b 
dir ii*iten Kreatur kcimti rnlortobi«ri mehr, Imhi Oexclilecht. kein« V«rffii»IUoha(^ 
aar noch GTlien Cliriüli, 'ioltD> Kin'lor, dor hat iiiis von ilun EIoiDcnlati (Rrlo nml 
0«tllni«n) crlönt. Alle» uml aeami Tc^lamcnl gMch I'irii« und F.liefniii. Atlo liubiirl 
19111 FI«i>ch JRl tliignriiicli- Diu Kiiidvr Jm Goi«tc« crhoo diiB lliniTnrlrcirh; «f« 
Man noch dem lioUl in goeonNciligej- Llabs. (KpliD««r) Cotl hat iihk ßp9Bgn«t mit 
dem Segaa des lj«i»teti, darum i«t der Mcimcli hioinitisch, hi-ilig im hlmmlinchiMi 
Pleüirh. Im »IWu t.eih um Adain kiiiinnu wir nlohl wADd^ta ta guleii Wnrkeii. 
iJer neu« Letli mutrs den »liun rc<giri>i], dnuu sind uir clgiiu üaitsleute tiiii Gott, 
lUan «ilchit «ua dorn alten Loib die edle Blumo [Anihoa), Dm Mj«Ierlam dor 
aeutii Goliud durch d«ii Gcnnis des Fleische« uud llliil''i war Dlli-ncil hei Gelt, l»t 
aber ei*l durch Chriiliim oir«nbar wordon. Id Adam« Kiiidem war vielerlei EinfltiH 
vnd vfelerlol Elgonsian, jclM I«i nur uuch eiu Silin, .oln Ooisl in ollen, ol» llorr. 
Cliritlua i«t goa Himmel gorahron gtuxt niid duch nicht lou unit gowichcu, lial i'iu« 
Hin Wort galM»on und dcttsrn Vtrhöndcr nnd filit «ich uu» «oth«t vom QlmDiol 
herab Int NAchlmnl ohn« Aligniig. Im nimmel wird er wieder' mit uns Odteu. Üie 
tluid Chriili l«p uns vom Himmo] horsb dan D«naii Houschen au, tu lieia «olleu 
«Ir Uli« üenellen Min aud liaimhortig g«gon rjnander. (Philipper) Wir g^üuen und 
warhiea in Cbritto mm nouen Loben, eins mit ihm, gleich »«luem Leibe. (Thessa- 
lonichar) Wir lollon gun. blclhon Im Geist, der in uns Fluitch und Blut gcwoideu 
Ib dir D«u*4i Crvaiur. (Thimolcum) Der Uonsch Oottos «tidel dl« I>iug<i d>;9 oliru 
LciliM. Der Otixl GoitM itl En dm, darum lernen wir himmlisch. (Titum) l>er all* 
0«Ul tat nicht utohr in uns, sonduru gut aosgeachlos««]!, Frieden gemacht mit ilnn 
nmes. Gott hat si«b oin eigen Volk entühlel. 

Dieses Voick bat Ihm durch nirititam «underliHi erwelot vnd 
gereinigt, A. i. (hriiilo gleichgemni.'lit, In die uowe Oeiitiir. 
Seelig ist dor Ion diese ZaI kompl, Auttscrhalb der ist kein 
sodigkcit. 
Auch hier int lui&cr' M^cr. weseDliich gdiürtt gegen alle anderen 



282 



IV. Tlieologbches. 



crbaltoDOD NiedersulirineD (No. 88 Bl. 9ri; Na. 100 S. 142; No. 108 
S. 618; No. llf) IJl. 36). Im Titol \utiea alle antlorn noch oiii ^Tomu- 
loilicoiisi's" bei. was mcIj im Tost. hiiT iilnafiis aucli voHiiitlot. 

lil. '29[i~'i'ia De Coena Doniinj £x Capitc 1. 3. 4'" Johannii Eaan- 
^littae . Liber Theophraiti. 
(„VII ilü liiiibo luHoriio" i^'leidiMitigft Randnoti/. «iclits; auf 
der aiiiieni Seite .-»telil von dur :«|)iiteriMi Maiid i^leichrallü „VII 
de limbo aeterno']. 

■lobannoH bat ein Euani^clium vnd Capitel cingorticrt, aus soinom 
Eigonou Goiäl, so or von Gott gehabt lialt . lüiisclbigon Gcisl 
halt 6r vns golurnot den Anfang der Andorn Creatur. Nun ist 
von uöloD. dz Johaiinos itej ein AulMo^or dm- Andorn g<4)iirt, 
vnd da» aus Nutnoin I'iiguncn gcist . ChriitluH tiul der andern 
■ goburl liatbt'ii viel goredl, aber allein or : So bntt nun Johannes 
Heincn (Icist Auch daxu gethan vnd ChrUlum auLl gelegt . Vnd 
hell vnfl nir mit kleinen wortlon VDüer ander göburt vnd Mutter, 

die Christus gegen Nicodumo gemolt bat 

Gedruckt 1618 von Staiix „De limbo aotorno" (Theil I No. 303) 
8.45 — 67 und zwar unscrm Toxi gegünübor elwas orwcitort; die andern 
crludlenen llandHchrilleii »tehen iiiei.tl der Stariz'schen F&MUiig näher 
aU der unserer Handschrift. Die AbMobaittc »ind hier übenwhriobcu 
.Caput [Jl. .luhautii.s'' und n<'ii|)ut IUI. .loli»nnb Euang.' Audi in den 
oiobt gekürzten l'arlien liudeu »icli natürlich kk-inure Abwcichiingeii 
und .stellen weinte leichte Aenderungeu dw 8inneH zwi.'^ehen liaiidschrifL 
und Druck. 

Bl. :t2b— .^üa De Coena Domini Ex Capite VT" Johanius Euan^e- 
listae . Liber Theophiasti. 
[„VI. de limbo aeterno- RleiolizeitiKor ZusatK] 
In diesem Capitol worden otJtcbc punctcn für jjehatten. die 
«igontlicb vnd wol itu vorstohop sindt, So wird die Rodo Christi 
In SentenU vnd Summa recht venttamlon . Aber one dtCMO 
punctoD, mag sie Im gründe, ohn lrr«al and«ror punuloo, no 
bierinnon begriden itcind, nit gemercki werden. 

I. Der Er^t.e vnd meiste Punct ist, Qiii cdit carnem meam 

II. Der Ander I'uncl ist vom brot, no vom Himmel gestigeu iist, 
das ist wol ta erkleren . Das brot so Christus den Juden zur 
baucbfülle gab vnd mehret, ist gleich ge«!in dem Manna, so 
sein bimlisch Vator den Altuätern gab; darumb es Ihnen so 
wol goMclimeckot vnd widor haben wollen 

[Bl. 38b] Soquitur tcxtu:* Cap. VI". 

G«clraelit bei Staris a. a. 0. S. 21- 45. Abch hivr xcigl aicli 



OSrlUm Ihiidicliiirteu ISfi-l-iaeT. 



dissellju Vorbültiuss; umer Msur. ist kiirxor als allo üborlürorton Toxi«, 
wvldio mit Stsriz ztomlich iiithu uboroiii^liminou. 

Bl. 35a~37ii De Coena Domini . Ex B, Johtuinis Bpiitol», A B. Tetij. 
Liber Theophr. 
Vor dem vnd ChrintuH gctboron ist, Ao Ul Qott vor Imm meo- 
sdieii gpwospii mit seinen gnndeii vnd Nahmen NU mit Reiner 
we»i>tihaftigca persOD . DieHc gnade liatt niomaud^ grilToii noch 
gweben, Sondern gleich vie ein Stimme, dio ein (ieist \ti , 
Aber in der goburt Christi iat diCHelbige (piad vod weson sb- 

ßaDgeii 

Jatil Ut (Olli I.oil> um] Koine Oollholl nkhl mehr tn soh«M«ii, wo «oin« nniile 
ut, d* i*t ancli »cinn P«rtän und umgekolirt. tTni aolbst im Uottsuhcii seiti i't 
tünnon, hat ar ihn nsii ^citi;linlTcn ana dern liimmliRfhon Limo, buh «oiniMn ulj^i^n 
Kleinrh uiiii Rhu. tiri iioiiim I.uihn tfiiidigon nir nicht mehr; wir ltei(i«ou iilohl 
mehr hamiiioi {nU hiim») honikrn l'hritlcti. Nouo I.iobo nii« dur uoiian Krealiir »ml 
tIebar«iD((ung dor Wrli. Drciorloj '/.cugziim Geitt, Wattor, ßliit. Aus I.Eohe »Hein 
•iDd air Uotten Kinilcr: übor itic Söhnu Ooltct hat der Toiifol kelno (Inwiklt mehr. 
Zniorici Mfliixfagn, oui der Wolt und niu Gnlt, nhonno Kwoiorlel Prodiiccr, xwoiorlei 
Zubär«r: aio «cidcn erkannt aus der Lishp, die ihr Lphcii gibt filr den NbchKUn, 
■kri Qitcni I^bcn ohne Sfindo. Wir müiscn in Chmll (idbol bTolhan, ioukI nimmt 
«T um ■iedcr, «u rt um Kogt-bi^n hnt. 

.... Mag Gott (lein Irriiiachon loib iliü Sohl uemon vnd Ihn 
don WiirmerD gcbon dor socl ooe itchail»» : no kaun i>r auch 
lUm hiinli«<rhon loib vom löiUlichon ncineu, vnd diu mocI don- 
üclbigon aufh berauben. 

P.\ P.p[iH]t[oI]a 8. Pctrj. Wir Hollen haben die Uevhto hoR- 
nung, oagcn die Lichter der Welt : dio mügen wir nit haben 
ooe den leib Christi . . . 
Der Oiund nourrer lIolTfiung dos Blut Oiriitli; Üoll sei Lob, dut or un« don 
Leih i-egeben, dor llimmrl« ficiioss und grinäu i«l, dnrin wir anfonlohn, i'ibor dvn 
nkhti (i«»»!! hui. Darucii «olloii nir iiiihl uichr lehon nac;h doiii alton PIcitch, denn 
■ir «lud heilig und nllo ohiaiidvr n.-vh vcrnaudl ia oiiivr Linie «ie Brüder. IIa« 
>1ei4ch, <!«* au» dem Wort wird iiii ein ewiger Lsib, ewig nio da.« Wart. In der neuen 
Uehun tollen wir acidon *le die Kiiidleiu und Uilch laugon ans dorn owigoo 
BruDDca. Aiioh den Todiiiu 1«1 da« BvBDgelluai gepredigt «ordan, wtil tlo xu Gott 
sUudeii und im Geist geti-ht haben. Wir sollon uns freuBU, «ona wir iri« Christus 
in die Leidung gonotnin«!) HMd«ii. Loben in brüderlieher Ll«bo bl« luiii Tt^ 
Hemu 

... Damllt Ir dea Denen llimels vnd Erd^an tbeilbafftig werdet, 

mit ewenn leibe. Oruinb hallt den dowod lotb vnbalteckl In 

fri«dt vui) oiuigkeit. 

Diwo Abhttidlung ist nur noch tweiinal liandschrifllich erhallen, io 

Leid«» 34 (No.ä8) II), l()6b~ It7a, und in Woir.-nbi'iU»! .32. I. Aug. 4* 

(No. 100) S. 282 — 32b. ].)tc4e beiden andern lluid»chriften staminoii 



S84 



IV. ThoologUcbos. 



aiu besten Quelton nnd Kintl beide wosentUcti auürültrlicher aU unaer 

vorliogonder Text. 

BL 37 a— 401 De Coena Domlnl Ex coeteris Enangelij antoritatibai. 
Libor Theoplir. 

fVIH. de limbo aeterno, glcichzL'iti[;cr Zuaata]. 
Il diosem ßarh i^t ndit zu h&bcii, tlic rniUiioratoliung odidier 
wSrter, tU vuii ileii faUchiMi propbeton, Hii: at Chrintti.«, Hlio 
est K. Solch» ist alle» vnder den faUcheo I'roplioleii ergangen, 
du« ein Jeder aulT dun Andern ein Argwon geworffen : Niemand 
batts wollen sein . AUo auch isU mit andern Sprüchen ergangen . 
Dann allein die Inn noteu boj Christo bleiben, die babon doD 
rochton verstiindl : die Andern huben diese Gnndo nicht . Drumb 
leavr, liiU dich nicht veruunduru, so du biorinne findest, das 
du nit vermeinet ha.st, dann da» wort flotte)« muU ann log 
kommen entlich, so wir lange drttin vnibrennen, vnd ein Jeder 
meint er hab» venitanden, dieeier haii.i verstanden ;c. »o es 
«llo§ nicht» BOiD wirdt . üann Oott le-it die bösen vorlautTen 
vnd viol geschrey machon : Aber nichta ist so hcimlicb. das 
nit am letzten uun litg komme . Urumb, mit der Zeit zoittig 
worden, gibt keine Irrung. 
Math. i. Neu in aolo pune victurus est homo. »ed omnj uerbo 
(juüd egreditur pur on Dej . Diubulu» wus^te wol, Ein Jeder der 
vom llimmel konio, Esu) vom Himmel, tiit von der Krden . 
Dieweil Wiristus ho lange fantet, weite Diabolu» Inne werden, 
ob er liimmelbrot eiwe . Drumli wann Cliristux aus steinen hetto 
broit gemacht, so hello UJabelus gesehen, ob diU bret himlisch 

oder Irdisch were 

Gedruckt bei Starii a. a. 0. S. 67—88; es gilt hier das selbe wie 

oben. Starix' Text ist ausriihrlicher und mit ihm ütimmcn die andern 

IlandschrirteD mehr als mit unserer friibesion llaudscbrift (No. 88 Bl, 54; 

No. 108; No. 113 und No. 116). 



I 



Alt) Blatt 38 ist hier vor der Stulle ,Ecoe hie est Christus aut 
tllic, Nolito crederf*" (8tariz 8. 73) ein Illalt eingeklebt, von demselben 
Schreiber am 1. Juli geschrieben, Mührend l!l. 'Abb — 37b und 39 — 4Üa 
am 24. Juni gcücbrioben waren. Dus Blatt enthält: 

Ez fira^ento alterins Tractatus de coena Domiitj. 
Ecce hie est Cliristus . Chrintus bat vonn künH'ligon dingen Im 
Ende der weit goredt, iiit vod gogonwerltfjeD : drnmb knn^s aulf 
da» Naohtmal nit gezogen werden . Er bntt menxcben gemeint 
vod Ruff Mcuschen geredt; die sich für Christum ausgobeu 



Görliber Handstbriften I3C4— 15(7, 



S85 



wcrdeo, vio m vnaern Zeiten von deo G«isUii;h«n gODugNam 
beweist . Sollb auiT gegenirertigä geredt sem, ao IiqUhd «lio 

Apostel, als Thomiw, Rolrrot (das nit möglich ist) [Volc- 

misch gegen iillerici audoie Auffassuiigwi vom Niiclitniiilj .... 
ChriHtui) ist vns nit Inii der wÜRtc : Iiin dor wüntemnd fnltiche 
CUrisleii. Als münchi.', die sicli \mi ii<'r weit .tulieideii . Die Inn 
dea kainmiTu Heiud die TuUclicii I'roithoten, haben Ihr heim- 
ligkeit vorborgcn . wie ein Klieuolck .ticb In die kamcacr be- 
.«chleußl . Drumb (Ihrinfus itusserhnlb vns ist viis nix nutze : 
Sondern Inn vnn ist er tröstlich vtid hfilUliufa, durcli da» Nuchlmul 
vnd vnsere hertzen, nit auii frunibdoii huDdon. 

* tlis subinniituiii entt rmgineutuiu, do Miracult« . 
Libro vitimo usscriptum. 
DiMM ntgmi^Dt eines Kommcntan« >u „Ecce liic est Otirifltuti'^ hat 
dar Schreiber «einen vorwnndtnn Inhalti hailier hier eitigenigl. V.n fandet 
dob auoh underwiiHtt ebuiiso überliefert (No. S8, 1U8 und 114). Auch 
das Kragment „de Mlraculis ('hristi' wt anderwärts einmal dem ange- 
IBgt und wird hier am Knde der Handschrifl Bl. Ü9a gegeben. 



Bl. 40b — 46a Coenne Domini declaratio. 

Per Aureolnin TliuMiihraHtum P, Sncrnruffl I.. Dortorem. 
[Reuht« gleichseitig mitderNiodorsdirifL .l.iLer 18 du Limbü sutorDO", 
links von «pütiirar Hand „Liber Am Iiimbo actvrno'.] 

Am Ersten wil Ich die Vrsach vnd notwondigkoit des Na«ht- 
maU an/.eigeu, da» nir hie nufT Krden trincken vnd Knmcii 
mü-tseii, wie Im Reich der Himmel, wollen wir änderet Inn 
himmel. 11. Den Text declarieren . Die äeelo stirbt Inn Adam 
des Ewigen lodcs : Aber mit Chri§ti leib vereinigt »ich die Seel 
zum Ewigen leben .... 
Ed wird xuc^t in utwns gokümter Gestalt der T«xt gegeben, web 
dien SlariiL a. a. 0. S. 88 unten bis 94 Mitto xam Abdruck bringt. 
Auf III. 41 b beginni „AuQlegun^ dt«« Tcvti^s" und »war mit dorn, 
WH» Sturix Hur der 2. Hälfte der StiiU'' '.)4 folgen lä^it; ein kurzer Ab- 
lehnitt t»t voraiüigesetut, den anden^ lliiTidsrhriften glcichfalh ta dieser 
Stell« habiyi, Slari» aber hier iiu.vti;h4«iil«t und S. 1^5 — 12(( gem>n(lort 
gibt mit der Uoberschrift : „tue nachfolgende.-« ist zwar vor auülegung 
des Texts Matthaei gcstAndon, halte es aber pro fragmonto". Staris 
hat aUo in seiner Vorlu^o dcnselljen Tliattiestand vorgcfiuiden wie in 
»llen andern IIa»dHchrift<in, al>er diene Trennung für zweckdienlich ge- 
halt<'n, — In unMreni Mmct. folgen dann die Ahnrbnittu: „Xuü Nat- 
thaeo X.WI". „AiM S. Unrco', . Aus S. Lut:i% bAus S. Juliauue Cap. VL", 



286 



IV. TheoloKbebM. 



.AosS. Paulo" wie bei Starix 8. 94 130 Zeile 1. Dax Jlscr. schlies^t 
auf ßl. 45a folgen(lorina«sen : 

. . . Gehest In Julian hertz htiuu, »o bislu beraubt Aw lIcrLxeos, 
Inn brunstigkeit viid Itcwe, dio dich zu (!olt füret . Druinb 
wifwe, th der Tcuffol viel zu dem Nnchlmal fiiriMi wird, künigv. 
fürsliMi, Herrn, hnevr, golertu vnd VDgelobrle, die Judas biiidor 
»eiiid und b!<}ibüti. Dlcuicr gviluiickt dio Huliiiirt vnd l'roptietoii 
olTl. sio wolloii über »ich sclbtst iiit orkcntieii. Dofect j oder 
2 bUt, aut forte jilura. Sem. uuiuerat. Mutnj. 
Nach Kreilaasuug dott Drittels oinar Süito liiuft daim Bl. 45b d«r 
Text weiter: 

Wir godoncVen vnd verstehen, das iorn «us dein Ai;k»rr waobsel, 
wis»oii abor nit wie es vndor vunar augüii kornjit., vnd In die 
lieiiiic, Alluiii daß wir voi'Htehou xutwMcn. v/as es int, i. e. da« 

eiiftüor vcrütnTiilLiii wir, aber nit duji dessolbcn leib ist 

[IÜhJ . . . Drunib liilliuli ili«' vordem Itiichcr (lennas.'ton üoiad 
aiiLlgcIcgt, wie dio iDUchaltcii : don ifenuj^um iitt die Zougnus, 
diß Apostels, das onn falsch inl, vnd one betrug. 
Also Slnriz S. 120 — 120, wo der Tost ohuo Uuterbrechiiu^ und 
l.iickoobcxoichuunK foriliiuft. In der Annahme einer Lüctce stobt unser 
Mser. niclil alloin da; dio ISoruchfigung bioniu will ich hier nieht 
untersuchen. 

Von ^Oitsem InteroMso ist der Kusats in unserer HandHchrift „scm. 
namerut. Mutnj." du« heis»t aecundum numerationem Hontani. n:ifh 
dur Zübluiig de» Moutauusü! — - Daraus geltt al.si> horvur, wa^ 
mir freilich auch vorher nicht zweifelhaft war, da.ss 1) unsere« (iiJrlitKor 
II aiidschrirten!*ch reiber sich der l^uterslilt/.ung des Johanne» Montanus 
zu orfreueii hatten, dam sie aus den l'araceUushandschriftou-äauimlunijeii 
dcssolben direcl gestihöpfL haben und 2) das» Montanus, der niemals 
selbst CaraculsisdiCM cdirto, wenn er iiueli muiichu KurauNi^abc (mehr 
vielleicht als wir zu verinutheu Anla^s hubou) an^(^ri-gt Iml, duss er 
nicht nur sHuuuelte, sondern ilass er sein liandschriftlictins Matirrial auch 
kritisch unlt'rsuchend und vergleichend bearbeitete! — Will denn gar 
kein Rtwt dieser für die Par&celsuskunde so unschätzbaren .Sammlung 
irgendwo an's Tageslicht kommen? Int das alles unwledi.Tbrin<^lich liir 
immer verloren? Ich kauD immer noch nicht alle Holl'nuug sinken 
Ifttueu. — — — 



Alei Blatt -14 hat der Schreibor unserer Ilundschrill ein halbes 
Quartblatt cingeklobi, abermal« eine parallele fragmentarische tlr- 
täuterung dcmelheu Uibclslcllo viithallend, die im llaupttest b«- 




OürllUer IkudscbriHeo tS()4— lSe7. 



287 



■HIIUAmi wnr uud nwar gloiohfalU wlo Blatt 38 am 1. Juli 1567 ge- 
!)cIirifl>RQ. Sie laut«: 

Interpretationei ex Paulo; 

(^uid uobU (licain? Laiidabo uoa? In hoc non laudo . Ej^a eoim 
an^cpi ä Domino, c|Uod et tradi uobis, i|uaG DominuH 3f»m. 
Was Paulu» gibt viid lernet, U( hU wans CliriHtus Holbi-»t U^rnt 
vod gibt . h{ Hill) Pnulus Dicht« mit dur Anrichtuug di^ TuHta- 
monti. HO iml Oliristi Testnmuut auch nichts .... In ca nocto 

i)iia traditiia est QLiii>i]uts oderit panom .... Dann sie 

lirudiicti vna keine solche vvrdaninua vnd Ewitjen todt. * 
Probet autem se ip»um honio IC. das iat, daß er nich wie die 
Apostel bolind, im Rechten gtaubon an die Wortt Chmli .... 
[drei kleiuo Fra);monlc durch Krcuzu geschieden] .... Wo nlt 
so sein wir wiu Judas . Vnd so wir bey Judu gowosoD V6rfin, 
wercn wir itudi Hoino verkaulTcr gewej«on, vnd Ihn Inii todt 
geben, wiv JudaH, licrodex, Anna.s, ('Hjphiu ic, diewiril wir 
('briHtuni Jotst sa ring aohtou Im Argen leben . ir. So hotten 
wir gewißlich da» an Im tlion, An.* wir Jetxl tbuen mOgen. 
Dafür, vnd für allem vbel vna der gutige (tott behüte Amen. 

1. JuHj Ao. 67 Gorl. 
't>ftM)elbe Fragment wird uns iiouh in Leiden nnd Kopontiogen be- 
gegnen (No.88 Bl. 16Ö und No. 114 UI. 96J. 

DI. j6a— 47 b Super Pater Nester Bxplanatio ad Coenam Domini 
ü. Tbeophr. Hob. 
I'ater nooter. Von luiTung iat Gott Jo vnd Je ein Gott vnd 
Herr goheisHeD wunicn, vod nii' kein Vater, dim cm war In 
keinem gebolt . Das wir Ihn nun abti^r oinun Vater heisnen, 
entnpringt aiw <iott d^m Sohn. . . . 
Tgl. Stariz a. a. 0. S. 137 — 150. Iw gelten dieselben Kin^chränkuni^en 
in der Tcitubereinstimmurg wie utetj*. 
III. 4Ha Autlleg:nng dei Ave Haria 
Tgl. ubenda S. löO— l.Vi, gekürat in der Ilandfwbrin wie immer. 

Bl. 48a — 4db AuÜlegnag des MsgmficaL 
Tgl. ebenda 8. 1^3 — 157. 

Bl. 49n AnlJIegTuig des Nunc dimiltii. 
I. ebenda iS. 107— 16*J. 



Bl. 49H--56a Ex Piatterio Declaratio Coenae Domiai. 
über Thcophr. Hub. 
^Kevlil« div gluii:bArilig<- Noiix gMll. de limbu QCteruo" und daruntec 



288 



IV. Th««loEi«cbe«. 



„ad vorbum*, wu !«<thr zu beacbteti iHt, worsur idi »bcn S. 2>H) mIiou 
hiDgewicsan hnbo. Her .Sclimbor hat also bior seine Vorlage ungcktint 
viedorgcgebon. I 

Super Fsnlm. CXV. Creilidi proptcr quo«) loculat äum. Ergo 
nulem InimiliatiKt num Dimü . Im allcrunitcn wird hie der 
glaube nirgehaltuii : Der duu nit glaubcl, iIlt kan nit' r«doa. 
AiifT holcbcK Tulgot iiuji der l^alm, dor Jü saget, leb babo go- 
Klaubet, darunib rüde Iclt, Daü ut. Ich gbuibc vud liubc goglaubct, 

Darumb rode ich da:«, ho licrnncb vulget Inn aiidcni v<th«d 

Es werJeu iminei' ;.wei Verso xiiaainiiii-n erklärt und darauf folgt 
„Eiü bescbluB nulf die zwene Vertt" oder „ßeitcblulJred diaser 2 VerÜ". 
ßl. uOb „Ex Psaimo CX." nach dem 2. 4. und ö, Veine siod 
„Omcliae" eiiigvHtr«tit. 

ni. 52h Ex Pttaluio LXXX, eine Omelia am Ende, 
ni. ^la Kx l'Midmo lAXVIll. mit 2 Omdiue. 
Bl.ö4b Kx Psaimo I.XXIX mit ■> OmL-liue. 

. . . Aber liie meldt der Prophet die Aiiler wollen, vnd redt an 
dentolbigen stat, Ah wolt er hprechen. Aber hin deiner tuj^eut 
vnd buriiib«irlKi|{keit, l>nü von dein erweltcn nit darzu kommen, 
das wir dermtuvtcu werden, wie die wilden howo. vnd das feld* 
vieh ; Sondiirii bidull vns In deiner handl für durHcIbijren vppigcn 
lehr, vnd »uchu vnü teglichun beim, wie wir uuis deiin weinstock 
jEWcig wachsen, vod laß diesen woinstuck den du selbst gcpIlHtitzt * 
Bk idnd Rsiilnt llß,lO— lÖ: Hl; 81; 71t und HO der Lulfaer^bcn 
Uebemetxung. Dieselbe Psalmen- Auslegung aufs Nschtmal wird uns in 
mehreren llandnchriflen noch begegnen (No. 88, 91, lUO.uod 108). 
Dem gleichfalls theilwei.ie erhaltenen fortlaufenden Psalmonkommootar 
Uohenheim'ü (vi^l. No. iH u. fi. w.) ist dio niclit entnommeD. 
1)1. fifib— 56b Ex Libro De V»u Coenae Domiaj. 

[Am Rande gleichzeitig „XIX de litiilio a<^tprno''J 
Der Christen Anfang vnd gebnrt ügl In dem leibe ('hristi, In 
vns der tilaubo, liebe vnd boffnung .sein hoI vnd muß, vitd ono 
den leib ist kein (Haube, Hebe, hoFfnunt; k. nicbls nutze, denn 
dH.t flei.4cb Adams iat nix nutj», allein der Geist miichl lebendig. 
Der UviLBcb Ut onfliaffan nui Nklils (on Hall, cino liciipro Krtuiur niiK (^'^^Ulo 
vrecliaiTFii uus Huin heilicm fiaUtc. dai iil <lni Wii:hti][tli!, du ilrr ChrJit wiaHua 
muu: nur via liiinmlitrhnr Loib. clor ilm-h Fki;>cli uixl Dlut liit, ka^D dnt IIIidui- 
liNvhe oniiif^uKeu; lelblloh rniiKx ilot Mciisoh iii üpii Uiuimal koitiinoti, uicht «it> ein 
Rngtl. Um «irknl der (I«i>t, no er will. ilweiHrlfi UuiHtuug. Durch (icnlaiMu 
dM Nulilinaln werde» wir IheilhsfliK der neuen Kreatur. Darum miua dos RTan- 
Keliiiin vcrköuilel »Pidoii dun L'ti« in sende u durcli die gaoi.» Wrtt. I'iiifuug seiner 
«elbu lor dem lieriuM ü«it N'kclilmitU uud duiiavli l«liun iiu üel>ol Clidkli. Clitutus 




OSrliuer H»ndschriftBii I5G4— I5S7. 



2?9 



hai mit Bcgitnle unJ Luiil sich gefreuet, iliu Ntchlmol mit uiu tu nohm«n, dttrum 
utlkn "if Oläuligen m imiör«iuanüi-r udimon unil allein von ChriMo und vrincm 
Leiden und ^Ivrlieu rudcu: doji iitt liu »ahrc lliinincIxUrol. ilg,i iiiu Üb* ewige Leben 
hrin^. Wir sollen uns aber 9tr#ii)-u lialicn an die Orduung Cbmti, die ist «ins 
Ordnung für dit Armen, oboe altu l'rocttt. 

. . . [56b] . . da» neue CeromoTiicu «tc. gebraucht wi^rdoii, das 
siebet (lotiHflbigeii nu vf^rautworteii . (iott linltÄ mit keinem 
ficprong ango laugen, .Condom mit weinenden Augon, den Armen 
dürlUtigon ih nelbiKo geben . Dranib wa» sollen die leutt, Jic 
drein fallcu, vod vorkerons, den eis nit vermeint hatt. * » * 
Wie gmiM(l, -"eind vom br&ucli du» SuiTamcnfs xwej zubedencken : 
der Linius der neuen Croutnr : vnd dur xpoiac . In den Ewcien 
ütohct der eantze glnuiie ilor new<^ii K^burl, zu newon Menachen . 
Darauf redt l'anluH zun Chorintliem . . . 
I.iiDii« tia<l tipciHC iiat'li Itilmli ilcr Kcliriit .In dem 'i. wird (ürhin du Liboll 
gtendet*. Limtiü Adti(> uii'l Clirinii. 

. . . Den AnTanfc Limi Adam-« nix^en wir, dou anfang Limi 
aeterni wissen wir nicht : vnd Hgt auch nichtii dran, wir be- 
diirffen^ nil zu wiüsen drumb wii-d da nil. gesagt von SchiipfTung 
vnd Fabricirung dci« Hoisclui der Dovreo Creatur, Sondern voa 
Kindsra Gottes. • * • 

Auch dioKe Abhandlung imt nieder wesentlich gckürit gegen die 
andern Handschriften der Heibon Abhandlung in Leiden, Wnlfnnbilttel 
und SaUburg (No. 8H Bl. 156; No. lOü S. L'I2: No. 1()H S. 775). 

Bl. 5<a Ex Libro De modo HiMao, «tunendj Sacramentnm. 
[Am Rande gleichzeitig ,\X de Limbo aeterno'*] 
El seiodt mil dem Nachtmul vlelorlej miübrouche gufuert wor- 
dflD . Der Itapst hatts mit der Mewte ein ding »oiu lawieu, deß- 
gtdch«n mit Im der mehrer t<^il dm' betzcrej daii die Messe mus 
d«r Vorgang ^eln vnd der besitz : Aon ).4t ganu wider den 
roohteti braudi . Diu M««ie ist nit da« Nachtmal. noo eoODtra . 
/u dem, da.-« die kralTt de,!< Nachtmaln nit mittelautFt, welche 

krallt anzeigt, daU die JAes^e nit sol darboj acin 

Dl» Kachtnial uin ÜeiJ&clilni». Zwei Arien Chriileni Aposlrt und Luieo. Apotlel 
haben die Pflidii der Lehre bei Tiirkou und Iloldcn, hintniRwnndem ohne Reuttl 
nnd .S^hiihe: »ir C'lirialcn bedürfen dieser Verkündigung nicht, tlnd telbel iinsero 
ApMiel. ti'nuere OeiiilliFhen hoch und gering bhlhen >ii Bmiise und pnMen: ala 
h^B darum die Un^e erfunden al» Knuli. Ffir un» andore ist troner Dienst gegeo 
uuera Mitchriiteu du Gedächtum Chrisll. Die Orden, welche die Türken tiek&nipreii 
«oHon. wtrdeo keinen Kr(olg haben: dos ApoMolsl und das Wort ■DutH sie Qb«^ 
■ iDd«n. Die Apoilel tollen luaiiuimeri korninen nnd »ich borathen, daan du Kachl< 
mal eKMn nnd darauf hiniusgehn cur Verkündigung unter die Heiden bin in d«fi 
Tod. ^ oft kie in diener Weise luiBminenkommen, dürfen »ie'* nehtoan, «ind an 

KrMh il. BiMtKrli d, PitHwIllwIiKn Hfhrllten. tl. ■« 



Sdo 



IV. TheotoKi*'1>eii. 



keltiDD Ta^ ftbnadan, dl» *nil«rii ChrislOD «Idid&I Im Jahre &Ln TodntBge ChriMi 
lUR] Go<l&clittiiiK. Nicht iIIp Kfoiler, nur ilio Verslüiidlgun, ntli- in beider Ue- 
• Iftll. t)a» Noehtmiil inii«K Ton dor McHhe feg: mIh ii{;liclifl(i Aumreii uuil Er- 
quirliiiiiK mil Ocüiuig RinfT «!<< gvllnii, wm «I« ktnn. Aach beim 8ietb«n k<]iiii<!D 
vir du« Nruhtiiiat iiabmcu; «( i»i ilia andere , Taufe. Glnuben IbI die hi'ichil« WeiS' 
heit auf Krdi<ii. I>le WosüerUiur« behütet auch ilie Golulegkniiilieii. 

.... liio Verst«o<IiK0n nlior »oWan dcme dz sie gluubcD i^oiiuK 
Üiucu vnd voleiidon, vmi alle ding mit orDst thueu vdJ vus 
Kllo[i]D Cbristo nadirichliMi, Sonst niomands : diu In !hm mÜHsun 
wir uiilt'('r!<[olii], ^con^t Tu knnem. 

Von der Heue, ich habe voti dor Mvmh itiigczeigt, dz »i« 
»ol olinH Siicrnnient geliaitcn wcrdon . Dauon (damitt loh ciicli 
kein ergerntw gebß) vorslandant midi In dem wege, das wir 
duri.'h tin.ier vernunHt wo) mügen ein /uHaiumcnsnmluog vnd 
IferooinHuhairL mochon, In der wir betracbton die Propheten, 
lehr Christi ic . . . 
Dient mir /nr la^lirlieii Warnung und Cebtiiig des gemeinen UanncK. Für ihn 
«Ind auflii die ßildar da, .Objecto nnil (iegcinviirr^, ili« aiif ihn wirken, wie auf 
Udero die Predigt; d<iri ib» Auge, hier iIm Ohr dia Pforte. Heide* iit nicht gegen 
duRvuigeliiini. Wen lüKler und Orgel aigert, dpr geh? duTrtn. Selig int. iler nid) 
Christum eiiil'llLlcl otiiin ein Ohjocl um) Gqgenwnif. 

.... Wsä weitor von Inen noth Ut^ »ilic in libro de Fabri* 
eatione Imuginum . Das auch der Obri^to dor Kirchou Im 
mcßgewaudt stehet, u'A.-> iots? Es i»t ein gegen wiirlV, vnd iiit 
meUr, vnd In ullom keim? Seligkuit Im Iiert/en . So wir wereu 
wio dio Apoi«t«I vnd Mi-rlyrrtr, Johanne!« Hap. IC, so bedörfften 
viirs nit . Darinnen vorstandont den Rrund, uod wz euch 
weiter noth hl. jc. 
Auch dies ist ijlwa.H gekürzt gegen Ijeiden und Salzburg (No. 88 u. 108). 
111.59 a Ex Libro Von den Hiraceln vnd Zeichen des Bnitti viid 
Weüu Cbrutl 

[Gloicliicitij^ am Rande „XV dö Limbo BOtorno"], 
Was HUH Gott ist, thut GotUctio wcrck vnd zdlchon, Also 
Keicbnot Oiristus die Hoiuigvn, mit den wcrckeii, dio »r tliitot, 
Wie auch Chrlslijs ein Zougnu» wine» Vatisn* wercken war, 
Wolte maa seiner lohr nit glauben, da-i mau doch seinen Wer- 
cken gliiubet . Dan viel nehmen die lehr vnd predigt nit sn, 
allein die Werek vnd Zeichen, vnd viel ocontr« die lehr . . . 
Allee winl erkannt an xelnou Werken, ilor Itaiim an neinnr Frucht, dur Anl 
nn teinvr Aranei. .Sacramonlum Kaciau rol tigniim. Alle* lou Gott t^nchalTen* 
tr&Kl Gin Zeichen von ihm: nuch ilin tllrakal dtvt ßroil* und Weine« lintl ein 
W«rk Uottes, aber er ihnt lie mir bei foliion AuHerit&hllon. tlnim anllcii wir Tmlt 
uud die UoHlUn nicht ventuchen. Die veratockten Judw haben aux gutem llereou 




GSrIItter IIutdRehririeii 1564— 15tlT. 



291 



iltc lIottMii voniiieht, oli «tnM Wahr»' dnran sei, wie der Ant ein« Anuei an dm 
Knoken jirürct auf diu Gefahr hin. diu» er niirli edtiniil Scliaijcii sti(<(> ». i. w. 
All« Artik«! uuiercn liluubDUs siud lou Johor mü ZoicIiOQ und Wuiiduni lioslAligot 
«imleii, dar Uuglnubigen ttegen. 

Also vndnr Andorn Artikolii i»l diOHi^r vom SucruiniMit uul'Ii oiaor, 
der wirt bestotl, durdi dio rri>idi»liMi, durch Ctiristum, durth 
di« ApoHtcl vnd Itoiligoii. ic. 
Soweit ich vergleichen konnte, ITndel. sich dips RclirirtsliiirV idloiit- 
hslben in gokürzter Geslalt. jedc^mul mit dorn Titfliiusatx „Bx liltro", 
beruht vicIIHcht aW vie das Mdislo in No. 83 auf einem Kxcerpte 
iea Mßntaaue. Nur ein Wolfenbiitteler Mscr. von Carl Widemann'« 
nand scheint oineii vollstüodigon Toxt zu biolon (No. 11)0 S. 51U— 530). 
Der cbon besprochene Test vod den Mirukoln nimmt auf Bl. 59a 
—61a nicht die gim/c Seile ein, sondorn von Itl. .M)b Zidk- 'J bisHI.Gla 
Keile 1-1 nur dif^ ■^inl> lliilft« des In zw«i Columnen ge»))alton«n lllatto», 
annlog den Vcrhiiltnlmon, wie ^e b«i dem gleichfall» in Oi>rlilx von 
dem .selben Schreiber ir»fi4 gesdiriitbenen Krliinger Mscr, (No. Ift) be* 
«chriebeji sind. Die äuntiere Hälfte der Seiten nimmt ein anderer frag- 
ueotamcher Text ein, der denselben Gegenstand behandelt: 

Ex alio fragment«, de Hiracnlis vini & pani« Cbmtj, 
Damit ifenucg gasuhehc vnd -/.am Endo brncht »crdu das Nucht- 
mal, wisseut : Ks begibt sich vielmale.-«, da« dx Sacrament (wies 
genannt wird nach gomoinem lauil) Telt au»; den heodeu, oder 
wird vorsL'hült K vud mit vial Kuateoden . Nuo wi^Moot das das 
brot zu fleisch vnd blut «ird. 
Da« T«rsi:fiütlrii Wdciilnl nichU, denn wt* nlnlit gvnaiiii'n tvinl iil iiicIiU: er*! 
gmMwon Ul M I.elli und Itlut ('lidsti. Wonii Wunder mit ilon llnaticn jtonchohon, 
M «ill im« Chriittu* damit die Utclit sein«« Segeiu teixen, nicht di* Kraft *einM 
Xuhlmalü. Di« Hostie bintotu in den HbndcD der JudoD, «eil dieae Cbmlun 
g*Iödl#I haben; in der Üiivfrbrennliclikoit der tlinlieQ liairoi»! Qott (eine Dr«i- 
ralü«k«il. 

.... dan die Godult um Creutze war vns nütxe : aber da Ltt 
VUB keine gedult GotUut mehr nuiiiu Üarumb straft er den mut* 
willen . Vnd stehet al»o Allt« Im willen (iottes. 
Unter dem Schlüsse steht mit roUier Ttutv: 

Uic Hubijce frsgm. i«upra V [?] libro adiunctum Intor* 

(■ret: ex l'aulo K., 

womit auf Itl. 44 hingewieAen wird; vgl. auch ülatt SU. ThalAÜchlich 

folgt anderwärtä x. tt. in Kopenhagen (No. 114) dies Fragment «Interpret. 

rvx l'aulo" unmittelbar auf doü Fru^mciU de miraculis ('hnsti, welches 

mir bUber nur in dentolbeu Ueiitdl begeguot ist, wie sie unser Mscr. bietet. 



19« 



IT. Tb«oloei«cho*. 



Don Schliue dw (Taodsclirirt bildet, rom VorlwrReheiiden durch 
oiitftn Strich g«Mhioden, der folRcndo wiclitigc Ahschiiitt. welcher k«ia« 
besondere UebcMchrifl Irägl: 

Viid iklio will leh liosclilosi<Dn haben, vom bret vnd w«in ClimtJ. 
das letzte buch Noinor bowcning, Dan dtiK ist da» Rylffte 
Buch . Der es nun vntor r<vt-\i nit nnrümpl, dem wird alle gnade 
ontzogen sein. Wiewol wan Icli euch so viel nit kennte, vnd 
Ewer Rooeigtes hertze vnd willen. So wolte Ich mich dieser arbeit 
nit vndenslundon hiiben. Dnnn auch mein pfluß kompt mich au? 
diß niHnl hartt lui, da» Ich nit wol die wcill habe, mich vom 
»elbigcn («eumig zu machen, von wogen der krancken, .«o mir ko 
feindlich iiukommen, viid der hulfTe groß nndtiirlTtig »ein. Was 
aber weiter ewer herUe gegen mir nei, Hollent Ir mir erÖlTncn . 
Dann, so nit üo viel Inwendige» kriegeü, hoITart, neidt, vnd alle 
andere vppigkeit bei euch were, wore Ich longest zu euch 
gt>zogen vnd die ding mundlich darfur aufigoricht, nit In die 
fedcr bracht . Driimb bitte Ich, vrollot »olche buchcr boiu euch 
behalten, vnd nit olTenon, dann Ihr alle wiiLsent, wie die RrtKCl 
von den Pfairen ventchmehte »ein, vnd von den Predigern, aW 
sollouH nichta können, vnd Ir mani su halten : So wil ich aber 
von IriT hüfTart vnani;elast sein . Gott wirds auch wol selbeHt 
herfurbringon, zu Heiner Zeit, wie sein (lOttHcher wille ist . loh 
hctto hie boy mir mit etlichen PrafTun daruon gerodt . Aber 
groiiso holTart preüumirn, vnd andere torhoit, i»t viel boy Inen . 
Ktli'ihe, aber wenig, kommen olfto zu mir, vnd Ich zu Inen, 
die nit gar vngctchickt weron, 80 sie nit In der Hundci^keten 
legen gebunden . Ihr aber Kruasont mir meine gesellen vnd 
gönoer, vnd die Rwren, so euch alle wol bekant sein . Trugt 
mich der weg bein euch für, wie Ich dann nit weiß, wo Ich 
Jetxt bin wird wandern, «ü ich meine kranckeii HLgefertigt 
winl haben . So wird Ich mich bein euch ein wunig scumen . 
Damilt ^eid (iott befholen, mit allen deu, ao ('liristum vou 



I 



hortzon meinen . Geben zu 



t^f^-i^. am Montag nach 



Ascensionis Oominj , Im 33"" 

D. Thcophr. Hnhcnh. 
[Am Rande Htcht mit rothur Tinte „Anno aelalis »uae 40. nute 
obitom octauo".] 
Auf diese wicJitigo Schluitsreile habe ich schon im 2. tierte der 
ParsMbniitrontchuiigen hingewicHcn (S. IbT, lö8, 1G2 — 164). Sie wird 



GtrliUer numUch rifun 1564—1567. 



ä93 



■ itok 



ao8 tiQch üftorti in HaiidHchrirton liogognoD, alior inoiitt an amloror Stell« 
eingeroiht. Unser Görlitier Scliroitmr hat «ie ans Endo »einer Libri XI 
gosteltt, and mir Hcheiiit, äünt* er gerade darch die» Schluiutwort liaxu 
gekommfin sein könati.-, »oino Sammlung ^l)e Coena Uomini Libri 
XI" zu betiteln; koin uodores Mscr. hat einen solchen Titel. Ebi»iuo- 
nvnig lindut Mich andorwiirls diu Widmung „Ad amicos et «odalcs": 
nnch dif^su köuulo der (iürlitxor Itcnrhoitor au» doiu Sclilustiworte go- 
nommcn haben. Wir haben hier nwur dtui äHosIc JAnct. dieser gosam- 
mdten Abhandlungen vom Nachlinal, da.t erhalten iHt, vor uhh, aber der 
gelehrteSohreiber hat (unter Heintand des Montanu!«?) i^chon eigenmächtig 
Ordnung lu stiften gesucht und überhaupt seinen vorliegenden Test 
schon einer gewissen DaarbeitUDg unierzogen. 

Nicht boarbeiiot hat er aber den Ürtansmeu der Unterschrift, son- 
dern wie alle Spütorcn die vorhandonon SchnfUüge nachgebildet, wan 
un.-* bei ihm Keiade etwa» wutnlernitiiiiiU da er auf BIiill. i2 am Bchlume 
sein&i ersten Thei1ej< gant «Hein eine andern Hatiruiig hat „Kditutn 
ICokenb. JuJ üocioK lideles". Wenn seine VorInge in tieiden rällen dsa 
Original war und die Srhrifl/Üge in einem halle so deutlich „Rokenh" 
erigaben, dass er das au.'iüuhrieb, so hätte er gewiss auch am Endo 
Rotceah. gesetzt, wenn die Schriftzüge eine Möglichkeit dafür boten, si« 
h hier HO SU lesou. Oder ixt daif Itokenh. am Ende Aa* 1. Thuilca 
o Zuthat und als vermulhlieho Euträthselung der l'acsimilirtiin Schrift- 
tägp sm Ende doK 2. Tht'ik-n zu betrachten? Wahrechcinlich dünkt 
mich du nicht. Uebrigon» Mehcri die Zug« der Untcrachrin in uinerem 
.Mscr- dem übrigen Geschriebenen xiemlirb ähnlich; sie würden hei ihm 
kaum ai.H Nachbildung fremder .Schrifl7.ügc aulTalleii, sondern aU eigene 
Abkürzungen des Schreibers genommen werden kiinnen, wenn sie nicht 
jn den andern llandschriflen, die nicht nach unserer Handschrift als 
Vorlage gesehriebfn sind, gana ebenso »ich wiederfänden. — 

Genau in der selben Itoibcnfolge, wie hier im zweiton Theile der 
Handschrift, tindon sich diuse Nachtmalschriflen unter llohenheim's 
Noineti nirgend wieder; nur oiuigu folgen nllenthatben ebenso auf ein- 
udtr. Den Inhalt al^ elf itüchor zu bezeichnen, ist etwas willkürlich 
nod Wühl nur dem Schlnsspassiis zu liebe gesidichon. Nimmt man die 
AottlegUDgCJi des l'atei' na-<ler, Ave Maria, MagnÜiciit und Nunc dimittis 
lUMinmcn als ein Ituch, eio kann man leicht zw5lf Dächer herauszfililea; 
um aber elf Hüchor zu haben. mu»s man irgendwo Ocwalt anwenden. 

Gleichzeitig mit dor Nicderschrill (und etwas spiiter mit abweichender 
Tiute) sind von ilenelbcn Hand oder von einer sehr ähnlichen fast durch 
die ganz« Handschrift ilic llc/.eidinungen der Bficher De limbo aelernv 
boigvTägt, wie sich der Itearbuilcr dor UiiudHchrift deren Anorduuitg 




2U 



IV. Thcoloebcho«. 



dachte. Hauer Sclireibor bat aUo aucli ilen „I'rologus" tu diener 
Abt-ndinalHclinftonKainniluiig H;ekannt, den viele Ilsndscbrifteii und Starit 
!(>1W (Thoil I No. 30:1) miltiiciloii. Dort llndet siüh nSmlicIi dio Rin- 
IheilufiK d«< iSlnlTuK In 31 Abschnitte („I'unkto"), dorou Inhalt angegt-bcu 
wird (Thoil I No, 3()3 Seite 9—12). Duiuicb hat der IJearbyitor unserer 
llun(i>;<:hi'Jrt ilii! [ti'icher/.ahlen an dun Rand getscbrielicu ; wo :*ie sich im 
2. TIk'Üu der llandxubrill dop|iclt notirt rindviii von rrüN<!rer nnd Mpiitfirir'r 
Hand, stimmen diene Notixen Eiber die HuvhxabI nieniab mit einander. 
Doch hl dio Einroihun;; bei der Ki'ine des angegebenen InhalU manch- 
mal übcrhBU|>t nur annäliornd m5f;liL-h. Ein volUtündi|{es Woik Über 
den „Leib des ewigen Loboun", den „lUnbus actomus**, wt-lchcs die im 
PrulugiiH genannten 21 l'unkttr Maint Vurrodc und Schluitüwort enthielts, 
fiudol »ich iiii'[;ends vur, wohl ubur ciaa );itu7.e Ruiho ein!;clnpr Abhand- 
lungen, weluho man al» Einzuktudion zu den rriiglichen 21 Pnnkton 
auiriiK.HKH kitiin, welirhe »!ht vortnuthlrc^h ihcilwdis" schoD fräher aus- 
gearbeilL't warun, «hw dor Vi;rfitssi:r dun Enlwurf zu «iiiem «eichen drei- 
theiligon Sammelwerk „der Philosophio de:) Ewigen" niedentobrieb, 
dessen erster Tboil eben dio 21 l'nnktn nrnfasMon sollte. Au-narbeitungen 
sind au zicmlieli zu Jedem dietKir l'uiikti' vorbanden. Manche-i Ut auch 
mehrfach boarbuitet. Auch in der aetbstruidiH;en Abendmalsschrin an 
Clemens VII., woloho den ersten Thoil unserer Handschrift einnimmt, 
trofTon wir [Kirullelo Bearbcitunjjen der (Jedanken dos „I,imbus aoternus". 
Es hat denn auch dort der Itoarboitcr dur llundsührift die BiJc[icr/,abloo 
dofl Mmbti.t ROterDus boigi;sctzt, ohi^lüiuh er sich wohl selbst gesagt hat, 
dasit er hier eine andere, «elbslündigc Schrift ver sich hatte. 

Wcrthvflll !.tt uonero tlandschrift, weil sie unter den Augen de« 
Montann» von kundiger Hnnd gcschricbun ist, wenn auch im 2. ThoUe 
das Meiste nur gekilmt girgobcn ist Doch, scheint unser Schreiber dio 
Kürz-ungen selbst vorgenommen zu haben, nidil (von Montanu«) oxccr- 
pirto Texte abgeschrieben zu haben, wie der Schreiber dur No. 83. 

Ausser den oben gelegentlich gegebenen Daten der Niederschrift 
finden sich noch üahlrcicbo woitore im Texto mit Angabo dos Wochen- 
tages u. s. w. , aus wolobea hervorgeht, dass der Scliraiber suerst die 
7 Bücher an ClomeDs VII geschrieben bat vom 12. — IT. Juni Ifiß? 
(BI. I — 17), dsrnuf den xwcitcn Theil, ilii; l.ibri XI De co^ua domini 
(BI. 23—62), vom 18.-30. Juni 1567, «pSter nooh nm 30. Juni „Quod 
tianguts et caro Christi" (BI. 20b~22b) und xulotxt «in 1. Juli 1567 
die Itliitter !^8 und -14, die »püter eingeklebt »ind. 

ich macho hier nochmals darauf aufmerksam, dasH dieselbe Hand 
■Ooh dio (Inndscbrift No. 15 (in Erlani;cn) geschrieben hat. Das» ttie 
Dodi woilercs Thoologbche von Uolicnhoiin copirtc, geht auü einem 



4 



Cförllttor Hindfclirifl«!) 1664— I5G7. 



S90 



Miiiictiooer Mxor. hervor, iii welchem dor Alisdiroiber cioas Holcbon im 
Oriffioal verloren gegangenen Oörliuer ParuccUusmaDUfcriplcs diu Hau- 
ruiig uosered Schrei Umh mit nlige^chriubcn hat „28. August 1üG7 Gorl". 
Ich füge diese Abtichrift gleich hier an. 

86. Mflnchon, Hof- uiKlSlaatsbibliotliek,Cod.germ.441GC21). 
14 nil. i' geiichrieben im AiiTange des 17. Jahrhundorb; (1(117). 
Bl. I ■ der Titel : Libellas De Virgine Sancta Theodoca, 

Tlieophrasti ex ilohoDh. licrniaui . 
Theopliraüli Ilarmonicu 
Mariae priiicipium suribil Catliolica (ido 
Quid sanguis caro, lagito iiui» gcuuit. 
Manu li'^'uper et orror quem caro peporit hie wt, 
piiipria Quod nihil in carnc spiritos hoc indicat. 

Si eupiü ad üeden] Chrlnti vivitunus iu orbe 
Ilic Rüctor, Doctor. hiu docct duUus alter, 
ni. Ib — I4b: Dbi Bach Von der Jungfrnweo aai der Oott ge- 
SS^ng. bohren iit, wie tie Theophraitut von hoheab. erkennt. 

Gorl! Meinen günsltgeii IVi-'UHilen Mio. Um. viid l'iuic. l>iii:iuiilr. Von 
der gcburt Maria, äolt ihr da«, so loh von ihr erkenne, alHO von 
mir ven>lehoii vnd witwon . Ihr alle wisHet von ihr die C)c.4ehrifTl 
der Propheten, van sie von ihr sagen, vnd durselbig mehr denn 
ich : Aber ihr aeint in dcraolbigen geachriStun AntEcigen etwas 
abwendig, vnter^tehet euch aliHoUig lu maehcn anders dann der 
Propheten lehr vud libellen außweiHon vnd lau[teu]') an ihr 
solbst. Nun int es nicht wenig, das njiwo Gott, als ihr redeot, 
allein von eim Gott, der bebiilo mich, daß ich nitt von Zweien 
rede, odur dou mecbtig>tc.m vnter den Menschen, frawon oder 
Mannen diu wenigste ihm zugleich, als ihr mich vcrargwönigot, 
aan ich 2. doÜ habe, ein Manu vud ein frawcu : das iirh doch 
gäDtxlieh nitt gcstatt, kfin fruu vor ein Gott, »ueh kein Mann, 
dann alli-in die Uiitter dieyraltigkeil an die ieb glaube . W'xst 
ich aber achte vud halte von Maria, will ich euch zuvonttehen 
geben durch die Paraminiäuhe [!] (leschrill't . Wie wol euch die 
etwas soltzam vud Trembd enigegeneu wird, macht vrsaab, daß 
ich ein l'romh Mann bin . Aber ein Argument aulT welches ihr 
griindt. will leb euch movir«n lliriMlau: monirenj, daU ihr nagt, 
Mariam zu sein gleich einer andern gebornen fniwon aus löt- 
lichem sanien. wie vnaer Mutter gebobren »cind, als ihr dann 



') WanDstiob. 



296 



IV. ThcoloKiicbei. 



von each selber crdi<:ht liatt, mit dieser «rilicIttunK bringt ihr 
allein ein reine geburt herfür, dicHclbig nennet ihr Christi, vnd 
Muriam (lurdi i'wor vnwlsson In solchor Kclmrt ontnetzt, vnd 
iiuch si'lbur ric)iligt.<rHt:Iii^Ul. In welchem doi'li wenig von Hok-hcn 
borohloEi ist aus <lon Obren . DonHelbig Murgcn dit sich »olchu 
«otloi{iiiu gegeben habuii^ rede vmb n-ilo. zniMchcn euch vnd ' 
mir, ist das Maulgesclircy bey oudi gewogen von der gehurt viid 
reiniglceit Maria, daU ihr mir etwa» »chitii|itlic]i xiigelegt linbeL, 
daß ich euch ewer raaulgeschrey vnveranlwortl gelasson hab, 
vnd micU gering geHchutzt . Dnrumb, dati ich ctwaa rwlicb ab- 
gezogen bin, ist das die mchror vrsach, daß ich droyon euch 
gol(?lirteu mit meiner stamlctcn £ungi>n nicht folgen mug, ula 
ihr dann mich rrkunnl vuii Jugcad aiill'. dal.l \c\\ diu allemal 
«tamlet gctriigcn hnh, [Hntslnu Tilgt hier ein: „wollte Gott diu 
Ihr alle», da.'« Ich im IleiUen getragen habe") diaselbige Zeit 
veratandcn hetlet, dsriiin mich die Zung gehindert hat. Aber 
80 ich meiner Zungen vnd der zufliegenden rede nicht gewaltig, 
vod mein !telb!<t [,,ni<'^ fügt ItrcüUu ein] gewiß bin ztieröll'nen, 
dtis »u miün herts birgehrt, yngcitchickligkeit ein vmaoli int, da«, 
i\t Ich MubeiidoQ [„flehend" Breslau] erxogon bin, die ander 
vrsach ist : dii' dritt, daß mir im reden die vngeKi'imton gcgenrod 
vnd die abweg su du inilliiult'en, meiner «ungen mein Gebt 
nehmen, berauben mir muinöK Imrtien gemfitt, vnd erülTnon ein 

ftuders dann ich im ^^inn hat) Aber so mein stamlet 

üung iiiclit kan das verantworten, gcliiiit denn damselbige meiner 
rechten band zu mit gefaßter feder auszubreiten .... viid wie- 
wül ihr mir freundlich ungeschrieben habt boy euch zueracbeineii. 
an ewrem fürstlichen bof .... zu disputireu .... Entschuldige 
ich mich, diewoil ich stnramend für euch erstarret bin ... wie 
viel würdet ich für dem fiir»,tcn erzillurn, der ich nit gewohnt 
bin . Ihr wJsst dut) ich ins dorltge rieht vnd meinen glcich- 
miissigen ul»o crHcbienen bin . . . Noch viel schwerer wird mir 
daw begegnen vor für#leu, in welchen aller ei>iehrecken vnd 
hcrauon [Grauen] sihet . Damit w:hicke ich an meiner sladt 
meinen sc brifl'l liehen grund, densoHien euch Kubelesen, vnd end- 
lich miüh nach meiner goschrilTt zuverslohen, so werdet ihr 
selbst versieben, daß Ir nach zu der wag nicht verornel habt . 
Be&lch mich damit inn brnderlichu lieb. 
Es sind 11 Capilel ohne Ucbcrsuhriften, handelnd von der unbe- 
fleckten Empfangni.-^t Maria u. .■>. w. Schon Anna, die Mutter der 
Maria, Ist nicht von Joachim gaachwängerl. ; .telion Maria ist übernatiir- 



I 



GürKtier llitiid»clirinen tSei— ISfiT. 



297 



N 



lieh g«borou und Jtingrniu vor der WcItNuhöpruiig g«w(wun. $ie ist 
uiwterblich gen llinimt!! g('r»liri;ii. „(lOU bnt in äatf totlllii^h ltpi.i<:li iiit 
gsh^urftt." Iti dor'ticschlcclil.-stiirvl Jiviii wini nur JoücfM OoiU'itlugie 
gegeben, wüluTri'! (.'hiintim doch nur von Mnria abütaromt und Muriu 
iat kein „tödtlich [sterblich] Weib". Uio Bibel aoll man Iowen nicht 
sU ein IlistoriiiRraiih oder I'hiloso|jh udcr Jurist, sondern als ein Gläu- 
biger „aus dt-m wird ein cathotisuher Clirinl, dor do ist (utid wird) ein 
gcsnlbt«r Apostel, ein JiJngnr Gottes". 

.... AIko zoi^ icli euch au hU moinen HriiikTn, >1aß ihr nicht 
vorharren mU m maudierloy IlücherD, do ihr nil wißt «uk vf»m 
no kommen : Sondern daß ihr godenckl euch (^hriHtlich r.a halten, 
daß ihr werd Sal terrae, lux inundj, vnd die gesallilori durch den 
[]. Geist, vud oit durch owere bänte . äo werden ihr [14a] von 
vielen oweren sacheo atebea, vnd ewren pllug selber verbrenneo, 
d«r euch blendt : Vnd vnverKuijt bleiben, dm* vcrloßt den gercchien 
nicht, er steht ihm in seint-r uoturlTt bey . Vud so ihr mir her- 
widor Mchreiht, »o xoiget mir cworo liortMin mi» ewrcm geist vnd 
nit di« 4. oder 0. lehrer, dio tob «Lt Irror erkenne in diesen 
Punoton, »lluiii auti dem Natürlich liecht gedieht, vnd nicht aiiii 
dem t«ufr des tl. Geists . Vnd bitt Gott l'Ür mich, Amen. 
Fioiü Libelli Thoophr. F,\ llohonb. Germani De Virgine sanuta 

Theo do ca. 
Originem sanctae Manao Virginis areae »«mpitorni Verbi iiujtr- 
cumscriptibilU Doi putris frulres moi orudilissimi libentiüsimc 
benedicKmus, quoniam ipi«a o«t reparatio oinnium Chriiitianorum, 
per tiusm confi<lciitia nobis ab [ad] habilatiununi patoscit iiitor- 
minabilem . perpetua et ptilcherrima Virgo, lumen lachrymaQ- 
tium, i|UA« indigiistioni minime .«ubmersa. »ed iustisAim» et sompcr 
pnemunita porduraHti »b omni potbitione peccnti : nos humilvH 
hominea charimirai ßlii tui Antoris univcrsorum, dtscipuli valdi 
parvi. ingentem commiserationom tuam cordialiter eniagitamos, 
ne abjeccris iioa miHollos propterca quod poccalores sumuK. 
Descriptum Anno lßl9 es chsrta scripta Anno 1567. 
Aus dirator Schlusnetis, wie aus dem MurginiUe am Anfaoj; „3t*, 
Aug. I&O? Gorl.", geht also zwoirullos hervor, dam dieser Tractat nach 
einer lUniiitchrin aus dem Jnliro I&67 geschrieben ist, vnd zwar geborte 
die Vorlag« unserer llnndncbrilt /.u der Gruppe der Manuscripto, 
welche von den uubekanntun M. It. tr)64— 1667 in Oürlitn go- 
ecbrioben sind (No. 15 und M) unter den Augen de« Johannes 
Montanus. }!am TTeborfluHs findet sii-b in No. 8^ vom Jsbre 1564 
Ulf ä. 170 dio Ituidbumerkung „In libru l'aramii'ico, von der Jungfrawea 




21)8 



IV. ThvologiMhaa. 



uuß (loF (ii>tt i;el)orcii ht worden", ein ßoweix, <\afa au»er vortiogondo» 
Wi-rki-licii diesem GörlUxer Schreiber auch bukaiint war. 

Der ^lcicliL> TravtHl liiidot »ich fiMt ^anz üIwrfiiDStimmcnd in «lein 
lii-oslauvr Cod, RluHÜgür 334 Bl. 178b If. (No. 95), deiüien Varianten 
»rhon oben in der Einleitung xuin Theil oingorögt »ind, und wesoDtlicIi 
nbveichend im ('od. Rlied. 333 (No. '.!(>), welcher SaUbiirg 1524 »]» 
Abfa^äunj^zfit unter der Vorrede gibt. Vßl. auch No, 123 Hl. 30—46. 

ÄDifcrühi't werden in unterm Dücbloin auMser der ^Faraiuiriflclion 
Gescbrirt" als Schriften Hüht.'nlioim"B, oin „libclluii salvationiä", 
eiüo „Ausl(>t;u[)g do» Josaius" und „Do Es»c uotorno et trarnti- 
torio". — Der Doctor l'aucrftlia!», »\» einer d«r drei in der Wid- 
mung geoanntoo (lelclirtcn, erinnvrt an den LicentJnten PangratiuM 
in littm Nftrnbcrgor Itutb von den Iniposturon (Theil I No. 7), den wir 
in den l'arai-cUuHl'oii^chiiiigen schon besprochen haben (lieft 1 S. 50 — 55). 
Docli dürfte an dio Idenliticimiig diasor buiduu Miinnor kaum za d<'nkcn 
sein, auch wenn wir die.-ie Jlarion^chritt für echt hallun wollen. Da.'u 
ea »tatt „Theodoca" immer «Tbcotocft* (Goltüsgebärorin) hoisDen maaa, 
brauche icli kaum zu erwühnun. 



Zwd llaiMlseliriltcii einer AtisleiEiitiü; ilcr zehn Ijoliotc 

ge»icliriel>en W>M nnil VüO vou 

]jaiiii)crt Wacker. 

86. Berlin, königl. BiWiolIiek, Ms. Genn. Quart. 50. 64 DU. 
von einer Iland aus der 2. Ilftlfte Ana 16. Jahrhunderts be- 
Hcbncben; nni 7. Mai 15ti1J dem Markgraten Joachim von 
Itrnndenbtirg gewidmet von I.ampertuc Wacker. Auf dorn 
1. itlattc: „Si ui» Vilam Ingredi Senia Mandata"; darunter von 
anderer Hand: „TheophraHti Faiauelni Kurtie Außlegung der 
Zehen gebot Gultell". 
Bl. 2a-3b AVi<lmung: 

Dem Diirchleüchtigütenn llocbgcbomeun Furstcnn vnnd Horrnn 
llermn Joacbiiu [der Name ist in eine zuer»l rreifjolasseno 
Lücke nuchtrügliob mit «Ddoror Tiutv eingetragen] Marcki^ralTen 

«ii Brandonbärg, meinem Gnedi^en ChiirrürKtonn vnud 

Herrnn. 

Durchlcuohügijler, Uoohgeboraer Cliurfuist vnnd Uerr dioto 



BudschrifleD Lftmtwrt WMckrr'a läGO u. I&TOl 



890 



kurtte aaileg^ung der Zehen G«bott OoUes Theophrmtj Paraoel^', 
bab ich aus den Autoria Ri(;oiin Ilaniltflclirirt wio voll 
die bös zülesenn, Nach dorn vk'l »einer bfu-her vome ihm 
»dbiit mit Sondorlidicm vlei» vorbitt^chirt, vundt Nun lange 
Jfthr bis vff Kogenwortigv Köjtt vermauert fjDwcHcan, nicht 
oJiae gori&go mulio abgvüchriclenn, <iio ttelhigenn Eimr Chr. 0. 
vntertheniglichcn dedicironu wollenii, Voniemlich weyll H. V\i: 0. 
Ina religionn Sachenn dorni!L<iaenn gottlob t'uadirt, du »io Icicbt- 
liuli das Lauter vom vnlaulor konnoii vntcracliejdenn. Auch Er 
dorr Autor dem rottonu Adk«r Inu Sciiioiii prognostico viel 
wundorbarlicho VDodi duuh su »cioor Zeit glucksoyltf'c dins tliut 
vattcin trenn . Ergibt P.» auch die toglich« Crluhning d/. Er hU 
snhcr noch nicht vio) viiwarhalTligi» guwolilii^l, der atidoru 
Meine hudior golcsonn, viindt der weit ihrenii laiilT Ein wenig 
auffgoinerckt, dann mach man daraus wz mann wolle, So ist 
MundoH stultoruoi cauea orrortimquo (ahoriia. Ob Einer scböon 
woll sapiontior ist dann der andor 80 ist doch koiu &apil^na uutT 
Erden zulindcna . Was aber Inn dieser nachgcschritibunon prae* 
ruiioti E. Ch: (!. noch <les Le-^en« bcgernii nirht ^nugsam aiis- 
fiirlieJif vonn dem Autor.so diei^elbcno gemacht, wji-dl dai-gethann, 
wJrdt Er, So gutt will, Inu dem biichleiu de iusticis so 
vonn dem Thcophra^to auch gcituhriebenn. wie ich vor- 
mcrck mit mohrenn Kiklvroon, holTc di« mein annes Icui denao 
wordt mir bey E. ('h:(r. vnod Einem Jeder mettüig vcrstondigen 
kein Nachtheil] Kebcreiin, mich Inu vnlorthenigsten gehorsam 
E. Ch: G. beuehlouu, Datum Dorlinj 7. Maij, Anuo ßiJ 
E. Cb. G. vntortheuigstcr 

I.ampertus Wacker, 
ni. 4u — 20a PrauTatio . E« schreybeiin Etliche ihnii ihreiin Chro- 
nicia da« Anno 1d2Ü Ein seltsam wunderlich mann mit Namen 
Theo|dirastU8 von Hohenheym f;enn Nureobci'gk kommen, der 
last alle Doctores vnnd Kchiibentonn in Mediciois verlachet, 
denn Auicennam Soll er verbraudt habenn Zu Itasell Inn Offeol* 
licher Vniuersilet mit seineun Iteceptona iudicij!« vnndt Mediciu, 
nieder alleMedicos gowuscnn sein. [Ihia istäebastiauFranck'a 
.Chronica" entnommen; siehe raracolsus-Forschungeu Heft II 
S.b3 Anm.] Dieser Theopbrutus Nachdem Er gesehenn, dz 
aülT divser vnaFtigenn, bösenn verkerttou weit kciii kuusl mvht 
ibun ihrem rccbtenn grundt gestandonn |: wie E» dcun leider 
die warheytt aun ihm selbst:] hntt er mehr denn drey hundert 
vuudl flechsig buuher geschrieben 



800 



IV. TheologiiehM. 



Ein Rmpuoror d«r «nhrfii Uettldo, dkher mit raefat .Hoiurclitt ?t prloeep» Slo- 
fliMniin*' gcnnnnt, alwr such .Tliaüla^oriim K«x ot .lurisooiisiittoriim cnpiit*. ,Rt 
miis Oalcnui wadl Uyfoeiai, unliini iicluul bckouDou ilu viiüci TheophrMiu« Inii 
Ibrer bciilint )in1maiii obUuirl hulie*. AuMprürh« des .Valeiiilnus Rhatiu»*. Nicht 
Jedecn bat (iotl Rcitio GehoimulMe crülTnct; m warou nlhvii nur wculge. Dnhvr ilvr 
Streit JcT Gglplirlfii imil Pabullnloii iinil ttlo vielon KvtroroiDti. viel olgeniunrlitige 
AualeguuRtin lim ScMU oliii« <l*n Iiriligen OeUt ii. *. w. ii. «. w. Ttaiirigtir ZiiMUnd 
der jeUiscn Writ (lüR!)}: das Itüi-hlein >lo Jiiatilia Paraeolal: Der Neid hat 
dt« uiileran Ai^riin eogou Thcoplirahi ivrUendpI, da»» «iv ihn vonpotlol, üuk tia 
ihn einen SehwUrcntr, Zauhcrer liiid Nigmoiftnlicuici g«Vif<iKtion; rr war «iti rechter 
Magiis, der dio Mngnnliii Dei verslanJeti und gan?.«" BiJcbpr davim ([pachriobpn. 
Kr war kdii Fürxicn Wiener. Wegen all der Fdnditchaft und den Kcldfs hat or miiut. 
Schriftrn im KTlxirKcnnn gchnlir<n bis niif bessere ZoiieD: •rhnn «nmiDoll man tit 
nllenlhallu'n '■ifrig. 

[lob] Wolt gütt Eb wer dii' Zeylt vorhandcnn , lU uiich Bio Theo- 
plirushis viif^urnii Tliculgi^cnti dif worl Clirm. (InrnDii »\« bisher 
diu Ko|ilV z(;i-«to.^ü>cnii, vntcrsuliicdlicb nacli <km (ieint vDiid nit-ht 
Daoli d(tr vcniunITl nuslcgoto . Ich bnlio aber Sorge en wiirda 
bey Inctin kniim gullotin wordon, er xoigto dnnn tcHtimonia, wo 
Er gcAtudirt, piomouirl, ordioirt, Soant wird tnaou Im dz 
Examea vorlege» vad Eysornn Kup:dlii auf ihm Si-haiidön 

wordenn Daruml> ihL dor wog zur Soyligkcylt 

gar Engo goNpaDiioua, vnudt sciod der gicubigcii wodib auff 
Erden . Nam DotDiuus diit i-ut uult. 

TcXoc N. P. A. I. P. 

Bl. 20a— 64b Über Frimui Expoiitionum Deoem Fraeceptorum 
Theophratti . Hohenhemi: 
Vorm di-iiu Kröten /tveycnu Gobottenn. 
Du üolt gUIibenu Inn EioenD Gott vnnd durch ihnen 
nicht Schwereiin 

Üo hat vns Gotl goboiiQ anfuuglich xwoy gebotl, dx» Eino dz wir 
rtolloDti ^luubL-nn Itio Eincun Gotl, das ander dz wir bcy gott 
nicht scliwerctin Hollcnn. Da« Erste gebotl ht, das wir 

aus gott, Inn Giilt gicilltenn sollenn. das ii^t, göttlich glaulicuii 
von Inwencligou hin gotl . Da:» ander gebott ist, das wir sollen 
Inn golt gleuboTin aus dem Leibe ilz ist, menschlich gicübcnn, 
ditSHe 7.wcy gcbutt suliunti ulsu ventlandcn wvrdonn, AnfL-ngiich 
lant dit Erste gulioit . Zu Glaubt-iiii Inn Einen gott, aus gott, 
dann glauliunti Inn Ein gott. inus aus gott glaubet wtudon, 
vundt buschehenn, da.-* ist, au» dem iiott dor hin menschuun 
ist, Inn d«m dcTHelbige gott ist, Alxo stehet der glaub göttlich 
aus dem, Nach dem Ewlonn «cliolh, »eilen wir allein glauben 
luu gott, datiu di«scr Gott ist Inn lüntim gleubigenD, Auf das 




Biknd Schriften Lambart Waaker'i 1569 u. 1570. 



801 



laul diese» Ernten gcbott. da« wir Kollenn aus \*nserm Goll, donn 
wir liin viiiü liubeiiD. glitubeiiri Inn i^ott Inn diesem ttolelicun 
glaubenn winlt ila.s I-'rstc ^i^bott ErruUel, ilurnsch int äa» »ndor, 
du sich vciiin dorn Knttoii iiiclit Sdioydett, laut also, ilast wir 
nicht solUnn Scliworetni hoy gott, dus laat allein aßtT denn 
loili, wirdt durch denn Leih Erfallnt, On antrcrr^n de« gottes 
Im leib, der leib kaim nicht glaubenn, dann Rr i^t IrdiHch 
allein der glaub dz Ein Goit ieit, da« ist, das, das vom Ilimell 
kompt, Er mo« nicht Scliworenu, wann glauben ligt Inn gott, 
dm m«08eheno. aber Scbwercnn ligt Im l,eili de» monachen, 
vniidt nicht Inn gott de» iiieii^chon, vundt Isiwenn «cli doch 
nicht von Einand«r .ichi^ydenn dio«u zwoytt gobotU Sondunin 
nie bloibonn bi>y Einander, wann dur Olaubenu koinpt aus (iolt 
d«H Menschonn, rnndl der nii^glaubc na» dorn I^ih des men- 
Hchenn . Derhalbenn so ixt ¥^ ein ding, aber üwey gebott, AüfT 
das ist zumorclien däü dait Eine denn gei.it, das ander denn 

Leib uitriiTt, welchenn beiden die Heell vnterworlTen ist 

wider die vernonfft der Natur hat Gott das ander Geholt 

göboun derhalbenn gobeul gotl allein dorn Inwondigonn 

SU glaubonu In Gott vnndt gebeut dem Liocht der Natur wieder 
denn gi-iiKt nicht r.u thun. wann so d/. liucht wieder denn gt-ixt 
thut, so ist dz andor gcbott gebrochen .... Das ist du solt 
denn liOib wieder denn Geixt uielit gobrauchonn, dann alles das 
wioderstchot tmt Seyligkeytt. vnnd bo«iUt dann stino vernunlTt., 
danimb »ehwcret Er faUoh. 
[ftOb] nie andcrnn zwoy Gobott Du Seit donn Sabbaih 
fflyrciin vnnd deine Eltcrnn, daijonn du gehören» bist 
Ehrcnu. 

Da gibt gott zffoy gebott begrcilTon heydc Ehrung an, das Ein 
ist die Ehr Inn gott, die ander Im vater vnnd Mütter, venu 
dennonti wir hie sindt, dz ist Ein Ehrung ihm hertzenn, die 

ander am Leib, Sabbath . . gibt kein ruhe nicht alleiu 

Commemorationem der Ruhe . Der h&lbcnn mehr aufT ihnn 
nicht xu aehlcnn i#t als auIKinenn dergleichen tag, Kr ist auch 
Dur ein geseilter tag On gofehr auf den tag kominenn, dann 
Es üt Dooh nie Im wis«cna gewest aatT wolclionn tag die Ruh« 
angofangenn hat, oder auf! welchen tag die wvrck ausgewesen» 
sindt ob Ei« Froylag oder Dinstag gowesonn tut ... . I>cr .Sabbath 
ist der liimlische Vat4er dar tu» alle ge^chafTenn lial, denn 
sollen wir al» vnsernn valter heyligenn .... dtig, ander betrifft 
difi i^yligkeytt nit an sondern allein die liebe liin der Natur 



ao2 



IT. Thraloglsrhe*. 



HU» dem gehcH Uotltut. viinHt utcht vou wcrimi der SeyliKkeylt . 
DsRti Eh Ki>)>Srt nicltt.« LciblicIicK xu d«r Scjügkcylt. als dann 
Ioil)lk-h vattcr virndt Mnttpr Khrcnn niizci^. 

(37ljj Von dcHD dritten» Ewey gcbottfiti (JottOM . Du «olt, 
nicht Todtenn vnnd tiolt nit falsch ZflQgiiiit gcbcnn. 
Do ^l>t golt T.vity gobotl. Ein« int da mM Niomaiitlts Tadtonii, 
da» ander im du «olt niclit Talsch zaugnis geben, Durch dx Erste 
getfott gibtt Er zuiiorstidienn, di« ßodl Inu dorn dz or gebeut 
wir Noileii nicht tndenn, A&n 'iM- niiVl iWo 8cH gundt, diosßlbij 
soll Niemandt todtonn, vnndt Iiiti dici«!;!!) Holiott begi'oilTt gotü] 
kern tiHb, allein die äeoll, dann am Rnttenn int xuwinson 

Clot.1 «Hein rodt von dem EwfiRonn lodt aus der falsch 

MugiiU kunipt dz toüttin» der .Soolonn das wir nicht 

sollcnn mit dor warhcylt Hio lugon bciütottigoan .... die war- 
hcylt i*l dor wpg Im (ilaiibunn .... welclior anilcrs ilann Inn 
gott gicubot der Ul s^etiiiltel .... no \*t der viiiprnnK diäte» 
gnbntt allein vom himlirtchenn I.uciror iUt teillTi>'ll genannt Rr- 
.•ipruugon, welche Eineun Irniisrhpini l.ucifer auff die Erdcnn 
gesetzt hat, gleich su reiiirenn die Erdenn wie Er ihm llimcll 

gercigirl hat, Also lautenn die ewey gcbott genlzliubeno 

allein aülT dt;iin Irdl^cticn Luoilbr, welcher di» Scol todct, tnit 
»einer Lehr, mit seiner vnterwcy-tunK .... vriiidt i»t dur griitidt ; 
dieser zwey Geliott d/. Ituiner aal TaUch Ziiugni« gcboii, wieder' 
denn rechten glauben vnndl dz mann luchl Soll die Seeil tSdten. 

{4Gb] Die vierdeiiu zwcy ßeliult Dii noit nicht Stelena . 
DU Holt nichts l'rembde!« begvren. 

Da gibt VHH gott zwey gebott, dz Erst betrifft die worck ono, 
ds ist du.«, ^ü mit der tadt vollbracht wirdt, duü ander botrifft 
das Hertz auo, dz ist das allein [ui herlitonu botraclit vnndt 

begfltt wirdt, aber nicht mit dorn wcrck vollbracht Also 

«Gindt zwcne diebn Inn Einer haut Ino weltlidicnn bo* 

gvreon Tondt Inn gei.-itlichenn begeron .... Als wenn Hieb 
Einer aon Ooltes Stadt setzt, der Stüt gott sein gewajt ihm 

gei.tt vnndt legt ibnn ihm in der arme soll arbeyltena 

darin i^l die Ärtzeney aüll' die armut ... So ihnu aber dw 
reiche verlest, vnndt die arbeyt aiicb, noch ao]] er nicht Stol^nn . . . 
allein Ion gott hoffen .... musüen wir dann Inn nrniul .Sterben, 
So ist dz der vorteill d(» Undenn todl.'«, vnndl die gewisse 
Seiligkoy tt dieselbigc xu Erlangenn, Soll kein armer vcrzwcitTellna . 
Gott verlebt ihnn nicht dann ea ist bey ihm dz lebenn, bey ihm 
die Ewige freudt. 



BaniUchiiflen I.unbort W4ek»T'ii 1569 ii. 1570. 



303 



|^7I>) Dio fiiDfrtfian zwty gobott . l>ä :t(iU nicht ßhc 
brcch«nn vniidl ^olt koineo Andernn gemall beger^nn. 
Da gtlil doli iLvrv.y ucbnit VÄm Inn die werckli, Uns üt du »ölt 
nicht Klivl) reche im . Ihs ander Inn den geti^t, du ist du mdU 
keinen andern gomall bc^ri>na, die» ewejr g«bott siodt Nor 
Ein ^ebott. allein dz siu !>ich »dioitlcnn. Tna dem, dz ein dund 

menschoun selbst anlrilTl Im lA-ibo dun ander Im Goixl 

Ein itzlicfaor mensch «oll ^o Er kom])! aiilT »«ine tsg Itiii der 
Eho lehcnn . . . nl-so «x .«ich viitewtchet die Juiigrrauwhafft, mi 
bebaltenn, vuiidl die Keinigkoytt ibun die Jungrrau.sch.ilP: le^, 
ds8 Ht ein Khebruch, denn gott will deiner JungfrauMihalTt 
nicht, Sondern die frucbt von dir, denn er bat seine Kigene 
mutier nicht rberaehenn, Sie hat ihnn ausHonn geberean. Also 
deagteii:henn hoH ein Jglicho Jungrrau, daruinb tiic vIT der well 
ist ihrenn Mann ncmcn .... viid dio hicirerinche gleiisiiorc)', 
der »ich durHclbenn Jiingfrauiichalt't .schulzenn b«!«or danu die 
nseh dünn gobotenn gotles lebenn Inn der Elio, diesolbigo prac- 
.lunipttoii vudt sich nclbst ac^htung vnndt Krhaltung i-'^l der weg 
zu der hellenn, denn kein mcDHeh .loll i«ich aii.i der Ordnung 
scheidcnn dmeb welcher gott denn weg geon hiiuoll geordnet 
halt, vnndt die Etie gelmltenn . . . Ihr vcrtluchtonn Munchenn 
vnndt Nonnen, der teülfeU b&t Kuch Erdacht vnudt nicht (iott, 

dann all Euer Ordnung seiodt aus dorn teölTulI welcher 

Inn der Ehe lebt der lebt nach denn zohoon gubottenn gotle«, 
welcher »tier nicht Ehlich iitt, der ist Ein Ehebrecher, vnndt 
nicht vbel wer dx gi>re<lt dx ich .-spreche, du allein der Ein 
Ehebrecher wer, welcher Inn die Ehe nicht weite vnndt lleuchut 
die E" wer durch reinigkeit seines I.eibet» oder Monnt mit hurenn 
furenn vnndt vnndläuffenn |?] vnd Sprech dz die nicht Ehebrecher 
weren. die aus der singen [!|. iliinn Es »indt Etliche vrsachenn, 
die weit zu beiden [!], dieselb ich Euch Inn dem andern auch 
[! statt „buch*'] der zoheun gcbetl gottcs uuiizeigenn will mit 
mchrem verstandt, wie denn die Euaiigelistenn auch weyaonn Inu 
tiotclieiin Puuctenu. 

I(i« Endt sioh dx Erste bucli der nuitlegung der zebenn 
gebott gott«e durch Theophratttum llohenhcimium Dociorem. 
Er folgen noch 1 uobcaiAriebcne, unbexeichnele Itlittler. lU>r 
Sobreiber hat ziemlicli naehllüsüg und unaufmerk^m gcüchriclieii; man* 
ch«fl ist im folgenden Manu^cnpt im Einzelnen besser gegeben 
aÜD hier. Weitere Itemerkungen siehe am Eudo der rolgendcii 
NuDimer, 



804 



IV. Theo]OKlaeh»s. 



87. Rostock, Utiivei-sitätshihliotliek. Mss. theol. 79. 40 BII. 
4° Toij einer Hnnil aas der 2. Hiilft« de« IG. Jalirhundcrtti. Alu 
Scliroibcr nennt sich wie l>ei der vorhergehen (Km Nummer 
LanibiM't Wacker, doch sclieini es nicht dieHeIhe Ilsnd za 
sein wie dorU Auf dem vorderen DI^ckol des Peri^nmentbande.-! 
Fol^^cnde Pressung I. A. 0. M. Otts hets^t „Joannes Albertos 

ir>70 
Dax Meckelburgiae". Prof. Dr. Fr. Schirrmacber erwähnt 
die Handschrirt in seiner Geschichte Johann Albrechl 1. von 
Mecklenburg Itd. [ S. TTO. Auf dor orriten Seite der 3 leoreu 
Vonatitbliittcr vier lateinieolic Distichen „Roma diu ütubana 
longi» orroribu!* actii" u. ü. w. 

]tl, la— I2s Dem Dürdileiichti^oti llochgoburiieun Fitrst«n vnnd 
Herren Joliann» Albrechten Hertxogon zu Mockolburgk. 
Fürsten r.u Wendon Grauen ta Schwerin, der Lannde 1io.4lockh 
vnd Stargarte Herrn . ic. Meinem gnedigen Fürntenn vnnd 
Ilorrenn. 

fienedigor Fürst vnnd llerro. Es schroybon etliche In Iren Cro- 
nicis, das Anno 15'.^*) . Ain SeltKum wunderbarlicher Mann . . 
.... [eine gro»)tenthoiU wörtliche Wiedergabe der „Praeratto" 
in der vorhergehenden Nummer, doch ist einiges eingefügt /.. lt. 
ßl. 6 eine lateinisoho Stelle au!« dem ParaueUischen Huch de 
Justitia') und Blatt 10 ein StCck sua der Widmung der 
vorigen Nummer; ganx neu beigerOgt ist folgender Schlu.'»:] 

[Hl, 11] Uieweil aber dieses Theophrastj Scripta w lanng ver- 
borgen vnnd le lennger ie mehr paulatim herfür- 
brochen, der Heiben mir ettliche Gott auch wundcr- 
barlich bescheret. Will mir auch nicht gcpüeru. Sein Lob, 
Kunst vnnd Weyl'heit zuuerhaln, dann wolle Gott, du< eiu An- 
seheulicher polontat all disse» paracuLti opeia all lieU in ein 
Corpu« zusammen Irugcn . Wurdl mau leichtlioh ( . Do f» ann- 
dcrsl vuuorfelscht . ) Ob er auÜ dem grundl . schwermerisch 



.111 tvaldiem <sr also spricht, Nos ea doginnt» qiitiD nnn nie MUloriix «num 
hulinnt (uiiiinineDtum vuidanier nihil awtlmamus, vli Jiiri'tnnim, |>riidi:iiliim, Qtil 
lege* «tnciunl et oriliaaiu praourriliiml, iuxla suinini iliintaxnt cipinioiiiiin plaoüa . 
Iti »rltknt n« uiodä \p%\ pcreant Rtiam^i VaiucrBiiin commano boniioi pcrkUtclur, 
In huinnmodi isi'uc fatultatlbiis cain pluritos [BN T] inctrta «iiprA qiinm dacpt pro 
eorti» Vnii lect'pia aliit rueifiluiiturque ampllus, relliii]iiiiniis oaf, dum 1 Jonen m iionlat 
ttmpiiH in sua peailvrv affitImitioDe Doqiio taliiicn tiominam Inqniicilnlo aiit opinin- 
nlhut ftiil flccti Bul conimuucri patlmnitr'. T)la»0 StalU Ml In dem ^dnicklou ,Libar 
de Juetilia' (Tli«il I No. WG 8. 13-31) nicht m finden. 



* 



BiDilNcbriflaii Umb«rt Wkckar*! l&liS u. 1S70. 



306 



ßilcr Christlich K^Hchribon. dauoii judioicrn kOniioii, Ich für mein 
Einfallt, will xeine nu<>cher drin ein hoch My!*terium nit vrtlieiln, 
wiewol vil dawider Bellen, es beist In alier Nieniatidt, ol> gleich 
seine vermuiDto Immitatores sein Kunst vnnd Arbeit miß- 
bmiichon .... wua alier in disor uiofültigen jirnefation . . oit 
... wirt diir(;<^thnn . Soll oli Giilt will, do Justitiu, t-o vnnn 
dem Theophrostii mich goschribcn vnnd in den nndeiii [mititnis 

mit Riehrerm erlilert worden Ich bin nulltu.4 addictuit . 

Ewer Frl. (in. Mich vndorthenig gohor«amb beuolh, Praga den 
funffton Aprilis Anno Im Sibonlxigiaten. 

Euer Fr, G. vnderth.iniser 

[.anipintiiH Warkeruii. 
Auf 61. t2b „&i Vis Vitam Iiigredi »orua nmndutu" und „Casta 
Dous mcuüt est, Casta vult mcnto vocuri". 
ytt»it Sinucli Jitiind auch in dem HiTliruM- Msi^r. 
~3I. Vi — 10 Liber primut Expoiitio&um . deoem piaeoeptorom Theo* 
phratti Hohenbeng. 
Von den cr.4len r.weyen Oebotten, Du .to)t glauben in 
einen üott, vnd durch Ion nit Rchwereo. 
Da hat vnns Gott geben anfengklich zwei Gobott. Das ein Da.s 
wir TiollftQ gtaubeno in eiocD Gott, Das ander iIiih wir bei Gott 
nit Bohwcren Hollen, Das erste Gebott ist, &f. wir auti Gott in 
Gott glauben Hollcn. da« ist göttlich giaubcu vonn Inwendigen 

Vnnd mprich, da» dio nit 

Ehobrocher worent, die auS d«r gitogen, diinn i\* ^uint etliche 
Vraachen . dio wol ta meidoii, dtoiiolbig Kiicii in dein undcnt 
Buch der Zehen Gebott Gottc« anzeigen will, mit mebrcrm ver- 
ütanndt. wie dann die Kiiangeliitten aUHWei.<<en in :<olchenn 
I'unctenn, Ute enudt sich daa Erste Ituoch. 
der aul'legung vber die Zehen 
Gobott, Durch Thueiihraatem [I] 
von Ilohcuheim Düctorcm, 
Cui VolucrDK pu«cis l'ator et (jui lilia vestis 
Corporis atquo anim^ Mit tibi cura mene. 
Vit Abweic!iitng«o dos Textos dieser Hnnditchrift von dem d«r 
vorhergehenden «ind nur gering; beide llaniLichrirtm bototien, dnss die« 
nur dus ernte Buch sei; ein iwcitc« findet üich aber nirj^fuds. Auch 
von dem was unsere beiden aufs engste luisainmengehörigen ilaud- 
•chriften wirlclich geben, vom „Liber primun", findet aich sonst nirgend« 
nine Spur. Mit dem anderwärtH t. B. Leiden 24 (No. 88) Hl. 4(>Hlt. 
Oberlieferten I'araceUischon Kommentar der lU Gebete hat unser Miicr. 

KrlUk d. BinibtU d. I^ncflitnbu ««bttDaa. IL 20 



806 



IT. TbcoIogiMhw: 



uichti xa Uiun- Keiner der sadeni Sammler IVacelsiifclicr Tb«ologica 
scheint 1)90 von diesem eigenthümlichen Kommentar zum Dekalog etwas 
gcwiLsst zu Imbeo, deason Aiisch&uungcn xich übrigen» violfach mit duofD 
Modorer als l'unceUisch tiltorliercrtor llioalut;isclifr Sclirifien Iwriilirvu; 
Tgl. aber üo. Hb am Endo und No. ITiÖ. 

Du« r.ambert Wacker >lie»e SchriD kurz nacb einander zwei 
Dorddentficlieu Pursten (um eigener Vorlheil^ willen) gewidmet hat, 
dient nicht daxo, ihre Eclitheit glaubha^r zu machen. 



Die lioiden p*0H.seii Leidener theolügischeii 

SnmiiielliHiMlNcliiiffeii, 

IViiher in (JrüfUch KoNcnbere-scheni he^itxe, 

88. Leiden, Univ. - Bibliothek, Codex VossianuB Chymictis 
in Folio No. 24. Schön i;cpruMt«r Schwcin.'^ledcrbaud (auf 
mehreren Pressungen die Jahrzahl 1567), enthaltend 044 eug- 
beschriobi-uc DIHtter (6 leer« Itlüttcr nind nicht niilg«zälilt), 
denen um Ende noch etwa dO unbeschriebene Itlättcr angorügt 
sind. Aur dem Ictttcn beschrieben eo Blatte die Jtahl 557. auf 
dem ersten unbeschriebenen die Zahl bhÜ, offenbar al.i K4>Mt 
«iner alten Foliirung, die iHelleicbt beim Binden woggeschnitten 
wurde. Die itelir Hchone lland «tammt etwa aus der Mitte de» 
Iß. Jahrhundert« und ist »pStcstoo« um 157Ü /u «izcn; wenn 
Htch nicht auf der Rückseite dea t. I)latte.4 die Jahncahl \b~tb 
fSnde, würde man die Handschrift unbedenklich zwei Jahrzehnlti 
früher setzen. Auf der Innenacito <k-« vorderen Einkanddeckolü 
du jwhiJne blattgroiuie Ex libns doa l'etvr Vok Ursinu.t von 
Roiionberg „Anno Christi M.IX'.IX." (In der auagOHtorbene» 
böhmificbon Linie der Grafen Orsitii von Rosenberg 
[-Krumau] wurde Graf Wilhelm 15*^ gefiirütet und Mtarb io 
demaelbon Jahre; «ein Bruder Peler Wok folgte ihm in der 
Fnretonwiirde und .itarb am ü. Nov. 1612 ohne Erbon; die 
Itärotner Linie blüht heute nocli. Auf dem Fürstl. u. OriUI. 
Archiv der [Oreini] Roi«cnberg in Klagenfurt ixt PuracebischM 
nicht vorhanden. Im Wittingauer Archive habe ich nicht 
nachgefragt; vgl. Beilage zur Allg. Ztg, 1S37 No. 2(K).) 
Auf dor Rückseite des 2. Blattes ein Bild lloheulieim.s in Wauner- 



IHi baldin (tdisoo I'«)i]sn«r ihonl. S>inm<1hBndsi'.hrlftoii. 



807 



färben, dem olTonbar der bei No. S3 boscliriobene lloli^^cliiütl 
als Varbil<I diente; io IlinterKrund und UmHchrirt wurde »t von 
dem Bii'ckniaDn'äcbon Rnrace-Bild (Aberle No, 73, Taf. IV 
No. 12) boi>inf1u«sl.. Auf einem rothon Kiogeinur Htcbt er vor 
einer brniinllHicn Miuiorwniid in ganzer Gestalt, burbaujit. diu 
Antlitz «in wonif; geH<Mikt und Iciclit. n»cb der linken St'.tiiilU^r 
gewendet, der Kopf kahl Iiih auf 7.w«i grau« kran.HU HaarbÜKcIiel 
über den Ohren, tii-fliogende Augen unter vorstehenden »tark 
gewölbten Augenltrauen, bartloiies, stark gefurchtem tiosicht, Mala 
kurz in weissem vom oirenoni llcradkragen. Der bis zu den 
Knien reiclii^ndu Rouk ist gelblich braun, über dem (itirtel 
glatt, unterhalb Taltig, ntich links geschloüfien ; aus doin kloincn 
AuMchnitt biingt. die bokunnle Hcbnur mit QuukIi; liervor. welche 
bier dem AntiraonKeii^hon ühnelt; weite Aurmol roichen bis zum 
Rllbogen, wo sie puO'enrörmig eingezogen .lind und Teuerrothe 
gestickte Unterürmel, enganliegend bi.-« zum Handgelenk, vortreten 
lassen; enganliet^ende feuerrotlie ätrümpfe, Hchwarxe vorn otTeno 
Schuhe. t>io Künde sind aufs lange Schwert ge>ittilzt, dst» tT 
vor sich Ulli' den Itodmi stemmt. Üubcr dor rechten Schultur 
duK Wappen im Dreipu.s.i wie in de» Hirckmann'oehen Urucken; 
Herz^child hellgelb, (Jucrlialken grau, Kugeln rotb. ebeiHo di« 
Kreuze auf dum grossen weiiueu Srhüd. Uuber d>!<r linken 
Schulter stellt (von dem Schreibor der ganzen lUtKUchrift ge- 
Hchrieben) mtl rotlier Tinte: „Aur. [*hi): Tlieoph: l'araeeltii . 
Nati . Anno .14^)3. Mortui Anno 1511 Aelati-*« ^>uae .47. efligiai." 
UmHuhriH genau wie bei Aberle No. 73. Rechts unten in der 
Ecke da» Monogramm TO in der Juhrziihl l.'j | 7'i. Vielleicht 
ist der Muler dioHcs Aijuurells und der .Schreiber der tlundschrilX 
eine Person. — Titel, Ueborechrifton und Itibeltvxle »ind mit 
rolhor Tinte g<!8chriebon. 

Auf Blatt 1 folgenden Titelbliitt in rother Tint>^: 
D« Cena dommj Prologus et Initiom. 

Lib: j. Theophraitj 
Philosophta TheophrasQ' . Lib: primni. 
De Lymbo etemo perpetooque homine nono lecnnd: oreationii . 
Bx Christo . Uio dej. Volumen primnm. 

Bl. 3— 11 Do Prologo et Initiu uoluminis I.imbj uetornj . 
Lib: primus, Tbouphrnatj paracelsj magnj. 
Nachdem, vund alle Philosopbj, so ym liocht der nutur erloOcht 
gowwt eeiodt . I'iir Mcb gononiben haben . xubcnclireybon die 
natürlichen touffdl der natur . vnud dlor yrer worokhoo vnod 

SO' 



308 



IT. Tbaologiwll««. 



khriifTten . Habe Ich mich dentclbigeo So woylt vmid die nalflr- 
licben tugenten erforschen, auch 7.uW-ichr«')'be» tiemüehct . nitt 

ein cleinon theyl dduelbittoD wohl abgeuerltigl, 

Darum!] PIülo»o|)hior ein yegUcher w weydt 

vDni) vohrr . (Ims er ym nach iltosein leben . «id rr&udt . 
vnu<l ein owig.i mach: Durch Christum . der zum soolig«D der 
Loyb Ul . OiiLl liccht . das thor . vtind iVt i>vrtg wort . Auß 
wellichein wir alle yn lieben . Vbor alle geburt der weit . 
Danimb dafi er ewig ist . vjiad die andern all der Verdambnitß 
viidterworfTcD . Tnnd der secligkait boraubdt . l-'ini.'«. 
E« iitt diw dasselbe Scbriftslück. welche» Staris 1GI8 in der 
PhiloHophia dn lirabo aeterno (Theil I No. 303) S. l^lö abdruckt, doch 
sind die Abweichungoii «ehr bedeutend: was Slarix gibt, ist eine wesent- 
lich kürzere Gustalt des Toxtoti, auch »lud im Kleinen riolfach Aende-| 
rungen vorhaudon. Im Vorlauf der Abhandlung werden die Abweicliungen 
immer grüwor, beNonders \m der ATifülirung ilor 21 ruuktu. durun 
dritter hier in beider nc;4talt neben einander >itohon mftg: 

Stariz: llandschrifl; 

3. Holt innen das 1. Cap: Matthaoi Das dridt Buch ist genomben von 



von der Geburt Christ, der isl darum 
leiblich geborn, da^ wir alle uutl 
jlim leiblich geborn würden . Der 
nun die Ersten vnaü, der woill die 
aiidom alle. 



dem Euangolisten $annt Maroum , 
[andere HandHfhriften haben „Hat* 
theus"] Inn seinem ersten ("apitUil, 
der da fürholt . Die gepart deQ 
crxt gupomoD Sun Gottes . vondJ 
\äl loyblich dx fürzuUalten - Dann i 
vir densclbigen der da geporn ist 
worden . Seiudl wir alle auß ym 
geporen . Der nun dou omteo wayf^t . 
der waylst auch die andern alle . 
vund ist dz dridt buch . gegriindt 
vil' den Eunngollsten dur ((emeldt ist. 
Bei genauer Prüfung kann kein Zweifel bestehen, diuw uuHorc Hand- 
schrift den ursprünglichen Text gibt und nicht etwa das Original erweitert] 
hau Uebrigen^ hat Slariz wohl nicht selbständig neine Kürzungen vor- 
genommon; denn en werden uns auch Handschriften begegnen, welche 
difl selbe kürzere Gestalt haben und zoiüich viel früher fallen ali« der 
StariK'sche Druck. Es wird sich bei seinem Text ähnlich verhalten wie 
bei No. 83 (Escerpl dos Sloutanus?). Vgl. No.98 Bl. 25IT,; 108 S. 377ff.; 
113 m. *20bff.; 114 BI. 44)1.; llfi Bl. TlblT.; 117 Kim. 

ftt. r2n— *29b Cvna Domlnj noBtrj Jhesn Chrlstj Deolaratio . Aureolj 
Iheophrattj Faraoelti . S. Litteramm Dootoris. 



)!rOMeii I.eiiUuer Ihool. San mel hau lisch riflen. 



309 



Hie, yii Ixuctiroybung inoJniv-i fiirnombonB , von der evilorunfi 
Aek naclitmals voMOrs Herren JIidüu f'hriHlj . Ist am eret^ii daß 
niitti^e^t Euol>c««clircil)üii von ik>r fiiidilbfirkeit dessen, daß wir 
licHcliretben vnnd /.ubcRreylTen, Inn .solclicin dict vi'nncIi . moIIcIh 
ein uoUurtt't . vnnd nil ein ybarlluti zu ttßin . ein iiotturfll vnnd 
nit CID vnnotturlTt . Sonnder dcrinaiuion . AWii ein genültiges . 
80 wir biibeii sollen sufT ordlen . Vnnd nil aliein sollen . sonder 
gemuoßt . So wir wollen e«son vnud Irineklien In dem ewigen 
lobon . So iiiiD nnllehcH «rxelt . ul wuitter doLt Texta außle^ung . 
wi« «ich denn snin bew^hrn eruordert, 

Verba pri>lo)(i Tbeoplirustj Suo scribe . Vorbi ad 
Verbom. 
AlU wir auß Adam neborn f-'eindt, Kum todt . ynt flcineh . 
AllflO werden wir geboren autl Christo . I>nreli woin lley^fcli vnnd 
blut . Zum ewigen leben, vnnd wie wir von Adam vtT erdtcn . 
der sOül yren stubl niadiun vnd üotzan, vnnd bcdeckbent , 
AIIno auch naß dem Hey^h vnnd blut CliriKlj . Sclien wir uuß 

der «cel jiuoligkbeit . ynn dx «wig loben 

111. I3h In socundum Librum l'rnlugus. 

Dioweyl nun vlt' ardtcn die lleylligcn gespoyüt werden durcli 
ChrJHtuin . nach »einem willen . der ym Himmel i»t . wie vIT 
ei'dten . vnnd vff erdten wie ym ilimrael . Dann nit weniger 
iät ein hoyllig vif erdten . gegen dem ym llimmel, nit mehr 
auch der ym himmul . gegen den vIT ordton, Sonudor gleych 
ynn Christo . . . 

Bis Bl. 14 b stimmt alles »a xtomlich mit Staiix u. ii. U. ^. HS -94, 
nur Hind die L'ebenwhrirton bei Slaiiic weggeliwsen wie in Nn. 84; docli 
stellt unser Leidener Text di.iin Ktarijc'»<.'h«n viel näher «U der Wolfen- 
biillclor (No. 84), wenn auuli im Kinxelnen noch Abweichungen genug 
vorkommen, wobei (w sieb diirehau« nicht sa;;en lüsst, datu die Leidener 
Lesarten immer die bojworen wJiron. wenn «ucb recht vielfach. 

Gm Tolgt nun eine Ginschiubung. die älurii: an anderer Stelle gibt: 

Bl. 14b AußleguDg Wiu <ler Tust anfacbl . V<uieei)tibn.-« nntem 

eU K. byß In regoo patriii inoj . AlUo ylin dietiein .-«oll aller 

veratandt . deü nowcn Icttlnmont« begrylTen werden . Watt Mat- 

ihflUM dauou gt-schrioliun hiilt Dann (iott will sein 

willen haben . ynn boodcn . ym himmel vnnd vfl' ordlon, wer 
de nit will . der <ini[iracbt ohri.-itum nit . Dann er ist wider 
Christum. 
Slarir, hat du «n« Kndo geAcIxt (S. 12.*) — 12(>) im Gegensatx xa allen 
IlaodKhrirteo; di« Varianten unseres Textes gegennber dem Starii*- 



810 



IV. Thoologlscha 



sehen üiui) uobodtulond. Dio Handschrifl läuft daDii woiler wie 
Starit S, 94: 

III. I5n, AuUIogurig . SaiictJ Math«j am '26 ten Capit«). 

VeNüßtililiUM aiitcm alu . Uioweyl nun die er-^^t Reburt yii Adam 
ert'ilhllt üt worden . Vnnd bio an dem Nacbtmal die annder . 
So wiiutondt . Uievteil wir müesseii goboron worden . so trjrSt 

08 dz Heyacb an 

lil. 17b Außlogungybor duuEuaiigoliittuiit^anotuuiMaruuiD. 
Et vd('ntibu« illl< . AIIho audi M»gt, Mnrcus wio Mathcu» . In 
oiiiuiri synii . vtmd vIT ein woit . Alls<j da (')iri!<UH dx tiradt 

^onumboii liat 

BI. ISli Außlogtiug yber den Text Saoctj Luco. 

DeMtderio dosidoramlnj . Lucaü »otzt liiu don uiifanng deli Naoht- 
maU bodeütliL-tict- . nlU diu audi-ioii zwen . . . 
Bl. '20h AuLtlo-^uiig defH Toxts . Santj Johaouis . am t:t«D. 
OpLTuiniiij . VVifl null genagt i«l . ds Jolianne» dz Nachtmal 

Dil liML-hrybeo bat . .'ionder allein den himblisclien Tisch 

B!. 24a AuUlogung auir den tßxt. ^anctj Psulj. 

Ea nitcte qua ivm» . I'auluH . der hat dz Naehtmal «uoli llir 
sich ßonumboii . vnud von deßwogon . das es herl zuucrsLcca, 
ist ... . 
Bl. 27a . . . Diene alle soindt vcrdambt . Deren die geächrilTt ulTt' 
godonckt . vnud die rraiilieten . Sye wötlou aber aiuli nit. 
orklicDnoD. 
Dcfoct.) 
viind trhickhcu wir . doKSulbigo vorKtohndt wir wol . wir essoun 
vir ordten . dz körn dz auß dem ackher wochßt . wir wissen 
aber nit wie .... [29b] . . . Daiumb billiuh die wort zweyer 
pucher . dermansen seindta auß|;ele^t . wie »ie yonhalten . Dann 
genugsam ist die lougkhnuB diß Apostels . Das obu falsch ist . 
vuiid ohne alleu betrug . liuis. 
Das stimmt mit Slariü s. n. 0. $.94 — Vlb, wenn os auch in den 
Locartea oft abweicht. Die Lücke gegen Endo bat Slariz nicht bi-zoichuot, 
wolil aber der Wnircnbüttcler Hitravagancodcx (No. 84), dur nach Mon- 
lanus' Ansicht mehrere Blätter at« Tehlond angibt. Unser Text slimmti 
mit dem des Stanz und aller übrigen Handschriften ausser dem Wolfen-^ 
böttolor Codex i^xtravaganeus im AllRemeinen völlig überein; letzterer 
bietet oiuo ei^onmüchtig gekürzte Gestalt, die auch vor eigenen neuen 
RodowendungQU ulcbl xurCickitch reckt. Dur WidomauD'sche Text im 
Wüirunbiiltoler Codex Auguslauus '42 (No. 100) »toht uoserom Leidener 
am niichrtcn. Vgl. auch No. 108, 113 und IM. 



* 



Die boliisu grossvD l.elileoDT Ibeol. SamuieniaiidHcliiiflcu. 



311 



BI. 30a— 42a Über . De Cvnae [!] domiig . Ex Capito [!] 6U Jo< 
huuii . Theo: HohenheimeniiB. 

In i\mm Cnpitcl .' mmh ^tlicli puncton zumcrcVhen . So hio- 
rjnnon ilou grundl l)owcy!i<ni, w« iJiU capitU'l untrylVt . Su nuu 
dieselliigen puncteit wohl vnnd oigoiitlich worcloti fCirgi-^noiiibcn . 
So wirdt der text chnntj . yii aeinor Aumnia vnnd SontODlx 
recht vod wol vor»tan<IteQ . obn wcllcbä aber mag es iiitt »ein . 
dz hicrynn der gruodt gomorckht wird , ohn Irrenbl anderer 
imnuton riirhultang 

BI. 32a D«r niiiidi>r (luiict . Woitter ftuch . ho ist aot . dz brodt . 
HO vorn Hiinmul giMttigon ist . wol zuc^rcIcrOD . vtiod zucEitegkheu, 
vnnd ist allno 

111.34a Her dridt punct . Darunih nun . ila.'i die Jüdcu tiU alle 
gelert werden von Gott . Darynnen üuuor-itohn 

DI. .^fja Nun volgt der Test nach dem Capitel. 

Dicit ad Phüippum . Vndc omemun panes . IJiftseo ZayclK'n . 
dl ChrintuH gcHpeynct hat . ein «ollche monig voickhs . mit fünf 

brodt . vnnd zweycn vindien Uarunili 

äo hat er der mcn.4cU . nicht» hie xiiandcni . noador glauben . 
dx Christus die warheyt »cy . Vnnd nit die viiwaihoyt, daruiub muß 
wahr iiein . dz er ledt . hat der nicnNch die gnadt xuuerHt«eu . 
So veratoet erß . wo nit : So vurtteei erlJ auch iiitt . finin. 

Stimmt im Oogcnsatx zum Wolfenbiitlelor Extravaganrodcx (No. 84) 
ziemlich gut mit StariK a. a. U. 8. 'il — 46; dait Latein da» lli bei teste.-« 
ist in unterm Mscr. niciit immer fehlerfrei. Vgl. auch No. 100 S. öfifT.; 
No. 108 S. 447 IT.; No. 113 111. 3yf.:.No. 114 111. 115; No. 115 BI. ISIf. 

BI. 42b — &3a Liber De Caena domiqj ex Capit: L 3. 4. Johannis . 
Theoph: paracet^ magnj. 

Johannen dor Euaii^fcIlNt . hat hio ein Euangolioii vmid vrvprung 
eingefQert . Auß seinem uignun goynt . den er von Gott gohabdt 
halt . vud yon HolbigL-n ijeyst . hat ur aufgelegt den anfaDiig 
der andern creatur .... 

BI. 46b Vom dridtco C'upilel Johann . Hie verwfirift ("hrialua die 
goburl Ad\> . . . [Stnri/. S. 54J . . 

Bl.Ma AuU dem vierdten Capitel Johannis . Vom hayd- 
oiacbon (räulein . Omoii« qui bibit ex S(|a$ ista . Die bysCo- 
ricii bescbleüßt «ieh yn dem . pna Cbristua diene haydtntsehc 
Frau . abg«««D»dt hat . von dem tnnckbeo dor ordteii . . . 

[.Starie S. 62] AIIho auch worden vilü mehr ynn diu ZaI 

kombon . Dann deren »eindt . von deren wegen ChrL«lu8 »oia 
blut veigoaBoo hstt . Hais. 



812 



IT. Ttuologüchcs. 



Stimml im Ganzen völlii; mit Stari» a.a.O. S. 4*)— G? überein,' 
wenn aiii-li vinli'rlci Texlaliwf^tchunReii im Einzelnen vorkommen, ist 
ako niutit gekfii'zl wio der Wolfen büttelcr lücti'avaganous (üo. *H'). Vgl. 
No. lOG S. 100; No. 108 S. 477; No. 113 UI. M; No. llft Bl. 3ff. 
Auf Dl. b^h unloD sieht dann der Titel: 

De Cyna domiitj . Liber Cellent : Ex auotoribus ceteris Enan^Uj. 
und oa fülgt auf Itl. 54»— 82a iler Text: 

Theoprast: Iiulionlieimen.tiH . Ad I.ccinpeiii 

liCMcr . In dioKem Itudi xolltu ein auirrnorckhen haben, wie 

byf.ilier die außleRun^ ctlichei' worter ChriHtj niyLt^ici'lialen 

seindt , . Darumb mit der xoyt . xoytti); werden . (rybl 

khein Irrung . Valo. 

Lib: Dl- C^'na Dominj . Tlicoph: llohonbaimenBia . Ex 

cotorid Buangelij auctoribu:«. 

Non in moIo [lanc uictuni« (*i homo . Da nun dor Teufel . 

Chnsto auuiutli . Kr noil auü den .ttüiiicn brudt inacheo 

da rhristuii vnad sein leyb . der mi>n:«ch muß sein . 

yii dem wir aulTeDttebu mitt chrislo . so er zu (lericbt wirdt 
iiytzcii . Am Jiiii);ütcti tag . üni». 
So weit Htiromt e» ziemlich genau mit Staria a. a, 0. S. ß"— 88 
(nicht mit Ko. 84). Da« Wi-ilero ist von Stari« nicht abgedruckt. 
Itl. Mb Der annder thayl. 

Prolugus . Dieweyl nun die Kuaogolisien. nach bcütchreybinig 
der E'>uaiigeli('ii . KtliL-lie Hprikdi niuri'n. zu dcmtiolbigen text 
gehörendl . Darytmnn ayc <lunn stehciidt . Nun aber die 
ybenigen . So «ych (. Ketxeroyon xumaohen .) vnnd dergleichen 
Irrung . ic. vnder-Htebn . Suchen gar getiaw hin vnnd her . wie 
»ich sye heholflen . Allao flyckhen sye zusamben , wo sye «in'iich 
foDilton . Vnnd machen mit dcnselbigen Inen Helbat auctoriteten 
darauß . AIIso &/, vnmüglich vif yr weyß vnnd ahrt . sollich 
Kuctoritotiin icuuerstehen . Damit »yo yrnm fQruomben ein hiitlein 
vlT»etxon . voiid b&tubyrmcn sich a^lbs . AUh soy die gannt^e 
ge-schrilTt vff her seylten . So es doch nur liubcrey ist . vnnd 
gleysnertiy . Aber der grolJo ruckhen , unhang . ist der ver- 
fiiorer . so yhneii beystehndt mit dorn ."diwerdt . vnd s|iiüßcn zu 
roaQ vnd fuß . bnachyrmbl i^yo, das man »ye iiitL darlT aiigrcyffen, 
vnnd ist alUo ein glaub mit gewalt . vorniaindt er sey geruht. 
ya er ist gerecht; den loOchlfertligen vnnd yppigen • den cr- 
wiihltoo chriflton l'ürwahr nitt . Allein den Judiui chriNlen vnnd 
denen . wider die Golt vnnd chrislus redlt . vnnd lehrt vor 
yneii sich Kuhilelen . Darumb . vlT solclitut So volgt hernach 



Die beiden groMen Leldenar Üieo). Saiiiraclliniidichririeii. 



S13 



etliche ilonolbigco eprfich . So syo horauU lEiohenl • vutid der- 
gleiofaon es zuucruchton . vdiiiI itu nidiL maclioii . i\<i\i V.aaufifi' 
lioOM . wie sio (IsuHelbigo . rülschoii vnnd liotriegon . Darauff 
morokbeat . vfT ein yeglictien punctca beaonnder . So luüogflDt 
JT verstohn . du nicht» da ist . ila.i deii»elbi{t«ii VL-rfüori^rn botiülff- 
lieh oder bcwültrüi-h sein mag . Alls syo sich kcII» vnnd jron 
pöfol . verrafiilieii zuetrÖHlea . nula sey . vond betlauiidoti nur wol. 

Sit]f. il«r Krde, Licht d«r Well auf die Apostel gedcuiet, welche uns skhen und 
F'kiuöadeii, ilocb nicht mit der Gefahr der VerdammDiM nio lioi dem UDWÜrdigtn 
■Omuss dei Narhlinals. ChrlBlu» ist der Welnslocli, An iint nuf Erilon uitd im 
tlimmal (ilinl>«t, to i$t der Woin des Xnrhlmnl« nein Itlut. ICcco agnus Dni. lictiätl 
nicht ixm NaclitiD&l. von dorn Johannes der Tüutcr nicht« );cwusiit hat; es Ul eine 
WoiifiBgung auf Cbriail Geduld im Luiden und seinen Opforind ao Osiorn, goirhlncbtet 
(loich dem jndi»ch«ii Opferlamm. Rgo «um ostiuin. Nicht Kloichntianolsc tu rer- 
«tebn: Chrinlui M wirklich dos Thor, durch wctrhcs nir in dou Himmel gcbn, seLn 
Wort der Srhlni-sel. So iiil auch dsH Sxhtmnl kein Gkichni«ä; „dos ist mein 
Blal* inl at-«oliil III leralehii, ohue Nebvndlni). 

Darumb ho wissent . das sollcher Puncten noch vihl »»iodt, vnd 
worden miigoii, hin vnd her ziisamon ntilkhlaubt . d» diu köpIT 
diu i\n guroD woIIod DawE^.s vflslin'lcn . vrinil i'lwali» »oltxnija» 
aufrichlon . Aber ayo üoll iiitt durniuiwou vor-stumlton worden . 
Sondi>r ei» (Christ soll »tiirckh lilcybon . aulT ilem wort Chrintj, 
wie edi yn ym solU orgniudt wirdt . vnnd durch den ht-ylligen 
gcyst außgoic-gt . vnud nit durcli viinU . Dann ho wir durch 
vnn» wi^Ilen niitllcgeu . d/. oder da» . no seind wir verriicriHch . 
vnnd int nichbi . wiewol wir vil Auclores rcnndcn . die zusamben 
yn der coDcordant« mügon lautlflu . nach voserni eüwcrticbon 
loschen . vnnd augcnHchoin . Aber ym grundt xubedenckheii . 
8d1I <m nit Hein . Dann o» soll yu vnns loben . ws chridtua 
gondl hatt . Das ist . auU duin heylliguii geyst »o\l e» ver- 
atanndcii werden . nit durch vnnU . wie dann die Kütuori^cheii 
atoltzeo vnud holTcrligeii pflegen . ahn den Fürsten hüFen . 
znegebrauoben . vnnd yn den Stelten die EuthÜtlor . die viel 
färben zuiiamben khlauben . vnnd vfTleaen . yrn rockh mit lu- 
flickhcn . Was ist ein rockh . damit man sich bedeckhl . di 
man nitl ploß soch . Darumb ist der leyb gannti . So iat der 
rockh auch gautz , wo uit . so iitt der roek »it {(annts. 
ChristUH will . 2C. i(ueru. Vsus, 

Sequitur [Bl. iiKaJ Quid uobis dicera. 

NtiD ein weittern viiderricht auU Paulo . Kuoh tu leychtont 
verstanridt . wi-i.ucnill l'anluü sagt . K. Quere. 
Diesen verkhQnden haben wir auU den Aposteln . wie es ge- 



314 



IV. Th« 



iich«h«D Holl . vnnd ist allsü . Wir soIIodb Diesen bey einauder . 
viiixl iiuuh<loin . vnnd en besvliobon ist . volgt daraulT die vor- 
kliüiiiligiiiif; viiD(l Dit mehr. 
Dann lu ilk Wrh Kandatii iin>l nicht HabvJin liegen. Alle Vlatha und Miinvho 
(Npstei Bitcli/rfi!, rnriliiiAlc. Aolilii, Trlilaleii] taiUn diu NnrtitrnRi an rinpm Titcho 
XilumiIltuitx«D(l t'i^iiirnKt'!) ohne (JoprAngc iiiid dann <on cinandet gohn iiir \rt- 
kdudlguiig URicr il«(i Uiigläul)igi'u. Vis gili nbor nur den Apasletu; die Laien und 
Uandworker «iiid uHii i-obumlon unlcr das Ocbur do« . Wondcrns, 

[fi'Jn] Nun weitter vff lU Nauhtmal . Da» yr docli yn aufrichtcu 
fiolloii . Ho wisnent (IIohcs bieiiiit Kuueii^tehn . AlU verlor«» m 
ahn Judas War . ic. Vt Aupia ^ \a Iliii> . -j- So botravEil ein 
yeglichor . So es die Verdarabnus bringt . Dan wjrß auch 
niticsBOD dcu loib lawieii sein . oo vnoß die socligktiit gibt . . . 
Wom Biohl in liai Wtlxo il«f ApoHlel orFülton will, der tiodtnkn ildi, che er ili$ 
Küclilninl gcnioctt. 

wülic! wieuil vordamptcr Apoüld! vITcrdteu , die da vorkliiin- 
()igo[i d«ii Horrii In yrur küchcn . vuiid niisea yn cttliclio tillo 
tag . MIß die PapL-^tun . vorkQndigoD den «täinon in den Kyrchuo 
cliri^tum . webe ewnis [ie.Htem.t . AlUo die «ecteti der anderen, 
ottlich yn Monat« fryucht . etliche yn wochon . :c. yr eilenden 
leut . was tliundt yr . vnnd dann ander die du gar yn ein 
gcapött treybon . dz noch greulicher ist . Alle dinng wjrdt ein 
cndt. Sequitur proba super Ire qre. 

In fino # Dann da worden j;wayerlsy Tischleut vei-stanndten . 
Die sooligcD vnnd vn»ooligon . die soeligen bey den Aposteln . 
vnnd diti vn^iecligcn durch Judan . . . [69b] . . . dünn lurwahr 
dft geet dz vrthcyl iilT ein mahl. 

Scqnitur . Darumb aber vir. vnnn dor groO gilettig . K. 
+ Ein yogclichor yn seinem b^^ruff . th yn antrilTt . DaraufT er 
ysaet vnnd triuckhet. 

4^ In fine . Dann Cayphajii . Anna« . vnnd alle prieHtor , scindt 
yn Judaä stallen . Darumb secht für yr pontilicesSo dx Nacht- 
mal e&.seu, dx yr nit ynn liäußorn bluybt . vnnd nachschlagen 
.Herodj . Csyphe . Anne .... [echte und Talscbe Apoxtel] . . . 
DarumbeD «ollen ^e vorgehn vnnd predigen yn der gannsen 
Wellt. 

Non solum ex pa,ue uiuit homo . aod ab omni uorbo quod cgre- 
ditur per cfe Dej . Wicwol das i»l . Wiu gomolt . da.^ die 
yheingcii . so den rengkhen vnnd lüMen obligen . vund mcIi 
dcraelbigen Iteyiwon . vil zusaraben ituchen vnnd renckhen . 
Alls »le encb dann bie uiiß dem ein behelf »suchen . vnnd dz 
yu nianidierloy wog . nil not luerielileu . . . [70a] . . . 



Dil btidan griMwii L«i<l«ii« ÜimI. SBanelluiKlscbrifieii. 



315 



LtStäiAe «nd caig« SpeW. Ria icg(I<b«*'Wort'Itt GoU »Ibtl, la jedem mIiimii 
«ir Chrittum ia uns au/ iwciwUl WaUc, darch« Wort alMn uiiil im Kaebtnul. 
Dt« Scel« nuM ruI Enlen ihr» SpoUo haben irin in ttlnoiel. In dtm Wort, du 
deUch gcBonkn ist iu un», miiiien wjt auferiitchn, d«nn In uDStrn inliMlick PleUch 
köDn«a «ir aichl «ohaoti In der (icmeiiuehaft dpr IIgUif«n> Im L*ib aat Chrinin 
gcheu «ir ius Itcitli der Himmel. So hat Johaoiit« du GvhelmiiiM ausgelegt. So 
b««äbrt tidi die Eiuheillichkeii der Lehre Chritti. Wa> am iltutlichslen lU'icntehii 
üt. ilarsvf imiw alleii anilero l>CMgen «crdoii. Nicht« Ut *o dunkel, du nicht an 
«■dem- Stell« erklärt «nrde, 

Dann wz noll vnii.'i Jolianiic» . ho <lio andoni drey EiuingelUten 
yno nit nuttlegten . vnad iliirnacli gli^ych hIIhö wo) Johaones 
sie . Darauf int nit weiter not . IiicrynutD woitt«r sucMliroyiioD . 
der böwerung halber . de» aut^serwühltoii ist genug . den andern 
ist nitt not. 
Dieser 2. Tbci) ist nicht in der besten Verfusung üborliefert; andere 
HandschrifteD bieten unRefälir das Gleiche (No. 100 S. 400ff.; Nu. 108 
S. 53&ff.)' Üer H'olfonbQtteler Extravagancodex (No. M) gibt ,hiovon 
gar nicht«, wohl aber die beiden Tolgeodon Abschnitte, welche tin«er 
Mscr. hier noch anschweigst: 

itl. 72a — 60b HodttB Hir«e . Summa dcj laor&msntfonim]. 

Uiewcy] nun vom NnchtmiLl chri.<lj . ho vihl . viin<l niunicherley 
myUbrüuuh . vnnd abwcgc gcfücrt «eiudt wurden . All;« . Man 
«ycht . wie 08 nach vigenHynnigkeit der kupfTgorlchl ist worden . 
AIIm . dt der Palixt dn» Nachtmal vnnd die MelU ein ding hntt 
laason tieio . Dergleichen mit ym der mohrertheyl der Ketzeroy - 
A]\m> . dos die MeiQ muß der vorgnnrig sein . vnnd bey üsilx 
[?] daß NnchtmaJ, welk'bes nun gantz wider den brauch ist . 
Dann die MolB int nit das Nachtmal . noch dx Nuchtmuhl die 
MefQ . zu dum . das die IchralTt deli Nuchtmals nit mitllaulTl, 
wcllche khraJTt anxeygt . ob billich die MelU soll mit dein 

Nachtrnul gchitllou worden oder nitt So 

wir ab«r d/. Ic-lntnent haben . Sollen wir dem . du wir gIftUboD . 
gonug thun . vnd eii vollenden . darumb der verstanadt dabin 
MiU gcwysen werden, darumb «r da Ist . vnnd geschickht tu 
Gusen, vif das meniglich will) rhrii*ttini . viuid erkhenne yhn . 
TODd wylU, waa man von ym gedeni-kheu thun . vnnd glauben 
«11 . vnnd alle dinng mit dem ersten . thun . Alls chriiitus vnnQ 
vorgetragen hat . vnnd vnns seinem esempel nach lurichtea . 
vnnd sonuit nyemands . dann yn ym müessen wir aulTeretehD . 
Ttind sonsten yu kbeinom. 

So wlKsont . So ist vnns khcin nulx , Nun wisaont hicrynn all . 
das vnuQ das tteyscli chrislj nutz ist . vnnd st^in nute gehet 



316 



IV. ThcalogücW». 



am creuU aa . I>4i» i»l . In eoio«in todt . Dimer todt ut kein 

»«Uigea, (tx man yn gometzigt hat, wie ein fleisch in* man 

Cfiscti will . Dardiirch wir .sollon rerHloheii. He ein »payti i.-;! . 

boy dem . das os gomctxigot wirdt . dcß.solloD wir ynngcdeiickli 

sein . das diQ mcttigcn . vnnß aDzeygen soll . die speyß . xii 

Her wir flichoo sollen vff erdlon . das wir syo niosscn . vff dz 

wir jnii der gcmüttisclmlft »i-yotidt der heylligon ym liimmel, 

die danion auch gcspoyLH wordou . vddH oin spoiß i;»t vITcrdten 

vnnd ym iiiinmcl, vIT urdt«n giuingen . vnnd am croCitx gohann- 

(fen . goiitorboii, viid vom treitU gcnomhcii . vnnd vorgrabcii .' 

AufcrslaondeD vom todt . vond i^t yon soinem reych, da warlt 

er aiilT vnnB , das mahl weiter mit viins zueißen . AU er 

gcHitgt Imlt . yii üeinem letzsten Atixcliiodt . du ein zagecii, 

iln* ur vniMor lierr «ey . VDud vuDHcr lliun yii cwigkhcit . Amen. 

Der Text iiti»ercr Luidriior [lundschrirt ist wweiiMicIi uii^luhrlicher 

alh der des Wolfenliiitteler ExtrnvafjancuiU'x; diu aiidei'eti llaudHclirifton 

stimmen mit Leiden, vgl. No. 100 K. 42611'.; No. 1U8 S.587. 

ßl. 80a— 82a Von der Meffs. 

Nachdem ich von der Melli Uab atigezaigt . Das sie .soll ohn 
(lall Sacrameiit gehalten werden . damit Ich eucli khein ergeniuU 
mach vcinH zufüeg . So vomtcet mich von der Mdlii yn aollcher 
gcstalt. Da* wir durch vnnsor vernunITt wol müi^en ein 2u.samben 
»amblung . vnnd gcmniiL^clmlll mHchon . In der wir betrachten 
di« ««yüitagUDg der Propliuten . die lelior chrislj vnnd der- 
gleichen . Nachdem «in yeglichor Heb» hatt, doch allezeit vor- 
behalten . die krafft doU Nachtmali« ohristj 

Das auch der Obriut der Kyrchon . Im MelUgewandt steet . 
naß ist«; es ist ein geftenwurff . gült eim yegclichen sotiJl fn 
ein gögenwurff . da auCgonomben mag werden, vnnd seindt 
ullos nit seoligkheit . Sonder nur gegenwürll' . Die vtins yn dz 
hertü weyHcn . So wir wcren wie die Apostell vud Märtyrer . 
vnnd Johannes ßaptiHta ic. Sa bedorffen nirs aitt. 

Darumb secht auch ahn. daa allt Testament . K» seindt 
auch nur gegenwilrff g(?wa»en , Das Aaroii mit der Ladt . 
Kcrizen ic. da sich befeniiden ym niiwon Testament . Der es 
verstandten hat . der hals vt!r.itaridcen . wz sye bedeutt haben, 
das hat gowcyssast Uauid . vnnd die Propheten . daromb ist* 
gogonwurlT , Das Aaron beschryben den neijennurfl' Dauids 
weyUsagiing . Dicite dtnng aber allo . worden von nildorn 
gosagl werden . dariimb vorstanden) diesen grundt . vnnd 
wi euch wcitter not ist. l'inis. 



Die beiden ^smd Lriden«r lb«ol. SaamelbandBchrifteD. 



317 



Audi liior \»l der Test wCHCiiflic)) volUtändigor als in No. 84; vgl. 
No. 100 S. 452IT.: No. 108. E» Mgl «uf 111. H2» uuten der Titel: 

Kx iliiiö l'ikiili} 'jue ad Secundam regeDCratiotiem et 
Adamuin sectindum attinont . Lib: ThenpliraHti para- 
ceUj Magnj. 

B). Säb~tl-lli Ex Paolo qne ad Secundam regenerationem et aecitn- 
dam Adamam attment Liber Theophrat^. 

Paulus tractirl den liirainolischnu Icyb chnstj . vund zaygl au 
den yD dvr AuHcrstvliuiig ■ durch die «r bcwcyßt . diu ein ver- 
borgner Icyb ligt . )'in nichtigen vnnd oITonbiiron . Sagt alU> . 
Da.t ('hrintua sey erütandleii von todio» . So sey da offenbar 
worden, daß vusychtig . Dim ym »ychtignii gewellt ist . Vnnd 
meldet da nitt vom sychtigon leyb der erdtcn . Allein vom 
vnsychligon . Nun gibt das Capittell Kuuer^telin . das l'nulua 
ein g<>genwurfr . oder ciu einrmlt ßisschoben ist . villGÜcbt von 
d«D Saducurisclien. »o div AufToriitobuuR nll );Iaubt haben . 
HOnder gelHugn«!, darnutT or rodt . So dann die AufTenitehung 
Dicht» wer . So wer der gunntx glaub der Christen nichts .... 

yctxt l'endt sich» . äug der menuHuli vom himmi^ 

ist . Inn dem . dx er auß christo ist . Imxclbig«n wirdt er wid«r 
inQoueD nufTerstcen . yetzt ligt die lehr vniidten die dalagt . h'ä 
ist keia Aufferst^^eung . Darauf volg«t der Text von Paulo wcittor. 
Soqaitur textua Paulj . ah tjuod ai ehrintus predicatur a raor* 
tuuA [!] resurrexiäiiG usque quemadmodum ciiiin per Adam, 
(jucm ad modum usque atditcr [!j alitjuis . Die weyl nun ein 
ventandt da soll »ein . yn Adam vnnd yn ('hristo . So muß der 
ventandt an vnnU suß Adam komben . vnnd gepom werden . 

Darumb »olbn wir vonU hüeten . vor denau 

die nit deli leyhs xeinilt . Auch vor denen die varheiu noindt 
vndter vntiLt . mit ynon khein gvmaintschfilTl iciihahun . Alls 
dann .-«o wirdt Chri.4tui) der Mtin . der vnnU bchiiet . an xlatl 
Mioe.t himbliüchon vatter-t . vnnd wir werden «ein kiador 
chriiitj . an aUtt meine« vatler» . das ist . mcinwi Tattera Mindt 
jrr von aoTanng her . Ich hab euch new geporcn . Oarumb 
So a«iudt Ihr riirohin mein, vnnd §eindt an aladt andrer kinder 
da . 80 ich hab guporun yn ander wog . daa int souil . 8eindt 
yr meine kinder . sutt meinem blul vnnd HoiHch . Dk s^tGott 
diT Allmochlig. t'iuijt. 

I>er Text ist nieder viel ausnihrlichcr als in No. Üi; vgl. No. lOO 
8. 178—211; No. 108 S. 513 IT. 

Bl. tfja— IlX>a da« . ez S. paulo . D« Ceoa domiiy . Ad QaUtbu . 



&18 



IV. Tfaealo^Rcbw. 



Ephesifti . Philippeiuea . TesBalonicen ; Thimotheiuii . Et ad Titont : 
liuius I.ib; Theopli. MoheDlieini. 

Diewo]'! wir wissen . (Ibh viniHer g,\B.ii\) dermaasoD isl . vnnd 
Rciii muß . Das dicwer lojb , üo wir vIT erdton nur vnkciisclihBj-l 
bruuchon . <f xuy t^tlii.rli(:h . iidur yD itndc-r wog . w>c gerecht 
Mcy wöllüD . 80 iMt er doL>li »Her iiiclitK . vuud allein ds ein 
linderer Icylj iteiii muß, denn der i^t, von welIichiMn.f;cac)iryl)ou 
steel, yn der VfTerstehung . Dauii die Saduceer glnublcn khein 
vfferstehung . dann sie glaubton nit . dz der leyb wider würdo 
vfrerntehn . vnd dz bedocliton syi) aber nilt . betten nie ijlaubt, 
dz der leyb Ad^ . vürde ein satnen sein . yo welicbem (in 
ewiger leyb leße . der aiiß ym wDrde wachCen; so li«tlou «i« 
glaubt die Aull'cn>tehung . Darumb So müs^eo wir äz wissen . 
DiiH Hin dicMutn liiyb auU der ordtori, ein samcn ist cingeloybl 
vnnd oingi-iliildet . DurHclbigu MHinun ist de wort Oott«s . Da»- 
Mlbigc wort wirdt wacliNi-ii ynn vnnLt . mo der leyb ligl vnnd 
fauhlt vndt4>r den wünnen vnd vn^yTur . Hotten die 8aducoer 
äx betractit . d/. «in yegulichcr samon ynn yine hat ein plumen . 
vond ein hüb^cben kheru vnnd gewocbß .... So betten sie dz 
auch wohl DiÜgen fendton, dz der mensoh von Adam allein ein 
yberzii^ ist ... . So sie weren der Philosophey recht vnderricht 
gewesen 

ß1. Ü8b Paulus . an die Kpheser . Zu den Epliesern moldoi 
PauluH woitter . Das vnnlJ Gott der vatter gesegnet bat . mit 
dem si'gt-n des goynts yo dem himblischon . vnnd soindt ym- 
SQlbigon außtorwühlt 

1)1. llMa l'nului« . an di« IMilIippenscr . Also meldet <tr auch 
XII den Pbilipporn . Mein lebon ixt christus . vnnd der todt 
mein gewyn 

Bl. 104b Paulus . zun Thoßlaloniorn . Vnnd allsn zu de» 
Theasalonicrn . Da ermahnet «r sye yhm letzsten seiner Episteln . 
das sye sollen ;{anntx bloybon yin geyst 

Bl. tOAa Paulus . an Thimotlioum . Vnnd allso auch zu Thimo- 
theo . da hayl.^t or yn i>in Menschen Gottes .... 

Bl. lOöb Paulus . Mn Thilhuni . Vnnd xu Thitbo sagt er . Das 
vnoä ('hriMtUM dnrch mu barinbertxigkhett ^loulig gemacht bat, 

das seindt measchen der neweu gcpurt [lOGa] . . Darauff 

er ym vorderen Capittel anzaygt . Dz Gott sein Sun gobca halt 
für vnuß . vir dx er darstukhomb, das wir auQ yzn goporn 
werden, dx ist . yme glaychförmbig werden . vnnd dx ym Gott 
da ein aygeu volokb aulserwühlut . vnnd rhoinigot . Darynaeu 



•iilen gra««on Lpid«n«r lh«ol. SatDinalhtndecbriften. 



319 



nur alls rIIoid glitte werckh vollbrarbt wenlen . Darumb dz 
eygeo voickli . dz yin liolt (iarch Chmrum pi-wölilet halt, vnnd 
ym sclbs Koitloiniget . <lz Ul . Christo gleycli gemaclit . yn der 
new ureatiir . Da^dbigc liut yin (iatt Honileilicli vorurdt not. 
vnnil »cflig Jitt ilor, der in die /»hl kombt , dKun nusscrthulboa 
d<;r /»lil wivdt klieiiier ciiigolin . Iiui An» mycli dor liimmoll. 
FitiU. . 

Auoh die» wesentlich aiL^riiluHcher als in No. t^; vgl. aucli No. 100 

S. U2iX.; No. 1U8 S. filS; N.i. 115 BL 3ßff. 

Bl. lOCb— llia De C^na Oomini . Es . B. Johaonis epistola . Et 
nc . S. Petrft Apoitolo . D. Theophrasti para: magi^. 
In ftlloD doitoii (iinngeti , wlu bylJhor mein fümeiDben geluert 
ii«t wunloii . iHt iiDch ein üoiidorlii^licr Punct i;urDi-ri.'khon, der 
ist alUo . Vor dorn . vnnd christu« . der Sun (iüttes . M«Dii8ch 
iat vorden . vnnd gvporcii . iln Ul Ootl iiur ytn riiPiischeu 
gew«st mit seinen gnaden . vnnd nilt mit seiner wesenthiiHtigoD 
Person . Sonder allein mit äcincin namen vnnd gnaduiii . Uio 
nyeoiBods gesehen noch grylTeri lial . Zugleychcr weyD wie ein 
ütymb . die ein geyst int . I'urlhin aber nach dem vnnd .sein 
Sun geporon Ist In ein mcDMchen . da ist dio^dbig gnadt vnnd 
wegen abgaiigon . vnod fürohiii yn einer andern gestallt bey 
vhdB . vnnd yhn vun». Doch wie ein goyxt . Daß hl Leiblich 

Darumb . So soll eri^ich mit Dauidt initt 

Salomon IC. nil auUrodt-ii . DaDti yotzt ist «in newa Croatur . 
rnn der der hiiyllig gi-ytt dryutdtig wohnet, die vorhin iiyo ya 
kheinein gewöhnet haben, darumb So mag Gott dm lrr<li.v<;beo 
leyb D«mben der .-«et^l . vnnd yn den wurmen gobeti, der Mt^el 
ohn achaden . Ha khan er auch wol iiemben den himbliNchen 
leyb . Tom tödtlichen . vnud deiner soel dencelbigen auoh wieder 
berauben. 
1)1. 113a AuB den eptstoln Sanctj . I'etrj Apostotj. 
• AUu diTinftitsGD Imbon vddIs die Apostel . kenipfTer deO glau* 
bons . die rt'fhton Lchror vnnd liecbter gelebrnct . Das wir 
»ollen, VDud bab«n auuh die recht holTnung . De ist souil nun 
der nilt Irrdiitch i.st . Soiider himbliscb . mit seinem Leyh . 
dertwlbig hat die recht lioffiiiing , vund mag hofTen . (h Christus 

yn crlößt hat, vIT dz yr am!>olbigoD tag vube- 

Oeclht «rfunden werden, vnndt ynn fridt vud oiuigkheyt . So 
wirdi auch Gott vnniier Valier eingeben . das ncw rejch : yno 
dem Ibr worden ewiglich leben . ohn end(. 

AIIho bct^clireyben die xwen Aposlell . Sanrt Johanucs . 



SSO 



tv. Tbeoloflicfeai. 



vnnd Sanct Petnin . Di« new gepurt , In yren cpiittliMi . Duramb 
So Bftll der . der da will der vrlijüting . viind der vfferfitehung 
uarttOD . Sich liierynn gründen . Vnnd ilon grundl soUen aufl 
das . das wir deu i^yb yn vnnÜ haben . der geniGß sey ein- 
zugehen . Inii dt owie Leben, dann ohn dieseo lleysch vnnd 
blut . wirdt khcin«r doii ncwon himmcl . vnnd die newo ordton 

■ beftytznn wmdon . Albin diu So dor Ncwon gcpurt «eindt . Auß 

Christo gojnuIiülTon. Finis. 

Wiederum viel nusriibrlicher alsi im WoIfcnbJittelor ExtravngitRcodex 

CNo. 84); vgl. auch No. KH) fi. 282ir.; No. inS S. r.57. 

Bl. I17b — 129a De Crna Domiiij . Ex Psalterio . l,ib: Thcoph: 
l(ohcn[bGimßn]t)ifl. 

Super Psalm . CXV. f>edidi propter quod locutus sum . Im 
aller ersten . wirdt hie der Glaub für gehalten . Der nun nit 
glaubet . der khan nit roden . vff solches volget nun dor Psalm 
der da itagot . luli habe geglaulM . duruinb rede ich . das ist 
. Icli glaube vnnd hab geglaubot . darumb rede ich da« »o 
hernach volget ym andern verß . dieweyl Ich nun glaube vnnd 
rede . So demüetige loh mich . ds int . Ich sich vnnd höre, 
vond wayß das ich nichts bin . Üarumb So maß ich glauben 
ein anders . AuLI dorn ich utwü wirdt . durch den glauben . So 
ich nun de sich . lSo demiiottige ich mich . rund schäme mich 
meiner selbst . ds ich so gar nicht» bin noch soll, 
Ego dixi in escolsu moo.) omni» homo mondax . Darumb So 
ich nun sich . dz ich nicbtz soll . vund alles dz auli der ersten 

SchöpITung ist . nicht/ soll / 

Ein hoschluß auff die xwon vorB ßcMchluß 

disur Rudern verß ....... BeschluUrcdt die.-<cr swoun 

verß Vota mea Domino rcddani in ctinspectu 

HOmolia . Die ba'whlußrodt . diüer zweyer verß . 80 nun 
vuHer Kethin zorprochon seindt . Sein nymer deß alten wesenn« . 

sonder doß newen . viid Süne Maria verschlossen ynn 

vnnaerm hertxen . Das ist ym Sahl vnd hör Gottes, der da tigt 
ynn mitton Jliorusalem . Das da ist vnsor leib . Der dann ist 
der tcmpd Getlc«. 
Ex Psaimo . CX. ConÜtobor tibi Domine in Iota eorde moo. 

Eh sind G „llomelien' nach je 2 oder einem kommentirten Vontc ein- 

giMchubcu, wie oben die „ Bosch lußreden". 

Es Psaimo LXXX ilic fncht der Psalini^t an . ein Weyß.'tagung 
von dor Spoyso zurüuroii mit einer vorrede dereolhigoo gkIo- 
rung 



Dl« lielden KroMcn L«ldej|«r thsol. Stmiiielhl 



881 



Je eine Ilomili« nach der Erklärung vou Vont 13 nnd 17. 

Ex P»«lmo LXXVIII . In disein I'snlineii w«nlen bef-ryffea 
aweyerley fley«oh . R« die i[)C(i;<ichcn habon , iliw natürlich . 
vnnil dz himblinch . Daü nalQrliub . von dftn vcrll uii . Dens 
Denerunt geDtea . biß uuß zu dem verU . Nok autcin [)0[iu1ii8 
tuuR . vnnd woitler fiirtbin byß xam ond« . vom llimblHcboa 
lloyscb. 
Mit einer nomelia am Endo jctl«t dor xwei kurzen Abschnitte. 

Ex PKaImo LXXIX . Qui regis Ixrad intondo . qui doducis 
oelunt ['.] »uein . In dixoni i'italmv<n bugreylfl ilcr Prophet Ajtapb 
ds Nachtmal. . . . 
Enthält zwei llomilien nach Vors 9 und 14; der Schlnss lautet: 

ilometia . ht das nit aber wol geweissagt . Ist die SpeyU nit 
ynn VerachtuoK gewesen , Von allen Juden . vnnd Absöttern 

dcrKloicbeu vund yr unhanos lim der bellen werden sie 

nit menseben Figur haben, Runder wie dieitolbigeii wilden mHw 
Mhon . VTind ander-« vnniitx vycb . allito werden aio auch »ehfin 
werden . So ('brl.-<lus »agon wirdt . (it')ii'tit bin yr gebonedeyten 
In dz. reyeh der bimmel, vnnd yr veriluchten . yn abgrundl 
der hellen. 

Dens uirtutum eonuertere . et respico de celo et vide . Aber 
hie meldet der prophet die ausserwöblteu . vnnd redt an dor- 
«elbigen statt . Alls weil er sprechen . Aber yn deiner tugcot 
vnnd barnihortxig\eil . Lässt vnns . Dein erwciblten nit dumu 
komben, dz wir durmaMiten wurden . wto die wilden »Um vnnd 
dx veldt vyeh . Sondern beholut vnnLt Ihn deiner hundl Tür 
denielbigen vppigen lehr, vnd üuclütt vnnit tnglicJi haim . wie 
wir auU dcim weinstoclih itweyg wacbßeo . vnd lassest dii^en 
woinstoekh . den du selbst gepDanzest . tc. 
Der Text scheint am Ende unvollstiindiK, jodenfiills bricht er etwan 
pUilxlicb ab. Der WoKeDbGttelur Text im Extraviii,itncode\ (No. ^M) 
scheint mit seinem Stern am Ende auch einen Deriwt anzudeuten; diu 
andere Woirenbuttalcr Mscr. (No lUO), ncbhcn mit »UMrem Leidener 
ziemlirh genau tibereimttimint, gibt am RohliLin einige Wort« mehr, 
welclic da« MöUlicho deü Abbritchs mildern, aber viellcidit nur Zusalx 
•ioeM Schreiber« #ind. Die Heidelberger Ilandsrhrirt (No. (tl) Bl. 19811. 
»chr^ibt ausdrilcklirh .Defecf am Fiido. V"w). aurb No. 108 S. fiSflfT. 
III. I2^lb— tHüa D« Sacramento Corporia Chriiti . Phi . Th«oph: 
Hoheiüieimeniii. 

Das ai« «bor »n dem ort haben ein liäuDtein 
flejvch ist christj; das ut aber nit chcistus 

RilMt «. BrMMII 4. finnlMMkn labriMa, IL 



WK Mut vnnd 
Er hat gcaa^jl . 
31 



322 



IT. ThMlog1si:!faM. 



diu lat moi» Icyb . vtind mein bint . Er wirdt ubor gtaua 
rniii) Iriiiiulcheii . TnoH wirdt yin lompel deß iiu^nficlicii bo- 
halti'ii . i1» i.->l er . vond iiitl ym IiüußleiD ..: Wie d:i "iiget 
der l'.sahn . Iierr zu dir hub irli gcriilT^n . zuHililagvii KOiiidt rnoine 
ifcbiiyn . IC. Wir sclnilt nllo aul.i d«ni Luynicii . Darumb sollen 
wir drii l,Hynu'it nit niibetli'ii . Cliriistun batt nein ßoyach vnnd 
bliit . »Uli dem I.jmbo der Maria . vnnd hat» nit mit ym gü- 
nombcii . Kr hati vdrü ym teatamenl gelasüen . vIT erdtea •(■ 
KUwarleD sm Jati|pten lai; . wz vrtbeyl ybor den I.eyb ganog . 
ob er den licyllifjcu zu^bor . odor nit . Daruinb bottoodl kheio 
){ebayn an . kbciii hyU, noch sein floysch, nocli sein blutt. noch 
SBJii urab . BiH das vrtlinyl vergoelh. 

(.'britttii» iitl oretanndti'ii . vnnd bat vnntt 8«in Icyb . So or 
an dail crnülx K«h«nngen hat . xii einem testanient . dz ist . 
XII einer warlttmg gob<^n, hytl vff sein wtundt . dz ist . vt[ »ein 
gericht . Darynn riollen wir wissen . dz kbein leyb so herrlich 
int . dann sie kombon alle auß dem Lymbo . oder Laymen . 
Aber der leyb Chnsl} . So lieb vnns sein gudochtnu» ist . so 
lieb soll vnna soin leyb nein, all» lieb vnnit chriHtuii ist . vlT 
dx vrthoyl . byl3 vff den tag . daraulT Mollon wir hotTcu . ic. 
Dio dridt Sermon . Mutlioj am -H. 

Diu aupLsorwühlton yn ('hristo . Sagen alle mit Cenluriono . Sio 
seyondt vuwtirdi^ . Das diristiM vndtcr yr Dach gann^'» . IC. 
Das ist die ilemiicttigklioit . Hie aber vom tciiird »cindt . die 
schitKCii »ioli würdig . dz iniichl di<; liotTarl . diu xio yu Ihnen 
tiaboti . welliche sie vom Sallian htibttn . Sonder Cenlurin.'« 
üpradi . Allein Herr . Sprich ein wort . so wirdt mein kindt 
gORHndt . Das ist . wo das wort Gottes ist . da ist auch 
('hristus . Allso sollen wir nit sagen . da Itabon wir christum . 
nie er am crentx Ist gelianngon . wie or auff urdtou ganngen 
ist, wio er aulTgi-rahron Ul . zu den himmeln . Sondern die 
dinng Mollen wir stidin lassun, vnnd nit bt-^cnui <h er hIIku boy 
vnns Key . das igt . perflColich; Sonder allein sein wortt . so 
haben wir die wfirckhuns gar . vnnd dx Ul aUo wahr . wa« 
da!* wort würckhet vnnd vermag . alls stiendt christus sßlbst 
da . Dann da» ist vnnß ein preQgurirung . dz wir vnns den 
Endlcbrist nit lassen vorfüorou . dz wir christum haben vndlcr 
den ÜHchorn . Das ist nitt .'. wir seindt die vnvfürdigen; Da« 
wir aber soiu wort haben . durxu mögen wir vnns wol würdig 
Hchiiizt-n . Dann <lz wort JKt da» würokhondt wort . Das ist 
das worlt . das chrislu» sagt . da» er sey . tc. 



D)b h«ld«n grosson Leidener lh«ol. Saininrlh«nd*cbriflcn. 



3S3 



Dies Fiagmt^nl (Indet. !)ich «tieoüo in dem von Wirlemann geschrie- 
benea Wolfenbutteier Mscr. No. UX) S. 230f, und in eiDem Salzbtirger 
Codex No. ]08 S. ~\G. Audi in dieHon beiden llniidKubrirteD folgt sofort 
ohne weitere TrennuiiR dar fol^ptide Tritvtal: 

Bl. 130a — lä3a Vom Nachtmal . Aat,: dem Natürlichen Liooht 
\uü dem wir eeindt . auli dem nerdeii wir guHpoyitot . Daß 
n\^^.•T Adam ist auß der ordten . wird gnrpejset von ordten 
Brodt . Nit mit nf^wom Engliürticr »[loyU vom) liiuiblisctieii 
brodt . iC. Vond wie yu (deinen lisdic» tirdtnch vnm maniclierloy 
XU guten wcclißt . £Ur niihrung . Knr ge.'iuiidtli«yl . Allt^o auß 
der li im blind) eil eriidtoii . Wiewol wir nun xwcy gewediK haben . 
Das brodt vnd den wein christj . Aber wenn wir kombon werden 
vir denüelbigen adiher . da diese zwey wachtieii . Dann werden 
wir vi] wunderbar gewechH sehen . KUgenießeo . all» unnw mög- 
lich ist xugedcnckhen . ii'. 

Alle vorwandlaiiK yin menücben . innß ym magon geacbehen . 
ubii ya wirdt nichtz vorwandlet, Alls cjwon vnud triiickbon ist 
fortbin blut vnd Dfisch . wir »ebenH aber nit. 

Wju im Mngnn vnrwnndiOl und gDHrhJcdcii wu<l, laii«» vorher riagewewii »oin. 

Aber mit t.nfli iiiiil Blut ChrlKti liat'ü einoii andern Wrtg, du hl eine iiiii<>rlicb» 

ferbofgaao Spei!«". V/via und Rrod kÖniieD nudi nniärlirh in Adtm'« FleUuli luiil 

I Blnl «(<ril<Mi, Ifeiiii Lcit> imil Blut de« Herrn lliut'« der GlaiilK' durch dm lielligen 

lOelal- Bind iimt Weiti wurdeu Iciblidi veiwandelt, aber nithl dtiH-h die Digpttion. 

iS« dl«nt auch nictit iiir VVillcrei und Srbltckcrcl: darum »nll inin fTein auclt nur 

ein Tropfen ecnainrucn wonipn. dur wti'lisi v-ia ein Senfkorn. 

,A<ill der nnriilTung . «Wc yro Nai'lilmal . nioiiKen wit y\i luli^UnU doli lirodta 
innd «rini- . dx li'yblicli DoyKcb vnd bluU Cbrihli,* lU ihl diu* ichim nuxüurlialb 
iinitere Unndeit und knmnil Jii un««r Gfbli'il nnd Int dnnn docb oHil im Arbvtdn) 
Ton iin», 10 Kenig win dita naiiitlicb nnoofisciie. 80 i>t rhmtii* bei uns nicht nar 
im Wort: nr <lebrt auf in iitik in der Aur^Hldhung. I'er hriligo Guisl wirket*; 
ßrod nud Wein i-iiiil wie- Valfr und MiilU'r l-iii doi Zuiijning-. der Glkiibe allein 
wlikl nieht, hondvni doi TuUmtni Clirixi. KrM niil der Aufiubmo In den Mund 
bl die «oihei trbon bentrkle VorwunillimK vullendnl. Chriilns liut 1111& nicht «Hein 
■ein Wort binterUiKon, londeni auch eein Ftplucli und Itlut. Kr hat iIm Brod ge- 
«ognel. lind nniier Glaube i»t uttMr Sog»n. nidht die Werte de» Pric«len. Die Sub- 
•tMu ist TOD Uen«vli«n Band, aber m mii&< ingegeo »ein . . . ■ 

„Der hödirte Artickbel ym glauben diristj . Ist . Das da zwey 
eBaoDD ym Nuchtmat christj verstandtcn woriten . Gin loyblicbt) 
vnud oio goystlichs . vnn vIT «in ycdc« mag der glaub goiogcii 
werden . Es ist aber nit allsu aiiKunembon . Dann ohristun bat 
den Lejb vund geyst uit vuu einander gc«ohayden . Darutnb 
mag niditz gaystUclu da goMon wcnicii . e» s«y dann leybiich . 
vaa<I hergogc» auob widortnnb allm . it. Di« ym allteii toxtament 

äl' 



324 



IV. TheoloBiMho, 



haben dui Nauhtmal chriHtj ym geyat ^oshimi . Das ist . die 
l^edüchtnun deQ Nachbnals ym Jar ein tnul gchallciD . ym Oiitor- 
lamb . K. Idd hauptarlickliela . muß utu yc<Is waysHaguag vIT 
ilio Ii}>lorj vntiil lolior climtj ')>cliuii . ic. AlUo . du di« Pro- 
pheten grundüich . Iud chmtj Kuangelio . K. gofundteii wcnleti, 
vtind diu Euangeliiiin yiiii Ihnen . Damit diu Riii ver.'«tatidt da 
uey . vnnd n!U icwt^ii, .ic. Adamü llcysch . vnniitzes lleyHch . 
Wetter ist ynn khoin geliott mehr ttebcii . Allein die cbriHteti 
dem nuUen üäyflch . das mulJ di; ander lley^ch tödteii . Das ea 
absterbe . K. Finis. 

Nach dem SfhreibRobrauch uusorur Handschrift Hellten DI. 117b — 
I53n ziiKu mmeDgeliüreti, ca btrstcht hIkt kt'in inM<iri.T /uanmmcnhang. 
])!<; Woirvubiittoler llandschriU von Wideinanns Hand (No. 100) gibt 
die» (S. 3ill— 3SI} t. Thoil in umgekclirler Koihenrolgo; diu Salzburger 
Mscr. auf der StudiiMibililiolhek (No. lOS) neigt genau die.<<clbo Anord- 
nung wie unaer l.ijiduner Cndox. 

[II. IH3b— l'lDb Ton der widei^ebart dels menaohen, Wie er vom 
tödtlichen leyb aaÜ Adam nach der ersten Bohöpfiiing . Vnnd 
vom vntödtUcben leyb anß Chritto . nach der andern gepurt ic. 
zuuerstebn sey . ;c. Librj ThoophraKti paracehj. 
Durmit nit ulluiu wio ich bißhor ^oscbribon hab . gnugxamb . 
die mciiMdiliub coinpOMitiou oder xusambon einiguin; . oder Vor- 
legung riir|;i<h alten . Sondcrliub noch mehr durzu von nötten . 
gleych Rowohl vcnstandton soll worden, darmit vndtor anderem 
dar menHch sich !«ell)t?r defttto baß ürkhenno . Dann wx hoII einer 
xjiu ein i»ei'leiii . Das Ui , So dar MeniiHcli «ich selb iiilt er- 
khenndt, no ist er ein sau . DaraulT volget nun . dz christu« 
Ragt . Ihr solkmt nitt l'orloin riii- die Süu schütten . Damit «ie 
«s nitt zulhiett.;n, Da« ist »oiiil gcredt . Ir ApOütdl . aolt den 
yhonigen . so Hauisohi^ men^ohcn Moindt . D11.1 F.uangdium nit 
»agon . Dann oie verwüolktoiiH. 

Damit aber der mensch nit ein sau werde . dann ein Hau 
wirdt kheiner geporon . Dus bezeuget ehristUN . da er sagt . die' 

kinder «eiiidt niäin . liLv«nt «ie %a mir komboa 

Fluisoh uoi) Blul an Aitmu kumineu oiclii in iluk Itoich (loltei, aind gsnx 
KtoiblicJi; litt aber il«r Metisrh iii Ftviscb iiuil Itlut gi-u iliiurn«! humnivn inniiD, nicht 
»ic siu Kngel, noaileni als Uenicli, ilurmii liat ihia Clirintu» ein Fkiich und Blut 
l{e|>«ben, eiii«a iifiieii 1>ib, tn «»leliani koin Tod l»l. g«i4ili<:b Klciach und Blut 
lom Ciiiist, d«r lobondig mubt. Kino neue Incainatlon darsh den h. Gciil, tih iJii> 
Jungfraucogeburt Chri»!). DU Tsufo iit untcro Jungfnnvngvburl, der onilo Anfitiig 
oinoi Jcdoik Chrihtcu durch Wiuicr und (leiiL Die gölUichn So«li> in j«dcai Uea- 
Kb«o ifl nun niobt m«br nackt, sondern bulilcid«! mit Fleiidi uud Itlut vom hall. 



* 



Dia beiilou grosxou Lgidenor tbaol. SaminolbauiliielirifUii. 



BS6 



Otbt. OhHill Apostel wania (n itit neuen Leib Keboreo, üMhalb «ar ihnen ail«!i 
Gfsehlevbilicli» »nrl Aodcro Boili)rfDl«8e de« FI#iBchM Ailam's fromil: »Iv lerlieMen 
all UoH Ibr« d. 1. die n&lütllclie Rogol, um daa Amt ilea ueiitii Loibun von OoEt xu 
vernatien. Zweitriai Si;hulrn nul Rrden; dl» von ilor Eulen gibt our uktüilich« 
Welgbeil, die Schule von obrn tiorab lohret Im neu goliorneii Leib himinlische 
Weisheit; die nslArllrhci Vernunft voriOAg dj« Schrift nirht va tentebeo, Houdeni 
der Gel§l. di>r da. Ii^t im Blut und Ftolach geboren. Vkles von Christo Gebotene 
erheiul nurh dem iiuiiirlivheii Veniluud« rocht und billig, vird aber in «einer Ti«fe 
nicht erfU8t. lii uniercm kunen Erdenleben eollen wir dieso iwei Weisheiten ru 
orfHMon euchen. Zweierlei Astronomie; die himmlitcha lollen nir In ihien Kräften 
gebnuchco, die »ndere «oht erkeuuen, nW nicht gnbrnnchen, «induni uns vor ihr 
hninn. (ie iei lerlliirht. Vm der Brkenntniite dor Xutur kÜIi^Yi hoI! dui. tthtti di« 
hüchile Freude sein und der Tod vorhasst. Griitlkhp Siioimug dtis neu gebornen 
Leihi: höoti»te Rrleurhnine durch die E'^HticIio Waithoii. 

.. . . Welcher aber ixt dur . der eollcho groisHo woltliatun Gutttis . 
kun ifDu^aiD orxeblen . Der alUu ein Artxct Ul . wulclici- ist 
scintt» (^ln)cliOD, cii;i- nlUo ein PrQ|ihet ist, we ist jni vriwü-weDt . 
oder vcrtiorgon . Dur allso ein Doctor ist . wer i«t vber yhn, 
tlann auß sollchem gebn feur Htraincn . dx ist . wie dx fefir 
Heipdt sie mit yrom wortkh . dann dem Teür widerstehet nichlz, 
es veriert alle diDug . Allso widori^teht auüli oiclitz bollchcn 
Männern . dz sye nit. hiuduri'b verzorcn vnd yberwyndtcm yn 
der ordten . vimd yu der helloo . hin ätuoo soJndt diu »clUi»Mc] 
tum reych Gottes . yu donou at vei^ebun^ . In denun ist 
stffm . In denen ist th liticlit der -weit . von dviieri ^ret dcir 
wog vnnd die warheil . Dunu auU dunsolbigen Heindl »io . Iiin 
denen »eindt gute byrten, nuU denen werden die Apostell . 
Anß denen die baylÜKen . I)u.4 uIIoü ^eitchicht Jm Levb der 
Newen Ke)>urt . In Adams gar nitt . Dann er ist su nicblien 
gut . :c. FiniH. 
Vgl. No. 102 und 1U8. 

Bl. I41a~144b Ten den Miracnlon vnnd zaychen defi Brodts Tnnd 
Weiiu ClttiitJ . Ex libro. 

Wm iiuU (ietl iKl . tbut guttliclic w«rckli . vnnd xaydieu . 
AlUo xeichiiet (-'brintus die sointgen . mit den wercklion die «r 
lliut . wie auch rhriütiiH ein xeuakhniiH !4Qiiie.i Valten werckheu 
war, weite nian seiner lehr nit itlaubeti . dz man doch mio 
werckben glauliet . Uaon vil nemben die Leber vnnd Predigt 
ntl ab», ulluiu dio warckb vnnd Kuycbea . vonil vil et conirn . 
ill« I«h<>r, daruinb ütvht die Lehor cliristi yu zweycn . In wurtlen 
vnnd Mirackbelu . die lehor io werten . ut der bnyllig gej-sl, dio 

werckli cliri^tj . Irt auch der heylli|^ «ey^it 

. . . Urunib Heiadt die Zuydieu vnnd wundorwcrckli . yo «and 



sm 



IV. ThcologücbM. 



ja . von wegen d«r yngtaubigen . viiod llereticoa heMbehen, 
mit Cbriüto . mit Maria . vDn<l aIIgii . byß ufT die heättig«D 
zoyt . mit sllon Artickhcin daryiinon vnnscr Riaubca stoot . 
Si^iiiilt alle mit zayL-liPn bontät worden, diu ist . In dr«y gc- 
sIaikIIoii, la Gott . In der Icher cbrintj . vond ya den Zcychca . 
Allno viindto-r umlorn Artii-klioln ist diusor vom SauramiMit lucU 
einer . der wirdt bcstüht . duirli dk- I'roplinten . durcli Cliriätum . 
durch die Apostell vniid baylligcn . IC- 
Rtimmt mit der Wolfenbötleler RxtravH);iinhand8chrin (No. R4), ImI 
alHo in derselben gekürntan GoHtalt wie diese überliefert, woraiii' ja auch 
der Zusaiz ^VLk libro" hioter dem Titel liinweiüt, vgl. auch No. lOSj 
S. 740 IT.; Nu. 114 III, SlfT. Nur die Widemamrsclio llamhchrirt In 
WollTenbüttel Nu. tOO S. 510 j,'ibt einen etwa« ausfübrliclioryn Text. 
Cime grütiüere Trciiimng folgt auch hier in leiden «in l'arulleltext: 

Itl. U4li — 14ßb Ex aliji f^agmentit . De HiTdcnlii Tini et puds] 
Chiutj. 

Damit gonug i;eHchehB . Vnnd zum ende gebracht werdt . Von 
dem Nuclittnal . wiHsont . Es begibt aicli vihlmal . das dz Sa- 
crami-nt ( . wie e« Ronaiidt wirdt , mit dem gemiÜDeD lauff . ) 
lallt aus den hiindteii , oder wirdt verauliütl. ic. vnnd mit vihl 
xuütiimlri.ia. Nun wiiwcndt . da.s dz brudl xu fleisdj vnnd bUit 
wirdt . Alls daiiu der der c^ ipbt Spricht . Ncmbet e.ii«ont . 
vnnd der ander y^ot« dem uuU der hBiidt . Jet/.t UU der leyli 
vnd iilut Christj . d« die baydl milteiiiaiider machen . Nun dz 
gössen wirdt . dx i.itH . hIIno dx Irunckhen wirdt . was nitt 
gcHsen vnnd Iniiicklien wirdt . i.-<t nlclitx . dann der glaub gibt 
vnns den leyb vnnd blut dell Nachtraals nitt, «ondorii du tesl«- 
mont gibta . wir glauben . oder nitt . Dünn er hats yn khnilTt 
seiner wörlter . vund testaincnts gesetitt . Druinb wie erll ein- 

gesutzt hatt . alk» bleybla Nun aber isbi 

nymmer allso . Kr liat aller gedullt genug gcthon . Vnnd wz ym 
woitler geschieht . gibt den ewigen todt, dann die geduld am 
croutz war vnnÜ nutz . aber da it*t khein gedullt Gottes mehr 
iiulKo . Darumb strafTt er den Muthwillen, vnnd stuhel allso 
alles ym willen Gottes. Finis, 
Stimmt mit No. ^ überein; vgl. auch No. lOS und 114. 

m. 146— 100b Qnod sanguis ot caro Chriitj Sit In p&fifi et Tino .' 
£t qnomodo fideüb; mtelügendum. 

Lectari et Soeijn Salutuni [!] . Da.-« ergert vil leQt . die dz 
wort ebm^ . nit nach inügtigkheit, wie ee an ym selbst Ut . 
Vaod vormag . glauben .|: Souderyn itüllchea dinngen mancherley 



Sio beiden stoiiaeu Leideuer theoL Samuel hiuid>chrifleii. 



3-27 



einfQereD . vil Beindt auch die oollcbos glaafaen . Aber glcycli 
M schwer yrren . All!« tlio An nit ^luubcn . das da soy . dauD 
boy VDDH cbristcD sciiidt villi hdcIod yiii glaubun, 
Ainoi' i^luubt d&s tk soy Christj lloysi:li vuttd blut lo-yblit'h . wie 

dz flcysuli Ade . vdikI iiiideru meuNi'lit'U . Die [rron 

AlNo bleibt »ei» wort gaiitx . d'A sein broiit, 

Kciit leyb iitt . sein wein .sein blut . rnnd dz nicHsen mit testa- 
mciitliclier gerechtigkheit, von welcher auch die Propheten weyH- 
gMJigt, da er vnnß npeysen werdt mit seiner Bolbut handC . ic. 
vund Oott gvoAflen iJanckh flageu . dx er vniiH sein Sud ge- 
scbickht, vDDd alle dio New Hoindt worden . vnnil mügoii hhs^o . 
wir Heindt dnU Flui»cb. So vom II: Goyat EmpfunguD. vund 
floiscb wurden d. i. aul.f chriüto . yu dem wir worden wunder- 
birlich aufTeniteou u. 
Damit Mclilicttst unser Mater, ohne die SchliiHcwortc dco Wolfen! iTittclor 
Extravagaiicodex und den Druckes (Theil I No. 446); von dem Orte der 
Niedentulirift Ut emt recht keine Rede, hn übrigen stimmt unitere Hand- 
«chrifl mit dem Drucke von 174ü recht gut uborein, Nnlürlich sind 
im Einzelnen dio Lesarten uuseror 170— 180 Jahr« l'rühciun ilandschril't 
oft besser u\a dio äo» Drucke«, der wohl uuf viel H{)ütcroa Ifundücbrirten 
herubt; doch der Test ist ^an» derselbe, nur hat nu»i.*r M^cr. ul» Uobar- 
iicbrifl der cioxelnoD kleinen Absiitze dutcligebcnds lateinischo ßibcktellen. 
welche dorn Drucke Bümmtlicli fehlen, alior in den meisten uodcrn Hand- 
Schriften sich gleichlall.1 linden. Vgl. No. lOO 8.491)1.: No. H.16 S. 7.'.S(r.; 
No. 114 m. tltiir.; No. 117 Bl. 98; No. lld. — Es folgt ohne grössere 
Trennung: 

Bt. Ifila — 153b AolilegTuig yber das Enangeliom Johannis am erit«n. 
Ihm unfang d. i. in prineipio . Ut nichts gewest dauu Gott, 
vnnd Gott ist der Anfang gewest d. i. Gott baylst der Anfang . 
vnnd dx er gemacht hat bayist dx endt . dann es war t;ar 
nichti . E» war ein goyst von nyemtinds boscbalTen, derselb 
macht die creatur . yettl hu) Ist er der anfang . seine crcaiur 
dx endt, Alls ein hüfuer ist seines Hafens anfaiig . sein hafuii 
dz endt . vnnd sein gtsubopIT d. i. senil vnnd ein bafncr xa- 
iwbüpIIeD hat, dann ein yeder mensch i:<t ein schiipfler dcU . dz 
yn e«iuem Jiaudtwervk iät. 

Erat uorbum . wie ein stymb auß dem mundt üyemandls 
greyttt noch »ycbt . AlUo ist Gott . wie ein wort . börlicb, aber 
nit ttycbtiicb noch groyfflicb. 

I» principio . Vor dem Aufanng der crutur . wtr «ia wort . 
dt war Gott selbut, wie gesagt . hoo . loa d«m Anriong aller 



328 



IV. 



ScböpfTuiii; . war khoiD aoderor worckbxoüg . bey Gott uU alloia 
ein worl, dasoclbi); wurtt dx Ltl Gott solbiit gewölkt . hat alle 
dintig gomscbt il. i. ist der buuer zu »chmidon g^iwcliit 
Omiitu por . IC . . 
Ein rorlluufeadcr kouppor Kommontar flcr Vena 1—14; «r flchlioiwt: 
V.t UArilDtis tc. vnnd dvm yn dur wurhoit zu glauben ixt 
Hornolia «[usd«ni [nterprotationii« . Das soHübt» : yr 
gläubigen vvnttcniltig bey cucb werde, vnnd wol aiiOgolcgt ■ So 
wiiuent . Dhh vor dorn Anfann^ all^r dinng, nicht?, dann Gott 
war . Da er nun sein croatur gesdiaffon . Ist er der unraung 
gL-haysHen . wie an dem [al. Adaml da anfanng itt aller mcn- 
«ction . vnd Gott sein vd<1 vn^or aller anfanng . vnud hat oitl 
wolgcfalleo gehabt an all »ein cntaturon .... 
.Sfi Uli DU fall, Rnuo Goil«». llf^rricliaFl liidbull, liarmherzigkojl ßotlcx, KeutchalTitiig dM 
U«U!>i:li«a: iliu iicuc Kicutiii iii uiiil kui Gott: Söhn« GoIIoi. 

. . . viini) Süue (ioltes worden durcb dcit gwall don >>ye haben . 
dz das wortt Gotlci« fley.-<cli worden ist . Darumb seiudi aye 
hiofüran HcUch »uß üutt . ImHclbigcn lIcyHch Heben .lyc dx 
liudit Inn der Hnnternus. 

lloinelia .Sccunda Von dem «viah kinder GultOfi zuwordon, 
redt Juhunu«!) citi grusao heinibli{;khail . miß dem revch Guttiut . . . 
hu nil viu grosse hoimligkhcil . dz der tnonoch . üb »r selber 
will . ein nun Gottes werden mag, nit ob Vatter oder Mutier 
wollen, vnd gibt den gwall viin yedon bosonndcr . der da glaubt 
vnnd yn erapl'achl. 
,Der Gewnll' lit>gt im Nactilmal, in ili>ii Worirn .Ni'hu«! eatt . . .' So wlr'ii gISubig 
geniesseu, sind wir :*üliriH Ouiiii* vuu »ciuejo Flciüch. ä« Kotden »ir liiinmlineli liier 
auf Brclcu. * Iiu üvuivHsi'u (Eüsea uud TiIuIibd) liegi'i. ^Uaji iat der Geualt tiue* 
Jedvii fi^r >>iTli i<^]b8l, luiinlicb empfali«!) uud glauben." Das Wort h\ iii die Wvli 
|[ekuuiui«u, das« «ir svlig wc(il«n: die m otnplliig«!], wurdoii Sühua Oottct, uichl 
Dich Heiacliliclii-u Verttaiid voa der Frau, nlleiii aiit Gott gcliorvn. 

.... So wir nun wällen . So wohnet dz wort yn vnns . vnnd 

wirdt yn vuus auch lleysch . So nuu dz geacbeheu tat . So seindt 

wir Gotto.« Süno . Itriider ohristj : ISmudhI yn kheiuen weg nit . 

ÄlUo versteheut allhi<! Juliannt-u . So wir wöllon . mögen wir 

Silue Gottes werden, gepornu aul] Gott . von Gott blul vnud lleiitch 

cmpfahon . Nitt vonMiinnli<dieii viindl-VüuHclu'n.tflinen. Allein von 

dem wortt das Heisch int worden . Wellcbe.-« ii^l diu .\nder Peraen 

worden . wann dz so vnns gepurt . war aueh nit Mut vnd fleysch. 

Diftier Kommentar zum Anfanii; det> JohnnoeHevangeliom)» mit Wendung 

«ufd Nachtmal begegnet uns hier zum crittoii Mal, vrI. No. INJ Bl. 13; 

Ho. üb Bl. 1; No. % Bl, 115IT.; No. lOS S. TUSfl.; -Nu. 114 Bl. t*7ff. 



Die beiden grossen Leidener tbeol. SammelhaudscbrifteD. 329 

Bl. l&3b— 155b Ez fira^enta [!] alteritu traotatni . De C^na do- 
miig . ex anctoribni . Ceteris Enangelij . Theophraslj. 
Ecce hie est Christua . Christus hat von kbünfftigen dinogen 
ym ondt Jer weldt geredt, nit von gegen werttigen . Drumb 
khans viT das Nachtmal nit gezogen werden, Er hat tnennchen 
gemäint . vnnd vff menschen geredt , die sich für Christen auß- 
geben werden . wie zue vnnser zeyt von den geystlichen gnug- 
sam beweyßst . Solts vSf gegenwerttigs gcredt sein . so betten 
die Apostell . alls Thomas geyrrt ( . dz nit miiglich ist . ) die 
dz Nachtmahl gehalten wie christua . drumb werB souil alls 
widerrüff chriatus sein redt . vnnd strafft sich selbst . ehe dz 
er dz Nachtmal gemacht hat . vnnd die wort deß Nachtmals 
weren verbündte wort, vnd vnbestendtige , vnd würde vnnsor 

glauben ein ketxerey . dz sie Tehrne von vnns 

[155a] . . Christus ist nit yn derwiiefste . dann yn der wüeste 
seindt falsch Christen . alls Miinch . k. Die sich von der weit 
schayden . die in den kamern seindt die falschen Propheten . 
haben yr heimbligkheit verborgen . wie ein eheuolckb sich yn 
die kamer schleußt . drumb christus . ausserhalb vnns, ist vnns 
nichtz nutz . Sondern yhn vnns ist er tröstlich vnnd hülflich . 
durch dz Nachtmal vnnd vnnsere hertzen . nitt auß frembdten 
händteo. 

Stimmt, soviel ich vergleichen konnte, mit No. 84 Bl. 38 gut überein. 

Vgl. No. 108 S, 769; No. 114 Bl. OObff. Es folgt ohne grössere Trennung; 
(Bl. 155a — 155b) Interpretationem ex Panlo. 

Quid uobis dicam ic. vbs Paulus gibt vnnd lehrt . Ist alles 
waß Christus selbst lehrnct vnnd gibt . Ist nun Paulus nichtz 
mit der anrichtung deß testaments . So ist christj testament 
auch nichtz . bann der eins nit holt . ist deß andern vnwürdig . 
Dann Paulus gibt chrislj testament mit seinem wort dar d. i. 
Allein sein stymb . Aber Christus gibt den leyb .... In ea 

nocte Quisquis ederunt panem Probet 

autem .... vnnd wann wir christum yhn vnns haben . vnnß 
gegen valter ym himmel allso erzaygen . yn aller demutii vnnd 
gehorsame,, wie sich christus gegen ym gedemüetiget hat . Item . 
Das wir widerurab barmhertzigkheit gegen menigclich beweysen . 
Vnnil vnns ynn summa halten wie der . so yu vnns ist .wo 
nitt . .«0 seindt wir wie Judiis . Vnnd so wir bey Juda gewest 
wercn . weren wir auch sein verkhaulfer gowelst . Dieweyl wir 
Ciiristum yct/, su ryung uclileu . yn argem leben . So hotten 
wir gewicßlich dz ahn ym gethou, daß wir yotzl nitt thun 



330 



IV. Tlivologiki^M. 



miigeii . Darftir . vnnd vor allein ybol viioU Aw gQolig Gott 
behüole . ic. Tia'in. 
In Nu. S4 ist. (Jim* Frapmpnt an nmlorer Slello eii>E;ef(igt (Hl. 44). 
111. IJGa— IGlb Libor De Vsu C^nae domiqj . Theopbrattns. 

Üicwcyl nun yn ilom floyäcli vdiiiJ blut . So wir babon viid 
»ioHSOit . Houil zuuci>ti-lm i»l . I)u,um ilu Jor omt aiifaiiDt; vnnd 
goburl ligt . Viin<l yn dem leyb . iW-r gluubim . die Ltobc, vnnd 
IiolTuiing Moiu :<ol], viiiid miiU »ein . vnnd ohii den luyb i»t DichU 
nutz . WZ da glaubt . (ilaubt vnnd gehotTt wiidt . Diinn dx 
(Icy.'tch iflt iiichU nnlK . Allein der Kcy^t ist dor da lobentrg 
macht . Das hi nun dz Heyscb . daä von fleysch geporen 
wirdt . dt ist der geyst . dz vom Royst Koporen wirdt . 
Daruinb So muß dat uiu loyb ema der vom geyst soy . vnnd 
üii nul3 Adam . dz int . vom miMirtdieu . So nun allso da oia 
Dalürliuher Icyli »ein muß . vniid eine andere creatur des Suns . 
vnud tiyeinur duß Vallei'.'« . vIV »olloliee volgt nun . wie wir 
dieHelbigon worden . vnnd erlangen . nacli dem vnnd anfengkh- 
lich . Inii den Tordein büchern an^ezaigt worden i»<t ... 

[Kilaj . . . vur dorn abor vnud dasscibige angnnng . 

Soll der Lymus yn st'iuem brauch l'ürgvk^t werden, nach ynnbalt 
der goHclirilt't . Darnurli die »|>eyU . hucIi nach ytinball der 
godchrill't . Allso werden Kweu Artiuklicl . In dorn iürnombeQ 
dicsea Libels augCKöygt . vnnd dannitt geendet wirdt. 
Vom l.imo . Chmlus Ul die maii . aull d«^r wir üeindt . Das 
ist nach dem «xempcl . Cliriatus iHt die erdten . wir auü dem 
Lymo . Lymus i»t die mal! auß der ordton . darauß der mcnach 
iiit . vnnd chribituit bleybet ganntz . vnnd die ordten ganntx . 
der meoHch ganntz . vnnd sein Lymus ganutz . dz ist . der 
erdten ist nichts abganngen , AlUo ist auch Clinsto niehtz ab- 

ganugen [Uli b] ... dann nilt von Crduen uoeh MnnnoD 

willen wir geporon seindt. Sonder ynn (iulto» willen . In Gott , 
Aul) dorn worden wir geporiMi . Von doßwegen wirdt hie 
nichtz gesagt . von schüpfTung der Frawon, Allein der kinder 
Gottc* . IC. Finis. 
In gekürxter Gestalt haben wir diese Schrift im Wolfenbutteler Extra- 
vagancüdox (No. 84) Bl. i>5b— 56b schon angetroffen; vgl. auch No. 100 
8.212 und No. 108 $.775. 

Es folgt nun ohne Ueber.scbriri dai Sohlnstwort xn „De Umbo aeterno", 
welches im Wolfenbüttfiler Mhct. den fichluss der ganzen ^>nmm]ung 
bildet und auch hier die vielen kleineren Abhandlungen übcr'a Nachtmal 
tu oiuoiii vorhiuligi^n Abschltiss bringt: deun die darttuffolgeuden 7 Büchor 



Die Iteidou s'<i^<""^ Lciiloiittr Ihool. Sitmiiiclhaii<JMliriftcn. 331 

an Clemona VII simt doch etwax durcliauK .Solbstiindigit>, oino xq einem 
bMonilereo Zviee-V voraustaltele kompondiüite ZuNammonraiuaiig des gnozon 
rarscälKischon Lolirstandpunklcs Bbor die Coena dotnioi. 

Bl. ]<>lb — l(}2a Vond allsu will ich boHcbloisiiOD liuboii . 
vom brodt vnd wein chrixtj dx lotzHt« buch . der bcwdi- 
ning . der «h nun vndor ouch nit nniiemht . dorn wirdl. alle 
giiadt cJiliogäii sein . wicwol . wann idi ouch iwiiil nit kbendto . 
vnd ewer geoaigtes hertx viid willen . !^o wolt« foh mich dieser 

arbeit nit vDderstandtcn haben Ir aber grÜHsmi 

mir moino geüollBii vund ^önnor, vnod die ewern : so ouch alle 
wol bokhundt soiudt . Trogt mich der wog bey ouch tili; wie 
ich dann nit wnyLt . wo ich ycUt hin wirdl wuudcrn, So ich 
meine kranckheJi Äbgeferttigl winlt haben . so wirdt ich mich 
bey euch ein wenig «aumen . Damit Mein (tott hcuolhen, mit 
allen den . so chrLtlum von hertzon müincn . (ieben zu 

^2* X^. Am Montag nach Asccnsionis Dom inj . Im H3lcn. 
(/ ^ D. Thoophrasl: Ilühonh: 

Di« Losarien weichen vom Woirunbüttclor Codex (No. 84) wenig ab, 
du Wichtiffsto int Wühl das Fohlen dor Worte »Dan da« ist da« 
Eylffte Buch". Di« Ortsbezeichuung iot olVcnbar u»ch ilon ijKuuhcn 
Schriltzitgou facHjmilirt, wie in No. &1: wenn man nach den sonittigun 
Schriflziigon unserer HundNchriri urtbeilen dürfte, v/Uro ihr cr^ti! Buch- 
Btabe des Ortes «wcifcllos ala „R" zu lesen. Vgl. auch No. 100 S. 350 
und No. 108 S. THH. 

Bl. 162b — l<J.^a De C^na Dominj . Llbri septimj. 

An Bapst Clement . den Sybendten, Obrüten Biachoff der Pfahr 
zu Rhom . IC. Thoophrast: llohcnbaim: 
Nil mein . Sonder dein i«t die »org ( . yn der ich yetz arbeyle . 
ym Nachlniul ilell Herren . Du Oberster BischolT der {'relalen .) 
yn ein yedon yrrtliuinb zufalleo, ^zegon dio . So da vndternlehn 
zu zerstören den Icmpel cliri.-'tj . Du aber yn Bliom, der du nit 
ohn grossen yrrlhumb lebest . vrsachest andere yrrungon, dann 
die yrrgehung deß haupts . ist vrsacb . das auch yrrgehen dio 

gliodor vtf da« wir khomben yn ein schall- 

stall . vnnd cbristu« Hey vnner haubt, vnd du der oberst« 
BbchofT bleybesl . vou christo vngoictit . In welchem »chafT- 
•lall . dz nachtmal christj . wie nacbuolgt gchultvu wcrdv, 
das ich dir vor allen xuHchroyb . zu durchlcBon . Datum IC. 
Anno 1530. 
Das erst Such . vnnd erat Capitcl 



883 



IV. ThaotogiMliDK 



])*» f>iboadt Bnch . Aulll«gung dtsi'» fIr»uoh)i doT» 
NachtiunU. 

nanu nhn statt Chriatj . int niaht]! hitidtsrlnKsen . vor 

vnsorn augnn znhabea . Allein der Leyb vod blut chmtj . 
yonäolbig ligt vnaer beucht , vnDsor vcrgcbmig dor säodsa , 
Dalior allein liabcii wir ull vriscr ZiiHucbt vtT (.'nlton . Allein 
In dem leib vnnd Mut christj . In den rliriatlichi'n goyst, der 
vniiß lebeodlig tnaclit . Iiin dem i«t vnfler PrieetcntchulTt . ic. 
Dnrureib volget . das wir n]b> 1'rüdt^r . vnnd |{Ieych In chmto 
bloyben . ;c. Finis. 

KU int dioselbo Schrift, welcbo wir in No. 84 Bl. Iff. angetrofföu bnbeD. 

Diir Te\to »toben sich ziemlich nuho. Uio Jahrzubt 1&30 «lebt dort im 

Titel, felilt iibor unter dor Vorrodo. Vgl. auch No. 108, Nu. 109, No. 113, 

No. 114 und 116. 

11!. 11)H1j ist unbcNchiiaban. sls Zeichen einer grösseren Tronnunc, 

da hiemit dio AboQ'litDLlMibril'tvii vorliiutig ihr Rnde erreicht babon. 
Bl. I94a--'>U-la Bpistola Judae Apoatoti textns. 

Judas Jhesu christj .*eruusi . .(udiis der Apoatol vund kuecht . 
nuirh oin getreuer vorkniidfiKer deü Euangelions uhrinlj , Sohroybt 
liic ein opistol . darinn er meinem Apostclat umpt (icnuegang 
thut . Nun ist eine» ycdon Apostels Ampi . dou yhenjgen so er 
vndt«r ym bat . oder ym wi^sondt . Iron Irrsahl vu^nttecltben . 
nach dem . vnnd er ym erscheyndt . Duryuncn Jtidii-^ hie an dem 
ortt seinen . vod allen den yhentgcn fiirbelt ( . die da wollen 
ynn chri»to leben . ubxii.'<tehen , von dor yrrung . nach dem 
vnnd »ie vor ym en*chyiien i.*t . d« yn dann ziwchreyben bewcgkbt 
hat . Nun ist Id dem mwiäsen, da.i alUo ein yegclichor 
Apostell . oder Vorsteher . deü Apostolat arapt» . derma*sen 
gellielQen soll nein . Alle die Irrsübl . oder yppigklieit der 
Mounschen . wie sye Ihm dann icusteeri . oder offenbart werden . 
Diceelbigen zustralfon . vond nitt dnrynn /.ufeycrn .|: dano 
ein yeder Apeslell . hutt dii* Ampi dt-Ll heylHgf<n geysts; Auß 
wellicbem er billich die warbeyt sagen soll . vnnd nicbtz ver- 
hallten . Diirynn nur.h xtinierekhen ist . das er sich nit Ffarre- 
risch . nit Capelliini^rh . nit KomuDisi'h . nit l'resalisch [I] . 
nit Münchisch gehalten hat, welche alle Inen »elbs warlteu . 
kbeinor dem andern yn nciner ITsrr . ylin iicincr Cupellaney . 
yu minem Closter iiichtx biiinlult noch .^irntTt . Dardiirch denn 
bey einem yogcliohen yn tit^iiietn gobjiet . sondern Irn>ahl vnnd 
Ltwt'tr Hulfer'tcet . Das nhji eo^lralll bloybel, wetlrhes alle« 
u'idcr diu brauch der Apostell seiudt . haben nitt eigen Biticli- 



Dl« bdden ^m«q Leidener iheol. SanimolbiindiiehriIl*n. 



S8& 



tliuml) . Pbrr . Altar . :c. Keliabt, dasoolbig . vnnd woi(l<<r 
nichU mi>Iir ziiuonohen, Sonder die Kannst wellt fSr oin l'farr 
gc1inlt«D . vniid (Tir oin kyruhen . Wo os Qnn nit yn dem weg 
gehallton wirdl . inU uit Apottolüch. 

IMs (|ai in des patre saDotifioatj sunt . . . : 

Ei autem qai poteo» f-it .... Kr ist Urudor Jocobu« . all» 
or sich !M:liroybt . vnnd ein bruiler . Simonis . viid ein kncchl 
chritt^ .. vond sio sa^n: Ea ney nit ein Api)-«loIiMolio i'{)i»td . 
M Iiibn yrrgend» ci» fromber RMchryben . ic. darumb dz er 
sagt . Vjn liabofi vom Apontolat . n. Mbk nit einer sagen . Icli 
habfl vom Apoütcll . vnud mag .Hullicn auch oioor foJn . vnnd 
maf; sein demut an-^obcn. th er kheiii holTurt fiicrl . noch Hoinc» 
Ampta tittol . aU l'otrun . I'auluit . :c. lenndol vir die alltün . 
vniiil niohrern Apoatell . nilt vft sich Hclbü allein . Daa ym oin 
lob ist . oin grosser glaub . vnnd liobc . das vrthnylt man ym 
zum argen . Darumb so ist »ye sein . vnnd kheincn anderen 
nit ■ Dann Judax Thadous haylst ein lenndur . }C. Finis. 
Ein forl.iniiri;ndor Kommentar dft< Apo.st«lbrtur(t>t, drr si<-h nur sollen fast 
würtlicli mit der KiMlruckt^n ,Commcnl«tii} in tlpi^tolam S. Judae 
ApoHtoli" Theil I Ha. 'AitR und Hlit berfihrt, im Uebrigen eine durchaus 
andere Bearbeitung darstollt. wenn auch die Gedanken im (ianzen fibur- 
einstimmen. Dasa andere Uanditchrift in dor ['ebenichrirt di^in „IqxIus" 
betont, mag im (legonästs zu einer anderwürts erhaltenen ^Praetatio" 
geuoint sein, welche hier nicht ^OKeben wird (vrI. Theil I No. 311). 
Eine mit dem Drucke völlig üborcinstimnieudo Auslugung de» Juda.>i- 
brieres wenk-n wir in einem Kopenhagener Cod«x finden (No. 107 
Bl. 73J; diu andern lUmLsdiiirton No. 1*5 IH. Hb; No. UW S. 338; 
No. IU8 Jj. 'M3 stimmen mit unxereni Leidener Text, die entlo i«t Trei- 
licli aitork gekürzL 

ill. "JtMb unbeschrieben. 

Gl. äO&a— 22(>b De Septem pnnotit Idolatriae Chrittianae. 
Theoph: lIiilienhvimensiM (iermanus. 
Theo ph rast UH vouMohvnheim.lc. Von der botrachlung, 
vnnd Gottesdienst . Zu V>lentio vnd Remigio . Italis . ic. 
der tieyliigOD geRchrifft profossoribus. 
Annfang der Vorredt . Theoph: 

Ewer tTiglich widorpellen . vnnd schftrpITri'fU'n . wider mich; von 
wegen der warbeyt . So ich ctwan vnnd etlii'hnial . yhn Ta- 
bernon . Krügen . vnnd wyrduhnui^crn . gerodt hab . wider das 
vnnütz hyrcheu gchn . yppige feyor . vergebene pctten vnnd 
raotvn . Alinußuu gebon . opITern . eechondien . byfl«! . 



334 ^BV <^- TheolofTiRch«*. 

drciiwigst . JarzciL . peychteii . Sacrament ncmbeii . vond all 
andere dergleichen prieHterlicIio j^ebott . rncl sureathulluiig , 
Auch mir ilui(.soll>i^ yn ein truuL'klieiilioyt (gezogen . ßnnimli iIm 
711 tftljoiLiL'ii gL-!^c liehen ist . vniid die tabornon für viitüclilige 
Öfter XU der warh«it xuitmn . anzaygon .). vnnd vfT dx; 
mich; ein wyni^VlielpriHlitrrr ^i^tintult . wnriiml) IhÜet yr mim 
yetet yn der 5ieyt . dieweyi yr mir KeHdiwygen lialit . vnnd 
euch wo) sefullen hat . da ich redt ynn den spelunckhon. man 
«ollf, ruch opHVr gobcn , vnnd vol|j;Bn . Kucb auch nil ciu- 
rodcn .|- (»t ihm billich yij der !'|>elunckheu licwesoD . vnnd 
tat euch eio dienst g«west . So Ikitüent euch auch y«t!it die 
warheil ynn den lubernen gi^rallen .1. Dann yu der »pt-lunckhen 
war ich glaubifi: yn euch .|. aber yotxt bin ieh {{laubig Ihn 
ohriüto; vnnd nymmer yn euch .{. vuni] no ich mit euch mehr 
ynn die spalunekhen khemb. So weit ieh «aeen 7.n demselhigon 
volckh . hüotot euch vor den falschen l'ropheten vnnd belriie- 
g«rD . die vom teüfull gcsaundt, wollt nymmer HSguu Vöu 
. gsben . Sonder von uembcu euch den butru(;onL'u gevrall . doa 
yr lannge Zeit auU deß teuTetH macht , gofiierl halit .|: Euoh 
vnnd andere mit betrugen . ilardurch wir euch bei.->tatindt gethoii 
haben .|. Ir wölt nit hüben sein; nil layuher . vnd »eydt dea- 
selben voller den die .lüden warendl .1. xun xc-iteu chridtj . 
vnnd gewaltiger rei^iert der leüfel yn euch . dann yn Pilato, 
llerode . Ahnua . vnd Caypha . vnnd mehr dann yn Judas i 
Auch zeucht yr mich . Ich hab nun mein vernunlTl vndtero 
pauruu zureden . ncy nur yu . ya . Ich soll vDdt(ir diu Doctorcti 
3EU Leuen. Pariü . gehn wion . Ingolstatt . gehn Collen . da ich 
leut under äugen haben wtirdl . Nitt pauron . nilt kaulTleut . 
hnnder Mayi>lflr der Theolo)^; So wi-^tendt von mir ein .tolche 
antwort; Inen wirdt yrea gleyuhen zukomben . bin ich» nit 80 
wirdLs ein ander sein .[■ yedoeh . das mein redt vnnd anzaygen 
von christo . wirdt herfur komben . vnd wirdl sie yherwenn- 
den .|. Christus khamb nyo gehn Hom . Nocli ist Rom »ein 
vorweßsr . Suncl Pctor khnm nye gehn Cöllenn . noch ist or 
yr gÜGStJger I'eter .|- ^n^d !iO iuh schon an die eudt nit 
Vbomb . ligt nichtx an mir . Dann dio redt ist nit mein . ist 
ohristj . der wirdt yn ein Niilerläudii*clien pott«n adiickhon, 
wann ich khau der .sprach nit, vuud dau von Wien vnd Ingol* 
»tat . yres Landugenußen . vnd die warheyt wirdt vndter Inen 
geporcn werden . \nid duadi sie selber an tag khomben , vnnd 
nit durch mich J. rund wann kh gestorboo biu . so lebdt die 



* 



Di« beiden grroBMn Leidener iheol. SaiiiLnelliiniisehrineD. 



335 



Lelior noch : dann sye int chmlj . der alürbi nil . Vund *o idi 
XU LoutfD wer . viid 7U pDrix . midi würiiun dio litt MtralTca . 
vff iVw yr biiwi.'t . Syi> iiiiu'lidi'ri mir cliiiftiini itlniffci» . vnnd 
iiit iniili . Irh aclit, nl-iT . ila,* im-iii liitiitigi! n-dl . hey yiif>n 
gleych ao wohl . aU hell kl) sy« hoy yosD gere<lt .|- gf'hiSrt 
werdt . Dann chiiotns liidt sein wort zu klielner zeit verdorben . 
Es läßts aucli nitt verborgen ligen . »s miiÜ weitlor . Ist nit 
vor einen . oa hoII durrliwnndern . es maß alles eröfl'net wer- 
Ann . Ihr ul&tjct M-br vnd vnl'sl . Ich hob euch die pauren 
widL-r^pctiiiig gomuidic . dus sie iiymincr optTürru . vnnd wenig 
yfr euch halten . vnd «uhier gnr nichtx J. Gcdonckhct . wenn 
mein rßiit »uH dorn tt^GlTel wer . so volgten si« «uch . vnd nit 
uiir . Aber .so sytt mir volgen . vnd nit euch . So goilenckhel 
oit änderst . Denn dz der heyllig geyst yn yiicn »ey . der 
lohrnet sie erkhennen ewer gomuol . tyckh . vnd gioLie lügen . 
Dann ich habe von mir »clbs nil erdacht , wo« icli )>eredt liab . 
Ar. ist aull dem htiylli|{cu geyst . Allno : u ist da« Euange- 
lium . vnnd wicwol yr anzcyßcl. ein Euangolium gewesen . von 
ctiriHto . byß vIT heul :;. Ui allso ; Aber ewer tiickh seindt 
noch iilltor . von C'ayn her .!• vnnd von d<>n atltcn b'*') '^Q'st'n 
vud ItLftuhuueD .|. dx Juuuf; ist wahr . da.« ültcr irt trlogen, 
das Jünnger »IriLft't duK Alter . vnnd das Hltor nit das yunnger . 
wer du-t alll lc«lanient volkomben gerecht . vnnd gut goweion . 
ühriütUM hat c» nit wider erneuert, auU wellchem te.ttaineut Ir 
all owi^r bctri'igcrAy nembt . Ihr möcht mich verdennckheu . 
Ich redt wider euch auß kheincm grundt .|: will ich euch 
anzaygen .|. Mich vndterricht«n ewore werckh . da» nichtx yo 
euch ist . Dann auH den werckhon erkhenn ich euch . AIIso , 
das sie alle vom leufel aeinilt .'. vnnd nit von tiolt . daa 
weyßent <lit> punclon an each . die yr mich xoücht . yn «inam 
(mahl zustehn . ich wiilerri'do ewcrri hcylligiMi Vülerii .|. ilnnn 
sie haben dem Lcyb gc^chryben vnd nit der ooel . 8yo haben 
poctcr^y ii:elirAucbt . vnd nit dio thoologoy .|. Sie hüben 
»chmaychlcrey getrybeii . vnnd nit die warhoit erxcll. Irer i«t 
auch kheinor zu einniii Martrer worden . seindt also giiotig 
peüchtiger blieben . die yn dem himmol vnnd yn der bell statt 
hoben . vnnd alle deLt (irauchs lehrcr vnd kuchin prediger, 
khoinor der ewigen sooli{;kbeit . Das »«indt die werckh . darauß 
erkh«nilt werd«n ws Ihr vnd syc Für Trücht g«bco vnd tragen 
habt . [f xvücht vnnlt . mich vnd meine xuhÜrcr . wir soyont 
widor eudi . ;c. wir »oindl wider den leCifol vnd soiu lolwir . 



:i86 



IV. Th« 



TBUil dH widor euch . Dann yr vniid wir .tcinclt prüder; wSIIct 
yr .t. Alls wir bogorea; «o seindt yr allor vheindschalTt yber- 
llflbt . Allein ihuot von euch den tQürel vnnd no'm lolior . »o 
uflgot yr diu gcliott Gutltu tliun . vad dann bcrriaclivr der 
niciiochcu KuHeU volbriniigcn . suB rochbir erkliandlnus .{: 
diewoyl yr abni' iim^IiiiolKfiil dorn SntliiiiiiLi vnd nit chrUto : m 
M'iiidt wir iiit pru<lfr . dnriimb Ik-ylknit «ucli . dz yr kinder 
(loltM wyent . deon dioselbif; frountschalTt vod prudeMchalT) i^obet 
riynimer nudi dem flejiicb . Hondur nach dum gltiuWn . cm- 
lifeniUon khrin todl . Aull ili'in «oll sich ein yodur wieviel] zu 
iii>hoi) . ih khoin trew yin floysch L'o^iucht «iili norden . von 
woi(«ii d«r aiigefiornoD vheindUchitlTt, . sionder allein iiairb dem 
hIhuIwi . vnud yn dem gesiatK {i«ttft* , vnnd seyl yr ohri)4ten . 
vnnd «wer vatter ein Jud . Sa ist ewer V'altcrachatrt nicht)'. 
Kci;en euch . vnnd yr nymmer sein sijoc .]. Dann en ist nur 
vi» Valtor . vnnd nit der Vattor ym Itoyscb . or liat seinen 
kiudurn niuhtz zugtiban . denn er lobt wie syo . der gtiaden . 
WA yin ucbi'n wirdt von dorn vattor . auß dum der glauben 
lluüUt . Waiumb reiicUt yr vnns . dx wir kiud«r deß teiircN 
itoindt; Nun Hoindt doch vnüere werckb nit sein; auß welclien 
yr vnn« erkhennen sollt: die yr yborllÜHsig trag;t . vnd hubl 
euoh (liMfoIbiRou gomo[l gemacljt . ehe yr viidlor dio töüllichon 
MilbunK gantiKCO eoyt . damit euch nit znrhynu mit gut vniid 
tittel veraigoU . vnnd habt ßott nit vertraut . dz er euch 
nidirun milg . vnnd d<.^m teure) nueh nit . er muß sicli vorhiu 
vunii'hreybon . euch klieinen mangcl Kulnsitcin . vnd yn ba-ichiirm* 
buiig halten, vnnd yborwindten alle die so ewer bolJheyt ver- 
Hlniindton vod erklioniieii . dit>sclbigen liiudlitni vnnd ttchüdigon . 
'l'hunt nie nit heniictien yber euch . vorraüinet yr . datl kIIho 
■iirylUen hindurch . mag nit sein; wiowul yr euch vndterDtf^el 
tiiil dem licnekhor SU di»putiruD; litt mohr wider euch . denn 
mit cuob . dann wo euch yn oineiu froudl begegnet . werden 
hlindvirtnilligclicti loydt hingegen erschoynon . Dann alls» iKt der 
uayi« dttf Inn ackhcr l'elk . der gibt frucht den gerechton . 
vitiitl yr werdvnt enern rbutlen . ( . Gott . ) dßtn ewigen fluch 
ybvnitil werten .]: vund euch mit ym .|: Wie khan der gläubig 
i>lu rini-lil gebiin der nit ein Mortrer wird . ho uterekhon sich 
\il launont vir . Ihn .'. die wachßon alle iiuß dem Martror . 
Um tuiindt neine rruclit . vnnd yr der rhntteu, Aer vndtcr dem 
waylioii wi'tihßt . das weyßen ewer« werckh auU . vnnd Ab- 
gütlenoche Mtaltuteu.j: 



Dto beldui groiiMii Loldcnor Uitol. Snmmplhandschrinon. 



387 



Wellchor ist vinjlci' each rhattcn »»bt . der von weg«<n Aeü 
Namen chriNtj .!. PricHtcr wcrdt? oder worden sey? der nit ver- 
sorgt gowespu sej" . mit ßiiter pfrlindl , mil RÜeter . mit haitß, 
mit gewirßer guhlt . mit i-eycliem opITer , mit grosAem ansehen 
mit grosüen ehren . mit grosser gehorsam kheit . vnnd daxu 
• voller bauclirülil . vohl lusi^ts . vnnd vobllcM mauls yn essenn 
vnd yn trincklicn . mit fluchen . vppickheit . vnnd aller vn- 
rhciiiigki-rt vohl. erkhendt eucli selbs . d&s yr nit von Gott 
myt; noch ahn üL'inor statt; dann wenn oinsr vndtt^r ouch ein 
nachpauni »chinoulit . schiindt . schlecht . In oder die seinen . 
In vnehron odi>r .lonn.st . So ist es euch allen ein rroudl. mehr 
denn die fraw die den proning verloren lintt . vnd yn widor 
fondt . AH ewer lohr, (leyB . vnnd arligyt . stehn »nf die 
aachen . Üammb seindt yr kinder deLt tetirflü . vnnd nil Gottes . 
vnil vndter dem vatter der lügen . Dann die Anschlag khomben 
auß ym .]: vnnd dorn groason Anathema der ewer beschirmer 
Ist . den yr nit will khennen: int &« nit allxo . dos der richtet 
den dieh behüet . dz yn nyomandt schlahen darET, vnnd den 
gefangenen mehr behüet . dann den ledigen . vnnd vil härter 
«traft . den . der ein gefanngen schädigt , weder den der ein 
ledigen schädigt ,|. ÄlLio wardt yr von (iott zu dem besdiynnb 
gelassen, dn.« euch nyemands schaden mag . wann yr seyt gcpundon 
an dcß tetjrt?ls khettcn .|. Darumb gehn auch für sich ewer« 
Anschlag , yetüt bynndt der hehckher die strickh vmh die hnndt 
vnnd Icnndon. vnnd wann dcrsclbig einen bynndt . so geet die 
hDohin zu«' . Man kocht dem gcfunngen menschen nit rnclir . 
vnnd hebt &hn alle weit zuliulTen . zuhören . rnnd zusehen 
den todi . vnnd lleticlil .ilK> weit mit äcv hÜlfT . nur sterben . 
nur hengkhen .ic. Allso mag ich gcdenckhen . Dos yr ein 
lannge zeyt . yn der gefanglihniis geseUen scyt . vnnd die stundl 
ist hye . darynnen die ricbter den Achranrkhon besytzou . vnnd 
ruffen dem henckher .{. Vfl' sollches betrachtet , dz yr für- 
kombt dem gerichl . vnnd vor dem . ehe euch der henckher 
bynndt . gnadt zuerwerbcn sucht . beycliton . vnnd suflT- 
bören .|. Ein Gott allein anbottcn . vnd euch solbs sein gewall 
Dit XU logen . euch selb nit so gerecht schützen . zubegeren vor 
dz gericht zugeen; sonder alle mnhl vmb gotdt .|. Ist hotTnrt 
vnnd ybormuht diu grÖsste süudt . alls yr crxtyget: Wie müchl 
yr dann ein grösser hoffnrt verbriogAD . dann dx yr oddi alle 
teyt gerecht macht . vnd nolt nit vngerecbt mci» . vor Gott . 
der der aller atrongoHtc rii-htiir ist . vor voliabom nit xuschortnen 



X>tllk 4. K(Mhili 4, p4Hnlt1>rhta ■ihlifMn. U. 



2-J 



IT. 



lA . In cliun gib ich aacti die lotsabe 1«her auß chriato . da« yr 
yn pwem kflnsten . rechten . vniid ordtnungen . yn all owurn 
wegen . allwo einlältit; werdi . alls die kinder vff der gawen . 
Sonnst werdon Ir xum andern mahl oil Reporen wenlei» .|, xii 
wellicher gepurt vnnß Cliristus allen helff . Amon .,: 
MeriiUL-h uolgun die vcrworTrcn articklicl .'.«Theo- 
[^iraiitj von Ilahenlioim . Durch die Mcyttter der ge- 
Mchrirrt vniitl haylligon Vater . ic. hnrfiir gebracht. 
Der (^THt artickhel t.<l . Da» vnnfitz kii-cheii gehn . ein vnnützer 
ganng . dif^not xur Abgötterey . dall vergeben») . vnnd deß 
toEilTclii will iHt . IC. 

Es ist. vergebens . das titglicli kirchen gohn . vnnd alle die 
knicbüt>gun(^ . duckhon . vnnd kirclicn oheor betrachten .|: Von 
gaystlicben vnnd wcltliubon .j. mit nicht«D außgonomben . 
Alli>M ein vorgeboni' arlicil; uhu alli; frucht; Ein will vnd dienent 
deß toürelit . wider chriKtuin . vnnd die hayllig iiryuii|t.ig- 
koitt .{: Ein gaiitzc Abgüttcroy . vorbottea .[. vndtor dum 
fliicli Anatliematfis] . vonn <iott selbs. 

Vrsacli . Die Kyrch hayst vir Latein . Ohatolicii . vnnd itit 
der geyst aller gerechten glaubigen .|. vnnd yr lusambkhom- 
bang . ist yin heilligen goyat . Allso . des sie alloybm glauben 
Hoind . Das ist . fide» chatolica . vnnd boKytKl kheiii »tatt; 
Aber Ecclosia ist ein Maur. 
Die watiro Klrdic im (inist, diu falncliit im l.ivinäiiL>r. Nur in dor Kiirli« iler Uollij,;«!) 
im ü«wlsaon IbI wslire Uck-litc gegen <.io1I iiuit »nliro Kciio; kein RelvliliMi im Leib 
dujiTh die liialrunioiit« il^r Itciic, suiidcrn im Uer^vii, im GcUl mit lioficIildMi'ni-m 
lliindu. Nur um oiiiftiider <Jic Seli^-kuii lu bckoimeu. di« uns »ideifaliroii i«t uns 
ilfr lleMO nach der tSeicIiio, krincun wir einandur unser« Sünden buirhten (je einer 
dem aiiilarn s«ine N'oth) lum Tronlf der Terlurnen Süader, Zulu Beichten in die 
Klreli« XII geliM. itt ahHüttixeh I dünn da Ui keine Erledi^un^. Nur walire Rene 
fühlt in d(in llininiHl, und die gibt utu (loll in Unaderi: auH ibr HiesHon die Werke 
de* (ilaiib<.in8. [>iiiiim ist iloit Kirclieitgfhen, Iteicliteii, Opfern vom Tour«!, der in 
dar tialrflgt<rl»eh«n Gc<«ult der Apuslol kommt. Die Apostel selbst aber sind Ver- 
Scblfr do( Kircbciigchon«. 

Der ander Punct oder Ailickel . Sagt vom Betten yn 
Stninon kirchen, di dor stüino kirchen lob. vnd eher ixt .[: vnd 
dem toGfol 7.ugohört, wider die rechte kirch:]. darumb dr. 
Betten yn solcher ehr t«u(riiiich . vnd widor Gott ist;!: 

All solch iteion Int lautere Abgötterei, Uoron Singen die gr>JSBle. Nui die Werke, 
die auK dem aiaubcn (liemen. lind nütio, die Blessen von salbst, nicht um des Ver- 
dlaiuios Killen, »ondorn am dpt l.iDbe, die Im Glauben ixt; um die sollen «ir bitten 
und nirbt mit dorn tluiid, nur mit di'ni llKrjon. Iiiui Vtilcnin^or goII aus iinsenn 
U*ntO nicht kommen, nondcrn alle Augenblick darin liegen. Wir sollen aldtt 



Die beiden ifroMen Leiileoer tbeol. Sammelhiuiiltdirinen. 



339 



b«t«n, lim «twiw lu f^rliing«!). soniltm nU oin glätiblgo» Bekounrn von fiollu un4 
Min«* Sohn«» Onodo. An» il<<m GUubdn beton vir, nichl au« Zt^feJ, nicht aoi 
Uaagcl: denn vir hnben's nllet luvor. 

Dvr drillt Puuct . Das dz feyron «Icr Maurkirchon . oiclits 

Mcy weder cm taiinU . |>nucktiuten . viind tliurnir dcU t«GfT«1». 
All« Kirchonfoiortitge siuit louflinch. Fciorn in eine uhristliche Dcinuliiung ite* 
OeuhehniHo*. ome Itelohrung und I Intern ei lung, keine Staffel xur Seligkeit; wbh 
die Seligkeit anbotrilTt. toll alle Tage hntiachlol werden, tIo.« int der (ilnubc, dl« 
I.iebe, die HälTnung, Der (ilaiibe ist im (loiAtD, die Itttracliiiing iit im Aeuiuei^ 
liehen. do<^li tobndct »io dem nlniiVion cI«. nichts, aliur wenn die Kircheiiherren 
«ogen, halten des Feisrlagugobnlx mnetic selig, ao ist dns abgültiseh nnd TeuM»- 
verk; nur der Hnglauho inrdninml, nicht die unterlosienc h'eler. üott will oin 
«leuölliig tenig llan baben iinil keine toufliiiclien Feiertagsordnungen, -opfer und 
•gcprtnge. 

D«r viordt puiicl . Diw vasstCTi. yii der goniaui-Uüi Kyrchun . 

der lutilTcl crducht hat . woIcIkm QoU oiii viigcfalluii i.tt . vud 

«in nlgütttircy. 

Alte (ebetenfn Kotttase «ind Teufelsarbeit ?.ur iCeritöruiig tlci 'ItBiihem nn ChrislniD. 
lu nichu 6cbt unn der Teufel 10 hoil an als im tccbntnnrn Fa.itcn. lleiinlirb Kosten 
duldet er uicbl: auch dien nütil in-nr ntehli turSeligkeil, denn et ist ein fiuKscrlii^h 
Ding lUT Keinbeit den Leibes. Der Ulauhn hat Tlati in jedem Leibe, loll oder leer; 
Chrialiu unil die Heiligen, wckho au.t toinem .calholiKchom* Ilenen im reitii'u Leibe 
fefoitei haben, wurden vom Teufel Tonacht, und doch xar ihnen doi Fasten an 
«ich kein Veflionat: dos Geboten« int atne (ileisanorrl. 

Dor funnfft punct . Das allcH Almusen i^oben . nit diene aor 
ewigen HDeligkoit: NhcIi »utfitatzuiiK der gomaurtoii Kyn^hun . 
vnnd dz oa vacliriKtlicb vDiid Uhü Ut . viind th. dnl.( AlniUHCH 
uuM dor Cnlhollscboii kirchcii . ftlloi» auß denn glauben kliuiii; 
viid aiiL! klieinnr lieb« . IC- vom iieclHt«n oder jin neuhüteii. 
Allek AlruuNeugub«!! nach den Ueboleu der gemaiierleii Kirchen itl tom Teufel und 
v«rg*henM: es lotl allein i;ehen aui dvr Liebe des .cutliolischen* 11«n;«Dii iti den 
Bedürftig»!, nicht um dei Vergeltung nilteu, luutlem uiuKOnst. Almosengebeii an 
KISster, an den Kircbthüre» und an Spiiiiliv int Teufeltwerk und hindert nur «nbic 
• Mildlhätigkeil. Almunen nind die Frucht, die aus der Liebe kumnit und nicht der 
Weg Euiu Himmel, denn der Himmel töist iiich nicht erkaufeu. Verilucbt die iCiiUge, 
■lie da apricbt: daas dirn Uolt vergelte) 

Die Sochnt [*unct . Dm kyruh(>iiralirt . AntloO [Ablass] . 
xuo hitylligt^n Inuircii . all<u vnibKuniLst my vnnd kliL'iti vi-rdiciist 
dwbey .: Ilrudoraicbiitrtcn, Orden . geysüicha Httonwliafn . 
ChrittUclie Zayohon . vnnd dcrgleycbun .|. »tiB dein loürel 
erdacht uey . vnnd yn ttoiti clire enthalton . ic. 
AU« Wallfahrten um Vurgehuug der ^iiuileii, oder um den llimioel tu orRerbon, 
■lad «idor den Olouben. burch keine Aiboit, noeh Sehwit»n. durch kein Laufen, 
■Mb 0«ban «inl um der mindeste Punkt der Sünden nichl lergebon. Wejeber aieh 
gltbt, Mio Sund durch «ein Leib abtulbuu, der bat de* Toofdi Witlea in eicli. tlott 



22 



->• 



540 



,IT, Tbeolo£licb«i. 



«itl nur kulwff taJdo H«non Tmben; Ablwisgnben Ist vom Teufel ordochl. Gott bM 
kolno VirnrioR. Aurli die Hrileii aiml «Ider den GUiiben; die WerkR, die sie thiin, 
mripvpii [rti gvKcliphen. ohne Pio(o»9, «u.<i ikm Glauben: alles andm Ixt l.nrirer« 
Settt, il«r ?ap«t dar liilicche l,iicif«r. Den Glaubaii <u mtbrcn mit dam St^hnorte, 
Ut TO\a Teiifol. Wnr will die Rrilo neihco und lopien? Sic iil Gottcj;. KeMcgnct 
Frucht zu tragen; diu Wiuicr Ul ton ttolt i^cxognct tum Dunlirischon, Fiichp lu 
h«goo, dio Etilp TU UDttgn, nicht aum Sprangen und Yerlrolbsn daa Teufel« alt 
Weibwaittor. 

Der SybeoiJl punct . Da« di^ tcinjiol . glockli . Altar . prodig- 
ütul . cTOntzKiiniig . i-lü.^tor . bildor . »Hos vom tbüfd gemacht 
wy . W7. ym iiewpii l«!*tampnl nit. bi'gryffoii wordl . viinti dio 
MO dz vITeiitlialten toßl'el Hoindt . vniid I^ucifer . dio nm Jung- 
aten tag zu rpclilon toufflen erkhamit wenlon . So «io gebraucht 
worden nach kloinnten vniid aller Oiiint. 
IK'T Weg lur Seligkeit Kill «tili hnin. njll uil mit GfM'hrxi v:>'l>ii> sondern von innen 
nUK dem Herten heraiiH. (riockon und Orgeln »ind ein .SeilpiiD|i[ei| Jes TeiireU; 
Altar, Onint und Mp«H^?wand hat der Teufel erdacht. Christus will den Pririslor 
von innori hcrau.q, uit'ht lucn Auntichon. UntliEthilmor gehüroii nicht a<if den Altar, 
sondern in's um. Inful und Tlnra u. t. w. nind gplntlichi^ Narreloi. Gott will, daas 
uai. dem (üauben die Rhie gn>rhr>he. nicht Itnn solchen üusHcrliehen Werken. DttM 
die« aus dein alten TeitinniRni siammn. .will ich ouch im buch veteruni 
letamenti ulso aulilegen'. Kin kntholiachor Christ «nll vor keinem ßild beten. 
. . . was aber dio Figur dem Cruuitix Ut . Ab» molden wir In viri- 
,bu» vetcris tfittamonti . . . Damit will ich beHchloitseu 
haben disscH Libell: vnnd euch yhn undorii moin püchorn ein 
mehrern vorstmidt fiirlftgiin . duryuu yr erkh«unoD sollt . das 
yr vom tci'rlT«! seytt . vnd der lobcndtig LuciTcr der urdtcn , 
. . . Darumb ye iiuhnor Rom . ye bößer christ . vnnd bey euch 
liricHt.rr dio vermiiledeyleii diri^len . die ConKrientü . die yr 
rliiiiij Hchelict . die veriirtheilt euch . yn dun <iwigen fluch, Kur 
ewigen verdambnux . AIIh yr weittcr .lesen wunlt In andern 
Liliollon . Diiruinb socht wol aulT euch . vnnd braucht aullnehen. 
Hie endet sich d/. Bucb von den Sybeii vcrdainbtcn worckhon ■ . 
der cbmton . Durch dun IrrdLachon Lnoifer erdacht . vnd dz 
voickh damit verluert . ic. Gemacht durch ThooptiroMtum von 
llohenheym . Doctoram . ic. Saltzliurij . ic. Fiuis. 
Diese Schrift wird un« noch mehrmals handschriftlicli begognou (No. 98 
Kl. 134; No. UM; No. lOfi; No. 108; No. 111; No. Il4 Hl. I43b; No. 123 
Hl. TUb): vgl. auch Theil I S. 510, wo Rlnriz von den ,7. piincliN ido- 
lolatviae Itomanac" spricht, w.^hrend a\\« Hündisch riften ^^chriitlianac" 
bieten, ebenso der Osaeger Codex, Einleitung S. 36. 

Itl. 227a — 21'>n Vom Fasten vnnd Casteyen . Doctoris Philippj Theo* 
phraatjj paracalij . :c. 



Die beiden gtosicii Loiileoar tJiaol. .SaianicilliitnilscbrJfteD. 



341 



Soll ich nun hye von Tasten vnnd Casteyen traoti&rcn: So i«t 
vDDs hoch von nStten . Hollcheti wol zucrkhlcren . Dicwnyl c» 
sich yn so wey*!! , vnnd mehr dann weylt entreckhl . Dumit 
yr mich abor nit parthoyisch halten . oder etqicborley socten . 
cn soy welliclicrley sccIcd gm wüII, gk-idtmüßig üd<>r aiihännfpg 
xiKuiii . voriniiinton, will loh euch golicTtuu habon . diß nacV 
uolgondt buch l1üyN»ig . vnnd mit gutom verstatiiidt durchEO- 
kUci) . Auß eiyu«rig6m liurtzon yn uwur grmüot TaHHon vnnd 
ein.suhliell.leu . So werdent yr mich für ein i-yuci-igoa chmtfiii 
vonci nitt für oin Ketzer . hallten . vnd erkheniicn J. wie 
mich dann meine wideraachor , die vermiiindten Theologi» [!J . 
doch auU vnuer-itaniit . boochuldigen . da» ich doch nit allein 
dor hnylligcn gtwchrifl't . gloioh so wohl . vnnd hc^isor alU syo 
erfahren . Sonder da« Hecht dtir natur . vnnd bayder . Götlr 
licher vnnd natEtrlit^licr PhiloHophia . volkhonibenu orkhandtnas 
hab .). Alli4o dz ich »Hon fallnch vnnd (ißtrug . vnd das gerecht 
wol vndcnidmyden klmn .|. Daruinh will Ich hy« nichbi 
achreyben , Dann wa« der haylliaen hchrifVt genieß . dem liecht 
der Natur nit zuwider ist . vnnd auM Göttlicher vnd natürlichor 
Philosophia wül |joi;rundot . vIT das abor yr mich recht vnnd wol 
vcrstanndten .'. will ich euch erstlich uumgon , was da« 
Fakten . vnud den Leyb Casteyen sey . wio vnnd warutnb es 
geschehen soll . Darnach wie dasHelb zweyorley sey . All» eiD<ts 
Rültlicli . rocht vnd gntt . Das aador aber teiirii.'»:li . biil) . vnd 
falsch .j: Zum dridteu . wie der neit^ch nitt allein der .ipcyß . 
Enicn vund trinckhon Iahet . Sonder der geystlichen vn»ichtbarn 
dinngen . tum vierdten . von dorn mytlbrauch delt l''aH,st«Qs 
VDOd Caälcyeni« . der ('eremonischen Nigromantisteu . wio Sfo 
sich dardurch t'reywillig . xa martti>rera des toufels muchoo 
j^urn liinlTton . was für nutz vnnd tugcndton . auß dem Fasstou . 
nüchtern vnnd miLssi^kett . hertlicstca . vnd dardurch orlangdt 
mögen werden . /um SccWtun . Von den vorinäindtoit gelibdtQii 
deUFasstcnuH . vnnd Casleyens . bctretTondt . Zum Sybeiidten . 
vnnd Ictzsten . wie die zerbrochneo gclibdt . nit ohn (jerocheu 
bleybciu . vnud w;i »ich FTir nich vnnd plagen vff .lollrhc gelibdl 
brechet fallen vnd komhen . vnnd allso habent yr euch auU 

nMbuolgendlen buch leychlliclt zu richten . : 

. , . Dait Holl ein yeder ArtKct wol merckhen vond wissen . Das 
aiu den gelübten vnnd Aberglauben . alle vnhaylbare krancli- 
heyteu . Iren vraprung nemben . wie wir dnnn In libro De 
uotis alieuts setzeu vnud weylläulTdtig Iractioren , vz auß 



342 



IV.. TliQOlogischM. 



tlou [>roclin«n goHibdtcn . AuII dem Aberglauliea . viind auQ 
(Ich Aitralixctieti IchiefTteii rleß menschen k. khombün . Dcrlialboit 
wir wx weitt<jr hie zumeldeii von ootun wer, daselb-tl hin 
sparen ^ vnd bernach aDzaygeti «ölloa . vtind all§o bicmil diU 
bflechlein boachluBuii haben .|: Finis. 

Handelt aach von den phytituIügiKdien Einflüiaen dcti Fiutens, wobei er 
auf „andere büccliur der ArUney" verweist und «in andurmal bi.-i Mugoii- 
schwöcbu tiiich llungci'snütheii droinial lüglidi 3 Tropfen Olei Vitriol! 
uU das HcMi.i oiiipiiehll. Weitlüiiriger wird von allerlei Arten von 
Oelübdoit gebündelt und zum SubluN!« von den Krankheiten, welclie <lie 
Abgeschiedenen ans joner Weit uns senden, wen» wir die ihnen gege-j 
benen (lolubdo nicht halten. Die Ceromonien der NigLomanliNten worden 
vorwerfen als im douoii ToBtament nicht mcbr orlaubt, und dabei auf 
„andoro pücbor der Magica*' verwiegen. Ausser „Do VotiM alieuin" 
vorwuiftt er auch auf sein „tiucb von rronnigbaylligeD**. 

Au mehreren Stellen kennte d«r Schreiber seine Vorlage nicht le.Hon.1 
— Bl. 3 — 23Ö UDoercr Handschrift llndot sich genau in derselben Iteihen- 
fol^e und ohno nenueosworthe Abweichungen in einem Codex der Sak- 
burgor Studienbibliolhek wieder (No. 108 S. 377—038). Vgl. auch 
No. 107 Hl. 39a. 

AU vorwandten luhalb und mehrfach In dem vorhergehenden Trac- 
tato erwühnt, wird hier sofort anf^efiigt: 

Ul. äSfjb — 24Gb über De aotJt alienii . Prologe. 

Das ist . Von glübdten . vcrbiiyßun};cu vnd ansagen . 
gegen Gott . vund dem meunschou . K. 
Dieweyl nun dor monusch . Ja . vnd Nayu . bey ym bat . 
vnnd duß gcwaU Auch lugebrauchon . AlUo . das sein Ja . y& 
sey . Sein nayn Nuyn scy . Darbuy auoh duu gowall hatl . Das 
or mag sein ya zu Nayu machen . Sein Nayn nii ya maehon . 
Da^ ist . er mag« halten oder nicht . das er gesagt . Dioweyl 
aber der Mensch der massen yn Gottes bandt stehet . das Uotl 
will, das er thuo das Gottes will sey . Der will das wir mit der 

warhayt bandlen vnnd aber es ligt an dem 

allem nitt; Ks ligt allein ybn vnnser aller vcrzeybeo . vnnd 
vorgeben . vnnd darnach yn rbeu vnd luidt sterben . Darnach 
wir . die barmhertzigkheJt Gottes erlanngen . vnnd »IIso werden 
alle ding die rauch scindt . glatt vnnd eben .[. Alle Mcliulden 
werden eben . vnnd alles ybels vorgDssen :1: FinU. 

Stimmt fast wörtlich überein mit Huser 4"-Ed. IX. S. l>*7-207, welcher 
das Autogramm benutit zu haben angibt; die Abweichun^ctn sind meinst nur 
vcrsrhibilono Lt-sungun derselben Schriflziige. Die imdorn ll!iiiil.->ihrinen 



Die bcicl«n groKicD Leidener theol. SsmiunIhiuKlacbriflcu. 



US 



bieten nur einen gcküralon Tost. (Vgl. No. S3 S. 381 omi No. 95.) 
Sieh« auch Einicituug 8. II und ü. 34. 

Bl. 247&— 2Ö3b Soolta yber du Vatter vnnter. 

Doctoris TbPOpliriiHtj l'dracelsj. 
Von anfnDiig der woU . ht (lotl . ye ein Gott . vnnd ein llorr . 
geliayUen wordon . vnnd iiye klieiii vatter; Daruinb aliar wir 
yn einen Vatter hayßen . Das eatupringt auß Oott dorn Sun .|. 

vnHerm Herren Jchu cliristo Amen. 

Dos wordt witlir . vond isl wahr . vond bloybt albto bi>y OotL 
Endt - delif Vatter vniücr». 
Bl. 2&Sb— 2641) Hernach uolgt eine atiLtlegung . yher da« Au( tnaria. 
Durch |)hiliii|>: Thooiihrastuin von Ilohuiibfim . ic. 
Da b<,^)' fioit dem Vatter be»chlo.sseti Ut worden . Da» tiich die 
P«raonon der haylligen dreyuültigkeit soltoii ölfnon vnnd or- 
xaygeti . da wardt dem l-'ugel Gabriel dio Lcgation beuoUien 

von Gott .]. Maria sollohsii kundt zuthun 

AIIdo ist allein di« frucht f^osogaot . vnnd . andere all xti aller 
anfechtung vnnd arifull der »iJndtco ^oporcn vnnd frcy. I^ndt . 
der außlcgung . yber d/. Au^ maria . k. 
Bl. 3&&a — 257a Anßle^nng defs UagniÖoat :|: Uoi^toris [iliilipp: 
ThcophrastJ von IloheDbeim . !C. 

Magnifti:at. . Die necl eiiieti men.ichtin wl . So ein nion»ch gar 
nidilz loyblichs handelt noch wandelt . Sonder kuüsch . rliaiii . 

vnd lauter iüt . doreolbig lebdt yn der hoi'I 

Alls die »clinöden yppiKDO . yci denen khein gnt^i ixt . Alts Allein 
der Vyppem . der Nalorn . vnnd St:hlarigcn geschmayß. Endt. 
defii Magnilical. 
Bl. 25ia— 2äHa AaUIegung yber du Kaue dimitii .|. Doctoria 
Theopb: paraci>U,i. 

Nunc diinittis »oruum tuum Domino . ic. vor dorn vnnd du 
Dcw tcsliinicnl luiganngeo iat . So ^«indt alle dio ta gts^torben 

■eindt . ym lirnttern geiitorbon Syo werden 

verlaOeu werden . vnnd da.i blul chri.stj wirdl ybrr ."ye gooo . 
vnnd yber alle yro kindor . ic. tjidt deJH Nunc diinitti.i. 
DicM 1«txlen vier älücke (Ul. 247 a — 268a) lindon «iuh wenig ahwoluhend 
gedrnckt im Anhang KU >Stari(cnä Ausgabe von ^\)e limbu aotenio" ItiiS 
(Tbeil I No. 303) S. 137—159, aW nicht nb«reinsliuimeud mit dem 
Wolfenbüttoler Ex travagani-odus (Nu. H4}, «o allw gekürzt ial. Vgl, 
No. 98 Bl. Ibift.; No. 100 Bl. 327ir.; No. 1U8 S. 3471; No, ^23 
Bl. 46ir. 

1)1. 'i58a-'2C4 a Libei De Confesiione . {»eoiteittif . et reminlone . 



344 



IV. Tbeologiicbn. 



Oar«li Thoophraatj paraceUj . von HobeDlieym . ic. 

Doctor'n. 

BeücbtQD . int . So ein memiacb ybels tbut . vnud faekhendu . 

daQ 08 «in ybol tat .{. Gilt ym aolbat oit rocbt ym argen; 

Sollche« bokhoiintin . Ist cia bcucliUin .'■ AIIm /iniiß neinben . 

vom hundert fQnlT . ist «in butrug .\. Dura bekheodt;!. Con- 

ntirU . der aber sagt . oa %ey rocht; der bestuhU itil . . ('on- 

Qtirn . ist ein Demut .. Niuht contitini . ist ein bolTart . vnd 

ein sieb selbs nit crkbennen : : 

Ponitentia d. i. Ituß . ist nach dem beGchten . wie obstobt . 

vnnd muß mit vorsehnen RSRon den goHcbehen . dawider wir 

gosiindigl habuii . Milt widorgebon dos wir vcuomliEin .j 

|'263nJ .... die rocht rbeu vnnd bul.t lüLIt khoiii wollu^l 

cinwtirtxen . In otiicm guttea hortson -j: dann so Mclig i«t 
der ohe&4tandt nitt . dl« BuU ist »och seeligcr düin hurer . 
Konnat tbrytt er von einem vroilunt In den andern . vnad yn 
kheinem wolluat vergibt vnn» <>ott nicht .!. Allao ein Dieb . 
So or ein lionekher wirdt . hatt erU damit nit vorbeaaert . sonder 
er sollt dafür Inn utottur ßuQ bteyben . vnd betraubten . Da 
hiong ich »onost bÜlichor ic. Darutuben Standent ab Ir menacheii 
kindur »llu . von der holTiirt . ])vmi dio hofTart veratopffL vnas . 
vnnd bchollt nun dio aunde .|: 
Boschlull ybor Jacobua vnd Juds Kpiatell. 
p3G3bj AIIko ist d(-ls Apuslcl;« Jacobj opistol . diewevla nit einem 
yedüii koptr . nuub .leinen sprcuern ynustobt . vcracht . vnnd 
vL-rworlTeti worden . Es ist ein harter staudt . den Aposto- 
lisclii^n .ttandt füeren . dicwry] chrintus soUcho spri'uor Iiicryun 

wadilieii laftat Faulutt treybt retht all »ein 

Leher . die ist aber geachrjben . daraufTer gegriindt hat . vnnd 
hata mit fodern texticrt . Allso Rodeuclit es In not sein . vnnd 
gut vud wol gut . Dajt abor Jacobus atill ge.itauudlen ist . mit 
der Feder . so butt es aber mit der Zanngen gesetzt . vnnd 
»diu Ap'jstell ampt . so wot volbraubt alla Paulus . ic. vihl 
gcprylUt dem widerthcyl Jucobj . das yun der Epistell oin ander 
nach getundten wirdt . Ob der g«yst Jacobj xu scbarplf sey. 
diesen sproüerapälligen oder nicht . !c. Kini». 

Dio Scbrirt De Confeasione Bndet .tich gedruckt ir>18 in der «Philo- 
sopbia myslica" <Thci] I No. 30l> (i. ±2— 3'i). Die Ahwciubungon de» 
Textes unserer Handschrift vom Drucke sind zahlreich, aber ohne viel 
lledeutung: densL-lbt-n Text bietet auth No. lln Itl. lüftb und No. 102 
Itl. 1:iSf., welche beide bolonen, da» dies „Ex libro de Conrcä.iione" 



Lel(l«ui)r ibcol. Saoinelhiuiiliic'hriftitu. 



345 



ooluommeD »ei, mithtn ciuon gekürzten Test biete: einen vollsländigmen 
Toxt IrvITcu wir donii »ueh im Cudas PalatinuH 476 (No. 90) Bl. 340fr. 
Der „BcsctiluKM ülior Jacolji und Judä Epistel' gcbÖrt nicht 
zu dorn VorhergcbcDduu (trolxduin er uuctt in Msur. No. 1U2 liier An- 
gefügt itt); er ist wobi nur l>eige.setst, weil audi diu Vorhorgehendo 
aicli mit dem JacotiUHbrior njelirfHch bescbüftigt. (iedrui'kl i.tt Ale» 
Fragment ItilU im Anhang zu dem Liber Sermonum in Aatiehriiitoa 
(Theil I No. 311 S. 94— 1I6), wird aber dort wie auch in den Hand- 
«rbriftcn meisleoH (No. 90 und %) als Vorrode heücicbnet (vgl. auch 
oben bei der „Epistola Judue AiiOMtoii" III. 194lT. dlcHer Handschrift). 
Die Abweichuugon dos Drurkn.-« von uuseror lIimdHchrift sind nur gering. 
Bl. iG4b— '»TCb Liber . De lancta Trinitnte. 

Dat iit . Von der heylligen Drynältigklieit Gottes . wto di« 
soll remtannden vnd auligelegt werden . Durch Uootor 
Theophra-ituni l'araceUum. 

Vorredt . Es ist euch foit wi^en . das auß vnfiorem nechatoo 
Gonuoniiren , Etwz von der beytiigcn Trinitet geredt ist wor- 
deo .|. Aber dem fnrnembcn nncb nicht beschlossen . vrsoch . 
dae sieh oit ge[iiirl . ahn denso|bL>n orlton, mit »ullchur redt 
nicrckhen xuliilßen . durch euch itngUEuygt .|. vnud alI«o durah 
einander guMcbwyüeii . di-rMellurn redt halben . Ut mir xu<.'iit- 
pottcn . wie Ich gegen euch etlwMB ketzerisch soll geredt haben . 
lo roeinom venrtandt . Der Trinitet halben . Vnnd etwas wieder 
vnsercn glauben vnchriütlich angelogen . Mhk alle-t . yr meldet 
der Römidcben Kyrcbeii üoII zuwider Hein .|. Auch yn der 
Vater lehr gowQetet . vnnd mich In vngcttlall erzsygt . tla.<i ich 
durch den Bü[istlichon stuhl . ( . so ohne gnadt nit sein solt 
bcacheben . ) verdami>t vnnd gebundton sein solt .: dos ich mich 
In sollchcr rodt nitl hctt vurschaa . Alls ich euch orkhounet. 

Der römischen kirchen halb . hin ich nit erkandt . Noch 
aye mir .|. vund auch nit eins . yctwudern tbun vnud lehr . 
ybor aoltclies ycdecli khnn ich «wer» tho)U halber nit ver- 
argen .|. dann Ir habt «in .-«ollcheu grutidi . von der heylligen 
trinitet . der sich geiulich niU will vei^loychen . mit der war- 
beyl . Darumb euch Mchwer ini zuuerslohn . wx icti euch gesagt 
hab . vnnd ds meine redt In euch nit wurzeln will . noch 
Blatt haben . Nun aber auch . da.« i.it mir hillich yn dem .]. 
da* ick bab anget'ann^en zuuollenden . vnd ziihandlen . vif den 
bcxhiuU . damit ich nilt'weiter mit unwarbalTtigem Tittel ein 
kelzor . VDud ertxknlxer gehayllten werde . Ueresiarcba vnnd 
Analhematis . vud d«Q groIUuu t'luobs . Daruor mich flott bchäet , 



346 



IV. TbaolugiKi;bo>. 



(lor dorn Aiiathomiiti zugelegt . d. i. der aoLIgnworfTea .<. Auff 
Aas will ich euirli borichtitD <lio Irrsabl . ko yr mir zulcfct . 
vnnd iiL-lito . Ir wordeot mir iloD wunderbarliclieu tilt«! billiuli 
»bnoEuboii . vor oiich . vor Gott abor bin ich nicht gozügou . 
wiowol (las int . tliiü yr otwiu gowaltigos . Ivybliclies W6«cun 
riiercnt . Auli wellchon grobor vnd viiKCijttigur verslaiKll kotnbl . 
Achtt aber Ir wonletil «uch änderst budflncklicn, vffdas nochüt- 
nialil Kuieden . das IaIUoii wir aber alb» fallen, vniid ormabno 
eiii'li . ih yr mit mir redcii, auß hyo . xiigOKeu buch . vnnd 
auß vo*st diirsatigor xunnReii . viintf nit auß dem wohl cract- 
li^lfn buucb . der für vtind für ruücht vnnd (lrim[)irt «lo oin 
kdlhnutk-ii . ilumil yr nit »cylt i(Ogcii mir In stillchom . wio 
Adü volckU« crkandtnn» . di Iifv Inrm wandern vnd regieren 
urkandt wirdt . Dann diese stückh nyinb ich alle tiit ohn .{. 
Abor M yr werden gegen mir stohu . mit mangol deU leyb» . 
vnnd wol ernüchtert von der l'aysste , vnn der Hpoyß . vom 
Dpeckh . von den tliünslen . vom engen athera . von der glatten 
haut . von den lloßLin . ic. vnd rftllon ya armuth . In ellcudt . 
In voi-scbmachtung . In trücbsahl . In lrauri<;khi'il . In wider* 
wcrtligkheil . AlL-tdiinn koII Ir Tliüoiihriutiim hingegen Icndtcn 
stulm . vnnd den grundt der lieylligon trinitet zu niebrer orclo- 
rung brinngen . dann die güKchrilft aoseygt. . In owurn uugon . 
Da« ich mich denn gegen «uch mit der noyl vcrsiho xugo- 
Hclii'ben .'■: dieweyl aber der bnuch . vnnd die linnden |itlamcn 
l&dern, vnnd der freß schlundt mit dem verheckhten PiiÜloin 
an der /unngon . .seinen gustum . Hein gcHchmackh . vnnd sein 
ortjuicklHini^ . mit der wolthnoung . bey euch . Sult Ir nit ge- 
denncklien da.s Ir mit Tbeophrasto yboreiu khombon werden J,. 
vnnd wiewol die anüuygung nit borliüorcn vunör fürnomb«n .|. 
SD Hoindt sye dueh etwas unzaygcn . In dem we xwyschen mir 
vnnd euch nit ooucordirt . vund ermahne euch . di Ir nüclUcru 
scindt yii dieser rodt . wol nuUgcdäut . vnd ganntx ledig von 
d«n Iciiten . vnnd dz Ir euch nit belielllen der entschuldigung, 
deren sich die behelffen . die da üagent , Sie seyou leybiich . 
Sie seyen auch menschen . vnd gopreclilich Inn der eulTerig- 
kheyt .|: gleych all» xwyng nie die nstur daxu . dus doch nitt 
ist, dann ob yr wollt . so ueyt yr die , wsnn yr nitt wolt . so 
seyt yra nit . Dassclb trytTt den glauben ahn , vnnd nit den 
ieyb .1. Darumb ich euch weitlor iiye Kuschickh den grundt der 
hcylligcn drjunitigkheit . wio ich sye hallte . was wie «oy . 
vnnd nie sie *vy . einem meniichcu zuwiJUcu . Nun seindt wir 



Dio bddsa 



er Ihtol. Ssiniiiglliiinil*«hriflntt. 



8« 



dtwh nitt ftitcin - meDHchen .|. Sondor «tws m«1ir . dann der 
mcDMcli iHt uucli ein vyoh . dor geysl über oiuht . Dem geyKt 
etüh«t iiit vor . der da «tchol yn der Hob« gotle» . tnn woUcho 
ich euch bouoihe . vnni] h euch dergloychcn .|: GoboD zu 
Saltüburg . Ahn vnsor lieben FravTen Abeitdt Naliu!- 
tntis der wenigem Jarxahl . Im 40"''Jare. 
Das .1. Capitel. 
. . Oolt in anl&niiUctt iillein gewusun uhu nlku Aofaug. der nllinürliUec Si'hüpttr 
lind Zerbrech«r nltor Ding«. (>iu Wo»uii, eine I'uriün uml uiDmaiitt l>oi Ihm uiul i*l 
»Ihu Inng allvln Mlcbpii, liis ihm bvliobt hat, akb tu vunuülileu, rIcIi ra mebien, 
sich lu onclgfii. nut iliu ist (ir !d droi l'enuDeii, lu ilcHi W«ien, in drei KIkcu- 
Mliadoti, Iti drei Cvtilatton gangtii iiu<l Ui nichts iluHto iiiimler oiu Ciiilt und oiu 
Schöpfer lilltben; In oliii<r Persou 'cid Scliüpfi>r, iu d«r sudoru ein Briöior, iu d<?r 
dritten ein Krieiiclitcr der Weit. In der ÜChlult des Schüptets wolllo er »niuc (ie- 
sehüpr» nicht erlösen, »ond«m lii anderer GchI&U u. r. w. Aiih einem Vollkiiininriiaii 
hat *r drei Vollkemmcne gcmaclit, J«des ein BMonden und doch eine (idtihoit. doch 
Jede* infOndl^rhelt gennlmi. (ä) Gott war leiblich ohne AnfiiDg, mit Rkt >ind PleiMh. 
uuslchibar und imI oe noch und bloibu in Kuigkeil. Kr hat erfchtfTdn du lödilicha 
FI«iKb und Illut. Der Mgnach Ixl Gott nicht nur durch die Seele gleich, londorn 
au«h in li'iciach und Itlut: Gott aber i'«i e«ig, der Ueii«di ver^Hiiglicb. unrein und 
imiallliominnn. Der Ueuich hl ein al>ki>ulDrfeit Bild nach Uotl. Goll i»t givkh 
aelnar KroMur, die er nach sich gefarmlrt Imi im Ewigen und Tüdtllchen. Wir 
kösDcn Qatt lo wenig oriioutK'ii, wie nun di« Thiera den Felde«. (3) Im pikratniri- 
whM Venund finden wir den Anfang der Triuitüt: noih der TheUuog dor 'Ml itt 
«ohi ein Anfang, aber nftcb der Gottheit lieiu AoOtng in ihr: die gi'iilklio Thciliing 
In dr«l Paraooeii )»t nicht ewig goweMu, und doch sind all« drei ewig ohne Anfang: 
Vai#r, Rrlütjor und Erl«nchter. Aus Gott fliegst ihr W^eu und bleibt »wlg niit ein 
GolL Ihrer litiner hat «inen Anfang, aber ihre «oudurliche Tugend hat einen Anfonj; 
in4<r I^haidung: In der Golllioll aind »i« ewig geweiou. (t) Ooit hat nu« itch 
(elli»t die drei gcmikcbt; aU Gollheil gerechnet «iud nie all« gleich und Dauclbe, 
•bar gegen die MoiiFchpii gerrchnel. Bind die gctr«uul als Srbt'ipfvr, Iitl<'>BC<r, Erlo'U'ht«r: 
alt «olche ontigvu *la «ich un«. Ann duiu Krl'Jser kumiul d«r Glaiitiu. «ci an Jeu 
glaubt, glaubt auch an Vnler und h. Geist. (5] lu Anfang dor Zahl d«r TrinltAl in 
Öott iuer*t folbander geworden, twol l'ersoneu In einer, nicht «I« Vater, Sobn und 
Gebt. Er hat imnt Ton »ich goiheill ein Weib, tu dua er und »fe nur ein Gelt 
(lad. Diese PcrKon der Froa Gotle» bat kviiii.' GcHslt. kein llvgimoiil in d«r Gott- 
heil, si« iat tinii blichen mit Llotl deui Vater. Gült der Sohu und Golt der h. GoUt 
hab«n ihr« Gcw.-ilt in ihrrr Ponou, die hi(iiinlisi.'he Fran ab<>r nicht: al« eine (tc'iiia 
rifÜllt ■!« Qolt de* Vaters Statt und macht ihn alH einen Vater olTenbar und i«)l- 
hofflmcii: nnr er i>t eine l'emon in der Triuilit. Was ale will, vollbringt er; «ie 
toDbiingt nichti lou «ich Mlber. [!>) GoU bil von seiner Person ein W«ib gemocht; 
in Sohn Ltt geboren von Golt und Gütiin, der hell. Ü«Ul von Gott dem Vuter und 
Omi dem Sohn, die Königin »uh Gott Mlbit, wie Kva ans AdAUi. nur himiulii^h 
{Verweil auf die .Paramlritcben Kchriflon von Crtachen d«r Bcxchif- 
tung*}. DiD Penon dtr Königin hat krlne Gewalt In der Trlnttitl, auch ktiutii 
Stuhl noch Zahl darin, weabklh 11« kurh nicht als Gültiu gerechnet kuII wcrd«n, 
tendMu ah Flau (Iniln nnil Vultor Uotto« Atv Sohn««, In der GexUlt dtr Gull hell 



IV. Tt.« 



und nicht in dar Pcinon, ihren Willsn vollbringciid durch die P«noiuik (7) Der 
Sobn iat Kuborcn, aUa in dur I'craon ein nt>iich"p(r und Kreatur uix Qotl icdiniicht, 
BKig tisch der Gniihpit, «rnn auch in cirr Pcrvcm ein Gcicböpf. Wenn wir Doli 
all Scliüiifer anrufen, bu liornml das uus dorn I.irhlu der Xnlur. nJs einen Erlöwr 
au* dem (ilaubeti. Der lilnudo koininl um dem (in*chii|if. Die Trinil&l in «isitn, 
iat nur möglich aus dem Glnuhtn: nicht buü dem Lieht der Natur, nur aus dum 
Licht dcH (IcIhIcs. (8] Die piramiriachon Schriftan lohten, wnmm der Glnnhe eine 
Nutbdurd worden ic^ii darum Imt (ioll »oiiieii Sohn au» eiuor Frau )[cb.'ircn In-isen: 
er hat aoin Gemalil aiif «ich »Ibst gvinactit wie den Uunschen. Denn ah Schöpfer 
konnte Qolt wiii Gcncböpt nicht erlWn: dniu sind die iwoi Porsoneii Geaorlll^n. 
In der Ooithi-it int der Vater der Sulin und der Sohn der Voter. nichl »wei »oudern 
diiK. (ioll halle auch Sthr-pfcr und Krb'iscr in einer Persou bleiben künuen, er 
hai'ii «ber anders g«vullt, darum bat er uch »elbal tu einsm Sobn fiemacht und la 
der Pflr«on eines 8uhue6 die Erlösung geihan.. die allein durch UutI gesehefaeu 
niusste: götUicbos Fleisch uud Ulul. tiicbl lödlticbcn ninstls darum leiden. C^) Durch 
Vergietsung des gi'lllicheu lllutes iat die Krlüiiiui; geschehen ,alii ihr dann in 
meinem Pnramlrniu findet*. Goti blieb Uicbier und bat ntt eine geiandle I'cmuu 
Ton (tott dem Vntor seinen Sohn zum Luldeu in diu Welt ({encbickt. Darum bat 
dio Künigiu nei»ch und Blul au kich nehuusu müssen, dsn Subu gubärsu, der lu 
ibr als In einem manschllchtn 8chr«ia gslegoo uud menschlich Weteu und Gebrauch 
an «ich gtuemmen, aber nicht tSdtlleh gDWorden vtie Adam nach dem Fall, «ondcm 
«r UX Qua dem Leib Gotloa, der iiicbl »Ilrbl: der göttlich Leib ist nie vuu Ibm ge- 
vicben. (10) So war die andere Penon in der Welt, die erste im Himmel uud 
boid« narou in Cioll, lo war (iott im tlimmel nnd auf Erden Der binimlische Gotl 
hat in der Person nicht gclilttu, Chriatu^ iat im lidischeu gestorben, dos er an sich 
goDOutinen, in dem Ist er auch begraben worden und bat es wieder au alcU genom- 
men xu dem lliumllschen und wird e« teige>n >.n einem Zeugnis» am Jilngslen 
GerlrhI. lu Christo sind zwei PetKanen gewesen: die gi'itiliche und die angeuom- 
mono mensrhllch«. Letuteio hat gegcastn, gelrunlleo, unter uns )rennndclt, geUllen 
und im Grabe eeingen: dieao i^t aber ein Leib, ein Fleisch uud Ilint gcweaen iiilt 
dem gütiliclion Leib aus der TriuiiHt, dumm sind bnido lobendig gebli«l>«n <ind 
tjeid« gMtorbtn. Und er ift aufgefahren mit dem lödilichen Leib und mit dem 
onigeu Leib. Die Person, die Icidllicb gewesen iat und nicbti dealo weniger gelebt 
hal, i>l dio Penou dos Krlüsers und uicbl des Scbüpfcm, uud sind ducb beide ein 
OolL (II) Im Schöpfer nird uur der himmlische Leib venilandeu. im Hrtöscr der 
faimmlincho und der tödllicbe Leib. I'urch dio Theiluug isl er der Vuler; er hat 
uns den Sohn gcgebeu. d.'idurcb vind wir »tdue Kinder, lliesseud aus dem Glaubeu; 
«0 der Glaube nicht wäre, uäien wir nur Ge»ebvpfe. uicbi liiudcr. Der Vater iii 
Vater uud Schöpfer, der Sohu Ist Sohn und Erlöspr, beid* werden zu Gericht hiltea 
al» ein Gott und ulchl als r.wel, aber uweierlei Kraft. Nur im Glauben winl die 
Triaität verstanden. Keiner wird orlö«i, er i^cl denn ein Kind, sonst ist er nur 
ein Knecht. Keiner nird ein Kiud, er aei denn luer^t Bruder oder Schwester 
ChriMi, in dem doss er tliul den Willen de« Vator>, und sein Wille ist, doxa wir 
gllubiK niud tu die Trinitüt: bei deu Knechten iit keine Erlösung. {Zwtlmal auf 
.meine rniam irischen Schriften* verwieseu.) (IS) Der h. Geist ist diu Jüugtte unter 
den drei Person«!! in der Gottheit, hat beiueu Anfaug nun Vater und Sobn und 
sind doch alle drei nur ein Ding allein, ein Jeder iu seiner Person ein tullliummenor 
Oolt. Die dritte FersoD iai ein Geiti, der Leib und Form hat, himmllseh Blul uud 



Die baifl«Ti grnxMii Lsidtner Ihcol. Sammelhandic-hririeii. 



34» 



I 



.üeiBcb, nJcht «!e ChiUtu». (13) Wenn dor 1i. Geint aiicli »inen Anhoi! !■>( oU 
iQ, m bt er doch der alle Oott Ooli Vnlsr «iitdc &u>i Noihtcoudigkeil k« 
und Sohn: als de* Sobncü augcDomiu^Tiv Rriiilvr «!nd wir Gultu» KiuJer ge- 
wonlcn wi« «r; d» fiieitst aiu drm Gl&iilien, il«r Icii U>'n»chuii üfiu iiiiin«. Timo 
fitaubvn haben «ir nkbt aus uns oder uuM-rm Iiiclitn der Nstur, «onJcm auH dem 
Lkhl iten Goiitlc*: dips Livt^t dei OciainM kommt nl«ht totr V^ter nnd nicht vom 
Sahne, loudern vod bellten; d«r tatt Ooli uns ge^ieiidelc Erleuchler in der 3. Oott 
und doch e in (iott: tvi«bu ßetämteres, aher iti d«ir Ge«Ittlt des Krieurlitera aus Va|«r 
und Sohn llieHieud Ivr lauft und leidinet iius 7ti Klndcni Untlet: er Ist der Gott 
der VVahtiiett, atiH dum alte Wabrliuii fehl, iiirbt aus Ocui Licht« der Natur, das oft 
nur eine luhtlle VurführuDg iai. (H) Gott der hell. Oelsl gehl voa don trnti Per- 
sonell aus. An(üiigli<:h iit or allein de« Vnlctfi gewesen und von Ibm ausgega^nBen 
bi« uacb Chfiiti Tude. Aut Goil dein Schi'ii'fer, tlem Vaier geht aus das LIchl de« 
'•MllHt der Vcmuiifl, diV .KiinHlreivhp*. Alle meosrhliche Weisheit kommt von 
Atr die Kdeiivbiuug im liluiibeii von Gott dem Suhlte. Nur die eine .Ttigenil* 
de» heil. (iei.-iiHti IhI allen HonBcheii gegeben, die tnenschlioho V«rnnii(l und Welt- 
teil: beide .Tngunduu*. das l.icLl der Weisheit nud dos Liebt doa Glaubens, durdi 
wetelieü die Seiiffkeit erlaugl wild, l»t nnr tl«n Rindern Gölte« gegeben. (I&) Der 
b. Getsi hal mit der ürschaRuiig des HeitArhrn angähnten and wird mit dem Kea- 
acben enden; aber der im Gtiitihnii nn rhriKium bat angefangen, wird ewlgll«b 
bleiben. Ilie erslu Tugend dns h. Gei*!«» ist allein ans dem Schöpfer geflossen in 
dif MeiMi'heii, dumit «le nicht vioMücb werden (.bI> ilir Do goneratione aiilm&niin 
boiolnuiu Hndet"; in No. 3!> heJHt ee .r>e anima «1 gcneratione boruiuiim*), Also 
fit der h. Geifit vor der Snduiig de« Tode» Christi nur halb gowosen in den Tugenden 
■ejoer Gottheit, aber durch Cbriatum (durch ilie Taufe Christi tnr Erleuchtung im 
Olaubeii) lollkommen worden. (Iß) Der hei). Geist vom Vater alt vom liiiiiinliücUeu 
Schöpfer ist «in Licht, da« den Menichen alle welllirben [)inge lehrt, etwa» gleich 
dem Lii'hte der Nntur, nenn c« tecbt erkannt wird. T>a>> l.irlii vom Sobnc, als viim 
irditchen Eibiser, wirket alle», dim der Mnntch tbut Im Ulanbon. Der Geist iat der 
Künetter im Ueusclicn »nd lehret ihn, eowoit er Ihn erkennl. Wenn der Ueutch 
Ihn aber nicht ata die von den iwei Per(oncn nniig«bonde 3, Person erkennt, «o 
»ird ibtji nichts w»itPr crülfnct, »U ihm VDin Sch<'pf*r verordnet Ist (Lirlit der Natur). 
Ana der Vereinigung dot Wlllenn de« Vaters nnd .Snlmes im Himmlincheu und 
Irdiachtn ist der h. lieiat enUptiingen in einem himinliscben Leibe, geordnet au« 
dem Fleische, au« «einen KTrJirn über alleUensrhen, jedem nach »einer Kikenntni«, 
wie die Sonne orheini libnr allr. Rin Holt in dmi Personen. 

I)«<ic}iluUri>(lt . DioHe Capitdl . So ich nuch xugGschic^klit vnnd 
geKchtiebeii liab . von der baylli^eii Triiiitot . . fJlaublH . vuud 
halt« .j. vnd yberloßcnts ettlichiuahl, vnd traclitemll ytn wolil 
nach . So nclitt idi ilarfiir . Ir nonlt mehr mit mir liullVn . 
dtitD vor i'tliiihcr «oyt mit mir g«halteo ist worden .\. Aberyn 
kurtscr iCoylt vrill icli dol'Ii der ParamirUclioti nchrifflon 
otwitM !r.UHcl)irkb<.^u .. das xu dorn . dos ich yetzo gciichrybeD 

hab . dioiii^tlicli ütt AIIso vormahDo Ich euch . 

.In allen owor» werckheo . vniiil thatt«!! . »n yr wök auß dorn. 
glaub«n gobraiiclien . Diu Ire thuU initl iniUom hcrIxoD . dumitt 



360 



tT. TlieologiRcliei. 



ßwor gute li'lir nit obn Truchl xUrbo .<■ 8oDd«r Truclit briniig« ,1. 
h\Ü an (Ikt undt cior wollt .|. wolrlio» wir stl«9 vom Itoiligon 
^evHt . gfworltig »ein . vniifl Dilt von vniiB »v<\h» . Der viiiis 
erieüclit null meiner OStllidion gnailt yn cwig](heit . Amen .': 
FiniA. 
Andero Handschriften, deren wir noch vietö aotrefTen werden. j^lMtn 
Salzburtf 1524 aU Datum dieser SclirifL über die DroieiniKkeil. \'v\- 
No. 95 Bl. n4tr.: No. 96 Hl. 153IT.; No. 104 Bl. 170tr.: No. Itfö BI. 2Uir.: 
No. 107 111. 93tT,; No. 112 111.1; No, 1 14 111. 223, — K« folgt darauf 
eil) uiibeMdirinbeiieM uiigexillilte^ lllult, daiiüuh ein Sammellilclblatt: 
Bl. 277a: .1. Do S: Trinitato. 

.2. De partu Virginia. 
■B. De paasione Dominj. 
ThoopbTaütiiii ab Holienhoim. 
ni. 278a— 280b Senno De Suictae [!] Trisitate. 

Von anraong der Trinitcl . 'idor ondtunn . khan iiyeinnndtH 
redftn . Wiinii yr anranng gewef,ll iHt . Oder wz dartior gemein .. 
Mcnniichliclie vernunfTt kiiaii das nit begroylTen .1. Aber von dem 
zureden . dz kheiii anfanng noch endt da sey . dz iüt natürlich . . 
Auß dem zunembon . dz wir auß Iren worckhen bcgreyfTeii 
mügen .[. In eieinpeU weyß . dann auß Inen werde» wir sie 
erkhennen . So nembt eucli für ein wollche» .|. Ein Ay . dz von 
einer bconon kombt . dz hat yn Bcinor Gcnoratiou nymmer 
l(hoin(<D .infating noch ondt : Allso du« man möcht twgen . das 
Ay IiiiU an dem ort angcfanngen dun dodlor zumiichfn . Ad 
dum nrli (k woylU . An lioin ort dz hvuUtiu . An dem ortL 
die »chalon tc 

Wer kann «"(fün, wo der KroU der Well iiigefimgi'n bnl. Olien ii[|il unten, 
OhI und WmI üiikI gleich alt. Sn auch ilia Tnuilnt olin AiiCnjig iiml Kmlv. auch 
iu ilirt-r Siilinlanr. Die ttrAOchc ilcr KuMHiiiug ilvr Triciilül U[ <Iit< KiI'jüuiiji den 
UutiHL'heii (lu(i.')i dvn Sohn und die Krkuclitiiug der nicinncbl. Vornuuri dtircli den 
b. Qtiui. Aiifäuglicli war e« nur ein Oeint d«r üewall, dor iMb» und d«r Krl«uch- 
tuDg; aus d«D drei .Tngviideu* [Krfifi«u] üidiI Anl Pi^rsoiicn ^wnril«n; aaßii|[1irh 
waren ei nicht pernouirio PersouoD, nur di« dri^i .Tugenden* Im GoUio Gottes. 
Jettt stud <ic g«theill in d«r SiilislAut der r«raon^n, sonst iingnlhüill und «inn; 
auch die .Tugeudun' der Genall, lAtbv und KrlcuclilunK sind In nll«n dreien, Nar 
die incarniiie ("«noa des Sohnes hat gsliiien, dt# Andern lietdtn nicht. Zwei Wah- 
nunKVn im Himioet, eine für dio Meusch«» und eine fiir di« Regel. Tfailstua i4t 
IUI Hechten de* Vntor«, da ««rdcn wir HenHcheii aueh sein, diu Rngul bolin Vater. 
Die Üngel nind Geister, Wir aWr werden «ein Gei-itur »dt Flelavh und Blut und 
«erden nein im Paiadies, dnh iit tut Rechten Ooilcs tuit dem .SuIidd. Zur Linlien 
(lolleü iül die IJülle. Wie sich Illnitnel und Pariidie« ualerscheiden. lal nicbt tu 
erjTÜndeu. Wir 



Dl« beiden prosten Leidener lh«ol. SaDiniel1iand««hrlflen. 



351 



. . . wenleii »ein wiu «lio cngcl . die nit liJdtlicIicn dingen nnch- 
fru^n .|- AlldO wenicn wir auch ifi'ln . vtind dii- gnttlicli weyfl- 
Jieyt , wiriU auch vnster w«yßlieyt «ein . Du wirdt todt viind ab- 
geMorh«ii üein . dz lioohtt der natiir . da wirdt allein üein dz 
ewig lelidt . der hcyllig geytt . . AU dann ho wir dahin bom- 
ben . So Spin wir Im paradies . Im Rlubdten landl . In dor 
fCuldcD weit . luii der neuen weit . Da wirdl nichU sein vom 
tödtUcbeD l1oy»ch . alln allein yn der ewiKGn woyßheyt vnnd 
rhoinigkhoit . fär dem iini;f»icht KOtte«) . bey Mcinom Son olin 
«ndt .;: 

Dicjt iVt tnein<w Wissen;* bandttcliriniioh Monxt nirgond:< erhiillon, wird 

aber im O^Hcger Verxi^irhuiN.'« genannt^ vgl. Kinleituiig S. 3(>. 
BI. '2HÜb— 283a Sermo De partn Tirginii. 

Wiewol ich ench von der geburl ChrLilj . etlicb sonder Capittol 
geseUt hab .L So wi.<iHent alle aufT dißmshi diß . xunanilit dem 
andom aucb . vod dz yn dorn viog .\. Uiowoyll nun der Son 
gottes goporen ut . Solloo wir nuiT die aiadt vnnd wolinung 

groß achl^ebon . Wio vnnd wo ttolldio)) geschclion ist 

Avnnlichkcit der (jclmrl ChriMti. Heim l'amp der Itcklipii wctilon ilio KlndfT 

ta iIt Wio|n dcra Toiifel Koopfctt. VcrkündiRiinx der Kngel oii iIid arin«n Hirtsn: 

HU li&K «irh Goll allciGit r.ii (teil Annen. 

Allso i«l liii-rynni-n nictils mehr zubetrachten . Dann »eeVig »cindt 
dio Armen ym goyat . oder doß gcyritM . Dann gott olTcnbahrt 
yn . vnnd redet diircb »eioe cngel mit yn . »o er mit den hocli- 
inilettigen .lollcheii iiit gedcnckht xutbun . Daruiob yr gläu- 
bigen . Sachet euch »chutz . yn dem rfych gottes . von (lieser 
erdten .1. Dann yr mügent wol ^edent^khen . Dom allein dz die 
reyoben «ioindt . die arm lout machen vud verderben . vnd sye 
vmb äz yr botrüegyn tnnd bescboyßon . von yroa aigoon nutz 
wegen . yderncmbou ^yu den armon . Darumb zeucht (lott »<cin 
haiidt voEi ynen . Dann »iv »cindt widt-r diu die GoltoM Hein.{: 

Findet rieh nur noch im Münchner (Wcx 941) (S. 62— 73 in den MaU 

tbEaa-Kommentar eingcechoben, vgl. No. !)4], wird aber auch im 0«!«i%er 

Mscr. ganannt, h. Einl. S. 3» No. (46). 

DI. 3>*3— 2Ki>b Serma : De paiiione Domine [!] . x. 

Nun yr glaubigen . yr üollent embitig eingedumikh .teiii . Von der 
ankunfft cbn§tj seiner roonKchwerdlung .|. AUho dz er ist menMil) 
worden .]. vnd hat an sich gcnomben dz leydon vnd den lodt . 
DaraufT nun int von nöttcn . dz hoch zu bedenckhon . dx der 
Son gottes i.-1. mcDMch geworden . vod sich von wegen der 
mensdien . yn leydeu vnnd sterben orgebon.|: 



352 



IV. ThMloulM*». 



Rrauhniinf mir DukWkeil für Cbriati Leiden. Aus Daiikliark«it »oll«n wir 
diu G»l<ot« i-rdJIku Im Lelieo in iler Nachfolge Cliri«ti: du muw mil grauer LI«be 
1011 Ucneii («liuu. 

. . . Darumb lieliallteiit du lt])-d«n olirii<tj yp ew«rm liertxen . 
vaad naludt dem daiiL-klilmr nlle aii);oiili1i(;kh . So verieürht 
[vorloiht] er oucli ein creiit/ xur H(!oligkt!it . Dach »inen fuQ- 
eUpffoa . yo du« owiß leben . Ameii.l: Fiiua. 

Dieser crbauliclw» Sermon ist mir nur in einer Müiichener .Sammelhaud- 
Hclirift d<;r AuttlcguiiKOn des M3ttl]nuHovai>j;;eliumH t)ei;et;not (Nu. tl4 
S. 1866^1877), wo er in don KutnmctitHr zum 2^. Kiip. MaltliJii mit- 
verwolioii i^t olino Trennung vom übrigen Texte: ftonannl wird er aU 
I'aracdsisth im 0*4i>gi>r Vorxoicliiiijw. vgl. EiiilNtung S. 86. 

Kol^t ein leoro.« uiit;uxiiblU-.-< IJIiitr.. lUc Vorderseite dw» Bl. 286 i<l 
gleichfalls unhcHchrieben, auf dßr Kflcktioito «tcben folgend« Vorit«: 
1)1. 2HGb (Jui cupit uot-almlii scirc uiini{tii' liapti^inj. 

liit; Icgat ini^cripta Mitmu» (!j ijiiiK(|ut» e.rit. 
CbristuH est llapti.'<niuii prnf>cur.>«)i' ^anctinr duIIdii. 
OufKor ab extra luit. Intuü .spiritus S. ubliiit. 
Für ParacolsiBcb halte ich diuso «chlechton Diittichen niidit. Eißciic Zu- 
ihat uusürcif Alisclircihurs sind sie freilich ftewie» aticli nicht, denn der 
ülund mit dem Lutöin uuf sehr Kt'^pitnntcm Futvc; er bat-«ie also »clior 
in seiner Vurliigu Kphoii vurjjurundcti. 

DI. '287 a— 28Ub Libellui . De Baptismate Chrigtiano . Theo: B. 
Doctoria. 

Sich hubeil Kehr liomiichot Aio außlegor yber die .4. Euang«* 
lintun .|. In duo CitpiUdn . So sie vuo dem taulT Hchreyben . 
viiiid milt wohlvofüt andener warheyt . so der lest begroylTt , 
den Text vcränderl;j. vnnd dcLt U-xU frilcht {^^nomlicn . oiu 
Irsald vnnil vorffißruiig daraiiß gi-mitoht;. So wir alle nach der 
wahrhoyt betrachtfin . vnd yhr nachnolgeii . vnnd daswelbig 
bekhennen . So wird gefnndten . Dan Gott die ohcer entzogen 
vndtor«tandtcn wirdl . vnnd sie dem menHclien sugelegt .j.gleych 

alls scy er (iott 

Dm IfI dir Tmif, >.<■ ciucr |[«ipinigi «iril,unil ^rKüuberl vnn alkii Maculeii, dufl 
or roiu und Inulcr «leliot, iinboricokL Zwei Twifon. JoliMni» und ('ürisli. Rntere 
hal nur Torliildlkh den Lefb gcreinigl, war otino Xuli«n. Kr hat nur die innerliche 
Taufe (.'briati durch den h. nrii>t tin^liiindlgl, Rr hat die Taufe der Ru«!i« K^l»'«- 
lil^t mil cechlom GruDde, bat damit al>er ('lirinli Taufe f[euii-inl. die er uiit dem 
Wuser vnrgntälilal Imt: lUe Taufo der Vetgt?tiung durch Thiinli l.uideo. die nur 
einmal gD»clich«li i^l und cifiK'ich »ührel. Dio WauCrlBiife Johannix iit uiir ein 
Kxeiiipel der Taur<> ChrUII. Bafiliiniu« poenilentian in r«ini«rioneni pceenintiim wnr 
proplieii«f1i tiiif riiri*tiiin. Der ti. Grisl tft da« WMter d«i Sununents der Taufe, 



Die beiden gre*»en Letd«n«r (h«ol. Sttnunolhandiicihiiftoii. 



8M 



nicht ab ob d«» Wuf*r ObrlMus ««1, od«r Chrittu« durchs WoMer «irlie: er wirkt 
dorch den li. Goi>t, du i»t tniii WRi>iii>r. 

Damit bcsdiliMiioD wir auch was iler Taul' fiei, davon wir eÜioli 
m&l mit vi«) Rodon die Zeit vollbroclit haben, alno daß CIiHsIub 
allein der Taur »ei, der abwiisclil <lic SüDdo . Uaruinb Ut cm 
vngeachicklit an eucli . da.i yr die gctuutTicn von cworn liiiudlcn . 
aeeVtg schäljct . ohne wiiwen deß beylligeii geyitt» . vnnd wotclic 
von cwer handt nitt goUnlTt i^oindt . die aoliun verdambt. oder 
ym blinden himmel .-«ein .|. EU ist ganntz wider iIod glauben . 
vDod ich bcaclilcuU allso . duMlnmitlUun wie dz Sacramcnt ileß 
Icybs vnnd blutt« christj gelialtcii würdt . der tauir auch . dann 
der hoyllig goy^t laulVt dio herlzcn vnd nil den bcvb . vnnd 
wir wissen iiitl wx getauirt iitt . er i«t der erlmlchtisr . der 
lebrcr . die böcliMtc f^&ub .[• vnnd wk hie ytn tanlV xn wi-nig 
geschrieben wnrdt . i\t fcndt yhr l)o-Siicrauiento Corporis 
chrisLj . inil außgetrutikhten wortten .|. Der iat getaulTt der dz 
fleisch vnnd blutt cbmlj neÜtiMt . de iat . der taulT von (lern 
Johanne^ K">'")!t hat . der wascht die HÜndt .|. Abur wie ilaa 
WMMtr d/. l'ewcr iiul'ilöacht . wie dz waiMer die Leimwuth wÜHcht . 
vnnd wi« ein l'unr all» dinog vcraort . Ällso verzert der lautT 
dx blut vnnd floyitch christj . alle Hundt hinwvgkh vnnd Hieinigt 
die MCel . wie dx leür diu goldt .|: vnnd whm mehr xii dieser 
außl«gung gehört . wcrdent Ihr fendt«n in der Interprt'tatia» der 
Kuani^nlUr^ii . An den enden dieseti texts . ^o vom taulT geredt 
vnnd gemoldt wirdt . K. 

Interpretatio . Der vier Euangcliüten Vom Thauff . K. 
I. Allein chriHtux laulft . vnd khein priester. 
U. Der tauir ist chrintus . vnd khein waaaer. 
in. Der taair K^dil allein yn die ace! . vnnd yn khein Icyb. 
IIÜ. Johanne» iml die pr^li^juriruDg . ChriMlus der volbrinngtit> 
V. Sein blut . vnnd tleysoh ist der taulT . der wuscht all«« 
hinwegkh. 
Unix- 

Dieseletste Uetiersicht int wohl mehr aln eine Rekapitulation diM Gesagten, 
deaa aU ein Kutwurf Tür etwa.« Komm<!ndcH aufzufaiMen. Die Abhand- 
lung über die Taute wii-d unii noch mehrfach begegnen; Vgl. No. 98 
Bl. 1; No. IIH DI. 21S; No. 105 Bl, I; No. 110 Hl. 47 (s. Einleitung 
S. 36). Am Rande bat unsere Itandschrift einige Nolixou (mit Biliel- 
atellcD) in rother Tinte. 

Bl. 290a— 295b Liber . De Saeramonto Corpori» Chrirti, 

EiimB«inb«n snr teeligUiait . ic Theo: W Uohouheim . ic 

tili» < BMiktH 4. PanHliiKbn bkilll« II. . 23 



SM 



IV. Thealo^RcfaM. 



Si cupiD Ketenium corpus mastticaro per aeuiim. 

Et i-lirULi sanKuinoin biberc perpetuum. 
Fbc ul Doctriuii:« sciiÜeDt de gremio plietii. 

iliiiiis i't [.ibülli pcrKpice docta noatii, 
HftM nobU &<\ tu'^em tradidit Theophraütus in Cremo. 
Kx llohftnlieim natu». Candida Uoiia Iof;e. 
Zu der vreacliGii ist am ersten Jtu gclin . warumb vnns clirialu» 
Min l«yb gebottcii hatt zu eilten . vnnd »oin blut jutrincklieii .t> 
vnnd vans dto sooligkcit zut^^rlHiingtin . so ganutz yn die nicßuag 
^MÄtzt hat . smni« llt'ii«rlis viinil blute .. vnnd diLmulT auzoigt 
Am der da (iwig-lubcm werdt . vnnd ylin ym bleybeo . das Ut 
ylin Cliriitto . vnnd CiiriHtuH ylui ym .]. der da yfßet .sein 
tli^ysch .|. vnnd trinckliet »ein blut .!. wiewol nun vormahls 
abntjezaygt würdt . durch wx woge zu der saeltt'keit Kukomboii 
ial . vnnd hie aber ein weg unReKayRt wördt . IkI doeb kboiner 

vom andern K'^schyodeo . Hcindt allo ein weg vand uitl mehr 

Die« aliiumt bis Ol. '292a uutou: 

Allso zuuPrMtebn . wio angcxaigt ist . dann ynn dnm eißen Ugt 
der glaub . VDiid d»r taufT .]. danu da ist die andor gepurt . 
auU w«1idicr die aeeligßn ctiriiiteo geporen werden .|. 
jtiemlicb gut mit Slariü „De Liuibo aeterno" (Theil I No, 3()3) S. 15—20 
Zeile 13. Nur finden »ich vie] kleine Abweicliungen und aiif S, Iß 
Slamen'fl (Bl. 2!H)b) hat un-iere lland.'ichrirt zwei grö.-'.iorc Gini^cliiebite], 
die jerlonfalb uixprGngüch .lind, da der Zuitammenhang iiie unbedingt 
verlangt. Am Rande »tolien Marginalien in rotlier Tinte: DibeIcitAle, 
Inhal tNÜborsicbten, Vorweisungen auf andere Schriften, z.B. „Vide IIb. 
du Justilia" und „vt de BaptiHmale". — Auf fast T Folioscitou bat 
da» Mhcf. dann uouh folgend»!« Nicht^jcd ruckte; 

Aliico wie nun angexaygt int . wuh iUvb Sacranntnt int . Soll einer 
verxtehn . das endllich ein yodlidier damit g<;boreu werde . wie 
[21)2 b] über die.telbige gepur i.it . machen viel . viel darnuK . 
mit vil zu wenigem grundt . Rinmal muU das Hein . I>il-> wir 
geporu werden mueHMen zum andern raali! . So haben wir den 
glauben . vnnd den tauff . Auß dem Hießen hernach die frücbt . 
die vnnK i«eolig liayUcn . vnnd vnns oitt soelig machen . Aber 
seelig nennen . wi« vormaJa angezeigt ist. 
Du Wirbligst« Ul. >1a» «ir viMOu, wie wir zum nndcm mal dio (ir^hiirt «m- 
prangeii. Die KuDuiatlu int im Nacbimal Chritti. Fleisch und lllui wordau in der 
Substaui geuoiDuieii und uicbt ttn Öeiat allein: gegeben wird uiia die amlrro ßoburl 
in i«ei Wegen, diirrb den bdligeu Oeiil und durch un.tcrn gnordnot^n Priostcr. 
Der h. Oeihl al!*iu ist w, d*t uun die WicdoTgeburt rciclil, dirni Xeugpliümnn, wio 
dem Emaobdeueu liewuui oder unbawiunt, ilass wir, Kl«iu udor QroM, allp lu ciaeB 



Die lisldvD gtoftm Laid«nar thvol. StiDmolliandBibrifr^D, 



365 



Hlmm«! kommen. Vfx* Jer l>rie«ler unn reiclil, iil nicht ilaa Sakrament, dt» iin« 
gen Himiii«! biiiigt, «oiitlcrn allein Ana Clei)&clitni»i Clirinii, iIas ims nichts nfitict, 
«Biin un« Jer lieitigi? Üvi»t uicbt rogciierirl. Por h. OniBt int unser PriMliT, der 
St«lihiUtDr Christi nuf dieser Welt. D«i Aposteln bt auch nur gelioWn. »um <Je- 
lllditniH Clirinii das NKhlmat aua;cutheitou: Wiuiletgeburl und Tnufe komruun nur 
tom h. QelsL Im PHeHtHr hdII der Christ drum nicht'« itichvn. Daiuin Hitid auch 
■II dio Gal>rüii<.'hp und Rilun iiiiwicblig, aueli dna Strciteu um einerlei odi.'r /weicriei 
Uextalt. Rti l»t oiii Ii'rsal uiiit Verdauiani», am den Ueiläelituiiiiiroieni der Tuufe 
und itea XftnhtmalD iliitcli den verordneten Priester eltie Seligkeit lu iiiacbeu. Ol&uben 
vir, *a gibt'» uns der li. Oeisl, su oft wir's begehren. 

Vniid wiewol viel nocli von aoHcItem . lu mehrer erclc^runekh 
/.uscliroybon noth wer . Was abgeht yn dipsom UMI . Daj»elbif; 
ftolit Ihr HUcben (nn den Paramiriaülicii goschrilTtiMi . da yr or- 
Hettigt worJt . Deü(;loychL-ii habon wir auch paruHugiii ^oniuditt .|. 
darynn yr die Mn^Dnliii rvudtuii wcrdonl ■ tuit vz ftuUlttguitg 
Kie vorütaiidtcii wi.irdcii .:. AulT «lau b<ischlicßen wir hie Inii 
dieaom Libull . liiu dorn puiicliMi . du» wir vniitt iiilt xunioIUeii 
sollen . da« wir die mnAt . dx tler heyllig geyst ist .|. Vnd 
WIM wir thundt . da." nur oiii ^edechtnib« iut . die nit mohr 
budimt . denn wie ein flcbadi an dor wantidt .|. durch wellcheu 
schatU^n . der mensch verstandt4>n wivdt, vüi ut ein bardter 
verstandt . dann die rodt ist auch hardt . Darumb yr In den 
Paramiri-Hchen ifeBfhriirieu vehrncr t-rlcücht wetdt . Vnnd allao 
damit ondten . xu dieser Collatiou ,1: Fiuis . Libollj . Tbtw- 
phroMti Do ccir[)0]'iK l'hnMtj «tiniptioiic. 
Aach xabirpicbc andere Hundsirlirilteti habon diesen xwciton von 8tariz 
nicht KL'gobfncn Theil (Nu. 101 III. -2()2IT.: No. 105 Hl. 8; No. UO III. I; 
No. 116): in No. U)K und 111 fehlt derselbe wie bei Stariz. Wa-i Slarij! 
S. 'iO von Zeile ID ab gibt, liiidet. sich in unserer Uandscbrift iiborhaujit 
nicht. AIh marginale Citato lindcu sieb: „Vjdc üb: Da poonileolia" 
und „De bis lege l.ibros Auturis De ('ucna D. Will, »uriptos." 
1)1. 2Ul>a— 29na De Coena Domiqj ex Lniaüie ofttune. 

Die rürsicbtih'khoil Dei patris . hat aulT suklitiulTti^u dinng . 
Auch in priina crcationo rerum natiirlicbe weyssiiKUDg geordnet . 
die biß BO JiitigHtoo tag bleyben . yui liecht der natur . Vniid 
sollohea von wegen dor Magi vnnd philonoplij vnnd Xalurmlos . 
Dann si« möUen nur durch natürlichen venitaiidt ad I)cj inyitte- 
ri« et Gogitationcm trinitatü . ic gefüerl werden .|. Non crednnl 
Bcripti» prophctaruiu Theologoruin . ic. Hio Chri»tut> uoluit ex 
opeiibuH KuiH cogoowg Dlitu Dej . Sollcher weyisagung werden 
hie our ettlich weni^ aniioiiayi;^ . Dann yr seindt vil aulT die 
Virgioilet mariae . Natiuilatein christj . mortem eins . Coenatn 

23« 



IT. ThcolojriichM. 



I (lominj . diem Judicij . ic. DKruinti )ist Gott alhn cliDgeo 

■ nn weyHHaguuR Aduontus lilij dej ßcli-'gt . Du khciocr cuiu»- 

■ cuiKjui^ stiilus purilatis . ;c. Crouttir vririd Naturu der weit 
m »iiUcliiildigt wurduti niücliUt . rl. i. halt fiirK4^l>i)d«t »iituixKüii 
I theologiaiu . AuU der sie Mogi wünluti d. i. natürliche gelohrtcti 

tu Gott. 
Ule Jiiiigfiau mit ilttm Sieb la Rom: Löwo, il«r Mine Jungen leb«iiilig brüllt 
— Aiifertt-eckiitig um jiiiii,'i1uti Ta-g: KUviigol ~ Aufentebuog: Phüuii nur dem 
IIoImiom — WiL'iIuigt'burl vou ulicti baiab: Bär, il«r M'me Juug«n lii ilio tucUl« 
Korui Isckl — d«r neue Ailam: Pelicaiia Blut — Blut Chriaii, Jmlar Gvlohrio loll 
in MiDor WisBeiiHclitifl üi« Wuiiitor Outlen «rk«nucu unil ilaiincb Chritili I.ohre, mo 
«inl Ibm rlariii eliic Lohru ieiuoi Wimlvln. Airniin tiiiil tlngiialia ilo« AfxlUBi 
KrnauoningalKart des Autimon, HsgiiaJia aus Mviiai^liunblut und -lleiücb gpgvn dm 
AussitU — WiodergebuK dureb Cbrinliim. il«r Aril luid Airnnl f.ugkirti' ht. Phita- 
• opbln der lüfurüch^e, Vet wand liingtk ruft der Hagi: die Axlronnmen i>>kenn«u' 
dia VarwKndliingen der Slerne übernalürtlch. Di« Yermeinteii Tbaologeii veracbteu 
•olcho onenbatun^en (iottcs In der Natur, aber ein Ch>l«( «oll »ja nicht ver&ebten; 
alJH ist Onttoc Work. Di« Wunder der Verdauung und Milch blldtiug. t.eib und 
Blul Chri«!! ixt oLno vcrliorgeno Spettio, keine Vrdlerelt der OUube («nlniii'«, mngnuui 
out inyitterium. CliriilUK hat Rrod und Wein genoromon, «oil Drod dici unentbehr- 
lichitc Spoifio, dir SpriüD der Armen ist, und der Wein de« Ifenachnn Ufit ertruul: 
man «olt nhor nur einen Tropfen nehmen. Die Naliir herrspht für «Jch: dw Wirken 
de« Qeixt«» nilll nicht auf ibr Qebi«!. Die llniinllclik«lt de> Lcidenn Ctirifrti hat 
nur I>ion}ainti Aronpaeita orkannl. Die Iloflait des Menschen vom Teufel, will 
äb>r dl« Natur nein. 

I'roitturcm qui uiuit in tmlura . uiuit in deo . Deraelbig erkheiidl 

Moh-. VDd Hoin «ündt . vniid ücücIiIm . vuod erkhoondt Gott . 

L aber nit ohn flott . Du» i^t . der Vatter muß iou ziohon . Der' 

I ftelbig int der der die hertzen erkendt . wollche xu ziehen scindt 

K . od,er nit . darumb chrlatus den Apottteln leher geben . wo der 

■ fridt nit SO)' In denen da .soll man auß . vnml den staub 

■ «chiittolu . Dann or wujß wol . welclio .seinem Vattcr gefallen 

■ oder nit . Dnnimb ullen orwühlton tliiit dio natur potentiani 

■ diuinain gniiguiiD dar . der Ihr nit glaubt . wz will er dem 
r Kchreybeii glauben. Finitt. 

Hier iHt vieles Lateini.>i(;he eingestreut Ciniinchninl gtinKO SalEreihen latei- 
niHch), von schon mit ^VehracliBinlichkeit auf eine kürxondo Benrlmtung 
(bei Montanus?^ hinweist; wir werden denn auch die.-«!r Abhandlung in 
etwas orwoiterter (also wobl der uraprOnglidion) Oeatalt begegnen, 
No. 100 S. .460—490. Viele« berührt «ich mit dem 6. Buche der Abend- 
mtlstiehrirt an Clenionit Vll. 

Bl. SyOb— 302 a D« reinmctione mortnorom. 

Eccc concipieM et pacie» |!| lilium . ic. vnnsor aulTertitehung wii-dt 
tiein wie die gepurt äamUsouiii . wider die natur , auU einer 



I 



I 



I)i4 beiduu gTonau Leldeoer llieol. 8aioiii«lhaa<lnchKftoii. 



351 



vnsiclitbarn firauen . Dsrumb auß Ttinenn altea vnsichtbarn 
Adam wirdt ontapriogeD . der oew le.vb der aulTerKtiibuag . 
vniiil Möllclis durch Rott . vnDi] so wundorbarlicli worden Koip 
<li<»)<,>lbig<Mi loyb , wi« .Satiibsoii war . vnnd aiidoru Miiniior .|- 
doßhalben dicße loyb dj« wir hi« tragen . sollen niclitic ad 
Ijlorillcationem . dann er vcrprindt ym feuor . V» muß ein bo> 
Htendtii^er leyb sein auß (iott geboro . Danimb nun die kinder 

GotUw werden aufrerstohn . dio menüchon kindor dH 

Ans untartn I.oilifl, nidit iii[t uiiierem Lrib nurdcu dir Curpora nufenUhn, ni« 
«lio B«sA aus dnin Suuon ftu» cler Erd«, au nerileu a>i<;b wii uirlit corpocallscli, iit 
anniu*, anfentttbo, snndoro wir Hiud aur eia S&m«ii. Wir soll«» nicht grübolu 
duübar, «enn auch un«ar«r PhlloHophie aovicl erlaubt in. als iIIq Natur vvnnag tu 
■rgröaibn; «« btaibt Immor nur ein Schatten- AufenttehTing lu Gott und nm 
Tcafgl. Im Samen i«t anch nichts, da au4 ibm wSibst. suniifrn nur rino Gabo 
und (inodc vna QotL Sollen wir Im alten Arlum, .gUlxei, kolbol, rjinluck«!* gon 
Himmel konimcn? Oilcr in aller Go&lall, uur rcuuiirt? Daiiii Vihrf »n «in Jiiiie- 
bninncn und kein lliinin(itrcicli- Rowii und l>ilicn wcrdcin ■ii» dor Krdo und vom 
(limmol oni&hrt {Thuu, Rngon), «o haben anch wir doppelt« Xahning; die Hose in 
nuc, die glorilicirt nird, wird godpvlat von oben herab. Dio audero Kreatur kann 
keine PhilciophJe ergründen. Reinigung dos Onlde« etc. von den Schlacken. Sind 
«rir kInriHcirt in «du, so »(eigen wir auf g«n tllminel. Zwlachon-Zualand twisuhen 
Auremlehn und AiilTahren wi« bei CbriHlna auch beim Uen^chen vlcltciohi möglich. 
So künnen liciHcht auch Uenachen auferataDdon erscheinen. [)lo Seligen steha 
auf tum I'ariKliB», dl<? Verdammten tur Vorhütle (Vegfeuer), nm Jimgittcn Tage di« 
digcn iD*a Reich Goilei, die au« der Vurhülle lu die Iliille. Die Makol und Hoten 
Jh QviUgon, »eiche ale in Christi N'arncn cimptaugon haben, bleiiüon hui der Anf- 
•nlahung, achoinden aber heim AiilTuhron gen Himiiud nach d«m Gericht. Nur 
Christi l.eih steigt in'« Reich drr Tllnimc!. 

Wann wir In Adam» Ipyb gohn Himmel gemocht betten . So 
bett Cliriirtua nit dörlTon floyacli werden . auß doai Ii. goysl 
•mpraungen . darumbun muß yn der AufTor>tohung vnd aulT- 
fahrUDg golin liimmell allein chrl»tj leyb sciu . An den hayl- 
ligen . Ht contra an den VQHi'oligcri. 

In summa lüirblx komlit gehn hinimol . ßx msy dann vom hitn- 
mel .1. AlUo miielßon wir durch ('hris^ti carnom et «aiiguiiicin . 
aueli vom himmel aein . yhu crafft deß iieylligon geysta . lo 
welchem ilie dinng alle gowurckhl werden , Darumb wir ym 
Glauben Kulten uicbtz disputiron . ^^oIlde^ den khrelTten der 
himmel nachgeben . Auß welchem glauben in diem iudicij *. 
dx sichtbar vnnd groyflicb wirdt . da» wir glaubt haben, 
finia. 

Wird unM in' denolben (icMtAk in eini^m Maur. der Khedigerona begognvn 
(So. dö B). r2G), dort aber durch den Tilehuwalz „ßs Itbro" schon ab 
Auflitug gekennteichoet wenleii. Im Codex l'alal. 47(3 ßl. '2^Q—Hb 



368 



IV. Tlivologifabei. 



(unsere No. 90) wordAD wir diese Alihanilluii^ tlenn nuch wesentlich 
aiuriihrlichcr antvolTeii, walintchcinlich in der originaloß G&slalt. 
Bl. 302b— SUSI De desperatis morbU. 

DUor krautkhfitcn uull ver/.woyll'luiig Heiod vihl vnil mauicliei^ 
loy . viiod so »ubtiöl vnnd suharptT . Da« sie gar schwor xa 
l!^klll^uIloD Hoijidl . Man liub duaii Ihr oitiL-ii );ruDdt . vor liindcr- 
Htultii^uri goschlcclitü . ilitriimb dioser kruDckhoyt aiifaiiii); i«t 
hIUü . Gott liat uiiicin y«ddn inciii^dicn gcguben Kein gewirß 
vnnd gaiintx i-i|;i.>i]tbuiiiii . Darjuii der mcaTiHo)i liatl allv» (Ik . 

der Meii.ii'h hiibcii aoII Darumb iintinr deirit^ khn'fft 

nit . mitt andern khrÜlTteii . Dann die frcmbden klin'ifTte macbon 
nur kriini-kbfyl yn der vernunfft . vu<! yui Icyb . vdJ go- 
duuuken .;; Dcübulb bcwabr wol doiD iti^ue aalur:,: linis. 
Difwor kurac TraHut findet sich lioi Iluüor ßd. V S. \bi — 157 «bgix- 
<lnii:kt. Un-siT Text weiclit vun dem Ihwcr'sclion reiilit vieiradi und 
oft nicht unwoACullich »b, ob|{leti;h der Sinn iiicnialii verändert wird. 
Vgl. auch unten Hl. 3481'. 

Bl. 303b— :i07b De Sangnine ultra mortem, 

Nit allein wio d:i aiiyLi/.iiygt Ul . Sondor nodi vil mehr vrsaeheu 
»ein . Soüuiit doch die diuug voruntwortut . das da kein lloxun- 
werk iKl . dl da uueli Ikhcin zeul>crey iel . Ditnn «üllen »ie dz 
bliil AduniN kbünnun muclien . üo weron »tv- (!utt gluyab . e» 

zcrbruirb ehr biiniiiel vniul urdton ehe dus ^^schtdic 

Darumb ob wohl diu geylst vnnd xnubrcr vi! 

khSnnen . So i^t doch yr .«ach von dii.'.seri dinn^en get^chaydeii . 
all.t yr blul yu andoro t'&rb vnnd ^eätallt , dann jnenachon blut . 
da8«elbi|> mouocheu blut kboaoen die menschen . Dz ander 
kbennen die yngon auch . ic. 
Stimuli fitst voUkoninicD iiberein mit dem gleicbKciligcn Drucke in der 
PhiloMophia Magna Köln IftÖ" (Tbei! I No. «0) S. 8Ü— ;i3, wo die« 
Fragincntuin genannt wird. Kusor gibt Bd. 1\ S. *2BU — '2*J'l auch 
eine am Anfang defecte Losart, da da« Autogramm, weleho« er benutzt 
XU haben angibt, verstümmelt sei. Was Flöler und unsere HandschriTt 
geben, buzaicbnel Huser nU «Summansrhan .YußEUg" und ieli bin ge- 
neigt, ihm darin I!«eht zu geben. JodenfiilU waren derartige gekürzte 
Bearbeitungen i*aracelsisclier ScIirifteD (von Montanus hcrr*) hand.schrirt- 
lich verbreitet, wio wir dies r^lion bei dem Görlttxur Mscr. (No. 83) und 
bei dem Wolfen biittcd er i'AlravAgiincodex (Nu. 84) giwelien haben. Aul 
einer solchen gemeinsamen gekürzten Quelle beruht auch FtCters Druck 
und unst-re llandsihrill. Uubrigens scheint die Abhandlung ^D« San- 
guine ultra rn-irfem" handi-chrifdicli iiiigeud)* weiter orhallen ta sein. 



Di« beid«n gioaKOB Leidooor ihool. 8iuumalhiu)iIscbrifUiu. 



359 



Bl. 307l(— 310b De manyrio Chriilj. 

I)or inlisclie gej'^t dur crdlOD «oll oidits . Alloia itur himblischo 
Uejül deO ewigen lelerw . Im en-ti'n ^ojsl wt froudl vml woltu,-«! 
Hör ci'dtoa . so die weltkindor »tidien . yin weg »her xur tteclig- 
koit ist kein luxt . noch ruhe . noch reich tliumb . Sonder allein 
voruolgung . vcrachtuug . vorauhlung vmb ubrititj ninnons wilU-ii 

dnnu HO der gericbtelag kombt . mit scluctn 

crdlpidcm vnnd strfthl . So wirilt das miodate alleü horfiir ge- 
zogen . erxehlt vnnd erfordert . Dsrunib dii> Ihn Ihren «ilndten 
nit ligen blieben . Iteeti . ßio aber In Ir we^Llhoyt vcrholTt . 
Dem wmit weder hyc noch dordt vorgeben . ic. 
^ser Text stimmt mit dem der Gürlit/or Hand-^lirift No. PS gul übet- 
ein, obcDHo mit No. 'Jb 11). 111) und No. W> 11). Ci.'). wahrend der 
■Codex PaUtinua 476 (No. 90) III. 94 den urnprüngltchen auxfiibrIioheD 
rTuxt bietut. Miiuuhmal kennto iinaur Schreibor seine Vorlage bosHcr 
entriltluittUi »U der GiirlilKor. 

ni. .HlOb — 313b De remiitione peccittorum. 

!^Q ein schwach geMchöpIT »ein wir . So wir vnrn* /.um hoch^toR 
bewehren . So worden wir doi^b yn münden orfLiiidlen . vnnd 
khünnon nit ohn HÜnden nein . Vnnd dcrhalbcn jti khoinem 

Hoeligon leben rocht erfundten werden Alli^dann 

wirdt ein yoder seine belohnuni; ncmben .1. der eines Propheten . 

der eines A|ioBtcis , der eines Jüngern . Von höchster rbIi bjU 

Nachdem vnd er Ihm lluch detl Lebens 

vnd dz ist dz verloren schulT . so widor 

IC. 

[Stimmt mit dem goktirxten (iorlllxer Toxt No. 83 S. 3l7ir., wo «Ich dj« 
.Abhandlung eben.iö an „De Martyrio Cbri-tli" »iiioibt, gut iiherciii. lüne 
' IDr den (JÖrlllxer i^cbreiber undeutliche Stelle bat uiiserm SchTCiher (oder 
•ÜDer Vorlage) keine Schwierigkeit gemacht; einmal hat unser Schreiber 
(Bl. Sllb) ein Stück ciiiös lateinischen liibcIsprui-bM iiiiHt;eluitsen. viel- 
leicht weil er nicht gonug I.&teiii vcnttund, um ihn xu ciiuilTero. Vgl. 
Miofa No. 106 und den vuIlHtJindigen Text in No. 90 Bl. 12211. 
Bl. 313b— :M7ii De Re . Tempil . EedesluÜu. 

I)«r fnlUch .■<o yn i'inem gerechten dinng eingefuert wirdt . [-->< 
der anfanng der Abgfitlerey; 'Avoy tempol -sollen wir haben . 
in Vita beata . lüneu iciir leher . vnnd ist Mauren, Ainen ta 
Tolbringuug der leher . Der ist . wir »elbst yn vnsorm Iractten 

Darumb jd Humma betten sollen wir ohn crgornus 

geben . worl . IC. So vnnser Uanz dahin stebol . dabil dciw oogni- 
tionem uouao lucis . vnud alle linstvruus von vuns nembol. Amco. 



SU der inindHton 
gOHclirieben «toot 
gcfundteo worden 



IV. TbMlOfiMbM. 

Stimmt Kut mit Nu. 83 und #(«ht dort in derselben Roibenfolge. Einm»] 
hAt unser Schreiber (oder seiae Vorgänger) eine in Gfirlitx onskhore 
St«lle XU IeM>n eem^int, ein ander mal gibi »uch er nosicher DÜb- 
gemaltc uDlcrttipfelte Scbriruä^e. Denselbeu Auwxug änh« auch No. 106; 
den ur^ipriluglkhcn aasrührlicbeo Text siehe No. 90 Bl. 106. 
B). 317tt-3äOb De officUf . Beneficiii . et Sdpeadijf. 

Uotl hat van» cio 7.a.i üm^ilrr goiitxl . U'u- mAUu wir halttea . 
Alls Apostell . Pro]>h«tea . Docioree . Jännger oder discipel . 
Solche werden vir haben usque ad finem mundj . Sie seiodt 

verborgen vnas oder nit So haben wir 

vnns vnsor liederlichen veyO . dz vnnit bubcn vnnd »chelmcn 

bafi g*rallen . ilcon gottcs leutt , Drumb eyllend« aulT vom 

mUaV . tlamil wir nach d«r bitferkeit dell Zorn» vlttmi iodiqj 

•othryanen :; 

Folgt in No. S^ oben» und stimmt got mit dem hiesigen Teste über- 

•in; vgl. auch No. lOt'i und den vgllstäDdigen Text lo No. 90 ül. 32S. 

BI. 330h — 331b De rMDrrtctioae et Oloriflcatione Corpomai . x. 

Deum qoi te geanit dereliquisti et oblitus a. Üej creatori« tai .;. 

Zwkf berbombeo haben wir mensch«n . . Ains von Gott . der 

vnw beachmflcii hat . Vnnd eioa . aaß Gott . der vtinß gepom 

hat . So wir nun verlamon die beidu . yctxt wirtlt kh«in aolT- 

cnlendtuuK ;d vnns sein dann )r werdeai Fendlw 

«o mehrern Imahl . dann ich hie aniajge . In sontma vn: 
l^eyb auß Christo wirdt abfallen vom Leyb auil Adam . wie 
ein Pjrn vom bäum . ic. 
Steht in No. 43 in der^Iben ReibeDfoIge und weicht nur wenig ab. 
.Aof Bl. 3äla gibt noaere Hsadscbrift ein« Leoart. die in GorliU iber 
ÜB onaieberea Wort nbergnchrieben ist («Juden* statt «niden"). V^. 
Hell No. 1Ü6 und den weitUtDOgeieo Text in No. 90 Bl. i3± 
Bl. 321b—323b De Sencn et Initnimenti« :i: 

Die vemunflt ist richtor ybcr dio füaS «ft^en . So der Uomo 
yn jm hat . vnnd nit dx die (uoff ww^on meyster sein . Sonder 
die romunlTl • Dann nichtz obn ein Obrigkeit . in rerum na- 
tura .| Wo «her wir vni» iz xnei^iueo ym 

freyen wüten . m «icleD wir Golt das seini^ . «i« wirdt nun 
dem. am Jangstea tax geschehen . Dann nyemands wayQ die 
vlhlc vnnd schwere dcß vrtheyU Gott» . x 
Folgt in (lürlita (No. SS) cbco-w und stimmt hier im wetMatlichen über- 
ein, hat anch die dort unjichf'Mn Stelb-n nicht gdoMii. sondern nach- 
gemalt und untertöjifclL Vgl. No. lÖ und den Flöter 'sehen Dmck, 
Thoil I No. «6. 



I 



Dl« btlJ^ii üTOMvii Loldmier iheol. SaiiKnollisiiilHDliYifteii. 



351 



Ut. 323l>— 326ti D« Superttitionibui et Ceremonjji. 

Aull der einralili der mcDsolicn klmtiiix'ii vil grulli Siijtomtl- 
tiAiieH . vuntl bÜUo iliniig . (ins . wa» von woyUoii xtir gi'dät^ht- 
nus . bildtnuü) . gcmat^ht vnncl geordnet . Sie eiQ Abei'slaubcn 

drauU schüpfTen Da» ich der philoüophia 

weg darjDiieii fiiere . vnnd Ir nit zuwider bin . Sondor mich 
erfrouo ynn dorn . das sie mir also bokandt ist . Goch der- 
iDftiBoD auch bokaodt zuinauhcD . Üanu n» ist weittor aulT dor 
Zoyt . DaaD vm noch »oydliur dorn todt chrlittj iiyo ücttoiii ixt rj: 
'Stimmt im Gegonsatx nu lIuHcr 1\ S. 'i^ötT, vOUig mit No. 83, ist also 
ein anf der nämlichen Qußlle banihender Au.s7.ug, wio an» deren so viel« 
Hchon begegnet .sind. Kinmal i^t eine unserem Sottreiber nn.->ichero 
Stelle vom Oörlit/er .Mscr. richtig gelesen, ein andermal gibt niitioro 
QaDdschrirt eine Lesart, welche in Ciörlitz nachhüt^lich fibergeechrieben 
ixt Jctk-nrulls gehen lirut Leidenor und dar« Görlitzor Macr. auT dicKuUm 
handschriftliche (Jucllo jiuriick; vgl. auch No. lOü «od den austührlichDu 
[Test (gleichlautend mit lluser) in No. 90 Bl. 200ff. 

Bl. 326b— 33(^)b De nupta . de «llenit rebui non ConcnpJiceodi«. 
Ek i»t nit volklioinbcn, auU dorn licrht <lcr nntur m leben . 
viiiid rogini . IC. Sonder tu dem .teeligen leben ist noch oiu 
ander ewig» liecht . daä vnn.i lehrnet alle dinng der nuhir . 
ao vnna eingegeben nach gotte.i willen . volkomben zu verfer- 
tigen Dannit wir fiotte» willen vnd begcrn 

an vnnn aigentlich willüen . Ncmblich . nicbtx al].'< gloychheyc . 
Treud . vnnd einigkheit K^gon einander . Khoiner hie aulterdtcn 
raychtumb suche . Sondor der Im himmcl erwardt« . vnnd 
suche . da nichts Kcrgcngklicbs ist . .Souder ein ewiger r«)'ch- 
thumb , IC, 

[Stimmt mil Gürlits (No. 83) üboroin, wo die Noxarlen manchmal beaacr 
[su «ein scheinen; vgl. auch No. 90 Itl. 14^. 

Die acht zuletzt iiufge rührten Abhandlungen linden -■'icli in niiKorin 
und dem (löilitxer ('odex (No. )>H} genau in der rielben Keihenfelge. 
'Sodann folgt in tüirlitx die SchrtH De ordine Doni, welche nuHer 
I Leidener Schreiber in den folgenden Hand (No. 89) eingereiht hat, der 
[«Im vielleicht früher geschrieben int, aU unsere No. Sä. Danach folgt 
' fa Görlitz gleidifalls die nun folgende Schrift, an deren Endo anacr 
^Schreiber einen sehr Wachlenfiworlben Vermerk gibt. 

Bl. 33()b- 33üa Von dea beseücnen mit den boUen OeyitenL 

* Dofeot : [irincip : praofntionis . Von wolnhein »ichlx 
bivHchriben wirdl . dann fürwahr . So vnglaubig i»l dz . boy 
den munavheu . dx ohne JLoügkhnu» cbristj . «ollchH »yenutnds 



362 



IV- Theologisches. 



mücht müglidi »cliiitic«»! . wiowol dio worckb da Kciii . <Ik( wirK 
Mi.-Iteii . Aber Mcliwcr üts xu vrlboylon . dun . iltu dor mftiwcb 
tiit khoiidl . der ym Aiich ^tolldiM iiit PünicnK^ 7.u »ein . dann 
OH scindt yberDatüHtclm dinng . olin crleiiclitun); von oben 
herab . dem lleyscb Dit zuergründen . ic. 
Das nucli Thcoiilirastj . Vou de» tteäcBenen . der erat 

Tractal flJl. :t33a] TractatU'* .11. l)e allega- 

tionibim tsx .4. Eiiaiti;«IiMti)i . Gl prima Mathoo .8. . . . 

* Def«cl: a. Iit«i'ac TraeUUu 

.in. Ooiicliinio Nu» volgct wciltcr diu Allogalion 

Chi'iatj rümiilialton . yn yrer bRd«utui)g . DatiD alloia ym wort 
chrntj ligt der grundt . Weittitr ist von de» dinngoii nicbUt zu 
Philoaophiren . K. Dcfoct . Liter .1. attjuo altera. 
Restabaot . De uotia alienis . Et de Sarsam corda . 
(Juati uido in suis Libri« . K. 
Der Text »liintnt mit dum tler No. 83 zicmÜcb geaau üliorein. Einmal 
ist ron Görlitx oicbt GclcKCtica auch hier ungeloiton goblii'ben; einmal 
«ird die Lesart gegeben, welche Gürlili iib«r eine augcIcKcriu Stelle 
üWrgcfcb rieben hat Dasa dtetie Schrift ebcuau gckürKt l&tJT und aus- 
führlich bei Iluser IX S. 2ti:)tr. gedruckt iiit, wurde schon oben bei 
No. 83 bemerkt. 

Im Görlitxer Mtwr. (No. 83) folgt noch „Ex Libro de Voti» alienia* 
und „Ex l.ibro de Sursum Corda", welche auch in der Vorlage 
unseres Schreibors angofdgt waren, wie die Nnchschrirt besagt: ein neuer 
Hcwci», nie nahe .«ich dio beiden flandsclinlten »telin, das» beide diroct 
oder indirect nach derselben (ächleaiachen) Vorlage gearbeitet haben. 
Von den Votis alieni-'( und dem Suntum corda gibt an.'«er Mticr. lioii 
weitläufigeren Text im GegeoNatz zu dorn geküritten Oürlitxer, orstercs 
HchoD oben Bl. 235ff., letzteres weiter unten Bl. 439b. Auch wiw zu- 
njichst weiter in unserer KandMchrifl folgt, liudct sich in dem (iürliticer 
Miicr., aber an anderer .SlflK- cintfefügl, 
ül. 33.')b— 340» De BapÜsmate. 

Sftorament . Das Wurt hat vil Dolinetüchung . die nit alle an 

zunemben . wegen deß fali^cli so darauU entsteht 

leb taufTc dich . in nomine 1'. V. et 8. Sanctj . Darbey 

ein pater iioater vnnd glauben betten . damit der lÄulTling 
darbey bleybo . Et hie suliiciiint . alles ander ist menschen 
Zasatx . !c. 

Weicht nur wenig in Kleinigkeiton von dem Görlitzer Mscr. No. ÖS 
S. 2äljlf. ab. Einmal, wo Görlitx nicht lesen konnte, hat auch unsere 
Handi!chrift nur unbestimmte .Scliriri/.ü^'c. dio als uweifeltwfl unteftiipfelt 



Di« h«i(l«ii ^oMcit LcidonDr tbaol. SkinmollinniUrhriflcii. 



3ä3 



aina. Vgl. No. '.h; Bi. noii; No.it8 Bi. 7a; No. 107 Bl. G3b. EJoon 

viel aiwfiihrlicheren Texl bietet .\o. '.)() HI. 314 (F. 
Bl. :UUa— »4->n AUod . De Baptismo. 

Der ThnulT i^l oiu /aychen eiiieit Oliriitlcu . wie ein Croutx 
fiinos äcliweytxoi-s . Iiatt aber die vndtorschaydt . Am creubt 
mtg oiüpr ablliryuiicn . vni) dauon laiiffeii . vond oip ander 

xoycbon machiMi . Mit dum wosscr aber iiitl 

Aber denn linyLS ich ein scyohoD . da« ein wcyhc . i-iri itoyuhen 
fßr «ndür Ciirautoie» atiU . il. i. ein zsychcu (U^r Kayuhon der 
ganUi'ii i-lDirncteien . (creaturen . ) Cottwf . Daruinlion Ists ein 
binwortTendlM d. i. commune »ignum xayuhon . fionder attti ein 
^QWeyL-tibi Zej'choii d. i. l'iiestürüajühen . ic- 

Uer T«xl htolit dein fiörlit^tor bi!< iu Kleinigkeiten Aolir nabe; vf\. auch 

No. 107 BI. 68: No. 98 Bl. 7; Nu. 05 Itl. ll'Jb uud No. 90 Bl. 309. 
Es folgt nun mit ^lüssoR-m Absloud, uIh zwisutien den vorborgubondcn 
,Tnicttttcn allen golu«»on iMt: 

BI. 342a— 34Sa Prologo in Vitam beatam. 

Ein art2«r, lirjiuclil vll «n ciiK-m kNinirklicri . byf,! er yn anff- 
pringt . Ist daruiub nit alle* ArtKiicy . .Sonder d/. yn hullll isl 
ein cleiiw . vil ist vnniilv; vnnd doch für nutz aiige.-;oIien woriien . 
(!olt hat allen dinngcn ilio /eyt yrs waclißopi geben . vnnd 
daruor nit zoitiig zuKuin . Eho <u< nii dabin konibt, laulU vil 
für . die proßlein . die »ubußling . dio bluort . ilh frucht . K. 
die alle babcn vil zufalle . vil vheindtücbafTt . byU ^ie yn dio 
«rndt vnud byißen komben . leb i;edenekb . dz ich bluiuen 
Mähe yn der Alchimia . vennüindt . dz üb« wer auch da . aber 
da war uichtz . da aber die zeyt kham . da war die frucht 
tiidi da . vi) Iligi?nd hab ich vorloiuo yn dur (iuoinctrj . byß 
ich kham yu den ui{uai: dudiiin (!| dur laniig koinbcn ist . Ich 
mäindta vylmaU . Ich urndt« morgen . war iiiohtit . K. 
p:in yedlicher noW trachten . da-t er anlT ordlcii »ey . da» er 
will nach Heinein todt sein . der gut itamen ixl (lOll . der bciU 
stunea der teulTol . der mensch ist der ackher . sein hertx . 

Min bäum . »ein werckh . sein fruehtl 

der «bor die Itcbo nit üiicbl In seinem Schatz . der holTet leer 
Uro . Allso iHt dio lohr ^e^ründt nach eingaung deß glauliotu . 
Alltin »iitr die liebe xu Golt vnnd dem nechften . daraulT dio 
hoiTnting d/. wir viiiis la fiutt vcntuben . dus sein loydou vuod 
Hterbon werde viuiLler erlüßutig nein zum ewigen . Amen, 
"mint mit dem Teste der GürlilKcr Han-Ischrifl (No. 83) S. -281— 286 

fkst völlig überein: diu Abweichuugeu im einzelnen sind s<>hr gvrinij, 



3U 



IV. TlwoleciMhBi. 



nur fehlt dort völlig der erste Absatz UDHena Leidener Ti^xtes, der oioom 
Kpiit«rvu ZuKiimmonliaaiJO des voUitliindißeo Teslo« eDtnommon int, den 
der Codex Fnintinii» 47t; (No. 90) Bl. 210—322 bietet (unser Aiirnng 
Htelit dort Hl. 2ir>H uud 217b). Vgl. aucli den Kop«olutgeDor Codes 
No. 107 BI. (Wir. 

Ol. ."H:)«— 347 b De ^nentione et dettroetione Kefnonun. 

Wpyl wir mijgeu . wie l'auius »agi ergründen . die profundltot 
CiotliM . vDud das durch den goyst . Noch vil mehr diu itcyt- 
lictir uulF ordteii . Auß n-ollcliiv Dacligründimg . die «eysHagUDg 
der Mu^'i ciitHttihn . vnnd herkoniboii . uriginaliler . dann der 
geyst ist d&r . der den durstigen . yo diesem trincktict d. i. 
gibt Im das zuerkbcniieii . Darumb er sorget . vnd dem er 
nucltxtollct . AlUo worden grolBe dinng erfundten . die olin die 
iiacliilirncbtuDi; nit mügen orgruudt worden . Ja durdi dioQo 
wirdc eiiii-:!« yoglichoR dinni;c« inTanng vnd endl erromchl . Die 
Taub logt yr augou aull'kln'i» ander goDügel . iiemblt sich auch 
keins andern nit au . oder Kääellet sich nit >a Ihm .]. bleybt 
■Hein yn seinem sfhtag . vnud bloybt allso bcstoudtig In yror 
aiigcboruen vinrallt . Die »ublaung legtt yr gilTi ybn »ctiwautz 
zu bindorst . damit die gilTt von natur vnd alirt meiner bytx . 
die Zungen mit berhilre . vnnd weitter . die Icut abnfalle . 
alls wann nie bclaydlgt wirdt . Wann itie aber da gifTt aulT der 
/.unngen behielt . So würde sie dna lioircrtigste thier sein vndter 
allen . vnnd würde dio monitclieu vi^rurxauhen . die sie . die 
Hcblanngcn all vmbbrachl würden . Wcyl aber da^selb »it ist . 
So losst man« bleyben In yren wüeston vnd wiUden . vnnd 
leK>t» leichen K. Alle dinng gomüintgL'lidi uemben ein gulton 
anrunng ■ ^uuoran mit oinfalll . Aber nit allwcgcn mit fiir- 

tuclitigkeit Der todt zerbrycht kein roych . 

dz eiK werde Büß gerliout . allein er straffts . AII»o auch ktieio 
ander straffen . Allein die grolQo ärndt wirdt» zenttüreo vnnd 
aulThoben. 
Auch hier bnl uneer Mwcr, zu Anfang einen Absatz, der in Görlitz 
(No. 83) felill; der übrige Tost sliniinl in beiden Handschriften völlig 
fiherei«. Kiimml hat der Leidener .'ichreibor (34ßa) eine unwchere Stelle 
sicher entr.Htb»elt; ein andermal (Bl. 347«) ist «r wie der fiörlilxer la 
der Lesung unsicher geblieben. 

Bl. 348«— 34»b De morbi« Bomnioram. 

Wn.1 VDUS ym »chlaiT bege^nel bt auch ein kranckhtioyt vnnd 
ob es whon nit wehe lliul . rnnd geacht wirdt . Dann vil 
andere krauckheyl seiodl die nit webe thu» . vnnd soindt doch 



DI« bHdm eronon I.eidnner thvol. .SiiinmAihftndBrhrIflfn. 



S65 



tlic deRcit scriptura 
fort« non iiorlcxit. 
<'|irislnlli 
H.^rilUi 
Viigue et 
Vriiia 



ViNtonibtiH 



kraiicitheyt auch . Dann tler leyb ytierwindt villi . dan soll aui-fa 
ein Artzet wilUeD . Am der loyb yn ym aelhttt mehr kmackUeil 

vertreybt . dann der Arlüot vnnd seine Artzrioy 

Donolbig loyb ist tU^r tliraucn$;cber . wolcho» tl)r»uin 

l«ntt«r rh«iD . vulikuUcr viiml vorheiu ist . nach dem vniid <l«r 

moDMh gcttchicklit M . Im Molbi^eii lioclit der nntiir . Oemtisch 

ist auch der thraum laiitter oiier vriliiultur . FniitiulMdi oder 

weyßlioli . venitSndtig oder yhrrig . Groß iitt der dem nein 

tlirnuni richtig «eindt . das ist . der recht yn die-'^em eD])oriien 

gejüt lebet %nind scliwcbel. 

He Do Immaginitionibus. # 

De Chmacteributi. 

De aÜD muudo . ubi tmctAtur de mundo 

inaii>ibi1J 

De Nymphi*. 

Do K]>iritihu.4 in necle . waldrunckhoD. 

(liiomi. 

Sylueslres- 

HuMr hnt dies 4°-Rd, lid. V S. 157 abgedruckt und rechnet aw. wie 
tlmt obi-ii tu. :tt>2bl)'. aurgofilhrtL- «De dcH[<eratiK mürbia", xu einem „(.iber 
do tnorbiH c\ iDcantutionibus et f uipreKsionibus Inrerioribus: 
da» ist von den unsichtbaren kranckheylen", iilüo nu den .para- 
mirischen" Sclirirtun. lluner weicht nur in wenigen Kloiuigkoiteu ctwttH 
von unsortn Texte nb und hat ab und xu uino boMurc Lustart. — Die 
kleine U«liorxi<:ht von Tit^iln am Kniln dw Tractalen fiilirl Kchrineii auf, 
welche ineiiit alii I'araccUiitcli ii bor liefert tiiud; doch folgt nur eine der 
OcDanDten wirklich hier nai>b. 

ni. STHJa— :ir)U De Characteritins. 

Wie yn diesem Itucb otliche punct nach der kurtz fTirKehalleu 
ada :|. Nomblich mit dem Habath . Nun der Sabbath ifit xobution 
XU feyni . was i»l dz andern . dann nach Oüttlicher Ordtnuü); 

l^en vir ßrdton . Dur mI nun der will Cottv» 

oder Aaron» Mchlang . die vomchluckhen alle» am let»it«n. 

Defoot 

Ooraull merckhent nun . Der geyitt vund hiiDbÜMchen kräfTten 

kSnnen vnns nit andern helffeti All« Inn die 

kreuter ijlanbon wir nit . In Gott aber der :tio geben hat . der 
diabolus vermag nit ein haar weyß oder ttchuartx tumoaheu . 
Allein yn die göttlichen Magnalia . Abei^taubon . Ceromonia 
einzufüeren. 
Findet «ich bt-i llu»er 4''-E<l. IX S. :K>8-31U abgedruckt, die Abwoi- 



IV. ThcolofiichM. 



cliuugon »lind nbor reebt xalilmeh und bolrücliüich. Vgl. auch N'o. 90 
BI. 250a upd 253b— iMV 

BL 351a— 352b De Mmniit. 

Dnrnutr weittcr wJMenl . Dus hia ftirgenotnbon tttt . In rlicHcm 
Itucli KU volHtrocklien die leybliclieii Aruhana del! luenschon . 
d. i. diu kriilVt vnnd oii>>?nsi:)iiLf]l . so der monscti hat . wann 
.sein »ecl . sein gcjül. . vum Loyli int . Alis daan gcliet sein 
itatui'n . »cm Ardiituum uii . woHcIik uIIos iiicliU ist . so Ibiidi; 
der Kfyl bcy ym ixl . iliiriunli wz aiilJ liom rodtcn j^ynl obn 
den eiitper bescholifin niiig . Voigt lieniiicli , wolltli» laiiiige 
Zeyt viinatriilicli . viind der liimmel . als ein hf'ylligthuinb ge- 
lialton ist worden . dn.i crgiündeuü vnnd ieseiit^ wol . viitid 

bulltent dagegen die sclirifTt . ic 

Dar U«tiKdi lint In a(oh all« coiMiolIntlonps iiiid qitaliuics. Im Ubeniligeii 
Heiidrlion iM «In Msgiiol, dar antlclit, i- R gfosse Rmlegowandllioit, Verlrauon »tun 
Anl, Glaul")ii aii ilin (die Annoi ein 7.ittiX«»). Aiivh itn Todton isl vi» Magncd 
Humin dn UhrikiI <\vr Kranken. Di« Kr.inkvn Uiifiri xum ürnbo oincx Ilelligon, 
wo nie ilfr (ilniilic t;«hiiiid mneht; dof.h lliiiii lÜtr Indien (luiligcii auch S!rl<;b<i|i aiu 
dvr constellirtan oi^neii Nnlur ihrer Miimia. Zimgrii«« ClitiMi. Das Wirken der 
güttlichen <rnwnll in den Ap«»tclri gtUiiri ni<:bt lilcrhcr, nur die nnlürlktin Wirhuug. 
Fluiücli niid niiit drs Knclilmalü onUlclion ont mit dorn Geriiessen <len HiiiidM (du 
Ihl oiclil »rtn PI«Ui:h und ipin BluL, »oh die Printer wncandolii in Hnnrnn iinil 
liegen lasDon}, dits i*t knin Miimln, «nndnrn rilicrnatürlldi im (ilauixin: iiiiH«(>(ha1l) 
des Natblinals Itinlx kein Zi'ii'lii'iii noch nonignr dio Köriier dei llfilignii. Wiind*r- 
Iitiriiciju Heusclieii werden gel>orcn, in donon groMc natürlich« Inllurnt i^l, dvrco 
Huuiia linC ftuch viel Qewkll, ahnr natürlich. 

Darbey wisHcnt . dIIh angezaigt ist . Ar. ottticlio eürpcr sich nil 
tragen lassen . Alk-in von don giimoiiidn fraweii . Od«r nit 
wnitter . Dann dahin. OJit dahin . ic. vnnd wetxt . Dentelbig 
ItitKstor «t»y hcyllig . S» muss nin .lolluhs durch (Jolt hosirlielK-n . 
Was die vrsacli uey . wirdl yii si-inoni Hufh eraehlt . lue ist 
nur von Miiiiiia mein fiirnemben t So ba-chohcn auch yn Mu- 
mia die aruleni dinng alle der Natur . wz crall't yn don Stäincn 
sey . vnnd dori^Ieycboii . vnnd notitlurlich da« Buch . De Cha- 
racteribuH das ießont . wollchtM uiiuh dicßon Mumiani bettohtct . 
mit inuhrcr erlmittoruiig . hie aber mir dji; Natur . wie ein 
Mumia be»rhrii.-bcii. 
Di&fFraRMient i.*f (thoilwoise ausführlicher) nur noch iraCodPi!'alatinus476 
erhalten (No. 9t) Bl. 251 \>~->:>^ und 254— 2.'t5b), — gedruckt ist es nicJiL 
Bl. 352b-35Sb De Thoro . Vidua . «t Tirgine. 

In allen geachöpITeu . wie cinx diu andor gelieren soll . Da muU 
Vatter vnnd Mutter sein . Auß den /weyc» wirdt ein kindt . 
Alls ein ycgiicher Käoicii iH ein Valter . vnnd die cr<lt«u ein 



Dt« lielddii ^s8«ii r.oldmor lb<ot. Sani moihnml neb rlftnn. 



367 



Mutt«r . So der samon koinbt yn die ortlleii . So »t er yn der 

Mutter . yetzt ist goborung deiiHelbigen ktndta 

Allso yr «Illerri . werdt yr nit yo der forcliH 

(totlos bleybeu . I)io ein anfaiiDK isl uller woyßboyl . Di« kintler 
ohii SrKornus zu erziehen . IC. So verdambent Ilir euch »olbat . 
Viiiid cwiTO kindcr vnnd aber kiiidcir . ic. 
Di« Abwfubiiiigcn von No. H3 S. •2Ci7II. sidd mir gering; mnige dort 
unsicher (jclfticm.*! StoiluTi sind hier gl(icklich cnt.riith.telt. Vgl. audi 
No. 107 HI. 53fr. 

Kh l'cilgt ein unbeochriobenea, ungcziihlt^s Illatt, darauf der Titel: 
ßl. ä:)ila: -t. I)e Inuocatione boalue Marine airginis. 
,2. D(! Saluo rcgiiiu et Magnificat. 
Ji. Vou der gcjiurt Marine . vuud Christj, 
Tlicoph: ParaculiiUM ab Elohcuhcim. 
Bl. SfiOa-Srifib De Inuocatione Beatae Mariae Vlr^init. 

Von aiirulTurig zu ilur Multor goU&* . Wir kiuder Eua . yii 
dixcin yamertlial . Isl vou niitleu da« xu venttelin . was da 
gwciiekcii müg . vnnd hoII . vnn.'«erm idiH.^llichon glauben nitl 
zuwider . .londor zu einer rechten erüfTuung. 

Wir wissen wol . das wir kinder Ena yn die-iem Jammer- 
thal gowyUlch gefaungiui Ügeu . Allein cw »ey dann . dn^i wir» 
durch bitt . vnnd orbitlon ledigen . Wer ist sonnst der. der 
vnns möchte \ixl'ig machen .. Nun ist das nit zu Widerreden . 
AnrulTon miu'.-'Heu wir . Bitten mucsson wir . AukhIoptTon mueason 
wir . .Suchen mues^son wir . Nu« ligt« yetz «n dem . wo ito- 
ruITen . wo bitlun . «fchn aiirultcii . wohn bitlon . wo aii- 
klilopITun .|: Wo suchen . wo begercn . vnnd gegen welm . . . 

zu meinen zeyten . yn den ich yeixt elwa» gelebt 

liab . hat sich soUieher Znnnckh vil begeben . gar vncliriÄtlich 
durcheinander . ohn rochton wahren verstandt der geschrifTl . 
Der ein buts nllso wollen . der ander allso . vnnd alte» ijar 
nichtz auLt christlichem glauben . Sonder es ist ein Zoyt . vnd 
ein lauir vndtcr ynon . da» sye alle durcheinander lautfoo, wio 

die säw . ynn diu chriHtuK die teufel tryeb 

Qotl i*\ »IIm iu »Hein [hat ai^li Antici und \nt tiefcbaffon). Kr hat auch 
«IfO [loilig«» nfl (tuwalt gO|[eliDn; sie ihsteu i^eicbtin im Namon Junu iii Cioii«* 
Bbr*, ili« sind etil '/.vuguitt, ilo» «ic von Gott liuii. DI« nicht Zeich«u thun, üenen 
<oll B>R nithl itlaut)Qn ; iltmi hJc tiiiil oichl ron OotL Wir lliehoa allein tu üott 
und iru keiner Kreatur: der Ileiliio gi'ht \uutiuU nun, >u ihm lauti-u air, loa dtm 
Uolt Zaugniu tibi. Uaria ini tiaa Kivaiur. bcschallsri voii Uiiiiiiicl uuil KrJo, dia 
•nU Kfwtur, die Üott rieh irlbst boscliitilcii bat, aluo hintcalisch, nicht am der 
Im, Miideni aiu dem heilig«» Usial, nichi gigkh Rtat Tüehtem ixi schien, kmi- 




IV. Thcoln^whos. 



tittn tu tj«r Scbsr tl«r Ueiligcn. SU »t ilMh: Qott im mit Uir. <K* itl dann sin* 
kune Auali'guriK von Kpcli'iiiujiipii« 1'4 (Simch 3*) und de« Hagnifical (l.ucju I, 
46—65} eiiigi'!i:iKib('ii HI. 36:;a— 30jb). Wio lior Mousdi in >«mer Krankheit einen 
Arit nifl und nicht sllein lioit biitsl, ihu goiuml tu roaclien. na könucit wir in 
iiosarcr Nolli auvli Maria und die EldligiMi aniufen, oliii« damil «ine Siinde oiln- 
rnchrisUJEliM XU beg«hi.'D. Uoll hal im nlion und nou('n TMfnmi'nl manchen 
etwaa thuQ lieisüon, und die Wirkiinc «it doi^li liulto»; et rirhiot durtli die Sainon 
■ttin«D Willen nun. Er liHtte ja die JIHKI .luch s&lligan küimeii ohne die Verllielhiug 
ÖM Brodc* lUiJ die Krankou gesuiiil iijai'lioti. oline da.ii sie in don Teicli »liegen. 
Wnrumb soll os tlaiiii glcycii <-l'eri . ynn dio porDOn goha, vnd 
nitt auch jn die heylÜKen . durch die Gott will goehrot vnnd 
Reprywon sein . AIIno lileybel der boachluß . wie dio Zcugkhrui» 
gibt . vnnd dor will Gatten . allao int e» . allno iiiukk vx »ein . 
duwidor hfillt't luenHchcn yppigkhcil niclilz . du wiidl i«tiirm- 
wiiidt atiß . Diirntiuli ho riilltM j^clin liodoti. 
Itl. 8(i7K— 37ljk Vomdt . 711 du S&lne rogina. 

l'N ist tiit giiug . duK du itllcin IftbMt yn (^hriNl.i) . Sonder yn 
oiaein ycRulicheii haillig«ii . der da gohtit »uU diilHtn. 
Et 'ml nit gnug . daa du laUesl yn dem geholt (!otte.i . Sonder 
yliti einem ycgcliuhen menschen geboU . dz da auß)>Got auß dem 
gebot Gotto« . Gm iat nit goiiug . daa du allein durch einiges 
loben wtlll «iD;;Glin . yuii dz reych dor himeln . Sonder von 
eines yegclichcn fromben Miitiricn lolieo . solllii weg gobn liitn- 
mel HuchuD . E» ii4t nil gnug die lohcr Cliristj . dich dnrnadi 
seeligolicli xiirichLeu . Sondern uuU einer y«gclicheii lehci' . die 
HiiUgeet . von einem xeettgen Mann . der da lehl . yn liebe 
wines nechstcn. 

Nun wietvol &/. ht . das wir den xusamen^etKer deß Suluo 
rcgina uit erkhonnon . wer or isl , der du vil grolTJe gcbuU vnd 
grüß gcdycht hat . Jedoch so will vnnH das nil hindorii . Sonder 
doH wir goilenckhcn . das der . der »Dlluhos gomucht liatt . «tu 
fürlrefVendtur «eoügor vnnd gelehrter Manu g«we8eu i,st .... der 
da gorudt hat auß dem beil. tieist. 
Durch daa Kueh läboc generatioiiis chriHi,| . nirdl dz Soluc regina ventauillcn, 
und duSalvD ikI oin (irus«, ein (lebet, gi'iagon aus ücr .Auslegung Jes KvaiiKelinm* 
Uatthaei. Maria M keini^ l'emon in der TriniiSt, aber die Klircn ilax SaUe reyina 
g«bfihr<Mi Ihr. Sie war die Frau üciUci, die anilurc l'orsou bei Gntt, eine uiiier- 
gvhliebo Rh« In G«l|[bt<il. ein Wille in beiden. So «tebl dis Jungfrau gloieli neben 
Oott. in ihr Ist k«iu Bluistropfen aua Abiabam, de war heilig und selig vor dem 
Sohn. Weil «ei von uns die ketzerische Lehr, da» sie Ton Erhsündo «mphagon 
Mi. Sie Ut Oöuln. Kin Uami, der kein VVcjb hal. ist nicht lollkoinmon TXt 
repeion nud lu sorgen. Mauu und Weib sollen sieb ausgleichen: höcbilo Slrongo, 
hüchile Uilde. Vor Uotici Slrengc künnte keiner leKg «erden, aber di« HU- 
digkeit der Krau Uottc«, Maria, die uiilderl »ovl«), du» ei mvglich wird. Reton 



Di« beMen gro^tton L«iil«n>r thaol. SanunclhiuKtichriften. 



360 



Milan wir ntclit tu «iaar Paraon dur Triuiläi. Honilaru die andern iiiiid immer mit 
InbegriffeD, auch di« Jungfrau Marl*. Wer aIbo lur Usrin htltl, lier ist kda Ketcer, 
voiiu ibm illeTrlnltit foracbwcbl, yoii der sie nlchl geut'hledeii ««nlon kstui. Du 
,R«glDA Coeli* «oll Hie Jiiugfraii Irüsleii wegen ile« Neides des Liic;l(or ii. 9. w. — 
Bl. 372b— 373 «ine kurze Aitslegiing Je« Ave Mhtid; ,I)nti i§l ein gruD . der dia 
«h««Ilchen treu antrfITt . Tnn<i M ein elieollclier grüß . der lU tiigeliijrt den eh»g- 
Itiilen . vnd den vcirm&lilten . vnnd wird der Marii rugeKcliickhl . . .* Sie «sr xchon 
voeh«r (rollen (iomiilil^ der liruit h\ die EaiprUngnit' diin:li den b. Iiciiil .... 

Itl. 3T3a— 37(j NochinaU oino Atmloguag doti MugDificnt: ,l)ie 
M)cl Miiria . ilu« iitl . dlo tugoiit Murin macht grolt GoU de» 
Vntler . waiii) oliii« «iu iiiii^ er niclitn . vniid Um Jiinhtz gD> 
macht . Dann alle Hein gnadt wer zu verderblich gowclioii . 
vnnd Kuo schiidlicli . das hat Mari» gestillt . vnnd gemiltert . 
AuÜ der tailturiiiit; ist (Jolt großmeclitig worden . viind fär- 
trctTciidl, inohr ileiiii soiiHt .... Siß hat yho allein volkombeo 
gomucht .... Muguifico . hayBt volkombon uacliuii . th i»l 

nllw autl' die ehoe iferfdt S>e tial nicht« 

darynnen [im Magnilicatj vergo»»ßii . »He." gemeldet . nit zuui) 
geredl . dio recht maß .gehalten . vnnil i.-iT nil raüglich einer 
•Inderin . aulJ dem blut solchem zureden . Noch einem Mann . 
dann allein yr . wauo sie rodt aull dem grundt yres gemahels . 
deß lu\vmblii;keit xte waylBt . iiichlz TergeboM . nichtz vmh- 
MnDKt . äouder die ganatze warheyt . einem yegclichon Rnug- 
aamb . der yr Ithr zu herizoa falttt . vnnd ym goyst pryadt . 
duryiin ein ycgcliohor ^uilt . wiij' er Ihnn noll . wtw »eine w«rc)ch 
nuir enlten >!ciudt , waixu er gut iot . k. 

BI. 37(ia— 379h Voigt weittor . von der gebart Horia vuni 
Chriatj . >c 
Rin yede gcburt ixt mit, Maria wie mit christo . Dann wie 
ChristUfi von Maria ^eporn int . All»« iM Maria von Anna 
geborou . Allso vcrxtaDdl> . da« Murin vnnd ohriatu.« boyd« 
khdiii t'idlliclien troptTeii »11 ym gehahdt haben . noch uichtxit 
tiidllichcM . Kciiidt auch nit gCJttorbcn . mügen auch nit 
»terbon. 

Da merckh . Sie haben twen leyb . den himblüichcn vnd 
den tijdtlichen . sie »eind mit i.odllichem nit verrnyschl . .Sonder 
yn l)oydeu wiu da gowürckht hat . da»^olbigo hatt Ithvio hayl 
uocli nulx bracht . weder yiicn docIi der well . es wt allein 
ein dcckhiiiantcl gowonun . nutf minder erkandlnu^ . dann göU- 
liclu vnd t^idüichs . machen ein ander ym «ehon . ohn ein 
mittel . HIV .-«ciudt auch kheins blut« itiaylhalTtig ■ da» da khombt 
aaU Adam . Alltto . dz »yc suQ demMlbigiiii blut h«r geboron 

Krtn» 4. KrUlwll d. P>n»luwtu Mcbtiau. IL 34 



370 



IV. TfaMlogiietiM. 



«erdon . wio aya geboron setadt woritoit , von oiucna andern , 
vcdor Maria nouh Cliristus. 

Gloych sey dir diß oxompol . ßiii wciu wirdt ya ein glaU go^ 
Mchiil . vDDd hoiubt wider ilnruiiU .... Nun was empfacht er 
vom gltU? nicIitK . AIImo Maria . Ul jo das vaß Annas eya- 
goI13en . flliD allen Mänolicheii samen . Tond also ynu die weit 
khomben . ohn allea Münolichen Kamen . vntid olm allen 
mackhol deO vaß . . . 

So ist Htrl» duinli Aciiiu gcgPRitcn ohne VerIiiiJ«rung der Nftlur, Marin äie fv 
tioreu war vor &IIer Krniliir, wie »io joif.t im lliuauicl ikL Cliri.ilu» hat ttcriilkh 
worden mÜHsn, woil «r iii iiiiinror MHiisung »terlien tnus-itei «diie Mutter war xb«r 
ebtnso iiDnlvrblicIi wlo «r und miwste ihm doch die Sterblich keil verniittoln, darum 
mussl« sie xusrrt in oiti ntorblich GoOb» gejcuaiieii «nrilvii. Deido miiMlcD >icb 
Ttnnianhcii in den Schalten de« Sisrblichon; «io ein Mautel beilocfct die Kierl>Ii«h- 
keii ihron himmliiichrn Leib. Ihr sterblicher Leib konnle aber kein« natürliche 
Krniikhpil erleiden; dünn ijc wareu nicht vom Itlul« Anna'», hatten keine Compleiiuo 
wie JToUncholin <l^.. >iiid auch oichl niwh B.itralinfhen AncenJenlen etc. geboren oder 
riannlcncinHü.nacn unterworreri gL'wcsen. AtuweuiliKF Zufälle, wie Schlkj{e und 
titroiche cinpfuideu sie; ächiocneo waren dvr Uutler erspart, der Sohn »bar miuite 
loidtn. Die Ueiuchcu sind Steine, aiu denea kslae HYuehi wachsen kann; Uarin hat 
von Anna und Joachim nichts Fleischliches empraneon. lo n'cuig aus cinein harten 
Stein eine Aobre wachsen kann. Usria nnr di-r Acker, Chrixliui <lie Krucbt, üoll 
der SiLiuc. Aul Krdeu war kein Acker, muh welch^in diese Friiubl biitle f^exot^en 
tccidvn küniieii. tfurum ha( (tuit die Uutier iu da» tiefäsi Antia Koicbickl. 

Allso ist cliristu» von Maria güporn . natti giUtlichoin wutciiii 
der wi'lt die (iottlieit verborgen worden . die sonntet aulTerdtvu 
nitt hat mögen gohu noch loydon . utorben noch reden . wiu 
dann dz himblisuh vrloil gcfiillon i^t . aulT den Süd . Ion der 
abatüßung Lucifer . k. 

Qoncratio Jh«!«u <:liri«tj. 
Ist yo gewesen . vnnd ist obn ein Muttor , dann wie khan daü 
ein Mutter sein . Kin lochter . die ttie nit empriinngen bat . 
weder vom Mann nach sonnet . Sonder wx Gott go.si;butTi.''n bat . 
In nie ((clegt . von yr geboren ku werden . da.vielbig i»t be- 
acliehen .| Allso int die vorhayßung .{. AlJao ist Gott wundor- 
liarlich yn seinen wprckhon . vnnd verborgon gar vnnd gannUs . 
das allein . so alle dinng gesuhehon Holndl . vnnd von dem gc- 
sohehea . Alloia .soll man di« ge^britTl leucn . So fundt man 
wie Gott HO wundorbatlich gehandlet bat . da» vor dem werckb 
iiyniiner mSchte dahin verslandten werden . Aber nach dem 
werckh . so gibt sich die auülogung selbst yn allweg gnugsatn . 
einem yeden verMtcndtig . Daruinb . So mag dx vntödtlich . 
beym tödtliclien wol »eiii . dooli d& i«t nicliti veniinigeta . 



Die beiden grosHen Lsldttosr Iheol. Sntnuielhandiichrirton. 371 

AtI«o . dz keios luii undorn hangdt . 8oii<lern dz tudtlioh vorliUst 
alle dinng gehet yn die erdten tun würmea dann es i«t ein 
flepch . dz KU nichten gnt ist .|: 

DaraufT itolltu nur wifuen . das yr die verbayUuDg anderat 
sollent erVhonnon . dann natürlich . Sonder dox es yber dz 
alles ist ein atitlorsl . vond ein nouct . Danu wor wayLlt wx 
doH tliuD Moll . diu dio vertiayßuug butrylTt . Daruinb so iiftbent 
acht . wft» riuH.'^elbig worckh »cy . AIIä dann so mügent Ir t^elba 
wol crmclUiüi . ob c.'^ natiirlicli . oder ybornatlirlicb aey . Di'ui- 
selbigen nacli ^^ollont yr bandlen . vnnA chriftenüch di^ diniig 
erwegen . mit volkliombeuor geschrifTt . vnd verstaudt .|, 
FiniH. 

Jiese drei Schriften, welche nicht direkt ein Ounzo» bilden, aber dot:h 
KU einander ireliören. haben oianelieH DeMondciv. Sic wertlen nur üciten 
bandücbrirtlich aiigelroITen. Vt;l, No. i)4 S. 12 und No. 123, somc du.« 
OsfCgcr Verxi'ichüi»», Kinleiluii^ S, 36. — P.s folgt ein leer«» ungoxähllüa 
Jtlutl, darauT folgender Titel in rotlier Tinte: 
ttl. :)8l>a Liber 

.1. De eccleBija ueteria et noui teatamentj . frag* 

mentnm. 
.2. HrbhnndtnuH . Ad Olem&ntcm .7. 
.3. Date ('ne.-<ari <juae aunl ('aesari» . ilat« ileo 

<iuae Hunt dej. 
.4. Super uorbum daminj . cnmpellc intrare. 
Tlieolihraülu.'' [laraüols: ab lluh tMilieini . II'. 
Bl. 381 a- 387 a De ecoleaiji Voteri« et Motu Tcitamen^ öragmentum. 
Naubdom Adam vund Eua . iiuB dem Parttdola golrybeu . 
Si?indt >tyu obiio hyrlton gowelioii .|: Aber dioweyl Adam . So 
gut» vnd büU gcwiiritt . wol hett yn )ih mögen venctelin . solbs 
zu wandlen ym willen gottett . vnnd vif noineo wegen . Mttt 
leycliter vndterriehlung erlanngen .|. Aber dieweyl .Sathan ein 
vheindt tiotle» widor (iott »troyt . allein von wegen deU men> 
acfaen . vnnd denmlben begert zu hal>eii . vnnd der boiDO ein 
aehwache crentur ist . mehr zum bößen denn guten genaygt . 
vnnd daruinb leycht vorliierl werden .j. vir solches . wiowol OoU 
dem menachcn zwon weg Türgelegt . den lüingeu vnd weylten . 
Der weylt ist luKstiß . wohl goxyoret . vnnd man geht yo Uotior 
d. i. Holt vnnd gutta waysat der meoDsch . das gut . na« er 
nitl haben will . dax yma genchoho . Da;« «n auch einem andern 
niclit Ihue . yedoch hat flott auch geotfenbart aigoutlivh den 
weg zur aeoligkeit . wie «r oey . vnnd yn versorget . das der 

2-i* 



872 



IV. TbMkclubat. 



tcuir«! j-fn Milien nichU ncJinlTiMi müg . So d«r iiica«ch ym anr 

witi wlb» goreclit ttoin .|: 
J«(l«ii Schaf ruuM seiucu Uidon tiitbpii; Ooll iler oliente Ilirl«: QttM* Stuhl 
Im lliinini'l, Dirti-u Mil Erden; dj« iccMvu Uirlcii IrliKU Goll«9 Willen, l>t* Sciiaf- 
sull ihl div Klichü. il«r VAs nuf clrm «r »leht. ial der «on- Gott «tnilill« Ulrl«: 
OoM liai J#doncii HiiiBU g^ordu«!. J» uNchdeiii diu Zeil wur. Die erat« Kircb« 
Im auf Ui)«i! geataiiileii. auf Goll uuil Gull» Ünliiuug. Ihr aolIlD wir aitht nolit 
foIgHi, Ibre Zeil Ist nun, aber dio leliii ti(<bolv hloilicti bia iui'k Ende. Jeder ka«u 
snr Uiuii, «ju Ibra Gott verordiitt. llEe Rcgeiiii-Q (Heraog«, Rkbln) dlMioa gütt- 
lichaD KweckoD. »ioil iles VoIke§ Iialbvi da: Gott führt du Volk «i«dtr »mI don 
rtchlcii Wog. Wir »nlleti «ebr darauf acblein. n<i( «en tu bauen und mm tv gUubon 
Ut. Plo ßlhal rin Spiegsl de« Zank» und linder», der für und für g««MH bL 
EccUitfs Hocuoda. Hon und Gesell hnhcii wir xus der Hand Gntto». Du Htn 
1*1 ein F«ls, Kiif dem wir Meheu. r>er ge*<.'^ii«lc Snmo: dloUttden «od ilantm nithl 
Tcrworfeii, «!• »Üben auf dam Fels Miro« G«aiMOBi>. Du G«bot der Liebe «aUr- 
oiiiBiider war nur den Juden ein neues, nicht don Heiden, dU bktle w ihriiowiMen 
■chon «orbnr getehiu CbrinUis i)<t gobllen lon den Juden dI1«d und hat «icb b^ 
•cbloMen in die hRidniHcho Arl und dun Goscti der Kntur. Da* alte Gebot der llcldeii 
gib OT (lein Juden. Auf dlcvom Fei« *tand ilio Kirebo dnr tleidun, d.h. der Nirhl- 
3ii8er>ähtlen. Liebe lu Holt und dem Nüehsten ans der ron Galt eingcpHaniilen 
Nainr. Wenn den Heiden die KrlCtung durch den Sohn itnprcdijtt «ird, muncu 
tia dieMtbo aunebmi-n. sonet sind sin verilaoiml, so sie aber rom Sohn nichts «iism 
und «andtlii auf ilirem Febcn, lo icaiidelii» wohl. W«b« aber den Apoiloln, die 
nicht «intluln i.u deu Heiden, neho denen, dio immer «ollen iiredlgeB börcn und 
entliehen don llciduii die Trudiger. ICbe den Heiden die 1'redi^l der Erlö*iiiig irfrd 
[und nie soll nllen werden}, iil ihnen geboten, im Gesetz der Natur tu bleiben. Der 
Ileidenstiuid iit jotil besser als dor Sluid der Juden, die Gottes Huld verloren 
baben. Der PeU des natürlichen Lii:hU, so lange er im engen Weg bleibt, ist pit, 
ab«r nicbl vollkommen. Juden und Heiden müsiun jetüt tu Christo kommen, dl« 
Scbrift kennen lernen, damit sie ihre (ielirecbim erkennen. Aus ilen iwei unvoll- 
kommenun Kirchen Ist ein« Tollkoruniene gunorden. Wat ansier denen ist. sind 
falitcbe Kirchen- Zu Christo sollen kommen, die im Uiisaisrhon Gtscli und dem 
Lichte iler Nnlur nutrecht gowandeli haben: aus beiden wcnltn die l'erl«n am- 
geklnubt und zum Soha getugeu. Gcelesia Tertia. Die alten Formen der 
Juden sind bei den Cbritden Abgötterri (ItlMbuf, principe*, iionlific»), nie die Opfer 
und Götter bei den Hrideu. Sind wir durch Cbristuru erleucblol, so erkennen wie 
tm uniierui Ilonea di« Gercchteu. Her Teufel scbalTt Vorführer des Volkei^ noch 
d«ia DUde der Uänuer GoUee. Auf Titel, Namen, Kleidung der VorMren xollau 
wir iildit a«bt«n. Jeder gehe in seinen (ieiat und lasse einen andt-ru auch in »ein*!! 
gobn: alle «iud Heu^cben und Brüder Christi. AnF die Liehe sutleu wir «artan und 
uns in die schiekea. Eecletla Quarta. Alle» gebt tu Rnde, Oute« und Rüge*, 
also Im auch das jüdische Kelch tu Rode gegangen durch Chritli U«iBCh«crduu)C, 
BöMs duTcb GuloH. Cbrlstuh hat uqi< eririst von der falecben Kirch«. t>ie Strafe 
darolt Tilua und Veopatianns var gerecht nach Gottes Willen, 

Gcoleitia Quinta . So duo ein böses abgeUian winlt . Ist 
tiiiiicl) ilnKselbi^' mitt eiai i-utoa zu witlorstatten . damit (üü loro 
titalt erriililt werde . Duruinb hat clirislu« üoa iiy<^ aii ilie statt 



Di« tioiiUu gro«HDB Leideuer iheol. SatnincIliuiilMhrIftoik 



373 



gMOtzt ,|, (U« Est . oin kfrclion . w der DiaboluH yn Qwi(;kl)eit 

ait nig vnbBtonien . Dnou or ittt ßwig Sygloß wordsn gomncht, 

mit Allem seioem reydi :|: 

Einmal hat iinRer Schreiber «in« I<{Icke gcInsMcn, w«i| er «inig« 

Worte nicht lesen ki'>nnte. Denüclboii gokürzten Text bietet der Codex 

.Rh«diger 334 (No. 95) Bl. I21(t.; den vollst ündigon Text des Urig^mab 

!^ unser Codex Palulinus 47(; (No. 90) RI. 284— 30« überliefert. 

III. 387 b— 393 b SerrDODom . Der crkhaodtnus . Ad dementem .7. 

Lib: j. 
BewKir i:«t ruhe . danu vurhuti . Aber nutzer vnrhuo . dann 
rhuQ . Darumb inflcHIen crgeriiUH vnnd ]a3tt«r sein . wehe nbor 
denen . dtircli dn» >ye kliomlien .|. Der Ryehtigo betraclitot 
allein van zu Ireiidun gehSrt . der viirbueige lii^t yhn tüglielier 
ybung .|. Bey den vnrichtigen int die errahrnhcyt . weyUheit . 
Kunst . deren dinng yn deren er sich dann ybet . Key den- 
solboD sollen lebrnen rnnd errabrca . diogctschiukliligkcit liaben 
wSlIen . dann nit ein yßglichor gibt «ich yon vnrbuo . iUh der . 
der Vnrhue nutz hat . Wie lauter trcybl fronibkhuit horHir . 
Darnnib mul.t gut» vnnd bütlcs Mciii . Dan ye eine» dz annder 
raylz . diu« berlur kliombl . üsts yn einem li^t vorporgen. 
Der ein Künxt .-wbyldl . Der bewegt den andern kün.^tler . dx 
er »ich delTeüdirt . vnd alUo khombt die kunat deaslo heller 
an tag ... . 
So katiu itat [iüsa Jis Gute hierfür tn-ilien. Biiivm jcildii in dn« Siilnigc sulu 
l.ichl, <!■.« tr bidit verbergen soll. Allen iniim laii lli>i(eii j,*^)!!!, Albs inucs voll- 
k*inn»a iMtrachl«! werden, nk'ht ali .Siirclc*»!!. Kiiie jolp V«i3iii|<'nii)g ht »iiin Mon- 
arvhla ntti olno Jcil« liat duu VVL>isaagiiiig auf itirv Zukunft. Kin j«ilt-r ■oll In 
Mlaeni Wm^ii und .^nit bleiben. Wir lolluii uu» äbva in dar Rikriintni»« il«r 
Kctehan ilcr Dicigo. iiii-lil nu« iluu Fcüubieii allein. Ki<hl» koinml nhiic Vor)>iit«D. 
In iler Weil !*l ViiIHKiuimtfUi-n uikI llntoltkoiiicncnc«. D«r iiill irhiioiilrn. der gp- 
liot bat. Worl und Work tind >erliurid*n wie eine Rli«: auf livid« ial tu aehien. 
N«h«i GoilH Wort •olldii wir uimi-r Wort okhi prpdlg«u. Unii «oll V«ikrmdig«t 
hibM. nkbl Vtrkuhier, Etiiifall, oiclil eigeue W«iHli*lt. Wir bedürTen intilor 4t» 
rüDlKh«» Siiililo. iiofIi der Pr&dikauti>ii. dl« J«uer KelMi- lieiiil: »io >ind uiix bilde 
tikku iiuTi. Iii« rhriateu budütfeti koitier Prediger, ■niidnn din llcldcu dci A[ie>ilel. 
Al|«r Jainmer nad Kotli kommt *an il»ti l'falTfln und rrftdikaaicn, alle ^wie- 
Iricbl u. •. w. 

Darunili du Clemens der Sibendt . Mit allen deinen gf«ilbt«D 
hauiren .|. Erforsche die sehrilTt . . du bint die wurtzen . die haw 
ab . »0 ligt das atiiidor alli-M lioniyder .|. I-> ligl allein an dir. 
AIIh dann »ollen deine vhcindt . die dein slufal erbrecb«D 
wiitiep . sye Bolliitt auch abhauen . Iti» yeillicber sonderbar . 
dana iye habeo nitl «iu wurtien . Minder vil wurtxen : dintell 



37-1 



IV, Thcolo^bM. 



vnn<l Doren, Riecht thu»tlu . da» du sie dH kd dein hUU laßt 
«ytzc» -t- Bohilot vnii<] «ctiiilT nucli Ootl AufQr . dann si« wurden 
ärgor dsun du .'. ItoLior doiiii dor touf«) durch die %beo . diu 
»io mit ym tiriniigen wurden :|: 
Die ftndor erkliAudtiiUK. 
ll&hin iül fj( khomben . vndtcr allom vulckh . dz ein blander 
den andern ftiort .'. vond sicli kht-'iiier sufT ili.'n andern var* 
Iröhstcu darir . vond sucliQU boy ym du.* yni t;c{)ryi«flt . I>er 
I'absl i'uiul den Kaysor . der Kayupr den Itapst . J^ie weindt 
baydt Idindt . Darumb cliristu» von r.wüyen Idinden Kagl . be- 
dc-ut die Ewon Mtiindt der Rhri.«tcn . Sie fallen baydt yno die 
grubon d. i. yn die hollcn .1. dann dto chriäteu habon kheiooo 
tDenr alN ulimtum . was auiwerlhulbuii ym .!. das ftiort «icb 
Ni-llier au einander auß der vernunlTt . wio dio liayden sbor Veri 
(^)iriiitiaDi . thundt die vornunfft wog . vnnd orgeben «ich Gott 

yn einfalt . vnnd Heineu gobottea 

Nur Ooli«» Wort i»t nnchr.ufoIgpD, der hnil. Ueiil nicht auM«>hatb der 13 
Llehier dvr Knltii, der Apooiol, lu iiich(<ii un<l Paule. Eni wen» diu E""'^ Welt 
({laubig IM, kütinoii [|io AimtlDl «lÜlc liegen. Dtn G«scbivh[a •hu I.dcIcDS Chritli 
Ilaqu uiu jcilor itorlni)(?n, der Icsi'ii kann: wir bedürftu tii'iuur PfatTeu. I)i« vollea 
tnll SuolonmpBivn etc. clio (itiiorhooen in dou Uimiii«l tirtiiguu, die üle In Laben 
vorfibrt bab««. Chiinlui Imt diu ApontEl I^aifii bluilipii lasieii; »io b«bea tro-bl 
Weib und Kind vorluitou, nbor don Stand niulit gciinilcrl; »u sollen arm nein und 
keino Pfände ele. haben. Armuth und Verrolgung liud Zeichen der Jüokct Chrinti. 
I)aN Pcrninnl dot PharieUer sind die PMuduconciliuii, Syuoilen und UuhfUBchulen: 
UuttiiK ^ohii iai nn.iorc WcishoiL Husis Stuhl der (iuwnll ist von unnütivu Leiilen 
liofCMCu. Die Seil afnk leider sind aucb auf di? l'riuni«r guioeint, nicht auf efue, 
(ondera auf alle Rekten, die in üppiger lloOnri uinumkr rvind Kind. Sie sotleu 
■lotk in der Lolir der Apoitel bleiben und iii ihren FubtoUpfeu, uichl Neues und 
Subtile» predigen und keinen liuchtUbon vornudern, mindern im einfachen Ver- 
«taad bleiben. 

Sye die p.seudo . weiden .«ollclies nit beslehen . denn wer Irem 

gcscbwüt« will glauben .1. So soindl sye yber alle Apoalell . vnd 

«ie . vndter yneu .|. Sollclie polBou hat auch Lucifer gerylüen .f. 

darufnb ȟllen wir bitten ym palor nonler . Duin will gotcbebe 

d, i. wie Lucil'or auß dem hininid geiiomben . AlUo uurerdlco 

nlle urgernus von vniis genomberi werden .: Wie khann aber 

vun.'^er |ittt gewehrt werden . weyl wir dem l.ucifer noch an- 

liaiingen . Darumb sey ein yeder gewaliruet . vnnd Imb achtung 

aulT aiub aelbat .: 

Di«90 Schrilt ist «päteslooK im Jalirc 1634, dorn TodoNJuhn- Papst 

(lemenH VII., goschriebtiu. In dor«ilbcii gekürzten OMalt wenl>-ii wir 

eio im Codex Kbodigcr 334 (No. U^) 1)1. Wi'2 und in ciuev Handschrift 



I 



nie Mitn pUtMü L«Iil6n«r Ibeol. Sftmin«1hsn(tschrirteü. 



375 



W 



Wnlenifinn« (No. 98 Bl. IX'i) mitroffon, heidemal mit <lom Titclvw- 
nierk ,Kx lihro", Dpü nusfüliilichon Tl-xI hat uns nur (Ii>r Cuilox 
ralatiiiiis 47« «ilmlteii (No. 'JO Hl. 43— ÜGJ. Vgl. autli EiiileitUDg S. 38 
No. (14) und (15). 

Bl. 39.^b— :i!l!lii fiennon . Date Caeiari qnae lont Caesaris . Et deo 
quae lant D^. 
Ha«c d«j .lunt . Vonn viiiuiör nubtttantz . hoIIijii wir gott golico ■ 
Abu iat von vntifiorn cn'ilTten . sool . vnnd gßmnct . den aimea 
tiolßoD . auß ullvn vnoHera cr-nDten . vnnd da khoiiinchou haben 
vnDM »olbsl abbrocliun . vnnd nit erben den armen dürini^en . 
Da« isl . Oott iji'beu . Dünn wir geben GoU . »o wir dein armon 
geben . vosoriin Hcliwuyß vud blul . In xcioom numon . Darumb 
dem annen vn.ier arboyt vniid KchwuyLl guliürt . dmn kayHor 
allein die müntz . Allno tileibt diu AllmuüiMi Oott . viind die 
Müntz dem kayser . Daruinben dz dio JCiden fragen . ob man 
dem kayser ooUt geben den Zinß oder nit . Dtut nun allein nur 
zoytlich gut antryfft . da bwcliaydot sio christus . dem kuyser 

da» zugäben . dx in der handt war d. j. monotam 

Wm nun der Siihalam gnhol, gahr>ii'l den Dfirftignii. Dio Armon cIdiI liotlai. 
Dor Krübodeii Jsl do Kaisers, die Aibclt den Arhuitnrt und fiai. Der Knlbddon 
hII kotuam iiieigon i«in, irmdiTii tnlirhcn nordcD, uuigethoilt vom Knlacr: kciii<ir 
aoll mehr Land bal'":!, als di^i or tiirh davon cmührcn ksna. Dor Rmt M an dia 
Armon tu Yerlbciltn. Die tdümc rdII Zahliing^inill«! «oin; mit ihr hqW da* Kaiter- 
thum «rhxltcii «crilcn. Dci Kaisern itl mich doii Rebwert. [Elior buginiit N'o. 9<) 
DDit 95]. Nur dem Koiacr iil TAat tm geben. Von dar Arbelt »ullcn vir loben, 
nicht vom Ziim, midi diu Kdclloiilo nirht, dio hubon für ihre Arbeit dio Nahmri|[ 
vom Kaiser. Kicmnud darf iimiiig gohii. Dio Klnitlrrli^ulc xolleii aucb orbeiinn und 
nicht rom Zimt tobon: deuii liolt nimmt koliinn Zinx und dem Ruisor nültcn die 
Rloft«rl«iit njchlx. Im u«ueii To>t»in«ai balion wir keinen Altar, ttUc aiit^li kein« 
Altmrdioner, die davon leben dfirlton. CbiUtu.i allein i4t dor Tempel, ohne Ziun: 
Kircbongiiter ote. darfs nidil mehr soben- (toll Eehürl allein dein liotz. I)iä Apixtlel 
sind nur Gliio; ihrer sind nur 13, Aber dir Kirche fnut di'n Kaiser arm. Dor 
Zebeule iit nicht für di« Armen, Houdem die freie BarmlioniKkeit ohne Zwang, 
<|jr«et in die Itknde de» Armen- 0|if«r und Zelmle Hiiid ton Chrigto aufgehoben. 
Dem Paptl und dou (leiitllicbon iai iiiubt« lu sobeu, sie haben auch keine Genalt 
ton OoU; alle* Wcitlieho ist de« Kaiser«, die Seele nur Uoilen allein. Dn Kalier 
toll seine Gewalt ukht auJi der Hand gebon. er hat aticb allein lu stmfon. Alls 
Sl&nde und OrilnuiiKon sind vom Ratan- 

Darunil) . Allein i's werde dann ein kaymu- auff t.'rdten . Kin 
reydi .]. Nilt zwey . ilrey . vier . :c. tJouil statt . .Sounnt wiidl 
kbein uhrieillicli regfinent Miin .1. Dann itollen wir Mlten . tu 
komb vnns dein reycli . So muß ye die erdten ma . vie der 
himmel .|. der Himmel hat allein ein Haubt . dz bohellt seio 
gewallt . pbt yn nit auß . Dor sich duou vodtcntolm will . dorn 



tV. Thtolo^bn. 



kanbt gleych xtüwin . iler wirdt ventoiSiM) nie Lucifor . Soll 
CS nun bIIso werdon aalF onltta . Su müetOcn Ftireti^D vtind 
borrou . Bischod . Stvtt . vcr>1i>lllcn wunlcn . viiiiil alle Mtüli 
oin sUlI . Ein knvMer . dunii villi (ijrttoii hfioton nitt wol .1. 
AIIk (Inrin vtiinii dieser HcFiaflVUiil ^ein wirdt . ho wirdt der 
kuy.tcr halxiii wz yin xtigcliürt . der betrug wider den i^wilt 
gottoa wirdt nj-iDinur aeiD . AlU dann wirdt vonsor roycli so 
loycht vnnd süellio Alls ym llimmcl . . . ic. 
DanMolbon Text wordi'n wir in dorn Ilitrpor8ilorfi>r Mrar. vom Juhra, 
1588 (So. 95) DI. lOf. antrotTfln, doch Tt-Iilt dort der Anfang. I)ii<s«lba^ 
Künung am Anfang weist aiitli der Codex i'alalinuit 47(5 (No. 90) 
Bl. äi^tlf. auT, gibt aber im übrigen einen viel auHrührliaberen Text 
im narparsdorfer M^r. Iicifwt cn donn auch „Ex Sermone". 

Itl. 3t)9b—40lili Sermo . Super nerbnin Donünj . Compellae [I] intnr«. 

Ein ox'.iiiiiii'] mal fimMu» von oinvr hochzcyt . dii' Itinit ullsu . 

Ed bat «in lIitiilluiittiT ein bociucit gehabt . AiilT ilic»elbigo hat 

er geladen . all .■•ein volckb . wz yin bokanndt gowesen int . 

von den beriliclien vnnd Füreton ,'. Darnach da die nit haben 

wollen kumbon .|. IIa hat or gi-ladon die armun Icut . vnnd 

darxu »io goxwnn;;en hinoinzugoho mit gowalt . wollchc nit 

gern wollten . . AulT dafwclbigo . hat i^r am ]ctx!«ti>n einuii ge- 

nindtcii . d«r war nitt hochüeitlicli beklibtjilet . dun »chulT or 

hinauQ . yn die eüaiHersle finuternnM . Ein »ollich «xoinpol . 

Sollt yr hye verstohn . Dens pater Ist der haußuater . Chri^uK 

iai sein Sou . Diu hochKpyt i^^t der Jungblag . die ersten gässt . 

Sotodt die rcychuii dieser weit . die aigunofitKigeD .i. die bey 

den sltunen »ein die bettler . Der nit hochxeitlich bokhiaydt 

gewesen . das seindt die «igcnnuizigon bettler . MUnob . vnnd 

d«rgIoyehen .... 

Die «rilon ULilo nicht wünlig. die rcchlon ili« Arin«n, die «oll maii hinsin. 

iRinf{iiu Scham lialbcu. linxu ilirur ial ijbk ([immalrcich. Dio Müncba ntc >iiiuürüig: 

dcnu li« liHtIcIu um üetniun. Uei ilic^äiD Naclitiusl ist der Kigeunuli nii»gi>»clilosaen. 

Die iirni«a Vcnctiinuliiun xiitd Kolig. Keiuer von denen, diu cijiiiu Tl&iiscr und 

ScblvMer liaban. komoil t<t diotir cnonn, auch nicbl die unuülten Uüiiche uuil 

Prftdig«. 

. . . Predig« du allein wx dich aotrilft . alU ein Apottlell . dz 
ynnerlrcb . ihw onsaerlich geet auß dem Innern .!. vnd will os 
Gott alltto lallten . vngeurlhaylt . Es Hcy MelU . e« »«y liechter , 
a oey vasstou . es »ey aonder dinng . ya vita weg es sey . 
das vrlbeyl du nitt . Em gehört Gott zu . vnnd ni( dir . Allein 
predige ih EuaHgelium allen uroaturen .1. vnnd nii dz cuKser- 
iiche bayli nie nit thun . verbcuta yn auch oit . Predige du 



Dia bflidon potucn (.oldcner Iheol, SnnimelliniiilscbrifloD. 



377 



I 



GuaugDlium . WZ Harnach Gott i.>us8«rliL-li liaodvlt . das UU Gott 
beuolhon «ein :',: 
^Sermon Bhot Uk. 14.-23 (M«ttli. 22.2) findet «ich ebenso in 
BI. ICl f. und No. 120 BI. 140b. Vgl. Kinleitinig S. 39 No. (45). 
— Das nÜcWe Blatt i^t iingczülilt and unbaochriclien; darauf folfjt oin 
Titelblatt in Rothacbrift: 

Itl. 401)1 Du SuiDü et Aotorno bono. 
Thoopliruslus JC. 
.Üe felicj liburulitstc. 
.De boQOstis utrinsquo diuitijs. 
.De uirtute hunisna. 
,I)r predeatinattono ut libra uoluutato. 
.De decem Virginibus. 
BI. 403a — 405b De Snmo et Aetento bono. 

Das höchste gut . kliaii iiil itmn . hie aulT erdlon . yii dem zer- 
gODRilclichen. dann es muL! ye wa.« viizei'gongkhlicliH nein . Den 
bauch l'rossGC) die wiirmc . Die /.uiig . ^uh1ocht das paiadia [I] . 
Allso mit andürn dinogeii allen . »o auU den elementen wuchUou . 
ilarumb muß alloln daU vil bÖL-her sein . das das andur alles 
ybcrwiüdt . E» »cindl yii ilioHom loben ya hohe gültur: Alls . 
Das wir crhaltdii wcixlon . der vodü aber beoubairi'u . Ist noch 
«iu hödior» jjut . Aber das höcbHUi i»t Christu» . der vhoh or- 
liiUüt . vniid vnii!> jn dft» owigo venteUl , Da» gut khonucit 
allein die diriitten . vnnd khoin philoHophn« . Dm höchst gut 
flott der Valter . So vnn* (iiw loben . vnnd die erdteii ((eben . 
zeucht tulctx.it ab von vuiiüt . liLsmi vnn.« yn verdambowi fallen . 
Darumb \M Chriülu.-« da» aller hSchitt gut . dann er nymbt vnna 

yha die Auferstehung . yiin» ewige 

Di« S««lfl begolitl uAvIi iJeni hünh*lcu Gul: der Leib ulitet tola alcht. Der h. 
flebl gibt M tu flihcnncn: dl« wctillch« WsIhIi«!! diM|)uTlr( datoo umsonM. Nlohls 
IrdlKhc« dürfaa wir »o bocli »cbAif.en. du lal r[»lii«cli: «cgvn d»* Tbieritchon ia 
HD» bateil wir dlo 10 Gaboto. I)it« WUt^n des biVlimcii Giii(>» g«iiü|;i abi-r nicht, 
wndtni Klr iiirii>»eii drinnon (-ein und de« ^aiaHoa. Utimm tniea Willen nicbt 
■nMli«n, soiidfni itn Höcliücn Imncn; duln wnchaoa di« Kinder UotteH in die VirIo 
>i« der Sud am Mprio. Iiiim «erden im« uns «ncbiea die Ftüclite de« l.eboiu 
1« PiradlM, dann nerden *ir (-«»en lon allen Früebttn, dos h. Geiel«* rtaboa. 
Docli sind wir nur «n lang« be»llitigt Im böcliilen Gut, «o langa wir Im (i«lior«am 
bleiben. Die B'oea lanfcn unlei den Froinmeti «1# dlo SehUoge im Parodint. Ein 
deinÖllil)[M reuige« Hon wird <inU auch narh der Veifübrung nicht anaiichlageii. 
Oleich iil die Oatäe und Rrlü«ung «Ikii, ungleivh die Uabe, die au« d«i l.lebe 
•filtpringt. Sonit Kind air »ile gleich vor noil und unter einsoder Binder, t'nter 
Vorgcfaor i*t Oitiitun allein, ihm hoIIcii nir norlifolgea, kriue andern Sehriften und 
Lehrer wu lur KiehUchnuT annebmeii. Im l.leht der Natur haben auch ander« 




378 



IV. TheoloftiathM. 



GutM gcAcliriebrn bei n«i>leii uwl ChrUton, 4u bännm wir im Unuclilifhan 
howhltiii. Wm »bar KUSMihotb der SUat uuil der I.elirp ClirisU iil, ist V«tilamm- 
dU*. Iii il^r LUbp OmIm tmil im Lthea nscli seinen <!fllicil«ii halicn «ir alliait 
Kaiiuff. DIo Tlii'Ui>rung aus d»r Natur gabt mnibor iiud ndiutlut imx iiicbt, wcnu 
tlio t,i«be unl«r uns iil. itrdtrblkh die Thouunuig durch Wuclior, Ziu» und Zabulvn. 
Doth Itl htincin vpnrrhit «Ich tu beltckren, »uch don Uüiich«n und Ruban DJchl. 
Wir »ollpo un* a'icb nicht »ch&tncD, rlnss «Ir u Senk und Ig r Sünder »ind, «pkd wir 
nur dcinitlliig worden. 

.... Uitruinb uiclilx aulT ordton gesucbt oder vddh vom hoch- 
itt«n gut hiii[lt«rD Iommcii . Uuau noiobt ciii Kxdinpol . So einer 
huniliü't Jhi' ullt . Im toJtbott ligt . vic Ist ym Biiilontt . Diuin 
nlU sey er orat ^oätnrii khoriibori . Kr botracht noinc sümlt . 
revchtliumh . woUuaL . ic. vniid alles mylUfellt ym . un der 
Nlnndt der rechnuDg , wfirffts alles vou Im auffs aller ver- 
üclimäclilit'listi) . So er nun ein solU-hes butracbtot diewoyll or 
gcfiuudt . nocb brauuhot . So würdi er dioson dinugoii ok Dach- 
stulK'a . 8öiidor vod ym wurlTcn . Daiin orbcdcchttv die stundt 
viitid »eyt . da bÖNen vnnd gut« von einander goschiedi.Mi winll . 
vnijil duA die i'eeligen wordeti cwigdJub vor Oottc« angcsyulit 
wimdlen . dn nichtx arges . nicbti widorwerttiges . kheiii wiritlcr 
nocb raiidier lulTt iat . Sonder alle willte . die uyemandt mag 
auOrprocbco. 

Wird uns ün Codes Itbodigcr ÜU (No. 9ö) Bl. 124—120 wieder be- 
gegnen mit der Uvborccbriri „Ex libro'' und mit dem unNurn im Wcüout- 
licbon üboreiiuitlmmL-ml; einen n-eientlicb iui!<fiilii'lii:hureii Text, dur 
Mulil dLT ursiiriingiicbi' ist, wordon wir im ('odex l'alntinu;» 476 (No. 90) 
Rl. 368—383 »ntielVe». Vgl. aucb die Einleitung S. 11. 

Ul. -105b— 410a De felici LiberaUtate. 

Nycmatidt kban außgebon . allein der reyclie . ¥m sey yn ws 
gaben es willl ■ geyslUch oder leyblicbo gutlor , Die secligen 
Liberalität soll Hollichen loüttcn iuig(>borgn . vnnd ciDgepflannUt 
sein . Diowoyl aber die natiir vil »olt/nmer kinmler hat aulT 
erdton .1: Dvr ist SaturiiiMirh . Mi'ydi.si;b . vnlrew . ci);i'uuiit£ig , 
Der ist Saluniirttb [mii^>> „Jovi-ich" beiden] vnnd faul , der 
Morrnriali.tcb . gar zu leuehtierttig . Davumb aoll der niangel 
mit der Leber von Liberalitaten gonlatt w«rdon . vnnd diesKlbig 
hären . vnnd mit guwulll yn m'li pitaniten . wie die Lobr deß 
glaubcuä gc[>redigC vnnd angenonib(>n wirdt . vou don vDglau- 
bigen . AlUo da dio tugent . von deu vntugontbatl'ligeu . Dar- 
mit douh ettliche . ob nicht villi darzu bewegt worden. 
Die Hukhoii «ollen ati»ih<jil*ii. akhl olle* für dio Kinder sparon. Wer eine 
Oabe bat, tl«r uiuk> *icb lor allou Dingvn fivi u)aob«u. ävl du ktinu audom, damit 



Di« bsliiMi groHea Lefütner Ibool. Saume) handticbrideij. 



37i> 



ddD ükb uitl Kreiid ron <1ir ^li«. (Kin Anl »oll koine Ansiclltiiig iiDU«tiin<>ii ; man 
ii>ll ikh idti Wrili ini'J Ktml nirlil hiridnn luEcn.) Umsunst iiiithdilvu die Giit'D 
unil qbno l'uto'scliicil, almr nu^'.h nicht uniiüU unil mit rodiluin Vor^tunil. Vier 
iiot bat, 4oli> mit den Annon ic'nicb thoilcn ud<I nJchl in(<br al» die Nnihiliird licb- 
•n: diu StSilio naltoTi kojno üpiiimcn R!ilhhftiiti7r hmirn und ilie Armoii iii l'itit- 
illigra (lütten nohncn \itniioa ii. *. w. Aiin Itildordioiiit im A. T. iit Ikiocbeii- 
ötieruug im N.T. jTDWoril'in. Die lIoiTitrl und Pracht it«r Grtuton i>I »i mhi- 
dm tiad dtn Armen der llftVicrflu'.t in K<'l><'n. Auth dio Scir^n um die Zukunft 
die LiberaUtüt nirht mliidurn ta.MRn, dor (i4ifdnifcnoii und Krliiikon lich nnnchmrri. 
In Sunna xwci Dinü Kuhüroii la dor Tunond, der Vnriilnud imil fcr>tilicli (rai (t«mütli 
lind reiD«H Dan. Nicht dorn liuchKtabcu nach laben, «ondcrn d«m (isi»t. Dio 
ßutll«r siud auch uicbt nllo aui Gott, aber wir küunclii nicht orkonMIi vur d«m 
Jürigsli-ti 1'ag. 

Daruinl) jn ('liri-»to viind soiricin Onholl aollen wir viisorv sociigo 
Mbcralitct fiieiuii . In yiu werden wir iiuiTcRitehn . viid nuQ 
iliMn Atiiickh<>ii(Iten my.-isl cörper . ein eiiii^iyr »eeliger l.eyb er- 
Melion vnnii waclillen , der mit Gollpg Son yn aller I,iber»litel . 
an (tcinom tysch das tnabl olUcti wirdt . Dana or ilir diu Libo- 
lalitctM [!] goladon. 
1<ir Twt doM Cudcs ItlifdiiiPr (No. %) Hl. IG7ir. biulct inniirhinni lioiwore 
I.csartiMi; dort int diu Abliaiidliin^ „Ex Liliro" übot^sclirivbcii und der 
Codex I'»hil.iriii.-< (No. iW) bioldt Bl. ö9(r. denn auob wiiüdcr ciuon wusent- 
lich aiinliihrlictierün Text. Vgl. auch Iviiik-iUing S. 11 und 38. 
ni. -ilOn— 413a De honeiUi utrinique Dinity*. 

[V»l: 127. rteali oinne.« qui timiiiit Doininuni . Ijui ambulant 
in Vija eins . jc. Vnnsor VernunlTi . vnd weyßhait . mag nit 
ordennckhen . weyß vnnd wege . Golt wolgcHillig xusoin . jn 
yren werckhon . AlU yn der Hceligun ualirung . ilio miiolKon 
wir suU Goltce woii nemben . Gott lÜrchtiMi . vnd Minen weg 
wandlon . Labore« mitnuum tu&rum quiu manducftbis . VnHer 
secltge niilirimg ntoliut yn dur srboyt vnii4ercr hünde . nit mit 
inOoltlig gclwn oder Kininititeroy . Nit dem nechsten su schiden . 
All« du bi-il ein iirt/.et . Dio kuiut int dein handt . Frnelire dielt 
von den kianrkhen . Docli ohu abgehn yrer nalirung . Dann 
die nahrung ist manigfiiltig . Dir vnnd doiacm nechston sor 

nabrung . vnnd beyde mit einander ohn royohtbiunb 

Jodtf ttall für ««inu Arbeit leiaa Noihdurft crbnil«» und nicht mvlir. Alln 
Gowslt bl TOD (jotli er wirkt Zeichen und Wunder, «leh diiirb dto Bvhvn; Ibtn 
allnlii g»l>übrl der 1i«iili. Cm des GuIm «illea wird gtiüdtot und «er »Inrm dio 
Kabniiig raubt, Int wlo «In Tadticbllgor. Wer mcbr gewinnt, all «r nötbig hat tum 
LeUrii, itt wla «In RiLubcr oder Dieb und ßlHthet GoIIm Gabvn. Andi Mit 7An» 
leikea Ut wie «in Plrliolahl. Ohne llandarboll kfina ^llgbell, darum auch kilnon 
Rtlcbtliiicii iiitertjeii auf MÜMl^ang. I^om illcb iliireh ilen R«ich(hnm Bicbt voib 
[rcax briugcti n. h. w. fß» word«* aoelt die oudom Vorat dw ISA. l*iBlm« kun 



380 



IT. ThculdKiacbai. 



gliiütiirt Ulli) dM Ikisfilcl des rdohra Kann«« und d« Luuiia den R«idieM wf 

Ihtrumb yr reyclion . Solient dt der will Gottw gescbebe uu? 
ordtcii . wie ym himmol d. i. aber cwer aeoligkhoit aulT «rdtcn 
ixt nit der will Gotte») . darumb die i^oeligen reycheo . sudieni 
kheiiifin luwi . alU yren nechsteu . haben Iihoiu frcudt otin 
annitat . . vniid not . Aber ym owigco loyb . haben wir alle 
ruho . freudi' vnnd fridl , öinigkhdit ybor eiuigklioit . Amen , ;c. 
>ioser kleine TractAt ii«t in derselben Gcstftit nucli in No. Sfi ßl. 2Ti 
rhulton und mit ^E)x libro" dort hezeichnci; die marichmal rocht xor- 
hacktc RcduwciHc lüsät en hier wie in den vcrhor^t^henden Trautaten als 
wall r.sohciii lieh erscheinei], daxs wir nur AuKxügu vor uiik linben. Rin 
volUtiindiger Test ist uu* denn utich in Heidelberg erballen, vgl. No. IH) 
BI. 165 IT. und Einleitung S. II und ^ti. 

ßl, 413a— 4ISb De uirtut^^ Humana, 

.So vnns nur flott geben hat . ein ayer vnnserm leyb . ds er 
an ym aalbst morckhen mag . wz ymo ybel uusteht ,) sein eigen 
erkhandlnus . Sa nuII »r auch dn»!<olbe meyden . der micIi nur 
ym Iwen erkhenneu will . vnnd nich xum gulteii fiiereii . U«r soll 
am aller erssten yn die einTahlt vnd demut gehn . so mag «ra 
orkhcnnon . vrsauh; wie khunüt ohn die demut . die hofTart, 
orklicnnen , So du aber ynn die Demul gehest . so siehetit die' 
bofTart vor dir . vund magxt dich vor yr hQotton . vnnd die- 
weyl fielt alle söndt vor^eybet . vnnd aber der Hoffart nit . so 
moyde nie de^to eher . vnnd würfl' sie fluch.'« von dir .|. so 
eine grolUe »[indt ist boiratt . dz alle gute tugeut von einem 
weychet . dann holTnrl verderbt »IJe» gut» . . . 
llinKcgon blühen iin<l sprosnuL nlle Tugcuikn. io uioii <lic Hoffnil ablegt. Do* 
muth In Chriuli Nadifolgv. U«i<lo Ära l'ruuk iii Kluiduug und Scbmuck nnü Kdel- 
aielnoD, m Aouiteru uu<l Wiinlen. Ein» «vlture Tugoii<l ist MililigkulL t>rr lieit 
diffcrirt KM wenig vum SlBhl«n: wo (inii in, ila int iii<:h Unlrt'uu und II«tnig nnd 
N«|il. Nidil Hochei ci-gcii Racbc, soiiJcm gütig gogcn nUv; koln Zom aoll in »ns 
■ein, Roniluru ilin Vcifcil^iins tniclcn. MastiialtL-ii jiu Ksttn luiil Trinken ist anch 
ein« Tngeuil, uuit Ton uuhcidi Ui'berHim den AriiiPn geben. Eheliche Wcirk« uhn« 
Luxitiiien treiben: ilenD diu Kinder aiiid gi?xeIi;hiiol (Ar ilir Lebeti, die niil luiuri- 
•chen Luieni «nougl nud. Wir «ollcu atloioii in AHioli liegdii und nicht Irägal 
Hein, londern (<ott um unsnre Notbdurft u. *- w. bitten, oh wir sie tkuch vorher »choa>| 
bftbcn. I»rnii tioii will in ollon Dingen ertucbl werden, wie wohl wir« verlier haben, ' 
Alle Tugenden sutlen In du« grünen, dSi- in tin» lind vuu Nntur. Alle/eii in dei 
ÜeboieD (iollc* lelii.<n. 

Wie aber die barmherlzigkhcyl (iolte.s ein ricbtcr sein wirdl . 
da.t mögen wir vor der Zoyt niclit Winsen . Sonder allein yn 
Ine hoffen . vnd damit von ymc vorgobung der sündten begeren . 



Di« bfiden gt\ 



iKer Uipol. Sammflhandachrifleiii 



381 



Ob wir schön gar );cr6djt vnnd gutt tioindt . nil daratilT acMten . 
dimit uit lioß'art (laritiil.t i^rwnchü« . vniid oadiuolgcrirj« vrmcli- 
tuug liuLi iiochntoii . VTinil IriiiMiim» dio iing^brirriiie lugcnUn 
nit oibliuiii^n litten ytiri viin;^ . liiiri^h die böUen tiiguntoii . iler 
subllendten aiindon . Dann w int mit vons wie ein pialer Im 
WBiuor . Diirutiib sollen wir Rorocbt orfundtoD werdi-n , Es kliouib 
iliw slundl weun sie wüll . ic. 
Auch dies «teht im Codex Rhudiger 334 (No. 95) Bl. 139b, ,V.x libru" 
übcnclirieben. Der untjirünglicbo vollftiindiga Toxi ist nirgeiidii orhaltoii. 
Vgl. auch die EinL-itun« S. .'> mul S. HS No. (SH). 

Bl. 418b — 1:21 li De pr<,>de8tiiiatione et Libera uolnntatv- 

So haben wir von den (iiJttern ein freyen willen . den nie vnns 
gegeben haben . Damil sie vnni^er veinunlTt . lebon . eigensdiairt 
vnnd abrl erkennen . Ob wir wällen iiachualRen dein |;oHtirune . 
Oder dum woHrnn yti vuqh , vnnd haben vnnii den freyen willen 
geben vnnd gesetzt . yn gewinnunK vnaror nuhruu); . Durumb 
haben sie vdiis kheio gut ge^schnflen . [m muti'rloyb . vnnd 
kheincn orbthyl . kbein ajgi^n wyt!en vnd iicbher . vnnd diuv.u 
iiiiL'kbi't vnnd pluß . Duruiiib niüoHsiin wir vniiN dun^h vn^crn 
Froycn willen ein nidirung gowynnuu . vnnd vnns eine er- 
Wühlon .... 

Dftrin njnd wir alio frei: sii kütinon iins luin Guten luid Wnuiu kcliieu m [lianDi 
Wahl utwfct Nnlirung. .SolioUl wir RuwfihU lial)on. .linJ »ir unfrei; il.iiiu prädcsti- 
nircn an» dio tir.ttur. liibi-n wir ndilcchi guwälill und iftbuti im»uru llebi'rflucs don 
AriDcn. so nütil c» um lioL'h tiiclili, llott uiioriiis nicht an. Sii linticu wir tiusrirn 
rrcicTi Willen nur «inioat iu] Ia-Iiuii. Aut'li iu dem Verliilliiimi iwiiclien Uauii und 
Woili iil uin treior Wille, ruiu Leb«» in der Kli« udcr in UukuusL'hliail; »ir künueu 
in die Kbo rret«ii oder uiobt. Der Ueusoli hat die Vcniiinfl «rhalten, um gtgeu 
die Eiuvirkiiiigeu des Firuilmeiiln «ich lu weliteu. um ttuliicn Verführuugea KU 
«iderttehii. ans der in itiu guluKieu Krkeiitiiuiss tiutes und Kösm. K&iti|ifan wir 
Upfvr Eexeu <iu. Uentiru. nn lui'ijcu iius (lii< U-'itlev an: uUHer Kampf ial ihutu wie 
ein Kutnai:lil>»|iiel, wi« Kinder iider Hüudlein. die mit i'inandrr >|iiel<.'n und scbencn. 
Die Wahl iwikchon i;ii( und lir'oie iit iiichl rin freier Willv, lri)li uniierer VErniUifl, 
auch niclil d«r l'rädeiiiiintion untortrorfon, xonderu d«r Nirafe. 

Die gobott dnr gSttor neindt rnnti allein geben . wider da» do- 
fltyni . Allso, Ans wir obsygün . vnnd nit vndten (igen . damit 
votier vf>rnnniTt . nit vn dio Htraf GottCK khomb . Stehlen vnnd 
diebische oalining ist iwcjerloy . Stehlen kombt uuß den pla- 
net«D . Üiebiüch nabrung Hombt auU eignem willen . Allctt das 
sali cigDom willen prycht . da« brycht dun Frvy«;« willen . Alls 
di« nabrung slehctyu eignem willen . dx kliombt aiill der wähl 
d. i. Ander ybel . bIIs stehlen . mArtlon . »eindl verbutleii von 
Gott . Märdon vnnd Knogeii ist xweyorley . Mi>rde4i üt vndt«r 



382 



IT. ThtOlO^MfeM. 



dem getiott . vad int null d«tD zuv«rM(uhn . Kric^ ist breobuag 
(loQ Frayen willons . .). 

Die Zollen Oobott . dieneo alloin tii^rkbennen ■ du iheiner 
Moll yQD hösDT D&liruD^ lobea . Allein yn Ki'l'^r. 
Aur der «reton SoiUi hat d«r Sctiretber einmal ein Wort nicht Imen 
kSnnon und oinc LHcke mit * gi<.«et£l. l)io»e AMinnillung i-->t uns nur 
eitimni erhalfen in erni-r M(i[ivli(iDor llancUchrift (No. IM) in den Unt- 
IhäUHkommenlar einj^efO^I (8. III — 113). 

Rl. 42ll>— 42äb Ex Hatb: Cap: XXV. De Decem Vii^isibiis. 

In diesem e\emjiäl wirdt verstantidleii . itaht durcti die Fiiriiichlif;- 
keit die ewige sccligkeit erklionnt wirdt . vnnd durch diu Für- 
siulitigkeit der monxclion . dringt yn der licyst . ilurcli dou er 
darnach in iliv .'■i.-cligkheit klioinht . D(rr|{ley(Hu>n ht>rvrid«run)i> . 
We uit riir.siditigkeit Lit . Konnder tliorlieyl . da volget hernach 
di« ewig verdambnuii . Auß vrxach . die tborheyt gibt kbein 
gedanckhen zu Gatt . Allein die Ftir»iuhtigkcil . Dioaeihig gibt 
zu vunttehen die »eeligkcil 

Dl« P ü mich tig keil gibi iltat HeDKihen ilie W«Ulisil der Üerccbtigkeit. DI« 
N»liir orkcDUt ilife riguue Unt'jlIkyiuuiHiilioll iiixl VurgSti glich ll«il. Die* föhrl »ur 
Ri^irocbiuug dra Eivigco, itfiri lliiiigpt iiitcli ChriMo; ilas Licht (Im Ooiatv« «rsiirki 
ila.t Lichl dfit Nktur, dsnui folgt die «wigo Ruho der Sciigkoll Im ßuiulie Outle«. 
Die füirl weiaen Jungfrtaao liaben di* Stund« jliros Rndot bod&cbl uud und fSr 
ihre Ssllgkoit bei tiiUu hfotgt (awoMn; auf dorn Todtonliolt Ist nicht mehr Zelt, 
iea Tochton Wog; DiniuKhiagen oder ein aeu«:! Wetun an »ich lu tichmon. 

Sicut enini homo peregre prolid.->ceuH Vocauit neruCK« 

Kuott. [Mattb. 2n,14ir] .... Darumb ye mehr aich einer schicltbt . 
yn die guad GottCK . Ja mehr gnad der Fiirsicfaligkeit ym Gott 
vvrleyliet . deßhalben m worden die ewig vil haben . dann »yc 
gewynDeo vil . vnnd die ntchtz haben . das i»t . von gewiii . 
Denselben nembl man Ir hauptgut binwi'^Vh . vnd gibt;« denen 
die mehr haben . yn der giiadt güttos ,1. AII.-*() ilnnn »ürffl taun 
den kneolit der nichts gewynnt . Ino die eusoerate Finslenius . 
zum Sathan . da nichu ist dann waynen vnnd xylteru . Dann 
ein yodlichor . mag sioh vor dieser FinsternuH erwohron . mit 
dicaem haiiptgutt der gnadeo gottOK . Dammb ein ycgiicher 
BulGHhen hab . aul! sieli salbitt . ic. Gott soy vnns allen gnedig . 
Amen. 

Dien ist keinem der bekannten Maithouakommentare «ntnommen (vgl. 

(No. SO) UD*' *"*''' **'"** nirywids handsHiririlich überliefert, vgl. Nc 97. 

_ Das niicb*t« Watt ist unbeKuiihnel und iinbeschriebon. Bl. 424 a ein 

Doaw Titelblatt: 



J 



Die bcldeo gnnta Lcldeiwr tbiwl. 8ainni«)h]iD'l»chr!l)*Bi 



S83 



Librj 
.1. D« Justitift. 
.2. De Pviiotontiae. 
.3. De Imaginibax . Idolatrie. 
,4. De Surxum corda. 

Tlu'ophiatiluH painreliiu» ab Flohenheim. 
Bl. 426a— 430s Liber . De Justitia. 

6o dor grundt der gorocbtigkheit betracbt . vnD<l gchallton »oll 
worden . Soll ein yc^fcliclior wi^wteti . d&s deraelbig ytiDwandUi:; 
soll gcBucbt Würden . vuud uit außwondtjg .|. Üanu alle gerocti> 
tigkdit der mcuschon . solleo ynowendtig sein . vnad nit auß- 
wcndlig .'. AI]»o . wHbhcr die gorechtigkeit brycht . der bryuht 

Hie ynnwendtig [^-'^''j ^"^ 'r ^^ Immaginibus 

Idolstriae hernach hSron worden verflucht 

»cindt yr Ir gt^aatx erfalunen . dann alle geflatx für sich sclbat . 
glouboD yn da» gcuau . das nl yn deu toufel . vnnd hayBt 
•wer gosatx . Jostitiatn . vnnd so yr Justitia seyt . wo tnüc-IQt« 
Christus sein . Aus mit oach bundlen . Ir vtrlluchte f^osalr. er- 
faliroeu . Geliet yu das Euanggüum . vuud oit yu owcni buch- 
aUboii . Ir tüiilTel mml tetilTlin. 
^'\Vi^I Uli» tiandHChriniich iu No. 110 Bl. 33fr. begegnen und lindet sich 
gedruckt II>1^ in der «Philosopliia mysticu" Theil I No. 30C S. 13— 3J 
'ziemlich in den Lvitarton mit unHcror llandsnhrirt tibereiuittimmcnd. Die 
Abweichungen Kind ineUl auf andere NoHUiigeu undeutlicher SchriftKÜgö 
zuriickzufilhron; auch kloine Aenderungun iiu t^utzbau finden sich bio 
uud da. 

Bl. 430a — 434 b Liber . De poenitendji . Inoipit Theophraitus. 
OliD die BueO . oder Bußrerlligkheit . khombt klicin;« ^idm liim- 
met .1: Allein cb »ey dann . daa ein uieuHch ynn die Iluoß 
gehet . Da» ist penttuniia . Sonnst iat er nit auff dem weg der 
seeligkheyt . . Wann durch nicbton wirdt dorn menschen die 
söndt genombon . er leyde dann paonitontiura .1: Pcmtonlia ist 
dio . Die den menschen yn die guad gottnt bringt . du er wirUt 

ein kindt gelt«)i wÜUou wir dasselbig 

melden . ym Buch . der weg der rheinigkheit, vnd ym 
andofn . ton den goHibdtnarßen .[: doßgleyehon yn allen 
ftDßlogangen no yber die worl gotte» . vnd der pro- 
pbflt«n gemacht werden . Damit wir liye b«ichlieOeu dieses 
Libel . Das wir gemaeht haben . zu dieiut denen . so die snndt 
vergeben . nach der zahl . deren die «Gndt nil ist . damit da.i 
nie erkhennen yr blindheyt . da.i »je die Koindt . <Uo dm volckh 



384 



IV. Thaologwcb««. 



yii dl« yrrung rüereo . vnnd aulT den wog dvr vcrdambous . 

Wie wir [>ö lD(lulgentijs melden werden . vnni) liie alliio 

dainit besdilullWi liabou. 
Eine 8f:hrili „Der Wo^ li^^^ Ui-iiiigkoit" int mir obiMi»owciiig Ix^gcgn«! 
wie eine beaoiidero Kchrift übor den AtilulJ. MimcLtclirifÜicli i»t iiott „De 
peniteutiia" in iwfi WolTenbOttelei- Handärtirilliüi <^rliattcii (No. 98 
Bl. 41 und Nu. 110 Itl. 2U); gedruckt tiiidet om sich mit ganz geringen 
Abweichungen obonralls in der „Pbiloisophiu mystica" S. 5 — 13 (Theil I 
No. 306). 

Bl. 434b— 439n Liber . De immagitiibus Idolatriae. 

D<;mnai;li vnd di ullt Tcstamciil ynntn holt . vnnd yn dum 
NiMien doi'iflcyuhcn . iIok die Ittldur int Küllcn :tuf,'ubo( Icl worden .1. 
8ondt-r tillciin Gotl .[■ Nun bugoijnut vndtor denen Im ueiten 
litutamcnl, eine giollk' yrruug . , A\hf> . i\ii* sye ninyneii . ca 
üeyii dio liültKinv btidi'r . wellcbn nirwahr nitt itit . I>ann endt- 
licli . Auir daH bDllxwitrckh . yn der gestallt . holt me l^ott nit 
so Hcliwcr lifkbumberl . dann khoin menscb ist ■ das yin ein 
boltx für ein Gott oracbalTo .1. vonil ob es docli beacbicbt .|. 
8o muH daitHclbigv inensdi i'in Nhit »ein .... 
Oott iiiiiiutl alivr hdu Ar^jumeiil vuti den Narren, innikm von dm Varetln* 
(lij[cii. M&u «oll iw» ni^^til mr llilduni iivinu, soiiiivru im Ik<rivn: Itüiler hahnti 
wnhl ihm llcileutuug |i«liabt im alti'u Ti-nlamcnle und ihre VcrFühniDg, im nrunn 
Tulament aber sind uidere Abj;>'tler gemuiiit, die uns citu Ünth tiTfilliron, niclit 
dio hrilxcmcii, ilio nur den [.«ib vurfiiliruii aiui l'uvorttaiid (,dM De UiracuM* 
uBiictorum i-rtlililt wlid*): ila« int uuri^auljurei. Iiit-auluiiu, kviu« Atigüttartj, iion<l«ni 
dio AI)(;iitIor vun Kl^iüvli uiitl Itlul, die guxi«ret wie Bilder t-iulierKi-'h«!!, Paptl, 
liinvtiörc, Müai^lie uii<l itiiM ({IviclK.-n iii HelMsmem Oinat, die ^luiIh. die un* d(e 
Urt-h vurFiilircii, die ntt'li au <lotU-h Slall NPIf.L-ii, «ulleii binden und ledigvn u. x. «. 
Warum werft ilir ilie liifliuruuu Uildi'r aus der Kiri^lie, aie achadnn ult^liu. Komi|;c 
den Tempel deineti llomeus mid wirf lierau» die böseu Kilder, dio du dariunen hiut, 
Biu|)niui, udulierium. Todtni'lilag. Itctnif; etc. und die lebendigen Bilder, die kuf 
dcui Siutil MiDii)- »luru und «ich rmnull nnmaitEen. Tbiie nln jegliclier ilie Kilder 
auH svi[i<>m Tenip«!, die ihm den Weg tu ChrJKto iielimcn oder hindern, «•> »ei im 
Ornat ud«r im Ueaichen. 

Vlir niuchl cucb ein RiMcbolT yn dem geyst .|. vnd sagl eworm 
Nscbpsrn niuhtK daiinn . Hie wurden da» wo) schon . wann .tio 
koniben werden . da «in yeglicher yn iicinor glorj Kleliun wirdt . 
All.-«) .sollt yr die bilder erklx'nnen . So yr ilocli wült dio toinpell 
rbeinii^en . LaeneU den ynnwendif;en sein . vnnd nil den auß- 
wcndtigeii .;. Wz außwi-ndtig: dansolbig lallicl ein Comincino- 
ration «ein . vnud ein muudilia .1. All» ein Buch der Hyste- 
rien . vnnd nil der Seeligkboit . So yr aber werdut ew«rn 
tempel sauber machen vnnd liallten .1: »o bederfTt yr kbeinoA 



Di« Ixiilen gntaea L«Idontt tbool. Sammelhaaiitichriftcu. 



asa 



bildtsdiDytxera . noch Stainhaticra . Ihr wcrdete solbot soia . 
vnni) euch wlhs »choylxon . ws yr bederfft .t. «und dor go- 
weychtdn RUchotT die da bloyben . Ruch yniiwcndlig b«rayt«n .|. 
vnnd nur Inißcii «in AbgÖttoriticbo liildtuUH nein . d/. Gott vo)^ 
bottea hatl :[. Fini«. 

DiflM Abh&DdluD|t wird uns noch inohrrAch haiidttclirirtlich begegnen, 
vgl. No. % Bl. 17511".: No. 9rt Bl. 5lff.; No. 110 111. MB', und Eio- 
loiluiig S. 37. 

Itl. -tHOb — 44Sa Liber . De Surgnm corda, 

Wiowol wir meiischt^tn auir oiiltü» . Auli der ordk'u Mi^iiidt . 
Aber diowoyl vnoti die handt gemacht halt . die hiinmol vnd 
erdten vnnd alli«« büscIinHon hat . der ewig Gott . So sollen wir 
vnuH doch ohii das zu yni vcrsuhoii . das er auch der ist . der 
vnns alles da» gibt . Das wir von ym bogeren . Dann zu seinen 
Viodero hatt er vnn.t gemacht . vnd ku erben aulf erdten .... 

Darnmli sollen wir inenBcbi;n alle . die da 

wiilleii zum sodigon leben . dahin gerülBt sein . du wir iiichtx 
auü vnns wudcr liandlcn noch wandlen, dann da stehet vnns 
dz ewig aiilT . vnnd die ewig p«yn . Derhalben So tliue ein 
yedlicher seine aiigen autT . hyc aiilT erdten . Das er hie auf 
erdten Reelig werde . Dann wz hie nit den anfanng nembt , 
dasaelbig ist ver^anmbt . vnnd dem ewigen todt yberantwort :[: 
Finis. 

Dies igt uns Uandschrirtlich schon oheu im Görlitier Codex (No. 8.t) 
S. 394ff. begegnet und wird weiter noch in No, Ul Bl. 18; No. 95 Hl. 144; 
No. 107 Bl. 115; No. 114 Bl. IUI angetroffen worden. Unsere llnnd- 
Kchrifl gibt den weilläuligereo (ursprünglichen) Text, wie er in No. 3l2 
ond 313 dee I. Theil(» gedruckt i»t. Abwoichungen de« Drucket! von 
anserem Texte finden sich im Einxelnon rocht häuHg, Vorbe«uiemngeD 
und VerHchlcchternngen, aber alle nicht von Bedeutung. 
Em folgt ein Titelblatt: 
Bl. 449a Liber 

.1. Do Venerandis sanctia. 

.2. De sanctornm Autot-itato etlilaspbattinis. 

.3. D« purgatorio Sermo 

Tbeophratitus piracols: ab Ilobcnhoim . ic. 
Bl. 450a — iüSb De Tentnudi* Saaotifl. 

Wir wissen vonser herkombeo . durch Gott den Vattor . den 
aebSpffer aller dinng . vnnd dz wir die odtesto creatur »oindt . 
beschafTcn tu dem roych gottes. Aber i;leychwol luhwacli . vnnd 
a]|«r ge|)r«dilichkeyl vudterworfTon worden . durch den fall 



KHIUl 4 KiklkMi a. Pui»M»)i>n »<liiin«a. IL 

« 



25 



IT. Thtolo^UcbM. 



A<Um . yn a\h snngflt vond not . Aber dieweyl irir die liebst 
croalsr Moiadt . So liatt or vnns durch HoiDen Sod widi>r xii 
doiii roycli frotUts braulit . In (Uc neu gojtuA . vnad yo ein nn- 
i}<?rii Uinlium gowtct . ic. lIJ(!riiulT i«t von nSton vnniiere 
danckbbarklioyt . IC- vnd ist tuwirßen . wie wir den .'<ch(ipiTer 
der All.uätter . vnnd den schöpITer der noueo creatur ehrn sollea . 
Luben . preyaon . vnnd erhöchen . Nun den ersten scböplTer 
belangent . So vnniter einer auß einem utain oder laymen VOndt 
einen inenuHcIien machen . wie gern wölt ^r haben . da» jn 

der«)c)lj yn clirvn hielt . Ime volgul vnnd dunckhbar wer . K 

l'uterwciKutis ilurcli ila* Liclil der N«tur und dm ewigi^ Liclit 'tei Himunii«, 
drti Wil. Ooiil. Erkoßnlnii» Ooltc» in ilor l'r«icinij[keil, Wissen von Uottcs Lehre 
und Willen, lilaiibon ku di«aellie und liuMniigung in <lvr I.ioliu. Nur in Gott unseru 
Trost und OolTuung sotten, in toMt Nicmanilvn. liult liobi »uiue Heiligen, darum 
■ollen wir kie nudi lieben unil die Uciligeo uuf Krduu «iu utisoru NSubalen, alier 
weiter uiclil» bei ihnen »uehcn. La« d«u Mensclii'n faliren luid geb in J«iü 
Käuiinerltfin und lede Iieiinliel: mit Goll. Wir sollen duu Salibalb und uu^era Kllvni 
«hren und alte di« uns (iules getliau haben. 

[Bl. AbSh] Darumb wir billich Oott nyinmer gnugaam ehren khännen, 
vnnd Gott will hinfüran von vnns vuaeracht sein . Er will das 
wir yhn yn vnnfiern herizen haben jn ewigkheit . Gott der 
vuriH enK'hufTun hat . Gott der vnnn crlößt , vnnd Gott der vons 
orieücht halt . vnnd yn summa In lieben . nach vermügon der 
vier atiickh . khrefrt . gemuel . hertzen . vond aeol . vnnd doo 
Höchsten allü vnna Holbst. 

AuLÜeguug dftß 149. Psalms. 
.1. Kin uewcK gcoanug dtsni Herren yn den kindeni der Kyrclien. 
.2. Dil» lob Ke^M Israel . Inn dem sich die Kinder Syon freuen. 
.'i. I'Ob delJ Namens (iottes mit thrumen. 
.4. Die rhae der heylligen . Item das .ichwerdt der heylligen . 

wider yre widerwertigen. 
.5. Tom tretriichen gewalt der haylligon . »o trelTlich zu- 

mcrckhen ■ 

. . [Vcnwoisa auagelnet] 

[BI. 4&Sa Außloguiig . doTs . l&O , piialm. 

.1. Yn den orHten xwoyen vcrßuii begreyfTl er dz ewige . die 

»tadt Gottes . darynn er xuloben vnnd xusuclion ht 
.2. iun dem andern verU . womit wir yu loben eollen . ynn den 
Irrdiscbeo dinngon . d,i. yn sergongklichen. 

.3. Im liescbluß . gibt er den ganntzen PaaJmen «u verstehen 

. Wrd auch lotHWolBC ausgelegt. Wiu wir Goll im Geisl und Hurxeii pr«i>eu 
Mllea lind ihn aueb In aeiiion Dtillgvn lobou sollen u. *. w. (bor Qebt soll Or- 
gtnitt »ein.) 



4 



(beldOD gtOHsen Leidener Ui«ol. Samiaelliiindschtiftcu. 



38T 



[B).456b] Do Ssnctis. 

Ell ist «iD soUicbß mäintiDg . dz ein yogclichor munscli . oitl 
sondere nntur xu ym Iist . yin Icyb . AlUo vin bcHoiidßrcn 
geyst . Aucti hatt eiiior ym lititteii zu oirKüii dinng inolir deoii 
2U dem andern . AUm einer lietjer pfeytt'et . AlUo dergleyclien 
einer bat ein Jieb zu dem Mandtworckh . i]er ander xn doiQ . 
äUbo ist aui'li khein mcn&cli er hogert doch etwas wyixigen! . 
rürlrfll'oiili>:lierö zuwillJcn . Es sey LandtwyU . rhatwytz . kunnt . ic. 
AiilT wcIlicIiUH nun sein gcy-^t zuyget . yu dum koII er für- 
fabrtu .]. 80 wirt er d(w gowobret . dann durselbigc goyNt 
Kaygot . vnd rayttct yn darnulT . Ist ein nnzftygung . wellioho 
weg er gobn »oW . vnnd kheinen andern . denn der geyat aeindl 
manichertay .]. 

AuTf dx volget hernach das Betten. 
Das wirdt baichirmbt vor dorn teuil'el , Oder wellichor ein liebo 
hat XU Ü: liOrentr. . mehr alU zu den andern b&ylligcn . Soll 
willlco da.« or deiiflelblgen nieli gleych hoII halten . yu donsel- 
big«n »tacklien . deßglaychvii wollichun lli-bt dz imtei* noolcr 
xubctton . Süll wilßeu dus ym (iutt vlT dasselbige «tws wirdt 
Kurflegcii . dx durch andor gtrliutl litt bcschedi . DeQgleycheii 
welliclier liebet vn^er fruu . der soll willlen . da» yii sein gey^t 

daliin weylit. Auß vritauhon . dat^cin hiiltTyn yr ligen wirdt 

tKe Uciligcii H«nleu ulclil augcrulcn, <lui lio beircu. lunUaru si« oTmahuCB 
OBS ni bet«ii, und d» Beieu, bürt Cliri.itus. \a (it'Mvii Kc>ll»rii Imuii uut Guit unt 
fa«ir«o, aber In ttr'ihen des Leibes, die <]i>r Teiifttl im« anihul, können die lloillgm 
UDii helfi'ti, die di'r Teiifvl ubeiiHO nii^ofucbtan liat; doiiii lliuuu i»t diese Gewalt 
len Gott gvg«b«u, do^ü aie d«ca Teurttl wtdorslaha küaaeu; Oolt likl sU aa *niu« 
Stelle eeaolit. • 

[111.458a] Der Haylligen fsyer . Wir aollon rcyron alte llayl- 
ligon . diLs wir lehroen kböonen .]. wz ein hcilligcr »ey . womit 
er gehn hiinmel khumbt . vnd wie er sich gohallen hat . diu 
wir VDDH auch alUu hallten . . : . dax vous die hcylligeu Gxem- 

pel twindt * 

E* *iiid aur Krinnenui^ifoicta, domic du* Reiiiiicl nicht verloron gobei'dae* 
ein »aeriflcium dtimus Eemachl hat. isl Kcliorci. Wenn einer !n die Kirebe 
bt, ■m (ich tu liokchtcn, ro isl o« gut, sonM nkhl. 

... E« ist allea nicht?, . daii einer geho kyrchcn gehet . lliut 
• disDocht wx er will . wann es nit der inainuiig gehet . von 
MHiwn sfiiiden nbsustehn . &o ist» allos vinbeonnat . Ndd hür 
aoir , Sonnst all« Torgebcua. 
Tw der ersle Alx'ichnitt diasos Traklaleti bi.« zu dem l'.-«almenkommentar 
acwli weiter liand^chrirtlich erhallen und twnr in der nämlichen 

20' 



IV. TfapologiKfaN. 



goltünton Gestalt im lUrperedorror über. No. % Bl. 1^—137 und in 
*e^i>nülch nuKführlichor GoAalt im ('oilox I'alnlinii!) >t7f> (No. 90) 
Bl. las — 10'.). Allen WeiUiro \»l mir sonst nirgonds begt^eU Der 
Kommentar zu I'^atm MU und 150 i»t ilurcbaus abweicheiid von dem 
in dem RTOSseo Psalmenkommentar erliaUcoen, in No. 93 und No. 'Xi 
Bl, 271. Vgl. EinloitunK S. 11 und 3S No. (2A). 

DI. 458b— 463 b De Sasctorom authorithate et bliuphvmijt. 

DIo haylligen So wir ym misvn UaWu . .Seinrli mit mehr ^nd' 
grüsiOTa crülTteii begnbot . Alltt aimdore meiiüclien . vndhliombt 
nit auß vnn.scnn glauben yn aie . Sonder auß yrer gewatt . 
die Hie was allü yrem necliBteu Hchuldi); sein . A. i. AuU cradl 
deoaelbigon gobota . Daruinb .icindt zwon puuctßn hie zumcrckhen 

Danimb ym beschluß zuri-den . Schäude iiye- 

roandta der haylligen thuo vnnd lafßou . so sie verbracht . vnod 
auch vorlaß dich iiiomundt daraulT . auch nach zu alfen . Sonndor 
ein yedlichur wundel ym wuj; deß Iiüiren . so wirdt ym der 
Iloyllig goyiit gesandt . d(?r lehrnct yn wie er wandlen »oll . 
■ vniii] wie yn Clntt haben will . yn waa ro^el . orden . hcymb- 
lich oder olfenlicti . IC. darein wirdt ein yedor gefücrt . yn seinem 
theyl . wie Petrus vnnd P&ulua yn yrem theyl . In deren Ampt 
kbsiher nymer mehr kbombeu khan vnnd mag. 
JHMelbe Abhandlung findet Kich gedruckt bei Iluxer ßd. IX S. 208— '225. 
,suß Thoophrssti eigner ll&ndiichriff't''. Unser'» Text ist wesentlich 
BUsITihrlichor, wir hätten also hier in Leiden, wie im Itarpcrsdorfer Mscr. 
No. 05 l!l. 134, nur oiueQ Ausxug aus der .Schrift, wie es ilonu in 
Breslaa auch „Ex Libro . ." heint. Den ureprlinglichen Text bietet 
auch der Codex Palatinos 476 (Ho. 90) Bl 177—188. Vgl. Einleitung 
S. 11 und S, 39 No. (39). 

Bl. 464a— 466a Sermo . De porgatOTio. 

Wir muesscn nach vnscrm todt . yn ein Fegen . deß mag »ich 

kboliier erwöhren . vnud mUelUen da ho lanng fegen . byß 

wir gerheiniget werdei . werden wir tiun nit gerhoiniget . so 

. bleiben wir ewigclich . werden wir aber gerheiniget . so werden 

wir erlößt Ettlich werden erhört . vnod erlöQt 

durch cliristum . auß oninstlichor pitt der meusclion . anIT ein 
Zeyt . nicht cyllondcs . Ettlich eyllendts nach ynnhalt der fQr- 
pitt . Dann hheine pitt wirdt ohnerhört bicyben . vniii] kheino 
pitt . nach dem vnnd ea vnnß mensclien auß dem Iicrtzen 
gehet . Eh sey vil oder wenig ■ .Sye werden alle erhört . ic. 
Dies ist 1618 im Libullud Thco^opbiae gedruckt (Theil I No. 307) S. 30 
— S4. Der Druck weicht von unserem ülteren Toxtc nur wenig ab; 



Di« beiden grossan Leidoiier theol, SamineltiaudMhrlftcu. 



389 



atnal hat er cini)^ ZoUen «ingoscliobcu. Vgl. auch No. 94 S. 230IT. 
und No.-V5 1)1. l'iOir. so wie die lat. Uoarbüitung No. 123 DI. S0~83 
I uml Einloitung S. 3ü No. (42). 
Bl. 467a ein Titellilatt: 

AnUle^ng yber die Zehen gebott Ootte«, 
Durch . Den Edlen vnnd Hochgelehrten Herrep . D: 

Philip: Theoph: von Hohenheyin . ic. beichryben ic. 
Hl. 4ÜS«— 514 b Aar Text .1o» \Uchcs: 

Vorredt, yb«r die .10. gobott flottOH . Wiewoll Gott auf 

gegen werliges gorodt . vnd gebottcn bat . so vor nugon gelvgcii . 

AufT d&s da^elbig vormitten würde .|. vnnd diese goboll lUr 

gogenvrerttiges nit alloin anzunombon . Sonder auch lur zukhiliiff- 

tigea . diowej'l vtins Christus dulitti voysot . dos wir die goboU 

80II0D halten . DaraiilT nur 'ml viiuB zubotrachläo . AuG waa 

vnwclicn dio^elbigeu »icindt gegeben worden . Nit allein den 

ylieiiigcn mi diin.'n'lbigen zoytcn gegonwerttig . Souder . dioweyl 

sie ewig gclialtteii .-iollen worden . seindt sie derowcgen den xu- 

khünlTtigen bcuolhen . darzu auch den diri^ton .|: vnnd aller 

meoigclich . die da wollen ynn das reych gotto» .[. Nun itcindt 

Bie dormnesen gesetzt . Kobon vnnd gcbotten . dns sie durch 

cbrii^tum . so beatendtig . vond crälTtig erlundten . vnnd so 

gründlich angetaygt seindt . das sie durch den sod gottes be- 

crätTtiget. 

Wir Chritteo inil«nan illa 10 Ooboip auf uauvro Uniinrcbln nu«1ogeii, ntclil »iil 

' dl* lUr Judon, dis x. B. von der Trinllit oichlB wiusIdd- Wir müstcii alles prüfen 

an ChrUti I.rltro. Die Gebote entrrcken sieb auf aIIm, «ns vider Ootteti Gebot 

gvhaodclt «i(<l und diu i»t lieate viel mtlir al* bei Itraol. 

[46'Jb] .... Also vcmtabeo wir alle dinog nit christoiilicli . Son- 
dern aulT vosor oigcnnütsigü ahrt . ic. 

Außlogung defit ersten Oebotts, Du aolt glauben an 
einen Gott . Glauben wi einen Gott . diu i»t Chriatlidi glauben . 
In die droy perxou . Gott vatter . Gott son . vnnd Gott hayl- 
ligoii gvy»t . doch iiitt drey . Sonder yn einon , Ion allweg . 

wie daa «ymholum Allianaaij yanhellt 

Jed<« eJDxelae Gebot «ird «ingebeiid HU)>gii|t>gt noch dem Eiaogellum ti&il ein 
[rBpi)egu»* angerögi. 

Epilogua . DaraufT . So wir nun wollen die gobott crkhonueu . 
So mutceen wir aye durch Christum crkhennen . Der vnna dic- 
wlbigen ym cunnuelio Ichrl . vnnd nit durch 4'nri<i m>IIm1 . 
Dann wie wolt ein chriitt vonttoheu . Du «olt glauben au doen 
gott . . . 
Cbri«tiu htl die Gebote cnt recht erkUrt. 



890 



TT. Theolojiscbe». 



Darum die 'Juden yun Israel . hibon die getiott voa goU dorn 
Vattfir emprantii^en . AulT yr wcyß vumi Lobea . Auch wolil 
vnniJ recht veretsnodtea . wir clirUtou aW-r iiombeD ifie nil yn 
soUcher aaßlogtuiK aha . Sonder yo uuUleguug ili>B 8om . 
darumbcn soindt wir yn erfüllt«!]! gcflotx . vnnd nit ya dem 
scblaETflDdtua go^atz . Dann wns wussten die yn Israel von dem 
Sou • ww wuitsten syo vom schweron, was wussteo sie vom 
Ustortag . der orlüLfung von dem teufel . waa vuattleo sie das 
die iteeligkeit licrhuert . Hnrumbon t<a§son sie yn der flnütemus . 
das der SoD nit geboren war . vnd niclitz voratenndtigs betten . 
AlUo ist bey vnnn Christen nicht)! zuhollTen auß yrom gwetz . 
Aul.i!oi;un){ ybor die Zehen tiebalt . wie «\o «» gßhallten haben . 
Soudorn wie vas- christus ditwelbigou Ivhrct . AIW »ollen wir 
sie balltcD . vDiid rnn» nil yn der Jiidi:4cheii Ordnung od«r 
gebrauch geben . Dann wo haben die Juden ein auffrechteu 
cheostaitndt gefiieret? Nye , Sondor allezeit Ilurerey . yppig- 
keit !C- getrjben . vnnd #chaidtbrief Reben . i(. Yber das , So 
yn gohotten ist worden . vnd vormoindton es wer khcin ehce- 
bruch . ybor die rocht eheefrau . haben noch vihi mehr ehee- 
frauen gonomben . vnd dcrgleychun . wellches allen bey vons 
christou gar nit xuiu äoU . .Sondern ^in esenipcl xum guten 
nomben .'. noeli Kuhaltou . Dann »ic salUen yn der linüternus. 
nit yiu Liocht . da vnns hcrgegen das Hecht . das allein chriätU8 
ist . vnd dio Apovtell . die er auch liechler gehaylBen hat . 
leQchlot . vnnd weder Fsrael noch Galliloam . oder Jndeam . 
fdrgehalten hat . Allein sich selber . vnd seine Apostell . In . 
demselbtgen liocht sollen- wir waodien . vnnd »onnHt yn liheinem 
andern . Nicht yn vnücrer auSlegung . oder vcrstaundt. Finis. 
Dieser au«rijbrliche KommiMitar der zehn Gebote Ul uns auch in No. 103 
und No. 10^ S. 59 — 137 erhalten, einen andern haben wir, In No. 86 
und 87 schon kennen gelernt. Vgl. auch dio „[.amcutatioaes' in No. 90 
Bl. 12!>b-I3Ib. 

Es folgt ein neues Titelblatt: 

Bl. blbn Explicatio . In Danielem prophetam . Lib: 4tiu . 

Durch D. Thoophrait: FaraceU: ab HobvDheim. 
Bl. 51G«— 544 b der Text der Explicatio. 
Vorrcdl . hi Danielvm ?rophetam. 

Nachdem vnnd yr gehurt habt . yn andariL büchern . von dea 
falschen Chmten . vnnd falschen prophsten . wellichs ätaa der 
namen ist . vuti chi-iiilo eingesetzt . allen denen . die wider 
chriätuni seint . Solloal yr euch nit verwundern . yn dorn 



DI« beidon g^rotsen Leidener theol. Saniinelhandiolirirteii. 



301 



du no nit gnugsam miiftcii beschryben werden . mit allen ynto 
«sehen . WC8IM1 . wandlaug . rogel . gebohrdon . vnnd dor- 

glej'dioii . iiit mi3glich zu orzolen Ällao auch dor vcr- 

!<tamll y« laiinger yo tnclir yiii wort ohriatj . vDnd dorsclbigon 
AntecEiristou buborcy »lich selbst . yo Icnogor ye mehr oITen- 
baron wirdt. 
Caput priiiium . /um emlea aolt yv tDervVUcn von Anfanng 

VDnd einganog DaDtetla Caput Duodcoimum 

Woittor Setzt Daniel dz gesycht , das da wcrdu «b- 

g«thun dz täglicho oplTcr . d. i. die opfTor der haylligon zu Uott . 
Allein dz kheiner mehr liayllig wirdt sein .|. Alsdann so wirdt 
derselbe seinen Gott an der II: 11: statt Hytzcn . d. i. lauttor 
Antccbri^t . mit Meinem ganulton regiment . worden sein ein 
Zahltag ■ wie ym lextt stehet . wz die tag dcß herron aeindt . 
Sein vnns verborgen . wol dem der die Zoyl orraychonmag *, 
d. i. wol dem . der da verharret yo Christo Jhonu byli üum 
«ndt . K. 

Nun aber da gehört nicbtt mehr daxu . So dx endt liombt . 
dz die h: gottes . yu die rhuo logen . wie Daniel vermelt . so 
lanng byD die zoyt der aulTurstebeung kombt . In dem thayl 
dor lebontigon ic. Fluu. 

er Kommentar zum Daniel Lat tGI8 in der „Philoinophia myrttcs" 
rWI I No. 306, S. 64 — 99) gedruckt. Abgesehen von zahlruichen kleinen 
Abwoichungan im Einzelnen, stimmt der Druck vollkommen mit unsoror 
Handschrirt, welche vielfach lateinische Sliieko des Tropheteutextes gibt, 
difl sieh im Druck nicht (hideti. Andere Handschriften »ehe No. ^i 
II!. 111—117, No. 102 m. 1811—215 (ohne die Vorrede); No. IIM Bl.flS 
— löT; No. 105 BI. 76; No. 106 Bl. lOIb— Uö; No. 108 S. 159-220. 
EigCDthiimlich ist der TitelEUsatx .Liber quartus", den der Druck 
nicht bat, der sich aber iu den meisten Handschriften ebenso findet. 
Im Osseger V'^rzoii-hoiss lieistit os „Auslegung fibor doii I'ropheteo Daniel 
12 Kapitel 12 Begon", vgl. Einleitung ti. 36. 



89. Leiden, Univ.-Bibl., Codex Vossiamis Chyniiciis in Folio 

No. 2&. Ul-i Bll., doch nur bin sam Bl. 566 boschriolxin, 
alles von derselben Hand wie Codex 24 (No, 88) sehr snabcr 
und leserlich. Auf der Innenseite des vorderen Ein banddock oIh 
das grosse Ex Ubri» de» Peter Vok ürsinu« von RosenUerg (ltK)9)t 
Auf dem ersten nicht f;cz.HhlUio lllnlte dor Titel: 

AnUlegimg yber den Eaiuigeliiten Sand Matheum . Durch . 



392 



IV. Tboo 



Den Edlen . rnnd Hoohfetehneii Philoiophui AnreolnB Phi- 
Uppu) Theophraatiu . g«oant Paneel^ . von HohenlieiiD. 
Itl. 1a — 117a AuLtle^uD); ybor dz EuBn^oHum Saauct . M&- 
thej , Durch Ü. itbilipp: Thooplirastum vou llohCDlioym. 
Liher KeiicntlioniB . Das ut guiior&tio . dtti vßo oinetn eon- 
dorn stamb khombt . All» gcDi^ralio Ail^ . du« i.->l stvin vDnd 
sc'ianT audern gfwclili^cht .{. Oder gotiornttci JuliJ . da werden die 
Kaysor ynnen vcretaiidlon .[. Oder goneratio Appolünis . Ua 
wcnlen die Arztet veretAndlen . Oder ifEeoeratio Molchisedecb . 
daryon word<>u die priealor verstanudU'n . ic. dae ut somi . 
Nitt allemabl oacli dorn blutt . Sontlor auch oach dorn wosono. 
Jhcsu riiriMtj . Darümb da« Abrftfaani versprachen int worden . 
dwi auU i^eiuem staitißti . der Sun OotloH goportui mU werdeo . 
Auü der vrsacb . nynibt «ich da ein besonndero generatio .|. 
* goachaydon von der genoratio ad( . Alls da ea^ dor tcxt . 
Das ist die gopurt Jhiwu Christj . dor auli dem Limbo Abrali? . 
vuud nil Adu go[)orcu Ul, 

Abraham aiilom ic . Wi« Adam gcbnr vom ontten Limb . 
Cayu vnud Abel . Sech . ic. vnnd alho yc einer byß xum 
andern . AJIso auch Abraham gebar auß Heinom Limbo den 
Isaac . vnnd [»aac . Jacob .[. 

GcDuit !C . Gott hat nit mehr denn ein yode creatur xweyfooh 
gemacht . dz ist . selbander ' vond aber denselhigea die cralTt 
gobc» . tfich zu itiohrn . vnnd wie allitci eiu yode Creatur sich 
solb« mehr . du Ut . vnnd hayUt geboren . nit allein vom menschen 
allao Kuueratebn . sonder auch von allen Creaturen . ondtpfindl- 
lichon vnnd vnendtprondtlichcn . ic. 

Gcnuit JoMeph . IC- Allso int vonn dem Limbo abraho der 
lelxat doU Linj goporen .]. mit uamen JoKoph . vnnd dIIho dieser 
LimbuH yn ym geendt .{: 

Maria . Maria ut auß dem Limbo goporen . vnnd von yrent- 
wc^n ixt Abraham goporen . yn ein Limbum . goschayilen von 
dem blatt ad$ vnnd eua . Üarumb aie ohn alle erbsiindt ge- 
poren .|- entpfanngen . vnnd gewandlet . Deren Gemahl ist go- 
vesBU JoMopli . Ir gofreündtor .|. 

De qua natus est Jesus . Darum!» . da» »io gewesen iat . 
aoD andern Linien . nit ade . Auß der vrriachcn . ist auß Ihr 
goporen Jhesu» . der uitl nach Mrmnlicbom willen gepoivu ist . 

Sondor auß Gott 

El ecco ego uobiscum . ic. Vnnd So wir allso wandlen yn 
seiivm Flamen . vuud yhn Bolnom gobott vnnd leer . so ist er 



Dlo bei(l«D iTDuen LeMeoor ibcol. Semmel hau tlicliiitton. 



S9» 



bef vma . byO zu ondt der vcllt . So or nun bey vona ut . 
wer i«t wider vnoB . 80 wir aber oit nach soinem wUleo sotndt . 
So ist er uit bey vnnß . Wer ist dana nitt widor vnos . Da «r 
nilt isl . da \H kbcin fridl . du or iot . du iHt fridt - Vuiid dax 
wehrot bil! yu vcrzulirung der wvll . diu ist . der niiMtMclicn . 
vnnd aller crcaturoD . yn liitomol rnnd Erdtcn . vnnil der him- 
mct . viid der unitca . ic. Finiit. 

lin fortlniifiMider, meist Icuntor Koinmontar xu alten ä8 Kapiteln dw 
ÜUH, miiuchs« naturwi.'ütenxi.'lial^lich und medicinktch bnlrachtot and 

trkiSrt. Vollstündifc und aosifiglich tindet «ch dieaor Kommoolar öfters 
in den HandHchrirten. vgl. No. 91. 94, 9&, Ö9, llfi and U». 

Bl. 12iJa— 174b Die ander anlMegro^g ybtr d«& Eiutn^liiten Sanct 
KatheuiB. 
Da« .3. Capitol. 

Vox clamunliK . K. Daa iftt ein «chreyendtc stymb . die nye- 
mandt )iäron will . viind für vnnd für rurliollt du vubilljcli . 
Aber die obren der anileron iteindt verstopITt xuehüron. 
Deaerto . let ein oinödo . ynn der alle wollatit verlasxeD aeindt . 
da nichtz ist was einer will d. i. nichtK menDschliclii;. 
Parate uiam dominj . Zwen wor eeindt autl' evdlcn ynn dem 
die mcnncbvn wandluo . yhn bößcm vnnd yn ({uttom . Zu der 
Zeyt waroD die loüt bÖLI, durunib war Johannes baptista ein 
beraylor doß guttcn weg« . In dem der Herr «ehn wirdl . Das 
waa ein Zayuhon . das vor Christo bboin guttor wog iiye gowoson 
ist . vnnd laut die suin ulU» . die einer der da xchroyen will . 
vnnd borayten den weg deß Iicrron . AulT da« darynn gewandelt 
'mBg werden . So soll er auß der wiioiistc »olireyoD . nilt suQ 
der vohllen kuclien . Nitt auß dem voliUen kuftnlen . alls vnn- 
wre phariseer thuudt , Auch nit auB dem wolla.-<l .|. Uarumb 
•leet das deutlich durch don Euangeliaaten . Auß der w&essten 
hat er geschry<«n .|- Darumb So werden da die Prediger go- 
sohayden ■ die auß der wücssIod schroyen . vnnd die auß der 
küchon Hcbroyea . wiowo] sie schier «in Matterj füeron . doch 
icb»ydt et) moh ym goyst. 

Chamol . Er hat ein klilitydt . das auß dorn Chamol lia«r ist 
gemacht . Irt ein ¥Bitt gewe.sou . von «olohom nilti ist or bc* 
klaydt gewoßen . nioh sitten der armen . die gntt« luch nit 
zubesalcn haben. 
Zoenam . vnndterhalb der Lennden gegürdt . auO einem go- 

mainen Lodor . ein rhüeuen Marxu geschnidton . u 

.. IIo«pos vram . k. Da saygl vniis Christua an . Da^ 



9M 



IV. Tboologtiicho*. 



wir ftuff den tag der barmhorUigklic-it holTca . vaud aboror 
winlt vnns nitl mitgcLlicilt .!. (iftiiii vreuch . wir htbto aoch 
nyemaDdl« bann li»rUigk hellt mit getliityll . dio nackhten nit 
klaydt . die hungcrigon nitt gcspeyLit . ic. ili» iüt «in aDzay- 
gung . BufT den liig . Der aber daä gelhoii hat . Dem wirdt 
such barm hertxigk bei t mit gotailt . der aber nitt . D«r wirdt 
müe^seu gehen . yhn dz ewig Teilr . ohn eniideo :',: Fiow. 
Ein neuer Kommentar zu Kapitel 3 — 35 des MstthÜus, der vieHach kürxer 
gefasitt ii^l, als der erste, aber keineswoga einen Au»zui> an» demaulben 
darstellt, sondern ein völlig undcrc« Work. Die Gcdankeu frcillcb 
stimmuü meist übereiu. Kapilöl 4 und 5 »iud lUMammongers^t untor 
äer Uoborsclirift „Dum 4. vond 5. Catiitel", es fclilt aber der Kommentar 
cum 4. Kapitel gänzlich; am litide de:« Kommentars zum 5. Kapitel ist 
noch eine „Wcittero erderang deß h. Oapitels" angefügt, welche mit 
Vers '21 beginnt. Auch beim r>. Kapitel ist eine doppelte Lesart gogobcn 
als jWoittere erclerung delä ö. C'apilels", die wieder von vorn beginnt. 
Eil ist EU untereuchen, ob durch dioüC vingeüchobenen doppelten Leearten 
nicht Verwirrung in d«r Knpitoirelgo der MatthüuKkommeutaro ont- 
staudoo iat; deun oh werden uns llaudschrirten begegnen, welche Ka- 
pltd 1 — € auM diooem xweitcn Kommentare geben, die Tolgendeu aber 
tos dor gkioh ta Uttprechenden dritten (Icstalt, und umgekehrt andere, 
die Kapitel 1—6 uua der 3. GeHtalt geben und die fulgondcD Kapitel 
au» dem xweiteu Kommentar. Vgl. No. 94; No. 95 Bl.äöff.; No. 120. 
Bl. 175 iitt unbeschrieben; Itl. 170 ein neues Tilclblali: 

Auflegung yber den Enangelisten . S&not Hatheom . Durch 
den Hochgelehrteu Herrn . D: PhlUppum Theophrastom von 
Hohentiaim. 
Auf Blatt 177 a— 247 der Text: 

Außlogung yher dz .J. Cnpitcl Saact Mathuus dol's H: 
Euangöliitton . Durch Philippum Theophrftittum ab 
Uoheuhoim . ic 

Uio meldet der Euangeliat . damit vir aohea . von wahuucn 
dirisluK geboren sey . dieweyl vnnd die weyßlkgung ' ganngon 
ist . auf den samen Abrabae . das auch chrlslua hierynn . auß 
den Samariten verstanndten . vnnd erkändt wird . von der ge- 
purt her . der muttor .[: Darynnen ist eins, ds sich nit v«f> 
gleycht . vnud das allso die geburt ligt auff JoHepb . dem ver- 
mühlten . Maria; So os nun allso «ollt sein gew«sc» . daxumal 
wie yetst . So wer christuit nit von Gott; sonder Joseph . DaAn 
Maria sein mutler hett nit mügen sein auß der Linien . Dieweyl 
die Liuieu llit xusameu geböron . noch erlaubdt sein . DaraulF 



1 




Die Iieiden grosien Leiileoer ibool. Sainmelbandachriftca. 



395 



ist der fehl .|. vand ds.i zuwilttcn . Du Maiia auß natürlichon 
urneD ist geboren . von Heinein flanien her . nach Dauidt . 
vond von Salomon . Joseph . Allao syo bejrde yber die fünlTtcii 
Linien . nach der yetnigeii Ordnung . so wir chmtuiu nach 
haitOD :|. Nun ist Maria nit auß Vrya geboren . wüI Josepli . 
kombt von yrem samcn her . Aber Maria nit;!- Maria Icombt 
her vom samen natürlich ; der Mutter nit Vrya gewesen ist; 
Alltio soindt zwo 5lüttor . gcwoßon . vnnd ein Vatler . von 
welchem diu Kwcy .|. Joseph . vniid Maria geboren seindt .|. 
Allso werden hie orxeblt die gesL^hlocbt Joseph . auch Maria . 
yo der länieo . Da« sye EU:«ammen iniigon hoyratcn . AuüHerbalb 
der vierdton vnd riinlTtOD länien . odur Sypten . wie hye ge- 
schehen . Darumb ist Dauidt nein ehoebrechen khoin .lündt 
geweßen . dann vreach er iflt oit yn der erb»Qudt gcwoUeii .1. 
Nun iat aber bye auch zuewilßen . Das aich der l.iinbus allao 
gescbayden hat . yn daä keusch . vnnd vnkeuoch . Alls Dauidt 
gebar Salomon den hurer vnd ebeobrechor . vnnd Nathan den 
fromben Mann . Von Tromben ist Maria gcporn . von andern 
Dit;|. Dauidt war aucli ein chcobroeber . vnnd ein stückfa . das 
dem ünjbo Abraliae nicht xustiendt . Der LimbuH aber int gc- 
llolUcn TOR der kcüdcliou mutier Dauidt . vnnd nit von Dauidt . 
Dann allein seindt vorbehalten worden deß neuen l.imbj . auß 
dem Maria geboren ist . vnnd diu* von wegen d<;r erbsündt . 
Darynn etlich geweßen seindt . vnnd ettlich nit ■ Nemblich die 
nit auß Maria iHt geboren. 

Wie eii eich zu bayden seydten gcmaoht hat nach der 
Euangcliäten scfareybon . Matheo . vnnd Luca . So int an dorn 
ort die gcpurt nit besubricben . Allä allein . <h da mnii »ein 
ein vndtorschaydl . von Nathan vnnd Sara her . Der khamb 
Buß Joai'bim . Sanct Anna Mann . vnnd kbamb auß Joseph 
der Munn Maria . Vnnd doch Beide das ein . von Sara . dut 

iat Joäcph . der ander von Nathan . dz ist Maria . K 

Vigilate . K. da ist «bor xumerckhen . da« diesem 

sein todt ■ hutt sonderlich wehe gethon . Dnnn bitten . sein 
bbnbliMhon . Vatter . da^ dieser todt . von ^m ganng . so es 
•ein mOge .1. So Int er nur darumb mennsch worden . Das sein 
I^eyden mSgcn ynn Im sein . Durch dz Leyden muß der mensch 
erlüßt werden .'. darumb iat er ttulF dos [.eyden mcnach worden . 
Darmit das schniertzlieh . vnd mit onngHt mü^ orlöDt werden . 
[das moDscbticb goscblucht .1. Auß der vmeb . dan die vndannekh- 
[baren . seines leydeus . deotu höcher verdambt wenicu .[. vnd 



896 



IV. Thcologlitchcs. 



die duiiiickhttaru ilvliito Uolior ynn dein royoh Gottes behallton. 
Finis. 
Eh Ut t'iti volloUiudigor Kommontar de« 1. — '2i>. Knpitelü do« MatUüus 
unaliliüiigi^ von deu beid«n vorhergchciiiicn, nlioi' in den Godanken doch 
jibcroio&timiiioQd. Dio eroton flinf Kapitel (das 6. ist nur oin fraf[ineti- 
tnmclior Schluas des Kapitels, der schon mehr zum Folgdiiden posst) 
groifon Dur oinigo GodankoQ aus dem ZusammeDliuDK heraus und ur- 
klltreii »10 in mohr lusammCDbüo^ndor Gcvttult, »Üminen insofern molir 
mit dorn zweiten Tlieil« dos vorhorf;olifindcn Koinmoutarc« von Kapitel 7 
(roHp. dem ä. Kommentar tu Kap. G) an in der Form überein, wäbreud 
hier der zweite Theil, Kapitel 7—26, (wie dort der Anfang Kap. 3— Ca) 
auf den Inliitlt der Kapitel im einselnen mcbr eingebt und ant«r vielen 
Slicbiirorteu den Tost erklärt, so daas man anzunehmen gonoi^ ijtt, dio 
ZuHammonrüKung des Änrungs von II mit dem Endo von III und iim- 
gekchrlt wie »ie 5(tvn vorkommt, sei vielleicht das 1 'reprlingliclio. Auf- 
bllood ist OS, dm in unserm 111. Kommentar bis zu Kapitel 16 viele 
Textworte, und zwar bei weitem die Mohrzahl hier deutsch gegeben ist, 
während der Dtbellext sonst immer lateiniseh angeführt wird; doch be- 
gegnet uns derselbe Text auch in andern Ilandsehriflcn mit latoini- 
achom Itibeltcxt: überhaupt scheinen dio Abschreiber mit dem Toxtwort 
rocht willkürlich veifahroa zu soiu: der oiuu gibt grässore, der andere 
kleinere Stellen der Voree, 

Es hat ja gewiss viel (iocwuDgOQCS, anzunehmen, dass diene drei 
Malthäu.skoiiimontare, welche wir hier als l'aracelsiscb kennen gelernt 
haben, von einer Person herstammen sollen, aber ihrem Inhalt nach ist 
das recht wohl möglich. Wie intensiv sich der Verfasser dieser Kom- 
mentare mit den Evangelien beschäftigt hat, dafür gobou die folgeudon 
Scrmonoa zu den Oleicbnisson, xa den Kraiikenheilungen, zu den lloi- 
luogOD ItesL-Hseoer u. s. w. einen Beweis. Vgl. Einleitung SS. 11 u. 36. 
Bl. 248 ein Titelblatt: 

Semones in Similitndlnei Eaangellornm. 
111. 2-lila— 293b dfer Text; 

Es gieng oinSflemann auUzusäen soincu sameu . Math .13. 
Am eniten . So wissent . das der Seeman ist ('bristus . Der 
allein da.i,wort säet .1. Zugleycberwoyß . Es ist nur einer der 
da gesäet . yn himmol vnnd erdton . yu allen elementeo . was 
auß ynen wechßt . alls waytzen . liabern . gorsalcn . bäum . 
%'nd alles . das i^l nun Gott der Vatter . Nun aber Gott der 
Son ist allein der . Der dz wort der warheyt süot . DaraoA 
volgol nun . So nun Gott der emt ist . der allen anfanng gwaet 
hat . vaod hat yn fm gethoo . d. i. geaäeu . Allso das der 



Die beliUn gtasson L«ld«Eior Ibeol. SammoIhsuilsebriAto. 



397 



meoBch nein xamen Ut . der von coioor «tat wechßt . vnnd »net 
yn . In die wiiettat«, yri iinilcr nckitcr . nsob «oinotn gefalloD . 
dl macht er weitter mehr snmen .1. AIIm von oiin zum nuderii . 
So Uiiiig byß die gaiinU well vnll ittt . vdqiI »llcit orbiiuon 
winlt . doch so ist ea nur der ente samen . den Gott geȟet 
fast . wio er yn gosiien • Allso wirdt er wider Resäet . rnnd 
wird der letiwt« gleich lU'ni «r^lcn . der von der haodt Gettos 
koroben ist .1. AIlso yn nollcher gestallt . Sollcnt yr wilßoD . 
das chriRtu.t der erxte Seemnn ist .der da ^ßsüet halt . th wort 
deß reych Gottea . Weitter sollen die Apostell oder Jnnngvr . 
alle die ückber; dan wort Gottea; dasselbige tragen . an endt 
viid örthor . da es mt ist . das ist . Ion frembdte landt . dem 

volckh verkündigen . hü luung byß auch die weit voll ist 

...... wie mag ein lügen vnnd oin warhuyt yn cim stehn . 

ohn lerbrochon .1. dz nit ein nachxdmullx <inraiiLI vulgetc . Wer 
khan dem liauß dienen . vnnd waß ytiii du» hauCt goliürt . 
vond die gei^iSnde (. wie sye sagen .) ohne hindorung vnnd «rgor- 
nus vollenden? Nayn . dieweyl du nitt sj-tzost yii der Niniuiti- 
sehen buoU . dann bisitu yn siindton .1. vnnd der heylliggeyst, 
ist nitt ynn dir . vond lebst yit liulTart . vnd nitt yu domutt . 
Darumb gohesiitu hsym . Dz ist . Inn yhonc wellt . obn vor- 
gebung . ;c. Finis. 
Sb sind 20 Oleichnisi^c erkljirt: Vom Süemaun; Unkrant im Weizen; 

ISonrkom; Sauerteig; SebaCx im Arkcr; Kaurmann. dor ^whöno Porlea 
suchte; Neu, das in'.-« Meer geworfen wird; lianavaler, der AltOH uad 
Neue» hervortrügt (Matth. 13): Wa» in den Mund eingeht (Mattli. 15); 
König, der (techonschaft verlangt (Matth. 18); Arbeiter im Weinberg 

I (Matth. 20); Zwei fjühne; Hausvater, der seinen .Sohn sondet (Matth. 21); 
Hochzeit dem Sohno (Matth. 22); Kluge und thörichte Jungfrauen 
(.Vlalth. 2^); Feigenbaum; Wachet und bclot (Marc. 13); Wir sind un- 
nütze Knechte (Lucas 17); Ungerechter Richter; Pharisäer und Zülluer 
(Lacu 18). Ein 21. flleiclinitus ist ohne Ueberäcbrift dem 17. (wacbot 
und betet) angefügt: Vom blinden Wegweiser, Uüca» 6 Vors 39. Dor 

■ Text ist dreimal deutsch gegeben, .tonst immer lateinisch. 
So ruhig und harmlos im Ganzen die MatthÜuskommentare gehalten 
aind, so scharf polomiaeh sind die«e Sermones, namentlich gegen Pfaffen 
und Mönche und andoro „falsche Aiioslel", gegen das Papstthom, das 
Veino Gewall habe, nur vorfübren könuo; aber nicht nur gegen die 
PapEsten, sondern ebenso auch gegen die „Lultoriston", Zwinglianor und 
Täufer. Kinig« Stellen siebe im 2. Uefto der Pamcelsasfurschungen 
.8. Iä3. Vgl. No. 96 Itl. 12; Na. 120 IJl. 102; No. 1^4. 



Thfologlich««. 



ni. 2M ein TitolUatl: 

De miraoiilii Chriiti . Snper obtcMO*, 
Bl. 23öa— 3211. der To\l: 

6ermo in IX. Marci . Koapondtt illi JotiaiineiS . Dic«DB . Mh' 
gistcr, Vidimus ijtieiidam'iii iiomino tuo eijciontcm d^roonia . !C. 
I)or EuangQlUl . bat an andern endtoa g<>roe]It . wie die ZwolfT 
Jünger ChrislJ . liaWu gowult omprannßon von ulirlMto . Auß- 
zutroylien die toufTcI J. Daraud' diid bcschloCßcn wird . «elichcr 
nit den gowalt cinpfiiclit . oder ym gi.>licii wirdt . der Ireybt d«n 
teufel Dtclit naß .1. So volgt aucii aull daiwclbigo . das Clirislus 
xagt . Ir aolloat euch deß darunib nit yberboben oder freuen . 
Daa diu toöfd uucb gehorsam muessen sein . Sondern deß sollenl 
yr vuuli frcwon . das owuro iiatneti ge!)i'lir)l)(m soindt . yn dorn 
buch d«ß lobona :l. Aul3 dem volgt nuii da« teiifcl außtreyWn 
ein gobnor gowalt von (<ott .«ey . Dehn er gilit wem er will . 
Eit bofendt sich aber nicht . da» dieaelbigen alle ynn äaa buch 
deß Iftbons gcHchtybeD eoindt . Dann der Apostell aoindt nur 
awelir gewcUeii . vnnd habou alle gloyohon gtwilt gehabr. . 
dnnimb i^t nun Jnda-t auch einer gcuoUon . der dioßen gewalt 
gehabt hat . sIIbo wdI alls die andern . Sein namen ab«r i»t 

nit gcschrybcn wordonn ynn dz buch deß loben» 

Darumb sollen wir Im geben wz er rordort . !st nit 

mehr am gut d» . So ny ta am leyb . dann vndtern diebeii vnd 
mürdorn . hoII man henckhon . Deritolbig hat ein Obrigkheit . die 
dt schwerdl ybor ym tregt . von Ootl . Der Salhuiias . dz ist dio 
rbumiHch kyrch hntl khoin Obngkheit . Sye ist dtn gtwchtocht ohn 
ein liaiibl . damit sagt chri-stus . dz wir eollon nach geben .1. mit 
Inen nit rechten .1. vnnd aun'aolchii allwt ist vusere holTnung . Du 
am ondt dw weit . die khralTt von Gott werde gehu . vnnd werde 
erleuchten dio schsrioia .[. dz sye zu yrom rechten hyrdtön werden 
laulfen . vnnd beym »eilen erläßt . Du-s soll vnnsere hoffnang 
sein yoQ ewigkheit . vnd von Im nit fallen noch wcyoheo . 
Sonder dz hertz yn Christo vnbeflecVht erhallten . tc. 
Es sind elf ,Sennoni'8" über verschiedene Stellen der Evangelien, weiche 
von BMC»*enon handeln. Die Dibelverse der Uebernchriften siud die 
folgenden: MarrunlX,»»; Matth. VII,22: VIIl.lG; S.fl; Xtl,39; Marcus 
VI.1; VII,26; IX,n: Sermo IL in IX Marci ver>.. 17; Sermo MI. in 
IX. Cap. Marcj Vera 28; Luca« VI. 18. Auch dies ist wieder Btharf 
polemisch gehalten gegen den geistlichen Stand, der sich für den Ver- 
wwer Cotte« «osgibt; da* sind die Antichristen. Die „katboliMho- 
Kirche Chriaü wird hier wie anderwürt« «trunge von der rBmiachen 



tAH beiden gr^non l.aldnuer tli 



■■DiiLndscIiriften. 



399 



I 



Kirclto geschiedon, dto voll unruiucn Oi^wtcii üt, cboQNO wio die andern 
ratschen Ctiri^en: LutterUtcii, Zwyiigli.4|iM), Annbaptisten, Picknrdiston, 
IIuHsiflten und andere Ilaeresiurchen, die alle des Satans sind uod ihn 
nicht aostreiEieu (Siehe Hed I) der Paracelausrürschungcn S. 154 und 
156), Im Gegensatz da«a steht der „gemeine nrmo Mann". — Oeften 
finden sich kleine Lücken, wo der Scliroibor »cinu Vorlage nicht lesen 
könnlo. Das» aber diene ScrinonoH niclit etwa von einem andern aoit 
Hohen beim'x EvangolicDkommcntaron zUHammon gelcsan sind, sondern 
80 wie »ic hier gcgebt^n Ninil. KiiNaiiimcn gfiKchricbeti »nd, ergibt »ich ans 
dem allgeinciiion /u^ammcnhatit; und aus vielfachen Verwei^ton auf 
Torfaergohendo SormoDC«. Im 11. sagt er ausdrücklich „yetx't zu einem 
ende, all» äz leimt Miracnl. dios&t meines ybells.*^ Vgl. No. 1)5 Itl. '2h 
—12a; No. 'M S. hOAlC. 

Bl. 325 leer; Bl. 32fi ein Titelblatt: 

D« KiruolJi Chrütj Snpcr iafirmo«. 
Theoph: puraijclsj mugnj. 
Bl. 327a-36ßb dor Text: 

Sonne . Mathej am .4tou . V.l circuibat Je»UM totnm Rnlli- 
la«a . docentt in Synagogiji «oruio . Et praedicen:' Euangelium 
regnj . et sananit. 

Die grossen wunderu'erckh So vnns der Fu.tMgQlii4t boschreibl . 
die ctiriatu.'i aulf erdton gethan hat . Sollen von vnns christon 
hoch «rmelUen werden . Dann nit allein d/. wir willQoD Rollen . 
an ym selbst . wie es erganngen vnnd iio»chcb<ni . Sondorn alU 
' ich ofTlmalfl . yno dem buch von den MiraculLn christj yn den 
beselBnen menschen volbrucht halt . Dann wir nit sollen dio 
geflchichten allein erklionDon . Sondor die weyßluLgung . vnnd 
VI das bodout . das er souil kranckhen halt gosundt gemacht . vnnd 
yn TÜIerley kranekhcylen g«holiron . Vous yn dem newcn legim- 
mflDt ein lehr ist . das dici^olbigen bodcütungon vnnB nit verborgQD 
»cindt . Dann nit allein hat craiiBwendigen vnnd ynnwondtigon 
kranekheyt«n gewehrt . Sonder dio kranckhhoyt . die vnns leyb 
vnnd leben anIrolTon In der seelen . Was dani^ nun diescibigen 
kranuklieyten soindt . das ist vnnn not zuwifßen . Dann nit das 
wir allein gntig haben an den werckben die beschehen seindt . 
Sond«r auch aulT dioße stundt . vnd yn zukhunlTtigen eeyten . 
besohehendt ntt allein yn dem Natürlichen leyb . sonder ancb 

ym layb der da ewig ist . vnnd werden wirdt 

deßhalbon so schont ahn die groß lieb so groß sk 

ohrislua gegen den Armen trcgt . vnd rufTet Tne ahn . Das er 
•ach dz gcaycht geb . zu owror haudlarboyt .1. vnnd nit sum 



• IV. Thtnlo^iiicIiM. 

roycbibumb . Dm ist . Nitt arb«iUct tvj! vonUmbnu» . SehStt 

zttiucben dtoDor voll . 8on<lor nrheylcnt nur für oworii necbstea . 

AlU Ir voQ ym bcKeran . ds alloH muß In khraflt doQ glaabens 

gciidhchcn . »o ut o» fruchtbur .[. wio dann cbrisUis g«Mgt 

butt . XU <licaem blinden . Dein glaub b&t dich gCAUodt ge> 

uiftcbt . Nun Rein [ml?] gi>Meh«D worden int die frucht . di« 

von aeioem glauben eiituprungen ist . AlUo !>ollou wtr HoUiche 

frucht ybn vnns wachßon lallJen . wie sie dn Im plindeo be- 

wyßen wirdt . dann kboin glaub imt nil ob» wercitb . Das i:*i . 

oliii göttlich werckb . SoDdoni Mo Truchtbar . Der glaot) gibt 

ftbor di« Lieb . die liebe wtirckbut . Sie gebörendt xusaniben . 

Riiigen uit gei4cbayct«u nein :|: ic. Finie. 

E« sind 17 Scrmones Über folgende in den Ueberscbriften genannte 

Stellen der Kvangeüen: Mstth. IV. 23; VIII, 2; Vm,&: IX, 2; IX, 18; 

IX,2Ü; IX,27; 1X,32 (kurz); X,l (ganz knra); XIV und XV; Lucas VI,6; 

VII, U; Vm.OO: Xm.U; XIV,2; XYILH: XVIII,41. 

Wir babcn e» hier nicht etwa mit einer mcdicinificben IMraclitung 
dftr Kraükcnheiluiigeu Christi zu Ibiin, wie mau sie vuu pinem Arzte 
erw'arlen k('>iinto, sondern, wenn auuh manches Mediciniacbc, mehr noch 
alit anderwärtu, mit unterläuft, so üt das Gänse doch im übertragenen 
Sinne auf die Heilung der Leiden der Socio, auf die KrlSsuu^ durch 
('hri^tum gemeint. (Eü liegt alle« im Glaubeu; der (Slaube alloiii wirket.) 
0to Polemik gegen die üeistliobkeit ist wieder recht scharL Ankniiprond 
an die legendäre Heilung des am AussaU leidenden Kaisers Constantin 
durch Papst Sylvvster und die legendäre Schenkung Constantim wird 
gtoich 7.U Beginn' die römische Hierarchie ängegriDon, die danu auch 
weitorbin „die ConstautiniHchcn" gcnaunt winl. (Wir bedürfen der 
Vermittelung der PfalTou nicht, allein des tilaubeus an Christum.) Doch 
ist dieser Traktat so wonig wie die vorhergehoodon immer einseitig 
polomi«oh gegen die geistlichen, sondern er wendet «ich gegen die Mi»- 
■töndo iu der Christenheit im allgemeinen (Laien und PfafTou sind gleich 
BusaStsig), gegen den Eigennutz, da« unchristliche Leben allur Stände 
(die Ansichten ifi mediciniächen Dingen sind durchaus ParacelMisch, die 
Aente werden besondere nduirt beri^enommen), gegen di« falschen Lebr^n 
der hohen Schulen aller Kakultütou („Im neuen Testament \at nit von 
n&then daß man Scotum. Thomain, Albertum, Occam ic. müßt« nehmon 
und mit ihnen disputiren, noch auch von nöthcn Augustinum, Ambro- 
»ium, Bcnihardum, noch Cyrilium, Hypolitum, Theophyloctum. noch 
Ecken, Fabrum. Luther. Zwinglium, sondern das ist von uölbon widor 
die «0 di.-*putiren wie ('hrislus durchs Work und Fruclit, die beweisen 
«0 die Wahrheit ist"), gegen die »artheraigkeit der Hesilaendeu, und 



ä 



Di« beldtn grosson I.Dldener theoL 



licbriricii. 



401 



klingt in CID« wftrffiD AuSonliiruiig xur WolilÜiHtigkoit und Nächst«D- 
li«be aus; di« Arm«n Mn<l xi^lig, die Roicheii verflucht. 4,'hnstus hat 
tliiA gemein(< Volk g(*ii4tig und körperlich ge^uiid gomabhl, nicht die Iloth- 
Ktolieuden, (lelehrten u. s. w., die sich für besser liiolten. und dem Brineii 
geklagten Volke achlUgt auch das warrae Herz des Vcrfaswcrn dieser 
SermoDO. — Vgl. No. 9& Bl, 33IT. und No. 120 Bl. 141 — 153. 
Bl. 367 unbcscliriobon: Bl. 36S ein Titi-lblatt: 
Be Oenealogia ChmU .9. Btieher 
Theophrai^ paracelsi ab Hohenheim. 
Bl. 3611a— 42yb dar TeM.: 

De Genealogia Christi . 9 Bußhei- I): philipp: Theoph: 

.paracelflj. Defect. 
Ks seindt vier Bücher nit verhandtea . Sampt dem cin- 
ganug doli Ffinfftori Buchs . Gott waysst wo eye hin- 
khombon . Dann allso ist diß Funden worden :l: 
Kit \*l iijt minder . die Person delk Haylligen geyst« . Soll 
clarcr rCirgehalten werdun .1. AulT dZ yr de.^.tliir mehr vnderricht 
habeo . Näinblich . von der tranHÜguration cbritttj . d* or von 
seinen ifingtirn gesehen wardt . mit Moße vnnd I]<dia ivjdou . 
, Da PetrUH droy tabcrnackhol bauen weit . da cbmliis IranNÜgu- 
rirt ist worden yn »ein rechte penton .|. Nun ist diesolbigo 
persoa ein menAcblichc porson gowoacn . vnnd blieben yn der- 
üelbigen .1. aber die eigonschafTl der rechten person ist nitt Irrdiüch 
gowcHcn . Wie sie aber an yr selbst gowoMu ist . Allso i«t 
ClirixtuM yn dorHclbigon gaütalll Hoiußu Jüngern erschynen . vnnd 
«ich da crxaygt . wie er yn dem reych gollat ein incusch Hoy . 
Dann ein ander wenen halt Gott der hiinblLsch Icyb an ym . lu 
den llimeln . Bin nndcm null' erdten . (ileych wie ein wachs- 
liecht gegen der Houncu . Die weyl nun die persoa Chri.«^ . 
Sich hat eniaygt yn einem wshrlialTtcn wetten . acineo leylis . 
Gteych ein Sonn die Hchwartz wirt . von der Finstoniux . vnnd 
naclmolgcnt den schoyn widerumb cmpfacht . Allso ist der 
Irdisch loyb gegen dem himblinchon .|. AIIko auch merckhent die 
cor|ioralitel clirix^ . yn vergicichung der corporalilel deU hayl- 
ligen goyMtt) .{. Alläo dt wir den haylligou gcyHt himbÜHch gwohen 
haben . In denüelbigen corporalitel . wie dann gemelt ist :!: 

[ßl. 370a] Von «inigang vnnd einigkhatt der Trinitet. 
iJndfaeil iu der Natur aller Dbgo: Sali, Schwcfrl iiud Li<|uor: iu Ist der Qniiul 
tMvT l*liSloao|>lilf etc. AiiH dem Natürlicbuu uiuhh maii du Utbcriinlürliebe tu vor- 
■teliD authfu, Äa wenig ein Kraul oder tonat «In natörlklK'ii LebewMmi noch aein* 
■kti'irlii'hu Wirkiiiig eatlalleii iaiiti, «em <■ lo wiae drei UoTi>or« Mtlvgt bl, M 



Kritik <l. H<bil»li 4. P«nHl<lMl»B Hdiiltau. II. 



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tV. Tbeologisrbet. 



wenig kanii dio Trinlliil geth«llt «ord«!): drei Personen Rind ma Atta GeUl GoHm 
f»Bor>tiin, nhot der Gvinl Ist ungolhcllt ^«blieben, .eiuiiiiitit; nnil einmAthtg*. Ancli 
ilic Wirkung Im iiiigpwblodon, hId bei der Sonne, iliu Uic Wcltiaucliine tnokl, ilrm 
Tau *<'" ''■■^'■t gitil iinJ Wärme ipendot nl« «achKunde Kraft in allen nalürlichMi 
Ga*i:tiü{ifvn. Alto nnnBr« irditrhnn Ding« «lud nur «le ein Schill«) dn Hiqm- 
)iHch«n, nrio ein Schein Im S|iiDg(>1. Die drei Personen der Trinllüt «lud in ein- 
ander, Dichi wie die Inllsehe'n nelieu eiiiuuder: Im lliiumliRRheD wird ,k«iiie Stall 
hceoM«!!*. Die drei l'ersonen der Trinltüt »ind nieht geMhJoden in loeo. Ei ist 
SehHirmeTel und (alHclie Lniire, ilem V&Ur und dvm Sohno «ein gesondert Rekli 
und Beinen gasonderlen (ieinl lu geben, der doch von Boidea genBiasnia wiagdil. 
Selion fn der Jugend soll in&n die Kinder r«cht lehroD. 

[Bi. 373b] Wio Hicli die Trinitot geg«n dorn Monsohen Ter- 
üinlgL 

Alle Ueiiüclion bedürfen der Trinitbt, nicht einer eiiuelnen Person. Dia gtuuc 
Well glaubt an Untt den Schüpfer, der uu» ulluK Sii:hthiir« gibt; nie enii'füigt »ucb 
nur noch iLr«m liltnheu IrdiHcheK, ihr Okube ist uuvollkonineu. Die (labe vom 
8uhu lat der neue Henseh, durch ihn babeu wir eine neue Welt xu enwleo. ein 
Paradfe», das Reich seines Vaters, im eiigUncbeu l.eib, im Blut und Fleiacb darin 
m vohneD- Im äubn ist uns Oott uicbt nur Srhripfer, itondem auch Vater. Wir 
lollon dos Brod vom Scli<>{ifei lülerlich «sseu, im (ilnnben brauchen nJles Irdlnrhe. 
Die an den Sohn glauben, die BmpfangPn die uvnv Gebnri, dl« Krl-isiing. Per hei- 
lige Qciit gibt Rrlouehtiing nach dem niiiubr.n: die In I.icbe nn den Scbii|ifoi glauben, 
die «erden erleuchtet vom \u Geint, der vom Schöpfer nusgoht im I.itht der Natur; 
dui waruu die Krieuchleteu unter den Ileiden, wie Aristotoleit und Pinto; der h. Geiat. 
der vcim äohne auigcli^ urleuchtel in's ewige Licht >iir Seligkeit, die an den Sohn 
glmibi^n. Ks ini ein h. (ieiHt: allei liogl au unaorm (ilaubeo. Drum koH tiidi jeder 
seiliat erkennen, wie ur sieht rur TriuitW. Hei iinserm Tod werden wir Gcparirt TOn 
der 'friniläl lur Verdammnia» oder iucor|iorirt lur Trinitäi lur Seligkeit. Ich IIvm 
dlea ßuch das fünfle Buch «ein in der ücuealugie Christi, um die Ocneatogie 
nuaores chrixllichou Horkoinmena in ontderken. Je mehr Vomtaud vom Weicu der 
Trluilül, Je höber die Liebe zu Goll und die Seligkeit, Die Trinil&t i*t ohne An- 
fang und ICndc. Der Meuueh der neuen Geburl hat einen Anfang und kein Ende, 
weil nnaterl'Iich. Nur der Krleuebtiiug aus dem h, Geist sollen wir Glauben aclicnkon; 
denn es »Ind viel llieguiide GolBlor, die uns betriigcu, viel (aliehc Lehrer. Tod und 
Ver^ngl ich keil nahmen erst Ihren Anfang mit der Ausireibitng aua dem Paradies; 
durch Chrialiun 1*1 die Itüekkehr in'« Parailtea gasehelien, »io allen m »einem Ana- 
gang xurückkeliren aoll. Der Ueusch war siorblich er«ehalTen und aollTo iui I'ara- 
diox imslorblich werden, aber der Satan lial Ihn vorführet. Gott hui gereut, daa« «r 
die Uensehon erüchairen hat, nlier aus Uilluideu gültlicher R.irmlienigkeit ist die 
Erlösung durch Christum gcxchehcn. 

[:180a] VoudoinGuwÄltilonderMennBchhat. jii derTriniteL 

Di« falschen Apostel geben vor, sie könnlen Christum veai Himmel heiubiwiiigen 

in ihre Runde, Wir eisen aber nicht »eine Person, so wonig wir die Erde essen 

in der irilisclien Spci«e. Wir können nur durch Bitten etwu orlsugcn, nicht durch 

Zwangr wir »ind Kinder. (Vgl. No. 114 BI. S*5b-2J7.] 

[3?Jla] Da» Secbsle Buch von dor flenoalogia Cbriatj. 
Wa wir faiDkliomlioD nach ymmrin todL 



Di« beiden grossen Leiden«! lb<«l. SamnelhanüscUrifttu. 



4a<i 



I 



inliiche Thoil d«a Uen.ichen mau wieilor in die Rrdo; <Ior Toil int der 
Tcrotiu der .Scheiiinng do» Körpon vom Mcnietion. Nacti dem Tod int oin Wirten 
■it( die POMunc diu jünüälsn Tags: in der Zelt isl liciflc (icnngUiiiiing durcti llurae. 
Venclb«! ntid Fürliittcn liiimrneii ent am Tage den üoriclits tu >talt«n. Alle Muli* 
tcbeii liegen in der Ruhe, jeder nnch seinem Werth. tlinuncl odei Il-Mlu kommt 
emt nach dem jüngslen (iorieliL Uocli gidl e.i auch gcbonii: Vcrdiiiiimtn und ge- 
borue Selige, die vom Mund aus nun TenfH " fabten oder iu'j HeiL'U liollex (Prl- 
dMiinaiiou). Wir andtm könnau (liilo aus Bösoji werden und Ii>*>iin au* Outen 
(Liberum aibiirium), wiu uns nbcr der Tod trilTl. xo liegen vir. Auien^lehen mausen 
tttier »IIb, Selige und Vordammtc 

[3K^a] Von der miktiuiirrt, deU Hurren iiin JGiigAtvii gcricht. 
Dms Stunde wcIm niewaud und I^.ikI nicli nicbi Turaus.iaj;''". "iL' nianvbe 
biscbe Chrisleu (erouebt baben: die verllci^«cuvn Zeiubcn sAil Erdi-o und sui llimtuel 
«erden alleDlbalbeD gewaltig leiu. Alle Laster und Vurfübnuigeu der ralu-'hen 
i'rophelen werden den hüebateo Grad erreicht haben. Wenn der Tag deji UericbU 
da lil, dauii «erden nie alle ihre Fnlichlieil erkennen ; (atsche ChrUtun ant dem 
Siiilil Hatii, (ftbchti Obrigkeit. Ri int falicbe Lehr, dawt derUeuecb nach dem Ted 
1(111 Stund ui bhre tur H<ille »der in den tUiomel. 

[389a] Vom sterben dein Hon« (ii>lle>. 

Uer «terbliche Leib Cbri»(i itl nicht inllucb gewuien, uiulil maiorinliddi, aber 
«inplWlich : die Sterblichkoil ging lOU Christi Leib hinni'g, aber ulchl die Leilillcb- 
kelt: die F.iuprindliehkell fiDhInd von Ihm uicht am Kreui. suiideni uill dvm Angen- 
tillcfa der Auferstehung lon den Todleii. Aii<.'h vir verlieren den Tod erst völlig 
b«jm Gericht, wenn *Ir eingeben Kiit Seligkeit. Gewalt der niirigkuit Tdier Leb«n 
und Tod; darum babea die Jude» Chriütuin *or Pilatus geführt und dca Linachul- 
digen verurlbeileu lauen, der »eblimroaie Uard. In neuen Teslameut sind «Ir \a 
irdiieher Strafe alle dein Kaiser uniarworten; twei Herren über unsi Gott und 
der Kaiser. 

[3'K^a] Von (lern leydeli Chri.ttj. 
Die E[0i>1intll ich keil des Leibes Christi ist weit grüsser olK di« irdische, sODtl 
mhn der Scbnen der Erlüsuug der Well nur ein kleiner geveaen. ChriMi lieiden 
nod Schmenen und Qiial nor um <o liel grüsier als die unsere als er griinsor 1>I 
deuu wir. (Bs werden dann die Antworten Christi besiirocheu, bei der Salbung 
Biii Karde, bei Pelrt Verleugnung und Vertbeidiguug luii dein Sehweite u. r. w.j 
darauf folgt die R»Riir«ehung der 7>eichcn. die während der I^uslon Christi {•• 
Kbeben »ind.) Wii Hollen um fieiu Leiden und Sterben nicht anfbüreti ihm dankbar 
ni «ein, als die Ihn llelion, erleuchtet tom heiligen UeiMe. 

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